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Sun Kil Moon - Common as light and love are red valleys of blood

User Beitrag

Felix H

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Registriert seit 26.02.2016

20.07.2016 - 22:31 Uhr
"God Bless Ohio"

Ab 28.2.2017 wird Mark Kozelek wieder über Folk-Geplänkel seine inspirierten Tagebucheinträge drübernölen. Zumindest klingt der Vorabbote so.

seno

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Registriert seit 10.06.2013

21.07.2016 - 08:08 Uhr
Brauche ich mir wohl gar nicht anhören. Nach wie vor schade, dass er diesen Weg so konsequent weitergeht anstatt sich mal wieder, wenigstens ansatzweise, auf seine früheren Glanztaten zu besinnen.

Tim.

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Registriert seit 14.08.2015

21.07.2016 - 08:34 Uhr
was soll ich sagen: ich finde dieses misanthrophische gestammel der letzten alben sehr reizvoll.

Felix H

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Registriert seit 26.02.2016

21.07.2016 - 08:42 Uhr
Nach wie vor schade, dass er diesen Weg so konsequent weitergeht anstatt sich mal wieder, wenigstens ansatzweise, auf seine früheren Glanztaten zu besinnen.

Geht mir ähnlich. "Benji" war textlich wenigstens groß. Bei "Universal Themes" und das Album mit Jesu gab es da aber gar nichts zu holen. Und "God Bless Ohio" finde ich jetzt richtig furchtbar.

seno

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21.07.2016 - 08:56 Uhr
"Leute, es war ein heißer Sommer vor vielen Jahren, ich war ein kleiner Junge, der gerade seinen Drachen steigen ließ, als ich erfuhr, dass der Hund der Nachbarn verschwand und ich dachte darüber nach und ließ den Drachen los. Da verschwand auch der Drache und ich musste lachen, weil manche Dinge sich doch ähneln, während andere es nicht tun. Jahre später trank ich eine Flasche nach der anderen und wollte eigentlich nur alleine sein. Der Nachbarshund tauchte nie wieder auf, dafür aber ein Mädchen nach dem anderen. Ich machte Liebe mit allen und versuchte, sie glücklich zu machen, aber alle verließen mich. So trank ich weiter und weiter...da fällt mir ein, dies soll ja ein Musikalbum sein, deshalb *kurzes Gitarrensolo* Auch jetzt, viele Jahre später denke ich immer noch an den Nachbarshund und frage mich, was ihm wohl passierte. Vielleicht werde ich es niemals erfahren, vielleicht ist es auch nicht wichtig, vielleicht ist gar nichts wichtig. Leb wohl, Nachbarshund. Ich weiß nicht mal deinen Namen..."*Gitarrensolo und Gegniedel zum Abschluss*.

Achim

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Registriert seit 13.06.2013

21.07.2016 - 09:14 Uhr
Die Jagd kann beginnen oder was? Manche sind wohl erst zufrieden, wenn er ganz mit der Musik aufhört. Und das alles nur wegen der Rufmordkampagne zwischen "Benji" und "Universal Themes" :(

A.

seno

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Registriert seit 10.06.2013

21.07.2016 - 09:21 Uhr
Rufmordkampagne? Kannst du das bitte genauer erläutern?

Demon Cleaner

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Registriert seit 15.05.2013

21.07.2016 - 09:24 Uhr
Achim, du verstrickst dich gerade wieder in Verschwörungstheorien.
Man kann die Musik auch einfach schlecht finden, die er aktuell macht.

Demon Cleaner

User und Moderator

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Registriert seit 15.05.2013

21.07.2016 - 09:26 Uhr
@seno:

Kommt hin. :-)
Diese Parodie fand ich auch genial.

Achim

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Registriert seit 13.06.2013

21.07.2016 - 09:34 Uhr
@seno: Die einseitigen Berichte auf z.B. pitchfork und stereogum über seinen Streit mit dem Typen von TWOD, sein Verhalten auf eigenen Konzerten, sein Verhalten gegenüber Journalisten, die zurückgezogene hohe Wertung für "Universal Themes" bei pitchfork... Natürlich färbt so etwas auch auf die Beurteilung bei anderen Seiten ab. Siehe PT, wo die Rezensentin sich nicht verkneifen konnte, in der Review zu Minor Victories einen Seitenhieb zu verteilen ("professioneller Unsympath"), nur weil er mal kurz in einem Song auftaucht.


@Demon Cleaner: Sicher. Aber würdest du das auch, wenn o.g. nicht geschehen wäre? Vielleicht würdest du seine Musik dann eher als egal und nicht als schlecht empfinden.

A.

Demon Cleaner

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21.07.2016 - 09:38 Uhr
Aber würdest du das auch, wenn o.g. nicht geschehen wäre? Vielleicht würdest du seine Musik dann eher als egal und nicht als schlecht empfinden.

Ich kann bis zu einem gewissen Grad zwischen Persönlichkeit und Musik trennen.
Sicher halte ich Kozelek für ein Arschloch (die "Rufmord"-Kampagne, wie du sie nennst, fußt btw auf tatsächlichen Aussagen, die er bei Konzerten getätigt hat). Aber der Grund, warum ich seine aktuelle Musik nicht hören mag, ist die Musik selbst. Sein uninteressantes Genöle und die lustlosen Arrangements, um genau zu sein. Mit seinen alten Sachen (Red House Painters, "Ghosts", "April") habe ich nach wie vor keine Probleme.
Gegenbeispiel: Kanye West höre ich ja auch noch, obwohl der mir super unsympathisch ist.

seno

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21.07.2016 - 09:45 Uhr
@Achim

Diese Grütze haben wir hier doch schon gefühlt hunderte Male durchgekaut. Wie Demon Cleaner schon schrieb, Kozelek kann von mir aus noch so ein großes Arschloch sein, wenn mir seine Musik weiterhin gefallen würde, würde ich sie hören und nicht meckern. Ich mag einfach sein mittlerweile lustlos wirkendes Genöle nicht. Und das wird man ja wohl noch sagen dürfen!!!11

Dieses reflexartige Rumgejammer "das macht ihr ja nur, weil..." solltest du langsam mal einstellen, das ist pubertäres Verhalten.

Achim

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21.07.2016 - 09:54 Uhr
solltest du langsam mal einstellen, das ist pubertäres Verhalten.

Und dein Post von 8:56 Uhr nicht? Den Reflex bringt ihr doch! Bevor ich hier irgendwas gespostet habe, stand hier die unsachliche Kritik im Ausgangsposting und dein Rant.

Ansonsten brauche ich sicherlich keine Ratschläge.

A.

Demon Cleaner

User und Moderator

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Registriert seit 15.05.2013

21.07.2016 - 09:56 Uhr
unsachliche Kritik im Ausgangsposting

Wieso unsachlich? Ich hatte mir den Track bereits angehört.
Ne, Achim, bin da bei seno. Mach dich locker und komm klar, dass nicht jeder die aktuelle SKM-Musik geil findet.

seno

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Registriert seit 10.06.2013

21.07.2016 - 10:02 Uhr
Achim, du darfst Kozeleks lustloses Genöle gerne weiterhin für große Kunst halten. Aber du musst damit leben, dass andere das nicht so tun und dieses evtl. auch mal etwas unsachlich oder sarkastisch kundtun.

Meine Güte, wieso wird eigentlich nur mir hier ständig Spießigkeit vorgeworfen?

Achim

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Registriert seit 13.06.2013

21.07.2016 - 10:07 Uhr
Alles klar, Leute. Ich habe verstanden.

A.
Mappe
21.07.2016 - 10:10 Uhr
Bei seno und DC. Enttäsuchend, was aus ihm geworden ist in den letzten Jahren, musikalisch und persönlich.

Achim

Postings: 6289

Registriert seit 13.06.2013

21.07.2016 - 15:18 Uhr
Ich denke, dass Kozelek sich selbst nicht so ernst nimmt. Ich finde es z.B. genial, wie schmerzbefreit er auf dem Jesu-Album die komplette Mail eines Fans herunterbetet. Um das so auf einem Album unterzubringen, muss man schon mit verdammt viel Humor an die Sache herangehen.

A.
drtg
21.07.2016 - 15:30 Uhr
unmusikalische grütze. ganz grauenhaft anzuhören.
viel wichtigerer
21.07.2016 - 16:48 Uhr
seit wann unterschreibt achim nur noch mit "a" ?! :-O

Achim

Postings: 6289

Registriert seit 13.06.2013

24.07.2016 - 20:41 Uhr
Auch neues Album mit JKB im Anflug: http://www.sunkilmoon.com/hesbad/

http://www.spin.com/2016/07/jesu-sun-kil-moon-hate-michael-jackson-diss-track-hes-bad-stream/

A.

Achim

Postings: 6289

Registriert seit 13.06.2013

24.07.2016 - 20:49 Uhr
Haha, groove mich jetzt etwas in die Lyrics ein, pitchi hat es auch schon aufgegriffen:

"They said, ‘Did you hear the latest on him?
They found child porno at his place.
And animal torture videos.’

Is the latest on him true?
Well, I don’t fucking know
But if I had a son, would I let him get into a car with Michael Jackson?
Fuck no.

I'm sorry for the bad things his father did to him
But it doesn't add up to building a Willy Wonka trap for kids
And changing the color of your god-given skin."

http://pitchfork.com/news/67034-sun-kil-moon-glad-that-michael-jackson-is-dead-on-new-song-listen/


Ich finde es wieder genial.

A.

Demon Cleaner

User und Moderator

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Registriert seit 15.05.2013

24.07.2016 - 22:40 Uhr
"He's bad / And he's dead and I'm glad / He's dead / And to me it ain't that fucking sad"

Ja, ein wahres Wunderwerk.
Gast/unbekannt/weiblich
24.07.2016 - 23:02 Uhr
hey ich bin eingroßer fan von kozolek, wusste noch nicht dass er ein arschloch ist, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Arschloch Sachen wie Medicine bottle raushaut, aber ich liebe sein Album benji trotzdem, obwohl ich die texte auch schrott finde. Gelte ich jetzt als nicht zurechnungsfähig?=

DerMeister

Postings: 434

Registriert seit 22.06.2013

25.07.2016 - 02:25 Uhr
Bin ja mal gespannt.

Universal Themes war mein Lieblingsalbum von 2015 und für mich Marks bestes neben Down Colorful Hill.
LOL
25.07.2016 - 09:56 Uhr
Tim.
21.07.2016 - 08:34

was soll ich sagen: ich finde dieses misanthrophische gestammel der letzten alben sehr reizvoll.


q.e.d.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 18819

Registriert seit 08.01.2012

08.02.2017 - 19:02 Uhr
SUN KIL MOON

COMMON AS LIGHT AND LOVE ARE RED VALLEYS OF BLOOD

VÖ: 24.02.2017

LABEL: ROUGH TRADE RECORDS

LC 11945

Recorded and mixed February through August 2016 in San Francisco and Hoboken. Mark Kozelek with Steve Shelley on drums. From the summer onward, Trump's face was all over newsstands. The buildup to the election and the shootings made their way into my new album, obviously. As Conor Oberst put it so perfectly at our show in Nashville, "you'd have to have no brain and no soul, for these things to not affect you".



Common As Light And Love Are Red Valleys Of Blood, for the most part, captures events from January to August of this year and how I processed it all while traveling.



Another album was in the works at the same time: the follow up to Jesu/Sun Kil Moon's self-titled debut album. Our second album, entitled 30 Seconds To The Decline Of Planet Earth, will be released on May 5. I'm blessed to have met the very talented Justin Broadrick and to have made these beautiful albums with him.



These two new albums capture more than my reactions to mass murders or the passing of beloved heroes like David Bowie or Muhammad Ali. The Sun Kil Moon and Jesu/Sun Kil Moon albums are also full of love, humor, and my gratitude for the gift of life.



DISC 1

God Bless Ohio

Chili Lemon Peanuts

Philadelphia Cop

The Highway Song

Lone Star

Window Sash Weights

Sarah Lawrence College Song

Butch Lullaby



DISC 2

Stranger Than Paradise

Early June Blues

Bergen To Trondheim

I Love Portugal

Bastille Day

Vague Rock Song

Seventies TV Show Theme Song

I Love You Forever And Beyond Eternity
I used to love Kanye
18.02.2017 - 01:25 Uhr
Meine Fresse. Was hat er sich denn nur da wieder gedacht... Brachiale 130 Minuten nölt er und nölt und nölt und will gar nicht mehr aufhören. Beim ersten Durchgang hatte ich bereits beim 4. Song keinen Bock mehr darauf. So eine zähflüssige Suppe aber auch. Kann mich auch nicht errinnern bei einem Album derart oft im Player nachgesehen zu haben, wann es denn nun endlich vorbei ist. Das Ding is an Wahnwitz kaum zu überbieten. Oder kann es sein, dass er einfach nur ein ziemlicher Narzist ist, der sich gerne rumlabern hört.
Ich hab ja eigentlich gar nichts gegen ihn, Benji und einige Songs auf der Jesu-Colloabo mochte ich sogar sehr, aber das ist so dermaßen uninspiriertes Gequake. Die Übergänge in den ellenlangen Songs sind so dermaßen stolpernd arrangiert, dass es weh tut. Butch Lullaby ist da ein gutes Beispiel. Ich finde ihn hier als Storyteller einfach nur langweilig. Er klingt über weite Strecken so, als ob er nen Zeitungsartikel über ne explodierte Reisfabrik in Jangsepingpong liest. Das oben erwähnte Konzept erschließt sich auch nicht wirklich.
Schlimm genug, dass er Sufjan Stevens auch noch in dieses "Werk" mit hinein reißt. Und dann auch noch auf so eine plumpe Weise.
Wer sich das Ding wirklich in voller Länge mehr als einmal antut muss etweder ein eingefleischter Fan sein oder hat nen Riss im Plätzchen.

seno

Postings: 3512

Registriert seit 10.06.2013

20.02.2017 - 12:13 Uhr
Spätestens beim übernächsten Album nölt er dann wahrscheinlich nur noch und verzichtet einfach auf jegliche instrumentale Begleitung. Und auch das wird dann sicherlich von diversen Leuten wieder als künstlerische Meisterleistung gesehen.

Felix H

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21.02.2017 - 09:48 Uhr
Ich höre es mir jetzt doch mal komplett durch, aber hab auch schon nach ner Viertelstunde eigentlich keine Lust mehr. Mann, ist das einfallslos, langweilig und schlecht. Was ist aus dem Typ geworden?

fitzkrawallo

Postings: 1141

Registriert seit 13.06.2013

21.02.2017 - 11:40 Uhr
Ich habe das Album noch nicht gehört, denke aber, dass es einfach nichts werden kann, wenn man an Mark Kozeleks jüngere Alben mit der Erwartung herangeht, dass diese das bedienen, was man an den Red House Painters und früheren Sun Kil Moon-Alben mochte. Es scheint mir ziemlich eindeutig, dass Kozelek damit abgeschlossen hat, solche Musik zu machen (er spielt ja auch live nichts mehr davon). Vielmehr versucht er, etwas ihm eigenes und neuartiges zu schaffen, dass die Grenzen von klassischem Songwritertum überschreitet (dieses Review beschreibt das recht gut:

fitzkrawallo

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Registriert seit 13.06.2013

21.02.2017 - 11:44 Uhr
Sputnikmusic). Das muss man nicht mögen, klar. Es ist absolut nachvollziehbar, dass mancher solche "Experimente" kategorisch für sich ausschließt, weil sie einem nicht liefern, was man von Musik will. Ich bin aber immer wieder erstaunt, dass so viele reflektierte Musikhörer mit solch klar formulierten Erwartungshaltungen an neue Musik herantreten, anstatt dem Künstler und seinen Entscheidungen zu vertrauen und sich einfach mal mitnehmen zu lassen.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 5936

Registriert seit 26.02.2016

21.02.2017 - 11:58 Uhr
Ich würde nicht behaupten, dass ich persönlich noch mal ein "April" erwarte oder gar was im Stil der Red House Painters. Ich mochte ja auch "Benji", was stilstisch ja schon im "neuen" Bereich lag.
Aber seine Texte sind mittlerweile einfach unfassbar schlecht und beliebig geworden, selbst wenn sie mit der tollsten Musik vertont, könnte ich das nicht ausblenden. Ich meine, vergleich das mal mit den Lyrics auf "Benji".
Und die Musik - naja, in den besten Momenten finde ich sie ganz gut, aber dann kommen die weiter oben schon angesprochenen ungelenken Übergänge dazu und generell das Gefühl der endlosen Monotonie dazu. Hier noch mehr als auf "Universal Themes", was ich zumindest ein paar Mal gut durchhören konnte.

Dass ich es nicht mag, heißt nicht, dass ich alles wieder im alten Stil will. Das ist ein Trugschluss. Wenn jemand sich weiterentwickelt, halte ich das grundsätzlich erst mal für die bessere Option. Ich finde halt nur das, was er auf "Common" macht einfallslos an der Grenze zur Dreistigkeit. Und da mir seine Musik mal sehr wichtig war, schmerzt das eben auch mehr.

fitzkrawallo

Postings: 1141

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21.02.2017 - 12:21 Uhr
Hmhm, wie gesagt, ich finde das schon nachvollziehbar. Die Frage, die ich in den Raum stellen möchte, ist, aufgrund welcher Erwartungshaltungen man die Musik als "ganz gut" und die Texte als "einfach unfassbar schlecht" empfindet. Man kann ja an die Sache auch so herangehen, dass man erstmal schaut, was denn der Künstler will. Vor allem, wenn man ja ausreichend Belege hat, dass er im klassischen Sinne sehr gute Texte und sehr gute Musik schreiben kann. Dann kann man immer noch entscheiden, dass er es wohl entweder verlernt haben muss oder einfach ein faules Schwein ist. Oder vielleicht ist es doch, dass er damit etwas ganz bestimmtes erreichen will: z.B. in Kozeleks Fall, dass er seine Texte von lyrischer Verdichtung befreit, um etwas "reales" auszudrücken und emotionale Distanz zwischen sich und dem Hörer zu überbrücken - was man dann auch an solchen Gefühlen wie Fremdscham merkt.
Damit muss ich nicht richtig liegen, wie gesagt, aber ich denke, man kann dieses Vertrauen gegenüber dem Künstler zumindes mal ausprobieren.

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 14.05.2013

21.02.2017 - 12:26 Uhr
Vor allem, wenn man ja ausreichend Belege hat, dass er im klassischen Sinne sehr gute Texte und sehr gute Musik schreiben kann.

Das ist ein durchaus interessanter Punkt. Folgende Frage stellt sich mir dann aber: Würde man das Album dann auch noch gut oder innovativ finden, wenn es ein vollkommen neuer Künstler wäre, bei dem man diese Belege nicht hat?

Lichtgestalt

User und Moderator

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21.02.2017 - 12:27 Uhr
Ich liebe die Musik und die Texte. Genialer Künstler. Thread kann geschlossen werden. :-)

Lichtgestalt

User und Moderator

Postings: 4774

Registriert seit 02.07.2013

21.02.2017 - 12:35 Uhr
Das ist ein durchaus interessanter Punkt. Folgende Frage stellt sich mir dann aber: Würde man das Album dann auch noch gut oder innovativ finden, wenn es ein vollkommen neuer Künstler wäre, bei dem man diese Belege nicht hat?

Kann man nicht allgemeingültig beantworten, unterliegt halt der subjektiven Einschätzung.
Mark E. Smith meinte z.B. schon vor Jahren, Nick Cave würde nur noch seine Tagebucheinträge über lahme Musik legen. Alles eine Frage der Anmutung.

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 3429

Registriert seit 14.05.2013

21.02.2017 - 12:46 Uhr
Wir reden hier ja aber von Sun Kil Moon und Kozelek, Stefan.
Wer ist
21.02.2017 - 13:29 Uhr
Stefan Kozelek?

Lichtgestalt

User und Moderator

Postings: 4774

Registriert seit 02.07.2013

21.02.2017 - 17:24 Uhr
Stefan Kozelek?

Nur Jen darf mich Stefan nennen. ;)

Lichtgestalt

User und Moderator

Postings: 4774

Registriert seit 02.07.2013

21.02.2017 - 17:26 Uhr
Wir reden hier ja aber von Sun Kil Moon und Kozelek, Stefan.

Schon klar. Aber der Vorwurf ist ja nichts Neues. Schon Cohen wurde vorgeworfen, den Texten ein zu großes Gewicht gegenüber vermeintlich minimaler Musik einzuräumen.

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 3429

Registriert seit 14.05.2013

21.02.2017 - 17:33 Uhr
Welcher Vorwurf? Ich hab eine durchaus ernstgemeinte Frage gestellt, die ja im Zusammenhang mit dem entstanden ist, was fitzkrawallo schrieb. Es interessiert mich ehrlich. Zum Album hab ich keinen Ton gesagt. :)

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 5936

Registriert seit 26.02.2016

21.02.2017 - 17:36 Uhr
Schon Cohen wurde vorgeworfen, den Texten ein zu großes Gewicht gegenüber vermeintlich minimaler Musik einzuräumen.

Das wurde aber Kozelek hier nicht vorgeworfen. Das Problem ist ja nicht, dass seine aktuellen Platten grundsätzlich textlastig sind.

Lichtgestalt

User und Moderator

Postings: 4774

Registriert seit 02.07.2013

21.02.2017 - 17:45 Uhr
Schon recht, Jen. Ich beziehe mich mehr auf die allgemeine Diskussion hier und nehme da eher Achims Position ein, sofern ich ihn richtig verstehe.
Leute wie Kozelek stoßen mitunter auf Ablehnung, weil sie ihre Lyrics absolut gleichberechtigt zur Musik sehen, viele werten dies eben als Tagebucheinträge zum (Lofi-)Geklampfe ab.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 5936

Registriert seit 26.02.2016

21.02.2017 - 17:52 Uhr
Hm, das geht meines Erachtens nach am Kern der Kritik vorbei.
Oder um es so zu sagen: Cohens Tagebuch war halt um einiges spannender.

fitzkrawallo

Postings: 1141

Registriert seit 13.06.2013

21.02.2017 - 21:22 Uhr
Würde man das Album dann auch noch gut oder innovativ finden, wenn es ein vollkommen neuer Künstler wäre, bei dem man diese Belege nicht hat?

Prinzipiell sollte das natürlich nicht ausschlaggebend sein. Prinzipiell verdient meines Erachtens jeder Künstler den Versuch, machzuvollziehen, wohin er mit etwas will. Für den Rezipienten (hier den Hörer) kann das schließlich mit sich bringen, dass sie/er neue Wege entdeckt, von etwas berührt zu werden. Oder umgekehrt, wenn ich mit fixen Erwartungen an etwas herangehe und mich dann enttäuscht abwende, wenn sie nicht erfüllt werden, gehe ich dann nicht das Risiko ein, mich gar nicht mehr weiterzuentwickeln (extrem überspitzt, ich weiß)?
Prinzipiell, wie gesagt. Denn praktisch ist das nicht zu machen bei all der Flut an neuer Musik, die es jede Minute neu zu entdecken gäbe. In diesem Falle kann es mir einiges an Zeit und Mühe sparen, wenn ich mich auf etwas neuartiges einlasse von jemandem, der mit Vorschusslorbeeren ins Rennen geht während ich einem mir Unbekannten diese Chance nicht gebe. Das ist wohl unfair aber pragmatisch.

Nun gut, das ist alles recht hochtrabendes Geseier. Am Ende hat jeder seinen Geschmack und diesem mögen die jüngeren Sun Kil Moon-Sachen nicht entsprechen trotz möglichst großer Offenheit. Ich selbst denke auch, dass mir das neue Album, genauso wie "Universal Themes" und die Jesu-Kollaboration am Ende weniger geben, als "Benji" und alles was davor kam. Diese Auslassungen meine ich eher unabhängig von diesem konkreten Album im Sinne einer Herangehensweise, die einen am Ende vielleicht etwas reicher hinterlässt.

Der Untergeher

User und News-Scout

Postings: 1504

Registriert seit 04.12.2015

21.02.2017 - 22:21 Uhr
Ich bin da 1:1 bei fitz. Wollte eigentlich vorhin noch einwenden, dass diese konsequente Offenheit, um die ich auch stark bemüht bin praktisch nicht zu machen ist bei all der Flut an neuer Musik, die es jede Minute neu zu entdecken gäbe.
Gut, damit ist das dann auch aus das aus dem Weg geräumt.

Mir gefällt das Album schon deutlich besser als die Universal Themes, aber ich muss die noch ein paar mal hören, um zu einem fundierten Urteil in der Lage zu sein. Zum Musikalischen fällt mir zunächst aber ein, dass es trotz des minimalistischen Ansatzes doch recht divers ist. Hat irgendwie teils, gerade durch die Beats, einen Hip-Hop artigen Charakter, gepaart mit Post-Punkigem. Ist dabei trotzdem folkig und linear im Stil. Gefällt. Das Genöle und die Lyrics vermag ich noch nicht zu beurteilen.

seno

Postings: 3512

Registriert seit 10.06.2013

22.02.2017 - 08:28 Uhr
Mein Problem ist einfach, dass er auf mich völlig lustlos wirkt. Die letzten Sachen klingen für mich alle so, als sei ihm im letzten Moment aufgegangen, dass es ja doch nicht nur Spoken Word sein soll und dann bügelt er halt noch ein paar Melodien drüber.

Beefy

Postings: 287

Registriert seit 16.03.2015

22.02.2017 - 09:47 Uhr
Puh, hab's noch nicht zu Album 2 geschafft. Und das erste auch nicht am Stück... Ein paar Melodien zwischendurch wären schon wünschenswert.

Gomes21

Postings: 2961

Registriert seit 20.06.2013

22.02.2017 - 10:00 Uhr
Benji finde ich absolut großartig, Universal Themes ganz okay.
Die Kooperation mit Jimmy LaValle war eher überhaupt nicht meins.

Auch wenn ich seinen früheren Output, sowohl mit Red House Painters als auch Sun Kil Moon, sehr schätze, kann ich auch mit seiner aktuellen Richtung viel anfangen. Er setzt sich schon ziemlich ab. Mir fiel der Sprechgesang am Anfang auch schwer, aber wer sonst hätte Songs wie Dogs, Carissa oder Pray For Newtown liefern können? Das zusammenspiel der Erzählung und wie Reduziertheit der Musik ergänzen sich hier einfach verdammt geil.

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