Serie: Black Mirror

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MopedTobias

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12.09.2017 - 22:17 Uhr
Oh, das hab ich irgendwie vercheckt. Aber ist ja auch noch nicht Weihnachten :p

jayfkay

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13.09.2017 - 00:43 Uhr
mit weihnachten hat die episode wenig am hut :D

MountEerie

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13.09.2017 - 21:23 Uhr
@mopedtobias

Shut up and dance Holzhammer-Moralstück? Platte Message?
Alles meiner Ansicht nicht vorhanden. Eher nachvollziehbares Shit happens.
Interessant wie unterschiedlich Perspektiven sein können.
Und Internetkritik??
Ich fühl mich gerade als lebe ich auf einem anderen Planeten..

Wille des Volkes 10/10
Leben als spiel 8/10
Tranparente ich 10/10

Wiedergänger 8/10
Böse neue Welt 7/10
Waldo 7/10
White Christmas 10/10

Abgestürzt 3/10
Erlebnishunger 5/10
Mach was wir sagen 9/10
San junipero 3/10
Männer aus stahl 6/10
Von allen gehasst 9/10


hubidœdelvollidiot
13.09.2017 - 21:58 Uhr
Wer will mich mit Hundekot einreiben?

MopedTobias

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14.09.2017 - 00:46 Uhr
San Junipero 3/10, das mit dem anderen Planeten unterschreibe ich :D Gott, was hab ich in dieser Folge Rotz und Wasser geheult...

Was ist denn für dich die Message von Shut up and Dance? Ich sehe da nur ein stumpfes "Pass auf, was du im bösen, bösen Internet machst, denn es beobachtet dich und kann dir einfach so zum Spaß das Leben zur Hölle machen" und das Konzept einer übergeordneten, Selbstjustiz verübenden Strafinstanz finde ich auch sehr schwierig, wenn das Strafmaß den begangenen unmoralischen Akt weit übersteigt. Das macht übrigens White Bear sehr viel cleverer und moralisch komplexer.
Oathbreaker
14.09.2017 - 01:00 Uhr
Sehe das ähnlich wie MountEerie.
San Junipero wollte ich mehrmals aus Langeweile ausschalten. Dazu diese kitschige Story und die letzten 15 - 20 min erinnerten eher an einen 0815 Hollywood-Film. Richtig nervig.

Das Highlight ist für mich wohl White Christmas. Das ist eine 10/10.

jayfkay

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14.09.2017 - 03:56 Uhr
sage ich doch.

ist für mich das serien-highlight, auch wenn einige sachen etwas aufstoßen. das mit der gefangen persönlichkeit war etwas absurd, aber eben eine abstrakte weiterspielung der überwachung und datensammlung des menschen

MountEerie

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14.09.2017 - 21:01 Uhr
Aus meiner sicht hat die folge garnicht versucht eine message anzubringen.

Inwiefern fandest du das konzept der übergeordneten strafinstanz als schwierig?
Empfandest du sie als gutgeheißen?
Ich weiß nicht was genau du meinst.


MopedTobias

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14.09.2017 - 22:16 Uhr
Ich finde, dass hier schon sehr offensiv eine Message reingedrückt wird, Exit Music am Ende unterstreicht das ja nochmal. Ich finde es insofern schwierig, da hier Menschen mit extremer seelischer Folter und Nötigung zu Schwerverbrechen wie einem bewaffneten Raubüberfall und eventuell Mord "bestraft" werden, die ihre Frau betrogen oder masturbiert haben. Auch wenn der Junge am Ende wirklich pädophil war (Streitfrage? Ich fand das nicht ganz eindeutig), hat er zwar eine Straftat begangen, das Strafmaß ist aber immer noch unverhältnismäßig. Deutet man die Folge als Moralstück oder zumindest irgendeine Form von Reflexion über Moral, was im Kontext der Serie nicht allzu weit hergeholt ist, wird es also problematisch. Hier kann man natürlich anbringen, dass es darum überhaupt nicht geht und hier einfach ein paar perverse Trolle zum Spaß Menschen unverhältnismäßig quälen wollen, dann landen wir aber bei einer sehr stumpfen, simplen Internet- oder auch generellen Systemkritik ("die da oben sehen alles und können mit dir machen, was sie wollen"), die aus meiner Sicht auch sehr unspannend und vorhersehbar inszeniert ist. Egal, wie ich diese Folge deuten will, ich komme zu dem Ergebnis, dass sie überhaupt nicht gelungen ist. Die Serie kann nicht nur viel intelligenter und komplexer, sondern auch unterhaltsamer und mitnehmender sein.
@MopedTobias
14.09.2017 - 22:38 Uhr
Natürlich hat der Junge P. äd. ophi. le Neigungen. Das wird einmal bei dem Kampf gesagt und auch am Ende als die Mutter am Telefon ist sagt sie eindeutig sowas wie "Das waren Bilder von Kindern!!!!"

Achso und sc.h.e.i.s.s. FILTERLISTE DAS IST MEIN DRITTER ANLAUF FÜR DAS POSTING!!!!!

MountEerie

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15.09.2017 - 02:42 Uhr
Ist schon ein ziemlich essentieller twist, dass der Junge pädophil ist..

Wenn man davon ausgeht dass hier ein paar perverse Trolle zum Spaß Menschen unverhältnismäßig quälen wollen, landen wir meiner Meinung eben nicht zwangsläufig (warum sollte das so sein?) bei einer Internet-, geschweige denn Systemkritik, da die Trolle eben nicht für die da oben stehen, sondern einfach nur Trolle sind die das Internet für Ihre moralisch fragwürdigen Aktionen missbrauchen. Warum man daraus eine allgemeine Internetkritik strickt erschließt sich mir nicht.

MountEerie

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15.09.2017 - 02:57 Uhr
Und welche Message unterstreicht Exit Music?
Hab mich erst jetzt im Rahmen deines Posts mit den Lyrics auseinandergesetzt.
Ohne den Text zu kennen hat das Lied für mich das emotionale Amargeddon, den Schock, die wilde Verzweiflung des Jungen massiv unterstrichen. Jetzt mit Textverständnis bin ich etwas verunsichert.

MountEerie

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15.09.2017 - 03:23 Uhr
Nochmal gesichtet seh ichs immernoch so, dass das Lied einfach nur perfekt die emotionale Situation der Protagonisten, die Trauer und den Schmerz beim Auseinanderbrechen ihrer Leben unterstreicht. Die Hoffnung zu entkommen zerbrochen.

Sorry fürs tripleposten..

MopedTobias

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15.09.2017 - 11:41 Uhr
Exit Music ist ja eigentlich ein Romeo-und-Julia-Song, kann aber auch im Rahmen einer Systemkritik und eines Ausbruchs aus diesem System gedeutet werden. Man könnte natürlich auch ganz böse sein und behaupten, die Macher wollten einfach nur irgendeinen Song von DEM Vorzeigealbum für Techno- und Digitalisierungsphobie haben und haben dann den mit der am besten geeigneten Dramaturgie genommen...

Über den Pädophilie-Twist hab ich schon mal mit einem Kumpel gesprochen, der ihn auch eindeutig fand, aus meiner Sicht kann es aber auch einfach eine Behauptung der Trolle gewesen sein, auf die der Junge sowohl im Kampf als auch bei seiner Mutter aus seinem kaputten psychischen Zustand heraus nichts mehr entgegnen kann. Ist aus meiner Sicht aber auch egal, die Message ändert sich nicht.

Wenn du Spaß mit der Folge hattest und nichts aus ihr raus liest, ist doch alles gut, gerade im Kontext der Serie denke ich aber, dass jede Folge irgendwas zu sagen hat, und da lande ich hier einfach bei nichts Gelungenem. Und wie gesagt, auch wenn hier keine Message drinstecken soll, fand ich die Folge immer noch langweilig und vorhersehbar und sie bleibt die schlechteste Folge der Serie für mich.

MountEerie

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15.09.2017 - 12:05 Uhr
Exit Music ist ja eigentlich ein Romeo-und-Julia-Song, kann aber auch im Rahmen einer Systemkritik und eines Ausbruchs aus diesem System gedeutet werden.

Oh, ok, interessant danke, der Zusammenhang wirft ein für mich neues Licht auf die Szene.
Unkritischer fühlte sich deutlich besser an. ;)

hubschrauberpilot

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15.09.2017 - 21:35 Uhr
Ich habe immer noch ein Problem mit der San Junipero Folge, ich verstehe die Faszination einiger User dafür nicht. :(
Shut up and Dance
15.09.2017 - 21:53 Uhr
MopedTobias ist ja auch der einzige der den Schnulz abfeiert.
@hubschrauberpilot
15.09.2017 - 21:58 Uhr
Wenn sich zwei Menschen ganz ganz doll lieb haben nennt man das liebe, hubi. Vielleicht wirst du das auch irgendwann mal erfahren :)

MopedTobias

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16.09.2017 - 11:43 Uhr
San Junipero ist nach White Christmas die am besten bewertete Folge der Serie bei imdb. Aber ja, die Wertungen sind natürlich alle von mir :p

Die Folge hat ein absolut großartiges Worldbuilding. Wie nach dem 80er-Kitsch am Anfang nach und nach Informationen zur Prämisse der Welt eingestreut werden, ohne dass es je den großen Expositions-/Enthüllungsmonolog gibt, ist genial. Dann werden hier viele interessante Gedanken zu Leben, Tod und der Verantwortung gegenüber geliebter Menschen dargestellt, ohne dass es zu einem platten oder eindeutigem Schluss kommt. Das vermeintliche Happy End ist nämlich gar nicht so happy, wenn man sich die Situation der beiden Beteiligten vor Augen führt. Und das wird dann auch noch in eine unendlich bewegende, traurig-schöne Liebesgeschichte verpackt. Eine der drei ganz großen Folgen der Serie.

jayfkay

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16.09.2017 - 15:26 Uhr
welche ist die dritte

MopedTobias

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16.09.2017 - 17:43 Uhr
Meine Wertungen sind auf der vorigen Seite.

BoomX2

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16.09.2017 - 19:07 Uhr
Ich habe es gesehen. Sehr interessant. Aber meine Obsession mit http://bookofrakostenlosspielen.org/ wird mich nicht beenden lol

BoomX2

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16.09.2017 - 19:15 Uhr
Beach play online

hubschrauberpilot

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17.09.2017 - 21:54 Uhr
"MopedTobias ist ja auch der einzige der den Schnulz abfeiert."

Dann bin ich ja beruhigt. Aber es war ja nichtmal Schnulz, es war ..............nichts.

alterniemand

User und News-Scout

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19.09.2017 - 20:21 Uhr
Freut mich ja sehr, dass Black Mirror gleich 2 Emmys bekommen hat.San Junipero ist zwar nicht meine Lieblingsfolge, aber sehr gut allemal.

http://www.telegraph.co.uk/tv/2017/09/18/black-mirror-san-junipero-wins-emmys-charlie-brooker-urges-crowd/

Vennart

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Registriert seit 24.03.2014

26.12.2017 - 14:45 Uhr
The National Anthem 7/10
Fifteen Million Merits 9/10
The Entire History Of You 10/10

Be Right Back 9,5/10
White Bear 9/10
The Waldo Moment 7/10

White Christmas 9,5/10

Nosedive 8,5/10
Playtest 6/10
Shut Up And Dance 10/10
San Junipero 9/10
Men Against Fire 7/10
Hated In The Nation 9/10

Für mich die wohl aufwühlendste Serie, die mich auch am meisten zum Nachdenken anregt. Ich kann Season 4 kaum erwarten!

hubschrauberpilot

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Registriert seit 13.06.2013

26.12.2017 - 23:04 Uhr
Freue mich auch auf die 4. Staffel, wobei ich die 3. sehr gemischt fand, Höhen und Tiefen.
Ja
27.12.2017 - 02:23 Uhr
Staffel 3 war schon schwächer. Da merkte man leider den Einfluss von Netflix. Solche flachen Kitschnummern wie Nosedive oder San junipero hat es vorher nicht gegeben.

Erwarte nicht zu viel.

MopedTobias

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27.12.2017 - 10:28 Uhr
San Junipero war sicher nicht flach (kitschig natürlich schon irgendwo), aber so einen unfassbaren Scheiß wie Shut Up and Dance hat es in der Serie zuvor noch nicht gegeben, das stimmt.

Lichtgestalt

User und Moderator

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Registriert seit 02.07.2013

29.12.2017 - 04:28 Uhr
Shut Up and Dance fand ich ziemlich gut und böse.
Die schwächste Folge bisher ist für mich eindeutig The Waldo Moment.

whitenoise

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Registriert seit 17.06.2013

29.12.2017 - 16:15 Uhr
Bin eindeutig Pro Waldo!

alterniemand

User und News-Scout

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Registriert seit 14.03.2017

30.12.2017 - 01:37 Uhr
Zu Folge 1 der 4.Staffel spoilerfrei

Also die erste Folge ist ja eigentlich wieder unfassbar abgedreht und ich bin froh und dankbar, dass ich mich auf 5 weitere Folgen freuen darf weil sowas wie dieses Format habe ich in dieser Konsequenz noch nicht gesehen. Allerdings ging es in 1-2 vergangenen Folgen schon mal in eine ähnliche Richtung oder es sind zumindest mehrere Elemente aus vergangenen Folgen vorhanden und in ein anderes Setting gesteckt worden. Jedenfalls war das Ende der Folge zumindest was die Hauptfigur angeht für mich irgendwie absehbar. Das soll die Genialität keinesfalls schmälern weil das einfach wieder mal zu krass und abgefahren ist um es scheiße finden zu können.
Internet
30.12.2017 - 15:04 Uhr
Mit Spoiler:

Folge 1 war unterhaltsam, aber wie schon angesprochen war die Idee ja nur recycelt. Insgesamt auch wenig düster und mit "Happy End". Optik und Acting gut. 7/10

Folge 2 war relativ langweilig und nervig.
Okay, dass die Helikopter-Mama am Ende noch auf die Fresse gekriegt hat war wenigstens eine kleine Entschädigung. 4,5/10

Leider
01.01.2018 - 09:56 Uhr
reissens die weiteren folgen auch nicht raus.
Ziemliche Enttäuschung.

Plattenbeau

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01.01.2018 - 11:45 Uhr
Habe bisher bis Folge 4 geschaut. "USS Callister" war unterhaltsam anders, aber biedert sich auch irgendwie an ein anspruchsloses Casual-Publikum an. "Arkangel" war eher in der düster-nachdenklichen Tradition der Serie. "Krokodil" fand ich ekelhaft und abstoßend. Ich habe die Folge aber auch eher unkonzentriert geschaut, vielleicht ist mir da etwas wichtiges entgangen. "Hang The DJ" war wieder guter Standard mit ein paar witzigen Untertönen. Bisher noch nichts wirklich weltbewegendes dabei.
@Plattenbeau
01.01.2018 - 11:49 Uhr
und wie fandest du die ersten beiden staffeln?

slowmo

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Registriert seit 15.06.2013

02.01.2018 - 13:06 Uhr
Habe gestern, während meines Neujahrskater einfach mal die komplette vierte Staffel an einem Tag durchgeschaut. Muss aber leider sagen, dass die Serie mittlerweile stark abgebaut hat.

Würde bei mir so ausfallen:

1. USS Callister 6,5/10

ganz nett aber für meinen Geschmack etwas zu abgedreht. Zudem fehlte mir etwas der Black Mirror tpyische Düsternisfaktor.

2. Arkangel 7/10

Eine klassische Black Mirror Episode aber zum Ende war mir die Story dann doch etwas zu unstimmig.

3. Krokokdil 6/10

zwar an sich ganz gut gemacht aber es fehlte mir da etwas der dytopische Hintergrund. Auf diesen Recaller hätte man viel mehr eingehen müssen. So geht die Episode etwas am Thema vorbei.

4. Hang the DJ 7,5/10

für mich die stärkste Episode der Staffel. Allerdings fehlt mir etwas der kritische Aspekt. Da wäre noch mehr drin gewesen.

5. Metalhead 7,5/10

Ein ziemlich fieser Psychothriller der etwas an die Alien Filme oder Spielberg's Duell erinnert. Storytechnisch nicht sehr innovativ aber dennoch sehr schön umgesetzt.

6. Black Musuem -/10

Kann ich im Moment noch gar nicht richtig bewerten. Eine Kurzgeschichte die aus vielen einzelnen ineinander verwerbten weiteren Kurzgeschichten besteht. Hätte ich jetzt so nicht unbedingt gebraucht. Auch dieses Museum wirkt zu weit hergeholt und mehr wie eine Aufbereitung alter Black Mirror Serien zu einer neuen. Das Mindfuck-Ende hingegen ist ganz gut gemacht.


Insgesamt war mir zu wenig neues dabei und zu viel abgedrehtes, was viel zu weit hergeholt wirkte. Gerade die etwas realistischeren Szenarios haben mir an der Serie zuvor eigentlich immer sehr gefallen. Auf den gesellschaftskritische Aspekt wurde mir auch in dieser Staffel zu wenig eingegangen. Scheinbar versucht man nun die Serie kommerziell auszuschlachten, nachdem man es gesachafft hat, dass die Serie etwas hochgeypet wurde. Schade! Bislang die schwächste Staffel einer vormals enorm grandiosen Serie.



Leider
02.01.2018 - 15:55 Uhr
Uss callister und hang the dj funktionierten für mich noch und fallen unter ganz nett.
Der rest unambitionierter lauwarmer aufguss.
Echt schade.

Plattenbeau

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02.01.2018 - 16:50 Uhr
"Metalhead" fand ich eigentlich ganz cool, sehr deprimierend zwar, aber durchaus eine glaubwürdige Dystopie. Wer sich mal ein paar Youtube-Videos von Boston Dynamics ansieht, könnte verstehen was ich meine.

Plattenbeau

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Registriert seit 10.02.2014

03.01.2018 - 12:24 Uhr
Habe jetzt auch die letzte Episode durch und würde mich bezüglich der Einschätzungen weitgehend slowmo anschließen, auch was die schwächste Staffel angeht.

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

08.01.2018 - 17:39 Uhr
Every Black Mirror Episode Ranked - leichte Spoiler-Warnung

19. The Waldo Moment 4.3/10
Die einzige Folge, in der Black Mirror wirklich müde und uninspiriert wirkt. Dass das Thema - die Leute sind so genervt von Politikern, dass sie einen vulgären Cartoonbär wählen - in jeder zweiten oder so South Park-Folge schon verhandelt wurde, ist die eine Sache, aber die Folge macht das auch noch ausgesprochen lustlos und unglaubwürdig. Das Kernproblem ist, dass Waldo uninteressant, unlustig und doof ist und die ganze Folge über lediglich flache Furzwitze und 0815-Politikverdrossenheits-Gesabbel vom Stapel lässt, das man so an jedem Stammtisch zu hören bekommt. Sogar die Figuren selbst inklusive des Schöpfers sind dieser Meinung. Und ich soll nun glauben, dass die Leute das scharenweise wählen? Nicht wirklich. Das ist abgestandene und recht langweilige Satire und jetzt wo die Realität diese Fiktion längst überholt hat und ein unterbelichteter Kürbis mit Aggressionsproblemen zum Präsidenten gewählt wurde, steht Waldo sogar noch ein bisschen ranziger da.

18. Black Museum 5.6/10
Keine schlechte Art eine Stunde tot zu schlagen, aber den Beigeschmack von Resterampe wird die Folge nie los - 3 Geschichten locker zusammengetackert durch das titelgebende Framing Device, weil man wohl diese Konzepte hatte, aber beschlossen hat, dass keins davon für eine ganze Folge taugt. Ein Hauch von Selbstparodie umweht das Geschehen und scheint die am häufigsten geäußerte Kritik gegenüber der Serie zu bestätigen: Ein selbstgefälliger Erzähler, der keine Sympathien für seine Figuren aufbringt, führt durch die Geschichten, lediglich um das Publikum aufzuregen. Die vorgestellten Konzepte reichen von "faszinierend genug, sodass man vielleicht doch ne Folge hätte draus machen können" (die Sinnesübertragung) bis hin zu "Unsinn, den nie jemand machen würde" (das geteilte Bewusstsein). Dass zum Schluss alles irgendwie zusammen kommt und der Erzähler seine Strafe kriegt, ist ganz nett gemacht, insgesamt aber wenig essentiell das Ganze.

17. Men Against Fire 5.9/10
Die Folge mit den Soldaten, die mit Augmented Reality-Implantat ausgestattet sind, die Folge hat ein paar gute Argumente bezüglich der Dehumanisierung von Feinden, insbesondere in Kriegssituationen, und endet auf einer angemessen trostlosen Note, wenn die Frage aufgeworfen wird, ob die Dehumanisierung für das Individuum nicht letztendlich vorzuziehen ist, statt sich mit Schuldgefühlen zu belasten. Das Problem ist, dass die Folge auf einen Twist setzt, den man aus 3 Kilometern Entfernung kommen sieht. Sie spielt ihn glücklicherweise relativ früh aus, aber danach kommt dann auch nicht mehr viel überraschendes oder bemerkenswertes sondern erwartbares und der sehr passive Protagonist ist keine große Hilfe dabei, das Geschehen zu beleben. Keine schlechte Folge, aber im Gesamtkontext der Serie eher zu vernachlässigen. 

16. Arkangel 6.0/10
Ein ähnliches Problem besteht in dieser Folge, die Geschichte einer Mutter, die mit ihrer Überfürsorglichkeit und der entsprechenden Technologie dafür sorgt, dass sie ihre Tochter verliert. In dem Moment, wo die Technologie eingeführt wird, weiß man schon, wo das hinführen wird, auch wenn zwischendurch immer mal wieder interessante Aspekte eingestreut werden - etwa wenn das völlige Abschirmen von Sex, Gewalt und negativen Emotionen zu einer Fehlentwicklung des Kindes führt. Obwohl in völlig vorhersehbaren Bahnen verlaufend, halten Jodie Fosters Regie und die Schauspieler das Geschehen am Laufen und ringen dem Stoff einige kraftvolle emotionale Momente an - wie etwa die finale Konfrontation zwischen Mutter und Tochter -, sodass da letztendlich eine unterhaltsame, aber wenig essentielle Folge Black Mirror dabei herauskommt.

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

08.01.2018 - 17:40 Uhr
15. Shut Up And Dance 6.2/10
Eine angemessen straffe, suspense-reiche Stunde Fernsehen, die aber letztendlich nichts bemerkenswertes zu sagen hat, wenn ein junger Mann von einem Anonymous-artigen Hackerkollektiv mit kompromittierendem Material erpresst und auf eine Reihe von mysteriösen und zunehmend waghalsigen Missionen geschickt wird, die unschön für alle Beteiligten enden. Das Internet ist böse und böse Menschen können in deine Privatsphäre eindringen und daraus Informationen ergattern, die sie just for fun gegen dich einsetzen können - das ist die simplistische Botschaft dieses Moralstücks, das dem Publikum aber immerhin gekonnt die Daumenschrauben anlegt, es neugierig hält und auch ein bisschen Humor und auflockernde Freundlichkeit aus der Beziehung der beiden Protagonisten herausholt. Zum Schluss wird noch die Pädo-Karte gezogen, ein billiges, Resentment bedienendes Mittel, um dem Publikum den Protagonisten zu versauern. Hätte nicht sein müssen.

14. Metalhead 6.5/10
Bei all den verkopften Sci-Fi-Konzepten ist so ein Lückenbüßer zwischendurch, der keine großen Gedankenspiele spielt, keine Welten baut oder Konzepte entwirft, sondern einfach nur eine nackte, schnörkellose dreiviertel Stunde an Suspense liefert eine gute Idee. Das macht Metalhead solide, schlichter Survivalhorror, in dem eine Frau vor einem unnachlässigem Killerroboterhund durch die Wildnis flüchtet. Hier gibt's nicht allzu viel, worüber man nachdenken könnte, aber das Geschehen ist spannend und stimmungsvoll umgesetzt und die elegante Schwarzweiss-Fotografie steht der Folge gut. Schon von Natur aus keine essentielle Folge von Black Mirror, dafür ist es insgesamt dann doch einfach zu dünn, aber als Happen zwischendurch empfehlenswert.

13. Crocodile 6.7/10
Das ist die Folge, wo die Technologie wohl am wenigsten im Mittelpunkt steht, sondern eher ein bisschen über alles drüber drapiert ist, eine hitchcocksche Fingerübung in Noir-Thrill, in der eine gutsituierte Dame von einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit heimgesucht wird und zu immer drastischeren Maßnahmen greift, um ihre Privilegien zu schützen, noch zusätzlich erschwert durch die von Versicherungen benutzte Technologie, die Erinnerungen abbildet. Das ist ziemlich grimmiges Zeug. Pessismus ist von Black Mirror zu erwarten, aber die Abgründe, die hier gegen Ende betreten werden, waren überraschend und da die Folge an sich keine besondere Aussage hat - außer vielleicht: Technologie hilft beim Morde aufklären - kann das alles schon ein bisschen elendspornös wirken. Nichtsdestotrotz ist es effektiv gemacht, insbesondere wie gekonnt Sympathien verschoben werden sowie die stimmungsvoll-eisige Island-Fotografie und ein amüsanter, cleverer Schlusstwist lässt gekonnt die Anspannung entfahren.

12. White Bear 6.9/10
Die bislang alptraumhafteste Folge der Serie, ein trostloses, surreales Szenario, in der eine Frau ohne Gedächtnis in einer Welt erwacht, in der sie von maskierten Killern gejagt wird und die überall herumlaufenden Passanten tun nichts dagegen, im Gegenteil, sie filmen als Schaulustige ihre Panik auch noch mit ihren Handys. Die bitterböse Satire kommt hier offensichtlich mit dem Holzhammer, doch das kann man ganz gut vernachlässigen, denn das Geschehen ist so effektiv und spannend umgesetzt, dass man ohnehin nicht den Nerv hat, um viele Fragen zu stellen, die über "Was ist hier eigentlich los?" hinausgehen. Wenn die Antwort auf diese Frage und der große Twist dann kommt, ist das ebenfalls sehr effektiv umgesetzt, lässt aber ein paar Fragen darüber offen, welche Welt hier genau gezeichnet wird und welche Aussage die Folge letztendlich treffen will. Wackelig, aber furchteinflößend. 

11. Playtest 7.0/10
Die andere Horrorfolge, in der ein Adrenalinjunkie sich dazu bereit erklärt, ein Virtual Reality-Horrorgame zu testen, das den Spieler mit seinen schlimmsten Ängsten konfrontiert. Es ist kein revolutionäres Konzept, aber äußerst effektiv umgesetzt und die Episode zaubert einige Tricks aus dem Ärmel. Die große Stärke ist, neben der beunruhigenden Stimmung, die den Zuschauer auf ständige Jumpscare-Hut setzt, eine zunehmend eskalierende Serie an Twists, die immer wieder den Boden unter den Füßen weg zieht und ständig daran zweifeln lässt, was nun real ist und was nicht. Nun könnte man der Folge ankreiden, dass das einmal zu oft passiert und sie sich mit dem letzten Teppichzug einer Aussage beraubt, die über "careful what you wish for" hinaus geht, und auf Gimmick-Ebene herunterschrupft. Nichtdestotrotz eine spaßige, gruselige, angemessen schwarzhumorige Gimmick-Folge. 

Leatherface

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Registriert seit 13.06.2013

08.01.2018 - 17:41 Uhr
10. White Christmas 7.2/10
Erledigt das, was Black Museum später zu rekreiren versuchte um einiges besser, eine Anthologie innerhalb der Anthologie, wo 3 Kurzgeschichten von einer Rahmengeschichte zusammen gehalten werden und diesmal greift alles intelligent ineinander und führt zu einem überaus befriedigenden Ergebnis. Der Charme von Jon Hamm in der Hauptrolle ist der effektive Kleber zwischen den Episoden, aber auch die Episoden selbst überzeugen größtenteils mit ihren Gedankenspielen. Der Auftakt mit der Pick Up-Artist-Nummer hat zwar ein fades Blindgänger-Ende, aber die darauffolgenden - die digitalen Bewusstseinskopien, die als Sklaven zur Steuerung des Smarthomes verwendet werden und das Real Life-Blocking - sind so pfiffig, dass man sich fast wünscht, sie hätten ihre eigene Episode bekommen (und ersteres hat es dann auch mit USS Callister). Eine konstant faszinierende Folge, bei der man ständig vermutet, dass da mehr im Busch ist als es den Anschein hat, und wenn der Twist dann kommt, ist man nicht enttäuscht.

9. Hated In The Nation 7.4/10
Es gibt viele Gedankenspiele in Black Mirror, die Spielfilmlänge problemlos tragen könnten. Das macht es ein bisschen verwunderlich, dass ausgerechnet den Twitter-Bienen diese Ehre zuteil wird, ein politischer Tech-Thriller irgendwo zwischen David Fincher und Skandi-Krimi, dessen Konzept simpel ist und den man daher problemlos um eine viertel Stunde hätte kürzen können, während andere Folgen durchaus ein paar Minuten mehr hätten brauchen können. Nicht, dass die Folge die zusätzliche Zeit nicht gut nutzen würde, das ist sichtbar die aufwändigste Produktion der Serie und die Inszenierung schöpft ausgiebig in atmosphärisch-unheilvollen Eindrücken, wenn 2 Polizistinnen eine Reihe von Morden aufklären wollen, die von gehackten Roboterbienen verübt werden und wiederum über Hashtag im Gericht der öffentlichen Meinung in Auftrag gegeben werden. Zwischenmenschliche Verrohung in der Anonymität des Internets wird hier ebenso verhandelt wie der Überwachungsstaat und das Szenario spitzt sich effektiv apokalyptisch zu bis zu einem erstaunlich radikalen Ende.

8. USS Callister 7.7/10
Die digitalen Bewusstseinskopien, die als Sklaven missbraucht werden, kehren zurück, in dieser glitzernden Episode auf Fast-Spielfilmlänge, die Black Mirror in der heitersten Ausgabe (eine Star Trek-Simulation!) mit Black Mirror in der existentiell bedrückendsten Ausgabe (unschuldige Menschen sind dem Willen eines Irren hilflos ausgeliefert! Yay!) zu einem bekömmlichen Cocktail verkreuzt. Ein Gamedesigner fertigt digitale Kopien von seinen Kollegen an, lässt sie mit ihm als Captain seine Lieblingsserie bis in alle Ewigkeit nachspielen und lebt seine jähzornigen Machtfantasien an ihnen aus, wenn sie nicht mitmachen. Die Prämisse mit den Bewusstseinskopien ist so reichhaltig, dass viele Aspekte nur unzureichend beleuchtet werden können (dem Alptraumszenario zu entkommen, bedeutet in diesem Fall aufhören zu existieren), aber in einem Jahr wie 2017 ist es nur fair, wenn sich die Folge vor allem auf die zerstörerischen Auswüchse des männlichen Egos konzentriert. Eine sehr einfallsreiche, beunruhigende und unterhaltsame Stunde Fernsehen, auch wenn das Ende ein bisschen zu erzwungen wirkt.

7. Fifteen Million Merits 7.9/10
Wir leben im Hamsterrad, non-stop beschallt vom betäubenden Medienrauschen, geben unseren Verdienst dafür aus, um in noch mehr Rauschen zu investieren und träumen von Ruhm und Anerkennung, was vom System schamlos ausgebeutet wird, und es gibt kein Entrinnen aus diesem geschlossenen Kreis – so die Moral von Fifteen Million Merits, das sich wenig verwunderlich bereits in der ersten Staffel um das Thema Castingshows gekümmert hat. Das hätte leicht zur Holzhammer-Satire a la Waldo werden können, doch Black Mirror ist smart genug, um die Geschichte in der Intimität einer zart knospenden Beziehung und einem aufrechten, sympathischen Protagonisten zu erden, was all die Argumente vernichtend mitreißend einschlagen lässt.

6. The National Anthem 8.0/10
Der Prime Minister wird mit der Entführung der Prinzessin dazu erpresst, ein Schwein live im Fernsehen zu ficken – was hätte sonst die erste Folge sein sollen? Das ist verdammt catchy und alle essentiellen Bestandteile von Black Mirror sind in dieser sardonischen Pilotfolge bereits formvollendet vorhanden: Der Thrill, die pechschwarze Satire und auch Raum für ehrliche menschliche Emotion. Es ist eine atemlose dreiviertel Stunde Fernsehen, die eine erstaunliche Wegstrecke zurück legt und skizziert wie Politik, Mediengeschehen, öffentliche Meinung, persönliche Integrität und zwischenmenschliche Beziehungen miteinander verknüpft sind. „Würdest du das gucken?“, scheint die Episode zu fragen und Millionen von Menschen haben es getan und Black Mirror zu dem Phänomen gemacht, das die Serie mittlerweile ist. Sie hätten kaum einen passenderen Antritt wählen können.

Leatherface

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08.01.2018 - 17:42 Uhr
5. Hang The DJ 8.1/10
Die beste Folge der etwas schwächeren Staffel 4, eine bezaubernde Abhandlung des gegenwärtigen Beziehungs- und Dating-Wahnsinns - mit den Mitteln der Zukunft natürlich. Zwei Singles befinden sich in einer Art Urlaubsressort, wo Menschen den perfekten Partner finden sollen. Es ist Liebe bei der ersten Begegnung, doch das strikte, autoritäre System macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, denn Beziehungen werden mit einem Verfallsdatum versehen und so werden sie schnell wieder auseinandergerissen und begeben sich auf eine Reise durch allerlei andere, teils monatelange Beziehungen, sich nicht vergessen könnend und das System bald hinterfragend. Das ist Black Mirror in Bestform, wo endloser Einfallsreichtum in ehrlichen Emotionen, sympathischen Figuren und weiser Gegenwartsbetrachtung geerdet wird, mit zahlreichen Momenten, die vielen Zuschauern trotz SciFi-Setting doch so schmerzhaft bekannt vorkommen sollten. Die beste Science Fiction erlaubt es uns, intensiv über die Gegenwart zu reflektieren und Hang The DJ ist ein scharfer und bittersüßer Blick darauf, wie wir heutzutage lieben.

4. Nosedive 8.4/10
Einen Alptraum in Pastellfarben liefert Nosedive, wo die Gesellschaft dem Bewertungswahn anheim gefallen ist und alle fürchterlich nett zueinander sein müssen, um nicht im Social Ranking abzusteigen und etwaige Privilegien zu verlieren. Eine junge Frau muss ihr Ranking steigern, um eine begehrte Wohnung günstiger zu erhalten, was sie auf eine nervenaufreibende Odysee schickt. Für eine Serie, die eigentlich Satire ist, ist Black Mirror so selten wirklich witzig, doch Nosedive behebt diesen Makel mit Schwung, eine halsbrecherische Aneinanderreihung von exquisit bösartigen Fremdscham-Szenen punktiert mit herzerwärmenden Charaktermomenten, in einer Welt so besessen auf der Jagd nach Status und Anerkennung, dass jegliche ehrliche Emotion im Keim erstickt wird. Wenn dann zum Schluss endlich wild geflucht werden darf, ist das vielleicht nicht der optimistischste Moment der Serie, aber sicherlich der befreiendste.

3. The Entire History Of You 8.6/10
Black Mirror ist immer dann am Besten, wenn die Technologien zwar weltverändernd sind und die Menschheit ganz neue Möglichkeiten durch sie erhält, aber der Fokus dennoch intim gehalten wird, so wie hier, wo ständig verfügbare Aufzeichnungen von sämtlichen Erinnerungen in eine ausgewachsene Ehekrise münden, die auf engstem Raum ausgespielt wird. Getriggert von einem alten Kumpel seiner Frau stürzt unser Protagonist in einen Studel aus Eifersucht, Paranoia und Minderwertigkeitskomplexen und beginnt jedes Detail seiner Beziehung neu zu hinterfragen und zu analysieren, was für den Zuschauer zum brilliant nervenaufreibenden Wechselbad der Gefühle irgendwo zwischen Entsetzen, Fremdscham und ernsthaftem Mitgefühl wird. Die Emotionsklaviatur wird hier mit enormer Präzision gespielt, nicht zuletzt dank einer fabelhaften Lead Performance von Toby Kebbel, was eine der großen, aufwühlenden Sternstunden von Black Mirror hervorbringt.

2. Be Right Back 8.8/10
Ähnlich intim und reduziert gestaltet sich der große Tearjerker der Serie, die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Ehemann verliert und auf eine Technologie zurückgreift, die ihn anhand seiner Online-Profile rekreiert – zunächst via Chat, dann via Stimme am Telefon und letztendlich als Körperdouble. Der Drahtseilakt ist hier noch waghalsiger als in The Entire History Of You, erscheinen die Ergebnisse der Technologie doch zu jeder Zeit sowohl tröstlich als auch gespenstisch und werfen zahlreiche Momente von berührender Schönheit ab, die stetig von einem nagenden Gefühl von Unbehagen unterwandert werden. Es muss verlockend gewesen sein, die Prämisse in pulpigere Gefilde zu führen, doch die Episode bleibt herausragend diszipliniert als eine tiefbewegende Exploration von Trauer und vor allem eine faszinierende Forschung nach der Frage, was einen Menschen, eine Persönlichkeit eigentlich ausmacht.

Leatherface

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08.01.2018 - 17:42 Uhr
1. San Junipero 9.3/10
Was sonst sollte an der Spitze stehen? Zynische Geschichten aufzukochen, die wenig Vertrauen in die Menschheit haben und einem erzählen, dass neuerrungene Technologien immer nur das Schlechte aus dem Menschen herauszerren werden, ist relativ einfach. Viel schwieriger ist es die Geschichte von fundamental lebensveränderender Technologie zu erzählen und eine neutrale, vorsichtig hoffnungsvolle Haltung dazu zu bewahren. San Junipero ist die lebensbejahendste und hoffnungsvollste Episode der Serie, es ist eine der lebensbejahendsten und hoffnungsvollsten Stunden Fernsehen überhaupt, doch sie kann nur nach all dem so gut funktionieren, was vorher kam. Black Mirrors Standardeinstellung ist trostlos und selbst die Episoden, die sich zu einem Happy End überwinden können, beinhalten eine beträchtliche Menge an prätentiös erhobenem Zeigefinger. Nicht hier. Es gibt keine offensichtlich bösartige Kehrseite dieser Technologie, mit der Menschen ihr Bewusstsein in ein digitales Paradies überführen und für immer jung bleiben können, bis sie sich dazu entschließen, den Stecker zu ziehen. Man erwartet von Black Mirror, dass irgendwann die vernichtende Hiobsbotschaft kommt, doch sie bleibt hier aus und der Konflikt der Geschichte wächst nicht aus der bösen Technologie, sondern in den tief verwurzelten Bedürfnissen und Überzeugungen der Figuren - die Technologie ist, was man aus ihr macht. Im nihilistischen Morast von Black Mirror strahlt San Junipero nur noch heller.

Und wie sie strahlt. Wenn sie geduldsam und faszinierend ihre Welt auffaltet, ohne jemals lustlose Expositionshäufchen ausscheiden zu müssen, sondern den Zuschauer auf eine Entdeckungsreise schickt und doch immer vor allem bei ihren Figuren und in der Intimität der zentralen Liebesgeschichte verankert bleibt (eine lesbische Liebesgeschichte - nicht, dass die Folge ein großes Thema daraus machen würde; die Figuren sind wie sie sind). Wie sie eine erstaunliche Vielfalt an Themen (Gedanken zum Leben nach dem Tod, Unsterblichkeit, Sterbehilfe, Schuld und Reue, Neuanfänge, Erwachsenwerden, Unterdrückung, Kann digitales Leben echtes Leben sein? und natürlich Liebe) in kurzer Zeit und mit viel Würde und Anmut behandelt. Wie sie durch verschiedene, liebevoll gestaltete Zeitebenen führt. Wie sie 2 herausragende Performances ihrer Schauspielerinnen präsentiert. Wie sie ohne Drama oder halsbrecherische Twists doch immer wieder überraschen kann. Es ist unendlich einfallsreich, intellektuell stimulierend, aber doch vor allem tiefbewegend. Viele Black Mirror-Folgen würden sich sehr gut auf Spielfilmlänge schlagen. Gebt diesem Juwel hier ein etwas größeres Budget und ein bisschen mehr Zeit, um die Welt noch mehr zu erkunden, und es wäre gesetzt für eine Best Picture Nominierung. Den Emmy hat San Junipero ja ohnehin schon.   
loler
08.01.2018 - 18:06 Uhr
so offensichtliche Bewertung und Ranking...

TL;DR: Männer doof, Feminismus yeah!
lederlappen
08.01.2018 - 18:29 Uhr
so lächerlich dieser spinner

alterniemand

User und News-Scout

Postings: 454

Registriert seit 14.03.2017

08.01.2018 - 19:53 Uhr
Schön geschrieben. Bei einigem kann ich mitgehen, zB dass die 4.Staffel etwas abfällt.Platzierungen und Bewertungen sähen bei mir freilich etwas anders aus.
Bei der Bewertung von 9,3/10 für San Junipero kann ich aber mitgehen. Hat in mir ein Gefühl sowohl von Nostalgie als auch Sehnsucht ausgelöst.
Meine favorisierte Folge ist aber aber Entire history of you. Auch wenn es die Grundidee sicher schon woanders gab, etwa bei The Final Cut mit Robin Williams. Aber es war sehr spannend anzusehen wie sich diese Rückspulfunktion auf die Beziehungen auswirkt. Die Entwicklung und die Zuspitzung der Auseinandersetzung mit dieser Besessenheit war so intensiv. Die Spannung zwischen den beiden wird immer greif- und spürbarer. Gigantisch. Das hätte ich gerne auf Filmlänge gehabt.

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

09.01.2018 - 00:51 Uhr
Das Faszinierende und Fantastische an The Entire History of You ist ja, dass diese Geschichte auch komplett ohne technologisches Device hätte erzählt werden können. Es ist ja einzig nur ein Katalysator für ein komplexes Beziehungsdrama, das in entschleunigter Form im hier und jetzt regelmäßig stattfindet und schon immer stattgefunden hat. Auch für mich die beste, intensivste und intimste Folge der Serie, San Junipero kommt knapp dahinter und dann wohl White Bear.
Pepsi
12.01.2018 - 00:52 Uhr
Top Folge pro Staffel
Staffel 1 The Entire History Of You
Staffel 2 White Bear
Staffel 3 Shut Up And Dance
Staffel 4 Arkangel

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