Großstadt: Glücklicheres Leben?

User Beitrag
Kleinstadt-Hasser
09.01.2012 - 20:25 Uhr
Es gibt hier ja viele Threads, die sich mit Lebenskrisen beschäftigen.
Mir geht es derzeit auch nicht gut. So bescheuert es auch klingen mag:

Ich glaube, dass das Kaff, in dem ich lebe (ca. 100.000 Einwohner, aber trotzdem nichts los) einen erheblichen Einfluss auf mein Gemüt hat.

Ist es nicht so, dass man in Großstädten wie Berlin oder Hamburg viel eher einen Neuanfang machen bzw. sich und sein Leben neu aufbauen kann??

Ich meine, WO soll man in kleineren Städten Leute kennenlernen und WOMIT soll man sich ablenken, wenn es einem schlecht geht?

In Berlin könnte man auch an einem verregneten Sonntag, an dem man sich so richtig mies fühlt, etwas finden, was einen ablenkt.
Und sei es das Bummeln durch den Hauptbahnhof mit den vielen Geschäften.

Ich will mich aus meiner Depression herausholen, aber ich weiss nicht, was ich in diesem Kaff unternehmen soll.
Kochkurs an der Volkshochschule? Lernt man da nicht extrem uncoole Leute kennen?

ICH WILL NACH BERLIN!!!!

asket
09.01.2012 - 20:28 Uhr
ich möchte die ruhe und abgeschiedenheit eines kleinen dorfes, an dessen rand man noch etwas abseits wohnt, nicht mehr missen. klar, in der stadt ist immer was los etc. aber wenns sein muss setz ich mich ins auto und bin in einer dreiviertelstunden in einer millionenstadt...
Mitleid
09.01.2012 - 20:30 Uhr
ich kann dich da Verstehen, auch wenn ich deine "Euphorie" nicht teilen kann. Das ist vielmehr einfach nur die Illusion der scheinbar endlosen Möglichkeiten oder das einfach Abtauchen in der Anonymität der Großstadt. Gerade in den Metropolen gibts viele Menschen die zwar nicht alleine, aber einsam sind und der Lärm, der Dreck und die sonstigen Belastungen(Gerüche, Platzmangel, etc.) sorgen dafür dass die Menschen tendenziell gestresster sind als Menschen aus dem Lande oder einer Kleinstadt.

Natürlich möchten wir alle alles in unserer Nähe haben und nicht immer erst weit reisen möchten, aber die Metropole ist nur die Ideallösung für die wenigsten. Viele machen sich da nur etwas vor.
Boston
09.01.2012 - 20:51 Uhr
100.000 Einwohner und du lernst keine Leute kennen? Ein bisschen Mühe musst du dir schon geben. Denn es wird auch in der Großstadt nicht besser, im Gegenteil. Da läufst du viel eher Gefahr, in der Anonymität unterzugehen. Da wartet niemand auf dich.

Ansonsten kann man dem Herrn Mitleid nur beipflichten. Die Großstadt ist anziehend für junge Leute, aber nach ein paar Jahren ziehen sie alle wieder weg und werden dann diese Phase selten als glücklichste bezeichnen.
Korrektor
09.01.2012 - 21:37 Uhr
Jemand, der beim Genitiv einen Aprostroph setzt, darf keine Worte wie "paralysiert" benutzen.
Konrektor
09.01.2012 - 21:40 Uhr
Jemand, der nicht die semantisch korrekte Pluralform von "Wort" bilden kann, sollte sich hüten, anderen Leuten sprachliche Vorschriften zu machen.
Peter Pan
09.01.2012 - 23:30 Uhr
Gottfried Benn
REISEN

Meinen Sie Zürich zum Beispiel
sei eine tiefere Stadt,
wo man Wunder und Weihen
immer als Inhalt hat?

Meinen Sie, aus Habana,
weiß und hibiskusrot,
bräche ein ewiges Manna
für Ihre Wüstennot?

Bahnhofstraßen und Rueen,
Boulevards, Lidos, Laan –
selbst auf den Fifth Avenueen
fällt Sie die Leere an –

ach, vergeblich das Fahren!
Spät erst erfahren Sie sich:
bleiben und stille bewahren
das sich umgrenzende Ich.
Alfred Wolfenstein – Städter
10.01.2012 - 07:52 Uhr
Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, dass die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, ihre nahen Blicke baden
Ineinander, ohne Scheu befragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ...

Und wie still in dick verschlossner Höhle
Ganz unangerührt und ungeschaut
Steht ein jeder fern und fühlt: alleine.
lazybone
10.01.2012 - 09:30 Uhr
Dein persönliches Glück ist unabhängig vom Wohnort. Überhaupt: wer denkt, er würde glücklicher sein wenn nur die äußeren Umstände stimmen, irrt.
lebensberater_eduard
10.01.2012 - 10:35 Uhr
ganz einfach:

ab ins auto (oder bahn bus) und ab nach berlin. nimm dir für ne woche ein zimmer in einem wahrscheinlich ranzigen hotel und lass mal richtig die sau raus (clubs, nutten, koks..)
CityKiddie
10.01.2012 - 11:20 Uhr
Hör nicht auf all die Pessimisten, die es aus ihrer lage nie heraus geschafft haben- wenn du weg willst, dann geh auch , sonst fragst du dich dein leben lang was gewesen wäre wenn...

Aber stell dich mit ein bischen Realismus drauf ein, das ne größere Stadt nicht automatisch deine Probleme löst. Bin selbst aus einem Kaff nach berlin gezogen, hatte Phasen wo ich am liebsten zurück wollte weil anschluss finden zwar nicht so schwierig ist wie man glaubt, aber leute finden mit denen man ernsthaft viel und gerne zeit verbringt schon schwerer ist.

Und während ich in Berlin glücklich wurde ( bin aber auch der Glas halb voll typ) sind 2 sehr gute freunde von mir, aus meinem heimat kaff, hier nur weiter in ihren Depressionen verloren gegangen.

Fazit: wenn du es dir erlauben kannst noch mal von vorne anzufangen, mach es. geh nach Berlin oder Hamburg oder ins Ausland. Find dich selbst inder Fremde neu.


PS: an die ganzen Dichter hier, alles schön und gut aber der große Frank sah das allles anders:

When you're alone and life is making you lonely you can always go
downtown
when you've got worries all the noise and the hurry seems to help I know
downtown

Just listen to the music of the traffic in the city
linger on the sidewalk where the neon signs are pretty
how can you lose the lights are much brighter there
you can forget all your troubles forget all your cares

So go downtown things will be great when you're
downtown no finer place for sure
downtown everything's waiting for you

Don't hang around and let your problems surround you there are movie shows… downtown
maybe you know some little places to go to where they never close
downtown

Just listen to the rhythm of the gentle bossa nova
you'll be dancing with 'em too before the night is over happy again
the lights are much brighter there
you can forget all your troubles forget all your cares

So go downtown where all the lights are bright
downtown waiting for you tonight
downtown you're gonna be alright now

And you may find somebody kind to help and understand you
someone who is just like you and needs a gentle hand to guide them along
so maybe I'll see you there
we can forget all our troubles forget all our cares

So go downtown things'll be great when you're
downtown don't wait a minute more
downtown everything's waiting for you

Downtown… downtown… downtown… downtown
Leland Palmer
10.01.2012 - 11:27 Uhr
PS: an die ganzen Dichter hier, alles schön und gut aber der große Frank sah das allles anders:

Der Song ist von Petula Clark bzw Tony Hatch
Jojojonas
10.01.2012 - 11:46 Uhr
Naja, die Einen sagen so, die Anderen so.
nanu
10.01.2012 - 11:47 Uhr
versuchs doch mit leipzig, weimar, oder so, die großstädte im osten sind sehr sympathisch.

ich glaub nicht dass deune stadt soo schlimm ist, aber man ist ja in städten auch immer in gewohnheiten gefangen aus denen man schwer rauskommt. dann könnt n umzug schon gut sein.

in berlin wirst du untergehen wenn du nicht genau weißt was du da willst (also job/studiumsmässig).
Orphaned
10.01.2012 - 11:51 Uhr
IHR NARREN, ICH HABE UNTER DEM PSEUDONYM "MITLEID" GEPOSTET! HAHRAHRHRHAHARHAHRHR

ich war oft in Köln und Köln ist mir sympathisch, da habe ich so schwule wie...die üblichen PT-User halt...getroffen.
kokolores
10.01.2012 - 15:03 Uhr
@nanu:

also Weimar ist ja nun definitiv keine Großstadt, nicht nach der Definition des Threaderstellers und nicht mal nach der offizielen Definition ( Städte ab 100000 Einwohnern)
nanu
11.01.2012 - 00:51 Uhr
trotzdem schön da ;)

11.01.2012 - 01:00 Uhr
er will ja aber gerade WEG von den käffern.
nanu
11.01.2012 - 01:12 Uhr
nee, er fragt doch ob ihm ne großstadt wie berlin oder hamburg glücklicher machen würd. ich glaub ne stadt die einfach nett ist würds auch tun :-) dresden wär auch ne überlegung wert. aber berlin ist doch echt scheisse, da verliert man sich nur... und hamburg ist wirklich keien stadt wo man leicht neue leute kennen lernt (meine erfahrung). was denn mit köln?

11.01.2012 - 03:25 Uhr
verstehst du den unterschied zwischen kaff und stadt?
citykiddie
11.01.2012 - 10:17 Uhr
Großstadt pros:

24/7 was los,
Independent plattenläden,
kleine/große Konzerte,
mehr Singles und mehr Angebote für diese,
mehr Ausgehmöglichkeiten,
mehr Kneipen,
kleine Märkte/Geschäfte,
Stadtleben im Sinne von Strassenfesten etc,
Museen/Theater/Oper,
Kinos,auch kleine mit nicht-mainstream programm,
schnellere Kontakte zu Menschen,
mehr auswahl in der Esskultur,
parks im sommer,

Contras:
wird nie richtig still,
übersättigung durch Eindrücke,
Hundescheisse überall,
Dreck,
menschliches Elend,
gewalt und Kriminalität,
zwar schnellere aber auch oberflächlichere Kontakte,
furchtbar grau im Winter,
Luftverschmutzung,
enger lebensraum,
nervige nachbarn,


Now choose. Das eine gibts immer nur in Kombination mit dem anderen. Und an deinen schlechten Tagen wirst du auch nur das schlechte sehen, das erfordert Willenskraft dann auch auf das positive zu schauen.



stativision
11.01.2012 - 11:21 Uhr
zieh einfach nach berlin und probiers aus. entscheid danach weiter.

die nachteile von citykiddie sind eigentlich zumindest in vielen teilen von deutschen großstädten kaum zu finden oder einfach nur quatsch.
Konknrektor
11.01.2012 - 12:54 Uhr
"Plural" ist nicht Semantik, sondern Grammatik. Der Herr hat uns die Semantik, Syntax, Interpunktion und Grammatik geschenkt.
Ontologe
11.01.2012 - 13:01 Uhr
Der Herr? Hör doch auf.
Fräggelnder Erpel
11.01.2012 - 13:19 Uhr
Wer braucht in Zeiten von Internet und Facebook noch eine Großstadt? :)
Couch Potatoe
11.01.2012 - 13:22 Uhr
Bin vor 14 Jahren nach Sofanien gezogen. Is klassse da.
Castorp
11.01.2012 - 22:38 Uhr
Bleibt mal alle aus Berlin weg, dann hab ick hier mehr Luft zum Atmen. ;D

Unter der Woche bin ich zum Studieren oft in Potsdam und kann diese - hier schon erwähnte - Ruhe der kleineren Stadt nachvollziehen und genießen. Ist schon ein ziemlicher Kontrast, wenn man plötzlich aus dem Campus tritt und man sieht mal kein Grau, keine seelenlose Neubauten-Architektonik und keine dauergestressten WichserInnen, die einem das Leben unnötig schwermachen.

Ich möchte aber beides nicht missen: die kleinen Orte zum Abschalten und Nachdenken und die Hektik und Vielfalt der Großstadt. Auf Dauer würde mich Potsdam etwas langweilen, die graue Berliner Innenstadt allerdings krankmachen (und das sage ich, obwohl ich hier groß geworden bin...). Selbst in Parks hat man selten sowas wie "Abgeschiedenheit", weil die meistens überfüllt sind, nur auf Friedhöfen(sic!) geht es noch. Das hat nichts mit Misanthropie zu tun, sondern mit einer natürlichen Sehnsucht nach gelegentlicher Ruhe. Ich kann Menschen verstehen, wie eine klagende Bekannte von mir neulich, die mit dem Tempo der Großstadt überfordert sind, weil sie es nicht gewohnt sind. Und warum sich dann krankmachen lassen, nur weil irgendwer sagt, es sei "in" oder "hip", da und dort zu wohnen und wie ein Lemming hinterherrennt? Bullshit.

Bleibt eigentlich nur die gesunde Mischung: eine Wohnung/ein Häuschen am Stadtrand mit nicht allzulangem Weg zur Innenstadt.
Konrektor
28.01.2012 - 20:11 Uhr
"Plural" ist nicht Semantik, sondern Grammatik. Der Herr hat uns die Semantik, Syntax, Interpunktion und Grammatik geschenkt.

peinlicher Versuch, da sich die semantische Korrektheit nicht auf das Wort Plural bezieht. Dies zu erkennen ist übrigens wieder eine Frage von.. Semantik.

Given To The Rising

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Registriert seit 27.09.2019

24.06.2020 - 20:45 Uhr
https://web.de/magazine/panorama/saudische-planstadt-neom-30-gross-new-york-34821280

Hoffentlich mit Enthauptung 2 go an jeder Straßenecke.

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