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Kann man die FDP noch wählen?

User Beitrag

fuzzmyass

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02.08.2021 - 18:48 Uhr
@dreckskerl

klar hat nicht die komplette Wirtschaft verloren... aber die "Gewinner" selektiv quasi bestrafen bzw. verpflichten zu zusätzlichen Großzahlungen? Finde ich enorm grenzwertig und übergriffig...

fuzzmyass

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02.08.2021 - 18:49 Uhr
bzw. viel mehr als grenzwertig... das ist eigentlich indiskutabel

dreckskerl

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02.08.2021 - 19:20 Uhr
Na, mir ist doch klar, dass das nicht geht, aber angesichte der Mehrgewinne in deutlich zweistelligen Milliadenbereich pro Discountermogul aufgrund der Einschränkungen der Freiheit des Einzelnen in einer nationalen Notlage. Da finde ich den Wunsch nachvollziehbar, dass dort was in die Gesellschaft zurückkommen sollte.
Vor allem, wenn man dann mitbekommt, dass die meisten Helden der systemrelevanten Betriebe maximal eine Einmallzahlung von 500€ bekommen und weiterhin ihre Dumpinghaustariflöhne zahlen.
Bei Netto gabs nur eine erhöhten Mitarbeiterrabatt auf die eigenen Waren und einen freien Zugangscode zu einem Peter Maffay Konzert.

Wenn Mercdes, Volkswagen, Bayer und co, alle die Rendite dieses Frühjahr zum Teil mehr als verdoppelt haben, da kann einem so eine Solidaritätsspende schon in den Sinn kommen.

Aber nix, nicht mal 100 Luftfilter für Schulen sponsored by Lidl, oder mal Masken verteilen vorm Eingang des Rewe, bevor die an Rentner und Hartz4 Empfänger mit fast eulenspiegelhafter Verkomplizierung des Verteilungsmodus, dazu diente den gestressten Apothekern eine finazielle Freude zu machen...da habe ich schon so Assoziationen, dass Spahn und sein Partner mit einem super netten Apothekerpärchen seit Jahren Doppelkopf spielen. :-)




fuzzmyass

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02.08.2021 - 21:17 Uhr
Naja, weiß man das wirklich so sicher, dass die genannten nichts gemacht haben in Hinblick auf Spenden, finanzieller Unterstützung o.ä., nur weil sie das nicht öffentlichkeitswirksam zelebriert haben oder Medien das nicht berichten?
Ich persönlich kann das nicht wissen/einschätzen, deswegen tu ich mir schwer mit solchen "Aufforderungen", das geht dann doch wieder zu sehr in Richtung "ich bzw. der Staat entscheidet wie viel und für was welches Unternehmen in welchem Fall zahlen soll"... klingt mal wieder nach dem üblichen "die reichen Ärsche sollen schön bluten und bloß nicht zu viel einnehmen" Ramble :)

Und genau deswegen will ich nicht sowas wie die Linke in der Regierung haben... wenn ich sage ich bin gegen Links, dann meine ich nicht die SPD und die Grünen, sondern die noch deutlich linkeren... sowas wie Rot-Rot-Grün wäre zu extrem und unbalanciert, eine Ampel fänd ich aber wiederum sehr gut, weil man da potenziell best of all worlds haben könnte, falls die Koalition gutnorganisiert ist - etwas links und sozial, etwas Klimafokus und etwas Liberalität und Freiheit für individuelle Entfaltung ohne ZU viel Staatseingriffe.... und genau deswegen halt ich die FDP für wichtig - nicht als führende Kraft, sondern als ein Gewicht, welches einen zu starken Ausschlag Richtung Ideologie und Staatseingriffe sowie Bürokratie ausbalanciert... und genau deswegen kann man die FDP durchaus wählen....

dreckskerl

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02.08.2021 - 22:01 Uhr
Ich weiß es natürlich auch nicht, kann mir aber kaum vorstellen, dass dies nicht öffentlich gemacht worden wäre.

Du nimmst mich jetzt viel zu ernst, ich spekuliere ja nur über etwas was man social corporate responsibility nennt und bei unseren nationalen Lebensmittelmogulen offenbar nicht entwickelt ist.


Ansonsten, I think we really made our points.

Ich sehe die Stärken der FDP nicht, du schon.
Du hälst die Linken für genauso unwählbar wie die AfD, ich nicht.
Du assoziierst mit links Ideologie, Bürokratie und Staatseingriffe, die die Freiheit einschränken, ich nicht.

Ich wünsche mir eine Regierung links von Union und FDP, du nicht.
Du beschriebst die mögliche Ampel, wie ein reichhaltiges gutes Essen,ein bischen davon und hier was Gutes und das beste von dem...

Ich sehe es eher so: Bratwurst und gemischter Salat, aber Schokosauce dazu :-), wird eine Herausforderung.











fuzzmyass

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02.08.2021 - 22:11 Uhr
"Ich wünsche mir eine Regierung links von Union und FDP, du nicht."


Äh nein, das stimmt so nun nicht... nochmal - ichnfavorisiere die Ampel... das ist durchaus "links von Union und FDP"... die CDU finde ich abgrundtief scheiße und will sie eig. nicht in der Regierung, mit der Realität muss ich mich trotzdem arrangieren...

"Ich sehe es eher so: Bratwurst und gemischter Salat, aber Schokosauce dazu :-), wird eine Herausforderung."

Wenn man die in der richtigen Reihenfolge aufisst, passt das schon... etwas Brot zur Wurst, Paar Früchtchen zur Schokosauce - und fertig ist der Gaumenschmaus...

fuzzmyass

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02.08.2021 - 22:16 Uhr
Bzw will ich auch kein Schwarz-Gelb, denn auch dass fände ich nicht gut balanciert.... dann lieber Jamaika...

dreckskerl

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03.08.2021 - 14:53 Uhr
Seufz,ich kann nicht anders...

""Ich wünsche mir eine Regierung links von Union und FDP, du nicht."

Äh nein, das stimmt so nun nicht... nochmal - ich favorisiere die Ampel."

Doch natürlich stimmt das. Mit einer Mehrheit links von Union und FDP, meine ich natürlich ohne FDP und ihre komplett konträr zu denen von SPD, Grünen und Linken geplanten/gewünschten Finanzpolitik.

Vorsicht Scherz:

Stell dir vor, was eine warme Schokosauce mit einem gemischten Salat macht :-), die passt dann doch eher zu dem großen Topf halbvoll mit dem noch ungesüßten und geschmacksneutralen Pudding der Union.

fuzzmyass

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03.08.2021 - 15:08 Uhr
Wenn man den Cremigen Balsamico mit Schokosauce verwechselt, weil man unbedingt Schokosauce sehen will ;)

fuzzmyass

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Registriert seit 21.08.2019

03.08.2021 - 15:09 Uhr
"Doch natürlich stimmt das. Mit einer Mehrheit links von Union und FDP, meine ich natürlich ohne FDP und ihre komplett konträr zu denen von SPD, Grünen und Linken geplanten/gewünschten Finanzpolitik."

Ohne CDU und mit FDP als dritte Kraft in der Ampel ist ja wohl eindeutig links von Union und FDP... sorry, aber so viel Korinthenkackerei muss schon sein..

dreckskerl

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03.08.2021 - 15:17 Uhr
Ich kack die Korinthen zurück, wenn in einem Artikel oder allgemein in den Nachrichten der Begriff fällt "eine Mehrheit links von Union UND FDP, ist rot-rot-grün gemeint.

Die Ampel nennt man verklausuliert zum Beispiel: Regierungsmehrheit ohne Beteiligung der Union.

Klaus

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03.08.2021 - 15:21 Uhr
@Dreckskerl:

Weil wir ja neulich irgendwo und überall das Thema Rente hatten, hier mal ein Statement von Bert Rürup.

https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-der-chefoekonom-die-integration-der-beamten-in-die-rentenversicherung-waere-zu-teuer/27464608.html

Hier kommt im übrigen noch ein Thema hinzu, was noch gar nicht erwähnt wird: Der Durchschnittsbeamte ist schon jetzt zwei Jahre Älter als der Durchschnittsdeutsche. Dementsprechend wenig würde dies der Rentenkasse bringen - außer halt, man lässt eben die alten außen vor und erkauft sich Zeit bei den Jungen.

Klaus

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03.08.2021 - 15:22 Uhr
Ps. Sehe gerade, dass der Artikel so eine komische Paywall hat. Die sieht man nicht, wenn man ihn im Inkognito-Modus öffnet. Hängt vermutlich an irgendeinem Keks.

dreckskerl

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03.08.2021 - 15:58 Uhr
Ich konnte es lesen.

Die rein mathematische Problematik unseres Rentensystems ist seit den 80ern bekannt (Alterspyramide), dass es immer noch kein wirklich neues, tragfähiges Konzept, zeigt, dass es keine problemfreien Alternativen gibt.

Der Artikel beschreibt, dass die Einbeziehung der Beamten, weitere möglicherweise noch größere Probleme ergibt. Mir fehlt ein wenig der Part der beschreibt, was passiert wenn man gar nichts tut und wie hoch die Pensionskosten pro Jahr in 10 Jahren aussehen.

Rot-grün begann damals mit Riesterente, diese Grundidee einer Mehrsäulenlösung, private Zusatzvorsorge mit deutlicher staatlicher Unterstützung, leider ist das ganze System doch sehr anfällig gegenüber Veränderungen im globalen Finanzsystem (niedrig/Minuszinsen)

Rente/Rentenfinanzierungsmodelle sind neben Wohnraum und Pflege die zentralen Themen, die über den sozialen Frieden im Land bestimmen.

Ich habe mich da auch noch nicht durch die Programme gequält, was da so an Vorschlägen steht, oder/und wie sehr die Parteien das im Ungefähren belassen.








Klaus

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03.08.2021 - 16:07 Uhr
Als private Lösung: Für die Riester müsste halt schon ein Ersatzkonzept her, da die ab nächstem Jahr de facto abgeschafft wird für Neuzugänge.

dreckskerl

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03.08.2021 - 16:12 Uhr
Ja klar, wer hat in den letzten Jahren noch ernsthaft an eine Riesterrente gedacht.

Genauso ist das klassische Sparen, von Minuszinsen gebeutelt, auch komplett out.




fuzzmyass

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Registriert seit 21.08.2019

03.08.2021 - 16:22 Uhr
Da wir hier im passenden Thread sind - FDP will die Aktienrente nach schwedischem Vorbild... keine Ahnung wie das funktioniert, muss mich da noch erkundigen--- laut Lindner funktioniere das in Schweden super, kann aber auch nur Gelaber sein - kenn mich da noch nicht aus..

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 16:24 Uhr
" Ja klar, wer hat in den letzten Jahren noch ernsthaft an eine Riesterrente gedacht."

Es gibt schon Leute, wo das aufgeht. Mehrere Kinder, oder mittelmäßig zu versteuerndes Einkommen. Aber die Produktauswahl innerhalb der Kategorie war schon arg schwer, da es so viel Mist dort gibt.

dreckskerl

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03.08.2021 - 16:30 Uhr
Die Krux ist doch, dass man bei der Idee von einer stabilen Wertschöpfungsgrundlage ausgíng, die sich aber als instabil herausgestellt hat.

Hast du den irgendwo ein aktuelles Rentenfinazierungskonzept entdeckt/gelesen...was dich halbwegs überzeugt hat?

Klaus

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03.08.2021 - 16:35 Uhr
" Die Krux ist doch, dass man bei der Idee von einer stabilen Wertschöpfungsgrundlage ausgíng, die sich aber als instabil herausgestellt hat."

Eigentlich genau das Gegenteil. Man schreibt eben vor, dass eine Garantie zu erreichen ist, die nicht zu erreichen ist.

" Hast du den irgendwo ein aktuelles Rentenfinazierungskonzept entdeckt/gelesen...was dich halbwegs überzeugt hat? "

Ne, weil zwar ein paar spannende Ideen da sind, aber wenn man an die Umsetzung denkt. naja. Die Idee mit dem Staatsfonds z.b. Wer soll das verwalten? Dann kommt die deutsche Rentenversicherung ins Spiel, die noch nie einen Cent Geld angelegt hat...

Meiner Meinung nach wäre eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge ein wichtiger Schritt. Momentan ist nur verpflichtend, dass eine angeboten werden muss und seit 2 Jahren, dass der Arbeitgeber auch zuzahlen muss. Das ist immerhin schon mal ein Anfang.

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 16:39 Uhr
Ansonsten: Ich bin ja Fan vom Niederländischen Modell. Da gibt es eine Grundrente von 1200 €, die man bekommt, wenn man zwischen 15 und 65 im Land gelebt hat. That's it. Für jedes Jahr nicht im Land 2% Abzug.

Den Rest würde ich halt kapitalgedeckt aufbauen.

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

03.08.2021 - 16:43 Uhr
Das erste musst du mir erklären, meinen wir nicht das gleiche?

Ja, es gibt verschiedene Ideen mit Staatsfond oder jedes Kind erhält einen Betrag x der angelegt wird...aber eben, wo angelegt?,von wem?

Eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge ist eine absolut richtige Forderung, eine eher linke Forderung, die eine linke Regierung zur Umsetzung braucht.

Hier ein Artikel vom MDR, der sich (knapp) mit den Parteiprogrammen bzgl Rente beschäftigt hat.

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/rente-bundestagswahl-parteien-vorschlaege-100.html

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 16:52 Uhr
" Das erste musst du mir erklären, meinen wir nicht das gleiche?"

Möglicherweise. Ich bin halt ein Freund von möglichst wenig Garantien und dafür freier Anlage.

" Ja, es gibt verschiedene Ideen mit Staatsfond oder jedes Kind erhält einen Betrag x der angelegt wird...aber eben, wo angelegt?,von wem?"

Die CDU hat das ja auch als Idee gebracht für jeden hier geborenen Staatsbürger. Da kommt jetzt wieder meine Frage; wie soll das a) bei Personen klappen, die im Laufe ihres Lebens zuwandern und b) bei Kindern, dieh hier ohne deutsche Staatsbürgerschaft geboren werden.

Ansonsten müsste man gucken, welches Volumen dieser Fonds in kürzester Zeit hätte - der wäre ziemlich marktbeherrschend.

" Eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge ist eine absolut richtige Forderung, eine eher linke Forderung, die eine linke Regierung zur Umsetzung braucht."

Nahles hatte da zuletzt eine Reform in die Wege geleitet, die komplett im Sande verlaufen ist, weil hier die Art und Weise wieder typisch SPD war.

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/rente-bundestagswahl-parteien-vorschlaege-100.html

Guck ich mir an, danke.

dreckskerl

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03.08.2021 - 17:03 Uhr
Ich bin offenkundig kein Wirtschaftsexperte, aber ist es denn möglich einen Staatsfond zu gründen in den entweder für jedes Kind, oder was die FDP wohl vorhat 2% des Rentenbeitrages eingezahlt werden sollen, der absolut zuverlässig und dauerhaft das eingezahlte Kapital merklich über Inflationsverlusten und darüberhinaus halten?

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 17:07 Uhr
Kommt drauf an, was du denen für Vorschriften machst. Wir haben in Deutschland schon ähnliches mit den Versorgungswerken der Ärzte etc. Da geht die Kalkulation auch nicht mehr auf, da die Anlagen "mündelsicher" sein müssen.

Je mehr Garantie du künstlich schaffst, desto weniger kannst du eben erwirtschaften. Und wenn langlaufende Staatsanleihen schon negativ laufen, wo soll es denn herkommen.

Da müsste halt eine Aktienquote her, was aber eben auch zu Schwankungen führen kann.

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

03.08.2021 - 17:52 Uhr
Es wäre ein Staatsfond, der natürlich da verantwortlich für die Allgemeinheit, nur in einem "abgesicherten" Maß spekulieren kann.

Wenn man googlet kommt man schnell zu Schweden (Parteiprogramm SPD und vor allem bei der FDP), da wird den Arbeitnehmern fast analog zum FDP Vorschlag, 2 % RV Beitrag zusätzlich auferlegt, die entweder zur privaten Umsetzung in einen Fond oder in einen Staatsfond, was wohl 2/3 der Schweden wählen, eingezahlt wird
Die FDP will jedoch die 2% von der zur Zeit erhobenen RV-Beiträge abzwacken, die würden dann natürlich im gleichen Haushalt bereits fehlen, was mich wiederum fragen lässt, wie in aller Welt wollen die Liberalen das ales Zahlen?
Wobei die SPD das erst gar nicht schreibt, da steht nur neue private Rentenabsicherungen nach schwedischem Vorbild.

Das ist alles sehr klug, vor allem da die Schweden bereits Mitte der 90er mit einer kompletten Umgestaltung ihres Rentensystems begonnen haben.
Aber das ist auch eine der Gründe warum, wenn es jetzt in Deutschland gestartet, zumindest kein flotte Entlastung der öffentliche Hand bedeutet.
Wenn die 2% vom RV Beitrag abgezwackt werden, fehlen diese ja direktimgleichen Haushaltsjahr.
Der schwedische Staatsfond hat in den ersten Jahren Verluste gemacht ist allerdings inzwischen bei 15% Redite angekommen.

Zudem zahlen in die schwedische Rentenkasse auch Beamte und Selbstständige ein, was einen ausserordentlichen Unterschied macht.

Es gibt dort höhere Beiträge, viel höheren Anteil an Betriebsrenten, deutlich höhere Löhne, die zu höheren Einzahlungen führen etc...

Sehr spannend das alles, werde mal weiterlesen.




Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 18:04 Uhr
Tust du mir einen Gefallen? Fonds immer mit S :)

De facto kannst du das über die bAV lösen, wo ja aktuell prozentuale Einzahlungsgrenzen vorgesehen sind als Maximalbeiträge. Das von der GRV zu nehmen ist natürlich Blödsinn, da der GRV Beitrag sich ja am aktuellen Zahlungsaufkommen bemisst und auch gesenkt werden muss, sollte die GRV mal zu viel Geld herumliegen haben. Sehe da also keinen Spielraum. Du könntest das ganze Modell sogar über die bAV fahren: Fondsgebundene Lösungen gibt es schon jetzt (machen wir als Firma spezialisiert, nicht zu verwechseln mit Pensionsfonds, was ein anderes Thema ist), was halt auch da im Weg ist, ist die Garantie. Wie dem auch sei: ich finde solche Gedankenspiele gut, glaube aber das die Implementierung wieder so typisch deutsch kompliziert wird, das es am Ende zu nix führt.

Die Österreicher haben da auch ein Modell auf das sich viele linke gern berufen, weil Teil AG-finanziert und in Kombination mit gesetzlicher Rente wohl versorgungsniveau von 75%. Fand ich immer spannend, gibt aber auch hier Kritik, dass das schon mittelfristig nicht mehr ausfinanziert ist.

dreckskerl

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03.08.2021 - 18:32 Uhr
Aaaaah, mir schwant, dass du sowohl in Studium als auch beruflich mit dem Themenkomplex konfrontiert wirst.:-)

In meiner Themenwelt soziale Arbeit und Gastronomie, gibt es im nur zweiten einen Fond, der aus den unterschiedlichsten Ingredenzien hergestellt wird, dann aber in der Einzahl benannt wird.

Ich dachte immer, dass die Aktienfonds ihre Wortherkunft daher haben, was auch stimmt und wieder auch nicht.

Nun weiß ich. dass man in der Finanzwelt grundsäzlich aber von Fonds spricht...auch in der Einzahl, was zum Verständnis und Abgrenzung zur gastronomischen oder künstlerischen Verwendung beiträgt. Wieder was gelernt.
Auch das man immer fonds schreibt, aber nie spricht, da es eben kein Mehrzahl-s ist, sondern der Begriff an sich und da französisch, natürlich nicht ausgesprochen wird.

Dann für morgen mal Österreich und Rente eingeben.

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

03.08.2021 - 18:51 Uhr
Zum Thema:
Gibt es nicht viel zu wenig Arbeitsverhältnisse mit bAV? Und wären diese 2% nicht eine Aufwendung, die, die AG nicht zahlen wollen oder können, da es ja nun dann zu den fixen Arbeitskosten hinzukäme.

Der SPD sei Dank, seit 2013 gibt es verpflichtende RV Beiträge für 6 Millionen Minijobberimmerhin 15% vom AG, wobei die knapp 4 % die der Arbeitnehmer zahlen müsste, freiwillig sind.

Könnte man nicht mit diesen Einnahmen mal einfach so ein Fonds starten, um nicht gleich alles auf den Kopf stellen zu müssen? Sicher zu naiv und unmöglich umzusetzen.



Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 19:04 Uhr
" Gibt es nicht viel zu wenig Arbeitsverhältnisse mit bAV? Und wären diese 2% nicht eine Aufwendung, die, die AG nicht zahlen wollen oder können, da es ja nun dann zu den fixen Arbeitskosten hinzukäme."

Im ÖD ist das über die VBL sogar vorgeschrieben. Da sind es je nach Bundesland 2- 7%, die sich AG und AN unterschiedlich teilen. Zur Anzahl; Ich glaub ca. 1/3 bis die Hälfte der Leute dürften eine bAV haben. Messung schwierig, weil man ja den ÖD herausnehmen muss, Beamte eh...

"Könnte man nicht mit diesen Einnahmen mal einfach so ein Fonds starten, um nicht gleich alles auf den Kopf stellen zu müssen? Sicher zu naiv und unmöglich umzusetzen."

Das Thema, was halt immer mitschwingt wäre hier der Gleichbehandlungsgrundsatz. Die SPD hat hier unter Nahles mal eine Idee gehabt 2017 oder 2018: Arbeitgeber können eine Arbeitgeberfinanzierte Lösung für ihre Geringverdiener abschließen, deren Beiträge sie dann von der Lohnsteuer absetzen können. Dazu sind diese "Miniverträge" dann auch noch von den üblichen Versicherungsabschlusskosten ausgenommen (es wird dann nicht sogannt gezillmert). Macht aber bis heute fast niemand, weil starre Grenzen und viel Aufwand und wenn AG für Geringverdiener was tun wollen würden, wäre mehr bzw. faires Gehalt ja eigentlich auch eine gute Idee.

Immerhin kam mit der gleichen Gesetzgebung ein Pflichtzuschuss für die bAV grundsätzlich in Höhe von 15% der vom AN gesparten Beiträge, nachdem viele Arbeitgeber zuvor diese Ersparnisse hatten, aber einbehalten haben. Schritte in die richtige Richtung. Aber eben, leider nix verpflichtendes.

Teil zwei: "Könnte man nicht mit diesen Einnahmen mal einfach so ein Fonds starten, um nicht gleich alles auf den Kopf stellen zu müssen? Sicher zu naiv und unmöglich umzusetzen."

Bastel den dir doch mal zusammen und ich sag dir, warum das so nicht geht. ;)

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

03.08.2021 - 19:18 Uhr
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/rente-bundestagswahl-parteien-vorschlaege-100.html

CDU/CSU: Hier kommt natürlich wie zu erwarten war überhaupt nichts.
"Konkret wollen CDU/ CSU eine Vorsorgepflicht für Selbständige einführen – es aber den Betroffenen selbst überlassen, ob sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder für ihr Alter auf anderen Wegen vorsorgen."
Was halt blöd ist. Nicht die Idee an sich, sondern die Ausführung. "Auf anderem Wege vorsorgen" heißt dann (vermutlich), du musst bestimmte Garantiewerte vorweisen - und Garantieprodukte find ich per se doof.

"Die berufliche Reha, die Erwerbsminderungsrenten (...) sollen verbessert werden. "
Wichtiger Punkt, nachdem man die jahrelang geschliffen hat gabs da zuletzt ja wieder einige Verbesserungen. Gerade in Hinblick darauf, dass die Lebensarbeitszeit schon länger wird, muss denen geholfen werden, die das körperlich nicht mitmachen.

"Völlig neu ist der Vorschlag einer Generationenrente, die von Geburt an in einem Pensionsfonds angespart werden soll."

Jagut, nichts konkretes. Hier hatte ich woanders gelesen "nur für deutsche" und das ist bei dem hohen Anteil Kinder mit nichtdeutschem Pass bei Geburt schwierig.

SPD:
" "Wir wollen die gesetzliche Rente stärken und stehen für eine dauerhaft stabile Rentenleistung und ein dauerhaftes Rentenniveau von mindestens 48 Prozent. Sollten sich weitere Spielräume ergeben, werden wir sie nutzen. Arbeit darf ihren Wert im Alter nicht verlieren." "

Völlig sinnloser Allgemeinplatz. Glaub bei der letzten Wahl sollte diese Linie bis 2025 gelten, wobei es Berechnungen gab, dass es eh erst ab 2026 drunter geht. (nagel mich nicht auf die genauen Zahlen fest, aber so in etwa sah das mathematisch aus).

"Die Partei will Beamte, Selbständige, Freiberufler und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung aufnehmen und die Sondersysteme auf lange Sicht überwinden. Die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rente soll dabei nicht zu einer Reduzierung des Gesamtversorgungsniveaus dieser Berufsgruppe führen. "

Letzteres ist spannend. Die durchschnittliche Beamtenpension liegt überhalb der überhaupt durch gesetzliche Rente zu erreichenden Versorgung. Ansonsten: Die Systeme der Freiberufler sind vielfach kurz vor der Pleite. Wäre für die nicht mal schlecht.

"Die SPD will Erwerbsminderungsrentnern vor "Armutsrisiken" schützen, die betriebliche Altersversorgung ausbauen, insbesondere auch bei Kleinunternehmen, und sie wendet sich von der Riesterrente ab, fordert bei der privaten Altersvorsorge weniger Bürokratie und will sich für ein neues Angebot nach schwedischem Vorbild einsetzen. "

Neuriester wird es ab 2022 nicht mehr geben. Der Satz mit den Kleinunternehmen ist witzig, weil die letzten Gesetzgebungen (Stichwort Nahlesrente) genau in die entgegen gesetzte Richtung liefen.

AFD:

Zu den Faschisten äußere ich mich grundsätzlich nicht.

FDP:
"Die FDP setzt auf Flexibilität mit einer neuen Form des Rentensystems im Entwurf des Wahlprogramms. Nach dem Baukastenprinzip können Formen der gesetzlich betrieblichen sowie der privaten Altersvorsorge frei miteinander kombiniert werden. So ist es kein Problem, die Erwerbstätigkeit oder den Arbeitgeber öfter mal zu wechseln."

Das ist eine hohle Allgemeinphrase, da das auch jetzt schon der Fall ist.

""Wer früher in Rente geht, bekommt eine geringere, wer später geht, eine höhere Rente. Wer das 60. Lebensjahr und mit allen Altersvorsorgeansprüchen mindestens das Grundsicherungsniveau erreicht, soll selbst entscheiden, wann der Ruhestand beginnt. Zuverdienstgrenzen schaffen wir ab, Teilrenten sind unkompliziert möglich.""

Das ist auch jetzt schon in Deutschland der Fall. Außer halt mit der 60. Zuverdienstgrenzen sind aber in der Tat ein Thema, was man abschaffen kann.

"Bei der privaten Vorsorge plädiert die FDP für die Einführung einer gesetzlichen Aktienrente. Dabei soll ein Teil, ca. 2 Prozent, des Beitrages für die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr ins Umlagesystem fließen sondern in einen Fonds. Auch hier dient Schweden als Vorbild. "

Sehe hier rechtliche Hürden, wenn man weiß, wie das Umlagesystem aufgebaut ist. S.o.

"Weiterhin setzt sich die FDP für eine Basis-Rente ein, die höher ist als die Grundsicherung und ärmeren Rentnern den Gang zum Sozialamt erspart. Die Basis-Rente soll von den Rentenkassen ausgezahlt werden."

Den Punkt würde ich gern mal erklärt bekommen.

"Die Freien Demokraten wollen die betriebliche Altersvorsorge stärken und die sogenannte Doppelverbeitragung in der Kankenkasse abschaffen."

Wurde von der SPD (s.o.) durch den Pflichtzuschuss eigentlich schon gelöst + dass es einen Freibetrag gibt neuerdings, der Renten bis zu einer bestimmten Grenze eh beitragsfrei sein lässt (gut für Geringverdiener). Daher jetzt nicht soooo der wichtige Punkt, aber für Alt-Arbeitnehmer schon gut.

So, die andren beiden kommen später ;) Pause!

Randwer

Postings: 1865

Registriert seit 14.05.2014

03.08.2021 - 19:54 Uhr
Rentner:innen und Pensionär:innen haben kein Erwerbseinkommen aber selbstverständlich Lebenshaltungskosten. Somit sind sie - wenn man mal von anderen Einkommen absieht - auf die Solidarität der Gemeinschaft angewiesen, wie es auch für andere Bevölkerungsgruppen ohne Erwerbseinkommen gilt.
Die Ideologie, die die Eigenverantwortung über Alles gestellt hat, konnte die Solidarität in der Bevölkerung glücklicherweise nicht vollends auslöschen, wie sich gerade in der Krise mal sichtbar zeigt.

dreckskerl

Postings: 6580

Registriert seit 09.12.2014

04.08.2021 - 12:52 Uhr
Passend zum Thema diskutierte gestern bei Markus Lanz Hubertus Heil mit eiem 21jährigen Physikstudent vom Jugendrat der Generationenstiftung über das Rentendilemma.

Klaus

Postings: 3978

Registriert seit 22.08.2019

05.08.2021 - 16:28 Uhr
Wollte das ja oben noch fortsetzen. Aber erstmal, weil ich es gestern gelesen habe und so schön polemisch fand: FDP steht für Fick den Planeten. ;)

Gerade heute im Newsticker gehabt:
https://www.cash-online.de/versicherungen/2021/verbraucherzentralen-fordern-neustart-bei-privater-altersvorsorge/571973

"Eine Umstellung auf aktienbasierte Modelle sei vernünftig, dies zeigten Untersuchungen der Stiftung Warentest, von Forschungsinstituten und Erfahrungen im Ausland:"

Mal abgesehen davon, dass es das als Riester auch schon gibt, sind die anderen angesprochenen Punkte im Artikel das, was seit Jahren von der "Gegenseite" kommt: Lasst endlich bei Riester die Zwangsgarantien sein, die Kosten Rendite wie blöd. Dagegen wurde aber auch immer argumentiert, dass die Leute gern Sicherheit hätten. Jetzt die gegensätzliche Meinung einzunehmen ist schon dreist.

Anyway: https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/rente-bundestagswahl-parteien-vorschlaege-100.html

Die Linke:
"Die Linke will als Sofortmaßnahme das Rentenniveau auf 53 Prozent anheben."

Jagut, kann man machen, muss dann halt auch wer bezahlen.

"Die Anhebung der Rentenniveaus von 48 auf 53 Prozent würde einen Durchschnittsverdiener nur je 33 Euro mehr im Monat kosten. Der Beitrag für eine private Riesterrente könnte dafür entfallen."

Sprich, das sind 1% Beitragssteigerung für auf die GRV. und die Rolle rückwärts bei Riester: Die wurde ja eingeführt in 2001 um 4% erwartbare Rentensenkung privat aufzufangen.

"Die gesetzliche Rentenversicherung soll eine Alterssicherung für alle Erwerbstätigen werden, in die bislang nicht versicherte Selbstständige, Freiberufler, Beamte, Manager und Politiker einzahlen sollen."

Kann man machen, bringt aber (s.o.) halt nix, außer das dann eben alle weniger haben. Wieso jetzt "Manager" dort genannt sind, in der Reihe, darf mir jemand von den Linken gern mal erklären.

"Weiterhin verspricht die Partei eine Mindestrente von 1.200 Euro. Niedriglöhne sollen bei der Rente besser bewertet werden, dafür soll die "Rente nach Mindestentgeltpunkten", die es für Zeiten bis 1992 gab, reaktiviert werden."

Hätte ich auch gern. Siehe oben, Niederländisches Modell. Aber wie immer bei den Linken: Viel Wunschdenken, wenig "wer bezahlt den Kram eigentlich?".

"Die Linke will die Rente ab 67 zurücknehmen und wieder eine abschlagsfreie Rente ab 65 ermöglichen. "

Für mich komplett der falsche Weg.

"Für Langzeitarbeitslose sollen wieder Rentenbeiträge eingezahlt werden. Der Zugang zu Erwerbsminderungsrenten soll zudem erleichtert werden."

Ist in der Tat ein Punkt, der mich wundert, dass es keinen Aufschrei gab. Seit einigen Jahren fallen Langzeitarbeitslose aus der Berechtigung für die EMR raus, weil sie die Regel "in den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre eingezahlt, sonst keine Kohle, egal wie viel vorher war" nicht erfüllen.

"sowie die Doppelbesteuerung von Renten"
Kenne bislang keinen einzigen Fall, auf den das zugetroffen ist.

" und die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten abschaffen. "
S.o. 15% zuschuss vom AG.

"Die Linke will die Ostrenten ans Westniveau angleichen"

Witzigerweise sind die Ostrenten insbesondere bei Paaren deutlich über den Westrenten aufgrund vorhandener Arbeitsbiografie.

Die Grünen:

"u.a. durch ein Rückkehrrecht in Vollzeit,"
Finde ich persönlich schwierig, je kleiner das Unternehmen ist.


"Dafür sollen die Frauenerwerbstätigkeit erhöht werden"

Wichtiger Punkt, allerdings v.a. langfristig. Durchschnittsrente bei Frau im mittleren dreistelligen Bereich. Viel zu niedrig.

"die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer*innen verbessert und ein Einwanderungsgesetz geschaffen werden. "

Ist mir alles zu unkonkret.

"In einem ersten Schritt zu einer Bürgerversicherung sollen bisher nicht abgesicherte Selbständige sowie Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden."

Spannend. Hier müsste man in der Tat mal schauen, ob im Artikel die Beamten vergessen wurden, oder ob die Grünen das in der Tat nicht fordern.

"Die Grundrente soll zu einer "echten Garantierente" entwickelt werden. An der Rente mit 67 soll festgehalten werden. Eine kapitalgedeckte Altersvorsorge in Form eines Bürgerfonds soll die gesetzliche Rente ergänzen."

Grundsätzlich schon okay alles, aber hier sieht man auch, wo Union, FDP und grüne direkt mal eine Überschneidung haben: Nämlich in einer wie auch immer gearteten Fondslösung. Die Grundrente, für die sich SPD (sehr) und Union (eher widerwillig) gefeiert haben hat auch in meinen Augen ihren Namen nicht verdient. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, der genau die Menschen nicht betrifft, die es bräuchten.

Klaus

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05.08.2021 - 16:33 Uhr
Fazit also zu dreckskerls Frage, welche Partei ein überzeugendes, langfristiges Rentenkonzept hat: Keine, weil sich niemand traut den Elefant im Raum anzusprechen und die knapp 40% Wahlberechtigten über 60 zu vergrätzen.

dreckskerl

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05.08.2021 - 18:46 Uhr
Okay,sehr aufschlussreich.

Welche Punkte/Vorschläge zur Verbesserung des Dilemmas oder ga Schritte us dem Dilemma würdest du denn vorschlagen?
Welcher Par des niedeländischen Modells wären in Deutschland enn umsetzbar?

Wenn sich jemand trauen würde den Elefant usw...was wäre dass denn?
Einfach Rentenniveau kürzen? Gesetzliche R abschaffen? und ersetzen wodurch?

Dass die gesetzliche Rente als alleinige Säule nicht reicht ist offenbar, da sind sich alle Pareien einig.
Aber ohne ist es jedoch völlig unmöglich, über die Eieziehung von Beamtemund Selbstständigen wird janur spekuliert aer keine Partei sagt,wie das vor sich gehen soll.

Richtig ist hingegen,dass alles Geld kostet.
Und an dem Punkt bin ich wieder bei der Pare,die in diesem Thread im Fokus steht und mir schwilltimmer mehr der Kamm.

Sehe ich Herrn Lindner wenn er seine Versprechungen in die Kameras hineinsäuselt, mit den Liberalen wird es nämlich allen ganz einfach, allen, absolut jedem in der Republik besser gehen(finanziell) und der Klimawandel macht sich quasi von selbst, wenn man nur der privaten Wirtschaft Anreize bietet, wird die segensreiche deutsche Technologie und der Markt das wuppen
Im Grunde muss man als Staat sich nur ganz klein machen, dann kann man der magischen Kraft des Kapitalismus bei seinem segensreichen Wirken zusehen.

Im Ernst,we nnman das Programm der FDP genauer liest ist die Finanzierungsfrage nachgeradezu lächerlich unbeantwortet.

Dutzende von hier staatliche Unterstützung oder "Verbesserung" der Konditionen, dort Grundrenten, 2% RV Biträge zu neuen Säulen formen etc etc...stattliche Investitionen im Berich Bildung und Forschundg ud Digitaisierung.
Aber es ist nur sicher geplant, dass sie massivst Steuererleichterungen oder veränderte Verwendungen ankündigen in einem Maß was auf deutlich dreistellige Milliardenbeträge, manche schätzen gar bis zu 200 Milliarden weniger Steuereinnahmen hinausläuft.

Und! sie wollen auch nur wenige neue Schulden machen und schnellstmöglich die Coronaschulden abbauen.

Kein Wort ansonsten zu neuen Einnahmen...weil sie ja davon ausgehen, dass die niedrigeren Steuern einen solchen Boom in Wirtschaft und Konsum auslösen, dass viiiel mehr wieder an Steuern zurückkommt...müssten dann ja mindesten 200, besser 300 Milliarden mehr Einnahmen sein.


dreckskerl

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05.08.2021 - 18:49 Uhr
Sorry massiv schlampig getippt, und meine tastatur hat Probleme mit diversen Buchstaben, ich hoffe es ist inhaltlich noch erkennbar.

dreckskerl

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05.08.2021 - 19:28 Uhr
Einen Programmpunkt im Programm ergibt aber tatsächlich mehr Steuereinnahmen und Einsparungen, die nicht woanders fehlen:

Legalisierung von Cannabis und Abgabe/Verkauf in lizensieren Shops von den kontrollierten und zu versteuernden Produkten.

Klaus

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05.08.2021 - 19:36 Uhr
Google sagt, daß bringt 2.5 Mrd pro Jahr an Steuern. Jagut, ist nett. Der Bundeszuschuss zur GRV sind schon jetzt 72 Mrd im Jahr (stand 2019). Zum Rest antworte ich dir später.

dreckskerl

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05.08.2021 - 19:55 Uhr
Oh, mein Cannabishinweis, war nicht mehr Teil eines Rentenlösungsansatzes halt nur der einzige Programmpunkt im FDP Programm der direkt Geld in die Kassen spült...bei der Thematik sollte man neben Steuereinnahmen, die Einsparungen an Strafverfolgung nicht vergessen.
(Polizei/Staatssanwaltschaft/Justiz) geschätzte 1 Milliarde bei Polizei und eine weitere wegen Entlastung der Justiz und dem Wegfall der Strafkontrolle und Organisation.



RandomChance

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09.08.2021 - 11:26 Uhr
Ich denke die letzten Tage tatsächlich darüber nach, ernsthaft mal FDP zu wählen.

Natürlich will sie, rein steuerlich, vor allem (aber nicht nur) Bessergestellte entlasten, zu denen ich vom Gehalt sicher nicht gehöre (Logistikbranche). Auch bin auch ich skeptisch, ob alle Themen der Markt regeln kann, ohne ihn hier und da etwas stärker zu regulieren.

Aber gleichzeitig hat sie recht, dass der zunehmend teurer werdende Sozialstaat auch irgendwie finanziert werden muss -- und dass wir schon jetzt mit die größte Abgabenlasten weltweit haben. Nicht nur für kinderlose Singles, die es besonders hart trifft. Lindner sprach hier mal von Staatskunden statt (mündigen) Bürgern.

Auch hat sie absolut recht damit, dass man die Bürger mehr in die Eigenverantwortung nehmen muss (wobei man sie in die Lage versetzen muss, die übernehmen zu können, nicht nur mit den geplanten Steuersenkungen).

Ich finde es zum Beispiel erschreckend, wie viele sich in meinem Umfeld z.B. in Sachen Rente auf Papa Staat verlassen, Autos fahren, die eigentlich nicht so richtig zur Gehaltsklasse passen, auf Arbeit mehrmals die Woche Essen bestellen und generell anscheinend nicht wirklich selbst aktiv werden -- obwohl das mehrheitlich durchaus sicher ginge (bei z.B. ETF-Sparplänen geht, gerade wenn man sehr jung anfängt, sogar mit 25 Euro pro Monat einiges bis ins Alter).

Klaus

Postings: 3978

Registriert seit 22.08.2019

09.08.2021 - 12:41 Uhr
"Aber gleichzeitig hat sie recht, dass der zunehmend teurer werdende Sozialstaat auch irgendwie finanziert werden muss -- und dass wir schon jetzt mit die größte Abgabenlasten weltweit haben. Nicht nur für kinderlose Singles, die es besonders hart trifft. Lindner sprach hier mal von Staatskunden statt (mündigen) Bürgern."

Das hätte ich mir die Tage mal angeschaut. Was die Abgabenlast von Singles angeht, ist Deutschland vorn, ansonsten aber eher Durchschnitt. Welche Quelle hast du?

Randwer

Postings: 1865

Registriert seit 14.05.2014

09.08.2021 - 12:46 Uhr
Zum Punkt Finanzierung des Solidarischen Gemeinwesens empfehle ich die Modern Monetary Theory(MMT) https://de.wikipedia.org/wiki/Modern_Monetary_Theory

Klaus

Postings: 3978

Registriert seit 22.08.2019

09.08.2021 - 13:09 Uhr
"Ich finde es zum Beispiel erschreckend, wie viele sich in meinem Umfeld z.B. in Sachen Rente auf Papa Staat verlassen, Autos fahren, die eigentlich nicht so richtig zur Gehaltsklasse passen, auf Arbeit mehrmals die Woche Essen bestellen und generell anscheinend nicht wirklich selbst aktiv werden -- "

Abgesehen davon, dass ich weiß was du meinst und dir recht gebe, was den Lebenswandel angeht, wäre das nicht eher ein Argument für einen starken Staat, wenn die eigenverantwortlichkeit nicht läuft. Ich mein, die Leute ins offene Messer laufen lassen bringt es jetzt m. E.gesellschaftlich nicht wirklich.

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

09.08.2021 - 14:17 Uhr
@Random Chance

"Aber gleichzeitig hat sie recht, dass der zunehmend teurer werdende Sozialstaat auch irgendwie finanziert werden muss -- "

Wo ist das Argument für die FDP?
Keine Partei wírd bestreiten, dass der zunehmend teurer werdende Sozialstaat finanziert werden muss...wo ist die Lösung?

Auch unter einer FDP Regierung wird die Steuerlast alleine durch die Renten zunächst ja genauso hoch sein und das was sie planen ist eine starke Verringerung der Steuereinahmen, die astronomisch ankurbelnde Effekte haben müssten um dies wieder auszugleichen, geschweigedenn die Steuereinnamen in 2022 über normal anzuheben.

Der Sozialstaat wird finanziert zunächste mal aus den Sozialabgaben, was bedeutet, destomehr Beschäftigung, desto mehr Geld in die verschiedenen Kassen.
Zudem würde ein Mindestlohn von 12€ ebenfalls die Sozialabgaben erhöhen UND aufgrund der höheren Löhne auch eine deutliche Abnahme an Hartz 4 Aufstockern,sprich direkte Einsparung.
Um die Beschäftigungen im Land noch zusätzlich deutlich zu pushen, wären fette staatliche Investitionsprogramme ein riesiger Jobmotor. Stichwort: Biden.
Wohnungsbau, Infrastruktur, Verkehr, Energieumbau die Grünen schlagen hier 50 Milliarden jährlich vor (angesichts von 400 Milliarden "für" Corona) scheint das auf keinen Fall zu hoch.

Dazu braucht es einen Umbau der Sozialsysteme, der allerdings nur in verschiedenen Stufen und nach und nach erreicht werden kann, so wie sich die Lage darstellt.

fuzzmyass

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09.08.2021 - 15:00 Uhr
@dreckskerl

also das wiederholt die FDP doch nun wirklich ins unendliche, woher das Geld kommen soll, deswegen verstehe ich Deine ständige Wiederholungen einfach nicht...
Die Idee ist: weniger Steuern und Belastungen für Unternehmen/Wirtschaft, gleichzeitig CO2 Zertifikatenhandel -> mehr Innovation, Produktion, Arbeitsplaätze -> mehr Wachstum und Erträge für Unternehmen/Wirtschaft -> mehr Steuereinnahmen ohne die Steuern anheben zu müssen...

Und eine weitere Dimension kommt noch parallel dazu: weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung der ganzen Ministerien und Verwaltungen, einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren etc. -> weniger Steuerverschwendungen

Der Plan ist wirklich relativ logisch... wird er so klappen und hat man die Garantie, dass die Wirtschaft wachsen wird? Natürlich weiß man das alles nicht, aber genau so wenig weiß man wie die Pläne der anderen Parteien greifen werden, die teilweise auch von verschiedenen Aussenfaktoren und unsicheren Zusammenhängen abhängen.. von daher eine sehr müßige Diskussion...

Wenn die Wirtschaft nicht wachsen sollte, könnte man ja immer noch weitere Instrumente aktivieren oder die Schuldenbremse doch lockern... immer so zu tun als hätte die FDP keine Grundlage für ihre Strategie, ist nun wirklich Quatsch... Du musst ja nicht daran glauben, dass es klappt, aber hier die simple Logik abzusprechen sowie das ständig immer wieder zu wiederholen ist nun wirklich zu viel des Guten

dreckskerl

Postings: 6580

Registriert seit 09.12.2014

09.08.2021 - 20:38 Uhr
Ganz ohne Kommentar kann ich dann doch nicht.

Wie du dir denken kannst, finde ich auch nach deiner Gegenrede meine Argumentation schlüssiger.:-)

Ich habe mich ja nur zu dem Punkt ausgelassen den Random aus meier Sicht so formulierte, dass man sich fragt, ja was macht denn die FDP beim Thema Sozialstaat, außer den Ernst der Lage darzustellen.

Du bringst dann in deiner Argumentation, wo denn das Geld herkommen soll, die Einnahmen aus dem Emmissionshandel ein, die sollen aber nicht zur Aufstockung des Haushaltes genutzt werden, sondern ähnlich wie in anderen Programmen auch, dazu, die steigenden Kosten für Privathaushalte und Industrie auszugleichen zum Beispiel durch: Senkung der Stromsteuer, EEG Umlage abschaffen und eine "Klimadividende".für den Verbraucher.

Der von dir beschriebene Wettbewerb im Bereich CO2 Vermeidung ist doch schon im Gange und alle Parteien setzen auf diese Effekte.
Emissionshandel wird es ja so oder so weiterhin geben, nur bei FDP eben ein nationaler Ausbau im Gegensatz zu den Bepreisungsmodellen der anderen Parteien.

Das mit der weiteren Dimension, dass die FDP die (einzige?) Partei ist, die Entbürokratisierung, Digitalisierug und schnellere Genehmigungsverfahren wirklich ernsthaft nach vorne bringt, darf man zumindst mit einem "Schaun wir mal" begleiten.

Diese Forderungen findet man seit langer Zeit in allen Programmen, wer will denn explizit "mehr" Bürokratie?
Da waren sie schonmal ganz laut mit fast 15% 2009 bis 2013 dabei, Bürokratieabbau war damals das Zauberwort. Man kann nicht wirklich erkennen, dass in dieser Zeit besondere Anstrengungen dazu unternommen wurden, außer Bekenntnissen, wie von jeder Regierung.

Weiter streiten bringt nichts, Argumente sind ausgetauscht.
Da du mir und anderen ja gerne zum Vorwurf machst, dass wir die Kraft des Marktes unterschätzen oder gar die Zusammenhänge nicht verstehen:
Auch "meine" Argumentation setzt auf ein erhebliches Wirtschaftswachstum und natürlich auch auf die Kreativität und den Forschergeist deutscher Technolgie um zum Beispiel für klimaneutralen sozialen Wohnungsbau dementsprechende Baustoffe zu entwickeln.

Klaus

Postings: 3978

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09.08.2021 - 22:14 Uhr
@Randomchance / Abgabenlast.

Nochmal kurz ein paar Zahlen.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156797/umfrage/steuer--und-sozialabgaben-in-deutschland/

Vergleich Welt:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/185987/umfrage/steuer--und-sozialabgaben-nach-laendern/

Was man sieht: Ja, hohe Abgaben. ABer ganz ehrlich: Wenn ich sehe, was einem dafür geboten wird, dann isses nicht verkehrt. Wir haben das m.E. beste Gesundheitssystem der Welt, ein funktionierendes soziales Sicherungssystem bei Arbeitslosigkeit (ja, man sollte etwas dran ändern). US-Amerikanische Zustände etwa kann man hierzulande einfach nicht wollen.

Bonzo

Postings: 1982

Registriert seit 13.06.2013

09.08.2021 - 22:16 Uhr
"Abgesehen davon, dass ich weiß was du meinst und dir recht gebe, was den Lebenswandel angeht, wäre das nicht eher ein Argument für einen starken Staat, wenn die eigenverantwortlichkeit nicht läuft. Ich mein, die Leute ins offene Messer laufen lassen bringt es jetzt m. E.gesellschaftlich nicht wirklich."

Genau. Das wäre ja das Idealszenario für die FDP. Viel Konsum was am Ende vor allem ihrem Klientel hilft und später dann selbst schuld sagen und Essensmarken verteilen für den sozialen Frieden.

fuzzmyass

Postings: 6884

Registriert seit 21.08.2019

10.08.2021 - 00:23 Uhr
@dreckskerl


Wie so oft liegen wir gar nicht mal so weit auseinander... ich finde es nur dezent nervig, dass Du Dich in Hinblick auf die FDP ständig "dumm stellst" (im übertragenden Sinne)...

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