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Beck - Morning phase

User Beitrag

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7660

Registriert seit 26.02.2016

18.05.2021 - 22:01 Uhr
Ganz kalt lässt es mich nicht, eine 7/10 ist ja schon sehr gut.
Aber in der Klasse von "Sea Change" spielt sie für mich auch weiterhin nicht... ein paar Songs dudeln mir auch heute noch zu sehr vorbei.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26877

Registriert seit 07.06.2013

18.05.2021 - 22:19 Uhr
Versteh ich echt nicht. Ich finde da genauso tiefe Wurzeln, wunderschöne Melodien und Arrangements und Becks grandiose Performance. Nun ja.

jo

Postings: 3329

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 06:01 Uhr
Ich denke, es kommt hierbei eben immer darauf an, ob einen eher Trauer oder ebenso Hoffnung erreichen kann.

Bei ersterem sehe ich auch "Sea Change" vorne, aber bei letzterem natürlich "Morning Phase". Dadurch wird es für mich jedoch keineswegs schwächer oder "weniger tief verwurzelt".

Takenot.tk

Postings: 1763

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 09:24 Uhr
Für mich fußt die Hoffnung eben auf nichts, zumindest kommt das durch die Lyrics nicht rüber, die Emotion wirkt auf mich sehr unpersönlich. Bei Sea Change höre ich den Schmerz in jeder Zeile, und ich meine auch nachvollziehen zu können wo er her kommt und wie er entstanden ist.

Es ist natürlich auch meist deutlich einfacher mit einem schmervollen bzw. traurigem Lied einzufangen als mit einem hoffnungsfrohen, welches gerne in allgemeine Plattitüden abdriftet.

Während in Sea Change immer das "Du und Ich" vorherrscht in den Lyrics, weicht Morning Phase gerne auf ein unbestimmtes "Sie und Wir" aus, und jedes "Du" bezieht sich eher auf mich, den Hörer, als auf den Partner oder Ex-Partner an den die Zeilen gerichtet sind und in die ich als Hörer nur zufällig und heimlich reinhören darf.

Ich werde sie gleich nochmal laufen lassen, mal schauen ob das alles haltbar ist was ich schreibe ;-)

Musikalisch finde ich es ja durchaus ähnlich liebevoll arrangiert wie Sea Change (wenn auch im Detail nicht so genial), aber gerade deshalb muss es eben auch auf der lyrischen und melodischen Ebene bei mir mit dem Meisterwerk konkurrieren (Sea Change rangiert ganz klar in meiner Top 10 der besten Alben aller Zeiten) - und da kommt es halt für mich nicht hin, weshalb es für mich noch stärker abfällt als es das vermutlich tun würde wenn es keinerlei Verbindung zu einem anderen Album gäbe...

Menikmati

Postings: 400

Registriert seit 25.10.2013

19.05.2021 - 10:19 Uhr
Ich finde die beiden funktionieren bestens nebeneinander. Während auf Sea Change die schwere Traurigkeit dominiert (kann ich nicht immer hören), weicht die Stimmung auf Morning Phase einer melancholischen Leichtigkeit (geht fast immer). Im übrigen finde ich, dass Morning Phase genau so viel Tiefgang und Atmosphäre besitzt (Turn Away).

Vielleicht sollte man sie nacheinander hören, um die Katharsis zu durchleben ;-)

Takenot.tk

Postings: 1763

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 10:52 Uhr
Für mich war immer Mutations das perfekte Gegenstück zur Sea Change ;-)

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26877

Registriert seit 07.06.2013

19.05.2021 - 11:19 Uhr
Ich denke, es kommt hierbei eben immer darauf an, ob einen eher Trauer oder ebenso Hoffnung erreichen kann.

Hmm, kein schlechter Punkt. Mich hat bis vor ein paar Jahren eigentlich nur richtig traurige/verzweifelte Musik berührt. Erst in den letzten Jahren kann etwas ähnliches auch versöhnlichere Musik bei mir auslösen. Vielleicht ist deshalb das Album bei mir über die Jahre so gewachsen. Früher stand es klar im Schatten von "Sea change".

Kleiner Funfact: "Country down" war der Grund, warum ich vor einem halben Jahr wieder angefangen habe, Akkustikgitarre zu spielen und dazu zu singen. Ich liebe diesen Song total.

jo

Postings: 3329

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 11:32 Uhr
Ja, ich denke, ich habe damit den Nagel auf den Kopf getroffen - so was kann ich ;).

Passt auch zu dem, was Takenot.tk sagt.

Nein, im Ernst: Ich sehe das ähnlich wie Menikmati - schwere Traurigkeit kann ich nicht immer hören (mag ich aber trotzdem), melancholische Leichtigkeit schon fast immer. Wenn diese dann noch so gut gemacht ist (beziehungsweise bei mir so ankommt), wie das hier der Fall ist: super! Daher steht das Album für mich "Sea Change" in nichts nach.

Takenot.tk

Postings: 1763

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 12:43 Uhr
Ein letzter Beitrag von mir noch dazu:
Bei Sea Change haut mich immer so aus den Socken, dass es eigentlich wie ein wahnsinnig introvertiertes, intimes Songwriter-Album klingt, welches zufällig in die Hände von Nigel Godrich und dem Streicher-Arrangeur (weiß gerade nicht mehr den Namen) geraten ist und dann noch eine komplett andere Dimension hinzugefügt bekommen hat, eine eigentlich völlig unpassende, dadurch aber ums soviel spannendere Produktion.

Bei Morning Phase habe ich halt viel eher das Gefühl, dass die Songs für genau dieses Album geschrieben wurden, weshalb es mich auch viel weniger umwuchtet.

Aber ich möchte es auch keinem madig quatschen, es freut mich für euch dass euch das Album ähnlich abholt, und es ist alles in allem ja auch wirklich gut gemacht. Wie gesagt, der große Abstand zu Sea Change liegt bei mir weniger an der fehlenden Qualität dieses Albums, als vielmehr an der absoluten Großartigkeit des quasi-Vorgängers.

Affengitarre

User und News-Scout

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Registriert seit 23.07.2014

19.05.2021 - 12:56 Uhr
Hat nicht Becks Vater die Streicher arrangiert? Interessant, dass du das mit der Produktion so wahrnimmst, für mich hat das schon immer genauso gepasst, da sitzt jede Note wo sie soll. Mag die "Sea Change" auch ein gutes Stück lieber als die "Morning Change", erstere ist für mich eine unfassbar intensive emotionale Reise, die "Morning Change" "nur" ein sehr schönes Album mit tollen Songs.

Zappyesque

Postings: 633

Registriert seit 22.01.2014

19.05.2021 - 13:28 Uhr
Ich sehe das ähnlich wie takenot, nur gibt es für mich auf "Morning Phase" zudem auch noch richtige Lowlights wie "say Goodbye" und "Blue Moon", die ich inzwischen einfach Skippen muss. Das hymnische und die vielen Lagen Hall und Echo bekommen mir gar nicht gut auf "Morning Phase", das mMn etwas subtiler hätte produziert werden dürfen.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

19.05.2021 - 14:40 Uhr
Wie kann man "Blue Moon" skippen? Das ist doch mit das Highlight (unter Highlights). Ihr seid doch alles Schüsseln! :D

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7660

Registriert seit 26.02.2016

19.05.2021 - 18:36 Uhr
"Blue Moon" ist auch bei meinen Highlights dabei, von der Äußerung möchte ich mich klar distanzieren. :P

fuzzmyass

Postings: 6860

Registriert seit 21.08.2019

19.05.2021 - 19:07 Uhr
Niemals beide auf gleichem Niveau für mich - Morning Phase nett, Sea Change grandios.

jo

Postings: 3329

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 19:47 Uhr
Bei Sea Change haut mich immer (...)

Bei Morning Phase habe ich halt viel eher das Gefühl, dass die Songs für genau dieses Album geschrieben wurden (...)


Aber nur, weil du das Gefühl hast, muss es ja nicht so sein ;) - könnte ja genauso gut umgekehrt gewesen sein.

Ich verstehe jedoch natürlich, dass einem sein Gefühl öfter mal was vorgaukelt, was man dann nicht mehr anders wahrnehmen kann.

Nebenbei: "Blue Moon" finde ich auch klasse :).

Für mich ist "Morning Phase" nicht weniger "intensiv" als "Sea Change". Nur eben auf eine andere Weise.

Takenot.tk

Postings: 1763

Registriert seit 13.06.2013

19.05.2021 - 23:21 Uhr
@jo
Naja, aber es ist zumindest naheliegend, da Sea Change ja zu der Zeit ein komplett anderes Album war als alle seine Vorgänger (besonders damals ja grundsätzlich gerne so bei Beck), während Morning Phase ja von Anfang an ein stückweit als Nachfolger von Sea Change angegangen wurde in der musikalischen Herangehensweise.

jo

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19.05.2021 - 23:29 Uhr
Ja, aber warum soll er nicht relativ schnell die Idee in Richtung "clevere/ausgefallenere Arrangements" gehabt haben?

Takenot.tk

Postings: 1763

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20.05.2021 - 10:14 Uhr
Das ist natürlich alles höchst spekulativ, aber der "Grund" für die Songs von Sea Change war ja die Trennung von seiner damaligen Freundin - zudem nehme ich an (auch höchst spekulativ), dass Nigel Godrich schon prägend war für den Sound von Sea Change (Beck hatte ja vor den Aufnahmen schon ein paar Sessions mit nem anderen Produzenten gemacht, die dann verworfen wurden).
Morning Phase hatte eben im Gegensatz dazu ein nicht von der Hand zu weisendes Vorbild. Welchen Einfluss dass letztendlich auf das Songwriting hatte ist natürlich, du sagtest es schon, höchst spekulativ. Aber für mich klingt es auf jeden Fall so ;-)

jo

Postings: 3329

Registriert seit 13.06.2013

20.05.2021 - 14:53 Uhr
dass Nigel Godrich schon prägend war für den Sound von Sea Change

Genau da bin ich mir nicht sicher, da Godrich jetzt ja vorher nicht unbedingt durch diese Art Arrangements aufgefallen war. Daher könnte es auch so sein: Er hatte einfach die besten Ideen, die Beck zufriedengestellt haben. Aber, wie du sagtest: alles Spekulation - trotzdem interessant :).

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

20.05.2021 - 15:00 Uhr
Sound und Arrangements sollten hier aber unterschieden werden. Der Sound wird ziemlich sicher von Godrich stammen, bei den Arrangements denk ich das nicht.

Zappyesque

Postings: 633

Registriert seit 22.01.2014

20.05.2021 - 15:25 Uhr
Die Arrangements stammen allesamt nicht von Godrich - was aber auch keine Rolle spielt bezüglich seines Einflusses auf das Album an sich und wie es hinterher klingt - diese (die Rolle) war/ist bekanntlich erheblich. Und das hat hinterher für mich persönlich auch den Klassenunterschied zwischen "Sea Change" und "Morning change" ausgemacht.

Hier ein paar schöne Zitate Beck's bezüglich Godrichs Rolle auf dem Album:

https://dontforgetthesongs365.wordpress.com/2013/11/26/how-radiohead-producer-nigel-godrich-inspired-beck-to-disappear-completely-inside-the-subterranean-lost-canvas-of-loneliness-that-is-round-the-bend/

Hier wird vor allem auf "Round the Bend" als Schwesterstück zu Radioheads "How To Dissappear Completely" eingegangen.

jo

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Registriert seit 13.06.2013

20.05.2021 - 20:07 Uhr
Die Arrangements stammen allesamt nicht von Godrich - was aber auch keine Rolle spielt bezüglich seines Einflusses auf das Album an sich und wie es hinterher klingt - diese (die Rolle) war/ist bekanntlich erheblich.

Na, ich hatte es so verstanden, dass die Arrangements gemeint waren. Insofern war das für mich vorher relevant.

Den "Sound" an sich finde ich jetzt allerdings gar nicht so "extravagant" auf dem Album. Dass er Godrich aber vielleicht auch wegen "Kid A" (und Co) wollte, kann ich mir hingegen gut vorstellen. Andererseits kannte er ihn aber ja auch schon durch "Mutations".

Davon abgesehen kann man es dadurch aber auch anders sehen und Becks Leistung auf "Morning Phase" fast noch höher einschätzen. Dieses Mal kam das ja viel mehr von ihm und eben nicht von Godrich ;).

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

21.05.2021 - 09:46 Uhr
Bin da weider bei jo.
Ist aber auch egal. Zumindest können wir uns alle auf "Sea change" einigen und ich freu mich einfach, dass bei mir auch "Morning phase" den Status erreicht hat.

jo

Postings: 3329

Registriert seit 13.06.2013

21.05.2021 - 15:11 Uhr
Genau :). Ich bin auch einfach sehr froh darüber, dass ich diese beiden Beck-Alben von vorne bis hinten sehr gerne mag. Das geht mir ansonsten leider bei keinem Album von ihm so.

The MACHINA of God

User und Moderator

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21.10.2021 - 19:13 Uhr
Die dunkle Jahreshälfte hat begonnen. Ich habe wieder eine "Morning Phase"-Phase... love it.

jo

Postings: 3329

Registriert seit 13.06.2013

22.10.2021 - 08:09 Uhr
Oh, super Idee!

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