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Film: The Girl with the Dragon Tattoo(Remake)

User Beitrag
Srics123
05.06.2011 - 08:39 Uhr
http://www.imdb.com/video/imdb/vi1464638745/

Bin mal gespannt ob der dem fabelhaften Original das Wasser reichen kann. Der Trailer sieht schon mal gut aus.
chucky
05.06.2011 - 12:15 Uhr
Wieso soll der Film ein Remake sein, nur weil er auf dem selben Buch basiert?
Castorp
05.06.2011 - 12:20 Uhr
Nichts gegen Fincher, Craig und Co., aber hätte man die Handlung nicht wenigstens auf die USA ummodellieren können? Haben die nicht genug eigene Leichen im politischen Keller? Sowas wahnsinnig unkreatives, Remakes quasi 1:1 nachzudrehen, geht mir langsam gehörig auf den Geist! Wo sind die eigenen Drehbuch-Ideen? Das sieht doch wieder nur nach kalkuliertem Hollywood-Vehikel und Geldmaschinerie für die Marketing-gesteuerte Popkultur aus (Lisbeth Salander ist jetzt viel zu sexy und zu jung, Blomqvist ist auch nicht der Narben-Typ, Hollywood tilgt einfach alles was nur irgendwie "hässlich" und "zu alt" aussieht). Getreu dem infantilen, oberflächlichen Motto "Du, die Schweden haben da einen spannenden Kassenschlager gedreht und das machen wir fürs dumme amerikanische Publikum nach, weil die zu faul für Untertitel sind! Am besten wir nehmen dafür den Typen, der den Oscar für den Facebook-Film gewonnen hat - sichere Bank! Junges Zielpublikum! Dollars, Dollars!" Und Reznor gibt sich dafür mit seinem (sicherlich wieder sehr souveränen) Score her...Karen O hätte aber nicht sein gemusst. ;)

Klinge ich verärgert? Ich mochte den schwedischen Sechsteiler auch ungemein.
Hollywood Schmollywood
05.06.2011 - 12:35 Uhr
Das "Original" ist ein billiger (so weit nicht schlimm) Streifen mit miesem Spannungsbogen und dem Flair eines TV-Krimis. Der erste Teil ist noch passabel, im zweiten herrscht gähnende Langeweile. Fincher hingegen hat schon mehrfach bewiesen, dass er einer der ganz Großen ist. Lasst ihn mal machen und urteilt hinterher.
Einzelkind
05.06.2011 - 12:41 Uhr
Die Handlung würde gar keinen Sinn ergeben, würde sie in die USA verlegt werden. Außerdem meine ich schon gelesen zu haben, dass es einige Änderungen im Handlungsverlauf gibt.
Rooney Mara ist der Lisbeth aus dem Buch viel ähnlicher als Noomi Rapace.
Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund von Remakes, aber grundsätzlich alles schlecht zu reden, ist einfach nur unsinnig.
David Fincher ist einer der besten, zur Zeit arbeitenden Hollywood-Regisseure und es steht wohl außer Frage, dass er weiß, was er tut.
hm
05.06.2011 - 12:45 Uhr
Am besten wir nehmen dafür den Typen, der den Oscar für den Facebook-Film gewonnen hat

wart mal, wer hat noch schnell den oscar gewonnen? würd ich noch mal kurz nachgucken an deiner stelle.


abgesehen davon: finde diese remakes so knapp nach dem original auch äußerst unnötig (wie schon Let the Right One In). bei Fincher wäre mir auch lieber wenn er wieder mal was radikaleres, kompromissloses macht, das waren seine besten momente.
green hornet
05.06.2011 - 13:34 Uhr
Einspielergebnisse der Millenium-Trilogie an den US-Kinokassen.

Sieht mau aus, warum sollte sich da ein Remake (wo die gesamte ursprüngliche Trilogie gerade mal eine Handvoll Jahre alt ist) lohnen?
DerMeister
05.06.2011 - 13:44 Uhr
12:44 = fake, was man sich ja denken kann
Lisbeth
05.06.2011 - 13:52 Uhr
Sieht mau aus

Die Bücher verkaufen sich in den USA genauso hervorragend wie hier und 10 Mio. sind für einen schwedischen Film (ohne Synchronisation), der nur in ausgewählten Arthouse-Kinos spielt, eine ganze Menge.
Arno Nym
05.06.2011 - 13:54 Uhr
Die Romane mochte ich sehr, aber die Filme waren dann wirklich nix dolles. Aber eben weil ich die Romane sehr gern mochte fände ich es ganz schön, wenn sie auch gute Filmumsetzungen bekämen. Teil 1 passt wie ich finde sehr gut zu Fincher und der Trailer sieht auch schon wesentlich düsterer, spannender und damit näher am Buch aus als die Schwedenfilme.

Und Reznor beim Score ist sicher auch nie ein Fehler. Selbst wenn der Film Mist werden würde, hätte man immerhin noch einen zumindest soliden Soundtrack.
WTF
05.06.2011 - 14:00 Uhr
http://www.cinemablend.com/images/news/25023/Slightly_NSFW_Official_Girl_With_The_Dragon_Tattoo_Poster_Released_1307032988.jpg

"evil shall with evil be expelled"? meinen die das ernst?
Castorp
05.06.2011 - 19:53 Uhr
Das Remake zu "Let the right one" ist auch so ein gutes Beispiel für Hollywoods Arroganz.

@hm:
Oh, sorry, selbstverständlich meinte ich, auf Fincher bezogen, "Nominierung".

Hollywood Schmollywood
05.06.2011 - 12:35 Uhr
Das "Original" ist ein billiger (so weit nicht schlimm) Streifen mit miesem Spannungsbogen und dem Flair eines TV-Krimis.


Ich mochte alle drei Teile und habe nirgendwo einen Spannungsabfall bemerkt.

Oder kennst du die "Red Riding" (Yorkshire Killer)-TV-Reihe aus Großbritannien? Die lebte doch eben davon, dass sie gerade nicht nach Hollywood-Schema gedreht wurde. Wer da "LANGWEILIG!" schreit, der hat keine Ahnung von Spannungsbögen, Charakterentfaltung und Atmosphäre. Warum denn immer so abwertend gegenüber TV-Krimis? Das ist doch keine Mode-Frage, über die wir reden oder will sich da jemand mit coolen trendigen, gefallsüchtigen Filmen "schmücken" wie mit dem neuesten iPad? Das ist doch Kindergarten-Kacke.

Ich ziehe jeden intelligenten TV-Krimi, den ich mir auch noch in dreißig Jahren angucken könnte, einem teuren Mainstream-Blockbuster vor. Nicht weil ich ein intellektüller Snob bin, sondern nachhaltige Substanz schätze. Dass die schwedischen Millenium-Trilogie-Verfilmungen in Amerika als "arthouse" gelten, spricht ja auch irgendwie Bände über die Kleingeistigkeit dieses Kulturnaz.i-Publikums...

Fincher hingegen hat schon mehrfach bewiesen, dass er einer der ganz Großen ist. Lasst ihn mal machen und urteilt hinterher.

Der Film kann aber nur effekthascherische, hollywoodeske Anbiederung(!) ans Massenpublikum werden, ganz gleich, ob ich Fincher zutraue, dass er technisch hervorragend arbeiten wird. Unglaubliche 100 Mio. US-Dollar Produktionskosten - wir sprechen hier nur vom ersten Teil der Trilogie - sprechen bereits eine ganz klare Sprache in welche Richtung dieser Streifen gehen wird: BLOCK-BUS-TER (das ist nicht per se etwas schlechtes). Es ist einfach typisch hollywood-arrogant, wo es bereits eine ganz frische schwedische Adaption der Romane existiert, gleich die nächste Version hinterherzuschieben und das noch mit einer wesentlich unglaubwürdigeren internationalen Besetzung, inklusive einem Alibi-Schweden (Stellan Skarsgard). Wenn Fincher irgendwas NEUES STORYRELEVANTES in der Drehbuch-Adaption zu bieten hätte, hätte er a) den Stoff fundamental umgeschrieben und z.B. in seine Heimat verlegt. Mich ärgert diese geistige Faulheit einfach tierisch! Wer sich von dem Stoff inspirieren ließe und eine komplett neue Handlung schrübe, wäre in meinen Augen ein viel ernstzunehmenderer Künstler. Fincher zieht die reine Unterhaltung vor. Vielleicht hat er auch nicht begriffen, dass die (extrem politische) Story der Bücher im Vordergrund steht und nicht irgendwelche krassen Schnitte, Erzähltempo, Kamerafahrten oder Stars in den Hauptrollen, die die Menschen ins Kino locken sollen...

Einzelkind
05.06.2011 - 12:41 Uhr
Die Handlung würde gar keinen Sinn ergeben, würde sie in die USA verlegt werden.


Richtig, aber die amerikanischen Drehbuch-Autoren sind doch sonst immer solche kreativen Leuchten...und hier sollen sie plötzlich kapitulieren?

Ein gutes Hollywood-Remake war in meinen Augen z.B. Scorseses "Departed", dort wurde die Handlung durchdacht in die USA verlegt und nicht plumb am selben Ort nacherzählt. (Das Original fand ich deswegen nicht weniger schlecht.)

Übrigens, ich mochte Finchers Psycho-Thriller "Zodiac" sehr, weil er nicht auf plumbe Hollywood-Masche setzte. Hier stand die nachdenklich machende Geschichte im Vordergrund und kein pseudo-cooler Schnickschnack. Der hat zuhause komischerweise nur 33 Mio. Dollar eingespielt und auch nur dank der weltweiten Kinoerlöse das Produktionsbudget knapp wieder reingeholt ("Flop" würden die Kulturna.zis von Hollywood sagen) und trotzdem ist er für mich relevant.
Comely
05.06.2011 - 19:55 Uhr
Castorp hat so grotesk wenig Ahnung von der Materie Film, dass ich hier Schmerzen erleiden muss, wenn ich nur ganz geringfügig auf seinen Quatsch hier eingehe.
Vorraussage:
05.06.2011 - 19:59 Uhr
Die Antwort von Castorp: "Du kannst also keine Argumente bringen" + x-beliebige versteckte Beleidigung.
Schon x-mal so passiert...
SV
05.06.2011 - 19:59 Uhr
also ich weiß ja nicht...der trailer ist ja mal nicht sonderlich vielversprechend, obwohl ich sonst von Fincher eigentlich eine hohe Meinung habe...wollen wir hoffen, dass einfach nur der Trailer schlecht gemacht ist (wovon ich mal stark ausgehe)
SV
05.06.2011 - 20:02 Uhr
ich meinte: wollen wir hoffen, dass ich einfach nur ein genauso unbedeutender mensch bin wie alle anderen sechs milliarden auch und ich kein recht habe, etwas als "schlecht gemacht" darzustellen, nur weils mir nicht gefällt (wovon ich stark ausgehe)
hm
05.06.2011 - 20:07 Uhr
der jetzt von dir gelobte Zodiac hat auch 65 Mio. $ gekostet, The Departed gar 90 Mio. $; inwiefern 100 Mio. $ Produktionskosten also gegen den Film sprechen ist mir völlig schleierhaft.

allgemein wäre es vielleicht ein ganz klein wenig schlauer sich nicht anzumaßen einen Film in allen Details analysieren zu können bevor er überhaupt heraussen ist.
@SV
05.06.2011 - 20:18 Uhr
yay, ich habs geschafft, ich werde gefaket.
Comely
05.06.2011 - 20:30 Uhr
Nach „Hilfe, meine Lieblingsband kennen zuviele Leute“, „S21 - WIR BLEIBEN OBEN“ und „Kann man diese lauten spielenden Kinder nicht abstellen?“, eine neue Ausgabe von „Der deutsche Wutbürger“.
Heutige Episode: „Der deutsche Wutbürger geht ins Kino“

Unser aktueller Patient: castorp

Castorp zeichnet sich durch eine strikte Aufteilung in „intellektuelle TV-Krimis“ und „teuren Mainstream-Blockbuster“ aus, wobei klar ist, dass ersteres durchweg gut und letzteres durchweg böse ist. Er kennt sich beim plumben „Hollywood-Maschen“ aus, weiß bei der „typischen Hollywood-Arroganz“ bestens Bescheid und entlarvt treffend das „kalkulierte Hollywood-Vehikel“.

Er kann seine (für ihn ausnahmslos zutreffenden) Thesen mit modernem Antiamerikanismus wasserdicht unterlegen: Die Amerikaner hätten genug eigene politische Leichen im Keller (was wollen sie bei schwedischen Filmen mitmischen? Ist doch absurd), sind „kleingeistige Kultur-Naz.is“ und sowieso ein „dummes Publikum“. Castorp wundert sich: Ist DER amerikanische Drehbuch-Autor nicht „sonst immer eine solch kreative Leuchte“? Dabei besteht ganz Amerika doch nur aus „Marketing-gesteuerter Popkultur“.

Castorp geht aber noch weiter. Er kennt nicht nur Fincher perfekt und kann seine Vorgehensweise treffsicher analysieren (so weiß er, dass Fincher nur „die reine Unterhaltung vorzieht“, „tierisch faul“ ist und sowieso die „extrem politische Handung der Bücher nicht begreift“. Wie könnte er auch? Ist doch nur ein dummer Ami.), sondern auch in die Zukunft blicken:
Castorp weiß, dass das Remake „quasi 1:1 nachgedreht“ wird, „nur effekthascherische, hollywoodeske Anbiederung(!) ans Massenpublikum werden“ kann und nur aus Technikspielereien bestehen kann. Typisch dumme Amis.

So ist es auch vollkommen verständlich, dass er bei Fincher verächtlich nur vom „Facebook-Typen“ reden kann: Denn 1. ist Facebook groß und bekannt, und damit bekanntlich schlecht (wie Blockbusterfilme aus Amerika), und 2. viel zu bekannt. Im Gegensatz zu Zodiac, denn den haben diese „Kulturnaz.is“ abgelehnt. Kann allein schon deswegen nur gut sein.

Fazit: Manche sollten sich doch lieber nur mit den Themen beschäftigen, bei denen sie sich auch auskennen. In diesem Fall: Falschparker melden und übers Wetter schimpfen.
hm
05.06.2011 - 20:43 Uhr
:D
Frank
05.06.2011 - 21:37 Uhr
@ Comely
Warum gleich die Person angreifen? Bist du bei privaten Diskussion auch so, dass du gleich vom sachlichen ins persönliche gehst?
Comely
05.06.2011 - 21:41 Uhr
@Frank

Wo siehst du bei Castorps Gewäsch "Sachlichkeit"?
Castorp
05.06.2011 - 21:53 Uhr
Comely
05.06.2011 - 19:55 Uhr
Castorp hat so grotesk wenig Ahnung von der Materie Film,


Wenn du es besser weißt, warum klärst du mich dann nicht auf? Deine Sichtweise wäre doch vielleicht sogar interessanter?

Der Antiamerikanismus-Vorwurf ist natürlich behämmert, wenn ich hier schon "Zodiac" und "Departed" als meine Lieblingsfilme einwerfe...aber du bist nicht zufällig einer dieser User (ich nenne bewusst keine populären Namen), die einem sowas reflexartig vorwerfen, um nur ja nicht sowas wie eine Debatte entstehen zu lassen?

Außer deinem Beleidigtsein kommt nichts an Argumenten rüber, du gehst nicht einmal auf meine europäischen Beispiele ein (Red Riding, Let the right one in). Bist du eigentlich Film-Noir-Fan? Dann müsstest du mich ein bisschen verstehen. Die Millenium-Trilogie hat nämlich solche Elemente und ich befürchte, dass sie bei Fincher untergehen?
Frank
05.06.2011 - 21:54 Uhr
@ Comely
Er Verallgemeinert, aber trotzdem greifst du die Person an. Ich mach es mal wie du und unterstelle dir, dass du wohl nicht verstehst worauf ich hinaus will.
hes back
05.06.2011 - 21:56 Uhr
comely = lyxen flashover!

:D
Leatherface
05.06.2011 - 21:58 Uhr
Das Remake zu "Let the right one" ist auch so ein gutes Beispiel für Hollywoods Arroganz.

Ein großartiger Film übrigens.
source
05.06.2011 - 22:01 Uhr
låt den rätte komma in ist wirklich sehr großartig, in den top 10 meiner nuller jahre. seit diesem film habe ich schwedisch lernen wollen :)
Leatherface
05.06.2011 - 22:02 Uhr
Ich spreche aber vom Remake.
pete
05.06.2011 - 22:50 Uhr
Lasst doch den castorp, der muss morgen wieder um 5:30 vorm Bahnhof stehen und Polizisten beschimpfen.
Der Arme hats wirklich nicht leicht.
Hollywood Schmollywood
05.06.2011 - 23:24 Uhr
Oder kennst du die "Red Riding" (Yorkshire Killer)-TV-Reihe aus Großbritannien? Die lebte doch eben davon, dass sie gerade nicht nach Hollywood-Schema gedreht wurde. Wer da "LANGWEILIG!" schreit, der hat keine Ahnung von Spannungsbögen, Charakterentfaltung und Atmosphäre.

Redest du jetzt noch von der Millennium-Trilogie oder von "Red Riding"? Letztere kenne ich nicht, und dass erstere langweilig ist, hat nichts mit Charakterentfaltung oder Atmosphäre zu tun oder damit, dass ich ein ADHS-gestörter Adrenalin-Junkie wäre, sondern einfach damit, dass es fürchterlich viel Leerlauf gibt, was für Thriller nun mal unverzeihlich ist, egal wieviel politischen Subtext oder was-weiß-ich man noch unterbringt.

Warum denn immer so abwertend gegenüber TV-Krimis? Das ist doch keine Mode-Frage, über die wir reden oder will sich da jemand mit coolen trendigen, gefallsüchtigen Filmen "schmücken" wie mit dem neuesten iPad? Das ist doch Kindergarten-Kacke.

Film ist ein audio-visuelles Medium. Wenn dir die visuelle Umsetzung eines Stoffs nicht wichtig ist, kannst du dir genau so gut ein Hörspiel reinziehen, um es mal plakativ auszudrücken.
Castorp
06.06.2011 - 18:42 Uhr
@Leatherface:
Beim Remake wurde aber meiner Meinung nach - wie zu erwarten - geglättet. Die reine US-Film-Ästhetik/-Technik beeinruckt mich doch nicht. Warum wurde eigentlich, im Vergleich zum Original (das nicht eindeutig als Horrorfilm zu definieren ist, was es so besonders macht), das Tempo angezogen und der Gore-Level erhöht? Warum musste man die subtilen Feinheiten des Originals zerstören? Warum wurde praktisch in jeder Minute spannungsgeladene Musik und hochtrabende Effekte eingesetzt? Warum wurden die Hauptfiguren ihrer Mehrdeutigkeit beraubt? Das Original ist wesentlich unbequemer und "unmoralischer" und fordert den Zuseher an vielen Stellen zum Denken auf.

Immerhin hat man sich beim Remake bemüht, die Handlung zu verlegen.

@Hollywood Schmollywood:
"Redest du jetzt noch von der Millennium-Trilogie oder von "Red Riding"?"

Sowohl als auch. "Red Riding" fiel mir noch ein, weil der relativ neu und ähnlich "europäisch-langatmig" und düster ist wie die Millenium-Trilogie. Übrigens trumpft dort Sean Bean als fieser Ganove richtig groß auf.

"Letztere kenne ich nicht, und dass erstere langweilig ist, hat nichts mit Charakterentfaltung oder Atmosphäre zu tun oder damit, dass ich ein ADHS-gestörter Adrenalin-Junkie wäre, sondern einfach damit, dass es fürchterlich viel Leerlauf gibt, was für Thriller nun mal unverzeihlich ist, egal wieviel politischen Subtext oder was-weiß-ich man noch unterbringt."

Was du "Leerlauf" nennst, sind Feinheiten und das ist eben genau das, was für eine Dynamik in einer Handlung mitsamt den Figuren entscheidend ist. Viele kleine Details (vorausgesetzt sie sind nicht willkürlich eingestreut! Logisch...), die du "langweilig" findest, bereichern einen Film und machen ihn erst besonders, heben ihn vom Mainstream ab. Man könnte jetzt auch den Vergleich mit Musik-Alben, Clipping und Loudness War ziehen, da läuft es sehr ähnlich ab und die Dynamik geht zugunsten der "obercoolen" erhöhten Lautstärke flöten.

Warum willst du denn die Trilogie in ein einziges, ein-deutiges Genre (Thriller) pressen? Ist nicht dieses Denkschema genau das, was Hollywood bei vielen Remakes, dazu veranlasst, die Handlung weiter zu straffen, alles Uneindeutige, Verwirrende (z.B. den genannten Subtext) rauszuwerfen oder den störenden "schmutzigen" Sex (siehe die Filme, über die ich gerade rede) rauszupinseln oder auf ein klinisches Maß herunterzuschrauben, und das dann "mundgerecht für den Mainstream-Zuschauer" aufzubereiten? Vielleicht gibt es ja einen guten Grund, warum man die Hauptfiguren nicht zu absoluten Sympathieträgern macht (das höre ich ja auch oft als Vorwurf bei manchen Streifen: es gäbe zuwenig Identifikationspotential...) usw.? Da könnte der Zuschauer ja am Ende unbefriedigt und grübelnd aus dem Kino gehen...

Hollywood bereitet jeden noch so einstmals schillernden Film extra neu geglättet fürs puritanische US-Volk auf (Gewalt: lieben sie, Sex: fürchten sie). Zum Kotzen. (Damit meine ich nicht, dass es in den USA nur solche Deppen gibt, ich kenne auch selbst viele amerikanische Filmliebhaber)

In Frankreich sind sie auch nicht auf die Idee gekommen, "Goodbye, Lenin" zu remaken, nur weil der Film dort ein Riesenhit in den Kinos war. Weil es in Europa in der Regel eben um ein bisschen mehr geht, als schlicht irgendeinen schick gemachten Film zu *verkaufen*.

"Film ist ein audio-visuelles Medium. Wenn dir die visuelle Umsetzung eines Stoffs nicht wichtig ist"

Wenn das der Fall wäre, hätte ich dir das bestimmt längst gesagt. "Red Riding" und die Millenium-Trilogie weisen z.B. stellenweise sehr grobkörnige Bilder auf und unterstützen durch diesen unsauberen Look (den ich sehr mag) das "Düstere" der Handlung, manche finden das aber total nervig, es stört sie ihn ihren verwöhnten Sehgewohnheiten.

Du sprichst gerade den Ton an: Hollywood ist ein Pionier und Meister im Verstärken und Überproduzieren von Sound(effekten). Jede Pistole, jedes Messer, jeder Schritt und jeder Bleistiftstrich bekommt einen extrem übertriebenen (fast schon karikaturähnlichen) Sound-Effekt spendiert, der dazu beiträgt, dass deine Wahrnehmung ständig "überflutet" ist. Auch deshalb nimmst du z.B. heimische Produktionen als viel weniger intensiv war, weil der Ton/Sound dort meistens nicht so krass ist. Ein aus dem Holzblock gezogenes Küchenmesser klingt in der Realität nun mal nicht so "cool"...zzzzing!
humbert humbert
06.06.2011 - 18:47 Uhr
@ Castorp
Du sprichst gerade den Ton an: Hollywood ist ein Pionier und Meister im Verstärken und Überproduzieren von Sound(effekten).

Selber irgendwann gemerkt oder irgendwo gelesen?
Castorp
06.06.2011 - 19:17 Uhr
@humbert humbert:
Irgendwann merkt man das einfach selbst.
Das ist allerdings "nur" MEINE These, meine Wahrnehmung, dass Hollywood viel mehr in Sounddesigns investiert. Genauere Zahlen dazu kenne ich nicht, nur die allgemeinen Film-Budgets.

Ich habe nichts gegen laute Effekte an sich (gibt es ja auch in vielen europäischen Kinofilmen), nur etwas gegen konstante Blockbuster-typische Manipulation durch Ton/Sound/Musik nach dem Motto "Wir müssen den Zuschauer permanent mit Reizen bei der Stange halten, sonst driftet er uns weg und findet den Film scheiße".

Make-Believe

Nehmen wir z.B. was aktuelles: "Scream 4" - ein typisches US-Effektgewitter von der ersten Sekunde an. Aber hier lasse ich das noch gelten, da der Film sich eh nicht ernstnimmt und ich fand die Fortsetzung für einen vierten Teil gar nicht schlecht.
alvin
06.06.2011 - 19:25 Uhr
euro-filme sind einfach nur kacke.

mail-vorschlag an hollywood für remake von "valhalla rising" ist bereits raus.
humbert humbert
06.06.2011 - 19:26 Uhr
Danke, hat mich einfach interessiert, da ich noch nie darauf geachtet habe, vor allem bei Filmen außerhalb des Actiongenres.
Castorp
06.06.2011 - 19:29 Uhr
Gibt es ja auch of bei Werbespots. Die schreien in Bild und Ton nach Aufmerksamkeit.
Resolneman
06.06.2011 - 19:34 Uhr
Sounddesign ist generell eine Sache die oft ein wenig untergeht heutzutage. wenn man mal daran denkt was etwa ein Sergio Leone alles allein mit Nebengeräuschen erzeugen konnte.

gibt aber immer noch Gegenbeispiele die zeigen dass man solche Details sogar im modernen Actionfilm mit Bravour lösen kann, etwa The Book of Eli (aber nicht Castorp sagen, weil Amerika und Religion und wuhui).
Comely
06.06.2011 - 20:29 Uhr
Wer ist denn eigentlich diese Holly Wood? Scheint eine bekannte Person zu sein. Erklärt doch mal.
@resolneman
07.06.2011 - 17:56 Uhr
amerika und religion muss man natürlich lieben und kritiklos abfeiern, sicher...
Srics123
28.09.2011 - 08:22 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=Ip5iBGpfK-Y

Ein relativ langer Trailer(fast vier Minuten), der einen sehr guten Eindruck macht.

Ich freu mich sehr darauf, da sich das optisch und inszenatorisch doch sehr unterscheidet wird.
@Comely
28.09.2011 - 08:31 Uhr
Das ist jetzt nicht ernst gemeint, oder? Du kannst nicht ernsthaft denken, dass dieses Postin in irgendeiner Form lustig ist. Bitte sag mir, dass du einfach auf Drogen warst, als du dieses "Hammerwortspiel" geschrieben hast.

Außerdem hast du vergessen zu erwähnen, dass man ja immer das Original schauen muss.
Nur zur Inpho
28.09.2011 - 08:33 Uhr
Castorp = Phaon
Srics123
28.09.2011 - 08:55 Uhr
Mist...hätte ich doch gleich den deutschen Trailer als Link kopiert. Hier die deutsche Variante.

http://www.youtube.com/watch?v=Ck_96DY037Y

Eine weise Entscheidung Rooney Mara nicht mit der "Bart Simpson"-Synchro "auszurüsten". Noch drei Monate...12.01.12.
@@Comely
01.10.2011 - 02:36 Uhr
Dieses andauernde "Synchro geht ja ma gar nicht" unter meinem Namen ist ein Fake und du bist der letzte, der es noch nicht begriffen hat.
das skandinavische Original ist besser
02.12.2011 - 17:11 Uhr
Gähn:

http://www.slashfilm.com/girl-dragon-tattoo-8minute-trailer-streaming-preorder-trent-reznor-atticus-ross-39track-score-6-tracks-free/

02.12.2011 - 17:23 Uhr
das skandinavische Original ist besser

das glaub ich dir glatt, dass das remake noch langweiliger ist als das original es ohnehin schon war.

02.12.2011 - 22:25 Uhr
was war denn bitte langweilig an dem original???! gehts noch?
mit dem mic in der hand und ich
02.12.2011 - 22:28 Uhr
erst wenn die wolken schlafen gehn
kann man uns am himmel sehn
wir haben angst und sind allein
gott weiß ich will kein engel sein
Srics123
03.12.2011 - 07:27 Uhr
Auch auf Filmstarts gibts den 8min Trailer.

Ich finde das Buch Klasse, den schwedischen Film sehr gut und as hier wird auch funktionieren...brillianter OST...

http://www.filmstarts.de/kritiken/178974/trailer/19267255.html
dumbsick
04.12.2011 - 11:24 Uhr
man kann sich einen 6-lied-sampler des soundtracks umsonst downloaden auf

http://www.nullco.com/GDT/

Seite: 1 2 »
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