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Sixto Rodriguez

User Beitrag
captain kidd
03.08.2012 - 18:21 Uhr
Die Geschichte des amerikanischen Folkmusikers Sixto Diaz Rodriguez ist ganz und gar unglaublich. So wie seine Musik. Seine Wurzeln liegen in Mexiko, aufgewachsen ist er in Detroit, dort fing er auch an Musik zu machen. 1970 veröffentlichte er sein Debut Cold Fact - und nichts passierte.

Im Rückblick völlig unverständlich, wie diese einzigartige Mischung aus dylaneskem Folk, milden Psychedelic-Einflüssen, Sozialkritik und purem Pop nicht erfolgreich sein konnte. Ein Jahr später veröffentlichte Rodriguez noch den poppigeren Zweitling Coming from Reality - doch auch dieses Album floppte.

Rodriguez hängte seine Musikerkarriere an den Nagel, ging einer geregelten Arbeit nach. Was er nicht wusste: Mitte der Siebziger wurden seine Alben in Südafrika und Australien plötzlich unheimlich berühmt. Dort ist er seitdem bekannter als die Rolling Stones. erst 1998 bekam er langsam davon mit und begann wieder Musik zu machen.

Das Label "Light in the Attic" hat 2008 seine beiden Alben wiederveröffentlicht - und ich lege sie jedem hier ans Herz. Für alle Fans von Dylan, Cohen oder Townes ein Festessen. Mir war er bisher völlig unbekannt - und ich bin total begeistert von dem Kerl. Besonders die Stimme ist einzigartig. Irgendwie kämpferisch und gleichzeitig resigniert. Und die Musik ist funkiger als bei Onkel Bob...


Hier ein paar Tracks

Sugar man


Like Janis


Jane S Piddy
captain kidd
03.08.2012 - 21:06 Uhr
hey ano, Triumph und MACHINA - das ist was für eure verdammten seelen...
captain kidd
03.08.2012 - 21:16 Uhr
leute, ehrlich. wahnsinn.

Cause I lost my job two weeks before Christmas
And I talked to Jesus at the sewer
And the Pope said it was none of his God-damned business
While the rain drank champagne
captain kidd
04.08.2012 - 13:17 Uhr
Cause
captain kidd
05.08.2012 - 17:53 Uhr
So don't try to impress me, you're just pins and paint
And don't try to charm me with things that you ain't
captain kidd
06.08.2012 - 18:54 Uhr
Ich stehe in den Cowboy-Stiefeln von Armin Linder auf der Streckbank für Brian Fallon und rufe Conor Oberst entgegen, dass Sixto Rodriguez ein größerer Songwriter als Leonard Cohen ist.
alt & scheiße
06.08.2012 - 18:58 Uhr
was ist eigentlich aus dem echten captain geworden?
captain kidd
07.08.2012 - 20:01 Uhr
alben sind heute angekommen, ihr würmer.
captain kidd
09.08.2012 - 12:25 Uhr
und hoch damit.
The Triumph of Our Tired Eyes
09.08.2012 - 12:30 Uhr
Schau ich mir mal an. Danke captain.
Belgier
10.08.2012 - 21:24 Uhr
hab's gehört. echt guter stoff. irgendwie nen detroit-dylan mit motown-einschlag.
alter hut
11.08.2012 - 01:24 Uhr
Guten Tag.
The MACHINA of God
11.08.2012 - 17:14 Uhr
Gefällt schon mal auf Anhieb.
captain kidd
08.09.2012 - 20:12 Uhr
noch immer.
nori
11.10.2012 - 11:28 Uhr
Das Label Rapid Eye Movies veröffentlicht den Dokumentarfilm über Rodriguez in Deutschland. Im Dezember wird der Film in die Kinos unter dem Originaltitel "Searching For Sugar Man" in die Kinos kommen. Sehenswerte und bewegende Dokumentation!
Telecaster
10.01.2013 - 13:18 Uhr
Film gestern gesehen, als sehr gut befunden. Album hat sich auch schon in meinen Gehörgängen festgefressen.
alter Hut
17.01.2013 - 17:14 Uhr
Ich prophezeihe: Der grandiose Titel "Sugar Man" wird der Nerv-Song des Jahres.
Soup
30.01.2013 - 03:12 Uhr
Guter Mann, begleitet mich gerade durch die Nacht. Klingt manchmal auch ein wenig wie Nick Drake mit Eiern, ähm.
Soup
30.01.2013 - 14:25 Uhr
Mal ne Frage: Welche Platte lohnt den Kauf eher, das Debüt oder doch lieber der 7 Euro teurere Sugar Man-Soundtrack? Coming From Reality konnte mich im Stream nicht so ganz überzeugen.
alter hut
30.01.2013 - 16:12 Uhr
Cold Fact natürlich.
captain kidd
30.01.2013 - 19:53 Uhr
höre beide alben auf ohrenhöhe. cold fact ist irgendwie wilder im sound, coming etwas entspannter und einheitlicher. die hits auf letzerem (I Think of You, Sandrevan Lullaby-Lifestyles, Cause) sind natürlich unverzichtbar. wertung für beide alben: 8,5/10
Soup
30.01.2013 - 20:36 Uhr
Ja, Cause ist auf jeden Fall unverzichtbar. Deswegen vielleicht auch der Soundtrack, wenn's wegen knapp bei Kasse nur ein Album sein soll.
afromme
30.01.2013 - 21:12 Uhr
captain kidd hat vollkommen recht, ausser, dass ich beiden Alben noch 0.5 Punkte mehr geben wuerde ;-)

Hatte das Vergnuegen und die Ehre, den Herrn anno 2009 innerhalb von einer Woche 2x live zu sehen und kann auch das (nicht zuletzt dank seiner zumindest damals hervorragenden Band) nur empfehlen.
rollator
09.02.2013 - 15:36 Uhr
Vinyl endlich wieder da. Cold Fact imo 'ne Spur besser als Coming. Ich höre Dylan, Van Morrison, eine Spur TJ White. Toll!
captain kidd
09.02.2013 - 17:30 Uhr
sehr sehr guter künstler. wäre ein traum, wenn er dieses jahr ein neues album rausbringen würde.

Caden Cotard

Postings: 67

Registriert seit 13.06.2013

26.06.2013 - 18:11 Uhr
Die Doku und das Debut sind wirklich großartig! Eine Schande, dass er solange unentdeckt blieb! Kann sich wirklich in eine Reihe mit den Klassikern der Ära stellen.

captain kidd

Postings: 4079

Registriert seit 13.06.2013

14.07.2013 - 11:00 Uhr
habe jetzt endlich auch den film gesehen: wirklich großartig und bewegend. höre die alben noch immer ziemlich oft. wunderbare musik. coming wirkt glaube ich immer schwächer, weil die ersten beiden tracks die schwächsten auf dem album sind. höre beide alben mittlerweile bei 9/10.
Mika
14.07.2013 - 11:06 Uhr
Der Mann ist mittlerweile übrigens fast blind. In Montreux musste er von jemandem auf die Bühne gelotst werden.
omar lopez-rodriguez gonzales
28.12.2013 - 16:11 Uhr
*push*

0811Jan

Postings: 41

Registriert seit 13.06.2013

29.12.2013 - 20:56 Uhr
Die Doku kam die Tage auf Servus TV (!). Tolle Story/Doku, toller Typ, tolle Musik.

Neues Album soll nächstes Jahr kommen (wird nach dann ja 43 Jahren auch Zeit :-))
fräger
02.01.2014 - 00:49 Uhr
ich hätt da mal ne fräge: ist auf dem soundtrack zum sugarman-film irgendwas spezielles, was man noch zusätzlich bräuchte? oder ist auf den zwei alben "cold fact" und "coming from reality" schon alles relevante drauf?
fräger
04.01.2014 - 02:51 Uhr
hmmmm niemand?

0811Jan

Postings: 41

Registriert seit 13.06.2013

04.01.2014 - 10:06 Uhr
In der Doku kam auf jedenfall ein (oder zwei) Song für ein geplantes drittes Album. Das wird auf dem Soundtrack dabei sein.
@fräger
04.01.2014 - 10:58 Uhr
Bock auf Kot?

afromme

Postings: 693

Registriert seit 17.06.2013

09.08.2023 - 21:40 Uhr
Sixto Rodriguez ist gestern mit 81 Jahren gestorben.
https://blog.sugarman.org/2023/08/09/sixto-rodriguez-has-passed-away/

Hab ihn anno 2009/10 zweimal sehen können - zwei sehr tolle Konzerte, und beide Alben sind sehr groß. Schön, dass er - etwas spät - doch noch erleben durfte, dass seine Musik gefeiert wurde.

musie

Postings: 4309

Registriert seit 14.06.2013

09.08.2023 - 23:51 Uhr
Sugar Man ist grossartig. Ein Denkmal wurde ihm damit gesetzt.

Unangemeldeter

Postings: 2712

Registriert seit 15.06.2014

10.08.2023 - 08:11 Uhr
Oh, traurig. Ich konnte ihn leider nicht live sehen weil sein Gig auf dem Primavera damals gecancelt wurde. Die Alben laufen bei mir seit dem Kinobesuch damals aber immer noch regelmäßig, schon eine der schönsten Musikgeschichten überhaupt. RIP.

captain kidd

Postings: 4079

Registriert seit 13.06.2013

11.08.2023 - 21:31 Uhr
Ein großer Musiker. Hätte gern ein Alterswerk gehört. Ruhe in Frieden.

afromme

Postings: 693

Registriert seit 17.06.2013

13.08.2023 - 20:33 Uhr
Ein großer Musiker. Hätte gern ein Alterswerk gehört.

Da sagst du was - ich hatte ja spätestens nach der Doku doch noch die Hoffnung auf ein drittes Album, und in einem Interview hatte er sowas angedeutet. Aber okay... manchmal schafft man halt in jüngeren Jahren etwas künstlerisch außergewöhnliches und danach hakt es irgendwie. Ich versuch's positiv zu sehen, dass er zwei Wahnsinnsalben geschrieben hat, und das es eben kein mittelmäßiges Alterswerk gibt (Zweckpessimismus, davon auszugehen, dass so ein Alterswerk ja oft auch ein bisschen öde ist).

Z4

Postings: 8856

Registriert seit 28.10.2021

21.08.2023 - 23:18 Uhr
Hab die Doku jetzt zur Hälfte durch, und bis bisher ziemlich enttäuscht. Mit diesen Interviews als Erzählstimme ziemlich konventionell gemacht, dazu viele leere Lobhudelei ("er war so gut wie Bob Dylan", so eine Behauptung möchte ich erstmal bewiesen oder zumindest begründet haben). Natürlich kommt irgendwann noch der Punkt, an dem sie herausfinden, dass er noch lebt, aber bisher trägt sich die Doku nicht und ohne das Vorwissen wäre ich geneigt, den Film nicht zu Ende zu schauen.

Z4

Postings: 8856

Registriert seit 28.10.2021

21.08.2023 - 23:19 Uhr
Achso, falls die jemand auch noch nicht gesehen hat:

https://www.ardmediathek.de/video/rockpalast/searching-for-sugar-man/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZTM0MDA5NTItMjJhZC00N2JhLWJkNDMtYjE2M2I0MDUyMTBk

Z4

Postings: 8856

Registriert seit 28.10.2021

21.08.2023 - 23:23 Uhr
Okay, jetzt gab es den ersten interessanten Moment mit den Plattenfirmaboss, der motzig wird, als er darauf angesprochen wird, wohin die Einnahmen der Südafrika-Verkäufe hingeflossen sind.

Z4

Postings: 8856

Registriert seit 28.10.2021

22.08.2023 - 00:25 Uhr
Jetzt durch, hat sich nicht mehr groß gesteigert. Unglaubliche Geschichte natürlich, und mit diesem Film und den Oscar natürlich nochmal gekrönt, danach war er vermutlich ein Weltstar, aber der Film an sich ist für mich nur okay, weil relativ konventionell für eine Musikdoku, halt Interviews + Archivaufnahmen, die detektivische Suche fand ich auch nicht besonders spannend, da hätte ich lieber mehr über Südafrika erfahren. Wieso zum Beispiel waren auf dem ersten Konzert fast nur junge Leute, die erst nach 1971 geboren wurden? Spricht aus denen die Sehnsucht nach einer eigenen südafrikanische Musikidentität, so wie Oasis in den 90ern die Beatles wieder hervorgeholt hat? Und hatte wirklich jeder diese Platte zuhause, das wurde im Film einfach so behauptet, aber letztendlich blieb es unklar, inwieweit das ganze eine teils fiktionale Sehnsucht (der südafrikanischen Jugend der späten 90er) darstellt und ob er wirklich über Jahrzehnte größer als Elvis gewesen ist.

Den Oscar gabs eher für die Person und um der Story willen, Hollywood liebt sowas ja.

Toll fand ich aber seine Arbeitskollegen und die Töchter, von den kamen die mit Abstand besten Aussagen.

6,1/10

afromme

Postings: 693

Registriert seit 17.06.2013

27.08.2023 - 22:09 Uhr
Spricht aus denen die Sehnsucht nach einer eigenen südafrikanische Musikidentität, so wie Oasis in den 90ern die Beatles wieder hervorgeholt hat? Und hatte wirklich jeder diese Platte zuhause, das wurde im Film einfach so behauptet, aber letztendlich blieb es unklar, inwieweit das ganze eine teils fiktionale Sehnsucht (der südafrikanischen Jugend der späten 90er) darstellt und ob er wirklich über Jahrzehnte größer als Elvis gewesen ist.

Ich kann die Skepsis ein bisschen verstehen. Zufällig war mein Bruder in Südafrika, als Rodriguez gestorben ist - und ihm (und den anderen) wurde am Folgetag vom Tourführer davon erzählt, dass Rodriguez gestorben ist. Bisschen anekdotisch natürlich, aber zeigt ja durchaus, dass Rodriguez dort immer noch sehr vielen Leuten ein Begriff ist.

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