Erdmöbel - Hinweise zum Gebrauch

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Armin

Plattentests.de-Chef

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24.11.2017 - 18:16 Uhr - Newsbeitrag
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Februar 2018 erscheint das neue Album von Erdmöbel. Nach fünf Jahren des Wartens.

Aber schon jetzt lüftet die Band den Schleier, mit einer ersten Singleauskopplung: Heute, am Freitag, dem 24.11. erscheint die Single „Hoffnungsmaschine“ - ein Duett mit Judith Holofernes. Es ist eine von beiden Seiten lang herbeigesehnte Zusammenarbeit. „Lass die Hoffnungsmaschine laufen, lass die Hoffnungsmaschine laufen“ singen Judith Holofernes und Markus Berges, und das ist ergreifend.



Das Video zum Song entstand Mitte November auf dem Kölner Ebertplatz - einem Ort, der in den letzten Wochen wegen Drogenhandels, Gewaltverbrechen und geplanter Schließung negative Schlagzeilen machte.
Und genau hier schmissen die Kölner Erdmöbel mit Judith Holofernes und vielen Erdmöbel-Fans die „Hoffnungsmaschine“ an. „Der Song ist nicht explizit für den Ebertplatz geschrieben“, sagt Sänger Markus Berges. „Es ist eher ein Kommentar zu den turbulenten Zeiten, in denen die Leute dazu neigen, den Mut zu verlieren, weil sie nicht fassen, was los ist“, ergänzt Ekki Maas.*1)

Die Magie des Songs kommt vielleicht daher, dass hier zwei Künstler-Potentiale aufeinandertreffen, deren gemeinsamer Nenner genau dieser Song ist. Diese einfache und wahre Botschaft von der „Hoffnungsmaschine“.

Berges erklärt: „Es geht um das Verzagen und trotzdem weiterzumachen, nicht aufzugeben." Auf die Frage, wie es zu der Zusammenarbeit kam, antwortet Judith Holofernes: „Wir sind ewig umeinander rumschlawenzelt, jetzt hat es mit einer Zusammenarbeit endlich geklappt. Ich fand das Lied von Anfang an gut, es ist erhebend, traurig aber auch positiv." *2)

„Hoffnungsmaschine“ ist ein politisches Lied, ein Liebeslied, ein berührender Kommentar zu unserer beunruhigenden Gegenwart.

In diesem Jahr gibt es von Erdmöbel kein Weihnachtslied? Ist natürlich Quatsch! Denn diese „Hoffnungsmaschine“ passt zum Advent wie Trump auf Eimer.

Erdmöbel - Weihnachtstournee:
Do, 14.12.2017 - Mannheim, Theaterhaus G7
Fr, 15.12.2017 - München, Milla
Sa 16.12.2017 - Berlin, Frannz Club
So 17.12.2017 - Hamburg, Knust
Mo, 19.12.2016 - Köln, Kulturkirche
Di, 20.12.2016, Köln , Kulturkirche
Tickets Booking: Meistersinger


Autotomate

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24.11.2017 - 18:38 Uhr
So was macht mir Angst.
OsmanliJanitschar
24.11.2017 - 19:11 Uhr
wer hörte so eine mülleimer ey und was mit den los in video lauter kaputte deutschland vorbei aminakuyem

kukimemering

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24.11.2017 - 21:02 Uhr
@osmanli ...
yabbitte?!
OsmanliJanitschar
25.11.2017 - 00:24 Uhr
@kukimemering

yabbitte..was Bitte
? he

captain kidd

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25.11.2017 - 09:35 Uhr
Das ist wirklich schrecklich.

Armin

Plattentests.de-Chef

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25.11.2017 - 21:22 Uhr
Ich mag es sehr gerne.

dreckskerl

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25.11.2017 - 22:14 Uhr
Ich mag das auch sehr gerne.

Endlich nochmal Köln und gerade den fiesen Ebertplatz in freundlich, und Hoffnung tut not.

Bin sehr gespannt auf das Album.

dreckskerl

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25.11.2017 - 22:15 Uhr
tut Not, natüröich
vheissu1
26.11.2017 - 09:56 Uhr
Klar, ist schon fast zu kitschig in seiner Gesamtwirkung Musik, Text und Video. Aber eigentlich ist es nur Pop und hat Melodie, Text ist OK und es muss ja nicht immer alles voll ironisch oder derb sein. Einfach ein Lied mit Texten die man versteht. Sicher nicht da Beste von Erdmöbel, aber mir gefällts auch.

Armin

Plattentests.de-Chef

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26.11.2017 - 11:17 Uhr
Warum muss es denn immer ironisch oder dreideutig sein? Ich finde so einen einfachen, einfach positiven Song auch mal sehr erfrischend.
kleiner bumbum
26.11.2017 - 12:18 Uhr
Und ich mag dich sehr gerne Armin;)

captain kidd

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26.11.2017 - 15:05 Uhr
Ironie und Dreideutigkeit braucht kein Mensch. Aber diese manierierte Gefühligkeit von Holofernes halt auch nicht. Guthrie-Referenz am Keyboad ganz schön, aber textlich ist das halt eher so na ja. Hoffnungsmaschine als Wort ganz nett, aber ansonsten gibt mir der Text nichts. Irgendwie daran gescheitert, einen "politischen" Text ohne Zeigefinger zu schreiben. Am Ende bleibt es beim Love-Inn Hippie Dream. Andererseits: Wie sang schon Onkel Neil:

Just because
it's over for you
Don't mean
it's over for me
It's a victory
for the heart
Every time
the music starts
So please
don't kill the machine
Don't kill the machine
Don't kill the machine.

Also meinetwegen, lass sie laufen. Und ein wenig klingt Judith ja mit dem gebrochenen Tremolo auch wie Matthew Houck...
LuMu
26.11.2017 - 17:04 Uhr
Hoffnung ist ja zunächst mal im Herzen zu Hause. Und der Song appelliert ja auch daran, sich auf Wesentliches zu besinnen. Da wäre es total absurd, ihn in ein ironisierendes, distanziertes Korsett zu zwängen.

Allerdings ist das aus meiner Sicht ein Aspekt, der beiden Interpreten sonst häufiger mal schwer fällt: Musik zu schreiben, die das Herz trifft, ohne dabei ausgesprochen "clever" sein zu wollen. (Ein- ich trau es mich kaum zu sagen- "deutscher" Ansatz halt.)
Und auch in diesem Stück klappt's m.E. nur so halb.
Auf das angekündigte Album bin ich aber nichtsdestotrotz immer noch neugierig.

nörtz

User und Moderator

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26.11.2017 - 19:16 Uhr
Ironie und Dreideutigkeit braucht kein Mensch

Manche haben ihre Texte aber gerne etwas anspruchsvoller als bloße "Ich liebe dich"- und "Lebe das leben"-Texte. Die hören dann lieber Tocotronic.

captain kidd

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26.11.2017 - 19:37 Uhr
Niemand sollte Tocotronic hören.

Yersinia

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27.11.2017 - 20:25 Uhr
Hab ich Bock drauf.

Armin

Plattentests.de-Chef

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11.01.2018 - 19:41 Uhr - Newsbeitrag
Erdmöbel. Fast fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum erscheint am 23. Februar 2018 "Hinweise zum Gebrauch"
auf jippie! industrie via Rough Trade Distribution.

Dürfen wir Sie einen Moment lang verwirren? Das werden Sie ja gewohnt sein in diesen Tagen. Also, das letzte Lied vom neuen Erdmöbel-Album Hinweise zum Gebrauch trägt den Titel „Barack Obama“,
handelt jedoch von Al Jarreau. Genauer: von seinem Tod. Der ihn ereilte, als er sich gerade zur Ruhe gesetzt hatte. Ausgerechnet. Barack Obama schleicht sich erst ungefragt in den Refrain,
schließlich sogar aufs Cover der Platte. Im Hintergrund, etwas verschwommen, die Flagge der Vereinigten Staaten. Verwirrend, oder?



Kein Grund zur Sorge, das erging den Mitgliedern der Band Erdmöbel genauso.

Verwirrend ist die Lage. Unübersichtlich. Manchmal unerträglich. Wäre es daher nicht schön, es gäbe für diese Welt eine Gebrauchsanweisung?
Eine Anleitung, wie das Leben funktioniert, Glücks-Garantie inklusive? Wobei, wer sollte sie formulieren, diese Gebrauchsanweisung?
Die Band hat es probiert.

Einblicke in die Gedankenwelt der Erdmöbel und den Entstehungsprozess des Albums in den Worten von Ekki Maas und Markus Berges - und Musik aus dem neuen Song "Ich Bleibe Jung" - gibt es in diesem Trailer:

Erdmöbel - "Hinweise zum Gebrauch" (Trailer)

Die Musik auf Hinweise zum Gebrauch ist typisch Erdmöbel. Nie ganz Pop, nie wirklich Rock. Jedoch bestens informiert und mit vielen Sollbruchstellen versehen.
Die Vorab-Single „Hoffnungsmaschine“ – geschrieben und gesungen zusammen mit Judith Holofernes – klingt federleicht und verträumt, hat einen Reggae-Rhythmus, benennt die Hoffnung.
Es gibt Bossanova aus der „Veloso Bar“, Disco auf der „Party deines Lebens“. Die Gitarren des Titelsongs „Hinweise zum Gebrauch“ erinnern an griechische Tavernen.
Das eigentlich für ein Fagott geplante Solo auf „Rasenmäher“ hat Ekki Maas zu Demozwecken eingesungen und verfremdet –und weil es super klingt, hat die Band es dabei belassen.

Und jetzt noch mal zurück zum Lied „Barack Obama“, das eigentlich von Al Jarreau handelt. Markus Berges zitiert hier den nur leicht veränderten Text einer Meldung der Deutschen Presseagentur zum Tod des Sängers.
Und weil der Sänger das so will, wird aus der seelenlosen Nachricht vom Nachruffließband erstaunliche Pop-Poesie.

Alles klar? Nichts ist klar. Wer nach Klarheit sucht, für den sind die Hinweise zum Gebrauch von Erdmöbel eher unbrauchbar. Aber erstens ist Klarheit öde und zweitens keine gesellschaftliche Realität.
Daher ist dies das Erdmöbel-Album der Stunde: Es sollte gehört, gesungen und zitiert werden. Verwirren Sie sich selbst und Ihre Liebsten – und erleben Sie dabei, wie Sie, sich im Kreise drehend, an Haltung zulegen.

Nehmen Sie diese Haltung bitte ein. Sie werden sie noch brauchen.

Stephan

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 11.06.2013

15.02.2018 - 21:25 Uhr - Newsbeitrag
Die Rezension ist online - und zwar hier.
fackel
18.02.2018 - 02:30 Uhr
leben pur

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

22.02.2018 - 17:57 Uhr - Newsbeitrag
Corinna Harfouch, Lisa Martinek, Maren Eggert u.v.m. im spektakulären Erdmöbel-Video zu "Tutorial"

Gerade feierte das neue Erdmöbel-Video "Tutorial" seine Premiere im täglichen Newsletter "Was Für Ein Tag" von ZEITmagazin Chefredakteur Christoph Amend.



Amend schreibt: "(...) In ihrem neuen Video Tutorial, auf das wir heute exklusiv verlinken (...) zeigen zehn Schauspielerinnen, wie man “Fake-Tränen“ hinbekommt. Mit dabei: Corinna Harfouch und Lisa Martinek. Erdmöbel, die Indie-Helden aus Köln, veröffentlichen morgen auch ihr neues Album, das einen passenden Titel hat: Hinweise zum Gebrauch. So, und jetzt zum Tränen-Tutorial! Schnüff."

Darstellerinnen:
Esther Brandt
Azizé Flittner
Maren Eggert
Annika Meier
Sarah Bauerett
Petra Nadolny
Eva Maria Kurz
Fiona Metscher
mit Corinna Harfouch
und Lisa Martinek

Das neue Erdmöbel-Album "Hinweise Zum Gebrauch" erscheint morgen, am Freitag, dem 23.02.2018 auf jippie! Industrie / Rough Trade.

Das Musikvideo zu Erdmöbels "Tutorial" zeigt - wie das Lied auch - ein Online-Tutorial zum Thema Schauspiel. Genau genommen geht es hier aber um einen Zusammenschnitt von zehn Tutorials. Zehn Schauspielerinnen posten Videos, um ihren Zuschauern ihre Kunst näher zu bringen. Manche machen es aus Leidenschaft, andere als Job-Alternative, wieder andere wurden vielleicht auch nur von Freunden oder ehemaligen Schülern überredet. Sie sind allesamt sehr unterschiedlich. Herkunft, Alter, emotionale Verfassung. Was sie aber eint, ist die tiefe Liebe zum Beruf und die Ernsthaftigkeit, mit der sie das leidige, überbewertete, missverstandene und doch so universelle Thema „Weinen vor der Kamera“ behandeln.

"In zehn streng kadrierten Hochglanz-Porträtaufnahmen sprechen die Darstellerinnen den gesprochenen Liedtext lippensynchron mit, als hätten sie alle die Stimme von Markus Berges", so Regisseur Dennis Todorovic.

Im April/Mai werden Erdmöbel in folgenden Städten auf Tour sein:

Erdmöbel - live 2018:
19.04.18 - Moritzbastei (Leipzig)
20.04.18 - Lido (Berlin)
25.04.18 - Sputnikhalle (Münster)
26.04.18 - Fabrik (Hamburg)
29.04.18 - Gloria-Theater (Köln)
02.05.18 - Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V. (Wiesbaden)
03.05.18 - Milla (München)
04.05.18 - Kulturzentrum Esslingen (Esslingen am Neckar)
antänzer
22.02.2018 - 20:38 Uhr
das video mit "hoffnungsmaschine" ist immer noch zum fremdschämen. glauben die wirklich, dass man die einwanderungsprobleme am kölner ebertplatz "wegtanzen" kann? so verstrahlt kann doch keine sau sein. :/

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

22.02.2018 - 20:51 Uhr
Das Lied hat in keinster Weise den Anspruch die Einwanderungsprobleme zu lösen, es ist m.E. nicht mal thematisch damit verknüpft.
Nicht mal thematisch damit verknüpft?
22.02.2018 - 21:00 Uhr
Oh, really, dreckskerl?

http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-11/ebertplatz-koeln-demonstration-kriminalitaet-mauer

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

22.02.2018 - 21:09 Uhr
Oh, ich wohne seit mehr als 20 Jahren in Köln und nicht weit weg vom Ebertplatz, ein wahrlicher Schandfleck der Kölner Innenstadt, wie in dem Text beschrieben.

Der Song und die Kampagne den Ebertplatz wieder lebenswert zu machen hat keinen direkten Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik der letzten Jahre, das Problem ist viel älter.

Seit einiger Zeit hat die Stadt den Platz mehr oder minder aufgegeben, nicht mal die Stadtreinigung kommt mehr, die Rolltreppen die vom tiefliegenden Platz hoch auf die Straße führen sind ewig schon alle kaputt.
Die Polizeipräsenz die gefordert wird, gibt es kaum.

Jimmie
24.02.2018 - 21:34 Uhr
Tolles Albun der Kölnerr Schalgerband, nur zu wenig gitarre
gebe 6-7/10

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