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Schrottgrenze - Glitzer auf Beton

User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21516

Registriert seit 08.01.2012

25.10.2016 - 19:46 Uhr
SCHROTTGRENZE
GLITZER AUF BETON

CD / LP / ltd. LP / Download
Veröffentlichung: 20. Januar 2017

Manchmal muss man die Fäuste recken. Und manchmal muss man sie weit öffnen, um mit vollen Händen Glitzer auf die Welt regnen zu lassen.

Schrottgrenze haben schon immer ihre eigenen Geschichten erzählt. Über Menschen und Gefühle und Hamburg, über 15 Jahre und sieben Alben, in den melancholischsten Ohrwürmern und den poppigsten Hymnen des Indierock. Nach ein paar Jahren Pause sammelten 2015 zwei Compilations die größten und die rarsten davon. Und jetzt erzählen sie mit Glitzer auf Beton ganz neue, die mindestens so lächelleicht ins Ohr gehen wie die alten und Köpfe, Finger und Zehenspitzen noch ein bisschen schwungvoller wippen lassen. Zwölf neue Stücke Gitarrenpop voller ungeduldiger Rhythmen und Umarmungsmelodien, wilder Stürme und jeder Menge Sonne, wie man sie von Schrottgrenze kennt und lieb hat. Nur dass es jetzt noch mehr glitzert als früher.

Dabei weiß, wer sich auf der bunten Seite Hamburgs bewegt, längst Bescheid. Kennt nicht nur Alex Tsitsigias, den Sänger von Schrottgrenze, sondern auch Saskia Lavaux, die Queen der queeren Partynächte. Alex und Saskia sind eins, so wie jeder Mensch mehrere ist und kaum einer in die alte Ordnung von Mann und Frau und nichts dazwischen passt. Darum geht es auf Glitzer auf Beton: Um Geschlechterkonstruktionen und die Freiheit, sie hinter sich zu lassen. Um eine Welt, unter deren grauer Oberfläche es in allen Farben leuchtet. Und um die Liebe natürlich, die sich sowieso nicht um Grenzen schert: „Wirf den Motor an / Wir fahren raus ins Queer Love Country.“

So mitreißend, wie das im Album-Opener klingt, glaubt man kaum, dass es bis dahin ein wenig gedauert hat. „Erst mit Ende 20 war ich in der Lage, mich zu outen“, erzählt Alex heute, „dabei wusste ich schon mit 15, was Sache ist. Aber ich habe meine Homosexualität immer sehr gedeckelt. Es hat lange gedauert, bis ich die Queerszene entdeckt und mich mein erstes Coming Out getraut habe.“ „Das Album richtet sich an Leute, die sich unsichtbar fühlen und auf der Platte dann wiederfinden“, sagt Alex. „Es richtet sich an alle, die die Queer Community unterstützen. Und es richtet sich auch an Leute, die Vorurteile und keinen Bock aufs Thema haben.“ Warum all dies nicht in den Songs einer Power-Pop/Indie-Rock-Band thematisieren? Wo doch alle wichtigen Geschichten in Musik gegossen gehören?

Glitzer auf Beton spielt da, wo Schrottgrenze schon immer spielen. In den runtergerockten Ecken von Hamburg, wo das Dulsberg Girl lebt, und manchmal, wie im nachdenklichen Schlaf die Schmerzen weg, auch einfach im Burnout-Bett. Es handelt von Menschen und Gefühlen, die sich alle ganz schön ähnlich sind, wenn man die Konstruktionen erst mal hinter sich lässt. Deshalb ist Glitzer auf Beton auch kein Alex-Album, sondern ein Schrottgrenze-Album. Alle vier Bandmitglieder haben zu gleichen Teilen mitgeschrieben, und mit Kristian Kühl, den man von Findus kennt, hat es ein guter Bandfreund produziert. Im Geiste dabei waren Laura Jane Grace und Against Me, die mit Transgender Dysphoria Blues das Queer Love Country des Punkrock bereitet haben, das Schrottgrenze jetzt in den Indie holen. „Es ist gar nicht so leicht, solche komplexen Themen in Popsongs zu erörtern“, sagt Alex. „Wenn ich von einem binären Geschlechtssystem spreche, ist das einfach nicht funky. Wir mussten erst eine Form finden, in der das für uns funktioniert.“

Glitzer auf Beton hat sie gefunden. Im leidenschaftlichsten Indierock und im umwerfendsten Pop. In kleinen Geschichten und großen Wahrheiten und in der ganzen lauten Hoffnung, die die leisen Zweifel frisst. In falschen Wimpern im Handschuhfach und echten Gitarren auf dem Rücksitz. In Ohrwürmern voller Handclaps und Mitsingrefrains, die nicht mehr aus dem Kopf gehen. In buntem Glitzer, der an allem hängenbleibt und immer dann wieder auftaucht, wenn es gerade zu grau ist:

„Wir fallen runter / Wie Glitzer auf Beton /
Und malen die Stadt so bunt / Wie wir eben sind.“


Tracklist:
1. Glitzer auf Beton
2. Sterne
3. Januar Boy*
4. Lashes to Lashes
5. Ostern
6. Halbfrei
7. Schlaf die Schmerzen weg
8. Dulsberg
9. Seit gestern
10. Zeitmaschinen
11. Spuren von Dir
12. Christiane


"Glitzer auf Beton"-Tour:
präsentiert von Ox-Fanzine, livegigs.de und ByteFM
23.02.17 Hannover – Faust
24.02.17 Essen – Zeche Carl
25.02.17 Münster – Gleis 22
02.03.17 Leipzig – Naumanns
03.03.17 Mainz – Schon Schön
04.03.17 Bielefeld – Nr. z. P.
09.03.17 Köln – Underground
10.03.17 Hamburg – Molotow
11.03.17 Berlin – Musik & Frieden
16.03.17 Nürnberg – MUZclub
17.03.17 Karlsruhe – KOHI
18.03.17 München – Milla


Weitere Informationen:
www.tapeterecords.de/artists/schrottgrenze
Eurodance Commando
03.11.2016 - 00:26 Uhr
Ich mag Schrottgrenze sehr, aber die Band wirklich der Aufgabe gewachsen ist, ein Album zum Thema "Outing/LGBTI" zu schreiben ... sagen wir so : ich bin gespannt.
Hmmmm
03.11.2016 - 01:13 Uhr
Hmmmmm Hmmm Hm...echt jetzt?
Unfunky
03.11.2016 - 09:05 Uhr
"so wie jeder Mensch mehrere ist und kaum einer in die alte Ordnung von Mann und Frau und nichts dazwischen passt"

Genau. Passt ja heutzutage eigentlich kaum noch einer in die "alte Ordnung" von Mann und Frau.

Megagähn.
Bremer Stadtmusicunt
03.11.2016 - 09:42 Uhr
Puh... das letzte Album war schon eine riesige Enttäuschung.
Thema find ich interessant, aber ein ganzes Album darüber?
Britta Helm
03.11.2016 - 09:55 Uhr
Gefällt mir.
Hmmmm
03.11.2016 - 13:33 Uhr
So, hab jetzt mal ne Nacht drüber geschlafen.
Ich muss zugeben, dass das Thema mich nicht sonderlich interessiert.
Schrottgrenze waren für am besten als Alex noch hinterm Schlagzeug saß und alles noch ordentlich Dampf hatte.

Dennoch ist "Sterne" für das was es sein will durchaus gelungen. Songs schreiben können die halt. Ich bin mir auch sicher, dass die Platte aufgrund ihrer Thematik recht positiv aufgenommen wird. Ich werd mal offen bleiben und sie mir vorbestellen. Dass es aber eine Platte für mich wird, wag ich mal zu bezweifeln.

Link
03.11.2016 - 13:50 Uhr
https://www.intro.de/popmusik/schrottgrenze-premiere-sterne
Eurodance Commando
04.12.2016 - 20:11 Uhr
"Sterne" Lied hat einen schönen refrain, aber irgendwie fehlt mir der Schmiss und die kanten bei dem song. 5-7 nach 3x hören.

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

11.01.2017 - 21:56 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Hipster aus Bochum

Postings: 127

Registriert seit 04.01.2017

11.01.2017 - 22:56 Uhr
Band, die ich von Minute eins ignoriert habe. Zuviel Deutschpunk im Namen.
Was mich das nervt
12.01.2017 - 10:45 Uhr
"Geschlechter sind nur konstruiert". Alleine solche Bullshit-Aussagen in den Texten machen diese Band für mich schon unhörbar.
Es gibt Männer und Frauen! Akzeptiert das endlich! Es hat ja niemand etwas dagegen, wenn euer Sänger sich als Frau fühlt und am Wochenende verkleidet durch die Bars tingelt. Aber das ändert nichts an den Naturgesetzen!
Was mich das nervt
12.01.2017 - 16:36 Uhr
Heinz-Gunther vom Stammtisch hat mir übrigens Recht und die neue Amigos- sowie eine Helene Fischer-CD gegeben.
Großer Schock
12.01.2017 - 16:52 Uhr
Dann waren die Texte auf ihrem (bis heute unerreichten) Debutalbum "Auf die Bärte, fertig, los!!!" alle etwa nur falscher Schein?
Matthias
12.01.2017 - 17:14 Uhr
Bin nach der Rezention sehr gespannt. Zeitmaschinen fand ich Super und der neue Song Sterne finde ich als Song eigentlich sehr schön, auch wenn die Thematik mich eigentlich nicht interessiert und das textliche in den hintergrund rückt. Generell hab ich mit Gender Themen und grundsätzlichen Problemen von Homosexuellen Menschen wenig berührungspunkte. Ich hoffe das Album ist thematisch nicht zu eindimensional und funktioniert auch bei Heten.
Prof Dr. Dr. Dr. habil. ing. med. Dipl.
12.01.2017 - 20:19 Uhr
Nicht "Geschlechter sind konstruiert", sondern GeschlechterROLLEN und die damit verbundenen Klischeevorstellungen. Völlig korrekt, DIESE in Frage zu stellen und bei Bedarf zu "dekonstruieren". Es ist ebenfalls völlig korrekt, das einfach sein zu lassen. Es ist himmelschreiender Blödsinn, die faktische Existenz der Eigenschaften "männlich" & "weiblich" in Frage stellen zu wollen und derlei Schwachsinn auch noch den Anschein vermeintl. "Wissenschaftlichkeit" zu verleihen.

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

20.01.2017 - 19:40 Uhr



Heute erscheint das neue SCHROTTGRENZE-Album »Glitzer auf Beton« // neues Video online

So freut sich eine Band, die richtig Bock hat:

"GLITZER AUF BETON ist da!

Tränen, Sekt und Freudenschrei! Wir hätten nicht gedacht, dass wir das nochmal schreiben, aber: unser siebtes Studioalbum ist ab heute als LP/CD/DL erhältlich! Sportliche 3655 Tage nach unserer letzten Album-VÖ. Wahnsinn. Besonderer Dank gilt unserem Produzenten Kristian Kühl, unserem Label Tapete Records, Sebastian Tim und allen, die uns auf unserem Weg begleitet haben und nicht müde wurden, uns immer wieder anzustacheln. Hat geklappt!"

Nach langer Auszeit waren Schrottgrenze 2015 mit zwei Compilations und drei ausverkauften Konzerten wieder zurückgekehrt – da gab's immerhin schon einen neuen Song zu hören, "Zeitmaschinen", wieder mal so eine unverschämt eingängige Indiepophymne wie man sie schon von den Hits wie "Am gleichen Meer" oder "Lila will heim" kannte.

Den Sommer 2016 hat die Band dann bei Kristian Kühl von Findus im Studio verbracht, dort wurde Hit um Hit geschrieben, getextet über die bunten Seiten Hamburgs, über die Queer Community, in der sich Sänger Alex Tsitsigias mittlerweile zuhause fühlte, über Geschlechterrollen und Toleranz. Entstanden sind 12 Songs zwischen mitreißendem Indierock und umwerfendem Pop.

Wie das klingt, davon konnte man sich schon in der ersten Single "Sterne" überzeugen. Seit heute steht nun das Album im Handel, als CD, LP, ltd LP und digital. Und es gibt ein neues Video, das gerne verbreitet werden darf – hier ist die neue Single, der Titeltrack "Glitzer auf Beton":

"Wir fallen runter / Wie Glitzer auf Beton /
Und malen die Stadt so bunt / Wie wir eben sind."



Tourdaten:
präsentiert von Ox-Fanzine, livegigs.de und ByteFM
23.02.17 Hannover – Faust
24.02.17 Essen – Zeche Carl
25.02.17 Münster – Gleis 22
02.03.17 Leipzig – Naumanns
03.03.17 Mainz – Schon Schön
04.03.17 Bielefeld – Nr. z. P.
09.03.17 Köln – Underground
10.03.17 Hamburg – Molotow
11.03.17 Berlin – Musik & Frieden
16.03.17 Nürnberg – MUZclub
17.03.17 Karlsruhe – KOHI
18.03.17 München – Milla
Tickets: http://bit.ly/2fdIX9C

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