The Chariot - One Wing

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Affengitarre

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10.03.2015 - 18:18 Uhr
Da es noch keinen Thread zu diesem Album gibt, dachte ich mir, dass ich mal einen erstelle. Das Ganze ist ein sehr abwechslungsreiches Mathcorealbum für Fans von Converge, TDEP und ETID. Fans von genannten Bands sollten mal reinhören, lohnt sich.

Affengitarre

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18.12.2018 - 00:31 Uhr
Immer noch sehr sehr stark. Ihr abwechslungsreichstes, merkwürdigstes, experimentellstes und eingängigstes Album. So viele Highlights wie der brachiale Opener mit seinen verrückten Tempospielereien, das grandiose "First", welches ab der Hälfte komplett abdreht und den perfekten Soundtrack für einen Stierkampf liefert (mit Bläsern und Peitsche!). Und Josh Scogin? Brüllt nach einer kurzen Pause einfach weiter als wäre nichts geschehen. Muss man gehört haben. Eigentlich hat jeder der Songs einen cleveren Einfall, eine tolle Idee, einen fantastischen Part. Kann ich jedem ans Herz legen, der sich für härtere Gitarrenmusik interessiert.
lel
18.12.2018 - 15:28 Uhr
Feier ich voll! Für mich dennoch nicht ihr stärkstes. Wars und Long Live sind meine Faves.

Affengitarre

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18.12.2018 - 15:51 Uhr
"Long Live" finde ich glaube ich ähnlich stark, beide auf einem Niveau. "Wars.." finde ich hingegen etwas unausgereift. Hat viele geile Ideen, aber manche Outros gehen zu sehr in die Länge und die Anzahl der Outros ist auch irgendwie zu hoch, beim Vorgänger und den zwei Alben danach wurden die experimentellen Passagen organischer eingebaut.
lel
20.12.2018 - 13:02 Uhr
Ich kann das komplett nachvollziehen. Ich hatte diese Unterhaltung schon mal mit einem Kumpel, der das ähnlich sieht wie du.

Ich mag jedes The Chariot Album aus anderen Gründen. "Everything is..." fühlt sich wie eine 25 minütige Breakdown-Jam-Session an. Was ein unglaublich seltsames aber frisches Konzept war.

"The Fiancee" hat so ein bisschen den Grundstein für den typischen The Chariot - Sound gesetzt. Ist durchdachter und komplexer als der Vorgänger.

"Long Live" ist experimenteller und hat das Ganze nochmal mehr aufgebrochen. Ich sag nur die 60er Jahre Atlanta-Samples, der Listener-Spoken-Word-Part, Das David de la Hoz Outro, das The Heavens Intro.

"One Wing" ist irgendwie "Long Live" am ähnlichsten und fasst The Chariot als Band nochmals zusammen. Ein bisschen wie bei der "Dissociation" von DEP.

Was ich aber an "Wars" liebe ist vor allem der Umstand und die Art und Weise, wie die Scheibe entstanden ist. Die erste CD Auflage von 25.000 Stk. (!!!) wurde von der Band handgestempelt, nummeriert und unterschrieben. Die ersten 300 Vorbesteller haben eine lustige hot Sauce mit dem Namen "Hot and Rumors of Hot" dazu bekommen.
Textlich geht es vor allem um den kürzlich verstorbenen Vater von Josh Scogin. Und ich finde das merkt man auch ("Victory is such a lonely word / I have built my father's house / but I refuse to breathe the breath of the failure / Resurrect and be blessed by the dead / Don't dig up old bones").
Mir gehen viele Zeilen einfach sehr nah. Außerdem hat er einen alten Norma Jean Trick ausgegraben, den er gerne auf der "Bless the..." angewandt hatte: Gebetsmühlenartig eine wichtige Songzeile wiederholen. Sei es das unglaublich starke "Victory is such a lonely word", "Stay with me, stay calm, for the body is not what we lack" oder "War - It's only skin deep.".
Das gepaart mit sehr vielen Punk-Beats. Ich gebe dir Recht: Es gibt viele kurze Songs, dafür viele lange Outros - aber ich glaube das zeigt einfach diese Rat- und Rastlosigkeit, die das Album vermitteln will.

Affengitarre

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20.12.2018 - 13:36 Uhr
Okay, die Hintergrundgeschichte der "Wars.." war mir so bisher nicht wirklich bekannt, da hat man natürlich nochmal einem anderen Blickwinkel auf die Sache. Wobei ich zugeben muss, dass ich nie wirklich versucht habe, bei The Chariot textlich den Zugang zu finden. Für mich verkörpert deren Musik einfach eine gewisse rohe Emotionalität, die mich sehr anspricht, ganz anders als beispielsweise die recht kalten Dillingers (zumindest meistens, nachdem Puciato dazustieß). Da sehe ich sie auch eher bei Converge oder Botch. Dreckiger, rauher, nicht so verkopft und kühl.

Dieses mantraartige Wiederholen ist wirklich super, kommt ja auch beim Nachfolger vor, wenn ich an den super Opener denke ("Disappointed, I know you are"), während aus dem Meer aus Feedback langsam ein Songungetüm emporsteigt.
lel
31.12.2018 - 09:19 Uhr
@Affengitarre

hast du zufällig ein paar Mathcore Bands aus Deutschland parat, die du mir empfehlen könntest? Hierzulande ist das ja immer noch etwas dünn besiedelt.

Affengitarre

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31.12.2018 - 17:57 Uhr
Mh, wüsste nicht, dass es hierzulande eine große Szene gibt. Ich mag ja The Hirsch Effekt, die gehen, seitdem die mit den Dillingers touren, schon in deren Richtung, nur vielleicht etwas ausufernder und experimenteller. Da dann die letzten beiden Alben. Das zweite gefällt mir persönlich zwar am besten, ist aber für mich dann doch eher Progressive Rock als alles andere. Aber sonst? Vielleicht "D'accord" von Fjørt, auch nicht direkt Mathcore, aber schön brutal und durchaus verspielt.
lel
31.12.2018 - 23:47 Uhr
The Hirsch Effekt sind mir natürlich ein Begriff. Das zweite Album feier ich neben dem ersten auch am meisten. Das letzte fand ich nicht sooooo geil.
Fjørt waren nie so meins.
Was sagst du zu denen:
https://cortarmao.bandcamp.com/album/herzmaschine

Mir fallen sonst noch Hyenas und Hedger ein.

Affengitarre

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04.01.2019 - 15:44 Uhr
Cortarmao klingen interessant, schöner Krach. Ich wünsche denen dennoch eine wuchtigere Produktion. :D

Hyenas sind auch cool, könnte man mit ihrem Sound sicherlich bei Deathwish verstecken. Natürlich nochmal ein ganzes Stück geordneter als die erste Band.

Hedger erinnert ein wenig an Mastodon, vielleicht auch wegen den cleaneren Vocals. Aber auch nett.
lel
08.01.2019 - 13:01 Uhr
Naja, vielleicht haben die beim nächsten Album mehr Geld. Ist ja bei kleinen unbekannten Bands oft auch ne Frage der Kohle.

Sinatra aus Berlin sind mir dann vorhin noch eingefallen. Mittlerweile aber auch schon wieder aufgelöst.
https://sinatraband2.bandcamp.com/releases

Da haben ja glaube auch Leute von Ancst mitgewirkt.

Sonst wird es langsam rar mit guten Math/Chaotic HC/Noise aus GER.

Affengitarre

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10.01.2019 - 12:26 Uhr
Wäre mir auch neu, wenn es hierzulande da so eine große Szene geben würde. Ist ja auch generell nicht das größte Subgenre der Welt.

Magst du eigentlich '68?
lel
10.01.2019 - 12:38 Uhr
Ja, '68 finde ich ganz cool! Ist natürlich nicht ansatzweise ein Ersatz für The Chariot, mag aber die Songs und das Konzept dahinter sehr. Live für 2-Mann auch ne totale Wucht. Fand die erste Platte da aber stärker.

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