Julien Baker - Turn out the lights

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The MACHINA of God

User und Moderator

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11.01.2018 - 20:01 Uhr
Oh, das klingt schön.

boneless

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14.03.2018 - 19:18 Uhr
Kurze Schnappatmung meinerseits. Europa-Tour im Sommer/Herbst und sie kommt in die beste Location des Ostens. Dieser Termin ist mal sowas von fest gebucht.

29.08.: c/o pop Festival, Köln
05.09.: Elbphilharmonie, Hamburg
13.09.: UT Connewitz, Leipzig
16.09.: Ampere, München

Armin

Plattentests.de-Chef

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16.03.2018 - 19:13 Uhr - Newsbeitrag

JULIEN BAKER
29.08.18 Köln, c/o pop Festival - Tickets
05.09.18 Hamburg, Elbphilharmonie - Tickets
13.09.18 Leipzig, UT Connewitz - Tickets
16.09.18 München, Ampere - Tickets
Support: Becca Mancari

präsentiert von INTRO, MusikBlog, Kreuzer und In München
VVK-Start: Freitag 16. März 2018, 10.00h

boneless

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13.09.2018 - 18:17 Uhr
Nur noch ein paar Stunden...

Armin

Plattentests.de-Chef

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13.09.2018 - 18:52 Uhr
Wen sieht man in München?

boneless

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14.09.2018 - 01:48 Uhr
Julien Baker my love.

Es konnte nur schiefgehen.

Das perfekte Konzert zerfällt, wenn die Erwartungen zu hoch sind und eigenes Unvermögen seinen Teil dazu beiträgt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil und weiß, dass ein Gig 20 Uhr anfängt, wenn da "Beginn 20 Uhr" steht und eben nicht 21 Uhr. Wer schlau ist, fährt rechtzeitig los und nicht so, dass ihn verdammte 45 Minuten absoluter Stillstand auf der Autobahn fast in den Wahnsinn treiben. Ärger und Fassungslosigkeit natürlich, als man ankommt und merkt, dass Julien Baker schon spielt. Zum Glück nur 2 Songs verpasst, Sprained Ankle und Shadowboxing, kann man gerade noch so verschmerzen. UT ist viel voller als gedacht, erstmal im Getümmel einen halbwegs ordentlichen Platz suchen. Gar nicht so einfach... das eigene Unwohlsein steigt. Man kommt nicht richtig rein und als man endlich gut steht und hört und bereit ist, fängt man an zu Zweifeln. Ist das UT doch zu groß für Baker? Oder warum will einen die Aura nicht so richtig erfassen? Zu viele Leute? Optimale Stimmung, bitte jetzt eintreten. Fehlanzeige. Rejoice wird gespielt, dieser göttliche Song. Er ist umwerfend und doch... fehlt was. Sämtliche Songs am Piano plätschern vor sich hin und man möchte irgendwie wütend werden. Nur auf wen? Egal, man ist hier und ja, Baker greift wieder zur Gitarre. Na endlich, eine umwerfende Version von Something, die Gänsehaut erscheint und bleibt. Dann lässt einen Sour Breath niederknien, den Song, den man auf Platte gar nicht so mochte, der aber live unglaublich trifft. Und dann kommt endlich Appointments und man ist fast selig.
Letzter Song: Turn Out the Lights.

WAS. FÜR. EIN. FINALE.

Baker schreit gegen meterhohe Gitarrenwände an, es ist unglaublich laut. Dann Ruhe. Verhuschtes Lächeln. Und weg ist. Wow. Irgendwie. All der Ärger des Abends für kurze Zeit verschwunden. Für ein paar Minuten zumindest.

Als fast alle Besucher gegangen sind, kommt Baker nochmal auf die Bühne. Eine Handvoll Menschen steht um sie herum, Baker scherzt, ist gut drauf und genau so liebenswürdig, wie man sie sich vorstellt. Ich gehe hin und erzähle ihr, wieviel mir ihre Musik bedeutet und dass mich keiner mehr so getroffen hat seit Elliott Smith. Sie lächelt, ist sichtlich angetan: "Wow, that is a huge compliment. Thank you!" Sie signiert mein Poster, ich stehe noch da und schaue zu, wie sie mit den anderen Leuten spricht. Man will nicht gehen und möchte ihr noch so viel sagen, aber die Worte bleiben im Hals stecken. Dann geht sie, winkt zum Abschied und man verlässt selbst das UT.

Was für ein merkwürdiger, seltsamer Abend. Ich bin weder begeistert, noch euphorisch. Ich habe Julien Baker endlich live gesehen und fühle nicht das, was ich gehofft hatte zu fühlen. Aber was will man auch erwarten, wenn man seit ca. 100 Tagen nur auf diesen Abend wartet... es konnte nur schiefgehen und ich fühle mich auf der Rückfahrt so einsam und verlassen wie im November letzten Jahres, als ich Baker entdeckte und sie mir das Herz rausriss. Also irgendwie wurden die Erwartungen doch erfüllt. Irgendwie.

Julien Baker my love.

Gomes21

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14.09.2018 - 09:09 Uhr
Haha, schöner Kommentar boneless, Was zum schmunzeln.. :-)
Nun
14.09.2018 - 09:24 Uhr
Das ließt sich wunderschön romantisch!
Einzige Frage die ich habe ist.
Wirst du sie wieder treffen.

saihttam

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14.09.2018 - 11:02 Uhr
@boneless

Sehr schöner Konzertbericht, auch wenn es ja leider nicht ganz zufriedenstellend für dich ablief. Aber ich kenne die von dir beschriebenen Probleme durchaus auch.

MasterOfDisaster69

Postings: 363

Registriert seit 19.05.2014

14.09.2018 - 13:11 Uhr
Danke boneless fuer dies doch recht persoenliche Feedback vom Konzertbesuch. Fragt sich, welche Erwartungen Du tatsaechlich hattest, es liest sich ja so, dass rein musikalisch sie doch nicht enttaeuschte. Du hattest schon Glueck, dass sie ueberhaupt nochmal rauskam, nach dem Konzert.

2plus2gleich5

Postings: 246

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14.09.2018 - 13:19 Uhr
Möchte mich anschließen! Danke für den Bericht, mag sehr, wie er zwischen persönlicher Offenheit und einem Hauch Ironie pendelt ;-). Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Erinnerungen an das Konzert bald von der ursprünglichen Erwartung ablösen und was ganz Eigenes zurücklassen werden.
Hat sie auch bestimmt gefreut, in einem Atemzug mit Elliott genannt zu werden.

Armin

Plattentests.de-Chef

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14.09.2018 - 19:10 Uhr
Danke @boneless. Bin gespannt auf übermorgen.

Und ich habe hier drei Beiträge löschen müssen.
Julian Baker
17.09.2018 - 10:46 Uhr
München wollte gestern irgendwie nicht so richtig zünden. Hatte sie Probleme mit ihrer Stimme? Die hohen Töne kamen leider etwas dünn aus ihr heraus und auch die Laune schien nicht die Beste gewesen zu sein. Das war im Milla vor knapp einem Jahr deutlich anders. Und die Soundabmischung war auch eher dürftig.

An alle anderen Münchner Konzertgänger: Wie habt ihr den Auftritt gestern empfunden?
Michael Dancer
17.09.2018 - 10:53 Uhr
Ja meinte auch Probleme in den Höhen ihrer Stimme zu hören.
War mein erstes Konzert von ihr kann also nicht beurteilen ob die Soundabmischung Scheiße war.

Armin

Plattentests.de-Chef

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17.09.2018 - 17:24 Uhr
Soundmäßig fand ich es klasse, nachdem ich mich an den reduzierten Aufbau gewohnt hatte, die Violine hat noch schön dazu beigetragen. Der Funke wollte dennoch nur bei einzelnen Songs so richtig überspringen.
@Armin
17.09.2018 - 18:33 Uhr
Fandest du die Vocals nicht die meiste Zeit zu leise im Mix? Und gerade bei den emotionalen Parts, als sie einen guten Meter vom Mikro weg ist, hätte mehr Stimme sicher gut getan.

Hat jemand ihren genervten Blick gesehen, als im Publikum eine Flasche umgekippt ist? Sowas kann mal passieren, ihre Reaktion an dieser Stelle vielleicht verständlich aber unnötig.
Come on
17.09.2018 - 19:17 Uhr
Sie ist auch nur ein Mensch.
Man muss nicht gleich jeden Blick auf die Waage stellen.

Mr Oh so

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Registriert seit 13.06.2013

17.09.2018 - 20:21 Uhr
Auch hier leichte Enttäuschung, auf hohem Niveau allerdings. Das lag aber vor allem auch an Becca Mancari, vielleicht dem besten Support, den ich je gesehen habe. Die Frau hat mich einfach nur gepackt. Fragile und deshalb umso intensivere Darbietung. Danach hatte es Julien Baker schwer und schaffte es tatsächlich nicht, den Auftritt von Becca Mancari zu toppen. Vieles wirkte zu gleichförmig, angestrengt, und so hat sie mich einige Male emotional verloren. Wie gesagt, Jammern auf hohem Niveau, klasse war's trotzdem.

Natürlich habe ich die CD von Becca Mancari gekauft, und was soll man sagen. Wie so oft unterscheidet sich die Studioaufnahme stark von der reduzierten Live-Darbietung. Das Album klingt kitschig und von einigen Ausnahmen abgesehen langweilig.

Armin

Plattentests.de-Chef

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17.09.2018 - 20:36 Uhr
Fandest du die Vocals nicht die meiste Zeit zu leise im Mix? Und gerade bei den emotionalen Parts, als sie einen guten Meter vom Mikro weg ist, hätte mehr Stimme sicher gut getan.

Ich glaube, das war gewollt und auch ein Stilmittel. Das natürlich unterschiedlich gut ankommt. Mitunter vielleicht etwas zu leise, ja.

Hat jemand ihren genervten Blick gesehen, als im Publikum eine Flasche umgekippt ist? Sowas kann mal passieren, ihre Reaktion an dieser Stelle vielleicht verständlich aber unnötig.


Sehr positiv: Sie wirkte rundum echt auf mich, mehr als die meisten anderen Künstler*innen auf der Bühne. Insofern würde ich das auch nicht kritisieren.

Immer noch besser als wie Dillon in München die Getränkezufuhr abzuschneiden.

Viel störender hätte ich an ihrer Stelle die Kameras in der ersten Reihe empfunden. Vielleicht merkt man das auch nicht mehr, weil man's als Künstler*in gewohnt ist. Aber ausgestreckte Kameras in der ersten Reihe würden mich durchaus stören.

Ach, dabei zähle ich nicht mal zu den resoluten Smartphone-Gegnern. Ich mach bei Konzerten auch mal 2-3 Minuten lang Fotos. In der ersten Reihe wäre es mir aber unangenehm.

Ich stand die meiste Zeit oben, da stach es mir halt noch mehr ins Auge.

boneless

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17.09.2018 - 23:14 Uhr
Fragt sich, welche Erwartungen Du tatsaechlich hattest, es liest sich ja so, dass rein musikalisch sie doch nicht enttaeuschte.

Das ist gar nicht mal so einfach zu beschreiben. Vllt. hatte ich irgendwie gehofft, dieses dunkle, einsame Gefühl wieder zu erlangen, was mich damals so ergriffen hat. Das funktionierte meines Erachtens nach vor allem nicht, weil das UT rückblickend wirklich zu groß war. Laut eines Kumpels waren wohl über 400 Leute da und das sind für Bakers Musik einfach zu viel. Es kann eventuell gelingen, aber es ist eigentlich fast unmöglich, da sowas wie intime Atmosphäre aufkommen zu lassen. Zudem hat mich auch die Geigerin sehr gestört. Wenn ich Julien live sehen will, brauch in kein Beiwerk, im Grunde hätten sie und ihre Gitarre vollkommen ausgereicht, da für mich auch die Pianosongs nur mittelmäßig funktioniert haben. Zudem fand ich auch ihre Gestik und Mimik während der Songs hier und da sehr dem Overacting nahe, dass hatte teilweise einen wirklich unfreiwillig komischen Touch. Ich bin mir sicher, dass sie das nicht bewusst ins pathetische zieht, aber es kam irgendwie so rüber.
Der Sound war in Leipzig 1a. Selbst die Momente, wo sie weit vom Mikro wegstand, kamen sehr druckvoll rüber. Aber das klappt im UT eigentlich immer.

In Leipzig war sie übrigens bestens gelaunt und als während eines Songs jemand im Saal umkippte und ist sie sehr sensibel darauf eingegangen. Und wie ich schon schrieb, auch danach war sie einfach herzallerliebst. Ich hätte sie gern in einer kleineren Location gesehen, aber der Zug ist abgefahren, da macht man sich keine Hoffnungen mehr...
Julian Baker
17.09.2018 - 23:19 Uhr
Fand Becca mit männlicher Begleitung auch sehr beeindruckend. Schade, dass das Album diese Stimmung wohl nicht transportieren kann.

Sehr enttäuscht war ich von Half Waif, über die ich im Vorfeld viel Gutes gehört habe. War in meinen Augen absolut deplatziert an dem Abend, was jedoch primär der Stage Time, dem Publikum und der Location geschuldet sein dürfte. EDM / Trip Hop hat sich zumindest am gestrigen Abend dem Münchner Publikum nicht ganz so erschlossen, scheint mir.

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