Isolation Berlin - Vergifte Dich

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Armin

Plattentests.de-Chef

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01.11.2017 - 17:16 Uhr - Newsbeitrag

ISOLATION BERLIN – VERGIFTE DICH
VÖ: 23.02.2018
Neues Studioalbum via Staatsakt/Caroline International/Universal
Tourdaten
Vorverkauf

Das Glück der Verzweiflung

Frage: Wie umschifft man als Band die Klippe des schwierigen zweiten Albums? Ganz einfach: Man schreibt die Songs für das zweite Album schon bevor das erste erscheint. Im Falle von Isolation Berlin war ja das erste Album Und aus den Wolken tropft die Zeit“ gewissermaßen ihr zweites, denn die EP-Kollektion Berliner Schule/Protopop darf durchaus als ihr erstes Album bewertet werden. Schließlich heißt Album letztlich auch nur Sammlung – nicht mehr und nicht weniger.

Nun erscheint wenn man also so will also bereits das dritte, strenggenommen aber natürlich erst das zweite Studioalbum der vierköpfigen Band, die sich unverwechselbar zwischen Spelunkenlied, Postpunk und Rock bewegt und in den letzten zwei Jahren mit Gassenhauern wie „Alles Grau“, „Fahr Weg“ oder „Schlachtensee“ ein treues Publikum erspielt hat. Großstadtmelancholie für alle! Ein funkelndes Kerzenlicht im digitalen Zeitalter... Für das Artwork zeichnet wie immer Haus- und Hofkünstler Yannik Riemer verantwortlich.


Vergifte dich heißt die neue Platte, und sie knüpft nahtlos an ihr bisheriges Repertoire an, auch wenn die Band scherzhaft behauptet, es sei ihr bisher unpersönlichstes Album. Doch auch hier wird wieder geliebt und verlassen, gelebt und gehasst, gedacht und verzweifelt, getrunken und – vor allem – es werden die richtigen Fragen gestellt. Auch, wenn die Antworten am Ende einer langen Nacht wieder vergessen scheinen – oder gar nicht zu finden sind: Was, wenn es tatsächlich kein richtiges Leben im Falschen gibt, kann es dann so etwas wie wahre Liebe in diesem Leben überhaupt geben? Wie soll man sich in so einer Welt Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit bewahren, wenn einem „Die Leute“ da draußen nur Lügen erzählen und, schlimmer noch, diese Lügen leben? Ja, da platzt einem schon mal der Kotzkragen!

Isolation Berlin suchen und entlehnen Metaphern für all diese Zustände bei der Biochemie („Serotonin“), aus dem klassischen Drama („Melchiors Traum“) bis in die Astrophysik hinein („Antimaterie“). Sänger und Texter Tobi Bamborschke steht mit seinem Notizbuch an der Tramhaltestelle des Lebens und wird zum Romantiker. Doch dort, wo zu Zeiten der Romantik vielleicht noch eine Eiche stand, oder eine Mühle am Bach klapperte, steht heute nur noch ein Pfandflaschenautomat. Ja, schon Heinrich Heine wusste, dass der absolute Zustand, ein Zustand aufgehobener Entfremdung dem Menschen längst unerreichbar geworden war, ein Wissen, das ihm immer wieder zu Unbehagen wird. Es ist das gleiche Unbehagen, das auch Bamborschke besingt und das die Band in ihrem lärmenden, ins aggressive kippenden Momenten wie eine moderne Berliner Ausgabe von Primal Scream klingen lässt: „K-K-K-Kicks!“ Isolation Berlin haben sich, wie vor ihnen etwa die großen TV Personalities, zwischen Pop, Psychedelic und (Post)-punk eine eigene Spielwiese eingerichtet. Jeder Geschichte weiß die Band ein passendes Soundgewand zu verpassen. Mal episch, mal direkt und geradeaus ins Gesicht.

Den Begriff „Indierock“ lehnen Isolation Berlin übrigens entschieden ab, weil er ihnen vollkommen sinnentleert erscheint. Dieser Band geht es ohnehin nicht um Posen oder Moden, sondern um Haltung. Fest steht, dass sich Bamborschke, Bassist David Specht, Max Bauer an Gitarren und Tasten und Simeon Cöster am Schlagzeug in den letzten zwei Jahren mehr und mehr zu einem perfekten Rock’n’Roll-Quartett zusammengeschweißt haben. Eine Band im allerbesten Sinne! Eine Gang, eine Ersatzfamilie, eine Firma, nihilistische Glaubensgemeinschaft und Saufgelage, vereint in nur zwei Worten: Isolation Berlin.

Es mag verrückt klingen, doch wenn man die neuen, ausgezeichneten Songs auf Vergifte dich hört, möchte man dieser absurden Welt fast dafür danken, dass sie sich in so einem Zustand befindet. Wie schon Albert Camus in der „Mythos von Sisyphos“ schrieb: „Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet“. So müssen wir uns Isolation Berlin als glückliche Menschen vorstellen.

Aktuelles Video:

Kicks-Video hier sehen:


Weiterführendes im Netz:

YouTube: www.youtube.com/user/isolationberlin

Facebook: www.facebook.com/ISLTN.BRLN/

Instagram: www.instagram.com/isolationberlin/

Spotify: https://open.spotify.com/artist/37vi8sUkMSg3L9BTaMZRrv

Bandsintown: http://bandsintown.com/isolationberlin/

Albumvorverkauf: http://hyperurl.co/r6q2t7

Tourtickets: www.isolationberlin-tickets.de/

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Tourdaten:

15.03. Potsdam - Waschhaus *
16.03. Hannover - Cafe Glocksee *
17.03. Bremen - Tower *
21.03. Weinheim - Cafe Central *
22.03. Frankfurt - Zoom Club *
23.03. Reutlingen - franz.K *

04.04. A-Wien – Fluc
05.04. A-Salzburg – Rockhouse
06.04. A-Gleisdorf - Forum Kloster
07.04. Zwickau - Alter Gasometer

11.04. Rostock - Helgas Stadtpalast **
12.04. Hamburg - Uebel & Gefährlich **
13.04. Köln - Luxor **

18.04. Chemnitz - Atomino *
20.04. Augsburg - Musikkantine *
21.04. Passau - Zeughaus *

25.04. Nürnberg - MUZclub *
26.04. CH-Luzern - Sedel *
27.04. CH-Bern - Dachstock *
28.04. CH-Zürich - Mascotte *
29.04. München - Hansa39 *
30.04. Regensburg - Alte Mälzerei *
01.05. Dresden - Groovestation *
02.05. Fulda - Kulturkeller *
03.05. Essen - Zeche Carl *
04.05. Göttingen - Musa *
05.05. Münster - Gleis 22 *

11.05. Leipzig - Naumanns *
12.05. Berlin - Astra Kulturhaus *

23.05. Düsseldorf - Zakk *
24.05. Wiesbaden - Schlachthof *
25.05. Lingen - Alter Schlachthof *
26.05. Leer - JuZ *

* Support: Swutscher
** Support: Erregung Öffentlicher Erregung

Booking: www.koralleblau.de
fakeplastic
31.01.2018 - 20:34 Uhr
Eigentlich denkt man beim neuen Song Marie "hm, belanglos, bestenfalls okay, dennoch irgendwo interessant". Paar Tage später kommt dann der Refrain-Ohrwurm, obwohl sich dieser auf Schlagerniveau befindet.

Lisa schlug damals aber in die selbe Kerbe.

Könnte gut werden.

Stephan

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 11.06.2013

15.02.2018 - 21:22 Uhr - Newsbeitrag
Die Rezension ist online - und zwar hier.
Wie mies
15.02.2018 - 22:00 Uhr
Omg dieser Drang, ganz "besondere" Rezis zu schreiben... kann so peinliche Ergebnisse hervorbringen.
Rastelli Heißbrenner
15.02.2018 - 22:05 Uhr
Die Blase ist so unzweideutig Pascal, die würde sonst keiner bringen :D
Puh
16.02.2018 - 10:35 Uhr
Was ein peinliches Geschreibsel

Quirm

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Registriert seit 14.06.2013

16.02.2018 - 13:04 Uhr
Gefällt mir ganz gut beim ersten reinhören. Mich erinnert irgendwie an Ja,Panik.

maxlivno

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23.02.2018 - 18:16 Uhr
Gefällt mir besser als das Debüt, schade, dass die Band nicht ganz konsequent war im Sound. Serotonin finde ich wirklich schlecht und passt musikalisch auch nicht so wirklich zum Rest. Klingt als ob hier einfach ein Lied, dass es nicht aufs letzte Album geschafft hat, hier an den Anfang der Tracklist geklatscht wurde

Mister X

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23.02.2018 - 22:01 Uhr
bin gespannt. herz aus stein bleibt aber wohl ihr song. aber wann war herzschmerz je besser ?

novemberfliehen

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24.02.2018 - 11:10 Uhr
"Serotonin" weiß zu gefallen, da es den Spagat zwischen dem alten und dem aktuellen Album ganz gut hinkriegt. Erinnert mich auch sehr an das Erzählerische aus dem Romantik-Album von Element of Crime.

Ziemlich gutes Album. "Vergeben heißt nicht vergessen" ist bis jetzt mein Highlight.

Mister X

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12.04.2018 - 00:30 Uhr
fuer mich ehrlich gesagt schon ein kleiner deutsch-klassiker das album
Yep
12.04.2018 - 15:21 Uhr
Diesen Musikstil mag ich überhaupt nicht.

Mister X

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24.06.2018 - 23:26 Uhr
Sowat von ne 10/10

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

11.09.2018 - 20:58 Uhr
Sehr tolles, herrlich kaputtes Album, circa auf einer Stufe mit dem Vorgänger "Serotonin" find ich gut, passt aber wirklich so gar nicht rein, weder vom Sound noch als Opener. "Vergeben heißt nicht vergessen" ist auch mein Highlight.
Studiert, Mitte 30, im Job gefangen
11.09.2018 - 22:34 Uhr
"Sie sagt, das Freuen habe sie vor langer Zeit verlernt."

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

17.09.2018 - 18:57 Uhr - Newsbeitrag
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Isolation Berlin – Serotonin
Neues Video hier sehen:
aus dem Album „Vergifte dich“ (Staatsakt/caroline)

Bonjour Tristesse

Willkommen im Leben des Tobias Bamborschke. Oder ist es am Ende das Leben des Yannick Riemer?! Nun, irgendwer aus der legendären Isolation-Berlin-WG im Berliner Gleimkiez wird es schon sein, der sich im neusten Video zur Single „Serotonon“ müde vom Alltag zum Pfandflaschenautomat schleppt, dem Hänchen-Döner-Pommes-Buden-Mann zuprostet, im Mauerpark von Wien träumt und dem (inneren) Hund den Rücken krault. Mit unfassbar viel Liebe, Geduld und Ausdauer von Lazy Rig inszeniert und produziert, dass es eine wahre Wonne ist! Eine Knetmännchen-Animation für alle Antriebsschwachen und Traurigen da draußen. Also eigentlich für uns alle.
„Wenn du mich suchst, du findest mich am Pfandflaschenautomat, da hol ich mir zurück, was mir gehört“, singt Bamborschke dazu, viel es ist nicht, was es zu holen gibt. So geht’s im Leben all zu oft. Und dann bauen wir uns ein Kartenhaus aus Serotonin. Und finden dennoch Trost.

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