Filter - The trouble with angels

User Beitrag
Zigarette
18.09.2010 - 12:19 Uhr
Richard Patrick liebt klare Ansagen. Eine davon stammt z.B. aus dem Jahr 2008, in der er ankündigte, mehr Industrial, mehr Elektronisches auf dem neuen Album einzupflechten, nachdem einige Fans tatsächlich der Meinung waren, er wäre mit "Anthems Of The Damned" zu sanft geworden. Die zweite Ansage war "The Inevitable Relapse", Juli 2010. Das Stück, mit dem "The Trouble With Angels" beginnt, wirkt wie ein Zeitsprung, wie ein Déjà-vu der angenehmsten Art. Der schwere FILTER-Gitarrensound, die Riffs und Richards unverwechselbarer Scream - das ist die Energie von "Short Bus", das ist der ungestüme Gitarrist in seinen Zwanzigern, der gerade frisch bei NINE INCH NAILS ausgestiegen war.

Ganz lautstark kündigt sich hier die fulminante Rückkehr einer der innovativsten und stärksten Rockbands der Geschichte an, und es bleibt kein Getöse. Schon das Artwork ist wie eine Rückbesinnung auf die Zeiten, in denen "Title Of Record" Platin erreichte und "Take A Picture" zum weltweiten Ohrwurm wurde. Es bleibt nicht bei einer Erinnerung, das ganze Album atmet die Essenz dessen, was FILTER ausmacht. "Catch A Falling Knife" und "Clouds" bringen uns zu den markanten Riffs vom Bandklassiker "Hey Man Nice Shot", mit "Drug Boy" und "Absentee Father" geht die Reise mit dem "Short Bus" weiter. "No Love" ist der ganze große Hit, ganz wie "Title...", Breitwand-Rock in Stadiongröße. "Fades Like A Photograph", bereits bekannt aus dem Film "2012", erklingt hier in einer noch eindringlicheren Fassung und beweist ebenso wie "No Re-Entry" Richard's atemberaubendes Talent für die ganz großen Melodien. Seine Gitarre und seine Stimme - sein Sound.

"Anthems..." war seinerzeit ein persönliches Anliegen, seine Form von Protest gegen einen Krieg, der schon zuvielen Menschen das Leben gekostet hatte, Protest für den es nie zu spät ist. "The Trouble With Angels" zeigt uns einen geläuterten Richard, einen Mann, der sich an seinem Leben erfreuen kann, trotz des ständigen Kampfes mit den Dämonen, die in ihm stecken. Seit zwei Jahren ist er trocken, und schreit nun seine ganze Lebenserfahrung heraus, weil er genau weiß, dass er nicht der einzige Mensch der Welt ist, der mal richtig am Ende war. Fehler, Enttäuschungen, gebrochene Herzen, Lebensmüdigkeit, das Individuum als Spielball einer wahnsinnig gewordenen Welt - Richard versteht es wie kaum ein Zweiter, so Vieles in so treffende Worte, zu so intensiver Musik, zu verpacken und in den Äther zu schicken.

FILTER sind ohne Zweifel eine der ganz wenigen Bands, die es in ihrer langjährigen Karriere geschafft haben, stets nur Erstklassiges zu veröffentlichen und dabei immer sich und ihren Fans treu zu bleiben. "The Trouble With Angels", das ist "Short Bus", das ist "Title Of Record", das ist "The Amalgamut", und das ist auch "Anthems Of The Damned" – es ist alles, was diese Alben stark gemacht hat. Es ist ist das 'grand opus', vor dem man sich als Hörer nur verneigen kann.


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"The Trouble With Angels" erscheint bei Nuclear Blast mit zwei Bonustracks; in den USA ist das Album auch in einer aufwändig gestalteten Deluxe Edition erhältlich.

Punkte: 10/10


moritze
18.09.2010 - 12:28 Uhr
Du hättest ruhig noch die Quelle (metal.de) angeben können ;)

Album gefällt mir sehr gut, 10 Punkte sind aber dennoch übertrieben. Würde im Moment 8/10 vergeben, Highlights: "No Love", "No Re-Entry", "Catch A Falling Knife", "Fades Like A Photograph"
Zigarette
18.09.2010 - 12:30 Uhr
ja gut, 8/10 klingt gut, die Bewertung stammt ja eh nich von mir. :-)
HP Baxxter
04.10.2010 - 22:46 Uhr
Adam Turtle hat damals auf VIVA zu der neuen Filter-CD "Short Bus" kommentiert: "Filter machen Musik für fünfzehnjährige Jungs, die sauer sind und sich im Zimmer einschließen, weil ihre Eltern ihnen keine neuen Chucks kaufen wollen." Und damals waren die noch gut!
zigarette
06.10.2010 - 16:09 Uhr
was ist denn ein chuck?
zigarre
06.10.2010 - 16:39 Uhr
ein chuck ist sowas wie ein van.
kippennurmitfilter
06.10.2010 - 20:10 Uhr
ich mag filter und steh dazu. die neue is jut.
dödel
06.10.2010 - 21:54 Uhr
filter ist viel zu heavy für 15jährige jungs, die kommen darauf gar nicht klar
Zigarette
07.10.2010 - 19:00 Uhr
das stimmt. aber warum sollten eltern ihren 15-jährigen Kindern einen neuen van kaufen sollen? Als Matchbox oder was?
dödel
07.10.2010 - 19:37 Uhr
na klar als matchbox
GreenHorn
31.01.2011 - 14:37 Uhr

Hab endlich die Platte.

Die ersten 4 Titel knallen voll durch, NO LOVE finde ich persönlich relativ gigantisch.

Die Platte hat Schwächen, ohne Fragen, aber 4/10 Punkte bei Plattentests???

Mannomannomann sowas muss nicht sein, sorry wieder typisch Plattentests, Subjektivität hin oder her, aber die Platte ist nicht schlechter als der Durchschnitt, ich wüßte nicht wieviele Leute in dieser MusikRichtung Tracks wie No Love oder Drug Boy hinkriegen würden, in der Power und einer Stimme wie Richard Patrick.

Ganz klarer Plattentests-Fehler,wiederma, schon "Title.." war hier unterbewertet, was später oft relativiert wurde.

Wolffather
31.01.2011 - 15:05 Uhr
habe sie auch mal öfter gehört und muss sagen, dass das Album echt schwach ist... die ersten 4-5 Songs sind überraschend gut und gefallen sehr, haben tolle Gitarrensounds... aber was danach kommt, da sollte man den Mantel des Schweigens drüberlegen - übelst schmierige und langweilige Linkin Park Kost mit immergleich bratenden Gitarrensounds und schlechten Melodien, nach dem doch seh guten Beginn holt das einen seh schnell auf den Boden der Tatsachen zurück...
Ich habe mir auch letztens mal wieder nach Jahren den Vorgänger Anthems For The Damned angehört zum Vergleich und muss sagen, dass die gar nicht mal so schlecht ist, wie ich sie in Erinnerung hatte - gefällt mir sogar heutzutage recht ordentlich und besser als die neue...

Short Bus 9/10
Title Of Record 10/10
Amalgamut 7,5/10
Anthems For The Damned 7/10
Trouble With Angels 5/10

Filter braucht man einfach nicht mehr, Army Of Anyone war um Längen besser (8,5/10).
zigarette
31.01.2011 - 16:46 Uhr
also ich würde nun nicht gerade sagen dass AoA besser ist als filter, aber die neue cd ist sehr gewöhnungsbedürftig. Und zu linkin park lass ich jetzt auch ma was los: das neue album ist schlicht nur pop, die jungs sind sowas von unten durch bei mir, kannste glauben.
qwertz
31.01.2011 - 16:55 Uhr
Die Rezensionsüberschrift "Neues vom Melitta-Mann" ist aber zugegebenermaßen zum Schießen.
Wolffather
31.01.2011 - 17:31 Uhr
besser als die ersten beiden Filter-Alben war AoA nicht, aber auf jeden Fall besser als alles was danach kam
GreenHorn
02.02.2011 - 08:33 Uhr
Kritische Bewertung der 10 Songs:

4 absolute Kracher, davon 2 10/10

2 absolut unterirdische Totalaussetzer 0/10

4 solala-Stücke mit 4/10, oder eins 3/10

Unterm Strich vielleicht böswillig eine 6/10

Aber 4/10 ????? Mensch Wehmeier, das ist nicht grade das, was noch vertretbar ist.
sushi Q
04.02.2011 - 12:53 Uhr
äalo ich find fades like a photograph echt gut toller Song vonwegen Radioairplayanbiederns
die spielen sowas doch sowieso nie.
Kurt
04.02.2011 - 13:09 Uhr
Was ich nicht schlecht fände, denn die 90er waren einfach geil!
sushi Q
08.02.2011 - 08:21 Uhr
heut morgen im Auto hab ich Captain Bligh gehört und danach gleich No Love auf meiner self-compilation *lol*
sooooooo geil als ob keine Zeit dazwischen liegt
The MACHINA of God
08.02.2011 - 10:05 Uhr
Am geilsten sind Filter eh wenn's auf's Maul gibt. Sowas wie "Captain Bligh" oder "So i quit" rockt eninfach alles nieder. Und dann halt so Dampfwalzen wie "Skinny", "Cancer", etc... die letzten beiden hab ich mir aber gar nicht mehr angehört.
Vorschlagender
08.02.2011 - 11:56 Uhr

Hör Dir doch mal NO LOVE an gibts unkompliziert bei youtube anzusehen
Musst Dir im Video mal Patricks Gesicht genau angucken :-) ...'kinskiesk'!

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