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Welche Serie guckst Du gerade und wie ist Deine Bewertung?

User Beitrag

dryeye

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Registriert seit 28.09.2018

25.03.2021 - 16:38 Uhr
Unbelievable / Netflix-Serie
8/10

True Crime Drama Serie -
Die Story beruht auf wahren Begebenheiten und handelt von einer Reihe von Vergewaltigungen und die dazu stattgehabten polizeilichen Ermittlungen.
M.E. eine eindrucksvolle Schauspielleistung der drei Hauptdarstellerinnen.
Habe das Ganze im Originalton geschaut.
Es könnte evtl. sein, dass die Serie durch die Synchronisation an Qualität verliert.

ijb

Postings: 1052

Registriert seit 30.12.2018

25.03.2021 - 17:46 Uhr
Es könnte evtl. sein, dass die Serie durch die Synchronisation an Qualität verliert.

...wie sehr viele US-amerikanische Serien, die stark mit verschiedenen Akzenten, mit Sprachgestus, überhaupt mit Charakterzeichnung und Kolorit über Sprache erzählen. Aber das ist eine Diskussion, die wir vor einigen Seiten ja schon mal ausgiebig hatten.

Ich glaube aber, dass die Serie [ich würde sie sogar besser als 8/10 bewerten, aus diversen Gründen, die Serie ist qualitativ weit über dem Durchschnitt und durchweg sehr eindringlich] auch für Zuschauer, die sich nicht an Originalfassungen rantrauen bzw. Untertitel nicht mögen, dennoch auch sehr zu empfehlen ist (so die Resonanz, die ich bekommen habe).

Nummer Neun

Postings: 50

Registriert seit 14.06.2013

25.03.2021 - 19:22 Uhr
Also ich habe sie in der Synchro gesehen und fand sie auch überdurchschnittlich gut und wäre sogar bei einer 9/10.

dryeye

Postings: 123

Registriert seit 28.09.2018

25.03.2021 - 23:16 Uhr
Ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Ruhe, der Fokus und der Respekt dem anderen gegenüber von Detective Duvall in der Synchronisation genauso gut rüberkommt.

Orph

Postings: 435

Registriert seit 13.06.2013

28.03.2021 - 07:12 Uhr
Kennt hier jemand die Serie Beforeigners? Ich bitte um Meinungen.

Randwer

Postings: 1559

Registriert seit 14.05.2014

28.03.2021 - 09:45 Uhr
Weiß jemand was aus der WDR-Serie Ohjaaa! geworden ist?

Kalle

Postings: 132

Registriert seit 12.07.2019

28.03.2021 - 10:22 Uhr
@orph
Hat eine interessante Ausgangslage (Zeitreisende landen in Norwegen und leben anschließend mit ihren Eigenheiten unter den Norwegern - dann ein Todesfall). Ein paar lustige und skurrile Szenen hat die Serie, aber insgesamt konnte mich das ganze nicht so packen. Irgendwie ein bisschen durcheinander und ein befriedigendes Ende (Lösung des Mordes?) gab es auch nicht (es folgt ja noch eine 2. Staffel). Also nicht schlecht, allerdings auch kein Highlight. 6/10

ijb

Postings: 1052

Registriert seit 30.12.2018

28.03.2021 - 14:34 Uhr
"Beforeigners": Haben wir auch angefangen; ein wesentlicher Reiz beim Schauen lag für mich daran, die ganzen Orte in Oslo zu erkennen, da ich bestimmt 30-40 Mal in Oslo war und fast alle die Orte kenne und die Stadt in gewisser Weise recht überschaubar ist. Das machte fast mehr Spaß als die Handlung... Nach 3 oder 4 Folgen haben wir aber nicht weitergeschaut; zwar hätte mich schon irgendwie interessiert, was nun hinter dem Komplott steckt, aber die Verwicklungen und die Krimi-Elemente hatten recht bald so einen angestrengten und sehr konstruierten Eindruck, dass es nicht so richtig packte. Auch sind die Klischees (ja, ich weiß, natürlich ist das ganze ein Spiel mit Klischees) wie z.B. diese übertriebenen "Höhlenmenschen", die übertriebenen Männer- und Frauenstereotypen wie der immer nackt und super-dummimäßig rumrennenende Typ, der die Hasen jagt, bald ein bisschen nervig. Die weibliche Hauptfigur ist auf jeden Fall ein Höhepunkt der Serie.

ijb

Postings: 1052

Registriert seit 30.12.2018

28.03.2021 - 14:40 Uhr
PS: Also ich schließe mich dem Vorredner mit 6/10 an und bin quasi beruhigt zu lesen, dass es eh kein befriedigendes Ende zu geben scheint.

Aktuell schaue ich "Die Toten von Marnow", eine deutsche Serie in der ARD-Mediathek, die Freunden von "Ozark" und "Fargo" gefallen dürfte, so äußerten sich jedenfalls Bekannte von mir.

Ist noch ein bisschen zu früh für ein endgültiges Urteil. Aber soweit ist auf jeden Fall auf der Plus-Seite, dass hier eine Erzählweise, filmische Sprache und Ästhetik Anwendung findet, die das Ganze so erfreulich von ca. 98% aller deutschen (Fernseh-)Produktionen unterscheidet.
Wenn solche etwas großspurig auf internationale Ästhetik strebenden Erzähltöne sonst mal unter den von der Sparsamkeit deutscher Fernsehsender geprägten Zwängen angestrebt werden — oder auf Netflix mehr schlecht als recht an US-Produktioenn angelehnt werden, ist es eigentlich fast immer zwischen peinlich und sichtlich ungenügend.
Allein das macht die Serie schon mal sehenswert – und dass sie das Ganze auch noch in Schwerin erzählen (unter bewusstem und gut überlegtem Einsatz der Dreh-Umgebungen) statt mit den üblichen, von „Tatort“ und „Polizeiruf“ abgegrasten Großstadt-Bildern, ist ein eindeutiges Zusatz-Plus (das erinnert tatsächlich an "Ozark").

Mal schauen, wohin es sich am Ende entwickelt — aber bislang scheint es die gewohnten, allgegenwärtigen Krimi-Muster mit den üblichen Beziehungs-Dramaturgien zwischen den Figuren auf jeden Fall sehr gut zu umschiffen, zugunsten von interessanteren Figuren und Figurenentwicklungen…

Kalle

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Registriert seit 12.07.2019

28.03.2021 - 16:59 Uhr
Zu " Die Toten von Marnow " habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben. Ich fand die Serie toll.

ijb

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Registriert seit 30.12.2018

28.03.2021 - 17:18 Uhr
Stimmt, ich erinnere mich. Ich habe aber erst in den letzten zwei Tagen damit begonnen. Die Filmmusik finde ich nun nicht gerade so herausragend; erfreulich ist, dass sie auf jeden Fall anders und eigenwilliger ist als sonst zumeist bei öffentlich-rechtlichen Produktionen, leider aber ist Martin Tingvall einfach kein so wirklich inspirierter Komponist. Seine Platten im Trio sind oft sehr gut und flott und auch fantasievoll, seine Solo-Piano-Alben hingegen banalster Kitsch, wirklich am unteren Ende der (Qualitäts-)Skala von Solo-Piano-Musik was Komposition, eigene Sprache und Einfallsreichtum betrifft. Das zieht sich auch hier und da durch die "Marnow"-Filmmusik; manchmal setzt sie reizvolle Kontrapunkte, manchmal hilft sie beim Stimmungsmalen... in anderen Passagen ist sie aber auch schlicht störend oder aufdringlich (ich erinnere mich speziell an eine längere Passage mit aufdringlicher Klaviermusik, die fehl am Platz wirkt und weder etwas mit der Stimmung noch mit den Charakteren noch mit Spannungsmomenten zu tun hat) – nicht selten sind die Musikstücke einfach beliebig und ohne richtige Haltung zum Geschehen. Es wirkt ein wenig so, als hätte man der Verbindung von Film-Handlung und Musikauswahl weitaus weniger Aufmerksamkeit geschenkt als den restlichen Aspekten, an einigen Stellen passt es schlicht nicht zusammen. Musikalisch guter Durchschnitt.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25099

Registriert seit 07.06.2013

30.03.2021 - 17:42 Uhr
True Detective (Season 1) 9/10

Schon echt eine richtige gute Staffel und klar die beste. Allein das Duo Harrison / McConaughey ist die Reise wert. Ich mag aber auch, wie die langsam sterbenden rural areas der USA gezeigt werden. Dazu kommt eine beklemmende Atmosphäre und interessante Twists. Beim ersten Mal war ich irgendwie von der letzten Folge enttäuscht, aber ich weiss gar nicht so recht, warum. Ist halt ein Showdown, die find ich meist eher langweilig, weil es meist nur eine physische Auseinandersetzung ist. Aber das macht ja eigentlich nur 5 Minunten aus und der Rest ist schon klasse.
Season 2 werd ich mir sparen und Season 3 hab ich erst geschaut, aber der Rewatch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Randwer

Postings: 1559

Registriert seit 14.05.2014

30.03.2021 - 19:08 Uhr
Verpasst man eher etwas, wenn man Serien nicht schaut? Oder verpasst man, wenn man Serien schaut, etwas anderes?

dryeye

Postings: 123

Registriert seit 28.09.2018

30.03.2021 - 19:34 Uhr
Ja man verpasst etwas, wenn man Serien nicht schaut und ja man verpassst auch etwas anderes, wenn man Serien schaut.

ijb

Postings: 1052

Registriert seit 30.12.2018

30.03.2021 - 19:58 Uhr
...und vor allem: Verpasst man was, wenn man Serien mehrfach schaut?

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

30.03.2021 - 20:00 Uhr
@dryeye:
:D

Hanno

Postings: 37

Registriert seit 13.06.2013

30.03.2021 - 20:12 Uhr
@Randwer

Wie so oft, kommt es auf eine gesunde Mischung an - ich z.B. begnüge mich mit den großen Serien unser Zeit (Sopranos, Wire, Mad Men, Breaking Bad, Twin Peaks et al) und lasse daher die restlichen 98,739% aller Produktionen aus, um mich des Lebens außerhalb eines Bildschirms zu widmen ...

Enrico Palazzo

Postings: 1622

Registriert seit 22.08.2019

30.03.2021 - 20:18 Uhr
Die Toten von Marnow fanden wir leider sehr, sehr platt und durchschnittlich. Das Beste ist sind die Farben und die Kamera. Ansonsten komplett platte Figuren, die platt in der ersten Folge präsentiert werden, damit der Doofe Zuschauer gleich weiß, dass die Hauptdarstellerin ne ganz taffe ist etc... und ziemlich dumme Dialoge. Schade, ich hatte was erwartet.

ijb

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Registriert seit 30.12.2018

30.03.2021 - 20:33 Uhr
@ Enrico Palazzo:
Ich verstehe gut, dass man das so empfinden kann, und ich gebe gerne zu, dass ich das in der ersten Episode auch ein wenig befürchtet hatte; allerdings sind die Schauspieler/innen doch überzeugend genug, um die Geschichte vor Plattheiten zu bewahren, und vor allem bleiben die Figuren über die achte Episoden hinweg nicht eindimensional. Da wird zumindest versucht, mal ein bisschen "larger than life" (nach US-Vorbild) zu erzählen, als Kontrast zum deutschen Krimi-Durchschnitt und dem Gros der "Tatort"-, "Polizeiruf"- usw. Produktionen, und dass es nicht 100% gelingt, darüber konnte ich hinwegsehen, dazu waren Inszenierung und vor allem auch das filmische Erzählen über dem Niveau von fast allem, was man sonst im Fernsehen zu sehen bekommt.
Dumme Dialoge habe ich eigentlich auch nicht wirklich viele wahrgenommen bzw. "sehr sehr platte" Geschichte. Klar, wenn ich es mit manchen US-Serienproduktionen vergleiche, hat es ein bisschen was Provinzielles - aber nie so gravierend, dass ich den Kopf schüttle, wie das bei echt sehr vielen deutschen Produktionen der Fall ist. Die haben mit den Mitteln, die man hierzulande aus ARD-Töpfen bekommt, schon was echt Unterhaltsames zustande gebracht.

Mich würde allerdings auch mal interessieren, was du empfehlen würdest. Hast du was gesehen in letzter Zeit, das dich mehr überzeugt hat, also aus dem Bereich Krimi/Thriller u.U.? Was wären so deine Favoriten?

dreckskerl

Postings: 5243

Registriert seit 09.12.2014

30.03.2021 - 20:42 Uhr
Ich fand "Die Toten von Marnow" maximalim Bereich 6/10. Es gibt einige Pluspunkte, die hier erwähnt wurden, mich hat das Ganze über die hanebüchene Story zum Ende hin nicht mehr erreicht. Da gabs für mich unfreiwillig komische Szenen und ich kann dieses Klischee nicht mehr ertragen, dass gefühlt 75% aller im Osten angesiedelten (Serien)mörder, immer noch 31 Jahre nach Fall der Mauer, arme von der Stasi einstmals übelst traktierte Racheengel sind...warum in aller Welt 31 Jahre warten mit der totalen Rache???
Immer die gleiche öde Soße, besonders gerne von westdeutschen Autoren geschrieben.
Diese über 30 Jahre alte Stasiconnection beim LKA fand ich lächerlich.
Und, das bemerkte auch ijb die merkwürdig unpassend anheimelnde Klaviermusik.

ijb

Postings: 1052

Registriert seit 30.12.2018

30.03.2021 - 21:15 Uhr
@dreckskerl: Ja, diese immer wieder neu aufgekochte Stasi-DDR-Rachestory mit Serienmörder nach über 30 Jahren finde ich auch einen deutlichen Schwachpunkt und an den Haaren herbeigezogen. Auch die ganze LKA-Sache hab ich irgendwann nicht mehr kapiert und gedacht "auch egal, das ist jetzt halt nicht wichtig".
Ich bin da insgesamt allerdings etwas gnädiger als 6/10 (wegen der Pluspunkte eben), weil hanebüchne Story finde ich erstmal nicht schlimm - wenn es die Figuren tragen und die Inszenierung nicht ins Unglaubwürdige kippen lässt. Siehe Breaking Bad, Ozark, True Detective u.v.v.a.
Dass das nicht das Format der genannten Serien hat, klar. Aber das es immerhin mal versucht wurde, und das unter den Beschränkungen des deutschen Fernsehens, das fand ich schon mal gut. Viele Der Schauspieler habe ich schon deutlich schlechter gesehen. Unfreiwillig komisch übrigens fand ich das fast nirgends. Ich sag "fast", weil ich mich da an nicht konkret derartiges erinnere, aber es gut sein kann, dass ich das auch mal so empfand. Mir geht's in so Serien oder Filmen immer so, dass, wenn die wesentlichen Charaktere keinen totalen Stuss machen, schaue ich eher über Übertreibungen und thematische Schwachheiten und Klischees hinweg als wenn's andersrum ist - also wenn ich den Figuren einfach jede zweite Handlung nicht abnehme, weil sie rein drehbuchmäßig ausgedacht und auf Effekt hin konstruiert ist (z.B. was ich von "The Americans" gesehen habe) aber meinetwegen das Thema total superduper (sozial-)politisch wichtig und relevant ist oder es total um die Ecke gedachte Überraschungswendungen gibt.

ijb

Postings: 1052

Registriert seit 30.12.2018

30.03.2021 - 21:18 Uhr
... ein Beispiel für viele "total um die Ecke gedachte Überraschungswendungen" mit Hauptfiguren, die irgendwann nur noch Erfüllungsgehilfen der Drehbuchkonstruktion werden, aber nicht mehr überzeugende Figuren mit eigener Identität sind, wäre die zweite Staffel von "Fargo". Ich weiß natürlich, dass viele das mögen; ich steige da aus...

Peacetrail

Postings: 2313

Registriert seit 21.07.2019

30.03.2021 - 21:32 Uhr
Futurama, Staffel 1: 20 Jahre nicht gesehen, immer noch top.

Kalle

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Registriert seit 12.07.2019

30.03.2021 - 23:18 Uhr
@enrico palazzo
Zum Glück bin ich "doof" genug, um mich an den "Toten von Marnow" zu erfreuen. Und die Aussagen zu platt werden nicht richtiger, wenn man es immer wieder wiederholt.

Peter M

Postings: 9

Registriert seit 09.03.2018

30.03.2021 - 23:24 Uhr
The Wire-erste Staffel fast durch und so langsam habe ich fast alle Namen drauf-bin gespannt wie’s weitergeht

dreckskerl

Postings: 5243

Registriert seit 09.12.2014

30.03.2021 - 23:48 Uhr
@ijb
Breaking Bad ist m.E. nicht hanebüchen und vor allem nicht voll ewig alter Klischees. Die Story mag nicht realistisch sein und bizarr, womit ich aber gut zurechtkomme.
Das mit dem Stasikram geht mir wirklich enorm auf den Zeiger inzwischen (Weißensee war eine Ausnahme und eine der besten Serien der Öffentlichen im vergangenen Jahrzent, da war es noch nicht so abgenutzt und vor allem nicht Ausgangspunkt irgendwelcher völlig überzogener Rachefeldzüge).

Zu Americans und Fargo haben wir dann komplett unterschiedliche Sichtweisen, beide Serien bzw einmal Anthologie/Miniserie sind für mich herausragend gut gelungen.

Ich finde, man muss da auch noch mal unterscheiden zwischen einer Serie, die der ursprünglichen Definition von Serie entspricht, die über viele Folgen und mehrere Staffeln erzählt wird und der neu definierten "Miniserie".

Fast alle Serienproduktionen im deutschen TV sind ja Miniserien, man könnte auch sagen es sind letztlich die klassischen Drei oder Vierteiler, die es schon seit 50 Jahen gibt nur dann in 6 oder 8 Teile gesplittet, was dann bei der Ausstrahlung meist wieder zum Drei-oder Vierteiler wird.

Aus deutschen Landen habe ich zuletzt keine gute Kriminalserie mehr gesehen, da bin ich ja eindeutig auf britischer Linie, die machen ohnehin das beste Fernsehen der Welt (da meine ich aber dann nicht nur Serien).
Kennst du Line of Duty?
Da sind die ersten 4 Staffeln schon verdammt gut, bin gespannt auf die gerade angelaufene neue.
Vor zehn Jahren gabs dann den Scandinavian crime noir Hype, mit einigen richtig guten Serien, die sich aber inzwischen auch arg in den eigenen Klischees verfangen.

Gerade vor ein paar Tagen hab ich "8 Zeugen" gebingt 8 Folgen a 23 Minuten, also quasi ein überlanger Film. Kammerspielkrimi mit Ann Kathrin Kramer als "Doktorin mit Spezialgebiet Erinnerungen", zum Teil schon richtig schlechte Dialoge (eine Doktorin die notorisch, scheinbar statt anscheinend benutzt), was mir da gefiel, war die Art und Weise wie die Spannung aufgebaut wurde, war dramaturgisch mal was anderes.

Kein Krimi, was mich aber sehr gut unterhalten hat, ist die dritte Fortsetzung der Familiensaga "Kudamm 63" nach 56 und 59, letztlich eine History-Soap, quietschbunt nicht so bierernst (der aktuelle Teil hat einige Dialoge, die eindeutig an Loriot erinnern.)



ijb

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31.03.2021 - 00:07 Uhr
@dreckskerl:
Bei Breaking Bad sind wir durchaus derselben Meinung; ich habe das einfach verkürzt dargestellt, weil das nicht das eigentliche Thema war. Ich meine natürlich, dass die Geschichte teilweise wirklich arg an den Grundfesten des Realistischen rüttelt - aber dadurch, wie es erzählt ist, bleibt es immer glaubwürdig, so abwegige Wendnungen die Handlung auch nimmt.

Fargo 1 finde schon sehr gut, bei Staffel 2 überwiegt dann im Verlauf der Handlung mehr und mehr die Lust an den absurden Wendungen und die extrem überzeichneten Massentötungen einfach gegenüber der Charakterzeichnung. Das soll keineswegs heißen, dass ich es schlecht fände. Es ist halt mehr "Coolness" als Erzählen nach Charakteren. Deshalb bislang nicht weitergeschaut.
Anders bei "The Americans" (da hab ich's aber bislang nur bis zur Mitte der zweiten Staffel geschaut. Ich mag so Serien nicht so, wo der Handlungsstoff einer kompletten Langspielfilmhandlung von Anfang bis Schluss in eine Episode reingepfercht wird, und die Figuren dann mehr Erfüllungsgehilfen des Plots werden; da leidet dann irgendwann die Glaubwürdigkeit, wenn die Verhältnisse z.B. zwischen den beiden Ehepartnern sich z.T. alle zwei Episoden komplett verkehren müssen; irgendwann schaue ich das aber weiter, weil viele gesagt haben, dass es später etwas besser wird. Für mich steht und fällt gerade eine längere Geschichte mit der Glaubwürdigkeit der Figuren; da brauche ich dann nicht in jeder einzelnen Episode eine komplette Spannungs-Story mit Abschluss. Wie gesagt, auch hier: Ich sage nicht, dass das schlecht ist; nur ich mag es deutlich weniger als Geschichten und Serien (ob "Mini" oder länger ist da für mich eher zweitrangig, denn man kann ja viele Geschichten länger und kürzer erzählen), bei denen sich die Handlung nach den Charakteren richtet.

ijb

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31.03.2021 - 00:07 Uhr
An die "Ku'damm"-Serie hab ich mich noch nicht rangewagt; bin nicht so der Freund von historischen und Ausstattungs-Filmen.

"Line of Duty" auch noch nicht gesehen.

dreckskerl

Postings: 5243

Registriert seit 09.12.2014

31.03.2021 - 00:28 Uhr
Dann lass es besser, wobei antesten tut ja nicht weh, ist halt zur Zeit komplett in der ZDF Mediathek.

Line of Duty kann ich aber absolut empfehlen.

Die Kritik zu Americans habe ich von dir schon mal gelesen und kann das irgendwie nicht ganz glauben, haben wir zwei verschieden Serien gesehen? Das ist doch mindstens zu 80 % horizontal erzählt...echt Fragezeichen.

ijb

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Registriert seit 30.12.2018

31.03.2021 - 01:43 Uhr
antesten tut ja nicht weh, ist halt zur Zeit komplett in der ZDF Mediathek.

Ja, was du oben geschrieben hast, liest sich sehr interessant. Gilt das für alle drei Staffeln? Im Moment habe ich allerdings so viele Serien und Filme auf meiner Liste (also in aktuellen Mediatheken und Netflix), dass es wahrscheinlich ne Menge Sachen gibt, die ich vorher einschalten würde.

Die Kritik zu Americans habe ich von dir schon mal gelesen und kann das irgendwie nicht ganz glauben, haben wir zwei verschieden Serien gesehen? Das ist doch mindstens zu 80 % horizontal erzählt...echt Fragezeichen.

Okay... hm, das beruhigt mich zumindest ein wenig. Vielleicht klingt es übertriebener, als ich es gemeint habe. Es ist vielleicht nicht so extrem der Fall wie in "Battlestar Galactica", aber ich habe es schon so in Erinnerung, dass die beiden in jeder Folge einen neuen "Fall", ein neues Problem zu lösen haben, und der dann auch jeweils mehr oder weniger mit Episodenende abgeschlossen wird. Die "horizontalen" Elemente hab ich zwar auch wahrgenommen, fand die auch deutlich spannender als die kurzatmigen 45-Minuten-Stories - aber ich erinnere mich auch, dass sich das z.T. gegenseitig auf die Füße trat, die auf Horizontale angelegten Handlungselemente und die Episoden-Kurzgeschichten-Dramaturgie. Und dann musste eben regelmäßig mal der/die eine dem/der anderen vollkommen und "endgültig" misstrauen, und zwei Episoden später war es wieder 180 Grad andersrum mit dem Vertrauen und Misstrauen - und dann weitere zwei Folgen später wieder umgekehrt etc - das hat für mich die Glaubwürdigkeit der Figuren(konstellation) über Gebühr strapaziert (oben hatten wir das Stichwort unfreiwillig komisch).
Aber wie gesagt, ich hab nur bis irgendwo bei der Hälfte der Staffel 2 geschaut; es soll danach besser werden, haben einige geschrieben; ich fand die Drehbücher bei Americans soweit teils etwas durchschnittlich.

Diese "Kurzgeschichten"-Dramaturgie (nenne ich's jetzt mal etwas salopp) gibt's natürlich auch in manchen anderen Serien wie Breaking Bad - aber eben immer nur hin und wieder mal (Zugüberfall, Fliegen-Kammerspiel).
Die richtige Waage zwischen Plot und Charakteren zu erreichen, scheint mir sowas wie die Königsdisziplin gerade im seriellen Erzählen zu sein; und fast alle Serien neigen entweder in die eine oder in die andere Richtung; den besten gelingt beides: ausgeklügelt geschriebener Plot und doch immer den Charakteren glaubwürdig folgen. Wenn ersteres nicht so 100% gelingt, bleibe ich trotzdem meistens dran (emotionale Bindung eben) - aber wenn letzteres nicht überzeugt, steige ich aus [emotionale Bindung geht flöten ... manchmal kann ich drüber hinwegsehen und bleibe trotzdem bei der Serie - aber wenn's einfach so oft vorkommt, dass es einfach nur noch behauptet ist, kann ich mir üblicherweise keine vollständige Staffel anschauen, so hab ich z.B. mehrere Homeland-Staffeln nach zwei, drei Episoden abgebrochen - einfach zu viel Abstrusitäten und keine schlüssigen Figuren. (Drei Staffeln haben wir immerhin bis zum Schluss durchgehalten, aber insgesamt bleibt es eine der mittelmäßigeren Serien.)]

regger

Postings: 2

Registriert seit 31.03.2021

31.03.2021 - 10:25 Uhr
Brooklyn Nine-Nine
9/10

Bewertung für Staffel 1 - 6
Tolle Charaktere, extrem flüssige Erzählweise und mit die besten Witze / Streiche, die ich in einer Comedyserie sehen durfte.
Teilweise werden auch noch gekonnt gesellschaftspolitische Themen eingepflegt.

Kai

Postings: 790

Registriert seit 25.02.2014

31.03.2021 - 15:09 Uhr
Invincible (Amazon Prime)
Folge 1-3

Wer Comics und Superhelden-Zeichentrick der 80er mag wird das hier lieben. Gewalt ist teilweise schon etwas drüber aber... ist halt 'nen Comic.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 6829

Registriert seit 26.02.2016

02.04.2021 - 10:18 Uhr
Twin Peaks:

Season 1 9,5/10
Season 2 7,5/10
Fire Walk With Me 8/10
Season 3 / The Return 9/10

Mehr noch im Thread zur Serie.

Perfect Day

Postings: 276

Registriert seit 18.01.2014

02.04.2021 - 12:16 Uhr
Your Honor 6/10

Eine Serie, die durchaus spannend erzählt wird. Brian Cranston‘s Bezug zu Walter White kann man definitiv nicht leugnen, weshalb sich der natürlich etwas ausgelutschte Vergleich mit Breaking Bad permanent aufdrängt. Und in diesem Bezug verliert Your Honor in meinen Augen laufend. Der Serie fehlt jeglicher Humor, den sie an manchen Stellen aber nötig gehabt hätte. Die Schauspielleistungen sind wiederum durchweg gelungen.

Der Plot ist natürlich mit dem Holzhammer gezimmert, weit entfernt von einem realistischen Handlungsverlauf, die Erzählung im ersten Drittel zudem etwas zu schwermütig.

Trotz aller aufgeführten Schwächen hat mich die Serie unter dem Strich gut unterhalten. Wenn man nicht mit zu hohen Erwartungen an die 10 Folgen rangeht, kann man durchaus seine Freude damit haben.

Kai

Postings: 790

Registriert seit 25.02.2014

02.04.2021 - 12:28 Uhr
Invincible Folge 4

Bleibt auf hohem Niveau und gefällt damit richtig gut. Für mich bisher die Überraschung des Jahres.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25099

Registriert seit 07.06.2013

02.04.2021 - 15:51 Uhr
The Wire (Season 2) 10/10

Der Szenenwechsel auf den Hafen ist immer erstmal etwas eigenartig, aber zahlt sich am Ende eben doch aus. Die Staffel fokusiert sich mehr auf die deutlich "weißere" Working Class und die sterbende Industrie der USA als auf die eher "schwarzen" Drogenslums. Die Familie Sobotka steht im Mittelpunkt und wird über den Verlauf der Season so einiges durchmachen. Fantastisch ist die Verquickung des alten Teams mit dem Hafenmilieu, sei es durch die entsetzlichen Morde im Container oder auf absurde Weise über den Streit um das verdammte Kirchenfenster. Die letzten Folgen machen mich teilweise echt fertig in ihrer Tragik, besonders das Schicksal einer Person (ohne zu spoilern: jene, die austickt und dann im Gefängnis landet).
Nicht zu vergessen darf natürlich auch der hier etwas im Hintergrund befindliche Barksdale-Strang. Denn auch hier gibt es einen extremen Tiefschlag und viel Machtpolitik, speziell zwischen Avon und Stringer, welche noch eine Rolle spielen wird.
So, mit Season 3 geht es jetzt wieder zurück auf die Straße.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25099

Registriert seit 07.06.2013

04.04.2021 - 15:22 Uhr
Game Of Thrones (Season 2) 9-9,5/10

Season 2 ist ähnlich wie Buch 2 noch etwas besser als das/die erste, weil sich die Welt noch weiter öffnet. Dazu gibt es sich immer mehr verwickelnde Verwicklungen, tolle Kulissen und ein paar echt grandiose Dialoge. An sich sind es immer wieder die Szenen, in denen zwei Personen miteinander reden, die ich am besten finde. In der Season 1 war das z.B. das Gespräch zwischen King Robert und Cercei, hier sind es besonders die Treffen von Tyrion und Cercei (sowieso ein grandioser Charakter und eine grandiose Performance). Klasse sind auch die Szenen von Tywin und Arya. Da haben D&D sogar mal tolles ohne eine Vorlage hinbekommen.
Produktionstechnisch und schauspielerisch ist schon alles oberstes Regal und das Drehbuch ist dank der Martin-Vorlage auch klasse. Die Serie hatte ihren Erfolg schon verdient (bis zu einem gewissen Punkt).

Old Nobody

User und News-Scout

Postings: 2258

Registriert seit 14.03.2017

05.04.2021 - 22:29 Uhr
After Life
Staffel 1: 9/10
Staffel 2: 8/10

Staffel 1 hab ich zum zweiten Mal geschaut, die zweite zum ersten Mal. Während die erste in seiner Stimmung erdrückender scheint,der Zynismus richtig bissig ist und viel toller Post Rock eingesetzt wird,ist die zweite positiver eingefärbt,insgesamt wirkt alles etwas versöhnlicher und auch an der Musik macht sich das bemerkbar. Ich finde daher wie so viele die zweite Staffel schwächer aber für mich ist die immer noch sehr gut. Freu mich auf die dritte

Hanno

Postings: 37

Registriert seit 13.06.2013

10.04.2021 - 11:05 Uhr
Too Old To Die Young (06/2019) - 8-9/10 ...

Gab hier damals drei, vier durchaus positive Wortmeldung dazu, bin mir aber nicht sicher, ob die Serie (läuft auf Prime) heute jeder auf dem Schirm hat, der sie gut finden würde, daher die Erwähnung. Nehme mich da als Beispiel, weil mir ein Bekannter die Empfehlung gegeben hat, ohne die ich vermutlich nie darauf gestoßen wäre. 10 Folgen à 13 Stunden, also kein riesiges Projekt.

Hebt sich sehr vom üblichen Standardkram ab, ohne aber komplett durchzudrehen, also im Grunde im Serienbereich durchaus die Entsprechung zum gewöhnlichen PT-Nutzer :-)

Um abschließend meinen Bekannten zu zitieren: "Nichts für einen Gute-Laune-Abend" ...

Rote Arme Fraktion

Postings: 3383

Registriert seit 13.06.2013

11.04.2021 - 15:24 Uhr
1. Folge von Resident Alien gesehen. Kann richtig groß werden, fand die schon sehr stark.

Eurodance Commando

Postings: 1168

Registriert seit 26.07.2019

11.04.2021 - 15:34 Uhr
Die Prämisse klingt aber schon mal wie die dümmste Scheiße.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25099

Registriert seit 07.06.2013

12.04.2021 - 16:50 Uhr
Game Of Thrones (Season 3) 9,5/10

Das war schon echt ne feine Serie. Season 3 genauso wie die 2 lebt auch von der großen Welt. Und: den Lannisters. Die haben einfach die besten Schauspieler. Cercei ist Göttin, Tywin ist Gott. Was die beiden mit bisschen Mimik auslösen ist Weltklasse. Grandios wird es besonders immer wenn zwei Lannisters aufeinanderprallen, speziell Joffrey vs. Tywin und Tyrion vs. Cercei haben hier die besten Szenen. Dazu hat Season 3 natürlich noch die wohl heftigste und zumindest für Erstschauer überraschenste Szene. Und selbst beim dritten Mal muss ich da gut schlucken. Schön auch dass immer neue Charaktere dazukommen, die tollste Bereicherung in Season 3 ist sicherlich Olenna Tyrell.

Grizzly Adams

Postings: 757

Registriert seit 22.08.2019

12.04.2021 - 18:00 Uhr
@Hanno: Aus too old to die young bin ich ausgestiegen. Im Grunde schweigen sich die Protagonisten permanent und staatstragend an, um es ein wenig despektierlich auszudrücken. Wirkte auf mich alles so wie ein verpixeltes Video einer Überwachungskamera anzuschauen wie sie bei Dokus über bekannte oder weniger bekannte Straftaten auf zdf Info, Nitro oder so laufen. Nicht meins.

sizeofanocean

Postings: 521

Registriert seit 27.01.2020

12.04.2021 - 19:12 Uhr
Resident Alien hat mir auch auf Anhieb gefallen - überzeugender Hauptdarsteller, interessante Nebencharaktere, böser Humor, still-melancholische Momente, könnte ein Überraschungshit werden.

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