Fever Ray - Plunge

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matinioh

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29.10.2017 - 18:18 Uhr
... noch wichtiger als die Texte, wäre eine "vernünftige" Musik, die nicht so dahinplätschern würde, wie die auf "Plunge". Sicher, man kann das Album schon mal durchlaufen lassen, aber trotzdem lässt mich dieses Album erstaunlich kalt. Nur zur Vorabsingle und "Red Tails" bekomme ich ich Zugang, aber der Rest tröpfelt nur so dahin ...

MopedTobias

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29.10.2017 - 18:28 Uhr
Bleiben wir der Einfachheit halber mal bei "To the Moon and Back" und simulieren mal, dass der Text etwas... offensiver in Hinblick auf den sexuellen Besitzgedanken des lyrischen Ichs in Bezug auf das Du formuliert ist. Das Du ist aufgrund des erwähnten Geschlechtsorgans eindeutig eine Frau (ein cis-/trans-Fass aufmachen will ich jetzt nicht unbedingt), beim Ich geht es aus dem Text nicht hervor; Erzähler mit Autor gleichzusetzen, sollte man eigentlich nicht machen, passiert aber trotzdem meistens intuitiv und für eine männliche Perspektive Dreijer Anderssons gibt es hier keinen Anhaltspunkt. Nun ist ein possessiver, objektifizierender Gedanke hinter sexuellen Handlungen natürlich geschlechtsunabhängig fragwürdig, doch würde ein solcher von einem Mann formuliert werden, gäbe es zusätzlich zur generellen Fragwürdigkeit des Prozesses noch ein Untermauern eines systematisch verankerten, gesellschaftlichen Machtverhältnisses (Mann als (sexuell) bestimmendes und einnehmendes Geschlecht). Und da dieses Machtverhältnis ein Ungleiches ist, ist ein Diskurs darüber angebracht und eben in den Fällen sinnvoller, in denen es sich im Verhältnis von lyrischem Ich und Du widerspiegelt.
Flucht ist doch eine Lösung
29.10.2017 - 19:11 Uhr
Dazu möchte ich folgendes sagen: Wow...

Watchful_Eye

User

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29.10.2017 - 20:39 Uhr
"Nun ist ein possessiver, objektifizierender Gedanke hinter sexuellen Handlungen natürlich geschlechtsunabhängig fragwürdig"

Was spricht dagegen, solange es im beidseitigen Einverständnis geschieht?

"doch würde ein solcher von einem Mann formuliert werden, gäbe es zusätzlich zur generellen Fragwürdigkeit des Prozesses noch ein Untermauern eines systematisch verankerten, gesellschaftlichen Machtverhältnisses (Mann als (sexuell) bestimmendes und einnehmendes Geschlecht)"

Es gibt ziemlich viele Fälle davon, wo es Frauen gefällt, die sexuell passive Rolle einzunehmen. Und umgekehrt gibt es das natürlich auch, wenn auch seltener. Ein Lied wäre erst einmal aus Sicht eines bzw. einer Einzelnen geschrieben.

Es mag ja sein, dass es in Geschlechterrollen begründet liegt, dass mehr Männer als Frauen die dominante Rolle im Sex einnehmen wollen. (Ich würde annehmen, dass da zumindest teilweise auch die tendenziell unterschiedlichen Hormone eine Rolle spielen.) Nichtsdestotrotz wäre das Lied auch dann erst einmal aus einer persönlichen Sichtweise geschrieben. Selbst wenn es in den Rollen begründet liegt, dass ein Mann Lust auf die sexuelle Dominierung einer Frau hat, drückt er in diesem Lied erst einmal nur diesen persönlichen Wunsch aus und sagt damit nicht, dass alle Männer ihre Frauen sexuell unterwerfen sollten. Der innere Konflikt mit der eigenen Sexualität ist ja ein Problem, welches bei beiden Geschlechtern existiert.

"und eben in den Fällen sinnvoller, in denen es sich im Verhältnis von lyrischem Ich und Du widerspiegelt. "

Den Teil hab ich nicht verstanden. Willst du sagen, dass Texte in einem Ich-Du-Verhältnis für einen Diskurs geeigneter sind als zB im Hip-Hop, wo die Objektifizierung oft allgemeiner abläuft (nach dem Motto "ich kriege reihenweise Bitches")? Oder was ist deine Aussage?

Kannst du mir vielleicht mal generell eine Zeile als Beispiel geben, die deiner Ansicht nach eine Frau legitim singen "dürfte" und ein Mann nicht?

Empfindest du das "I want to fuck you like an animal" aus "Closer" aus Genderperspektive als problematisch bzw. als sexistisch?

___

Du scheinst dich in Sachen Genderwissenschaften ziemlich eingelesen zu haben. Ich weiß nie so Recht, was ich davon halten soll. Die Genderwissenschaften sind im Zusammenhang mit dem Feminismus entstanden und ich vermute, dass Menschen, die an Genderwissenschaften interessiert sind, tendenziell von Anfang an ein überdurchschnittlich starkes Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau annehmen (genau so, wie Ärzte vermutlich gesünder Leben als andere etc.). Wäre jemand, der eine strukturelle, in allen Bereichen stattfindende Unterdrückung der Frau durch den Mann nicht als gegeben annimmt, im genderwissenschaftlichen Diskurs überhaupt willkommen? Gibt es eine erwähnenswerte Strömung, die sich kritisch mit dem Feminismus auseinandersetzt (keine rhetorische Frage)? Ich sehe die Gefahr , dass die Genderwissenschaft zu sehr um sich selbst kreist, etwa so, als würde der wirtschaftwissenschaftliche Diskurs zur Teilnahme stets ein marxistisches Weltbild vorraussetzen. Was nicht heißt, dass Marx oder der Feminismus zwangsläufig falsch lägen - ich kann beide zu einem gewissen Grad respektieren, aber die Schlüsse wirken auf mich oft überzogen.
Pitchie-Jünger atmen auf
30.10.2017 - 06:19 Uhr
BNM und 8.7 - man darf, ja muss "Plunge" also gut finden!

Mr Oh so

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30.10.2017 - 11:34 Uhr
Früher sollte Rock'n'Roll aufbegehren, anecken, provozieren. Heute gibt es bei den harmlosesten Textzeilen eine PC-Diskussion.
cccp
01.11.2017 - 18:35 Uhr
idk 0 Punkte. schlechtester Song des Jahres?

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

01.11.2017 - 21:48 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

"Album der Woche"!

Meinungen?


Hoher Spatz
01.11.2017 - 21:57 Uhr
wie? Das Album ist schon raus?

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

01.11.2017 - 21:57 Uhr
Hier noch die Pressemitteilung von Donnerstag mit Infos:

Fever Ray
"Plunge"
(Rabid Records / [PIAS] Cooperative)
VÖ: 27.10.2017 (digital) / 23.02.2018 (CD/LP)

Acht Jahre des Wartens sind vorbei. Fever Ray ist zurück! Bereits morgen, am Freitag, den 27.10. wird das neue Album “Plunge“ von Fever Ray digital erscheinen. Die Veröffentlichung der CD- und LP-Version wird am 23.02. folgen.

”Hey, remember me? I’ve been busy working like crazy.“ Mit dieser Zeile meldete sich Fever Ray kürzlich in ihrem neuen Song “To The Moon And Back“ erstmals nach der Veröffentlichung des selbstbetitelten Debütalbums aus dem Jahr 2009 wieder zu Wort. Orientiert man sich an der Optik des dazugehörigen Videos feiert Karin Dreijer, ihres Zeichens auch Teil des schwedischen Electronic-Duos The Knife, mit Fever Ray eine Art düstere Auferstehung, die in den letzten Tagen immer deutlicher mit rätselhaften Clips, welche u.a. auf der Website von Fever Ray zu sehen sind, angekündigt wurde.

Mit “Plunge” tritt Fever Ray aus dem mysteriösen Nebel des Schweigens. Die elf neuen Songs wurden größtenteils in Dreijers Studio in Stockholm aufgenommen – in Zusammenarbeit mit den Produzenten Paula Temple, Deena Abdelwahed, NÍDIA, Tami T, Peder Mannerfelt sowie Johannes Berglund.
Während das von Kritikern wie Fans gefeierte Debütalbum noch eine Art diffuse Fantasiewelt war, die aus fabelartigen Wesen, finsterer Atmosphäre und mystischen Klängen bestand, erscheint “Plunge“ etwas offener, dynamischer und elektronisch verspielter. Die kreative Evolution von Fever Ray scheint weiter im Gange zu sein, ohne die vor Jahren geschaffene Klangwelt zu verlassen.

“To The Moon And Back“ heißt der erste Song, dessen surreales Video die Wiedererwachung von Fever Ray eindringlich in einem ganz neuen Look darstellt und an die über 40 Millionen Mal angesehenen Videos wie “If I Had A Heart“, “When I Grow Up“ und “Keep The Streets Empty For Me” vom Vorgängeralbum anknüpft.

Autotomate

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02.11.2017 - 15:14 Uhr
"Objektivierung der Frau"
lol, meinst du nicht eher "Objektifizierung", Felix?

Felix H

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02.11.2017 - 15:23 Uhr
Mir kam es auch komisch vor, aber Google hat es tatsächlich so ausgespuckt. :-)
lolcoque
02.11.2017 - 18:20 Uhr
Also was ich bisher gehört habe, fand ich richtig schlecht.

Ich liebe des erste Album von FR, konnte mich aber in The Knife nie reinhören und ich habe das Gefühl, dass das neue Fever Ray-Album genau die Elemente beinhaltet, die ich am Sound von The Knife überhaupt nicht ausstehen kann.

Da ist nichts dunkeles, mysteriöses wie im ersten Album, sondern einfach nur total überdrehte elektronische Musik.
Ich werde auf jeden Fall noch mal komplett in das Album reinhören, aber nach den ersten paar Songs klingt es für mich nach einer richtig schlechten Fortsetzung von Fever Ray.

Scheint aber genug Fans zu haben, wenn es hier Album der Woche wird.

Matjes_taet

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02.11.2017 - 18:38 Uhr
"Scheint aber genug Fans zu haben, wenn es hier Album der Woche wird. "

Reicht ja einer namens Felix.

Kann dem Album leider auch nicht viel abgewinnen. "Red Trails" und "Mama`s Hand" finde ich gelungen, den Rest mag ich nicht nochmals hören, Zeit ist knapp.

Warum im Zusammenhang mit "IDK about you" hier bereits 2x (Kritik & Forumsbeitrag) nervige Musik als was positives dargestellt wird, checke ich auch nicht so ganz. Wenn es keine Skip-Taste gäbe, müsste man sie für den Song erfinden.

Autotomate

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02.11.2017 - 19:14 Uhr
Sorry, wenn ich noch etwas drauf rumreite, aber mir geht es hauptsächlich um das Wort, weniger um die feministischen Inhalte.

@Felix: "Objektivierung der Frau" bedeutet, Googles Spucke zufolge, die Attraktivität von Frauen anhand von Idealvorstellungen zu definieren. So verstehe ich das zumindest. Du sagst ja, KDA würde eine "Objektivierung" nicht propagieren, aber warum du das im Zusammenhang mit der Muschifingerzeile überhaupt erwähnst, leuchtet mir nicht ein.

Unangemeldeter

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02.11.2017 - 23:40 Uhr
Hab es erst 2x hören können, hätte nicht gedacht dass es sich mir so schnell erschließt. Sooo unterschiedlich (von paar Songs im Mittelteil abgesehen) von der Stimmung der ersten Platte find ich es gar nicht. Tolle Songs und Melodien, könnte mir noch richtig ans Herz wachsen.
5/5
03.11.2017 - 00:25 Uhr
laut.de
stimmt so ned
04.11.2017 - 08:24 Uhr
2/5
laut.de
Recht hams!

Plattenbeau

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Registriert seit 10.02.2014

04.11.2017 - 11:34 Uhr
Mein aktueller Eindruck der einzelnen Songs:

01. Wanna Sip 7/10
02. Mustn’t Hurry 8/10
03. A Part Of Us 5/10
04. Falling 8/10
05. IDK About You 6/10
06. This Country 7/10
07. Plunge 7/10
08. To The Moon And Back 8/10
09. Red Trails 8/10
10. An Itch 7/10
11. Mama’s Hand 7/10

Das Album könnte für mich besser sein, wenn einige anstrengende Sounds und Gesangseinlagen etwas reduziert wären. Das Pendel zwischen Genie und Wahnsinn schlägt manchmal etwas zu weit in die falsche Richtung aus.
Wahrscheinlich hat nur Laut.de die Platte gehört
04.11.2017 - 11:45 Uhr
Hiermit ist alles gesagt:
"Dabei muss man auf verstörende Hits wie "Keep The Streets Empty For Me" und "Concrete Walls" fast durchgängig verzichten. "Plunge" wartet mit lauten Bässen und sexuellen Gewaltfantasien auf, lässt aber die geheimnisvolle Soundästhetik von "Fever Ray" vermissen."

"Somit täuscht "Plunge" trotz aller Vielfalt nicht darüber hinweg, dass Karin Dreijer Andersson dem Hörer größtenteils die aufgewärmten klanglichen Überreste von The Knife serviert. Nach acht langen Jahren Wartezeit hätte man von Fever Ray ein stimmungsvolleres Gesamtpaket erwartet. Insgesamt ein unbefriedigendes Comeback, das mit den düsteren und immer noch faszinierenden Downbeat-Konstruktionen ihrer ersten Soloplatte unter diesem Projektnamen, die Spiegel Online damals als "schauderhaft schön" bezeichnete, nur noch wenig gemeinsam hat."

Felix H

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06.11.2017 - 11:59 Uhr - Newsbeitrag
Master
06.11.2017 - 14:15 Uhr
Ein paar Sounds sind ganz nett, gibt es Songs auf der Platte auch ohne diese nervige Stimme?
Anstrengende Plastik-Mucke mit noch anstrengender Fiep-Stimme…
Wem es gefällt, es gibt bestimmt interessantere Musik im Jahre 2017…
Stefan261117
26.11.2017 - 10:42 Uhr
Das erste Album von Fever Ray hätte mindestens eine 9/10 verdient und dass dieses Album nun eine bessere Bewertung bekommen hat ist ein echter Witz. Plunge ist eine Ansammlung von B-Seiten, es zeigt sich auf dem Album einfach keine Form von Kohärenz und schon gar nicht ein künstlerischer Stempel, der einem Projekt zuordenbar ist. Ein paar Tracks sind echt toll und hätten so auch auf dem Debüt drauf sein können (Mustn't Hurry, A Part of Us, Red Trails), dann sind da Sachen drauf, bei denen ich mich beim Hören fremdschäme (IDK about you, This Country) und der Rest passt zu gar nichts dazu. Ich weiß echt nicht, ob ich mich über das neue Album freuen soll. Ich habe das Gefühl, Frau Dreijer weiß selbst nicht so wirklich, was sie will.

Felix H

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19.02.2018 - 09:02 Uhr - Newsbeitrag

Felix H

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21.06.2018 - 08:22 Uhr - Newsbeitrag

boneless

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Registriert seit 13.05.2014

25.06.2018 - 21:31 Uhr
Die letzten zwei Videos/Songs lassen nur einen Schluss zu: Karin Dreijer hat Fever Ray zu Grabe getragen. :/ Wenigstens bleibt einem noch das wundervolle Debut.
Sean Kowalski
06.08.2018 - 21:45 Uhr
Your music is special and is really good and I hope she will come to Germany and play in Gelsenkirchen in the Veltins Arena it would be on stage live so giant I love to see her live

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