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Omar Rodriguez-Lopez

User Beitrag

kenny23

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22.05.2021 - 09:36 Uhr
Wie schaut euer ORL-Mixtape aus? Welche Tracks sind essentiell?

GerrysMuchte

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Registriert seit 03.11.2020

22.05.2021 - 10:51 Uhr
The Palpitations Form A Limit
Se Dice Bisonte No Bufalo
Coma Pony
Las Lagrimas De Arakuine
Hands Tied To The Roots Of A Hemorrhage
Of Ankles To Stone
A Pinching Invention
Private Fortunes
Desarraigo
Compartir (Sharing A Bus)
Paper Cunts/Elderly Pair.../Warren Oats

edegeiler

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Registriert seit 02.04.2014

22.05.2021 - 12:15 Uhr
Dazu:

Victimas del Cielo
Las Flores Con Limon
Vasco da Gama
Running Away
Lights
Lunes (das ganze Akkustik Album, hab den Titel vergessen)

GerrysMuchte

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Registriert seit 03.11.2020

23.05.2021 - 00:04 Uhr
Das Minor Threat Cover nicht zu vergessen...

https://youtu.be/SwxuS2I8Wpk

Affengitarre

User und News-Scout

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23.05.2021 - 00:05 Uhr
Haha, geil!

The MACHINA of God

User und Moderator

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20.02.2025 - 00:11 Uhr
Omar coming. ;)

Felix H

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20.02.2025 - 00:11 Uhr
Petze :P

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 26.02.2016

20.02.2025 - 00:15 Uhr - Newsbeitrag
"Das Leben ist wie ein neues Omar-Rodriguez-Lopez-Album, man weiß nie, was man bekommt."

So, ich hab Lust, einfach mal alle Alben hier auf einem Fleck zusammenzufassen. Eigentlich wollte ich nur die verbleibenden Lücken füllen, aber dann kam eins zum anderen und nun sind die alten Rezis quasi noch mal mit "remastert" worden.
Omar ist bekannt für das sehr ausladende Oeuvre, genau wie für grandios verpeilte Alben. Schön ist: Mittlerweile ist alles bei Streaming-Diensten verfügbar. Und vielleicht hat ja jemand das irre teure Vinylset gekauft und weiß jetzt nicht, was er hören soll.

Warum ich da persönlich Bock drauf habe? Ja, dieses umfassende Werk ist nicht immer gut, selten auch ganz beschissen. Aber man merkt, dass jemand sein Leben der Musik völlig ohne Scheuklappen gewidmet hat und sowas fasziniert mich und sowas respektiere ich. Keine Angst vorm Scheitern, keine Angst vor Experimenten. Und im Schnitt macht es tatsächlich Bock und hat eine Menge Highlights zu bieten. Außerdem ist diese, äh, Werkschau ja nun quasi über Jahre entstanden.
Und der Vorteil ist: Bis auf vier Ausnahmen (von 57! – und all diese vier sind mindestens ziemlich gut) sind alle Alben unter 50 Minuten lang, die meisten dauern weniger als 40 Minuten. (Okay, Taschenrechner her: die Durchschnittslänge liegt zwischen 38 und 39 Minuten.) Man muss pro Platte also wirklich nicht viel Zeit investieren.

Ein paar formale Dinge...

Was zählt als ORL-Album? Der Einfachheit halber alles, was auch im Vinylset gelandet ist bzw. was vorher auf Bandcamp in seiner Diskographie war.
Das bedeutet: also alles als Omar (A.) Rodriguez (Lopez), als Quartet, Quintet, El Trío De..., El Grupo Nuevo De... sowie alle Kollabos, die als "ORL & ..." laufen.
Nicht dabei demnach: Die Faust-Kollabo (da wird er als zweites genannt) und die Nebenbands De Facto, Bosnian Rainbows, Antemasque und was ich sonst vergessen habe. Ein Ranking mit allen Beteiligungen von Omar inklusive At the Drive-In und The Mars Volta wäre sicher auch reizvoll, aber würde meinen Kopf noch mehr explodieren lassen.

Ich habe mich dafür entschieden, chronologisch alles aufzureihen und habe meine alten Reviews teils kopiert und angepasst. Es gibt auch nur noch 0,5er-Wertungsschritte. Ich poste am Ende noch eine Liste der Rankings von Platz 1 bis 57 (die sich am jeweiligen Album auch unten bei der Wertung finden).
Kollaborationen werden extra gezählt, es läuft aber auch ein Counter für alle Werke (inklusive der Livealben) durch. "The Clouds Hill Tapes" zählt als Studioalbum, weil es alle so zählen und weil ich sonst ich Wiederkäuer-Werke wie "Zapopan" theoretisch auch anders deklarieren müsste. (ORL verwurstet seine Tracks gern mehrfach, teils unter verschiedenen Namen, manche tatsächlich bis zu 4-mal. Ich versuche, darauf jeweils einzugehen.)
Und viele seiner Alben haben eine gewisse Anzahl an Tracks auf Platte oder im Stream, aber manche davon formen erst zusammen einen Song. Ich habe bei Abweichung eine andere Anzahl an "richtigen" Songs vermerkt. Beispiel: Auf "Cryptomnesia" bilden "Paper Cunts", "Elderly Pair Beaten With Hammer" und "Warren Oates" einen Song.
Last but not least habe ich unter "Ohrenstrapazen" auch mal vermerkt, wie "anstrengend" bzw. "schwierig" das Album akustisch bzw. von der Produktion her ist, unabhängig von der eigentlichen Qualität der Platte. Und dazu dem Cover noch eine Wertung verpasst.


A Manual Dexterity: Soundtrack Volume One
#1, 1. Studioalbum, 31.08.2004
10 Tracks / 52:53 Minuten


Witzig, dass dieses Album damals überall beachtet und auch verhältnismäßig gute Kritiken bekommen hatte. Ich finde es nämlich gerade im Vergleich zu den direkten Nachfolger recht krude und vor allem als Album ziemlich zerfahren.
Eine Qualität von ORL-Alben ist eigentlich meist ihre Geschlossenheit, ihr kohärenter Sound. Das gibt es hier kaum, stattdessen einen Mix aus Rock, Latin, Ambient und was weiß ich noch alles. Teils wirklich sehr abstrakt und nicht selten auch anstrengend. Das gesagt, sind allerdings einige richtig tolle Momente dabei. Ich mag "Deus Ex Machina", wo ein Song seines Vaters Angel Marcelo Rodriguez merkwürdig verzerrt wird und vor allem "Sensory Decay Part II" ist großes Kino. Auch "Dream Sequence" ist verdammt atmosphärisch, leitet dann in einen kurzen Song mit Cedric am Mikro zum versöhnlichen Abschluss. Schade, dass der Film dazu offenbar nie was geworden ist.
Aber noch mal zurück zum Anfangsgedanken: Damals war gerade nur "De-Loused" erschienen und Omar hatte eben noch nicht drölfzig Soloalben in zwei Monaten veröffentlicht, ich denke ganz stark, dass die positive Rezeption damit zusammenhängt. Wäre "A Manual Dexterity" irgendwo in der Mitte rausgekommen, wäre die Rezeption bei weitem nicht die gleiche.

Ohrenstrapazen: Hoch. Viele fiese hohe Töne auf dem Album verteilt, dazu ein paar Laut-Leise-Jumpscares.
Cover-Rating: Da es mehrere gibt, 8/10 für dieses schwarzweiße creepy Ding, 3/10 für den langweiligen Flimmerbildschirm und das neue bunte Cover mit den Dreiecken liegt mit 5/10 dazwischen.

9er & 10er: Sensory Decay Part II | The Palpitations Form a Limit
6,5/10 / Ranking 30/57



Omar Rodriguez
#2, 2. Studioalbum, 05.12.2005
5 Tracks / 43:12 Minuten


Für mich geht es hier erst richtig los - und wie. Macht auf mich richtig den Eindruck eines entspannten Jam-Wochenendes in Amsterdam. Ich finde seine jazz-beeinflussten Sachen ja tendenziell sowieso eher toll, für mich läuft das hier von vorne bis hinten astrein durch. Insofern finde ich den Vorgänger wesentlich kränker.
Heißt: Das Intro stimmt schon mal schön auf den Lässigkeitskurs ein, "Regenbogen stelen van prostituees" dann schon für mich das Highlight. Das könnte ewig so gehen. "Jakob van Lennepkade" hat höchstens das Problem, dass sein Nachfolger auf "Apocalypse" einfach besser ist, aber auch hier vergehen 17 Minuten im Flug, bisschen wie Bohren & Der Club Of Gore auf Speed. "Vondelpark bij nacht" (später "El ciervo vulnerado" auf "Amputechture") hat einen saugeilen Klang. Ach, ich mag es wirklich sehr.

Ohrenstrapazen: Man sollte nichts gegen Saxophon-Eskapaden haben, ansonsten geht es flüssig runter.
Cover-Rating: 2/10. Babys abmurksen oder was? Und dann noch so ein hässlicher Gelbton? So nicht.

9er & 10er: Regenbogen stelen van prostituees | Vondelpark bij nacht
8,0/10 / Ranking 6/57



Please Heat This Eventually
#3, 1. Kollaboration, EP, 23.01.2007
1 Track / 24:49 Minuten


Die erste der vier Kollaborationen in der Diskographie ist bereits mit niemand geringerem als Damo Suzuki. Und seine wirren Vocals passen schon ziemlich gut auf das Stück. Letzten Endes funktioniert für mich die kondensierte 11-Minuten-Version auf dem folgenden Album aber einfach besser als die 24 Minuten hier. Der Breakdown-Part in der zweiten Hälfte nimmt Spannung aus einem Stück, das eigentlich zum Großteil von seinem Tempo lebt und eine Sogwirkung entfalten sollte, die ich hier nicht im erhofften Maße bekomme. Zumal das Ende verblüffend abrupt kommt.

Ohrenstrapazen: Keine besonderem Vorkommnisse, außer dass das Stück anfangs arg leise ist (oder am Ende zu laut – wie du willst).
Cover-Rating: 6/10. Schöne Landschaft. Auch wenn sie mir nichts sagt.

9er & 10er: –
6,5/10 / Ranking 32/57



Se dice bisonte, no búfalo
#4, 3. Studioalbum, 29.05.2007
10 Tracks / 45:04 Minuten


Wohl der Prototyp für viele Omar-Alben in der Folge. Klassische Latin-Rock-Jams wechseln sich ab mit atmosphärischen Interludes, das Gesamtbild bleibt immer wichtig. Dürfte vor allem für Einsteiger auch perfekt sein, weil hier nichts in die Extreme getrieben wird (höchstens auf dem Closer, aber den find ich schon geil), immer Entspannungspausen da sind und selbst die längeren Songs immer gut verdaulich und abwechselungsreich sind, allen voran das vorher besprochene "Please Heat This Eventually".
"Rapid Fire Tollbooth" ist an sich natürlich ein sehr guter Song, aber wenn man bedenkt, was daraus im folgenden Jahr wurde (nämlich "Goliath" bei The Mars Volta mit wohl dem doppeltem Tempo)... man kann die andere Version eben nicht wieder ent-hören. Ansonsten aber definitiv top. "Lurking About in a Cold Sweat" ist auch ein Highlight, direkt die Ruhephase nach dem Sturm, die dann aber gegen Ende irgendwie nen Wackelkontakt kriegt. Und die Vocals auf dem herrlich psychotischen Closer... "ehbuabjewbikltrkwejr". Kann man bei Gelegenheit mal wieder erhitzen.

Ohrenstrapazen: Produktion ist recht grell, aber es gibt keinen Frequenzterror.
Cover-Rating: 6/10 für beide Versionen (CD/Digital und Vinyl). Albumtitel solide umgesetzt.

9er & 10er: Please Heat This Eventually | La tiranía de la tradición
7,5/10 / Ranking 13/57



Omar Rodriguez Lopez & Lydia Lunch
#5, 2. Kollaboration, EP, 08.10.2007
5 Tracks / 25:24 Minuten


Tönt eigentlich recht nice. Omar gniedelt im Hintergrund einen Latin-Fusion-Jam runter, während Frau Lunch im Vordergrund irgendwelches Zeug palavert, was wohl feministisch werden soll, wenn's mal fertig ist. Das geht auch eine Zeitlang gut rein, wenn man nicht zu sehr auf den Sermon hört. Das Problem ist, dass sich in den 25 Minuten recht wenig ändert. Tracks mit individuellen Titeln gibt es, aber im Grunde ist das ein einziges langes Stück. Und so ist es dann doch eher eine Fußnote in der Diskographie.

Ohrenstrapazen: Keine. Dadurch plätschert es ja so gut vorbei.
Cover-Rating: 9/10. Das Motiv und das Farbschema gefallen mir wirklich gut.

9er & 10er: –
5,5/10 / Ranking 45/57



The Apocalypse Inside of an Orange
#6, 4. Studioalbum, 20.11.2007
8 Tracks / 61:04 Minuten


Das beste Omar-Album? Das beste. In jedem Fall ist es mit über einer Stunde fast das längste, aber das spürt man zu keiner Zeit. Geiles Jazz-Fusion-Gemisch, wirkt launig, etwas crazy, aber nie zu abgedreht. Zum Reinlegen und Wohlfühlen.
"Jacob van Lennepkade II" ist noch mal deutlich besser als sein Vorgänger, ich fass es nicht, dass das wirklich 18 Minuten dauert. Dieser Groove, der schon bei "Viscera Eyes" zum Einsatz kam, ist phänomenal. Kurz geht aber auch, wie der Opener oder das echt launige "Baby Fat" zeigen. "Coma Pony" ist ein wunderbarer Closer zum Runterkommen. Und Leute: Über den Titeltrack müssen wir reden. Das ist doch reinstes, geilstes Kopfkino! Schon mal auf das Albumcover geschaut? Könnte man das musikalisch besser umsetzen? Nein. Also.

Ohrenstrapazen: So gut wie keine. Angenehmer Sound.
Cover-Rating: 10/10. Sein bestes Album hat auch das beste Cover. Es ist wie beim Plattentests-Jahrespoll.

9er & 10er: Jacob van Lennepkade II | Baby Fat | The Apocalypse Inside of an Orange
8,5/10 / Ranking 1/57



Calibration (Is Pushing Luck and Key Too Far)
#7, 5. Studioalbum, 15.12.2007
11 Tracks / 53:31 Minuten


Das Ding ist doch ziemlich anstrengend, aber schon irgendwie geil. Erleichternd beim Hören ist, dass 7 der 11 Tracks unter vier Minuten ins Ziel gehen und man nicht zu lange auf einer Idee hockt. Jazz ist weg, stattdessen viel Gitarren-Psychokram, Noise, Skizzen und vor allem fast allgegenwärtige Verweigerung von Einfachheit. Der Opener "Mexico" steht da stellvertretend mit etwas elektrischem Gebrutzel, einem folgenden grandiosen Groove und das Ganze kurz in Overdrive geworfen. Herrlich.
Der große Wurf ist für mich der schön lang ausgedehnte Abschlusstrack, welcher angemessen entlohnt für einige der vorangegangenen Strapazen. Geil ist auch die Bass-Attacke am Ende von "Sidewalk Fins", die schön ins Ohr brutzelt. Macht richtig Spaß, wenn man sich dran gewöhnt hat. Kann einem natürlich aber im falschen Moment auch die Fußnägel ziehen. You decide.

Ohrenstrapazen: Sehr viele. Das Ding möchte unbedingt Extreme ausloten und nimmt keine Gefangenen mit Bassattacken und Noise-Ausbrüchen. Außerdem variiert die Lautstärke wild.
Cover-Rating: 3/10. Blöder 3D-Buchstaben-Mix.

9er & 10er: Mexico | Sidewalk Fins | Las lágrimas de Arakuine
7,5/10 / Ranking 18/57



Omar Rodriguez Lopez and Jeremy Michael Ward
#8, 3. Kollaboration, 10.06.2008
11 Tracks / 45:53 Minuten


Die erste der "Unhörbaren", wie die beiden Nachfolger bereits in 2001 aufgenommen. Als Referenzpunkt sehe ich Merzbow an und unter dem Gesichtspunkt betrachtet sind die Noise-Experimente von ORL und Ward vielleicht gar nicht mehr so weit draußen. Aber während der Japaner es bei seinen besten Werken immer schafft, durch Shifts im Sound konstant interessant zu bleiben, gelingt das hier nur selten. Wer so ein 14-Minuten-Stück wie "Salvo" auf Platte bringt und dann einfach mal gar nichts passieren lässt, außer dir konstant ins Ohr zu pupsen, darf sich nicht über schlechte Bewertungen beschweren. Dagegen wünsche ich die schrillen Pfeiftöne in "A Tightrope..." nicht mal meinem ärgsten Feind ans Ohr – dann doch lieber Ödnis. Über 45 Minuten (damit auch eines der längeren Soloalben) wird es dann auch wirklich sehr schwer, das durchzuhalten.
Im Gegensatz zu einer gewissen anderen Platte erkenne ich aber noch einen künstlerischen Wert mit Plan dahinter. Auch wenn das Ergebnis schlimm ist.

Ohrenstrapazen: Der Champion der Liste, natürlich by design und so gewollt. Perforiert dir 1A das Trommelfell. Auch die mit Abstand am lautesten gepegelte Platte, vor allem die erste Hälfte ist abartig.
Cover-Rating: 8/10. Ich bleibe immer an der Geste von Ward hängen. Vielleicht sagt er: "Warum nur habe ich diese Platte gemacht?"

9er & 10er: –
1,5/10 / Ranking 56/57



Absence Makes the Heart Grow Fungus
#9, 6. Studioalbum, 19.09.2008
9 Tracks / 43:46 Minuten


Fällt ebenfalls in die Phase zwischen ATD-I und TMV und hat dementsprechend noch viel vom punkigen Spirit mit im Boot. Gleichzeitig deutet aber auch mehr auf die experimentelle Natur vom gleichzeitig aufgenommenen "A Manual Dexterity" hin – oder auf die des am selben Tag erschienen Schwesteralbums, dazu gleich mehr.
Die - ich nenne sie mal - "Se dice"-Formel (eigentlich falsch, da "Absence" davor aufgenommen wurde), greift hier wieder: Powertracks wie der wirklich mitreißende Opener wechseln sich ab mit kürzeren Spielereien, die ihren Teil zum tollen Gesamtbild beitragen. Vielseitig, teils abseitig, aber nie zu weit draußen. Nach "Calibration" ist wieder mehr Saxophon am Start und alles fließt so nice durch die Lautsprecher, dass es eine Freude ist. Naja, zumindest in der ersten Hälfte. Denn spätestens "Mood Swings" ist wirklich eines der kaputtesten und genialsten Stücke im Solowerk, aber wohl kaum "nice". So abgefahren wie die Kollabo mit Jeremy Ward, nur zehnmal interessanter und besser.

Ohrenstrapazen: Ein paar. Ballert schon abseitige Frequenzen ins Gehör. Zudem swingen nicht nur die Moods, sondern auch die Lautstärkelevel.
Cover-Rating: 7/10. Das sind Blumen, keine Fungi. Aber ich will mal nicht so sein.

9er & 10er: Hands Tied to the Roots of a Hemmorrhage | Tied Prom Digs on the Docks | Mood Swings
8,0/10 / Ranking 10/57



Minor Cuts and Scrapes in the Bushes Ahead
#10, 7. Studioalbum, 19.09.2008
11 Tracks / 30:11 Minuten


Zu Erscheinen war es eines der wenigen Alben, denen ich ohne Umschweife die Niedrigstwertung verpasst hätte. Das war mir einfach zu abwegig, zu abweisend. Der damals neue, unterkühlte Elektro-Sound hatte mir so gar nicht zugesagt. Und vielen ging's ähnlich. Was Framing bewirken kann.
Heute kann ich feststellen: alles halb so wild. Also schon nicht gut. Aber keinesfalls katastrophal. Hinter dem eiskalten Äußeren stecken oft gar nicht mal so ungewöhnliche Songs wie "Pawn Shop Blues" oder "A Pinching Invention". Und wie "Solenoid Mosque" in 30 Sekunden ins Album stolpert, ist auch lustig. Über die Strecke wird natürlich mäandert ohne Ende, viel ist nur Textur, kein Inhalt. Gerade "Trident Resting on the Pulse" ist zum Anfang schon ein ziemlich langer Hauch von Nichts, der mehr als 20 Prozent des Albums ausmacht. Aber er lässt sich aushalten. "Minor Cuts" ist zudem einzigartig, keines seiner späteren Elektro-Alben klingt so collagenhaft. Und das Ganze bleibt mit nur einer halben Stunde auch immerhin kurz.

Ohrenstrapazen: Wie alles seit "Calibration" ziemlich laut gepegelt. Auch innerhalb der Platte unruhig. Und teils fiept's wieder fies.
Cover-Rating: 10/10. Ich feiere das total ab.

9er & 10er: –
4,5/10 / Ranking 49/57

Felix H

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20.02.2025 - 00:15 Uhr
Old Money
#11, 8. Studioalbum, 10.11.2008
10 Tracks / 45:30 Minuten


Das Album ist für mich einer der größten Soloerfolge, nicht weil es besonders aus der Masse heraussticht, sondern vielmehr, weil hier alles funktioniert, von vorne bis hinten. Freakouts wechseln sich ab mit kürzeren, atmosphärischen Interludes, so dass es immer unterhaltsam und hörbar bleibt. Omar to the Core quasi, ein ideales Einstiegsalbum ins Solowerk. Ähnlich wie bei "Se dice" und "Absence", nur noch besser. Wenn man bedenkt, dass "Bedlam" im gleichen Jahr entstand, dürfte das mit mehr Ruhepausen durchsetzte "Old Money" ein deutlich leichter zu konsumierendes Paket gewesen sein.
Standouts sind für mich vor allem das irre "Population Council's Wet Dream" und der angenehm ausfließende Titeltrack am Ende. Aber wie gesagt, hier gibt es sonst auch sehr wenig zu bemängeln.

Ohrenstrapazen: Sehr smooth.
Cover-Rating: 8/10. Schick designt.

9er & 10er: The Power of Myth | Population Council's Wet Dream | Old Money
8,5/10 / Ranking 3/57



Despair
#12, 9. Studioalbum, 26.01.2009
10 Tracks (aber 1 einziger Scheiß) / 38:55 Minuten


"Niiiiieeeeeeoooooooowwwww."
Das beste an dieser Platte ist das Cover. Das hat etwas Schönes und Verstörendes zugleich. So wie die LP wohl selbst gerne wäre. Leider gibt es prinzipiell nur zwei verschiedene Modi, zwischenen denen gewechselt wird: ruhendes Geblubber und bedrohliches Quäken und Quietschen.
Als zweiminütiges Interlude wär's okay gewesen. Das Ganze aber auf knapp 40 Minuten ausgewalzt ist einfach unhörbarer Müll. Zehn Tracks hat dieses Album auch nur, damit Omar zeigen kann, wie viele Fassbinder-Filmtitel er kennt. Denn im Prinzip ist es ein elend langes Stück, die Absenz jeglicher Kunst, interessant höchstens als Studie, wie weit man mit der Reduktion auf Unwesentliche gehen kann. Keine erzeugte Stimmung, kein Effekt. Wer dafür mal blind den CD-Preis hingeblättert hat, ist ne arme Sau. Lieber kostenlos beim Streaming-Anbieter deiner Wahl hören, nur um mitreden zu können.

Ohrenstrapazen: Rein technisch gesehen keine. Aber nur rein technisch. Von allen übrigens der leisteste Pegel, was heißt, dass die beiden schlimmsten Platte die Extrempole bilden.
Cover-Rating: 9/10. Was die Platte nicht schafft, schafft immerhin das großartige Motiv.

9er & 10er: *despair*
0,0/10 / Ranking 57/57



Megaritual
#13, 10. Studioalbum, 26.01.2009
9 Tracks (7 Songs) / 39:06 Minuten


Der Opener dauert zehn Minuten, heißt "A Device Imagined to Turn Screaming Babies Inside Out at the Push of a Button" und verteilt sich gleichmäßig auf drei Tracks. Klingt anstrengend? Ist es aber nicht. Bis auf die (ganz geile) Freakout-Schlussminute ist das alles relativ easy.
Wie überhaupt das Album, das er allein mit seinem Bruder Marcel aufgenommen hat, im Omar-Kontext zum Großteil unaufgeregt daherkommt. Es bleibt stilistisch im Haus, die Ausbrüche sind schmissig, die Noise-Passagen nicht zu lang oder extrem. Sowas wie der leicht weniger freakige Bruder von "Absence". "Dispanec Triage" ist sogar: einfach schön. Sachen gibt's.
Was ich komisch finde (und bei ORL öfter mal vorkommt): Der Closer beginnt lächerlich leise, um dann plötzlich lauter zu werden. Als ob ein Schimpanse am Volume-Knopf sitzt.

Ohrenstrapazen: Die Effekte liegen teils recht aggressiv über dem "Grundsong". Nicht gerade ein Gute-Nacht-Album. Sonst gut verdaulich.
Cover-Rating: 4/10. Immer wenn es bei Omar "modern" wird, wird's eher nix.

9er & 10er: A Device Imagined to Turn Screaming Babies Inside Out at the Push of a Button | Bells at the Slipstream
7,5/10 / Ranking 20/57



Cryptomnesia
#14, 11. Studioalbum, 05.05.2009
11 Tracks (8 Songs) / 36:14 Minuten


Prinzipiell ja aufgrund der Umstände mindestens genauso ein TMV-Album wie eine Omar-Platte. Auch wenn 36 Minuten natürlich lächerlich kurz in deren Diskographie wären und die Songs auch meist viel zu knapp gehalten sind. Und hier Zach Hill am Schlagzeug völlig freidreht. In klassischer Omar-Manier sind zwar manche Kompositionen auf mehrere Tracks aufgeteilt, aber im Grunde ist "Cryptomnesia" sowieso ein einziger Speedtrip. Und er kulminiert in dem 10-Minuten-Brocken, der von "Paper Cunts" bis "Warren Oates" reicht und den allein die Drums schon für den Top-Song der Diskographie nominieren.
Wem TMV schon zu hektisch waren, den wird das Karussell hier im Nu abwerfen. Im Fall von Laune nach einer totalen musikalischen Verausgabung, trifft das hier aber absolut den Nerv für die, denen "Octahedron" zu wenig "Bedlam" war. Das Tempo lässt nur sehr selten locker, stattdessen gibt es halsbrecherische Drumfills, wilde 180-Grad-Breaks und Solos en masse. Songs sind mindestens bipolar gestört oder laufen mit 200 km/h gegen die Mauer und sind sofort tot. Und Bixler-Zavala kreischt das Ganze zusammen. Yeah!

Ohrenstrapazen: Teils ganz ordentlich am Quietschen, zudem passieren meist 25 Sachen gleichzeitig. Akustisches Dauerfeuer.
Cover-Rating: 9/10 für das Omar-im-Rauch-Motiv. 1/10 dafür, dass es seit dem Vinylset überall durch eine langweilige Chromfarben-Oberfläche gentrifiziert wurde.

9er & 10er: Paper Cunts / Elderly Pair Beaten With Hammer / Warren Oates
8,0/10 / Ranking 7/57



Los sueños de un hígado
#15, 1. Livealbum, 27.09.2009
5 Tracks / 35:05 Minuten


Nun ja, "live" ist das höchstens rein technisch gesehen. Kein Publikum, zwischen den Songs wird ein- und ausgefadet, es handelt sich um einen Mitschnitt aus den Maida Vale Studios in England. Man hört es allenfalls am Hall der Drums oder Vocals, dass es keine reguläre Studioaufnahme ist. Zwei der fünf Songs stammen von vorigen Alben, zwei andere trifft man wenig später auf "Solar Gambling", von denen "Las flores con limón" sicher ein Highlight ist. Der Closer ist erst viel später auf "Cizaña de los amores" gelandet.
Am Mikro ist hier ausschließlich Omars damalige Freundin Ximena Sariñana, zum ersten Mal auf einem seiner Alben. Wir werden sie nun öfter hören. Die beiden bekannten Songs sind kaum wiederzuerkennen, packen locker ihre Laufzeit noch mal drauf und nur im direkten Vergleich erahnt man den Ursprung. Prinzipiell also alles frisch und neu. Die Band spielt gut, alles prima – der ganz finale Funke zur Großtat fehlt mir jedoch. Macht trotzdem viel Laune. Das Cover ist auch super.

Ohrenstrapazen: Alles sehr smooth. Fast zu smooth, ehrlich gesagt.
Cover-Rating: 8/10. Der Elefant ist die Kirsche auf dem wundervollen Chaos. (Suchspiel: Was hat sich in der neuen Version verändert?)

9er & 10er: Las flores con limón
7,0/10 / Ranking 26/57



Xenophanes
#16, 12. Studioalbum, 28.09.2009
11 Tracks (9 Songs) / 44:52 Minuten


Nach "Cryptomnesia" das zweite Hätte-auch-TMV-sein-können-Album innerhalb kurzer Zeit. Drummer Thomas Pridgen soll sogar gedacht, dass er da auf Songs für deren Platte trommelt. Und es ist ja auch im Sound nah dran.
Das Intro vollführt nur ein wenig Fiepen und Stöhnen (und war auf Vinyl abwesend), aber schon der "richtige" Opener "Munde de ciegos" ist herrlich schmissig, sogar mit Ohrwurm-Refrain. Das Album fühlt sich generell sehr ausgereift und weitergedacht an, weniger chaotisch, als es das Cover vermuten lässt. Mir gefällt besonders der Fokus auf Melodien, was es wie ein Yang zum "Cryptomnesia"-Yin wirken lässt.
Nervös geht trotzdem, wie das fetzige "Amanita virosa" beweist, auch "Oremos" beginnt sehr chaotisch, bevor es sich in einen zugänglichen Groove legt. "Desarraigo" hat eine unglaublich hypnotisch umherflirrende Gitarre, hier singt zudem nicht Omar, sondern wieder Ximena. Und am Ende gibt es ganze 10 Minuten große Dramatik dank des Mehrteilers mit dem sehr langen Titel.
Vielleicht hat die Platte in der Mitte nicht ganz so starke Songs wie an den Rändern, aber insgesamt steht sie schon weit oben.

Ohrenstrapazen: Passt, es gibt wenige wilde Passagen, insgesamt aber nicht tonal aggressiv.
Cover-Rating: 7/10. Wieder Chaos. Mag das andere Chaos etwas mehr.

9er & 10er: Munde de ciegos | Ojo al cristo de plata | Perder el arte de la razón sin mover un sólo dedo: A) Flores de cizaña B) Maria Celeste
8,0/10 / Ranking 5/57



Solar Gambling
#17, 13. Studioalbum, 01.12.2009
9 Tracks / 34:20 Minuten


Zunächst mal ist das Artwork von Tools "Lateralus" geklaut. Die Musik klingt derweil anders.
Ximena übernimmt ein weiteres Mal alle Vocals, was diese ORL-Phase durchaus geprägt hat, am Schlagzeug sitzt dieses Mal Deantoni Parks. Ansonsten ist "Solar Gambling" durchaus in gewisser Form die Fortsetzung zu "Xenophanes", allerdings noch etwas trippiger und variabler. Neben den Energieschüben gönnt sich die recht knapp gehaltene Platte aber auch wieder mehr Interludes, die für Abwechslung sorgen. Ich persönlich hätte das auch hier grandiose "Las flores con limón" mit seinem tollen Intro zum Opener gemacht, aber nun gut. Vielleicht wollte Omar mit "Locomoción capilar" direkt mehr Dampf aufbauen.
Am Ende egal, für mich ist die Platte eine Art hidden Champion der Diskographie, weil sie gefühlt unterm Radar läuft – obwohl sie später auf der Best Of mit 4 Songs die meisten stellen wird. Zurecht. Gerade das Wechselspiel zwischen dramatischem Rock wie "Miel del ojo" und der Psychedelik dazwischen finde ich ganz bezaubernd. Bis der Closer "Vasco da Gama" im Rausch verschwindet, ist das ein toller Trip.

Ohrenstrapazen: Wieder wenig Anstrengendes. Nur wird das Album nach den ersten beiden Tracks merklich lauter. Etwas schlecht ausbalanciert.
Cover-Rating: 8/10. Wie gesagt, ist zwar geklaut, aber immerhin gut adaptiert.

9er & 10er: Las flores con limón | Un buitre amable me pico | Miel del ojo | Vasco da Gama
8,5/10 / Ranking 2/57



Ciencia de los inútiles
#18, 14. Studioalbum, 14.02.2010
8 Tracks / 36:25 Minuten


Gerade wenn man das Gefühl hat, dass die Alben sich auf einen einheitlichen Stil zubewegen, schlägt das Werk einen Haken. Diesmal als "El Trío De ORL" unterwegs, kommen die Songs entsprechend akustisch und reduziert daher. Kammerfolk geht also auch.
Ximena ist wieder an den Vocals, eine Konstante in dieser Phase. Die Lyrics sind alle in Spanisch und ein entsprechendes Flair haben die Songs auch. Omar ist an der Gitarre und Aarón Cruz am Bass, Percussion gibt es nicht. Dafür: viel leeren Raum, viel Melancholie, viele schöne Melodien.
Perfekt, um an einem verregneten Nachmittag aus dem Fenster zu blicken, in "Viernes" prasselt es ja entsprechend schon hindurch. Im falschen Moment kann die Reduktion durchaus als Eintönigkeit ausgelegt werden, variiert wird bis auf das von Spoken Word geprägte "Noche día", die elektrische Gitarre in "Jueves" und das mit Streichern verzierte "Sábado" nicht viel. Für mich aber dank der wohligen Atmosphäre ein schöner und auch einzigartiger Eintrag im ORL-Werk.
Weird: Die Tracklist ist eigentlich nicht in der Reihenfolge der Wochentage geordnet, wurde aber bei der Erstpressung fälschlicherweise so draufgepackt (mit "Noche día" als Closer).

Ohrenstrapazen: Wie alles in der Phase, super easy.
Cover-Rating: 9/10. Tolles Cover. Fängt die Atmosphäre wirklich gut ein und gibt Rätsel auf.

9er & 10er: Sábado
7,0/10 / Ranking 21/57



Omar Rodriguez Lopez & John Frusciante
#19, 4. Kollaboration, 30.04.2010
7 Tracks / 28:53 Minuten


Ein sehr kurzes Album, das ziemlich improvisiert wirkt. Opener und Closer sind nach frühmorgendlichen Uhrzeiten benannt und womöglich sind diese Tracks gerade so im Studio in der Morgendämmerung entstanden. Für mich sind sie auch die klaren Highlights dank des geilen Sounds.
Sowohl Omar als auch John haben davor ihre Hörer, äh, getestet, von daher schön, dass diese 7 Songs einfach mal entspannt drauflos jammen. Das ist kein großer Wurf und meistens kreisen die Stücke wie "0=2" um ein zentrales, kurzes Motiv und bauen ein paar Soli und Effekte drumrum. Es wird teils sehr trippy wie das schweratmige Ende von "VTA", ansonsten bleibt es bei basic Zutaten. Außer dass es nun das zweite Album in Folge ohne Percussion ist.

Ohrenstrapazen: Ein paar schrille Effekte sind dabei und viel kratziger Hall. Wenig bis medium unterm Strich.
Cover-Rating: 4/10. Okay, Gitarre ist Programm. Aber dieses Postkartenformat ist abgedroschen und besonders schön ist es auch nicht.

9er & 10er: 4:17 am | 5:45 am
7,0/10 / Ranking 22/57



Sepulcros de miel
#20, 15. Studioalbum, 30.05.2010
8 Tracks (1 Song) / 29:33 Minuten


Je nachdem wie man zu "Despair" steht, ist dies das erste und einzige Album, das nur aus einem Stück besteht. Es ist auch das einzige, das dem "Quartet" zugeordnet ist, in dem John Frusciante auch vertreten ist. Vielleicht blieb er einfach im Studio. Bruder und häufiger Kollaborateur Marcel ist ebenfalls am Start.
Es täuscht ein paar Minuten lang ein Elektroalbum an, bevor ein relativ entspannter Fusion-Jam übernimmt. Und dann... fließt es. Fokus ist hier sowieso kein Ziel, also kann man sich davon einfach treiben lassen. Mal gibt es heftigere Gitarrenwände, kleine Noiseausbrüche und am Ende hört das Stück so auf wie es anfing.
Ansonsten gibt es durchaus ein paar magische Momente, beispielsweise der Lauf, wenn die Gitarren durchdrehen, so um 13:00 rum bzw. in "Part IV" und Umgebung. Ich behaupte aber, es wäre noch besser gewesen, das Ding mit halber Länge und doppelter Konsequenz als Showstopper auf einem regulären Album unterzubringen. So bleibt es wirklich gut, aber gefühlt hinter den Möglichkeiten.

Ohrenstrapazen: Finde die Effekte (wie so oft) teils zu laut, aber generell keine Herausforderung.
Cover-Rating: 5/10. Ähnlich chaotisch wie die Musik, diese Schrift und die Farbbalken finde ich dagegen völlig deplatziert.

9er & 10er: –
7,0/10 / Ranking 23/57

Felix H

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20.02.2025 - 00:15 Uhr
Tychozorente
#21, 16. Studioalbum, 14.09.2010
8 Tracks (6 Songs) / 31:50 Minuten


Der nächste Hakenschlag. Omar kollaboriert mit DJ Nobody für ein elektronisch geprägtes Album komplett ohne sein Stamminstrument. (Wikipedia sagt: "his first release to feature no guitar", aber again... "Despair"... ich bin nicht sicher.)
Sein Bruder Marcel ist wieder von der Partie, genauso Ximena als Sängerin. Erneut ist es außerdem eine ziemlich kurze Angelegenheit: halbe Stunde, Deckel zu.
Der Sound ist originell, leicht verstimmt – und auf Dauer ziemlich repetitiv. "I'll stay here", heißt es im Opener mehrmals und so bleibt "Tychozorente" auch in einem Modus. Kurzzeitig klingt es cool, aber dann? Die Beats sind brutzelig, die Stimmung gedrückt, und so richtig weiß ich einfach nicht, was die Songs bei mir auslösen sollen. Für den Moment ist es Schulterzucken, da das alles recht langsam und lethargisch vonstatten geht. Gilt auch für den Gesang Ximenas, den ich von ihr auf den Vorgängern besser fand. Und diese Spoken-Word-Einlagen von Omar selbst in der Mitte und am Ende (sind je 2 Tracks) scheinen wirklich gar nicht enden zu wollen. Am besten sind "El todo" und "Piedras y ansiedad", weil mit Abstand am lebhaftesten. Props fürs Experimentieren, aber das ist leider nur halbgar.

Ohrenstrapazen: Fiept bisschen umher, sonst moderat.
Cover-Rating: 6/10. Ist es das, was ich denke, das es ist?

9er & 10er: –
5,0/10 / Ranking 47/57



Cizaña de los amores
#22, 17. Studioalbum, 11.10.2010
8 Tracks (7 Songs) / 35:19 Minuten


Es ist ein... whoah, was für ein Cover!? Was bedeutet das? Omar, bitte erschrick mich nächstes Mal nicht so.
"Cizaña de los amores" ist wieder der klassischere Sound vor den letzten, experimentelleren Alben. Es beginnt ungewöhnlich mit dem von Klavier und Synth dominierten "Soledad y silencio", was eine fantastische Atmosphäre schafft. Danach pivotiert das Album Richtung Rock. "Victimas del cielo" taucht hier final als Studioaufnahme auf und ist überraschenderweise seit der ersten Inkarnation ziemlich gleich geblieben. Überhaupt ist hier wenig Experiment und mehr Fokus auf einigermaßen klassischem Songaufbau im Vordergrund.
Das ist auch völlig okay und willkommen. Es steht vielleicht einen Tick hinter den anderen ähnlichen Alben der Ximena-Ära zurück, vielleicht weil da die aufregenderen Kompositionen verbraten wurden. Trotz allem machen das irre Finale von "Corazón de piedra" oder das flotte "No hay mas respuestas" schon sehr viel Laune. Lohnt sich also definitiv.

Ohrenstrapazen: Alles bestens.
Cover-Rating: 7/10. Also eigentlich ja 10 für die, äh, Einprägsamkeit, aber Abzug, weil es zu dieser Platte gar nicht passt. Und der Font ist hässlich.

9er & 10er: Soledad y silencio
7,5/10 / Ranking 14/57



Mantra Hiroshima
#23, 18. Studioalbum, 29.11.2010
9 Tracks / 41:08 Minuten


Wie beschreibt man das? Es klingt auf jeden Fall originell und einzigartig, was an diesem dunklen Synth liegt, der recht weit im Vordergrund rumtönt. Dahinter wird abgegniedelt und gedrummt – am Schlagzeug ist immerhin erneut Zach Hill persönlich – und dann endet der jeweilige Song halt irgendwann. Meist sehr plötzlich und unzeremoniös.
Das Drumming ist natürlich wie auf "Cryptomnesia" irre, bloß wäre es geiler, wenn dahinter auch richtige Kompositionen stehen würden. Die verweigert Omar aber hier komplett, sondern versteift sich auf Jams, die mir teils wie in "Los tres 'Yo's'" mit ihrer Repetitivität den letzten Nerv rauben.
Und je mehr ich das höre, desto mehr beißen sich Hills Freakout-Drums und diese völlig lethargischen Klangtupfer davor. Der seltsame Mix, der das Album originell macht, wird zur Schwachstelle, weil sich auch nicht viel ändert – ob die Songs nun 20 Sekunden oder 14 Minuten dauern. Weder entspannend noch anregend, sondern im Limbo. Ich fühl's leider nicht.

Ohrenstrapazen: Klingt wie seltsam zugedeckt. Aber nicht aggro.
Cover-Rating: 8/10. Irgendwie passt das zur Platte.

9er & 10er: –
4,0/10 / Ranking 53/57



Dōitashimashite
#24, 2. Livealbum, 30.11.2010
7 Tracks (6 Songs) / 40:37 Minuten


Das klingt auf jeden Fall mal lebhafter als das letzte Liveding, nicht nur, aber auch weil tatsächlich live aufgenommen. Schade nur, dass man die Songs nicht zusammengemischt hat, sondern – teils sehr abrupt – den Applaus direkt ausfaden lässt. Erneut ist der Fokus auf "Solar Gambling" – Omar weiß halt, was gut ist. Und das Doppel "Un buitre amable me pico" / "Poincaré" legt gut vor, wobei letzteres vom kleinen Anhängsel zur virtuosen Hauptattraktion mutiert. Gleichfalls wird "Miel del ojo" auf wundervolle 13 Minuten ausgedehnt. (Auf dem Album heißt der hintere Part zwar "Lorentz", hat aber null mit dem gleichnamigen Track auf "Solar Gambling" zu tun. Es ist einfach der Jam-Part von "Miel del ojo".)
"El todo" zeigt derweil, wie viel man aus dem "Tychozorente"-Getute mit anderem Soundgewand rausholen kann. Eine Preview gibt es diesmal auch wieder: "Horror" (hier: "My Horror Is in Park, Drive Me Away Troubled Heart") begegnet uns weit später noch zwei Mal – besser als diese freakige, aber energische Version wird's jedoch nicht.
Ein toller Abschluss für die Ära mit Ximena. Man hätte sich für dieses Livealbum glatt noch mehr Umfang gewünscht.

Ohrenstrapazen: Keine. Sauber produziert auch.
Cover-Rating: 7/10. Okay, was passiert hier bitte?

9er & 10er: Poincaré | Miel del ojo
8,0/10 / Ranking 4/57



Un escorpión perfumado
#25, 19. Studioalbum, 20.12.2010
6 Tracks (5 Songs) / 37:45 Minuten


Noch ein Schlussakkord, diesmal für die erste Solophase, die nach diesem Album für knapp eineinhalb Jahre ruhen wird. Und was für ein guter Abschluss das ist.
Was mich fasziniert, ist, wie viel einzigartige Klangbilder im ORL-Werk vorkommen. Ich kenne absolut nichts, was so klingt wie diese Platte (abgesehen von der später auftauchenden Session-Zweitverwertung natürlich). Sehr spacig und verhallt, dazu verzerrte Vocals von Omar selbst. Am besten fängt die Atmosphäre das fantastisch gefilmte Video zu "Agua dulce de pulpo" ein, übrigens die wohl am meisten verwurstete Komposition der Diskographie – wir hören sie noch ein paar Mal in anderen Formen. Die ganze Platte klingt gewissermaßen creepy, aber auf eine launige Weise. Echt schwer zu beschreiben. So viele Details lauern, wie die Bläserfraktion am Ende vom Highlight "Que dice Pessoa?".
Es ist schon ein sehr spezieller, einheitlicher Sound mit eigenartiger Stimmung, aber im Gegensatz zum ähnlich beschreibbaren "Mantra Hiroshima" funktioniert das einfach total.

Ohrenstrapazen: Ein allgegenwärtiger Verzerrer ist vielleicht die größte Barriere. Man hat aber schon Schwierigeres von ihm gehört.
Cover-Rating: 9/10. Das Motiv find ich cool und die Optik erinnert mich an alte Videogames, als 3D noch der heiße Scheiß war.

9er & 10er: Que dice Pessoa? | Mensaje imputente / El diablo y la tierra
8,0/10 / Ranking 8/57



Kurzer Einschub an dieser Stelle:
Die Alben bis hierhin sind auf der Best-Of "Telesterion" kompiliert worden, umschifft wurden nur sämtliche Kollaborationalben, die Liveplatten sowie "Despair", "Sepulcros de miel" und "Mantra Hiroshima". Der einzigartige Charakter der jeweiligen Alben geht dadurch natürlich verloren, aber ansonsten macht das Ding mit der Songauswahl einen guten Job, die Palette mit passenden und launigen Beispielen abzudecken – gerade weil es nicht nur die zugänglichsten Beispiele nimmt und auch noch irre viel zu entdecken lässt. Einen neuen Song gibt es mit "Cásate colmillo" auch, der nicht essentiell ist, aber gut anzuhören. (Oh, bekomme gerade aufs linke Ohr, dass der uns später noch mal in anderer Form begegnet. Nevermind.)
Weniger gut: Das Ganze ist in der Praxis recht lieblos zusammengeworfen, man hört teils noch abgekappte Übergänge und Angleichung der Lautstärke ist auch Fehlanzeige. (Seid daher FROH, dass die Ward-Kollabo fehlt.) Das hätte man echt liebevoller tun können. Es macht also quasi nicht mehr als eine Streaming-Playlist. Auch wieder visionär?

Felix H

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20.02.2025 - 00:15 Uhr
Un corazón de nadie
#26, 20. Studioalbum, 17.05.2012
10 Tracks / 36:48 Minuten


Nach endlosen 17 Monaten geht es weiter. Das Gute zuerst: Über Kopfhörer klingt diese rein elektronische Platte echt super. Die Bässe brummen ordentlich, die hohen Töne surren schön und lassen Omars manchmal etwas altbackenen Effekte in den Hintergrund treten.
Zum Kern: Manche Alben sind einladend und zugänglich, manche machen ihr Ding und kümmern sich kein Stück ums Publikum. Bei "Un corazón de nadie" habe ich den Eindruck, dass es vielmehr aktiv abweisend ist und mich als Hörer von sich wegdrücken will. Die kahlen Beats, die verhallten Synths, der Flüstergesang: Alles klingt kalt, uneinladend und vor allem furchtbar einsam.
Viele Stücke sabotieren sich dazu quasi selbst, "Ocho" wird beispielsweise dann ausgefadet, wenn es gerade Schwung aufgenommen hat. Es ist auch zumeist echt schwer, Songs herauszuheben, weil sich alle gemeinsam zurückziehen und dich böse anstarren. Zumindest die ersten 8, denn einzig die beiden Schlusstracks schlagen lieblichere oder zumindest positiv-weirdere Töne an, was womöglich am Ende eine Art spirituelle Reise darstellen soll. "Hez" ist sogar wirklich hübsch. Das sind aber eben nur 2 von 10. In dieser Platte scheint tiefer Schmerz zu sitzen, aber sie ist nicht bereit, ihn zu teilen. Daher bietet sie selbst für ORL-Verhältnisse echt wenig an. Faszinierend? Definitiv. Entlohnend? Hm...

Ohrenstrapazen: Sehr schlecht ausgepegelt, die Lautstärke schwankt extrem wild. Einfach mal Track 1-4 mit Track 9-10 vergleichen.
Cover-Rating: 8/10. Ich mag das Bild sehr. Sind das Omar und seine Mutter?

9er & 10er: Hez
5,5/10 / Ranking 44/57



Saber, querer, osar y callar
#27, 21. Studioalbum, 20.06.2012
10 Tracks (9 Songs) / 41:05 Minuten


Das zweite Album des 2012/13er-Schwungs kommt aus dem gleichen Tal der Verzweiflung wie "Un corazón de nadie", wagt sich aber spürbar einen Tick weiter über den Tellerrand. Hier spielt nämlich teilweise durchaus eine Band, unter anderem mit Deantoni Parks an den Drums.
Dementsprechend ist die Platte viel zugänglicher, auch wenn besonders der verzerrte Gesang jeglicher Geradlinigkeit eine Absage erteilt. "Gentle Umbrellas" ist jedoch richtig schön und auch der Closer "Angel Hair" gefällt in der Hinsicht. "Fear Eats the Soul" verabschiedet sich weitgehend von Elektronik und setzt auf atmosphärische Akustik, um erst in der Schlussminute mit der Band um die Ecke zu kommen – sehr gelungen.
Bei einigen Tracks hören wir später aber noch bessere Versionen, beispielsweise von "Spellbound", das seine Eingängigkeit hier noch hinter Effekten begräbt. Oder auch bereits zuvor: "Tentáculos" war als "Agua dulce de pulpo" einen Tick einnehmender. Und sowas wie "Better to Hang a Dead Husband..." ist klar ein Überbleibsel vom Vorgänger, das ohne Mitstreiter einfach als Quark entblößt wird.
Trotz allem das Album aus 2012/13, das ich am ehesten empfehlen würde, unter der kruden Oberfläche stecken nämlich oft gute Kompositionen.

Ohrenstrapazen: It's Verzerrertime again. Frequenzen bleiben aber im Normalbereich.
Cover-Rating: 4/10. Langweilar, gähner, blinzlar y schlafer.

9er & 10er: Fear Eats the Soul
6,5/10 / Ranking 36/57



Octopus Kool Aid
#28, 22. Studioalbum, 24.07.2012
10 Tracks / 30:49 Minuten


Zum ersten Mal tritt Teri Gender Bender von Le Butcherettes prominent an den Vocals in Erscheinung und sie wird bis zum Ende eine wiederkehrende Präsenz bleiben.
"Octopus Kool Aid" ist derweil die logische Fortsetzung der Reihe, indem es unterm Strich extrovertierter auftritt bei ähnlicher Instrumentierung. "Where Are the Angels?" ist mit seinem lustig pendelnden Rhythmus gar so etwas wie ein Hit. Keine Sorge, "Pink Heart" fiepst direkt danach wieder rum und wird immer epileptischer. Generell ist "Octopus Kool Aid" häufig abstrakt und stellenweise auch mal nervig unterwegs – "Un café atonal" macht seinem Namen alle Ehre. Und dann kommt wieder so ein recht melodischer Schunkler wie "18" und auch der Closer "Worlds Get in the Way" präsentiert sich ganz zahm. Am Ende wirkt die Platte deshalb auch wie zusammengewürfelt aus Elektropop, Drone und Kompliziert-Core – Reste der beiden Vorgänger, auch wenn durch Teris Vocals ein ganz anderes Feeling entsteht. Sehr uneben, allerdings mit ein paar guten Stücken.

Ohrenstrapazen: Medium. Hohe Frequenzen und dazwischen die Dröhnung. Kann anstrengen.
Cover-Rating: Ich würde dieses Cover bewerten, aber ich habe den Staring Contest mit dem Sessel verloren.

9er & 10er: Where Are the Angels? | Worlds Get in the Way
6,0/10 / Ranking 38/57



Equinox
#29, 23. Studioalbum, 01.01.2013
8 Tracks / 35:18 Minuten


Sinnlos im Weltraum und die Systeme auf Error. Ein Album, das super strange ist und von dem wir bezeichnenderweise auch nichts mehr lesen werden. Dabei ist hier sogar Thomas Pridgen an den Drums, das erste Mal seit "Xenophanes".
Der Opener ist die härteste Kost: Die Vocals klingen wie halbseitig gelähmt vom Mars übertragen, die Gitarre bekommt die zu spielenden Noten vom Zufallsgenerator ausgespuckt. Danach folgt mit "Lovely Rain" ein... straighter Elektro-Track mit Four-to-the-Floor-Beat? Kay. Wilder Ritt hier.
"Equinox" musiziert in die eigene Echokammer, vielversprechende Ansätze müssen unbedingt mit irren Studiotools torpediert werden. Siehe: Der irgendwo in "Popolon" begrabene Groove. Das Salsa-Element von "Mermaid Grapefruit". Die stetig zunehmende Energie von "Dientes para el osmosis". Mit Ausnahme der Fiep-Tortur "Oír hasta Júpiter" wird es zwar nie so schlimm wie im Opener, aber richtig Spaß macht es halt nicht, da die Platte sich gewissermaßen in ihrer Spaßverderberei suhlt.

Ohrenstrapazen: Auf der Stimme liegt teils ein ganz ekliger Zischeffekt, direkt im Opener ganz prominent. Brrr. Außerdem schubbern einige Sounds unangenehm im Ohr rum.
Cover-Rating: 5/10. Ebenso wie das Album kommt mir auch das Cover jedes Mal neu vor, weil ich da null Bezug fühle. Sicher, dass es nicht ab und zu einfach ausgetauscht wird?

9er & 10er: –
4,5/10 / Ranking 51/57



Woman Gives Birth to Tomato!
#30, 24. Studioalbum, 01.01.2013
8 Tracks / 45:02 Minuten


Happy new 2013 – es gab zeitgleich am Neujahrstag mal wieder zwei Alben. Und "Woman Gives Birth to Tomato!" schickt sich nicht an, wirklich einfacher zu sein als "Equinox", wer aber mal was anderes als die jüngsten Elektro-Exkursionen will, der bekommt auch was anderes.
Es jazzt gewaltig, durchzogen von elektronischen Effekten. Der nächste Verwandte ist wohl "Omar Rodriguez", allerdings ist "Tomato" weirder, mehr im Free Jazz zu Besuch und viel, viel, viel anstrengender. Instrumente werden nicht selten eher attackiert als gespielt. Wobei ich hier eine Sogwirkung spüre, die bei den vorigen Platten ausblieb. Zum mal kurz reinhören ist das nix, die Kakophonie ergibt nur dann Sinn, wenn man sich von Anfang bis Ende drauf einlässt. Selbst dann bleibt es, freundlich gesagt, fordernd. Will gar nicht wissen, wie es sich anhört, wenn die Frau ein richtiges Kind bekommt.

Ohrenstrapazen: Musikalisch anstrengend, soundtechnisch medium. Weirder Stereomix, wobei er die Instrumente gut voneinander trennt. Das Fiepen von "Long Beach" erinnert ungut an die Ward-Kollabo.
Cover-Rating: 7/10. Wäre mehr, aber es ist ja nur eine Tomatenscheibe!

9er & 10er: Tokyo Japan (höhö)
6,5/10 / Ranking 37/57



Unicorn Skeleton Mask
#31, 25. Studioalbum, 02.01.2013
10 Tracks / 43:24 Minuten


Murmel, murmel, grummel, grummel. Ich habe selten ein so verhangen und dumpf abgemischtes Album gehört. Als ob man die Songs hinter einem sehr, sehr dicken Vorhang eingespielt hätte.
Dabei sind die Songs ja meist ziemlich gut, wie spätere Rerecordings belegen. Und der Elektro ist auf den meisten Songs nicht mehr Hauptdarsteller, sondern Garnitur für das was Omar zusammen mit Deantoni Parks und Juan Alderete auf die Beine stellt. Gleich der Opener "Storm Shadow" geht wunderbar straight rein. "Maria te canta" kommt schon sehr psychotisch daher, aber nimmt mich diesbezüglich schon mit. Allgemein erinnern die besseren Momente an die tolle Atmosphäre von "Un escorpión perfumado". Wirklich positiv schlägt sich der Sound im Albumhighlight "Names" nieder, wo dieser Klangteppich irgendwie funktioniert.
Auf der anderen Seite sind da auch wieder Momente, bei denen ich auch nicht weiß. Was sollen "Tennessee" oder "Bored to Burns"? Was *macht* Omar da in "Right of Way" am Mikro? Und exemplarisch steht "Sea Is Rising" dafür, was auch hier schief läuft. Von dem bekommen wir drei Jahre (aber in dieser Liste nur ein paar Einträge) später gleich zwei bessere, klarere Versionen, sodass man nur sagen kann: Mensch Omar, lass doch mal den Studioscheiß sein, die Songs brauchen das nicht.

Ohrenstrapazen: Mittel. Paar unschön fiepende Effekte. Sonst ja eh alles dumpf.
Cover-Rating: 8/10. Eines der sehr wenigen mit Omar. Wo guckt er da hin? Ist er vom Albummix so erschrocken?

9er & 10er: Names
6,0/10 / Ranking 39/57



¿Sólo extraño?
#32, 26. Studioalbum, 08.03.2013
9 Tracks / 38:28 Minuten


Der 2012/13er-Lauf kommt zum Ende. Oder vielmehr: Omar hat hörbar keinen Bock mehr. Diese ORL-Ära war mit Abstand die schwierigste, weil die Alben nicht nur sperrig sind, sondern sich auch wenige Highlights darunter befinden. "¿Sólo extraño?" ist da nur der konsequente Schlusspunkt: Die Songs blubbern durchs Ohr, die Produktion ist muffelig und nichts bleibt hängen. Selbst "Horror", auf "Dōitashimite" noch aufregend, ist hier zwar relatives Highlight, aber verliert so viel von seiner Energie, es ist einfach schade. Und ist sowas wie "Turn for Caring" wirklich mehr als Alleinunterhalter am Keyboard auf unguten Drogen? Sonst pendelt's zwischen leicht nervig und ziemlich dröge.
Ich höre hier kaum gute oder wenigstens Kompositionen raus, was unter dem ganzen Rumgefrickel aber auch schwierig ist, man ist wieder mehr bei Elektro mit manchmal Band ganz hinten. Da uns die Platte aber später noch mal radikal sounderneuert begegnet belasse ich es für den Moment bei dem: zutiefst inessentiell, zumeist langweilig und zum Glück der Schlussstrich unter diese Phase.

Ohrenstrapazen: Sehr moderat im Vergleich zu den anderen Elektrodingern.
Cover-Rating: 7/10. Ist super simpel, aber irgendwie auch hypnotisch. Quasi umgekehrt zur Platte.

9er & 10er: –
4,0/10 / Ranking 54/57

Felix H

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20.02.2025 - 00:15 Uhr
Sworn Virgins
#33, 27. Studioalbum, 15.07.2016
11 Tracks (8 Songs) / 35:44 Minuten


Da sind wir nach mehr als drei Jahren Pause. "Sworn Virgins" heißt der Auftakt zur Albumflut im 14-Tage-Rhythmus bei Ipecac und markiert einen gelungenen Start. Die Platte besitzt einen sehr eigenständigen Sound aus Gitarrenriffs und -gegniedel, Noir-Atmosphäre, New-Wave-Anleihen, Drums von Deantoni Parks und Omars erneut stark verzerrtem Gesang. Wie das klingt? In etwa wie eine zombiefizierte Fassung seines Materials mit Bosnian Rainbows. Zielloses Mäandern wie 2012/13 gibt es recht wenig – mit "To Kill a Chi Chi" serviert er vielmehr eines seiner zugänglichsten Solo-Stücke überhaupt.
Dem gegenüber stehen kleine Freakouts wie das Opener-Doppelpack "Pineapple Face, Not Even Toad Loves You" oder auch das packende "Crow's Feet / Heart Mistakes". Mag auch, wie "Trick Harpoon Stare of Baby" plötzlich das Tempo der Platte anzieht. Kleine Verzettelungen wie "Saturnine" sind okay und haben auch ihren Reiz. "Sworn Virgins" bleibt bei einem Sound und der funktioniert.

Ohrenstrapazen: Geht klar. Der Sound ist zwar aggressiv, aber nicht fies abgemischt.
Cover-Rating: 3/10. Langweiliges Buchstabengeschiebe.

9er & 10er: Pineapple Face, Not Even Toad Loves You
7,0/10 / Ranking 24/57



Corazones
#34, 28. Studioalbum, 29.07.2016
11 Tracks (10 Songs) / 34:59 Minuten


Call that a left turn: So melodieverliebt, zugänglich und poppig hat man von Omar noch nie Musik serviert bekommen. Referenzen sind eher so Nick Drake, Islands oder Get Well Soon. "Corazones" enthält Stücke, die von seiner im Entstehungszeitraum verstorbenen Mutter inspiriert wurden und eigentlich einen Film über Verluste, Ängste und Unsicherheiten begleiten sollten. Fernab von jeglicher Zurschaustellung von Spielfähigkeiten oder komplizierten Songgebilden hat Omar ein wundervolles Kleinod aus latino-infiziertem Folk vorgelegt. "Sea Is Rising" erscheint im fetzigen Flamenco-Gewand, eine große Steigerung gegenüber des Klangmatsches auf "Unicorn Skeleton Mask". Einen sehr intensiven melodischen Moment bringt der Refrain von "It Was Her Dead Heart", auf der Tracklist in zwei Teile gehauen, das gespenstische Outro vom Rest des Songs abgetrennt. Und "Running Away" ist halt ein verdammter Pop-Hit. (Video dazu ist auch super.)
Schwachstellen sehe ich höchstens bei den entsprechend der Musik sehr einfachen Texten und den nach einer grandiosen ersten Hälfte etwas abfallenden 2-3 Songs danach. Trotzdem überraschend, wie gut bei Omar auch ein solch simples Album klappen kann. Wenn er will, schreibt er wirklich wunderschöne Melodien, und die hat "Corazones" im Überfluss.

Ohrenstrapazen: Überhaupt keine. Vielleicht das zugänglichste Album dieser Liste.
Cover-Rating: 7/10. Passendes, berührendes Motiv, aber schade, dass es so klein ist.

9er & 10er: We Feel the Silence | Running Away | It Was Her Dead Heart | Sea Is Rising
8,0/10 / Ranking 9/57



Blind Worms, Pious Swine
#35, 29. Studioalbum, 12.08.2016
11 Tracks (8 Songs) / 36:48 Minuten


Omar Rodriguez-Lopez spielt Ellie Goulding! Klingt abstrus? Für die erste (Fremd-)Coverversion überhaupt auf einem ORL-Album wurde mit der der astreine Poptrack "Lights" in einen bedächtigen Walzer mit allerlei Reverbeffekten umfunktioniert. Es klappt durchaus. Nachdem "Corazones" das erste Omar-Album war, das man weitgehend bedenkenlos der Schwiegermutter ins Autoradio einlegen konnte, ist "Blind Worms, Pious Swine" ebenfalls wieder relativ leicht verdauliche Kost geworden, nur mit mehr Rock wieder im Mix. Mit an Bord sind Teri Gender Bender und Deantoni Parks.
Somit ist es wenig überraschend, dass die Platte größtenteils an der Sound von Bosnian Rainbows erinnert: geradlinige Songs mit elektronischer Untermalung, hier und da auch mal ein Ausbruch. Mit dem Unterschied, dass Omar den Hauptanteil am Gesang hat und Teri sich mit den Backingvocals begnügen muss. Der Herzschmerz vom Vorgänger ist weitestgehend abwesend, nur "Mariposa" darf zum beschwingten Rhythmus noch einmal das große Beziehungsdrama auspacken. Tolle Melodien gibt es vor allem in "Atlantis Is Rising" und "Black Mass" zu bestaunen, sonst aber weniger als auf "Corazones".
Die letzten vier Tracks formen ein insgesamt elfminütiges fulminantes Instrumental mit staubigem Wüstengroove, in dem doch noch mal ein wenig gegniedelt wird und sich die Band wunderbar in einen Rausch spielt. Der Stil, der mehr an Omars frühe Alben erinnert, passt nur wenig zum Rest, so dass die Platte eher wie eine EP plus den Longtrack wirkt. Aber man will sich bei gutem Material ja nicht beschweren.

Ohrenstrapazen: Auch keine.
Cover-Rating: 6/10. Schön coloriert, aber kein sehr einprägsames Bild.

9er & 10er: Atlantis Is Rising | Black Mass | Swollen Neck / Hieroglyphs From Hell / Acacia / Only Nothing Is
7,5/10 / Ranking 16/57



Arañas en la sombra
#36, 30. Studioalbum, 26.08.2016
12 Tracks (9 Songs) / 38:39 Minuten


Die Aufnahmen stammen hauptsächlich aus dem Zeitraum 2001 bis 2002 und wurden mit eben denjenigen Musikern eingespielt, die kurze Zeit später bei The Mars Volta auch die Instrumente bedienen sollten. Und nicht zuletzt schaut Saitengott-Buddy John Frusciante höchstpersönlich auf drei Tracks vorbei. Ziemlich dickes Ding eigentlich. Leider kratzt die Produktion wirklich eklig im Ohr. Da hätte man echt noch was rausholen können – was auch ein (meines Wissens nach) fangemachter Remix zeigt, der in den Untiefen des Netzes schwirrt.
Rein songtechnisch gibt es dagegen wieder kaum etwas auszusetzen. Der energische Punkrocker "Arcos del amor" fetzt zum Auftakt erst mal alles weg, erinnert stark an Antemasque. Vor allem beim Doppeltrack "Primitivo y bárbaro" und "Semillas de hez" werden dann Anhänger von The Mars Volta ihre helle Freude haben, die vielen Elemente zu entdecken, die später mal in anderen Songs wiederverwendet werden sollten – der kurze Breakdown in "Cygnus.... Vismund Cygnus" und der gniedelnde Mittelteil aus "Cassandra Gemini" sind da nur zwei Beispiele. Ach ja, das weiter oben erwähnte "Cásate colmillo" ist hier unter dem Namen "Extravagants dientes" (kein Schreibfehler) in rudimentärer Form vorhanden. Man kann "Arañas en la sombra" aus solchen Gründen schon überhaupt nicht böse sein, nur kostet die Nicht-Produktion das Album wirklich locker einen halben Punkt.

Ohrenstrapazen: Hoch, da der Klang konstant beschissen ist, sehr höhenlastig und grell.
Cover-Rating: 4/10. Mir fällt dazu nix ein.

9er & 10er: Arcos del amor | Un mar amargo / Metamorfosis | Araña en la sombra
7,5/10 / Ranking 19/57



Umbrella Mistress
#37, 31. Studioalbum, 09.09.2016
10 Tracks / 33:32 Minuten


"Umbrella Mistress" ist musikalisch und thematisch Rodriguez-Lopez' Crooner-Album für die "wee small hours". Wir hatten schon "Corazones" und "Blind Worms" quasi als Vorbereitung hierauf. Eine leicht verrauchte Atmosphäre umgibt die Songs, das Klavier klimpert entsprechend in der Mehrheit der Songs, dann und wann rauscht sogar eine Sixties-Orgel durchs Bild. Auch wenn nichts auf den super happy Barrock-Stampfer "Blood Count" vorbereitet, welcher wohl für mehr Verwirrung sorgen dürfte als so manches Elektro-Noise-Frickel-Experiment in der Diskographie.
Am besten wird die Platte, wenn Omar wieder ein paar tolle Melodien einfallen und diese mit der nächtlichen Stimmung verbindet, ganz vorne hierbei "Houses Full of Hurt" und das schon an der Grenze schunkelnde "Blue Pale Queen". Die albern herumgurkende Heimorgel im Titeltrack hätte hingegen nicht sein müssen – klingt zwar lustig, nimmt aber auch komplett die Tiefe aus dem Stück. "Through Wires" kennen wir schon als "Fear Eats the Soul" von "Saber...", hier ist es noch knochiger und reduzierter, aber auch intensiv. Und "Winters Gone" kam unter dem Projektnamen Nadie 2014 als einsame Single raus, jetzt deutlich ausproduzierter.
Unterm Strich von der damals neuen Geruhsamkeit das schwächste der drei "soften" Alben, aber immer noch ziemlich stark.

Ohrenstrapazen: Recht dünner Klang und laut abgemischt für so ein eher ruhiges Ding.
Cover-Rating: 7/10 für das grobkörnige Pssst-Cover. Das wirkt geheimnisvoll. Dieses neue bunte Bollywood(?)-Cover geht in die komplett andere Richtung und passt null zum Sound, auch wenn ich es nicht hässlich finde – 5/10.

9er & 10er: Houses Full of Hurt
7,0/10 / Ranking 27/57



El bien y mal nos une
#38, 32. Studioalbum, 23.09.2016
10 Tracks (9 Songs) / 36:01 Minuten


Dient wahlweise als Fortsetzung oder Alternativ-Route zu "Un escorpión perfumado". "El bien y mal nos une" speist sich nicht nur vorwiegend aus den gleichen Sessions, sondern bietet auch neue Versionen von 4 der damals 5 enthaltenen Stücke, nebst bisher unveröffentlichten Songs und Skizzen. ("Agua dulce de pulpo" ist ausnahmsweise nicht dabei, wurde und wird ja anderswo genug verwurstet.)
Im Gegensatz zu den ausufernden Kompositionen des Originals wird hier allerdings der handliche und abwechslungsreichere Einstieg geboten. Die Produktion ist nicht mehr verschwommen spacig, sondern eher das Gegenteil: hart, mit Lasern gezeichnet.
Die Film-Noir-Atmosphäre bleibt aber bestehen. Gerade die Albumklimax "Yo soy la destrucción / Planetas sin sol" (ehemals das Abschlussduo von "Un escorpión perfumado") hat eine grandiose Dramatik dabei, geil ist auch der Start-Stop-Rhythmus aus "Humor sufí", der aus dem damaligen Opener noch mehr herauskristallisiert wurde und den damit sogar toppt. Und "Que dice Pessoa?" ist auch als "Acuérdate" ein Highlight. Absolut zu empfehlen, besonders wenn man das große Schwesteralbum bereits toll findet.

Ohrenstrapazen: Es buzzt stark im Ohr, hat man das überwunden, ist es verdaulich.
Cover-Rating: Noch ein 180-Grad-Wechsel. Das alte mit den Kindern und das neue mit der angekritzelten Statue bekommen beide 8/10. Auf ihre Art jeweils gut und passend.

9er & 10er: Acuérdate | Humor sufí | Yo soy la destrucción / Planetas sin sol
7,5/10 / Ranking 17/57



Cell Phone Bikini
#39, 33. Studioalbum, 07.10.2016
9 Tracks (7 Songs) / 32:35 Minuten


Es wird wieder gesägt, geknabbert, genudelt. Die klangliche Dissonanz der Gitarre ist allgegenwärtig, die Songs kommen kaum aus ihren Moll-Akkorden heraus. Und über allem thront Teri Gender Bender mit eiserner, teilweise stark verzerrter Stimme. Dass in etwa der gleichen Besetzung das poppig-zugängliche "Bosnian Rainbows" eingespielt wurde, mag man angesichts der vielen Taktverschiebungen, schrägen Töne und Bissigkeiten kaum glauben.
Die beiden zusammengehörigen Intro-Tracks "Childless Mothers Holding Hell" versperren erst einmal den Weg, wirken wie aus einer der Ruhephasen von The-Mars-Volta-Epen wie "Tetragrammaton" oder "Cassandra Gemini" herausgerissen und dauern etwas zu lang. Richtig gut macht sich stattdessen das schlagfertige "Sell Myself In" mit flottem Wechselgesang und energischer Coda. Stark auch "Amarillo", das eine wunderbare Atmosphäre aufbaut. Mit "Wolf Kisses Are Fishes" wird es sogar leicht episch.
Leider kranken beide letztgenannten Tracks an plötzlichen Fadeouts, welche an vielversprechenden Stellen wie eine Spaßbremse einfach den Hahn zudrehen. Ein paar Achselzucker fallen bei so wenigen Tracks natürlich etwas ins Gewicht, sodass "Cell Phone Bikini" am Ende nicht ganz ins Oberhaus aufsteigt.

Ohrenstrapazen: Mittel. Das Klangbild ist recht grell und nagt am Ohr.
Cover-Rating: 2/10. Nichtssagend und 08/15-Font.

9er & 10er: Amarillo
6,5/10 / Ranking 33/57



Infinity Drips
#40, 34. Studioalbum, 21.10.2016
13 Tracks / 34:18 Minuten


"Infinity Drips" ist inspiriert durch Einflüsse der Vokalistin Teri Gender Bender, deren Mutter eine starke Vorliebe für indische Musik an den Tag legte. Da Omar ohnehin immer für exotische Zutaten offen war, kam es dazu, dass die beiden mit Samples aus Indien sowie eigenen Field Recordings experimentierten und Teri ein paar Zeilen darüber hauchte. Was sich in der Theorie kurios anhört, entwickelt sich praktisch zu einer mittelschweren auditiven Katastrophe.
Dass die Mehrheit der kaum voneinander zu unterscheidenen Stücke nach Sternen und anderen Himmelskörpern benannt ist, hat seinen Zweck. Selbige sieht man nämlich, wenn man das zusammengestümperte Gebräu das erste Mal in voller Länge überstanden hat. Am angenehmsten sind noch die instrumentalen Ambient-Zwischenpassagen, die meist aus statischem Gewaber oder sphärischen Loops bestehen und zumindest für ein paar Momente den Puls beruhigen. Ein Stück wie "Baten Kaitos" schafft es sogar in seinen knapp zwei Minuten, nach und nach ein durchaus wohliges Setting zu erzeugen. Wie eine Oase.
Dass die Lyrics auf Englisch und Spanisch sind, passt allerdings nicht so recht zur Musik. Sonst scheinen alle Tonspuren irgendwie zufällig aufeinander gelandet zu sein, Gespür für Rhythmus, Dynamik und Stimmung finde ich nirgendwo und nach spätestens einer Minute setzt leichte Übelkeit ein. "Do you know the way out?", fragt Teri in "Lacerta". Tja. Tiefpunkt dieses Spiels ist dagegen der Abschlusstrack "Manir al Shuja", in welchem offenbar noch ein plappernder Straßenprediger hinzugemischt wurde, die Kakophonie durch den Gehörgang dröhnt und die Unhörbarkeit ihr Maximum erreicht. Möglich, dass meine Ohren für diese Art von Musik nicht gemacht oder präpariert sind und hier durchaus künstlerischer Wert drinsteckt, aber außer den ruhigen Passagen finde ich es völlig entnervend.

Ohrenstrapazen: Hoch. Viele hohe Töne und viel triggernder Lärm.
Cover-Rating: 6/10. Ich mag das Bild, aber warum wieder so klein?

9er & 10er: –
2,5/10 / Ranking 55/57



Weekly Mansions
#41, 35. Studioalbum, 04.11.2016
14 Tracks / 39:59 Minuten


Welcome back, Bruder Marcel. Ausflüge in den Elektrobereich sind kein Novum bei Omar, doch die Kompositionen erreichen eine Eingängigkeit und Verspieltheit, dass das Ergebnis stellenweise schon an Acts wie Moderat erinnert. Immer hübsch abwechselnd präsentiert "Weekly Mansions" zuerst eine Soundidee, die meist als kürzeres Interlude taugt und den texturellen Kitt der Platte darstellt, danach einen poppigeren Song, in der Regel von verzerrten Vocals und leicht käsigen Keyboards unterstützt. Selbstverständlich ist das alles kein Radiofutter, aber verstörend wird es auch nie.
So wirklich variationsreich kommen die eigentlichen "Songs" nicht daher. Viele ähnliche Muster, wenig herausstechende Melodien. Am ehesten bleiben noch der Schleicher "Science Urges" oder die nagenden Sounds von "A Little Old Picnic in Fort Collins" haften. Runde Sache am Ende, aber auch kein herausragender Beitrag in der Diskographie.

Ohrenstrapazen: Für ein Omar-Elektroalbum erstaunlich zahm.
Cover-Rating: 5/10. Warum wieder nur so ein kleines Bildmotiv?

9er & 10er: –
6,0/10 / Ranking 42/57



Zapopan
#42, 36. Studioalbum, 18.11.2016
11 Tracks (8 Songs) / 35:41 Minuten


Nach "El bien y mal nos une" die zweite Session-Zweitverwertung. "Zapopan" fasst diverse Stücke von "Saber, querer, osar y callar" und "Unicorn Skeleton Mask" zusammen. Versteckten die beiden Platten damals noch gute Kompositionen hinter unnötigen Studio-Spielereien, fährt "Zapopan" dagegen eine klare, knackige Produktion auf, holt richtig was aus den Songs raus und legt den Kern frei.
"What's Left in You" hieß eigentlich mal "Sea Is Rising" und ja, das ist uns bereits auf "Corazones" als Flamenco-Version begegnet. Dank der unterkühlten Atmosphäre hier gut für einen Spaziergang durch dunkle, zwielichtige Hinterhöfe geeignet. Das neue "Spell Broken Hearts" stellt das absolute Highlight dar und statt das muffige Rauschen von "Spellbound" einen sexy Groove und eine unterschwellig brodelnde Melodie zur Schau (außerdem lieb ich das "ba-baum").
Nicht alles klappt: "Happiness" wird hier als Opener mit merkwürdigen Fadeouts sabotiert – keine tolle Idee. "Agua dulce de pulpo" geht als "Tentáculos de fé" in Runde von 3 von 4, bleibt gut, aber auch nicht so ganz notwendig. Und "Careful Me" ist auch als "Harboring a Sadist" leicht zäh im Anlauf.
Was mir wiederum gefällt: Obwohl die beiden Ursprungsalben recht unterschiedlich klangen, schafft "Zapopan" ein einheitliches Erlebnis. Würde dieses definitiv vor den Originalen empfehlen.

Ohrenstrapazen: Niedrig.
Cover-Rating: 8/10. Passend in seinem verfallenden Grau.

9er & 10er: What's Left in You | Spell Broken Hearts | Random Bouts of Shadow
7,0/10 / Ranking 25/57



Nom de guerre cabal
#43, 37. Studioalbum, 02.12.2016
9 Tracks / 39:12 Minuten


Und noch mal Alternativversionen. Komplette Neufassung von "¿Sólo extraño?", neue Arrangements, neue Track-Reihenfolge. Im direkten Vergleich mit den Originalen hat "Nom de guerre cabal" klar den besseren Mix. Die Drums erschallen knackiger, die Vocals schneiden mehr ein und alles in allem klingt der Sound weniger muffelig, wie schon bei den Überarbeitungen auf "Zapopan".
Allerdings macht das Songs dahinter nicht besser. Wenn man produktionstechnisch den Vorhang lüftet, liegen die Mängel eher noch offensichtlicher auf dem Tisch.
Das zuvor passend betitelte "Horror" heißt nun "Riot Squid" – entsprechend wird die unheilsschwangere Atmosphäre durch grelle Konfrontation ersetzt. Auch hier bleibt es eins der besten Stücke. Logisch, dass "Nom de guerre cabal" nur dann punkten kann, wenn unter dem Soundschleier auch tatsächlich eine ausgebuffte so Komposition steckt. Das ist in Teilen der Fall, wie bei "Life Proves It's Worth" (ehemals als "House in the Sand" und ohne dieses bekloppte Apostroph bekannt).
Oft kranken die Stücke aber an den gleichen Unzulänglichkeiten im Songwriting. Wann enden die ewig gleichbleibenden 5 Minuten von "Healed and Raised by Wounds"? Warum ist "Salt Lines" auch als "Uncovering a Word" so ein unmusikalisches Murks-Intro? Klanglich insgesamt eine Verbesserung, aber deshalb noch lange kein gutes Album.

Ohrenstrapazen: Anstrengend, aber im mittleren Bereich.
Cover-Rating: 8/10. Hat was Mysteriöses, der Button, der grelle Gelb, diese Kamera(?).

9er & 10er: –
5,0/10 / Ranking 48/57



Some Need It Lonely
#44, 38. Studioalbum, 16.12.2016
11 Tracks (9 Songs) / 37:18 Minuten


Der Albumtitel führt in die Irre. Allein hinter den Drums finden sich wechselweise Jon Theodore, Deantoni Parks und Thomas Pridgen, Teri Gender Bender und Cedric Bixler-Zavala haben zudem wieder Gastauftritte. Legt nahe, dass das hier Reste aus verschiedenen Sessions sind, und so klingt das Album auch. Ursprünglich als Abschluss des Dutzends bei Ipecac geplant, war das wohl halt übrig. Konnte ja keiner ahnen, dass Omar mehr in der Hinterhand hat, höhö. (Spaß – Ipecac hat die Alben ja selbst maßgeblich zusammengestellt.)
Die Tracks springen von Ambient zu Fusion-Rock zu sphärischem Muckertum und zurück. Dreimal geht's gut, zum Beispiel wenn der Opener "Bitter Sunsets" den gleichnamigen Track von zwei Wochen vorher generalüberholt und ihm einen packenden Groove spendiert. "Archangel Trophy / Changes" ist sogar sehr atmosphärisch, bekommt seine Melodie originellerweise vom Bass. Und wenn Cedric in "Sanity a Dream" einen Spoken-Word-Vortrag über chaotische Drums mit Fiepgeräuschen hält, ist das zwar anstrengend, aber auch irgendwie faszinierend.
Der Rest ergeht sich leider in unspektakulärer bis richtiggehend nerviger Beschallung, vor allem hinten raus. Absolute Nulpen wie "Zero Worth / Barachiel Is at It Again" oder "Mulu Lizi" hätte ORL besser verschollen in den Untiefen des Studios gelassen. Wirres Ding.

Ohrenstrapazen: Schwankt auch von Track zu Track. Mittelt sich an Ende aus.
Cover-Rating: 7/10 in beiden Varianten. Schöne Collage, und zumindest Collage ist die Platte ja auch.

9er & 10er: Archangel Trophy / Changes
4,5/10 / Ranking 52/57



A Lovejoy
#45, 39. Studioalbum, 30.12.2016
10 Tracks / 38:33 Minuten


Es ist praktisch "Weekly Mansions" Teil 2: Sein Bruder Marcel ist wieder dabei und es gibt viel elektronisch-rhythmisches Gespiele. Vielleicht diesmal einen Tick weniger eingängig im Schnitt bzw. mit mehr verstörenden Zwischenspielen. Bis zu 2010 gehen die Aufnahmen zurück, "Un recuerdo" ist direkt eine Alternativversion von "Avión apestoso" von "Octopus Kool Aid".
Wer dem Counterpart schon etwas abgewinnen konnte, sollte mit "A Lovejoy" ebenfalls einigermaßen glücklich werden. Das Schöne ist, dass die längsten drei Tracks die interessantesten sind – und zusammen schon mehr als die Hälfte der Spielzeit ergeben. Allen voran natürlich der Closer "Tlaquepaque" mit knapp 13 Minuten, ein fließendes Auf und Ab – mit echten Drums! –, wunderbar zum Sich-Drin-Verlieren.
Sonst gibt's eher so Nummern wie "Transparent" oder "Faceless and Tired": Sind halt da. Wie schon "Weekly Mansions" (und so viele andere ORL-Elektrowerke) unterhaltsam, aber nicht essentiell.

Ohrenstrapazen: Siehe "Weekly Mansions", keine Herausforderung. Aber warum ist "Nobodies" so laut?
Cover-Rating: 1/10. No. No no no no no. Weg mit dem Billo-Hintergrund, weg mit dem WordArt. Ich hab mit 11 in Paint bessere Cover gemacht.

9er & 10er: Tlaquepaque
6,0/10 / Ranking 43/57



Roman Lips
#46, 40. Studioalbum, 13.01.2017
14 Tracks / 37:00 Minuten


Now we're talking again. Wem die vorigen Alben zu krude, schräg und seltsam waren, wird an "Roman Lips" die helle Freude haben. Ein Bandalbum! Ein Rockalbum! Mit Songs und Struktur! Meistens unter drei Minuten! Die Platte lebt von der Geschwindigkeit, mit der die Ideen hier in den Orbit geschossen werden – und von den hübschen Bassläufen. Dabei wird es nie zu zugänglich, gerne stellen sich ein paar der 14 Tracks auch mal quer. Beispielsweise wird "Nobodies" vom Vorgänger zu "Still Nobodies" umfunktioniert, schleicht jetzt über die Flure. (Überhaupt nutzen ein paar Tracks wieder alte Vorlagen.) "Bitter Tears" liegt auch auf der schiefen Seite, wird interessant durch die Vocal-Samples im Hintergrund und "Yeah About That, About That"... klingt so wie sein Titel.
Dazwischen stehen jedoch tatsächlich Hits, die mal ganz unkompliziert aus der Hüfte geschossen werden, gerade die Tracks an Anfang und Ende der Platte zählen dazu. Allein wie der Titeltrack als Dampfwalze erst mal aufräumt, ist ein Traum, genau wie der Counterpart "Fishtank" zum Schluss. "Don't Fight Back" braucht nicht mal 2 Minuten, um seine Hook einzuhämmern. Und so wird auf Albumlänge ein sehr unterhaltsames Push-and-Pull auf hohem Niveau draus.

Ohrenstrapazen: Nada.
Cover-Rating: 8/10. Simpel, aber effektiv.

9er & 10er: Roman Lips | Don't Fight Back | Fishtank
7,5/10 / Ranking 15/57



Zen Thrills
#47, 41. Studioalbum, 27.01.2017
9 Tracks / 39:00 Minuten


Wieder mal Teri am Mikro. Im Gegensatz zum fast zeitgleich erschienen "Crystal Fairy" ist "Zen Thrills" derweil nicht unzugänglich, nur etwas abseitiger, verpeilter. Und aus meiner Sicht sogar einen Tick besser. Es werden auch wieder drei Songs von "Unicorn Skeleton Mask" entmuffelt, diesmal eher die damaligen Rohrkrepierer, die aber wirklich nur bei direktem Vergleich erahnt werden können, so anders klingen sie zum Glück. Auch weil zwei davon nun Teri am Mic haben, während "Drown It All, No One Will Miss It" (ehemals "Bored to Burns") zum Instrumental wird.
"Zen Thrills" entfaltet sich und macht doch ziemlich Laune, gerade weil es die Stimmung konsequent durchhält. Am meisten passt es zu einer leicht dösigen Heimfahrt nach einer Party oder einem ruhigen Spaziergang, ohne dass es nun zu leblos wäre, ganz im Gegenteil. Schwer zu beschreiben, wie ich merke. Mal ist es verpeilter wie bei "Scream, What Do I Do", um gleich danach einen Banger wie "Nowhere Sides" rauszuhauen. Ein Song verdient besondere Beachtung: Diese Streicher im simpel geloopten Closer "That's Hell Alright" muss man gehört haben. Die fassen auch die Atmosphäre auf der Platte gut zusammen und sorgen für einen eigenen, total faszinierenden Sound. Weird und wundervoll.

Ohrenstrapazen: Niedrig, recht ohrenfreundlich abgemischt.
Cover-Rating: 9/10. Operationssaal? Creepy Atmosphäre und passt absolut.

9er & 10er: Nowhere Sides | Lounge for a Tongue | That's Hell Alright
8,0/10 / Ranking 12/57

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 26.02.2016

20.02.2025 - 00:15 Uhr
Chocolate Tumor Hormone Parade
#48, 3. Livealbum, 10.02.2017
10 Tracks (7 Songs) / 42:45 Minuten


Kein neues Studioalbum, sondern Liveaufnahmen aus 2012, von 7 Songs (unsinnig auf 10 Tracks aufgeteilt, die den Albumtitel bilden) von der Elektro-Trilogie "Un corazón de nadie", "Saber, querer, osar y callar" und "Octopus Kool Aid". Tatsächlich genau in dieser Reihenfolge, weshalb es sinnvoll ist, das in Paketen zu betrachten.
Von ersterem Album nehmen "Querer" ("Choc"/"ol") und "Mono" ("ate"/"Tu") gleich mal fast die Hälfte der gesamten Spielzeit ein, was bedeutet: Um den Kern der Songs werden sehr viel mehr Nudelei und grelle Rock-Ausbrüche gestrickt. Dynamischer ist das, aber kaum weniger garstig. Eine gewisse Intensivität lässt sich aber nicht abstreiten.
"Saber..." kommt ganz gut weg. Bei "Spellbound" ("Hor") kann man hören, wie die Version "Spell Broken Hearts" von "Zapopan" quasi vorweg genommen wird. "Tentáculos" ("mor") bekommt Version 4 spendiert, nicht neu, aber gut.
"Octopus Kool Aid" bekommt 3 Plätze, Teri ist hier an den Vocals. Für mich der beste Part der Platte. Die Songs sind "Worlds Get in the Way" ("mone"), "18" ("Pa"/"ra") und "Waves" ("de") und gewinnen durch den Bandsound sehr viel dazu. "Waves" nervt etwas in seiner Hysterie, aber so wie die anderen beiden hätte ich gern das ganze Originalalbum gehört.
Richtige Live-Atmosphäre kommt bei all dem aber nicht auf, auch durch die klaren Brüche und sehr unterschiedlichen Umsetzungen. Daher auch keine Platte, zu ich viel zurückkehre.

Ohrenstrapazen: Von den Livealben aus meiner Sicht der schwächste Klang. Gerade die Songs von "Un corazón" sind unangenehm kratzig.
Cover-Rating: 7/10. Nette Fotocollage, schöne Farbgebung.

9er & 10er: Worlds Get in the Way (mone) | 18 (Pa/ra)
6,5/10 / Ranking 29/57



Ensayo de un desaparecido
#49, 42. Studioalbum, 24.02.2017
10 Tracks (7 Songs) / 37:13 Minuten


Nun also "Xenophanes" re-imagined, ähnlich wie es "Nom de guerre cabal" mit "¿Sólo extraño?" gemacht hat (allerdings fehlen hier zwei Interludes). Was genau diese Versionen zeigen sollen, wird leider selten klar – einzig "Nocturna luz" (alias "Amanita virosa") wird zu Beginn tatsächlich auf Piano-Nummer gekrempelt. Nicht total genial, aber interessant.
Leider fast der einzig erhellende Beitrag. "Un abismo bendito", das neue "Desarragio", profitiert noch von seiner schlierenhaftigen Verwirrtheit. Ansonsten wird höchstens anhand der dünnen Produktion ("stripped down", haha) klar, welches Album gerade läuft. Ein paar veränderte Stellen und eine neue Reihenfolge (sowie leider auch der Abzug von Sängerin Ximena) rechtfertigen da nicht eine ganze alternative Platte. Zumal das Original von seiner Ausgefeiltheit lebte und daher Demo-Stadien eher uninteressant sind. Nicht mehr hört man hier leider.
Das gesagt: Auf der anderen Seite gehören die "Xenophanes"-Stücke natürlich mit zu den stärksten von Omar, daher macht die Platte schon Bock. Aber warum dann nicht gleich "Xenophanes" hören?

Ohrenstrapazen: Wenig. Der Klang ist halt nicht doll.
Cover-Rating: 6/10 für das Original, den neuen Closeup auf eine scheinbar andere Flatterfigur würde ich sogar 7/10 geben.

9er & 10er: Un abismo bendito
6,5/10 / Ranking 34/57



Azul, mis dientes
#50, 43. Studioalbum, 10.03.2017
11 Tracks / 38:19 Minuten


Sehr erfreulich: Wir bekommen mal wieder komplett unbekanntes Material präsentiert und keine Alternativversions-Soße. (Okay, bei "Trigeña" läuft im Hintergrund "Head Is Made of Straw" und aufgenommen wurde es in 2013, aber... ihr wisst schon.) Noch erfreulicher: Es ist richtig gut.
Ein weiteres Album mit Teri Gender Bender am Mikro, hier poppiger, entspannter, aber immer noch mit reichlich Schräglage. Vor allem geht es mehr als Bandalbum, denn als reine Studio-Kreation durch. Groove ist das Stichwort, ein "Marcel" hat davon einiges, "Merit" ist das Highlight mit richtig gutem Spannungsaufbau. Und gleich am Anfang eröffnet "Isaac" mit verdammt eingängigem Alternative Rock, der glatt 1:1 irgendwo aus den 90ern herauskopiert hätte sein können. Der Fast-Titeltrack ist dagegen ein launiger, kurzer Elektropop-Einschub, der aber noch mal von "Sandra" in der Kategorie getoppt wird.
Da ist es auch okay, wenn gleich gegen Anfang "Robert" ziemlich querschießt und auch nach mehreren Durchläufen nicht zündet. Der Rest entschädigt ja. Kompakt, angenehm, gut. Ob hinter den ganzen Vornamen in der Tracklist ein Konzept steckt? You tell me.

Ohrenstrapazen: Dreht krass den Bass auf. Hui.
Cover-Rating: Okay, das neue Cover weiß zumindest, was "azul" heißt. Und ich muss keine hässlichen Zähne angucken, sondern es bleibt abstrakt. 3/10 fürs Original, 6/10 fürs neue. (Warum muss der Titel jetzt auf dem Bild stehen? Part 1)

9er & 10er: Isaac | Merit
7,0/10 / Ranking 28/57



Gorilla Preacher Cartel
#51, 44. Studioalbum, 24.03.2017
11 Tracks (9 Songs) / 39:49 Minuten


Das sind seit langem die deutlichsten Rückgriffe auf den TMV-Stil: "Buying Friendships", "Lección en ignoracia" und das finale Epos "Loveless Interceptions of Pride" machen einfach richtig viel Laune. Throwback-Time!
Ansonsten Gemischtwarenladen, der an "Se dice" oder "Absence" erinnert – und sich mit denen messen kann. Schön, dass nämlich auch der größtenteils instrumentale und andersartige Rest passt. Der Opener "Spanish Castles" zeigt, was man aus "Minor Cuts"-Material herausholen kann, direkt danach ist "No Little Man" sowas wie "Weekly Mansions" in geiler. Manchmal ist's einfach nur wunderhübsch wie das schon beinahe kitschige "Te adoro" oder "Solo Dios lo permite", das schon fast 1:1 als Teil eines Songs auf "Tychozorente" oder als Interlude auf "Weekly Mansions" verarbeitet, um mal wieder das ORLexikon zu spielen.
Sonst sind auch viele Parts Querverweise auf vergangene Werke, allerdings in der Regel nur in Teilen, sodass sich das Album schon "neu" anfühlt. Die Vielfalt der Platte ist beeindruckend, neben dem prägnanten Gitarrenspiel werden die Tracks von einer hypnotischen Qualität zusammengehalten.

Ohrenstrapazen: Ordentlich. Sei es schrille Elektronik oder der pervers laute Mittelteil von "Loveless Interceptions of Pride".
Cover-Rating: 2/10 für das hässliche Gebilde des Originals. Das neue Cover sieht dafür viel zu clean und langweilig aus, 3/10.

9er & 10er: Lección en ignoracia | Loveless Interceptions of Pride
8,0/10 / Ranking 11/57



Killing Tingled Lifting Retreats
#52, 45. Studioalbum, 07.04.2017
10 Tracks (8 Songs) / 33:23 Minuten


Wenn man sich fragt, ob die Albumtitel von Schimpansen ausgesucht werden...
Auf "Killing Tingled Lifting Retreats" gibt es eine meist ruhige und zugängliche Mischung mit Fokus auf Gitarrenspiel (akustisch und elektrisch), die ein wenig Noir-Atmosphäre versprüht. Manchmal bricht etwas mehr Licht durch – dieses "sunrise" im schlagfertigen "Tickle Tumor" ist da zu nennen. "Don't Let Us Breathe" ist fast als (Post-)Punk zu bezeichnen, hier dreht Deantoni Parks mal schön frei. Und es gibt mit "Cassando la luna oro" eine hübsche Version von "Arcos del amor" von "Arañas en la sombra", die sich von ruhiger Nachtschicht zu energischen Halldrums steigert. Der energische Schluss von "Love Light" ist auch ein Highlight und auch "Paint Yourself a Saint" endet im Feuerwerk. Zu schade, dass davor jeweils nicht viel passiert.
"Killing..." gehört auf jeden Fall zu den Omar-Alben, die man angenehm laufen lassen kann, ohne sich im Kopf zu verrenken. Nachteil ist, dass es dadurch auch ein wenig gleichförmig ist und nicht wirklich viel hängen bleibt. Aber da die 33 Minuten schon gut runtergehen, geht das in Ordnung.

Ohrenstrapazen: Keine.
Cover-Rating: 8/10. Ein wunderbares Motiv. (Warum muss der Titel jetzt auf dem Bild stehen? Part 2)

9er & 10er: –
6,5/10 / Ranking 35/57



Solid State Mercenaries
#53, 46. Studioalbum, 21.04.2017
10 Tracks / 39:27 Minuten


Willkommen zurück im ORL-Gemischtwarenladen. Von allem etwas, nichts so richtig. Vom konfusen Opener sollte man sich allerdings nicht irritieren lassen, es geht danach deutlich verdaulicher weiter. Immer wieder gibt es mal percussionlose Einschübe ("Sinister Page", das sehr, sehr schöne "Killing Out the Special Tide" oder die erste Hälfte des cool angelegten "Strangled Maybes"), die auflockern, auf der andere Seite steht dann sowas Geiles wie "Five Star", das einen tollen Freakout-Moment darstellt und mal wieder den Jazz-Rock rausholt, den es schon lang nicht mehr gab.
So unterm Strich fehlt hier aber der rote Faden – kein Wunder, dass drei verschiedene Drummer in den Credits stehen – und gerade der Beginn der Platte mag nicht recht aus dem Quark kommen. "Gorilla Preacher Cartel" etwa hat seine diversen Ansätze sehr viel besser miteinander verknüpft. Trotzdem hörenswert, auch wenn einigen guten Hooks und tollen Ideen das passende Songwriting drumrum fehlt. (Looking at you, "Your Hazard Name", als verpasste Chance.)

Ohrenstrapazen: Wenig, Opener und Closer sind die größten Hürden.
Cover-Rating: 8/10. Auch hier eine einfache Idee, die ein hübsches Bild ergibt.

9er & 10er: Killing Out the Special Tide | Five Star
6,5/10 / Ranking 31/57



Birth of a Ghost
#54, 47. Studioalbum, 05.05.2017
10 Tracks / 24:50 Minuten


HipHop. Schlager. Noch was? Klassik kann man auf jeden Fall von der Liste der Genres streichen, die Omar noch nicht gemacht hat. Aufgenommen wurde das Ganze sogar teils in einer Kirche und man hört das im hübsch verhallten Echo, das die Instrumente erzeugen. Vielleicht ist es das bestklingende ORL-Album überhaupt. Auf jeden Fall das mit der längsten Credits-Liste.
"Birth of a Ghost" ist ein unerwartet leichtverdauliches Stück Musik. Wirkliche Highlights gibt es nicht, oft wechseln Tracks, ohne dass ich es bemerke. Ich bin auch ehrlich: Klassische Musik ist nicht mein Spezialgebiet oder Steckenpferd. Es gibt dort Kompositionen, die bleiben hängen und/oder reißen mich mit und dann gibt es die Mehrheit, die an mir vorbeiflutscht. "Birth" zählt klar zu letzterem. Es ist so pompöse Filmscore-Klassik, die links rein und rechts raus geht. Möglich, dass es Connaisseure anders sehen, für mich ist es nur ein nettes Intermezzo ohne Nährwert.

Ohrenstrapazen: Im Gegenteil. Regelrecht wohlig.
Cover-Rating: 5/10. Kreise und Linien. Okay.

9er & 10er: –
5,0/10 / Ranking 46/57



Doom Patrol
#55, 48. Studioalbum, 14.07.2017
10 Tracks (8 Songs) / 40:19 Minuten


Es ist wirklich ungewöhnlich, welche Parts seiner Diskographie sich Omar immer mal neu anschaut. Diesmal zockt sich "Doom Patrol" Teile von "Woman Gives Birth to Tomato!", wobei es kein Rerecording ist, sondern eher häufig Elemente, insbesondere das ADHS-Klavier, darin quasi als Sample auftauchen. Es ist auch anders in seiner Wirkung. Dadurch, dass noch eine Band drüberklimpert und Omar singt, ist "Doom Patrol" auf andere Art herausfordernd und entnervend. Denn der Sog von "Tomato" will sich einfach nicht einstellen, stattdessen tanzen die Stücke auf den Nerven Samba.
Es mag sich auch nicht recht zu Grooves bekennen: Gerade, wenn man denkt, dass "Maggot Breath" jetzt Fahrt aufnimmt, bremst es sich schon wieder aus. Oft deliriert "Doom Patrol" nur rum, wie bei "Necroplasty", dessen "Rhythmus" einfach nur nach 2 Promille im Turm klingt und dessen zweiter Teil mit "In Case of Emergency, Die Slowly" einfach nur passend betitelt ist, weil's einfach nicht enden will. Ab und an gibt es Momente wie die Klimax von "Voraz", wo die Kakophonie Schwung bekommt, aber über die Spielzeit zu wenig.
Machen wir es rechnerisch: "Doom Patrol" ist für die Jazz-Fusion das, was "¿Sólo extraño?" für Elektro war: die wirre und inessentielle Resterampe. Da ich aber die organische Instrumentierung bei Omar immer lieber mag als den Elektro, ist es also einen Tick höher zu bewerten.

Ohrenstrapazen: Schon hoch. Nicht aufgrund der Produktion, sondern weil hier wirklich alles querfliegt.
Cover-Rating: 4/10. Irgendsoein Rot-Gemisch. (Warum muss der Titel jetzt auf dem Bild stehen? Part 3)

9er & 10er: –
4,5/10 / Ranking 50/57



The Clouds Hill Tapes Parts I, II & III
#56, 49. Studioalbum, 24.07.2020
20 Tracks / 79:19 Minuten


Ist es überhaupt ein Studioalbum? Ist es eher wie "Los sueños de un higado" ein Live-im-Studio-Album? Auf der anderen Seite: Wie oft hat Omar bis hierhin schon Songs mehrfach verwurstet? Und immerhin sind unter den 20 Songs auch zwei neue Kompositionen. "It All Begins With You" ist ganz hübsch, "Born to Be a Nobody" leider vermurkst aufgrund super nervigem Refrain.
Die anderen 18, alle von den 2016/17er-Alben, werden in ein gediegenes Setting überführt. Keine Frickeleien und Gniedeleien, stattdessen Zurückhaltung, Finesse und geschmackvolles Entertainment. Die Auswahl umschifft nicht ohne Grund die experimentellen Platten und konzentriert sich nach dem "Roman Lips"-Eröffnungstrio besonders auf "Umbrella Mistress". Mit ganzen sechs Songs ist mehr als die Hälfte jenes Albums vertreten. Am Mikro sorgt die spanische Sängerin Virginia Garcia Alves für eine rauchige Note, viele Songs stützen sich auf das angejazzte Klavier des Argentiniers Leo Genovese.
Nicht selten sind diese Versionen besser als die Originale ("Fishtank" und "Paint Yourself a Saint" melodisch mit einer richtigen Sängerin schmissiger, "Science Urges" von "Weekly Mansions" jetzt organisch instrumentiert, "A Fool So Bleak" viel dramatischer), manchmal aber auch schwächer (das öde schleichende "Running Away", das zu träge "Houses Full of Hurt").
Dafür, dass es das längste Album in dieser Liste ist (wenn auch mit einem Sternchentext dran), ist es allerdings doch arg gleichförmig auf Dauer, obwohl die drei Parts je eine leicht andere Ausrichtung haben. Mein Gehirn wandert da spätestens nach ein paar Songs immer woanders hin. Für Berieselung gibt es aber wahrlich Schlechteres.

Ohrenstrapazen: Gar keine. Flutscht angenehm weg.
Cover-Rating: Das Cover für die Gesamtausgabe ist der Albumtitel auf weißem Grund und dafür gibt's 2/10. (Ein Gnadenpunkt dazu, weil's zur Eleganz passt.) 8/10 bekommen die Covers mit den Tapes für die Einzel-EPs. Super Idee, warum wurde die nicht fürs Album genommen?

9er & 10er: Fishtank | Fool So Bleak | Killing Out | Paint Yourself a Saint
6,0/10 / Ranking 40/57



Is It the Clouds?
#57, 50. Studioalbum, 04.12.2023
10 Tracks / 28:53 Minuten


Erschien erst als Teil des "Amor de Frances" Super-Vinyl-Boxsets (mit einer super-deluxe Preisgestaltung), im Januar 2024 dann auch solo. Die Aufnahmen stammen wie die "Clouds Hill Tapes" aus 2018, erinnern als oft folkige, meist ruhige Stücke an Alben wie "Corazones" oder "Umbrella Mistress" – leider aber eher wie Outtakes davon. Auch das selbstbetitelte TMV-Album klingt mehr als einmal durch.
Nichts hier ist ansatzweise schlecht, eine Handvoll Songs, allen voran das sehr schöne "Gently Tamed", sogar ziemlich gut, aber vieles halt nicht bemerkenswert. Alles hat man auf vergangenen Alben schon besser und packender gehört. Diese Platte ist einfach "wenig" in vielerlei Hinsicht: Spielzeit, Instrumentierung – und das was man am Ende davon mitnimmt.

Ohrenstrapazen: Außer dem sehr kratzig produzierten "Amor frío" nichts Schwieriges.
Cover-Rating: 4/10. It's not the clouds but some cheap digital objects you copy-pasted.

9er & 10er: Gently Tamed
6,0/10 / Ranking 41/57

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 11218

Registriert seit 26.02.2016

20.02.2025 - 00:15 Uhr
Hier noch die gerankte Liste, die natürlich ein Stück weit immer Momentaufnahme sein muss...

1. The Apocalypse Inside of an Orange 8,5 (2007)
2. Solar Gambling 8,5 (2009)
3. Old Money 8,5 (2008)
4. Dōitashimashite 8,0 (2010)
5. Xenophanes 8,0 (2009)
6. Omar Rodriguez 8,0 (2007)
7. Cryptomnesia 8,0 (2009)
8. Un escorpión perfumado 8,0 (2010)
9. Corazones 8,0 (2016)
10. Absence Makes the Heart Grow Fungus 8,0 (2008)

11. Gorilla Preacher Cartel 8,0 (2017)
12. Zen Thrills 8,0 (2017)
13. Se dice bisonte, no búfalo 7,5 (2007)
14. Cizaña de los amores 7,5 (2010)
15. Roman Lips 7,5 (2017)
16. Blind Worms, Pious Swine 7,5 (2016)
17. El bien y mal nos une 7,5 (2016)
18. Calibration (Is Pushing Luck and Key Too Far) 7,5 (2007)
19. Arañas en la sombra 7,5 (2016)
20. Megaritual 7,5 (2009)

21. Ciencia de los inútiles 7,0 (2010)
22. Omar Rodriguez Lopez & John Frusciante 7,0 (2010)
23. Sepulcros de miel 7,0 (2010)
24. Sworn Virgins 7,0 (2016)
25. Zapopan 7,0 (2016)
26. Los sueños de un hígado 7,0 (2009)
27. Umbrella Mistress 7,0 (2016)
28. Azul, mis dientes 7,0 (2016)
29. Chocolate Tumor Hormone Parade 6,5 (2017)
30. A Manual Dexterity: Soundtrack Volume One 6,5 (2005)

31. Solid State Mercenaries 6,5 (2017)
32. Please Heat This Eventually 6,5 (2007)
33. Cell Phone Bikini 6,5 (2016)
34. Ensayo de un desaparecido 6,5 (2017)
35. Killing Tingled Lifting Retreats 6,5 (2017)
36. Saber, querer, osar y callar 6,5 (2012)
37. Woman Gives Birth to Tomato! 6,5 (2013)
38. Octopus Kool Aid 6,0 (2012)
39. Unicorn Skeleton Mask 6,0 (2013)
40. The Clouds Hill Tapes Parts I, II & III 6,0 (2020)

41. Is It the Clouds? 6,0 (2023)
42. Weekly Mansions 6,0 (2016)
43. A Lovejoy 6,0 (2016)
44. Un corazón de nadie 5,5 (2012)
45. Omar Rodriguez Lopez & Lydia Lunch 5,5 (2007)
46. Birth of a Ghost 5,0 (2017)
47. Tychozorente 5,0 (2010)
48. Nom de guerre cabal 5,0 (2016)
49. Minor Cuts and Scrapes in the Bushes Ahead 4,5 (2008)
50. Doom Patrol 4,5 (2017)

51. Equinox 4,5 (2013)
52. Some Need It Lonely 4,5 (2016)
53. Mantra Hiroshima 4,0 (2010)
54. ¿Sólo extraño? 4,0 (2013)
55. Infinity Drips 2,5 (2016)
56. Omar Rodriguez Lopez and Jeremy Michael Ward 1,5 (2008)
57. Despair 0,0 (2009)

edegeiler

Postings: 3274

Registriert seit 02.04.2014

20.02.2025 - 07:53 Uhr
Krass Felix. Das ist beeindruckend.

Gomes21

Postings: 6045

Registriert seit 20.06.2013

20.02.2025 - 07:57 Uhr
Wow, ich bin ebenfalls sehr beeindruckt, ich werde es niemals schaffen auch nur ein drittel überhaupt zu hören. Respekt! Vielleicht nehm ich mir die Top 10 noch mal vor.

Kontermutter

Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel)

Postings: 715

Registriert seit 04.03.2023

20.02.2025 - 09:03 Uhr
Kaum schreibe ich, wie geht ich das öfter sehen würde, muss es wieder den einen geben, der maßlos übertreibt. :D

Schließe mich dem Lob an. Schön aufgearbeitet.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 11218

Registriert seit 26.02.2016

20.02.2025 - 09:21 Uhr
Vielen Dank euch! :-) Es ist ja eher organisch gewachsen, als dass ich alles einmal runtergetippt hätte.

Spezielle Dank an ede, dessen Snoop-Dogg-Kurzrezis mir den Schubs gegeben haben, das Ding hier endlich fertigzustellen. :-D

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 11737

Registriert seit 23.07.2014

20.02.2025 - 11:28 Uhr
Wow, was für ein Post! Sehr beeindruckend. Wahnsinn, wie detailliert und liebevoll das alles zusammengestellt wurde.

Ich freue mich sehr, dass "Solar Gambling" hier so gut wegkommt, die ist mittlerweile vielleicht mein Lieblingsalbum von ihm und wird wie du sagst gerne vergessen oder erst nach der "Xenophanes" empfohlen, welche für mich ein Stück schwächer ist.

Ansonsten ist es auch spannend, dass da anscheinend doch sehr viele gute Sachen dabei sind. Vom Gefühl her hätte ich gesagt, dass da schon mehr Quatsch dabei ist. 28 Alben mit 7/10 und darüber ist allerdings schon eine Ansage. Da bekomme ich definitiv Lust, bei mir noch einige Lücken zu füllen.

K.A.

Postings: 194

Registriert seit 11.05.2014

20.02.2025 - 15:20 Uhr
Ich kann mich auch nur verneigen. Wahnsinn was für Zeit und Hingabe dort reingeflossen ist.
Wenn man bedenkt, dass man am Tag ja nicht ausschließlich Musik hört, sondern auch noch andere Sachen macht und wenn, dann auch nicht nur Omar Rodriguez-Lopez ist das umso beachtenswerter.
Ich könnte keinen Zeithorizont benennen in dem ich diese Aufstellung gemacht hätte, es wären aber auf jeden Fall Jahre.

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 4277

Registriert seit 12.12.2013

20.02.2025 - 16:15 Uhr
Chapeau, Felix. Ich glaube, ich mach irgendwann auch mal so nen Post... zu Mike Oldfield.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 11218

Registriert seit 26.02.2016

20.02.2025 - 18:03 Uhr
Ich könnte keinen Zeithorizont benennen in dem ich diese Aufstellung gemacht hätte, es wären aber auf jeden Fall Jahre.

Gewissermaßen ist es auch über Jahre entstanden. ;-) Wobei ich im Herbst über 2-3 Monate die Diskographie nach und nach durchgehört hatte und da auch das meiste noch dran gewerkelt hab. Das Durchhören hat auch wirklich viel mehr Bock gemacht als erwartet.

Filip

Postings: 388

Registriert seit 29.09.2024

26.02.2025 - 22:16 Uhr
Beeindruckende Besprechung! Im Großen und Ganzen gehe ich da mit. Wobei die s/t meine (ziemliche klare) Nr. 1 und die "Minor Cuts" durchaus Top 20 wäre. Wie dem auch sei: Hut ab, chapeau!

PS: Wenn es auf bandcamp mal alles für 150, 200 Euro geben sollte, wäre ich dabei.

Hierkannmanparken

Postings: 2925

Registriert seit 22.10.2021

26.02.2025 - 22:19 Uhr
Despair muss ich jetzt aber mal hören

Hierkannmanparken

Postings: 2925

Registriert seit 22.10.2021

26.02.2025 - 22:22 Uhr
Ja ok.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 11737

Registriert seit 23.07.2014

23.02.2026 - 11:45 Uhr
Dieser Diskografiepost ist nach wie vor so unfassbar beeindruckend. Habe aktuell eine kleine TMV/Omarphase und da ist es total klasse, die Einschätzungen nachzulesen.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 36424

Registriert seit 07.06.2013

23.02.2026 - 11:49 Uhr
Ja, der ist bei mir auch in den Lesezeichen und wird regelmäßig weiter gelesen.

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