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Captain Beefheart And His Magic Band

User Beitrag
Daniel K.
04.02.2009 - 21:43 Uhr
Nein, es geht nicht. Lieber soll der Mensch unpopulär sein als unwahr. Captain Beefheart wird maßlos überschätzt, weil niemand ihn hört.
Aber der - Einfluß? Der "Captain-Beefheart"-Einfluß findet sich in der Musik eines Tom Waits, auch wenn er in de3n Songs fehlt. Jemand, der schon öfter Anlaß zu ungebundener Fröhlichkeit gab, Diederich Diederichsen, plauschte letztens in einer Berliner Kneipe freundlich aus, dass das Waits´sche Songwriting am Ende doch das Beefheartsche überwächst. Nun, wollen wir nicht doch vielleicht lieber Tom Waits preisen. Er ist halt größer. Der größere Songschreiber eben.
Scheidi
04.02.2009 - 22:30 Uhr
In Sachen originelles Gitarrenspiel, Bandzusammenspiel (oder wie auch immer) setzen "Trout Mask", "Lick My" und "Doc At" z.T weiterhin Maßstäbe und es ist bedauerlich, dass nicht diese Werke einflussreich waren, sondern irgendwas mit "Rockpisseakkorde und Bass spielt Grundtöne mit".
Scheidi
05.02.2009 - 06:44 Uhr
In Sachen originelles Gitarrenspiel, Bandzusammenspiel (oder wie auch immer) setzen "Trout Mask", "Lick My" und "Doc At" z.T weiterhin Maßstäbe und es ist bedauerlich, dass nicht diese Werke einflussreich waren, sondern irgendwas mit "Rockpisseakkorde und Bass spielt Grundtöne mit".
Senior Twilight Sock Replacer
05.02.2009 - 09:32 Uhr
@Zmuda: ist die so selten? Kann man doch überall kaufen.
calamares
05.02.2009 - 12:38 Uhr
klar, gilt es waaahnsinnig cool und kundig, sich auf den captain zu berufen bzw seine platten daheim zu horten.

aber davon abgesehen: deshalb gleich "überschätzt"?
ich glaube eher: nein.

man muss sich zu diesem sperrigen zeugs (bis auf ein paar ausnahmen)ja erst mal wirklich bekennen, indem man´s mit genuss von vorn bis hinten durch-hört, statt den ollen kojoten bloß zu namedroppen.
und da sind doch die vertreter meiner generation, welche sich "fans" schimpfen, oft auch tatsächlich welche.
Liane
05.02.2009 - 18:51 Uhr
Dennoch dürfte es eher eine parallele Entwicklung und weniger eine direkte Beziehung sein, die beide Musiker miteinander verbindet. Waits ist höchstwahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad von Beefheart beeinflußt. Aber nachdem er sich einmal entschieden hatte, einen härteren, bluesigeren Ton anzuschlagen, wäre er wahrscheinlich so oder so - mit oder ohne TMR - da angekommen, wo er sich nun befindet.
Wenn er mit seinen Klangexperimenten die Demarkationslinien zwischen den Genres verschob, dann tat er dies, ohne gleich die gefürchteten Geister einer "progressiven" oder "experimentellen" Rockmusik anzurufen, in der Technik und Technologie längst zumSelbstzweck verkommen sind*. Dieses Kunststück ist, wie Daniel K. oben schon andeutete, ihm möglicherweise nur gelungen, weil er seine Identität als ("genialer") Songwriter nie aufgegeben hat.

*siehe Portishead "Third"
Kramer
05.02.2009 - 19:44 Uhr
Auf Real Gone ist er aber wirklich mit Beefheart zu vertauschen (haben sie´s zusammen gemacht?):...in der Suffstimmung, wo jener Musiker halt nie weiter kann; wo partuh nichts einfällt als die Hoffnung auf Absolution durch angaschierte Kritik -
Liane
05.02.2009 - 20:00 Uhr
Einen so großartigen Song wie "Day After Tomorrow" hat der Captain allerdings nie herausgebracht. Eines der stärksten Stücke, dass ein Songwriter seit Jahren geschrieben hat.
bee
05.02.2009 - 20:02 Uhr
@Daniel K.
"Captain Beefheart wird maßlos überschätzt, weil niemand ihn hört."
aha - woher weisst du wer ihn nicht hört? Es ist imho auch unsinnig Beefheart und Waits gegeneinander zu stellen, weil sie sich nicht mal im selben Genre betätigt haben. Der eine machte radikalen, wegweisenden Rock und der andere radikalen Folk. Inwiefern ein Kneipen-Statement von Diederich Diederichsen da irgendeine Beweiskraft hat lasse ich dahingestellt ...
Weilstein
05.02.2009 - 20:19 Uhr
Das Klima im pop hat sich geändert: Die immer effizientere PR-Maschinerie der stilistisch maßgebenden amerikanischen Entertainment-Giganten hat immer weniger Zeit für Querschläger á la Captain Beefheart, das breite Publikum immer weniger Interesse.


Fazit: Captain Beefheart ist der John Cage des Pop - einst umschwärmt, heute kaum mehr gehört. In die Heavy-Rotation schafft es dagegen Morcheeba.
Daniel K.
05.02.2009 - 20:34 Uhr
Über die Jahre fiel eine beeindruckende Fülle von Waits-Coverversionen an, am bekanntesten: Rod Stewart mit Jersey Girl und Bruce Springsteen mit Tom Trauberts Blues. Captain Beefhearts Songs hingegen wurden nur äußerst selten gecovert.

Beweis genug?
Korrektur
05.02.2009 - 20:36 Uhr
...Bruce Springsteen mit Jersey Girl und Rod Stewart mit Tom Trauberts Blues.
Weilstein
05.02.2009 - 20:48 Uhr
Scott Walker covert ja auch keiner, gleichwohl ist und bleibt er ein großer Songschreiber!

@ Daniel K.

Seltsamer Beweis!
Daniel K.
05.02.2009 - 20:59 Uhr
Den hört auch niemand mehr.


Merke: Walker gehört zu jenen Musikern, die als Mainstream-Entertainer angefangen haben und dann in einer eher kultigen Domäne gelandet sind. Er entwickelte sich vom Top-Ten-Crooner, der sich mit wunderbaren Popsongs in die Herzen der Teenager sang, zu einem unergründlichen Einsiedler in der Tradition von Jacques Brel.Heute singt er spinnerte, weltverdrossene Kunst-Folk-Stücke, die sich an ein kleineres, aber nicht weniger spinnertes Publikum richten.
Übrigens
05.02.2009 - 21:46 Uhr
Übrigens: Auch David Thomas (Pere ubu) steht unter dem dringenden Verdacht, an einer Beefheartitis zu leiden.
Übrigens
05.02.2009 - 21:46 Uhr
Übrigens: Auch David Thomas (Pere ubu) steht unter dem dringenden Verdacht, an einer Beefheartitis zu leiden.
calamares
06.02.2009 - 14:35 Uhr
stimmt @ übrigens,

david thomas steht meist unweit benachbart von den beefheart-scheiben in privaten tonträgersammlungen.- guter mann der herr thomas und seine fußgänger, aber auch als pere ubu.
Liane
06.02.2009 - 20:22 Uhr

"Trout Mask..." kam übrigens in dem gleichen Jahr heraus, als Jack Kerouac starb. Es gehört zu den amüsanteren Gerüchten aus jener Zeit, dass Beefheart, der seinem Mentor in puncto Extravaganz kaum nachstand, über Zappa verägert war, weil er glaubte, dass er ihn als einen austauschbaren Freak aus dem Bizarre-Imperium verhökerte. Das wäre allerdings ein wahres Kunststück in negativem Marketing gewesen, denn Beefheart komponierte eine Musik, deren sauber austarierte Komplexität und Sophistication völlig außer Zweifel stand.

@ Vergleich: Tom Waits/Captain Beefheart

Anfang der 80er folgte in Tom Waits´ Schaffen eine Übergangsphase ("Heartattack And Vine"), in der er sich - natürlich auf den Spuren von Captain Beefheart - dem Blues zuwandte. Danach allerdings nahm sein Werk sehr europäische, theaterhafte Züge an ("Swordfishtrombones", "Rain Dogs", "Franks Wild Years"). Er verfrachtete von nun an die europäischen Traditionen nach Amerika: Ein durchgedrehtes deutsches Puppentheater wird von einem Country-Blues-Traktor durch die leuchtenden Felder des Grunge gezogen ("Bone Machine", "Mule Variations", "Real Gone").
Norman Bates
06.02.2009 - 20:56 Uhr
Ha, ich habe sogar eine von David Thomas handsignierte CD.
Alan Lomax
08.02.2009 - 14:29 Uhr
Trout Mask Replic klingt wie DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER dirigiert von einem schwachsinnigen Erfinder gefährlicher Schlaginstrumente, so gemütlich wie eine Nacht auf dem Nagelbrett. Das Album hat viel Gemeinsamkeiten mit den 70 Jahre zurückliegenden Field_Recordings von Alan Lomax. Wenn ich mir diese alten Feldaufnahmen anhöre, dann entdecke ich beispielseise einen bellenden Hund im Hintergrund. Man beginnt zu begreifen, das dass Haus in dem die Aufnahme gemacht wurde, schon lange abgerissen ist und der Hund tot, die Bandmaschine kaputt und Lomax in Texas gestorben ist...sogar der Grund, auf dem das Haus gebaut wurde, ist verschwunden. Wahrscheinlich einem Parkplatz gewichen - aber dieses Lied hat überlebt.
~~~
08.02.2009 - 14:35 Uhr
Keine Ahnung, was es heißt, aber es hört sich gut an: A squid eating dough in a polyethylene bag is fast ‘n’ bulbous, got me?
Norman Bates
08.02.2009 - 15:14 Uhr
Ein Tintenfisch, der Teig in einer Plastiktüte isst, ist schnell und zwiebelartig, verstanden?

shabooba
08.02.2009 - 15:22 Uhr
da jemand wohl ungemein Spass daran wirren Bullshit mit sich selbst zu diskutieren^^
~~~
08.02.2009 - 15:31 Uhr
@shabooba: geh doch einfach aus diesem Thread weg.

@Norman Bates: und was will mir der Captain damit sagen? ;)
Norman Bates
08.02.2009 - 15:36 Uhr
Ich schätze, die Botschaft ist: Pfeif auf den Inhalt, Hauptsache es klingt cool.
shabooba
08.02.2009 - 16:50 Uhr
@~~~: wenn du ein wenig deine Sinne betätigen würdest, wäre dir sicherlich aufgefallen, dass nicht du gemeint warst^^
~~~
08.02.2009 - 17:15 Uhr
Tut mir leid :)


Könte streng genommen ja eigentlich auch "Ein Tintenfisch essender Teig in einer Plastiktüte, ist schnell und zwiebelartig, verstanden?".
Norman Bates
08.02.2009 - 20:57 Uhr
@~~~
Dazu würde aber die Satzmelodie in der Aufnahme nicht passen.
@ Alan Lomax
28.05.2010 - 19:17 Uhr
Huhuhaha
calamares
01.06.2010 - 21:30 Uhr
Na von mir aus wird der Bifi halt bisschen überschätzt.

Ich mein das ist doch die übliche Überreaktion die eintritt, wenn um nen Musiker oder ne Band ein derart für manche vielleicht elitär anmutender Insiderkult betrieben wird.
Überhaupt gerne anzutreffen bei den typischen "Musicians musicians".

Und trotzdem oder eben drum ist der Captain (fast) der Größte ;-)
radi
02.06.2010 - 08:03 Uhr
der captain bleibt einer der größten musiker und hat auch als maler überzeugt,jetzt lebt er im schwarzwald und genießt seinen lebensabend.
calamares
03.06.2010 - 10:01 Uhr
Wenn du jetzt noch so nett wärst uns den genauen Campingplatz zu verraten @ radi, wo der Wüstenkojote seinen Wohnwagen geparkt hat....
So oder so vermutlich zwischen irgendwelchen Holländern.
Hat bei denen bestimmt gleich nen Stein im Brett als alter van Vliet ;-)
a sad sad day
18.12.2010 - 00:15 Uhr
RIP :(
omg
18.12.2010 - 00:28 Uhr
Oh nein... :(
Werde morgen alle Alben anhören die ich von ihm hab.

was hat er denn eigentlich in letzter Zeit gemacht?
Norman Bates
18.12.2010 - 00:38 Uhr
Putain merde.
ampersand
18.12.2010 - 01:08 Uhr
http://www.rollingstone.com/music/news/captain-beefheart-dead-at-age-69-20101217
radi
18.12.2010 - 08:01 Uhr
beerdigung vom captain am 22.12.im freiburger münster messe hält bischhof mixa.




Hanno
18.12.2010 - 09:52 Uhr
Lustig, daß der Beitrag hier gerade weit oben ist. Habe gestern erst die "TMR" aus der Bücherei ausgeliehen und bin gespannt, wie die Musik klingt. 28 Stücke sind ja eine Menge !
omg
18.12.2010 - 10:29 Uhr
@Hanno: hast du auch die letzten paar Beiträge gelesen, so lustig ist das auch wieder nicht ;)
georg
18.12.2010 - 11:20 Uhr
R.I.P.
bee
18.12.2010 - 11:23 Uhr
RIP
er war der grösste Innovator der Rockmusik.
Oliver Ding
18.12.2010 - 12:28 Uhr
hCaptain Beefheart ist tot: Captain Beefheart ist gestorben. Der einflussreiche Musiker und Zappa-Kumpel Don Van Vliet erlag mit 69 Jahren einer schweren Krankheit. Er hielt nichts vom musikalischen Mainstream - und wurde so zum einflussreichen Helden einer Generation von Musikern. Zuletzt lebte er als Maler in Kalifornien.
Hans
18.12.2010 - 12:33 Uhr
R.I.P.

Scheidi
18.12.2010 - 12:51 Uhr
Einflussreich ?!?
Wo sind denn die ganzen Bands, die sich musikalisch an dem originellen, innovativen Stil der Magic Band auf deren schrägeren Werken orientiert oder ihn weiterentwickelt haben ?
omg
18.12.2010 - 13:33 Uhr
@Scheidi:
The White Stripes haben sich teilweise an Safe As Milk orientiert.
Tom Waits erinnert tonal an Captain Beefheart.
The Fall zitierte manchmal Beefheart-Titel, für Songanleihen siehe hier (dort dann nach Beefheart suchen).
öh
18.12.2010 - 15:22 Uhr
wer beeinfluss wurde? zum Anfangen mal...
sicher einer der ganz ganz großen im Bereich der etwas abseitigen Popmusik.
Hanno
18.12.2010 - 17:38 Uhr
@omg: Wohl ein kleinerer Fettknapf-Krater, in den ich da vorhin getreten bin, sorry. Aber bei dem Niveau der Beiträge in den letzten drei bis sechs Monaten hier bitte ich um Nachsicht, daß ich (auch) dieses Mal meinen Vorschreibern nicht meine volle Aufmerksamkeit gewidmet habe.

Ist aber vielleicht wirklich eine Art schwarzen Humors, daß ich an seinem Todestag meine erste CD von ihm in die Hände bekommen habe !
Dr. Music
18.12.2010 - 18:30 Uhr
R.I.P.
humbert humbert
26.04.2012 - 23:18 Uhr
Kann die Begeisterung für 'Trout Mask Repl.ica' (noch) nicht nachvollziehen. Habe es zwar bisher nur 2x gehört, aber irgendwie fehlt mir da der rote Faden. Wenn experimentelle Musik kein Konzept hat wirkt das für mich meistens immer ziemlich chaotisch & beliebig.
bee
30.09.2012 - 21:45 Uhr
CAPTAIN BEEFHEARTS MAGIC BAND
zur Zeit unterwegs, u.a. 8.10. in Ffm.
Die Besetzung:
"Drumbo" John French – vocals / harmonica / sax / drums (on instrumental songs)
"Rockette Morton" Mark Boston – bass
"Feeler's Reebo" Denny Walley – guitar
Eric Klerks – guitar
Craig Bunch – drums (on vocal songs)
*
Drumbo macht den Captain - klappt überraschend gut!

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