Liam Gallagher - As you were

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MopedTobias

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06.08.2017 - 19:45 Uhr
@nörtz: Angenommen du hörst einen Song eines dir unbekannten Interpreten im Radio, den du wirklich gut findest und der dich musikalisch oder lyrisch berührt. Du recherchierst daraufhin ein bisschen und stellst fest, dass es eine komplette Fremdkomposition ist. Deiner Argumentation nach müsstest du denselben Song, den du vor fünf Minuten noch mochtest, jetzt plötzlich scheiße finden, ohne ihn dazwischen noch einmal gehört zu haben. Sorry, aber dass irgendwelche Interpreten dich angeblich nicht berühren können, ist reine Kopfsache, du willst dich von ihnen offenbar nicht berühren lassen. Dass man sich selbst ihn seinem Musikgenuss so beschneidet, ist für mich absolut unverständlich und - da haben wirs wieder - albern.

Gomes21

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06.08.2017 - 19:57 Uhr
Geht mir aber auch so. Das schwächt die Wirkung des Songs, da es halt 'nur über einen mittelsmann vorgetragen wird.

didz

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06.08.2017 - 20:05 Uhr
Ne falsche reaktion moped. Wenn ich geiles lied von unbekannt hör und den dann google, dann weiss ich den namen vom interpret und denk mir respekt, cooles lied, mehr davon. Wenn ich dann seh der interpret is nich der der den song geschrieben hat, dann find ich den song net plötzlich scheisse, sondern mein respekt für den interpreten wird weniger. Weil er ihn halt einfach net geschrieben hat.
Wieso sollte ich den song dann plötzlich plötzlich net mehr mögen? Darum gehts gar net.

Mr. Fritte

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06.08.2017 - 20:13 Uhr
Naja, also mir kann doch keiner erzählen, dass es keinen Unterschied machen würde, wenn jetzt z.B. Radiohead oder The National oder so ihre Songs plötzlich nicht mehr selber schreiben würden. Es ist doch völlig natürlich, dass man bei Künstlern, die schon einmal bewiesen haben, dass sie großartige Songs schreiben können (und das hat durchaus auch Liam Gallagher z.B. mit I'm Outta Time), dann auch weiterhin deren eigene Songs hören möchte. Das heißt ja nicht, dass man ein Album mit Fremdkompositionen nicht trotzdem super finden kann. Aber wenn man halt einen Künstler auch wegen seines Songwritings schätzt, wieso soll es dann albern oder borniert sein, wenn man enttäuscht darüber ist, dass diese Person keine eigenen Songs mehr schreibt?

Im Fall von Liams Album scheint es ja aber so zu sein, dass er z.B. an Wall of Glass auch mitgeschrieben haben soll, was man jetzt natürlich nicht nachprüfen kann, aber was mir auch nicht so wahnsinnig unglaubwürdig vorkommt, wenn man bedenkt, dass Liam schon im Alleingang deutlich bessere Songs als Wall of Glass abgeliefert hat.

didz

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06.08.2017 - 20:18 Uhr
Danke mr. fritte, endlich einer der mich versteht :D

Mr. Fritte

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06.08.2017 - 20:57 Uhr
Bitte! :D

MopedTobias

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06.08.2017 - 23:03 Uhr
@didz: Es ging mir um nörtz' Aussage, ihn könnten Interpreten nicht "berühren", wenn sie ihre Songs nicht selbst schreiben, und das ist, wie mein Beispiel aufzeigt, Einbildung. Um fehlenden Respekt ging es in nörtz' Post doch gar nicht, keine Ahnung, wo du das hernimmst.

didz

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07.08.2017 - 01:10 Uhr
ok, ich möchte es nochmal versuchen zu erklären wie ich es seh. auch in verbindung zu nörtz`kommentar und wie ich den verstanden hab, und wieso ich deshalb meine dass dein beispiel nich passend dazu is.

nörtz hat geschrieben, dass ihn interpreten nich berühren können, die nich an text und musik mitgearbeitet haben.

dann kamst du mit deinem beispiel "song aus dem radio von künstler unbekannt".

der knackpunkt bei der ganzen sache is doch, denke ich, ob man weiss dass der song von jemand anders geschrieben wurde, oder ob mans eben nich weiss.

wenn man ein geiles lied zum ersten mal hört, wo der song nich vom interpreten selbst geschrieben wurde, man das aber nicht weiss, natürlich beeinflusst es einen dann nich. wie auch. was man net weiss macht einen net heiss. man hört ein cooles lied und findets gut. punkt.

und was dazu kommt, wenn man was von jemand unbekanntem hört, denkt man doch automatisch bzw geht davon aus dass der interpret, der das grad zum besten gibt, auch derjenige is ders geschrieben hat. oder?

wenn dem aber nich der fall is, und man es mag, dann is das aber doch keine einbildung sondern erstmal einfach unwissenheit, oder nich?

ABER wenn man dann nachher recherchiert, und sieht oh das lied wurde ja gar net von dem selbst geschrieben, dann nimmt man den song und vor allem den interpret ab dann anders wahr.
zwischen dem song an sich und dem interpreten, und zwangsläufig dann auch zum hörer, entsteht eine gewisse distanz.

alles was ich sagen wollte is...du richtest den fokus in deinem beispiel auf das lied, und sagst wenn man dann weiss dass das lied net vom interpreten selbst geschrieben wurde, dann müsste man das lied ja danach scheisse finden, obwohl man es 5 minuten vorher noch gut fand.

es geht aber net um das lied, es geht um den interpreten. und ob der einen berühren kann. wie nörtz auch in seinem kommentar schrieb.
das gute lied bleibt ein gutes lied, aber den interpreten sieht man anders.

-ich hör ein lied von unbekannt, es berührt mich, es entsteht eine verbindung...dann später finde ich raus dass dieser interpret, der mir diesen schönen moment gegeben hat, mit dem ich eine verbindung hatte, gar nich derjenige is der die musik und den text geschrieben hat. er is gar nich für mein gutes gefühl verantwortlich. ich finde das lied noch gut, aber das is ein blödes gefühl. wem hab ich denn nun diesen schönen moment zu verdanken?(ja ich weiss etwas kitschig formuliert)-
diese gedanken hatte ich im kopf nachdem ich nörtz` und deinen kommentar mit dem beispiel gelesen hab.

ich hab mir rausgenommen das als respekt verlieren zu bezeichnen, hätte ich vllt nich machen sollen weils vllt nich passt oder zu hoch gegriffen is. seh ich ein, sorry.

aber ob man es nun respekt verlieren nennt, oder nich berühren können...das sind alles nur verschiedene begriffe um diese aufkommende distanz zum interpreten zu beschreiben.

naja, vllt lieg ich damit ja total falsch und nörtz würde trotzdem ein lied scheisse finden welches er 5 minuten später noch mochte, dann weiss ich auch net weiter :D

so hab ich den kommentar aber nich verstanden, und würde selbst auch nich so reagieren, und deshalb schrieb ich was ich scrieb.









Felix H

Plattentests.de-Mitarbeiter

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07.08.2017 - 08:41 Uhr
Einen guten Interpreten macht eigentlich aus, dass er diese "Distanz", wie du es nennst, zwischen sich und einem Song verschwinden lässt. Deshalb sind manche Interpreten besser als andere.
Wenn Johnny Cash "Hurt" singt, was Trent Reznor ein jahrzehnt zuvor geschrieben hat, höre ich da null Distanz, überhaupt keine.

Gomes21

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07.08.2017 - 08:55 Uhr
'Hurt' ist tatsächlich ein gutes Gegnbeispiel, es ist sicher auch ein Song mit dem sich Cash voll identifiziert hat, aber wurde der Song geschrieben um von einem anderen Künstler performt zu werden oder war das in diesem Fall ein Cover? Ich kenne die Hintergründe nicht, ändert mMn aber die Betrachtung.

Felix H

Plattentests.de-Mitarbeiter

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07.08.2017 - 08:59 Uhr
es ist sicher auch ein Song mit dem sich Cash voll identifiziert hat

Es wirkt auf jeden Fall so. Witzigerweise wurden ihm die Coverversionen aber nur von Rick Rubin vorgeschlagen. Das meine ich mit "gutem Interpret".

"Hurt" war ein Cover, aber ich sehe im Prinzip keinen Unterschied zu einem Song, der für einen anderen Künstler geschrieben wurde. Aretha Franklin oder Morrissey sind zwei Beispiele, die eine sehr respektable Karriere durchlaufen und (wenn überhaupt) nur sehr wenig selbst geschrieben haben. Das Thema hatten wir letztens doch schon in irgendeinem Thread.

Gomes21

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07.08.2017 - 09:01 Uhr
In diesem Fall ist es auf jeden Fall aufgegangen, ist ein besonders guter Treffer. Mir fallen wenige nicht selbstgeschriebene Songs ein die ähnlich gut zum Interpreten passen, was aber nicht heißt, dass es sie nicht gibt.
@Gomes21
07.08.2017 - 12:19 Uhr
Elton John, Whitney Houston...die Liste ist lang...

Gomes21

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07.08.2017 - 18:33 Uhr
das bezeifle ich nicht. lang und größtenteils unspannend.
hähä
07.08.2017 - 19:12 Uhr
allemal spannender als deine beiträge, du unbedarftes und naives kerlchen!

nörtz

User und Moderator

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07.08.2017 - 19:15 Uhr
@nörtz: Angenommen du hörst einen Song eines dir unbekannten Interpreten im Radio, den du wirklich gut findest und der dich musikalisch oder lyrisch berührt. Du recherchierst daraufhin ein bisschen und stellst fest, dass es eine komplette Fremdkomposition ist. Deiner Argumentation nach müsstest du denselben Song, den du vor fünf Minuten noch mochtest, jetzt plötzlich scheiße finden, ohne ihn dazwischen noch einmal gehört zu haben.

Ich würde ihn nicht scheisse finden, sondern einen anderen Zugang zu ihm wählen. In als reine Berieselung abtun, ohne großartig Emotionen in ihn zu investieren.


Sorry, aber dass irgendwelche Interpreten dich angeblich nicht berühren können, ist reine Kopfsache, du willst dich von ihnen offenbar nicht berühren lassen. Dass man sich selbst ihn seinem Musikgenuss so beschneidet, ist für mich absolut unverständlich und - da haben wirs wieder - albern.
Ich finde das nicht albern. Gerade Texte, bzw. Lieder, die von persönlichen Erlebnissen oder Emotionen handeln, können nur von einer Person vollkommen authentisch wiedergegeben werden und zwar von dem eigentlichen Komponisten und Texter. Der Interpret wird niemals den emotionalen Zugang des Originals schaffen können, da ihm all das fehlt, das überhaupt erst dazu geführt hat, dass das Lied geschrieben wurde.

Hier wurde mal ein Album rezensiert, auf dem der Künstler den Tod seiner Frau textlich und musikalisch verarbeitet hat. Ich kaufe ihm seinen Vortrag ab. Hätte das nun irgendein Interpret einsingen müssen, wüsste ich, dass er nicht zu einhundert Prozent dahinter stehen kann, weil er die Situation nicht selbst erlebt hat.
@nörtz
07.08.2017 - 19:21 Uhr
du bist sehr beschränkt und musikalisch total limitiert...eig ne schande da so banausen wie DU mods sind :((

MopedTobias

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07.08.2017 - 19:40 Uhr
Und woher willst du wissen, dass der Interpret die Situation nicht auch selbst erlebt hat? Vielleicht hat der auch mal einen geliebten Menschen verloren? Du tust gerade so, als ob Interpreten irgendwelche gefühllosen Roboter wären, die nur dazu gebaut wurden, um die Songs anderer Leute zu singen. Dass das auch Menschen sind, die genauso gut wie oder u.U. sogar besser als (siehe Cash) der Songwriter Emotionen vermitteln können, kommt dir aus einem mir nicht ersichtlichen Grund nicht in den Sinn.

Über Authentizität in der Kunst können wir als nicht im kreativen Entstehungsprozess Involvierte nicht rational argumentieren, also bitte auch gar nicht erst versuchen. Wir wissen nicht, was wahrhaftig authentisch ist, und können nur bewerten, ob das Gehörte bei uns glaubhaft rüberkommt, und dafür spielt es keine Rolle, ob der Künstler seinen Song selbst geschrieben hat oder nicht.
el duce
07.08.2017 - 20:03 Uhr
um das gehts doch gar nicht: es geht um den bestmöglichen vortrag bzw um dessen emotionale glaubwürdigkeit, wie bei einer film oder theaterrolle...

brandauer muss nicht mephisto sein und leute real töten, aber er sollte ihn glaubwürdig/authentisch rüberbringen

dylan songs zb sind in vielen fällen als cover essenzieller...viele sänger machen andere songs zu ihren eigenen, besseren, sie veredeln sie, weil sie eben begnadet sind ...es gibt etliche beispiele

es ist schwachsinn mit so autisten wie nörtz und gomes zu diskutieren, alleine das man ihnen das vermitteln muss ist schon zeitverschwendung!!

didz

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07.08.2017 - 21:25 Uhr
eh...was hier ebgeht leute...unverschämt und unterste schublade...

ich hab schon gar keinen bock mehr irgendwas zu der "disskusion" hier beizutragen.

erbärmlich auf was fürm niveau das hier abgeht.
nich nur hier im thread sondern generell hier im forum.

ich bin ja noch nich lang dabei hier...aber ich hatte die hoffnung dass es auf ner seite wie plattentests etwas gesitteter vorgeht bzw nich so vor trolls wimmelt.

tja...leider falsch gedacht.

Oceantoolhead

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08.08.2017 - 13:55 Uhr
@nörtz und didz

Vergesst nicht dass ihr hier gerade in dem Albumthread zu jemanden postet, der schon in der Vergangenheit die Texte und Lieder jemand anderes gesungen hat (seinem Bruder) und dadurch trotzdem eine enorme Popularität gewonnen hat. Ob ein Wonderwall oder Live Forever die Hits geworden wären hätte Sie Noel gesungen, darüber lässt sich streiten. Ich persönlich würde es jedoch anzweifeln, da Liams Stimme (obwohl die Lieder im Prinzip nicht seine sind) es vermag den Liedern eine Passion und Attitüde zu geben, wie es Noel eben nicht schafft. Dieser hat im übrigen selbst seinen Bruder als Hauptsänger ans Mikrophon gesetzt. Ein Beispiel dürfte 'Lord Dont Slow Me Down' sein. Es gibt 2 Versionen des Songs einmal mit Noel einmal mit Liam. Und obwohl ersterer sicherlich keinen schlechten Job macht, vermag es erst Liam den Song die richtige Stimmung zugeben.

Dazu hat Liam soweit ich weiss an jedem Song mindestens als Co-Writer mitgewirkt. Womit sich diese ganze Diskussion hier eigentlich eh erübrigen sollte.

nörtz

User und Moderator

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08.08.2017 - 17:16 Uhr
Und woher willst du wissen, dass der Interpret die Situation nicht auch selbst erlebt hat? Vielleicht hat der auch mal einen geliebten Menschen verloren? Du tust gerade so, als ob Interpreten irgendwelche gefühllosen Roboter wären, die nur dazu gebaut wurden, um die Songs anderer Leute zu singen.

Der Interpret wird niemals dieselbe Situation wie der Originalkomponist erlebt haben und wird demzufolge nie denselben Zugang wie eben jener erreichen können. Dafür ist der Faktor Mensch zu einzigartig, die Einflussgrößen zu vielfältig und nicht reproduzierbar.

Dass das auch Menschen sind, die genauso gut wie oder u.U. sogar besser als (siehe Cash) der Songwriter Emotionen vermitteln können, kommt dir aus einem mir nicht ersichtlichen Grund nicht in den Sinn.

Für Fremdmaterial lasse ich das nicht gelten. Mir persönlich gibt das aus oben genannten Gründen nichts.

Über Authentizität in der Kunst können wir als nicht im kreativen Entstehungsprozess Involvierte nicht rational argumentieren, also bitte auch gar nicht erst versuchen. Wir wissen nicht, was wahrhaftig authentisch ist, und können nur bewerten, ob das Gehörte bei uns glaubhaft rüberkommt, und dafür spielt es keine Rolle, ob der Künstler seinen Song selbst geschrieben hat oder nicht.

Also wenn ich weiß, dass überhaupt nichts selbst geschrieben wurde, dann weiß ich, dass ich hier keinerlei Authentizität erwarten kann. Die sehe ich nur vorhanden, wenn jemand etwas wiedergibt, das vollkommen seinem Geiste entsprungen ist.

Über den kreativen Entstehungsprozess kann ich nichts sagen, das ist korrekt. Hier muss ich eben glauben, dass Künstler X das alles so meint und es auch selbst geschrieben hat. Ich behaupte, dass man das bei manchen Künstler sehr gut beurteilen kann.

Würde ich mich jetzt mit meiner Klampfe hinsetzen und einen selbstgeschriebenen Song zum besten geben, so wäre das zum Beispiel authentischer als der Output von Bon Jovi, die schon seit Jahren nur noch mit Co-Songschreibern agieren.

MopedTobias

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08.08.2017 - 17:23 Uhr
"Also wenn ich weiß, dass überhaupt nichts selbst geschrieben wurde, dann weiß ich, dass ich hier keinerlei Authentizität erwarten kann."

Komplett falsch, aber ich werde mich hier jetzt nicht wiederholen. Von mir aus können wir die Sache abhaken.

Felix H

Plattentests.de-Mitarbeiter

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08.08.2017 - 17:33 Uhr
Der Interpret wird niemals dieselbe Situation wie der Originalkomponist erlebt haben und wird demzufolge nie denselben Zugang wie eben jener erreichen können.

Vielleicht hat der Komponist die beschriebene Situation auch gar nicht erlebt, der Interpret aber schon? Und wenn nicht, wenn's glaubwürdig ist, wen juckt's?

Höchst seltsam, dass man nur bei Musik diese Diskussion so oft führt, bei Büchern oder Film/Theater kommt doch auch keiner auf die Idee und fragt, ob der Schauspieler das, was er da macht, schon mal in echt erlebt hat. Oder ob David Lynch schon mal in der Black Lodge war oder Roland Emmerich Godzilla schon persönlich getroffen hat.

Über den kreativen Entstehungsprozess kann ich nichts sagen, das ist korrekt. Hier muss ich eben glauben, dass Künstler X das alles so meint und es auch selbst geschrieben hat. Ich behaupte, dass man das bei manchen Künstler sehr gut beurteilen kann.

In das Denken kann ich mich kaum reinfinden. Du machst dir beim Hören Gedanken darüber, ob das alles ernst gemeint ist, anstatt die Musik über Gefühl aufzunehmen. Das ist so gar nicht meine Welt.

Würde ich mich jetzt mit meiner Klampfe hinsetzen und einen selbstgeschriebenen Song zum besten geben, so wäre das zum Beispiel authentischer als der Output von Bon Jovi, die schon seit Jahren nur noch mit Co-Songschreibern agieren.

Aber ob du die Emotionen besser rüberbringen kannst als Bon Jovi, ist damit nicht gesagt. Authentizität ist keine Qualität. (Gut, Bon Jovi ist aber auch nicht das tollste Beispiel für emotional ergreifende Musik. Vergleich dich lieber z.B mit der genannten "Hurt"-Coverversion.)

Gomes21

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08.08.2017 - 17:33 Uhr
Wenn ein künstler ohne Unterstützung nur halbgare Songs hinbekommt, ist es dann besser oder schlchter 'voll' authentisch zu sein?

nörtz

User und Moderator

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Registriert seit 13.06.2013

08.08.2017 - 17:34 Uhr
Du brauchst Dich auch nicht zu wiederholen, da ich in der Lage dazu bin, zu lesen. Ich bleibe bei meiner Meinung und sehe darin nichts Falsches, sondern die, in meinen Augen, rationalste Herangehensweise. Dann haken wir es mal ab.

humbert humbert

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Registriert seit 13.06.2013

08.08.2017 - 19:37 Uhr
"Interviewer: You sing: "Walking through streets that are dead" and "the party is over, there is less and less to say; you complain "My sense of humanity is going down the drain"; and you don't even care much for the women. While you don't care much for love you sing you have to live in "the same old cage".

Bobby Dylan: On my first album I already dealt with unhappy relationships. People shouldn't take everything so literal. Elvis sang: "You ain't nothing but a hound dog". It would be very stupid to ask Elvis whether he was serious. You just change from minute to minute. A record catches the atmosphere of the moment. An hour later, everything is different. Whatever is said in this collection of songs - it somehow fits."

Soviel zum Thema Authenzität vom Mr. Spngwriter himself.
@humbert
08.08.2017 - 20:35 Uhr
Was willst du uns damit sagen?

Gomes21

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Registriert seit 20.06.2013

08.08.2017 - 20:42 Uhr
Ein Songtext ist letztendlich Lyrik, dort gibt es wie in der Literatur einen Erzähler, ob er nun in den Vordergrund trott oder nicht, und dieser muss auch nicht gleichbedeutend mit dem Autor / Interpreten sein. Songtexte sind nicht automatisch autobiographisch. Somit muss weder der Interpret noch der Schreiber das besungene erlebt haben, genau so wenig wie der Schriftsteller und kann trotzdem authentisch sein. Letztendlich hat er doch irgendeinen Bezug zur Sache (und wenn es in nur aus der Distanz bewegt), sonst würde er zu dem Thema nicht schreiben.

Was ich nur einfach nicht als Authentisch empfinden kann sind die Songs die im Pop Business teils rumgereicht werden, da besteht doch an vielen Stellen 0 Bezug zwischen Song und Interpreten. Trifft hier in diesem Fall wahrscheinlich nicht so zu.

Felix H

Plattentests.de-Mitarbeiter

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Registriert seit 26.02.2016

08.08.2017 - 23:38 Uhr
Was ich nur einfach nicht als Authentisch empfinden kann sind die Songs die im Pop Business teils rumgereicht werden, da besteht doch an vielen Stellen 0 Bezug zwischen Song und Interpreten. Trifft hier in diesem Fall wahrscheinlich nicht so zu.

Allerdings: Dieses "Herumreichen" ist in gewissem Sinn aber beispielsweise bei den Cash-Coverversionen passiert. Der bekam quasi alles von Rubin vorgetragen.
Horst 77
08.08.2017 - 23:48 Uhr
Also, ich werde mir die Platte kaufen. Natürlich bin ich mir darüber im klaren, dass es auch viele Durchhänger geben wird.

Gomes21

Postings: 1832

Registriert seit 20.06.2013

08.08.2017 - 23:53 Uhr
@Felix

Da magst du recht haben und es gibt sicher auch positive Ausschläge wie eben hier Cash wenn das denn so war.
Das ist auch lediglich wie es in den meisten Fällen auf mich wirkt. Da nehme ich den Interpreten rein gar nichts ab von dem was sie singen.. reines empfinden, keine Fakten.
Loam Galligulla
10.08.2017 - 19:29 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=oAVlZxt1GHU

Beste Nummer bisher.
It's getting, man. Oder auch nicht.
10.08.2017 - 20:45 Uhr
Das neue Lied ist wirklich nicht übe, ich zücke mal eine 7/10.

Die Lyrics wirken aber wie ein Kniefall vor Noel. :D
It's getting, man. Oder auch nicht.
10.08.2017 - 20:46 Uhr
+l

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

11.08.2017 - 17:47 Uhr - Newsbeitrag
LIAM vs. NOEL vs. DAMON - LIAM GALLAGHER entschuldigt sich mit neues Single 'For What It's Worth' vom kommenden Album 'As You Were' (VÖ: 06.10.)


„Jetzt sei lieb, Junge." - Wie oft wird LIAM GALLAGHERs Mama das wohl gesagt haben? Hier rein, da raus. Und dann kommt plötzlich das: Unser Lieblingsrüpel entschuldigt sich. Bei Noel? Bei Damon? Bei seinen Fans? Bei Mama? Ach, warum so kleinlich?!

„I wanted to write an apology. Not to one person, but to everyone, because I’m no good at saying sorry. That song is a tune.”

LIAM GALLAGHER veröffentlicht also mit 'For What It's Worth' den nächsten Song seines kommenden Albums 'As You Were' (VÖ: 06.10.) und schlägt lyrisch gesehen ziemlich ungewöhnliche Töne an - versöhnliche Worte. Musikalisch macht LIAM GALLAGHER das, was LIAM GALLAGHER eben so macht:

„I didn’t want to be reinventing anything or going off on a space jazz odyssey. It’s the Lennon ‘Cold Turkey’ vibe, The Stones, the classics. But done my way, now.”

Der Junge hat seine Mama gehört. Das klingt gut. Das klingt vernünftig, Das klingt nach viel Vorfreude auf das kommende Album!


Das Video zu 'For What It's Worth' darf geteilt werden:




Wegwerfnick

Postings: 16

Registriert seit 21.07.2017

11.08.2017 - 22:00 Uhr
zur Diskusssion oben: Elvis ist zB total geil und berührt mich zB sehr über seine Interpretation und der hat quasi nichts selbst geschrieben únd ist doch großartig. Die Popmusik ist voll von Coverversionen und Interpretationen. Das das selbstgemachte überhaupt eine Rolle spielt, ist innerhalb der populären Musik eine Erfindung der 60er/70er Jahre. Im Rock'nRoll der 50er und auch in den 60er Jahren noch hat jeder jeden interpretiert (zumindest war das möglich ohne Authentizitätsverlust). Das ist mindestens ebenbürtige Nusik zur "authentischen". "Geht bei mir nicht durch, weil hatter nich selber geschrieben" gibt's bei mir nicht. Wie schon oben genannt: Liam selbst bei Oasis, jede Menge Soulkünstler, Rock'n'Roll eh. Johnny Cash wurde genannt. Das sind nicht alles nur Lohnsänger anderer Leute Materials (und selbst da gibt's gute). Es gab und gibt gute Writer, die aber nicht gut im interpretieren sind und es gibt super Interpreten, die eben keine Songwriter sind. Das es es auch Beispiel gibt, die eindeutig für dieses Credo stehen stehen (oben: Radiohead, The National), heißt nicht das diese automatisch überlegen sind. Nicht in meinen Ohren (beim ersten Hören weiss ich nicht, wer den Song geschriehben hat) und nicht generell. Alles ist erlaubt, und beides kann toll und bereichernd sein.

The Hungry Ghost

Postings: 696

Registriert seit 15.06.2013

13.08.2017 - 12:59 Uhr
"Das neue Lied ist wirklich nicht übel, ich zücke mal eine 7/10."

Ich würde dem Song eine 10/10 geben. Das ist für mich eine nahezu perfekte Oasis-Hymne, die selbst ohne finales Noel-Gitarren-Solo großartig ist. Bester Liam-Solo-Song bislang und die Whatever/Stop Crying Your Heart Out-Streicher sind auch herrlich eingesetzt. Großartiger Refrain außerdem, herrlich.

Jaggy Snake

Postings: 172

Registriert seit 14.06.2013

31.08.2017 - 08:53 Uhr
Tatsächlich? Für mich klingt es leider nur wie der verzweifelte Versuch, eine Noel-Ballade zu schreiben :-/

The Hungry Ghost

Postings: 696

Registriert seit 15.06.2013

31.08.2017 - 15:57 Uhr
@Jaggy Snake:
Originalität wäre für mich natürlich auch nicht die Kategorie, weswegen ich den Song so gut finde. Natürlich kann man sofort erkennen, dass der Song auch von Noel Gallagher bzw.einem früheren Oasis-Album hätte stammen können. John Lennon-Vergleiche liegen ebenso nahe.

Doch das der Song sich am schon da gewesenen orientiert, ändert für mich nichts an der Qualität. Ich höre mir gern eine solche Hommage an XY an, sofern sie so schön klingt wie in diesem Fall. Außerdem fände ich es erst dann verzweifelt, wenn Liam daran gescheitert wäre. Doch in meinen Ohren klingt es vortrefflich. :-) Wenn Liam den Song auf der 2002 erschienenen Heathen Chemistry gesungen hätte, würde sich wohl kaum jemand darüber mokieren. Außerdem hat er damals bis auf Ausnahmen auch nur Songs von Noel gesungen, insofern passt es für mich.

XTRMNTR

Postings: 329

Registriert seit 08.02.2015

31.08.2017 - 16:19 Uhr
"Songbird" ist auch definitiv überhyped. Netter Song aber warum ausgerechnet der sein bester sein soll?
big brother
31.08.2017 - 16:28 Uhr
Leute, dieses Liam Album wird genauso schnell vergessen sein, wie der ganze Beady Eye Rotz. Alles nette Oasis B-Seiten bestenfalls

MopedTobias

Postings: 8481

Registriert seit 10.09.2013

31.08.2017 - 17:09 Uhr
Songbird hat eine Melodieführung auf Beatles-Niveau. Wäre in meiner Oasis-Top 5.

Wegwerfnick

Postings: 16

Registriert seit 21.07.2017

31.08.2017 - 18:27 Uhr
Neeeee: Schönes Lied, aber: absolut kein Beatles Niveau - weder in der Melodieführung und harmonisch schon gar nicht.
mustard
01.09.2017 - 06:41 Uhr
öhm welche Melodie? Da fehlt doch der Refrain! Dieses Nichts von einem Liedchen sollte nicht mit den Beatles in einem Atemzug genannt werden, zudem nervt sein gekünstelter pseudo-Lennon-Gesangsstil.

MopedTobias

Postings: 8481

Registriert seit 10.09.2013

01.09.2017 - 11:06 Uhr
Außerhalb von Refrains haben Songs keine Melodie #mussmanwissen
@Moped
01.09.2017 - 11:38 Uhr
Top 5 halte ich zwar für deutlich zu hoch, aber ich mag das Lied auch. Was sagst Du zur Demo-Version?

@mustard: Warum diese aufgeplusterte Empörung? Genau diesen Vorwurf kann man doch auch bei diversen Beatles-Liedern anbringen. Refrain von 'Ticket to Ride'?

"She's got a ticket to ride
She's got a ticket to ride
She's got a ticket to ride
But she don't care"

Ist jetzt auch nicht wesentlich besser als

"She's not anyone
She's not anyone
She's not anyone"
mustard
01.09.2017 - 14:27 Uhr
ich glaub es hakt!,,,moped ist eine witzfigur ohne inhalt (wie liam vor seiner geburt) während LENNON die welt nachträglich rettet!

Wegwerfnick

Postings: 16

Registriert seit 21.07.2017

01.09.2017 - 14:36 Uhr
Egal ob Songbirds einen Refrain hat oder nicht, die Melodieführung ist nunmal nicht genial. Das ist allerwelts-tralala. Ein ganz oker - zwei Akkordsong.

MopedTobias

Postings: 8481

Registriert seit 10.09.2013

01.09.2017 - 16:04 Uhr
Wenn du das sagst, Wegwerfnick.

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