Gas - Narkopop

User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

26.04.2017 - 21:10 Uhr - Newsbeitrag


Frisch rezensiert. 9/10! "Album der Woche"!

Meinungen?
Deep Sea Diver
26.04.2017 - 21:56 Uhr
Der Fahrstuhl in den neunten Stock.
Jim Pansen
26.04.2017 - 22:29 Uhr
Ein echtes Schnarchfest.

Menikmati

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Registriert seit 25.10.2013

26.04.2017 - 22:48 Uhr
Mein Vater hört solche Musik in der Sauna, es fehlt nur das Vogelgezwitscher..
somebody
26.04.2017 - 22:50 Uhr
Ich möchte echt mal gern wissen, wieso dieses Album vom Feuilleton so hochgejubelt wird. Derlei Alben gibt es wie Sand am Meer, wirklich spezielles kann ich darin nicht erkennen. Mit heutigen Mitteln kann man alle paar Tage sowas produzieren. Kurz: es ist recht beliebig und im Grunde nicht der weiteren Erwähnung wert.
Rolf Margis
26.04.2017 - 23:00 Uhr
9 Punkte? Das Album könnte der "märchenhaften"Rezension nach ein Schallkunstwerk darstellen - mit Musik scheint es aber nichts zu tun zu haben!0 Punkte in der Kathegorie Musik!!!

Watchful_Eye

User

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26.04.2017 - 23:01 Uhr
Hab die neue noch nicht gehört. Aber Gas ist eigentlich größtenteils ein Klangbad. Es passiert nicht viel bzw. teilweise geradezu lächerlich wenig, aber die Sounds, die dort dann geloopt werden, sind dann sowas von hypnotisch und einlullend, dass man sich nicht an dessen Monotonie stört.

Felix H

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26.04.2017 - 23:08 Uhr
Naja, das ist halt Ambient. "Da passiert so wenig" ist immer eine problematische Kritik, auch wenn es da natürlich solche und solche Platten gibt.
Die 5 Minuten finde ich ganz gut, sagen aber auch nicht viel aus. Mal das Album durchhören.

alterniemand

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26.04.2017 - 23:08 Uhr
Schöne Rezi, die mich zusammen mit den Referenzen wie Tim Hecker und Aphex Twin äußerst neugierig gemacht hat. Toll, dass mal so ne Musik Adw wird und das sogar mit ner 9/10.
Ich hab direkt mal ein bisschen reingehört und das klingt verdammt vielversprechend. Track 5 ist schon mal absolut großartig.
Das Album wird sicherlich ein ziemlich geiler Trip. Werd ich mir in Bälde mal in Bohren-mäßiger Dunkelheit und mit nem Gläschen Jim Beam geben

Die Art Musik ist zwar sicher nicht jedermanns Sache aber wie Sand am Meer gibt es so packende elektronische Musik sicherlich nicht. Nur weil man sowas angeblich schnell produzieren kann, ist das noch lange nicht gesund oder gut oder sonderlich kreativ. Das Gegenteil dürfte eher der Fall sein.
somebody
26.04.2017 - 23:34 Uhr
@alterniemand:
Vermutlich hast du das falsch verstanden. Es geht darum, daß massenhaft für etwas geworben wird, was unter normalen Umständen keinen juckt. Wenn Leute eine Ambient-Platte anpreisen, die sich ansonsten nicht die Bohne für sowas interessieren, ist das einfach nur ein Gruppen-Canon... aber keine ernstzunehmende Kritik.
Was wäre denn deiner Meinung nach "kreativ", welches messbare Kriterium?
somebody
26.04.2017 - 23:36 Uhr
ach, und nochwas: Wäre jetzt nicht zufällig ein Wald-Bild auf dem Cover, uns wären die unsäglichen Wald und Baum-Metaphern erspart geblieben.

h1ghfiv3

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26.04.2017 - 23:51 Uhr
"Derlei Alben gibt es wie Sand am Meer, wirklich spezielles kann ich darin nicht erkennen"

Schwachsinn. Spätestens mit Zauberberg hat sich GAS als Ausnahmeprojekt im Bereich Ambient etabliert. Alle drei seitdem (bis jetzt) veröffentlichen, komplett einzigartigen Werke haben mit dafür gesorgt, dass der gute Herr Voigt bis Heute das allergrößte Ansehen bei allen Elektronikproduzenten dieser Welt genießt, deren Schaffen sich nicht darauf beschränkt, in der Kaffhausen'er Deppendorfdisko zugedröhnt und durch die (Fake-)Ray-Ban schielend die aufgebrezelten Vollasis zum Mitklatschen zu animieren.

alterniemand

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26.04.2017 - 23:51 Uhr
Andere Kritiken habe ich nicht gesehen und Björn Bischoff hat schon des öfteren derartige Musik gut bis sehr gut bewertet, interessiert sich also sehr wohl dafür. Von daher kann ich hier den Gruppen-Canon nicht erkennen.
Nicht kreativ bezieht sich auf den Entstehungsprozess von so einem Album, dass man, denke ich, nicht in ein paar Tagen dahin rotzen kann. Da hat nicht einfach nur jemand nach Schema F ein paar Tasten gedrückt nach dem Motto Idee-PC-fertig. Das war gemeint. So hatte ich Deine Aussage verstanden.
somebody
27.04.2017 - 01:11 Uhr
man kann so ein album dahin rotzen. in ein paar tagen.

Björn

Plattentests.de-Mitarbeiter

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27.04.2017 - 07:38 Uhr
Mit heutigen Mitteln kann man alle paar Tage sowas produzieren. Kurz: es ist recht beliebig und im Grunde nicht der weiteren Erwähnung wert.

Mal davon ab, dass "Narkopop" nicht innerhalb von ein paar Tagen entstanden ist: Was ist denn die Zeit, die ein Musiker einhalten muss? Wie viel Mühe muss aufgebracht sein, damit etwas nicht beliebig für Dich ist? Ist Nick Drakes "Pink Moon" ebenfalls beliebig? Hat er ja innerhalb von zwei Nächten aus dem Boden gestampft.

Wenn Leute eine Ambient-Platte anpreisen, die sich ansonsten nicht die Bohne für sowas interessieren, ist das einfach nur ein Gruppen-Canon... aber keine ernstzunehmende Kritik.

Mal davon ab, dass ich mich sehr für solche Musik interessiere und tagtäglich höre: Welche Kritik zu dem Album wäre für Dich denn gerechtfertigt? Der Text, der Deine Meinung wiedergibt?

Wäre jetzt nicht zufällig ein Wald-Bild auf dem Cover, uns wären die unsäglichen Wald und Baum-Metaphern erspart geblieben.

Mal vom Cover ab: Das ganze Projekt hat etwas mit dem Wald zu tun. Das hängt sich nicht nur an drei Bildern im Booklet auf.
Plinkyplonk
27.04.2017 - 08:20 Uhr
Wie ist die Neue denn stimmungsmässig im Vergleich zu den ersten vier Alben? Mehr so bleiern düster wie Zauberberg oder eher so relaxed-dreamy wie die Pop?
Sehr niedrige Punktzahl
27.04.2017 - 09:49 Uhr
Klingt wie Swans, nur ohne Gitarren.

MM13

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27.04.2017 - 09:54 Uhr
9/10? passiert auf der platte irgendwann mal was? sorry das album erschliesst sich mir überhaupt nicht.das rauschen im wald oder wie?lass mich aber gern zu mehr überzeugen.
Fiep()
27.04.2017 - 11:13 Uhr
Also der Track im Eröffnungspost ist schon mal sehr solide.
Werde mir das ganze mal zu gemühte führen.

@Rest:
Ja, Ambient ist nicht für jeden. Schon klar.
Dürfen deswegen hier nur Alben rezensiert werden, die massen tauglich sind?

Bezüglich schnell mal gemacht:
Ambient ist wohl das Genre indem es am einfachsten ist was hin zu pfuschen.
Gibt genug Ambient Music die täglich produziert und veröffentlicht wird.
ABER gleichzeitig ist es wohl auch eines der schwersten Genre etwas substanzielles und gutes zu kreieren, das nicht nur im Hintergrund für andere Medien funktioniert, sondern auch selbstständig für sich stehen kann.

whitenoise

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27.04.2017 - 12:01 Uhr
Ich habe es jetzt schon mehrfach gehört, finde aber noch keinen Zugang dazu - obwohl ich relativ viel Ambient höre.
ThiloS
27.04.2017 - 13:40 Uhr
Hierbei handelt es sich ja auch um Wohnzimmer-Ambient.

Der Untergeher

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27.04.2017 - 19:00 Uhr
Ich habe es jetzt schon mehrfach gehört, finde aber noch keinen Zugang dazu - obwohl ich relativ viel Ambient höre.

Geht mir ganz genauso. Was aber nicht heißt, dass es sich um ein schlechtes Album handelt, das jeder hätte machen können. Die kreierte Atmosphäre gibt mir irgendwie nichts, bzw. der Klang hat irgendwie emotional keine Kontur. Das läuft wie Library Music in seinem etherisch synthetischen Schönklang durch mich durch, ohne irgendetwas auszulösen. Ich bleibe aber weiter dran.

MM13

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27.04.2017 - 19:06 Uhr
meine ambient kenntnisse gehen in richtung the orb,pole,orbital..,das hier geht mir einfach nur in richtung meditationsmusik,da passiert mir einfach zu wenig.

Björn

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27.04.2017 - 20:36 Uhr
@ Der Untergeher

Was hälst Du von Basinski?
Meditierer
27.04.2017 - 21:03 Uhr
Sorry, aber diese Musik ist überhaupt nicht zum Meditieren geeignet, dafür fehlen die positiven Vibes. Das ist einfach düstere Ambientmusik, und - wie ich finde - eher uninteressant.

Watchful_Eye

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27.04.2017 - 21:17 Uhr
Auf diesem Album passiert schon weitaus mehr als auf den Vorgängern (was nicht mal ein qualitatives Urteil sein soll). Gas war früher wirklich krass monoton, hier hört man ja teilweise dann doch recht deutliche Entwicklungen innerhalb der Tracks.

Mr. Orange

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Registriert seit 04.02.2015

27.04.2017 - 21:47 Uhr
Hier mal wieder vorschnelle Urteile von Leuten, die den Namen Gas bzw. Wolfgang Voigt noch nie zuvor gehört haben. Bemerkungen wie "Da passiert ja nichts" in Bezug auf solche Musik lässt sich hinsichtliche ihrer Urteilfähigkeit in etwa vergleichen mit "Oh Gott, ist das laut" in Bezug auf Metal/Punk oder "Immer nur dieses Bummbummbumm" in Bezug auf Techno oder "Dideldudeldadeldidel" in Bezug auf Jazz. Ergo: nicht wirklich ernstzunehmen.

boneless

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27.04.2017 - 21:53 Uhr
Hier mal wieder vorschnelle Urteile von Leuten, die den Namen Gas bzw. Wolfgang Voigt noch nie zuvor gehört haben. Bemerkungen wie "Da passiert ja nichts" in Bezug auf solche Musik lässt sich hinsichtliche ihrer Urteilfähigkeit in etwa vergleichen mit "Oh Gott, ist das laut" in Bezug auf Metal/Punk oder "Immer nur dieses Bummbummbumm" in Bezug auf Techno oder "Dideldudeldadeldidel" in Bezug auf Jazz. Ergo: nicht wirklich ernstzunehmen.

Dem ist nichts hinzuzufügen.
somebody
27.04.2017 - 22:37 Uhr

Mal davon ab, dass "Narkopop" nicht innerhalb von ein paar Tagen entstanden ist


Da kannst du dir nicht sicher sein. Vielleicht sind das Stücke, die bereits vor Jahren gebaut wurden, aber dann aus irgendwelchen Gründen nicht erschienen sind.

Was ist denn die Zeit, die ein Musiker einhalten muss? Wie viel Mühe muss aufgebracht sein, damit etwas nicht beliebig für Dich ist? Ist Nick Drakes "Pink Moon" ebenfalls beliebig? Hat er ja innerhalb von zwei Nächten aus dem Boden gestampft.

Es gibt dafür kein Kriterium. Manchmal haben Künstler einfach einen Lauf und bekommen ein super album in ein paar Tagen hin, ein andermal arbeitet derselbige 2 jahre dran.. und das Ergebnis ist öde und blutleer. oder umgekehrt. Der Punkt ist, daß narkopop relativ simpel und letztens für mich relativ öde und blutleer herüberkommt. Eine Idee ausgerollt auf eine ganze Serie von Alben. Auf mich wirkt das fast so, als wenn Mike Oldfield sein tubular bells alle paar jahre in neuem gewand herausbringt.


Mal davon ab, dass ich mich sehr für solche Musik interessiere und tagtäglich höre: Welche Kritik zu dem Album wäre für Dich denn gerechtfertigt? Der Text, der Deine Meinung wiedergibt?


nein, natürlich nicht. Das mit dem Canon war mehr auf die Review-Scene generell gemünzt. Wenn die Reviews alle irgendwie ähnlich geschrieben sind, die bewertung ähnlich ausfällt... dann ist da irgendwas faul. Und an der Stelle hätte man einhaken können an einem Punkt, der den Stand der Dinge in einem kulturellen rahmen bezieht, der auch irgendwie aktuell ist, also auch eine Art Diskurs anleiert und nicht nur schlicht eine platte bewertet und sich in Wald-metaphern zu ergießt. Meiner Ansicht gibt es im Ambientbereich interessantere Entwicklungen als das Wiederaufkochen einer rund 20 Jahre alten Idee. zb Mallsoft.

Der Untergeher

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Registriert seit 04.12.2015

28.04.2017 - 00:12 Uhr
Was hälst Du von Basinski?

Ich liebe die "Disintegration Loops". Für mich, wie viele andere auch, der heilige Gral des Ambient Genres - neben Stars of the Lids "Tired Sounds". Alle Stücke kreieren eine Stimmung und Atmosphäre, die ich auch nach Jahren des Hörens nicht in Worte fassen kann. Da steckt eine unsagbare Schönheit in den repetetiven Klängen, die ich einfach nicht definieren kann. Die Loops tragen einen wirklich in die Ewigkeit und die erhabene Schönheit bröckelt nie. Abgesehen davon atmet sein gesamtes Werk diese melancholisch elegische Vergänglichkeit, die in der Form bei niemanden sonst zu hören ist.

Zu Gas: Ich kenne sein Werk und schätze Pop und Zauberberg sehr. Bei Narkopop geht es mir gar nicht darum, dass "zu wenig" passiert oder, dass das jeder kann. Wie gesagt, die Vorgänger, auf denen faktisch "noch weniger passiert" gefallen mir um einiges besser. Die Atmosphäre, die Emotionen, die diese Platte trägt haben mich (noch) nicht erreicht.

MM13

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28.04.2017 - 07:42 Uhr
ja,ich hab den namen voigt vorher noch nie gehört aber was spielt das für eine rolle?(ausser das ichs mir dann vielleicht gar nicht angehört hätte) wer hier eine 9/10 bekommt erweckt bei mir auf jeden fall mal das interesse reinzuhören,mit dem ergebnis das es mir halt überhaupt nicht gefällt.und macht euch keine sorgen über meine urteilsfähigkeit gegenüber neuer musik,ich dennke ich hab da erfahrung genug.

Beefy

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28.04.2017 - 07:58 Uhr
Ich habe es zwar noch nicht gehört, es freut mich aber, das für einmal ein Ambient-Album so viel Beachtung bekommt. Fest steht auf jeden Fall, dass Leute, die keine Musik mögen, bei der "nichts passiert", sich hier im falschen Genre bewegen.
Greg Puciato (Fake)
28.04.2017 - 08:40 Uhr
Wie hört man solche Musik? Was macht man währenddessen? Ich kann mir das gar nicht vorstellen.
Greg Puciato (Fake)
28.04.2017 - 08:47 Uhr
PS: Ich hab schlimmstes ADHS.

Björn

Plattentests.de-Mitarbeiter

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28.04.2017 - 16:02 Uhr
Da kannst du dir nicht sicher sein. Vielleicht sind das Stücke, die bereits vor Jahren gebaut wurden, aber dann aus irgendwelchen Gründen nicht erschienen sind.

[...]

Es gibt dafür kein Kriterium. Manchmal haben Künstler einfach einen Lauf und bekommen ein super album in ein paar Tagen hin, ein andermal arbeitet derselbige 2 jahre dran.. und das Ergebnis ist öde und blutleer. oder umgekehrt. Der Punkt ist, daß narkopop relativ simpel und letztens für mich relativ öde und blutleer herüberkommt. Eine Idee ausgerollt auf eine ganze Serie von Alben. Auf mich wirkt das fast so, als wenn Mike Oldfield sein tubular bells alle paar jahre in neuem gewand herausbringt.


So kommst Du aus der Nummer nicht raus. Wenn es danach geht, kann ich mir nie sicher sein, wie lange es von der ersten Idee bis zur Aufnahme dauerte. Du sagst ja selbst, dass es keinen bestimmten Wert dafür gibt. Für Dich hört sich die Platte "öde und blutleer" an, was völlig in Ordnung ist. Aber dann mit der Zeit zu argumentieren, ist ziemlicher Quatsch. Wie gesagt: Nick Drakes "Pink Moon" sollte da alleine schon als Gegenbeispiel reichen. Und egal, ob die Aufnahme von "Narkopop" 17 Jahre oder 17 Stunden dauerte - es ändert nichts an dem Album als Kunstwerk.

Mich erinnert die ganze Diskussion auch ein wenig an Debatten über abstrakte Kunst. Da kommen wir beide einfach auf keinen grünen Zweig - was wir ja auch nicht müssen. Nur erhebe bitte nicht Deine Meinung zum allgemeinen Fakt, indem Du die Aufnahmezeit als Wertigkeit einführst.

nein, natürlich nicht. Das mit dem Canon war mehr auf die Review-Scene generell gemünzt. Wenn die Reviews alle irgendwie ähnlich geschrieben sind, die bewertung ähnlich ausfällt... dann ist da irgendwas faul. Und an der Stelle hätte man einhaken können an einem Punkt, der den Stand der Dinge in einem kulturellen rahmen bezieht, der auch irgendwie aktuell ist, also auch eine Art Diskurs anleiert und nicht nur schlicht eine platte bewertet und sich in Wald-metaphern zu ergießt. Meiner Ansicht gibt es im Ambientbereich interessantere Entwicklungen als das Wiederaufkochen einer rund 20 Jahre alten Idee. zb Mallsoft.

Was soll daran faul sein? Glaubst Du, dass ich mich mit allen anderen Schreibern der Musikwelt per Telefonkonferenz kurzgeschlossen habe, um eine 9/10 zu verteilen? Vielleicht handelt es sich einfach um ein Album, das mehreren Menschen gefällt? Davon mal ab: Auf die großen Sonderseiten im Feuilleton warte ich noch zu "Narkopop" - das mag in einer Nische für Aufsehen sorgen. Aber einen Kanon sehe ich für die Breite nicht.

Und was soll der Stand im kulturellen Rahmen sein? Der Rahmen ist hier der Bereich "Ambient" und da ist Gas eben immer noch ein Ausnahmeprojekt und "Narkopop" eine Ausnahmeplatte. In Wald-Metaphern ergießt sich die Rezension meiner Meinung nach nicht. Aber auch hier gilt: Nicht jedem Leser muss mein Stil gefallen. Und so muss auch nicht jedem Menschen die Musik gefallen, die ich gerne höre und schätze. Und den Vorwurf des Aufkochens alter Ideen könnte ich "Mallsoft" auch machen - zumindest gibt mir das wenig bis nichts. Aber so ist das nun einmal.

Bitte nicht falsch verstehen, mir geht es hier nicht um einen Schlagabtausch - ich kann Deine Meinung akzeptieren, kein Thema.

Björn

Plattentests.de-Mitarbeiter

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Registriert seit 13.06.2013

28.04.2017 - 16:04 Uhr
Wie hört man solche Musik? Was macht man währenddessen?

@ Greg Puciato (Fake): Wie hörst Du denn generell Musik? Währenddessen mache ich eher wenig, höchstens lesen. Ansonsten: Augen schließen und zuhören.
PS-Ali
28.04.2017 - 16:06 Uhr
Das Witzige ist ja, dass der Albumtitel "Narkopop" die Musik schon ganz gut beschreibt.

Björn

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 74

Registriert seit 13.06.2013

28.04.2017 - 16:10 Uhr
Ist ihm bestimmt erst hinterher aufgefallen.
Kalter Kaffee
28.04.2017 - 17:05 Uhr
2/10 von Fantano?
Greg Puciato (Fake)
28.04.2017 - 17:23 Uhr
@Björn: Häufig tanze ich herum beim Musik hören. Oftmals singe ich mit. Zumindest in Gedanken. Manchmal höre ich auch über Kopfhörer, z.B. Klassik. Was ich nicht so ganz verstehe ist, wie man sich bei Ambient nicht langweilt oder einschläft und was man so als "Gegenwert" erhält, wenn man sich diese Sondkulisse gibt.

h1ghfiv3

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Registriert seit 29.08.2013

28.04.2017 - 18:35 Uhr
Ich höre solche Musik zb beim Lernen oder beim Zugfahren. Für mich entfaltet sie sich dort am besten.
Laaaaaangweilig!
28.04.2017 - 19:46 Uhr
...

Mr. Orange

User und News-Scout

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Registriert seit 04.02.2015

28.04.2017 - 21:05 Uhr
Das Witzige ist ja, dass der Albumtitel "Narkopop" die Musik schon ganz gut beschreibt.

Ist jetzt auch nix wirklich Neues, dass Kompakt Records Selbstironie, Metahumor etc. zur Schau stellt. :P

Adeno

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Registriert seit 10.02.2016

28.04.2017 - 23:25 Uhr
Ich seh die 9/10 wohl vor lauter Bäumen nicht..
somebody
29.04.2017 - 01:00 Uhr
Mich erinnert die ganze Diskussion auch ein wenig an Debatten über abstrakte Kunst. Da kommen wir beide einfach auf keinen grünen Zweig - was wir ja auch nicht müssen.

Da muß ich dir recht geben. Andererseits, gar nicht mehr drüber zu diskutieren, weil man sich darüber von vornherein klar ist, daß es eh bei "im Endeffekt ist es Geschmackssache" bleibt... ich glaub, dann würde das Leben ebenso öde und blutleer werden, weil ein großes Schweigen ausbräche.

Nur erhebe bitte nicht Deine Meinung zum allgemeinen Fakt, indem Du die Aufnahmezeit als Wertigkeit einführst.

Nun, ich fände es schon schön, wenn es ein quantifizierbares Kriterium gäbe, was sich auf die Qualität durchschlägt. Aber erstmal ist es undurchführbar, zweitens siehe oben. Ich möchte meine Meinung nicht als allgemeines Fakt verstanden wissen, aber es ist nunmal so, daß Meinungen gerne mal später als Faktum zitiert werden, falls es gerade mal so paßt. Das gibt's ja auch in diesem Topic.

Was soll daran faul sein? Glaubst Du, dass ich mich mit allen anderen Schreibern der Musikwelt per Telefonkonferenz kurzgeschlossen habe, um eine 9/10 zu verteilen? Vielleicht handelt es sich einfach um ein Album, das mehreren Menschen gefällt? Davon mal ab: Auf die großen Sonderseiten im Feuilleton warte ich noch zu "Narkopop" - das mag in einer Nische für Aufsehen sorgen. Aber einen Kanon sehe ich für die Breite nicht.

Ich denke mal, du liest auch andere einschlägige Seiten. Spiegel:9.0, Zeit: (ok, die sehen das etwas differenzierter), Pitchfork:8.8, ... Nachdem Fantano eine 2/10 gegeben hat, bin ich damit wieder klar.

Und was soll der Stand im kulturellen Rahmen sein?[..]

Das weiß ich auch nicht so genau, aber es gibt sicherlich die eine oder andere Entwicklung und/oder Erkenntnis, die über die Umschreibung des Gehörten hinausgeht.
Dein Rezensionsstil als solchen... Vielmehr lese ich die Kritiken hier eigentlich gar nicht mehr durch, weil sie meist viel zu lang sind und so geschwollen klingen. Die meisten Platten hier interessieren mich auch nicht wirklich. Die Verrisse lese ich manchmal ganz gerne, weil da hin und wieder eine witzige Beleidigung drin ist.

Was "Mallsoft" angeht: Im Grunde finde ich die Idee gut -sozusagen Musik, die erstmal nur als Background gedacht war, dann aber zusätzlich ihr eigenes Ambiente auch noch mitbringt, in dem sie schallen sollte. Dieser "Genotyp" ist echt ne gute Idee, aber der "Phänotyp" läßt zu mind. 95% zu wünschen übrig. Und, was für alle Vaporwave-Produktionen gilt oder gelten sollte: Es gibt keine Personen mehr, keine Identität, keine Realnames, keine ClubEvents, keinen Personenkult, nur noch das Projekt. Das wird natürlich inzwischen wieder aufgerollt, weil neuere Artists wieder ohne "illegale" Samples auskommen wollen.

Naja wie auch immer, in einer Woche ist das Geschichte, da kann man sich schon mal über die großspurig betitelte "Zukunftsmusik" von DJ Hell echauffieren, die wohl auch nicht mehr nach Zukunft klingt als die "NY Muscle" von 2003.
somebody
29.04.2017 - 01:09 Uhr
ach, was hältst du von dem track:

https://chunkrecords.bandcamp.com/track/feasles

ganz ohne beats, nur repetitiver noise
Nich für mich
29.04.2017 - 12:27 Uhr
Abstrackte kunst für Knäckebrotfans. 2/10
anybody
29.04.2017 - 13:33 Uhr
Grobi, bist du's?
oah nee
29.04.2017 - 14:05 Uhr
muss plattentests wieder auf den Hype mit aufspringen? Nur weil Pitchfork ne 8.8 gibt?
The needledrop hat das ganze mit 2.2 schon richtig bewertet.

Björn

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 74

Registriert seit 13.06.2013

29.04.2017 - 14:22 Uhr
Andererseits, gar nicht mehr drüber zu diskutieren, weil man sich darüber von vornherein klar ist, daß es eh bei "im Endeffekt ist es Geschmackssache" bleibt... ich glaub, dann würde das Leben ebenso öde und blutleer werden, weil ein großes Schweigen ausbräche.

Stimmt schon - nur wird es eine Diskussion ohne Ergebnis bleiben. Aber mich interessiert Deine Position.

Nun, ich fände es schon schön, wenn es ein quantifizierbares Kriterium gäbe, was sich auf die Qualität durchschlägt.

Würde die Sache bestimmt einfacher machen, aber eigentlich ist eher ein Glück, dass es das nicht gibt. Und es bestimmt nicht die (vermeintliche) Aufnahmedauer eines Albums, die da das entscheidene Moment ist.

Ich denke mal, du liest auch andere einschlägige Seiten. Spiegel:9.0, Zeit: (ok, die sehen das etwas differenzierter), Pitchfork:8.8, ... Nachdem Fantano eine 2/10 gegeben hat, bin ich damit wieder klar.

Weniger als man es vielleicht vermuten würde. Ich versuche schon erstmal meine eigene Meinung zu einem Album zu entwickeln, bevor ich mir andere Rezensionen durchlese - falls ich das überhaupt tue. Es war aber klar, dass es zu "Narkopop" nicht nur Lobeshymnen geben wird. Und in den nächsten Tagen folgen sicherlich noch weitere negative Rezensionen. Vielleicht kann ich Dein Gefühl sogar nachvollziehen, schließlich geht es mir vermutlich bei Rezensionen zu Radiohead-Alben ähnlich.

Das weiß ich auch nicht so genau, aber es gibt sicherlich die eine oder andere Entwicklung und/oder Erkenntnis, die über die Umschreibung des Gehörten hinausgeht.

Stimmt wohl. Klammere ich aber nicht ständig aus, sondern das findet sich ab und zu schon in meinen Rezensionen. Aber: Du hast nun einmal nicht jedes Mal den Platz, um hier das ganz große Essay zum Stand der Dinge abzuliefern. "Narkopop" ließe sich ja etwa mit der "Hauntology" von Mark Fisher verbinden. Allerdings musst Du immer davon ausgehen, dass da nicht bei jedem Leser sofort was klingelt - dementsprechend musst Du das alles nochmal aufrollen. Kann man sicherlich mal machen. Ich habe mich bei der Rezension anders entschieden. So ist es nun.

Dein Rezensionsstil als solchen...

... muss nicht jeder mögen. Was stört Dich denn genau? Ich wüsste nämlich nicht einmal, was mein Stil überhaupt sein soll. Aber ist eben auch Geschmackssache. Ich mag ja auch nicht jeden Stil. Und für konstruktive Kritik bin ich tatsächlich immer sehr dankbar.

ach, was hältst du von dem track:

Finde ich aufs erste Ohr interessant, muss ich mir mal öfters anhören. Danke für den Tipp. Aber Du musst zugeben: Beim Cover liegt "Narkopop" deutlich vorne. ;)

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