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Ariana Grande - Dangerous woman

User Beitrag

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

21.05.2016 - 16:52 Uhr
Ja, ich weiß, ich bin damit allein hier, aber das ist ein weiteres starkes Popalbum von Miss Grande (wie die letzten Beiden auch, vor allem der Vorgänger) und hat definitiv mehr Beachtung verdient als der Schmu von Meghan Trainor, Jessie J und dergleichen. Sie nimmt so langsam den Platz der gnadenlos effizienten Hitmaschine ein, den Rihanna nicht mehr haben will, und im Gegensatz zur frühen Rihanna hat sie auch noch eine gewaltige Stimme.

Dangerous Woman
Into You


Demon Cleaner

User und Moderator

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Registriert seit 15.05.2013

22.05.2016 - 14:38 Uhr
Ganz so genial finde ich es nicht, "nur" recht gelungen, aber von der von dir genannten Riege hebt sie sich schon positiv ab. Bisschen lang ist es geworden mit 15 Songs, wobei ja wieder irgendwelcher komischer Deluxe-Krams wohl dabei ist.

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

22.05.2016 - 15:51 Uhr
"Touch It" und "Bad Decisions" von den Deluxe-Tracks sind eigentlich ziemlich geil. Die anderen beiden sind auch ganz gut, besser als das interessante, aber etwas schläfrige "Let Me Love You" z.B. Ich höre hier insgesamt keinen Ausfall, aber dafür ein paar richtige Highlights (Into You, Titeltrack, der Discofeger Greedy, Side To Side, der bestimmt mal für Rihanna bestimmt war, das Macy Gray-Duett). Unter vergleichbaren Alben: "1989"-Niveau, nicht ganz "Emotion".

Demon Cleaner

User und Moderator

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Registriert seit 15.05.2013

22.05.2016 - 16:13 Uhr
"Let Me Love You" fällt für mich schon unter Ausfall. Auch wegen dem lahmen Wayne-Feature, der kriegt seit Jahren nichts Packendes mehr hin.
Ansonsten ähnliche Highlights. "Into You" eine der besten Popsingles des Jahres und der Track mit Macy Gray (von der hört man viel zu wenig) ist auch toll.

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

24.05.2016 - 22:30 Uhr
Frisch rezensiert.

Meinungen?
Aber
25.05.2016 - 16:37 Uhr
Was? 7/10 für diese austauschbare Kacke?
Aber
25.05.2016 - 16:39 Uhr
... und hat definitiv mehr Beachtung verdient als der Schmu von Meghan Trainor, Jessie J und dergleichen

Ist doch alles das Gleiche. Produziert von den gleichen Leuten, die alles schon in den 90ern und 00ern produziert haben (und deswegen stets austauschbar klingt).

Doughboy

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Registriert seit 13.06.2013

25.05.2016 - 17:33 Uhr
"Ganz so genial finde ich es nicht, "nur" recht gelungen"

Eine 7/10 für ein "recht gelungenes" Album ist aber großzügig, speziell bei Beachtung des eigenwilligen PT-Wertungssystems (7/10 = sehr gut). Oder wurde dies mittlerweile abgeschwächt ;-)?

Mr. Orange

User und News-Scout

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Registriert seit 04.02.2015

25.05.2016 - 17:47 Uhr
Für mich ist und bleibt eine 7/10 ein gutes, aber nicht sehr gutes Album. Ein Album, das in der passenden Stimmung und Umgebung Spaß machen kann, bei mir aber nie auf Dauerrotation laufen würde und das ich mir auch nicht käuflich zulegen würde. Kann mir vorstellen, dass das die meisten Leute in ihren Bewertungen ähnlich handlen.

Doughboy

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Registriert seit 13.06.2013

25.05.2016 - 17:53 Uhr
"Für mich ist und bleibt eine 7/10 ein gutes, aber nicht sehr gutes Album"

Sehe ich auch so. Hat mich nur etwas verwundert, da das Bewertungssystem hier etwas strenger ist.

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

25.05.2016 - 18:09 Uhr
Ich glaube es ist für ihn einfach noch ein bisschen gewachsen, von 6 auf 7.
Aber
25.05.2016 - 18:33 Uhr
Das hier ist trotzdem höchstens ne 4/10. Aber nur, weil sie immer so wenig anzieht.

Felix H

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25.05.2016 - 18:46 Uhr
Ich glaube es ist für ihn einfach noch ein bisschen gewachsen

Genau das. Waren am Ende einfach zu viele tolle Songs für die niedrigere Wertung.
Aber
25.05.2016 - 18:55 Uhr
Verstehe ich aber wegen der auch genannten recht schwachen nicht so ganz (von meiner eigenen Wertung übrigens hier komplett abgesehen). Das würde für mich dann auch eher zur 6/10 sprechen, es sei denn, die anderen Songs sind locker viel, viel besser.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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25.05.2016 - 19:35 Uhr
"Let Me Love You" finde ich nach wie vor schwach, ansonsten vielleicht noch 2-3 auf niedrigerem Niveau - die aber zwischen den tollen Tracks so gut verteilt sind, dass sie wenig stören. Und viele Songs fand ich erst nach mehrmaligem Hören sehr gut.

Leatherface

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25.05.2016 - 23:53 Uhr
Mit ein bisschen Tracklist umschmeißen - und "Touch It" und "Bad Decisions" dazu nehmen - wird auch "Let Me Love You" als Verschnaufpause im hinteren Teil genießbar. Wirklich ein erstaunlich rundes und konsistentes Album, trotz Stilvielfalt.
Aber
27.05.2016 - 16:16 Uhr
Stilvielfalt bei Ms. Grande? Bitte...
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 16:34 Uhr
Als ich "marktkompatible Loudness" las, war mir eigentlich alles klar.

Macht ruhig weiter, Platten von Beyoncé, Ariana Grande oder anderen Major-Zugpferden gute Noten zu geben, weil ihr auf die gute und eingängige Produktion der Heerscharen von Songwritern reinfallt. Damit schadet ihr lediglich der Musik, die es tatsächlich verdient, gepusht zu werden.
Aber
27.05.2016 - 16:37 Uhr
Ja, so könnte man es ausdrücken. Ist mir etwas zu radikal, aber das mit den "Heerscharen von Songwritern" ist genau das, was mich auch stört. Leider alles zu künstlich und alles komplett gleich geschrieben/produziert. Selbst die Stimmen sind mittlerweile alle so ähnlich, dass es langweilt.

MopedTobias (Marvin)

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27.05.2016 - 16:41 Uhr
Und was macht es genau für einen Unterschied, ob ein Song von einer oder 20 Personen geschrieben wurde?
Aber
27.05.2016 - 16:43 Uhr
Naja, wenn es nur noch die Produzenten (und dann oft noch unterschiedliche) sind, die da Input geben, hat es eben wenig mit dem Künstler zu tun, der dann den Namen auf der CD stehen hat.

War doch in den 90ern mit den Boybands komplett das Gleiche. Und es sind sogar immer noch die gleichen Produzenten am Werk.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 16:54 Uhr
Ich kann mich noch damit anfreunden, wenn ein Kanye Album gut bewertet wird (wobei auch da manchmal eine 6 statt einer 8 reichen würde, aber ich glaube, dass die Rezensenten halt HipHop nicht so gut kennen, wie Indierock). Ähnliches gilt für Neo-Soul Richtung Miguel oder The Weeknd, wobei auch da die Wertungen für meinen Geschmack meist 1-2 Punkte zu gut sind. Vielleicht kommt das auch aus einer Art Gefangenendillemma heraus: der Rezensent will zeigen, dass er keine Angst hat, Mainstreamiges anzuerkennen und als gut zu erachten. Deshalb denkt er sich: wumms! Da zücke ich direkt eine Bestnote. Dabei verdienen Major-Alben der Kategorie Billboard Top 20 wirklich selten mehr als eine 5-6 (was ja nun wirklich keine schlechten Noten sind!), allein schon weil die Label viel Kreativität einfach glatt bügeln, teils gegen den Willen der Künstler. Aus diesem Impetus heraus ist ja beispielsweise gerade "ANTI" von Rihanna entstanden, wo ich die 6 gerade noch okay finde. Die Bestnoten, die hingegen Leute wie Drake (7,8), Nicki Minaj (7), Ariana Grande (7), Miley Cyrus (6), Justin Timberlake (6,6,6,6), Pharrell (6), Robin Thicke (6), Robbie Williams, etc.9 hier abholen, finde ich einfach in keinem Verhältnis zu gut gemachter Musik abseits der Charts wie zum Beispiel der neuen von Aesop Rock (6).

Dabei sehe ich ein, dass Mainstream-Musik in den vergangenen 5-6 Jahren parallel zum Mall House einen qualitativ beachtlichen Sprung gemacht hat, aber eine feine Unterscheidungsnote würde ich trotzdem noch beibehalten.

tl;dr; Das Wohlwollen gegenüber den Cashcows ist zwar okay, aber alles bitte in Relation. Die ist ein wenig verloren gegangen.

Leatherface

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27.05.2016 - 17:05 Uhr
Da spricht bestimmt ein Kenner und Liebhaber des Genres, der sich ausführlich mit der vorliegenden Platte befasst hat. Dann kannst du ja jetzt diesen generischen Dancepop hinter dir lassen und dich wieder der ebenso generischen Gitarrenband (Frightened Rabbit) zuwenden.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 17:08 Uhr
Wie persönlich du das gleich nimmst. Ich hab versucht hier konstruktive Kritik zu üben, kein Grund direkt persönlich zu werden.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 17:13 Uhr
Wobei, es ist nicht ganz ohne Ironie, wenn ein erwachsener Mann aus Deutschland heraus mit Schwert und Schild im Internet die Musik einer 23jährigen Multimillionärin auf Universal verteidigt. Carry on.

Leatherface

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27.05.2016 - 17:42 Uhr
Die Behauptung, dass "gut gemachte Musik abseits der Charts" automatisch als besser erachtet werden muss als "Musik in den Charts" ist einfach mal ungefähr 5000 Jahre alt und wird eben auch nicht richtiger oder interessanter, wenn sie zum millionensten mal aufgetischt wird.

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

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Registriert seit 10.09.2013

27.05.2016 - 18:02 Uhr
@FR: Du behauptest, "Mainstream-Musik" sollte einfach aus Prinzip schlechter bewertet werden als "Musik abseits der Charts" und wunderst dich dann, wenn du nicht ernstgenommen wirst? Sollte man als Rezensent also bei der Bewertung eines Albums erstmal auf die Verkaufszahlen schauen, damit man ja keinem Top 20-Act eine Wertung über 6 gibt?
Aber
27.05.2016 - 18:12 Uhr
Ich bin irgendwo zwischen den Parteien. Ich würde nicht sagen, dass man Mainstreammusik generell nie gut bewerten sollte, aber diese Platte hier (wie auch die letzten der Sängerin) jedenfalls nicht ;-). Da ist für mich einfach kein Wiedererkennungswert vorhanden, welcher für mich bei besseren Bewertungen existieren sollte.

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 18:20 Uhr
"Wiedererkennungswert" - das ist immer die Standard-Argumentation, "klingt ja alles gleich". Für jemanden, der sich mit Emo-Indierock nicht ernsthaft beschäftigt und keine Ahnung bezüglich der Feinheiten des Genres hat, klingen Bands wie Frightened Rabbit, The National, The Twilight Sad, etc. auch alle gleich. Ariana Grande klingt aber halt nun mal nicht exakt wie Rihanna, Beyonce, etc. genauso wenig wie Frightened Rabbit wie The National klingen. "Wiedererkennungswert" findet man also grundsätzlich nur, wenn man sich auch wohlwollend mit Künstlern und ihrem jeweiligen Genre auseinander setzt.
Aber
27.05.2016 - 18:35 Uhr
Nun ja, das mache ich zwangsweise, weil meine elfjährige Tochter alle hört (und ich somit mit). Und natürlich setzt man sich als Elternteil mit der Musik auseinander, die der Nachwuchs hört. Mindestens genauso ernsthaft wie mit der, die man selbst (gerne) hört.

Außerdem war das ja nicht mein einziges Argument hier im Thread.

Und natürlich könnte man Diskussionen mit "Argumenten" wie "Das ist immer die Standard-Argumentation" prima im Keim ersticken...

Leatherface

Postings: 1652

Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 18:46 Uhr
Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass etwas "gezwungenermaßen" zu hören, das Gleiche ist wie etwas regelmäßig und gezielt aufmerksam zu hören. Wenn man ein Genre nicht regelmäßig, gezielt und willentlich hört und auch Freude daran hat, hat man einfach keine Ahnung davon. Punkt. Ich hab keine Ahnung von Metal, auch wenn mein Freund das regelmäßig hört. Ich erlaube mir da auch kein Urteil, was meiner Ansicht nach grundsätzlich als vernünftige Haltung anerkannt ist. Bei Dancepop ist es aber kurioserweise völlig normal, dass jeder mal draufhauen darf, ganz egal wie wenig man sich tatsächlich damit beschäftigt hat.
Aber
27.05.2016 - 19:00 Uhr
Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass etwas "gezwungenermaßen" zu hören, das Gleiche ist wie etwas regelmäßig und gezielt aufmerksam zu hören.

Also kann man als Rezensent nur falsch liegen, sobald man per "Beruf" "gezwungen" wird, eine Platte zu hören?

Ganz davon abgesehen: Wer sagt, dass ich das Genre an sich nicht mag?

Und ganz von allem abgesehen: Ich denke schon, dass man sich als Musikinteressierter auch mit Genres auseinandersetzen kann, die man zunächst nicht hört oder gar "mag" (es gäbe ja auch noch die Einschätzung "Ist schon gut gemachte Musik, aber nicht meine ,Tasse Tee'.") Sonst würde man ja nie etwas Neues kennenlernen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich in einem Genre auch wirklich jede/r Künstler/-in direkt beim ersten Anhören gleich anhört.

Und dennoch ändert das alles nichts an dem großen Produzenten- und Songwriterstab, der dahintersteckt und damit für mich das Talent einer Person etwas mindert. Vor allem dann, wenn er bei diversen anderen Künstlerinnen des ähnlichen Genres ebenfalls eingesetzt wird. Wenn wenigstens die Songs alleine geschrieben wären und die Produzenten "nur" produziert hätten, würde das schon eher auf das Talent einer Künstlerin hinweisen, als wenn beides aus (fast komplett) denselben Händen stammt.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 19:00 Uhr
Ich finde es gut, wie mein Nick zum argumentativen Anker wurde. Wenn ich ehrlich bin, hab ich noch keinen Song von der Band gehört, aber mochte den Namen einfach ganz gerne.

Davon mal abgesehen geht es mir natürlich nicht um die Verkaufszahlen, sondern um die Produktion. Das ist ein bißchen wie bei Kunsthandwerk - es ist doch durchaus legitim einen Unterschied zu machen zwischen einer, sagen wir kunstvoll und dekorativ gestalteten Skulptur bei Ikea und einer Skulptur von Susan Philipsz.

So ähnlich betrachte ich auch Musik, warum sollte man da auch unterscheiden? Ein Album wie dieses oder "The Pinkprint" erfüllt beste Produktionsstandards, ist aber kalkuliertes Malen-nach-Zahlen. Jeder Song auf diesem Album und vielen anderen ist Retorte, ganz egal ob das Mädchen gut singt (was sie definitiv tut).

Aber: Dass diese Diskussion bzw. Argumentation spätestens seit Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" nicht mehr groß erweitert wurde, ist mir klar. Sie deshalb sofort im Keim ersticken zu wollen, halte ich jedoch für paranoid und dröge, da kann man das Forum doch gleich schließen.

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 19:29 Uhr
Diese Diskussion wird hier auch schon zum Hunderttausendsten mal geführt. Es spielt absolut Null Komma Null Rolle, ob ein Song einsam und allein in der verlassenen Berghütte geschrieben und aufgenommen wurde oder ob daran 10.000 Leute beteiligt waren, die vorher schon mit 10.000 anderen Leuten zusammen gearbeitet haben. Es ändert rein gar nichts am Endprodukt. Null. Denn über die Produktion weiß ich so oder so ohnehin erst bescheid, wenn ich das gezielt nachschlage und selbst dann weiß ich nur vage unter welchen Umständen der Song entstanden ist. Aus dem Endprodukt ist es nicht zu entnehmen.

Es interessiert mich einfach überhaupt nicht, ob ein Interpret den Song auch selbst geschrieben hat, genauso wenig wie ich es einem Film vorwerfe, wenn die Schauspieler ihre Dialoge nicht selbst geschrieben haben oder selbst Regie geführt haben. Musik ist Kunst, wie in "künstlich", ein "Vortäuschen" von Emotionen - ob die Menschen, die Emotionen, die sie da vorgeben zu haben, schon mal wirklich 1:1 hatten und aufgrunddessen den Song geschrieben haben, ist mir völlig wurscht, da sowieso nicht nachprüfbar. Im Endeffekt zählt nur, ob was rüber kommt.

"Talent" ist bei vielen Leuten auch so ein eng gefasstes Konzept bezüglich Musik. Es hat schon sehr gute Gründe, weshalb da Ariana Grande auf dem Cover ist und nicht Gerda von der Käsetheke. Sind die Gründe ihre überragenden Songwriting-Fähigkeiten und virtuose Instrumentenbeherrschung? Vermutlich nicht. Aber das sind durchaus Dinge, die man lernen kann. Auch singen etc. kann man lernen. Aber der "It"-Faktor und die Präsenz und das Selbstbewusstsein, um ein Popstar zu sein, sodass man von Millionen von Leuten beachtet wird? Das hat man entweder oder man wird es nie haben. Insofern ist das wohl ein Talent. Und eins das wertvoller ist als nen ganz guten Song schreiben zu können. Ganz gute Songs werden jeden Tag tausendfach geschrieben.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 19:29 Uhr
Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass verschiedene Bewertungssysteme verwendet werden.

Ungefähr so:

Olympische Spiele: Radiohead, QOTSA, Trail of Dead, A Perfect Circle, Beirut, Arcade Fire, Sufjan Stevens, Sigur Ros, etc. - es braucht wirklich richtig viel für eine 9, eine 6 ist aber dank Qualifizierung automatisch garantiert.

Bundesjugendspiele: Nicki Minaj, Kanye West, Ariana Grande, Miley Cyrus, Avicii, Frank Ocean, Rihanna, Justin Timberlake, David Guetta, The Weeknd, Tyler the Creator, Kalkbrenner, etc. - mit wenig guten Songs pro Album ist eigentlich immer min. eine 6 drin, für manche sogar eine 7. Siehe dieser Thread.

Paralympics: Coldplay, 2Raumwohnung, Ich + Ich, The BossHoss, Kelly Clarkson, Xavier Naidoo, James Blunt, Silbermond, Christina Aguilera, One Republic etc. - Stört keinen großen Geist, braucht kein großer Geist, eigentlich immer min. 4 und ganz selten eine 6.

Haut nicht jedes Mal 100% hin, aber vielleicht wisst ihr ungefähr, was ich meine.

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

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Registriert seit 10.09.2013

27.05.2016 - 19:33 Uhr
@Aber: Ich stelle dir nochmal die Frage, was denn die Anzahl der Songwriter und Produzenten an der Musik ändert. Und ich meine explizit die Musik an sich, auf die hattest du dich bei deiner ersten Antwort nicht bezogen.

Btw wenn ein Rezensent dazu "gezwungen" werden muss, eine Platte zu hören, sollte er sich wohl lieber einen anderen Beruf suchen.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 19:43 Uhr
Zitat Leatherface: "Aber der "It"-Faktor"

Damit ist für mich alles gesagt. Für mich persönlich kein Kriterium, aber dass sowas eine Rolle spielt, sehe ich gerne ein.

Wobei: wenn ich ehrlich bin, höre ich deswegen auch häufiger Sachen, denen ich eigentlich niemals mehr als 3-4 geben würde, bspw. The Game oder Chris Brown. Bin zumindest bei männlichen Artists auch nicht frei davon.
Aber
27.05.2016 - 19:50 Uhr
@Leatherface:

Für mich macht es dann einen Unterschied, wenn sich die Songs und Produkte, die die genannten Produzenten entwickeln, ähneln. Ansonsten wäre es mir auch egal, ob da nun zehn oder zwanzig zufällig ausgewählte Leute dran geschrieben haben. Aber so wird die Person auf dem Cover quasi zufällig ausgewählt, weil die Stimme (je nachdem, wer es ist: einigermaßen) passt und der Song wird "zufällig" aus der Produzentenhand geschüttelt. Er hätte auch für jemand anderes sein können, ist nun aber - weil heute Dienstag ist und Rihanna erst für Mittwoch gebucht hat - für Grande. Prima. Fertig.

Wenn man Performance als Talent über das musikalische Talent stellt, ist das ja okay. Kann man so begründen und dann auch gerne so hören. Ich gehe eben eher in die andere Richtung.

Aber die andere Argumentation (auf die nicht eingegangen wurde) finde ich quatschig. Würde ja bedeuten: Wenn ein Rezensent dieses Album nicht gut finden würde, hätte er sich nicht genug damit befasst - und mit dem Genre an sich auch nicht. Dann wäre die Bewertung - weiter gesponnen - des von dir genannten Mainstream-Dance-Pop ja generell immer positiv. Wenn man das auf andere Genres überträgt, wären dann nur noch gute Bewertungen hier zu finden, weil man sich ja mit dem Künstler und dem Genre lange genug befasst hat und das deswegen gut findet.
Aber
27.05.2016 - 19:57 Uhr
@MopedTobias:

Das hatte ich doch schon erwähnt: Sie wird austauschbar, wenn es die seit fast dreißig Jahren im Geschäft führenden Produzenten/Songwriter erledigen.

Wenn man manchem (selbst schreibenden/selbst produzierenden) Künstler vorwirft, sich seit zwanzig Jahren nicht weiterentwickelt zu haben, weil das ja bei Menschen nun mal so ist - was soll man dann Produzenten/Songschreibern vorwerfen, die über den gleichen Zeitraum nicht nur für einen Künstler (sich selbst) schreiben, sondern für x Künstler jeden Monat/Tag? Wiederholungen sind da für mich nicht ausgeschlossen.

Und zu der Sache mit den Rezensenten: Es ist doch ganz normal, dass Muster in der Redaktion verteilt werden. Und natürlich erhält da nicht immer jede/-r genau das, was sie/er möchte. Das gehört zur Arbeit dazu. Sollte also jede/-r den Beruf aufgeben?

Leatherface

Postings: 1652

Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 20:14 Uhr
Aber so wird die Person auf dem Cover quasi zufällig ausgewählt, weil die Stimme (je nachdem, wer es ist: einigermaßen) passt und der Song wird "zufällig" aus der Produzentenhand geschüttelt. Er hätte auch für jemand anderes sein können, ist nun aber - weil heute Dienstag ist und Rihanna erst für Mittwoch gebucht hat - für Grande. Prima. Fertig.

Das ändert doch alles trotzdem nichts daran, ob der Song gefällt oder nicht gefällt.

Wenn man Performance als Talent über das musikalische Talent stellt, ist das ja okay. Kann man so begründen und dann auch gerne so hören. Ich gehe eben eher in die andere Richtung.

Ich sage nicht, dass das bei mir immer und überall der Fall ist. Ich weiß nur einfach viele Dinge zu schätzen und nähere mich bei jedem Genre mit anderen "Erwartungen". Ich weiß einen guten Songwriter genauso zu schätzen wie jemand der sein Instrument virtuos beherrscht, jemand der toll singen kann, jemand der toll performen kann oder jemand, der einen fetten Beat produzieren kann. Unterschiedliche Musik hat eben unterschiedliche Qualitäten.

Wenn ein Rezensent dieses Album nicht gut finden würde, hätte er sich nicht genug damit befasst - und mit dem Genre an sich auch nicht. Dann wäre die Bewertung - weiter gesponnen - des von dir genannten Mainstream-Dance-Pop ja generell immer positiv. Wenn man das auf andere Genres überträgt, wären dann nur noch gute Bewertungen hier zu finden, weil man sich ja mit dem Künstler und dem Genre lange genug befasst hat und das deswegen gut findet.

Ich persönlich fände das ganz großartig, wenn Musik nur noch von Leuten besprochen wird, die die Musik auch ernsthaft toll finden und aufrichtig und aufschlussreich ihre Leidenschaft diesbezüglich teilen. Und wenn man generell vom bewerten weggeht und stattdessen einen ganz anderen Zugang findet - und dem Leser dabei hilft, sich mit der Musik anzufreunden. Denn "gut" und "schlecht" gibt es bei Musik halt eben nicht - letztendlich sind das alles nur Aneinanderreihungen von Geräuschen.

Bis diese Utopie da ist, ist es aber natürlich völlig legitim, wenn ein Rezensent Abstufungen innerhalb des Genres vornimmt. Und das beinhaltet eben auch, dass das bestmögliche Mainstream-Dancepop-Album die gleiche hohe Wertung bekommt wie das bestmögliche Experimental-Jazz-Metal-Minimaltechno-Album. Das eine Genre ist nicht automatisch schlechter wie das andere. Es macht überhaupt keinen Sinn die beiden überhaupt miteinander zu vergleichen, da beide Spielarten völlig unterschiedliche Bedürfnisse des Publikums erfüllen.

Leatherface

Postings: 1652

Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 20:22 Uhr
Wenn man manchem (selbst schreibenden/selbst produzierenden) Künstler vorwirft, sich seit zwanzig Jahren nicht weiterentwickelt zu haben, weil das ja bei Menschen nun mal so ist - was soll man dann Produzenten/Songschreibern vorwerfen, die über den gleichen Zeitraum nicht nur für einen Künstler (sich selbst) schreiben, sondern für x Künstler jeden Monat/Tag? Wiederholungen sind da für mich nicht ausgeschlossen.

Max Martin produziert tatsächlich schon seit über 20 Jahren und ist vermutlich der erfolgreichste Musiker aller Zeiten. Das heißt aber trotzdem nicht, dass sich "Baby One More Time" und "Dangerous Woman" in irgendeiner Weise ähneln. Der Mann ist genau deshalb schon so lange so erfolgreich, weil er sich immer wieder neu erfinden kann und auf dem neusten Stand bleibt - so ähnlich wie Radiohead, die nun auch schon seit 20 Jahren Musik machen und denen man eher selten Stagnation vorwerfen kann.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 20:25 Uhr
Naja, es gibt ja ausreichend Studien zur Korrelation von Geschmack zu Bildung und Abschluss, aber lassen wir das. Dünnes Eis. Von deinem Relativismus halte ich trotzdem nix, danach sind auch FreiWild und Loona gut.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 20:31 Uhr
Max Martin ist der Jeff Koons/Damien Hirst/Michael Bay/Paulo Coelho der Popmusik.

Bähh. Kann man mögen, aber behält es meistens für sich.

Leatherface

Postings: 1652

Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 20:34 Uhr
Oh Gott, mal wieder einer der die Herrenrasse am Musikgeschmack erkennen will. Ich hab übrigens nen Hochschulabschluss und nen IQ von 138. Und ich bin dazu in der Lage sowohl Swans als auch Ariana Grande mit Freude zu goutieren.
Frightened Rabbit
27.05.2016 - 20:39 Uhr
Naja, Herrenrasse hin oder her, aber der gute Wagner hatte auch ein paar veritable c-Dur und a-Moll Hits. Ganz wie bei Max Martin. Könnte dir daher auch gefallen.

Leatherface

Postings: 1652

Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 20:55 Uhr
Wagner ist gut. Ich bevorzuge Strawinsky oder Smetana, wenn ich klassische Musik hören möchte.

Man kann Musik natürlich auch hören, um sich intelligent und überlegen zu fühlen und sich vorzugaukeln, andere Leute hören das nicht, weil sie "zu dumm" dafür sind. Zum Glück bedeutet das nicht, dass andere Leute einen dann auch für intelligent und gebildet halten müssen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Vor allem ist eine solche Person niemand, den man gerne um sich hat.

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

Postings: 17838

Registriert seit 10.09.2013

27.05.2016 - 22:24 Uhr
Okay Frightened Rabbit hat endgültig offenbart, wessen Geistes Kind er ist, kann getrost ignoriert werden.

@Aber: Wie LF sagt, es zählt nur die Musik, unter welchen Umständen diese entstanden ist, wie viele Songwriter daran beteiligt waren, wie viele Jahre diese Songwriter schon tätig sind, für wie viele Künstler sie parallel noch schreiben - das alles ist vollkommen egal, es ändert nichts am fertigen Song, der genauso gut oder schlecht sein kann wie jeder andere. Es macht das Musikhörerleben um einiges angenehmer, wenn man beim Hören von Musik alles außer die Musik an sich einfach ausblendet.

Und ja, wenn ein Rezensent dazu "gezwungen" wird, sich ein Album anzuhören, obwohl er mit dem Genre absolut nichts anfangen kann o.ä., dann läuft irgendwas entschieden falsch.
Aber
27.05.2016 - 22:39 Uhr
Ich hatte auch nicht geschrieben, dass "Baby, One More Time..." und "Dangerous Woman" sich ähneln ;-).

An sich stimme ich auch allem zu, was du, Leatherface, schreibst. Aber dennoch mag ich Grandes Album aus den genannten Gründen nicht. Und das hat an sich nichts mit dem Genre, Mainstream et cetera zu tun und mit den Produzenten auch nur insofern, als dass sie meistens ähnlichen kontemporären Output hervorbringen. Wenn ich das im Radio hören würde und mich das Gehörte irgendwie überraschen/mitreißen/mir gefallen würde, wäre mir das alles egal. Auch, wie "intelligent" oder was auch immer die Musik/der Künstler eingeschätzt wird. Trifft aber in dem Fall nicht zu (auch wenn mir das Album hier nicht aus dem Radio bekannt war, da ja "Focus" nicht auf der Standardversion enthalten ist).
Aber
27.05.2016 - 22:49 Uhr
@MopedTobias:

Ich verstehe dein Argument trotzdem nicht. Ich habe doch bereits von Anfang an geschrieben, dass mir vor allem die Musik nicht gefällt. Dabei ist zunächst mal alles ausgeblendet. Wenn dann jedoch argumentiert wird, dass nur Grande dies und das zustande bringt, dann passt die Argumentation nicht, da das höchstens auf ihren Gesang zugeschnitten sein kann oder auf 1/10 des Songs (was dann auch vollkommen okay ist). Der Rest kommt ja fast komplett nicht von ihr.

Wenn man nur schreibt, dass man den und den Song eben gut findet, ist das doch vollkommen in Ordnung. Genauso in Ordnung sollte es aber auch sein, wenn man schreibt, dass man ihn nicht mag. Oder?

Zu der Rezensentensache wurde ja quasi alles gesagt. Ich behalte mir: Bei kleinen Redaktionen mit circa drei Redakteuren, die trotzdem viel abdecken wollen, läuft einiges schief, sobald nicht irgendein Redaktionsmitglied eines der möglichen Genres der Muster mag.

Leatherface

Postings: 1652

Registriert seit 13.06.2013

27.05.2016 - 23:04 Uhr
Ich verstehe das Problem nicht. Der Rezensent hat doch geschrieben, dass er fast alle Songs des Albums wirklich gut findet - auch hier im Thread nochmal - und daraus speist sich eben die Wertung.

Natürlich ist es vollkommen in Ordnung ein Album nicht zu mögen. Es ist nur ziemlich unnötig sich dann irgendwelche Gedankenkonstrukte drum herum zu bauen, die mit der Musik nichts zu tun haben, um seine Wertung zu rechtfertigen wie "Die Künstlerin hat ja kaum was selbst gemacht", die sich letztendlich ohnehin nicht genau überprüfen lassen (immerhin ist sie bei fast allen Songs als Hauptsongwriterin gelistet - aber wie gesagt: Wurscht). Ein Song, den man mag, ist ein Song, den man mag. Ein Song, den ich mies finde, wird nicht besser, weil der Künstler ihn komplett selbst geschrieben und produziert hat.

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