Liturgy - Aesthethica

User Beitrag
Nervenwalzer
11.05.2011 - 09:53 Uhr
Neue Klänge aus New York

Black Metal für den Kulturteil der FAZ. So transzendent und eigentlich schon trendy, dass LITURGY für den typischen Black Metal-Hörer von Nebenan ein Graus sein müssen.

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Veröffentlichungstermin: 15. April 2011

Spielzeit: 68:21 Min.

Tracklist:

1. High Gold
2. True Will
3. Returner
4. Generation
5. Tragic Laurel
6. Sun Of Light
7. Helix Skull
8. Glory Bronze
9. Veins Of God
10. Red Crown
11. Glass Earth
12. Harmonia

MySpace: http://www.myspace.com/liturgynybm
fitzkrawallo
11.05.2011 - 09:59 Uhr
So transzendent und eigentlich schon trendy, dass LITURGY für den typischen Black Metal-Hörer von Nebenan ein Graus sein müssen.

Sind sie ja auch! Man muss ja aber gottseidank nicht der typische Black Metal-Hörer sein. Wenn man mal vom Transcendental Black Metal-Geblubber des Sängers absieht, sicher eine der interessanteren Veröffentlichungen dieses Jahr.
ejsel
13.05.2011 - 16:18 Uhr
das album ist echt, so ziemlich woohoo!
...
13.05.2011 - 16:59 Uhr
"woohoo" triffts perfekt: die texte ausm booklet haben sich wohl andere im nachhinein ausgedacht ;-)
Third Eye Surfer
18.05.2011 - 00:24 Uhr
Black Metal, der von Black Metal Fans gehasst wird, ist Black Metal für mich. ;)

Mag das Album. Musste zwar erstmal laut lachen als ich das Manifest des Sängers gelesen hab, aber die Musik ist spitze.
...
18.05.2011 - 08:11 Uhr
@ Third Eye

schön gesagt! auch meine vorstöße in den black metal würden wohl von echten anhängern kaum ernstgenommen werden ;-)
bei liturgy lohnt übrigens auch ein blick aufs erste album. gefällt mir persönlich noch besser.
Nicklas
06.10.2011 - 00:48 Uhr
Ich hole diese Band mal wieder ans Licht im Forum. Warum spricht keiner über die hier? Erstens haben sie eine der besten Platten des Jahres gemacht, zweitens machen sie sich durch Auftreten und leicht prätentiöse Äußerungen doch ziemlich angreifbar.
+salomon
06.10.2011 - 03:46 Uhr
"Warum spricht keiner über die hier?"

weil das käse ist, für röhrenjeansträger, die aus ethischen gründen keine burzumplatten kaufen wollen und solch eine müll goutieren.
Gucki
06.10.2011 - 08:06 Uhr
@+salomon:

jaja,alle diese un-truen studenten die sich jetzt den blackmetal krallen wie ne plastiktüte zum überziehn,wa.aber mal ganz ehrlich: musste irgendwann doch auch so kommen oder.
fuck that! oder wie es so schön von jemandem bereits gesagt wurde "Black Metal, der von Black Metal Fans gehasst wird, ist Black Metal für mich."
+salomon
07.10.2011 - 19:21 Uhr
"Black Metal, der von Black Metal Fans gehasst wird, ist Black Metal für mich."

süss. problem aber: scheiss musik bleibt scheiss musik. als wenn liturgy irgendetwas außergewöhnliches machen. wieso so eine scheisse auch vom spexhörer abgefeiert wird, liegt ja eben am bm-fernen image. ich habe nie behauptet, dass ein klassisches image ernster zu nehmen ist, als jemand mit dem namen "hunter hunt hendrix" esoterische pamphlete unter's hipstervolk bringt. aber hey, gurken die von gurkenfans gehasst werden, sind ja die echten gurken!
Nicklas
07.10.2011 - 19:40 Uhr
Es ist wohl kaum zu bezweifeln, dass Liturgy da was Außergewöhnliches machen. In meinen Augen ist zwar die Selbststilisierung der Herren durchaus gelungen und lange nicht so unterreflektiert, wie mancher tut, aber das wirklich besondere ist doch eindeutig der Sound. So "lichtdurchflutet" (so in einer guten Besprechung, weiß nicht mehr wo) habe ich harte Musik insgesamt noch nicht oft gehört. Wenn man so will gleisend heller Black Metal. Das finde ich - neben den schlicht einfach gut geschriebenen und noch besser gespielten Tracks - das Alleinstellungsmerkmal von Liturgy. Und gerade im Black Metal ging es doch immer sehr stark darum, WIE es klingt. Die Unterproduktion war und ist ja für viele entscheidend.

Bei "Generation" beispielsweise spielt all der Black Metal-Kram ja ohnehin gar keine Rolle mehr. Aber wer bitte schafft es bei diesem Song still zu stehen/sitzen?
+salomon
08.10.2011 - 02:01 Uhr
lichtdurchflutet? tremolopicking mit postrockharmonien? liturgy sind doch da nur die nachzügler, einflüsse wie swans haben auch schon andere black metal bands davor verarbeitet (die ich so gar nicht höre bei liturgy). liturgy packen das ganze einfach in ein nach ein asthetisches korsett, was 08/15 witchhouse sein könnte und das einzig musikalisch andere ist, sind die mathrock einflüsse. die bm parts sind trotzdem altbackener kram.
ansonsten: für wen spielt denn heute im black metal noch im größeren maße unterproduktion eine ästhetische rolle (ist liturgy wirklich herausragend produziert? nö.)? selbst im usbm hat sich nicht xasthur oder lurker of chalice soundästhetisch durchgesetzt. im europäischen sektor setzen die meisten bands eher auf sehr moderne produktionen. auch insbesondere bands wie deathspell omega, die tatsächlich noch einmal mit einer ganz anderen soundästhetik an bm herangegangen sind.
+salomon
08.10.2011 - 02:14 Uhr
auch: es ist eigentlich unrelevant was liturgy für musik spielen, der inhaltsleere opportunismus würde auch bei hip-hop unauthentisch wirken. und: wenn eine genrebender-band aus brooklyn dann bitte lieber tombs.
Brunzaa
08.10.2011 - 09:02 Uhr
ich mag soundmässig diese Lofi-sachen.die bands der Les legions noires zb.

neues zeug bin ich wenig auf dem laufenden.
wolves in the throne room finde ich sehr gut. aber die sind wohl dne meisten "echten" black metallern auch zu untrve.
Mein bisheriger eindruck zu Liturgy: gefälllt,aber auch nicht die offenbarung.kommt vielleicht noch.amen.
Third Eye Surfer
08.10.2011 - 12:36 Uhr
Oh je, meinen Satz da oben muss ich mittlerweile doch ein wenig zurücknehmen. Denn mittlerweile hab ich mich in das Genre doch ein wenig reingehört. Hipster BM hin oder her, schuld daran sind jedenfalls Liturgy.

Trotzdem find ich die Platte nach wie vor super. Der Vorgänger gibt mir nicht so viel, aber Aesthetica ist schon klasse. Was sie im BM für mich einzigartig macht, ist wirklich, dass das ganze kein bisschen düster sondern im Gegenteil gleißend hell klingt. Da muss ich Nicklas also recht geben.

Und die Sache mit dem Image: ich find es irgendwie ein wenig heuchlerisch, wenn Burzum Fans ankommen von wegen "Lasst den Kerl außen vor und die Musik für sich sprechen", sich bei Liturgy aber darüber aufregen, dass die sich mehr als Indie Gruppe präsentieren. Mir ist vollkommen wurscht, was Hendrix teilweise für Blödsinn vom Stapel lässt. Ich mag die Musik, fertig aus.
Nicklas
08.10.2011 - 18:11 Uhr
Also ich würde hier gar kein entweder-oder aufmachen wollen: Entweder Liturgy oder Emperor oder Immortal oder was auch immer. Ich denke, man kann bestens beides mögen. Aber das ändert ja nichts daran, dass ich das Klangbild von Liturgy insgesamt doch sehr sehr eigen, neu und durchdacht finde. Sehr klar, sehr sauber. In dieser Hinsicht ein stückweit ein Gegenentwurf zu Wolves In The Throne Room, die dem eigenen Bekunden nach gerne jede Spur eines einzelnen Instruments verwischen wollen. Bei Liturgy hingegen findet in meinen Augen schon eine minimalistische Reduktion auf die einzelnen Instrumente statt. Dass hat mit Überproduktion wenig zu tun, die nämlich findet viel eher bei einer New Metal-Platte als bei einer BM-Band statt. Es ist schlicht eine sehr transparente Produktion. Und diese trägt maßgeblich zu einem so euphorischen Sound bei. Ich empfinde einen Track wie Harmonia als manisch - eben nicht bloß wütend, abgründig, traurig oder autoaggressiv. Wenn Du, +salomon, da Alternativen kennst, immer gerne, die dürften mir dann ja auch bestens gefallen.

Was das Image angeht, finde ich die Bemerkung von Third Eye Surfer sehr einleuchtend. Und überhaupt: Authentizität taugt als Begriff doch wirklich überhaupt nicht (mehr). Das kann man Postmoderne nennen oder man geht schlicht offenen Auges durch die Welt. Kunst, Musik, Wissenschaft und das komplette Alltagsleben dazu sind Inszenierungen. Was mir wirklich durch den Kopf geht, kannst Du nicht wissen. Aber wenn Dir die Fassade gefällt - who cares?
Es hat einen Grund, warum sich seit Jahren alle für Lady Gaga interessieren, es hat seinen Grund, dass Madonna die Queen of Pop ist. Die Klugheit besteht da doch gerade in der Brechung all dieser Kategorien von "Echtheit" und Inszenierung.
Lumere
09.01.2012 - 19:54 Uhr
LOL, was´n das für´n Kack?! Eine 9/10???
Nicklas
09.01.2012 - 23:19 Uhr
Danke, das dürfte die Diskussion ja wieder anheizen.
Achim
10.01.2012 - 00:10 Uhr
die wertung ist sowiesop
berechtigt, der späte zeitpunkt der rezi für deutsche verhältnisse verständlich. gute rezi, btw.

Achim.
Nils
16.01.2012 - 22:32 Uhr
Black Metal hin oder her: Die Platte rockt und funktioniert auf eine Weise, dass ich verstehe das viele darauf nicht klar kommen.
"Generation" erinnert mich an "Temptation" von God Machine. Nur in schnell. Und "Temptation" fand ich schon klasse.
Bonzo
18.01.2012 - 17:57 Uhr
Sowas von untrue geil.
Demon Cleaner
03.12.2012 - 13:21 Uhr
Bin ich jetzt erst drauf gekommen, dass ich da reinhören wollte, als die in diesem Update erwähnt wurden.
"Generation" ist auf jeden Fall der Wahnsinn. Ansonsten fühlt es sich gar nicht so sehr wie Black Metal an (zumal der Sound kaum "düster" ist, wie Nicklas es hier schon beschreibt).
Die produktion finde ich dagegen nicht ganz so klar. Das rauscht schon ziemlich, gerade Bass und Schlagzeug sind doch oft nur schwer auszumachen in den lauten Passagen.
Nicklas
04.04.2013 - 23:42 Uhr
Neue alte Band von Hunter Hunt Hendrix:
http://stereogum.com/1298252/survival-tragedy-of-the-mind/mp3s/
werft
05.04.2013 - 09:16 Uhr
der sänger ist der hit.

wer guckt sich diese schiessbudenfigur live an.
mit dem rücken zur bühne geht ja noch und wenn es instrumental wäre, aber so...

bitte sofort wolves in the throne room konsumieren

Nicklas

Postings: 73

Registriert seit 14.06.2013

27.11.2014 - 17:34 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=wTf4pROihIQ

Die komplette Band wiedervereint, erste Auftritte in den USA gespielt. Das neue Album soll im Frühjahr kommen.

Nicklas

Postings: 73

Registriert seit 14.06.2013

27.11.2014 - 17:39 Uhr
Sorry, viel bessere Aufnahme hier:
http://www.youtube.com/watch?v=hSX8Opme_iQ
GV
07.12.2014 - 05:27 Uhr
Was ist denn mit dem Gesang/Sänger passiert?
Klingt ziemlich furchtbar...

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