Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

Marilyn Manson - The golden age of grotesque

User Beitrag
exciter
08.05.2003 - 20:08 Uhr
@oliver: Finde es auch schade das Manson nicht den Mechanical Animals - Weg weitergegangen ist.

Mit dem Album hat er damals bewießen, daß er auch was anderes außer Goth-Schockrock kann.

Leider hat er aufgrund des kommerziellen Flops den Schwanz eingezogen und sich wieder auf seinen Konsens-Gothrock zurück besonnen.

Auch wenn er musikalisch nicht mehr so schockt oder überrascht, als Entertainer im der Tradition von Bowie möchte ich ihn nicht missen...
Oliver Ding
08.05.2003 - 23:15 Uhr
Eben. Und wer zumindest ansatzweise versucht, sich mit Marilyn Manson und seinen Texten über stumpfe, unreflektierte Vorurteile hinaus zu beschäftigen, dürfte das recht schnell spitz bekommen.
ditsch
08.05.2003 - 23:46 Uhr
Marilyn Manson ist für mich irgendwie ein Künstler, kein Musiker. Seine Musik ist zwar ganz ok, steht aber eher im Hintergrund. Aussage, Schockeffekte und Show, das macht Manson aus.
Aschenputtel....gg....
09.05.2003 - 09:58 Uhr

ZITAT:stumpfe, unreflektierte Vorurteile

:-D

Wer destruktivität, hässlichkeit, stupfheit, unreflektierheit, agressionen, dummheit, schwachsinn, tod, folter, stress, angst, krach.............
sät und verherrlicht..........

darf wohl auch dasselbe ernten.

Im Umgekehrten gilt dasselbe.

Und DAS wird wohl kaum ein im Kopf+Herz schwacher Manson Fan ändern können.
Stretchlimo
09.05.2003 - 11:06 Uhr
Du hast "Ich habe keine Ahnung, worüber ich rede, aber die Parolen, die man mir dazu von uninformierter Seite aus vorgebetet hat, lassen sich so schön wiederkäuen" irgendwie seltsam ausgedrückt.
Aschenputtel....gg....
09.05.2003 - 11:31 Uhr

Ich kann mir gut vorstellen, dass du es dir nicht vorstellen kannst, dass ich GENAU weiss worüber ich rede.

Schaden wird es auch eher dir als mir .......also .......ist es mir nun schnuppe egal.
.....................
Raventhird
09.05.2003 - 18:19 Uhr
@Oliver: Wegen dem Fatih No More-Klau-Zitat. Das ist nicht wirklich Faith No More, sondern ein gebräuchlicher Cheerleader-Chant. Also zieht das Klau-Argument hier (ausnahmsweise *g*) mal nicht.
@Überhaupt: Ohne Twiggy siehts richtig scheisse für die Band aus. Mr. Warner mag zwar in anderen künstlerischen Bereichen stark sein, aber von Musik schreiben hat er offenbar gar keinen Plan, was man daran sieht, dass er noch keinen Song der Band wirklich ohne Twiggy hingebracht hat, d.h. er hat die Vocals geschrieben und Twig die Musik. Und nu ? Tim Skold muss nun als Neuling in der Band eben den Job des Hauptsongwriters übernehmen, kann aber Twiggy bei weitem nicht das Wasser reichen, sondern bedient sich wiederum selbst mit seiner ex-Band KMFDM. Fazit: Manson klingen wie Punk-Industrial. Und zwar wie mittelmässiger.
Ich lass mich am Montag aber gerne eines besseren Belehren, wenn ich die Platte hab, aber eigentlich seh ich recht schwarz.

So, und jetzt macht mich fertig, ihr pubertären Manson Fans mit schwarzen Fingernägeln und vollen Hosen, wenn Mami mal über Nacht nicht da ist.
stefan
09.05.2003 - 18:49 Uhr
"Tim Skold muss nun als Neuling in der Band eben den Job des Hauptsongwriters übernehmen."

hä? der "hauptsongwriter" ist ja wohl noch immer manson. und der hatte es mal wirklich drauf. die neue single reißt mich noch immer nicht vom hocker, leider. und ich fürchte auch das album wird es nicht können. mechanical animals war noch ganz groß.
Raventhird
09.05.2003 - 20:59 Uhr
@Stefan: Nö. Mit der Musik hat Herr Brian Warner bisher ziemlich wenig zu tun gehabt. Lies dir doch mal die Booklets der Alben durch. Da steht meistens: Lyrics: Manson / Music: Twiggy, vielleicht noch Johnny 5. Und selbst bei den Songs, bei denen er den Credit für die Musik kriegt, hat er eben die Vocal-Melodie geschrieben. Der Mann spielt kein Instrument, ist dir das noch nie aufgefallen ? Ich würde sogar, dass seine Gitarrenfähigkeiten (wenn er überhaupt eine halten kann) den meinigen um Meilen unterlegen sind, und das heisst echt was (aber eher im negativen Sinne *g*).
Tim Skold ist übrigens auch für mobscene "verantwortlich". Lies die Credits, Junge.
skold
09.05.2003 - 21:37 Uhr
Er kann nicht Gitarre spielen. Man sieht ihn zwar im Gave Up Video von NIN mit einer, aber laut eigener Aussage hat er nur so getan als ob.

Zu mOBSCENE: Wenn ihr das schlecht findet heisst das nicht viel, der große Teil des Albums ist besser.
Ich find mOBSCENE nämlich selbst sehr lau ;)
ditsch
10.05.2003 - 01:04 Uhr
Ich kann mir gut vorstellen, dass du es dir nicht vorstellen kannst, dass ich GENAU weiss worüber ich rede.

Das können wir uns wohl alle nicht vorstellen. Versuche doch deine Gedanken in lesbarem Deutsch abzudrucken. Danke.
Aschenputtel....gg....
10.05.2003 - 10:29 Uhr

Das ist halt MEINE Sprache. Etwas Fantasievoll, weil echt. Ohne Parollen. Aber Manson macht es ja auch so, nur in die andere falsche Richtung.

Ich kann mich ja nicht an jeden geistigen tiefflieger anpassen............
Raventhird
10.05.2003 - 13:02 Uhr
@Aschenputtel:
"Ohne Parollen" / "Fantasievoll" / lololololololol, du bist dermassen strunzdumm, dass es wehtut.
"Ich kann mich ja nicht an jeden geistigen tiefflieger anpassen"
Oh, ich hab dir einen neuen Audruck (nennt man auch Phrase) beigebracht (siehe 'Musikbranche'- Thread). Wie schön. Damit hast du schon einen Grundwortschatz von fast 100 Wörtern.
Aschenputtel....gg....
10.05.2003 - 16:15 Uhr
@ Raventhird

Du meinst, wenn du mich dumm nennst, ist die Sache erledigt und du stehst intelligent da.

Aber vergessen haste, dass es gar nicht um mich geht.
Und auch nicht um dich du eingebildeter selbstbezogener Trottel........
Raventhird
10.05.2003 - 18:46 Uhr
Ach so, wennn ich deine Orthographie und deinen mangelnden Wortschatz kritisiere bin ich selbstbezogen ???! Noch so ein ein Kritik-Punkt: Mit der Logik scheints bei Dir auch nicht weit her zu sein.
Ich hab echt keine Lust mehr, zukpnftig auch nur auf deine Kommentare zu antworten. Ich weiss nämlich ehrlich gesagt gar nicht, was du uns mitteilen willst oder was du in diesem Forum überhaupt verloren hast. Vielleicht war ja ein Link von bravo.de hierher. Anders kann ichs mir nicht erklären.
Aschenputtel....gg....
11.05.2003 - 10:18 Uhr
Nachdenken schadet nicht..........
plug_me_in
11.05.2003 - 14:52 Uhr
Das album ist definitiv eher ein mechanical animal "nachfolger" es geht in diese rock, ein wenig glamour richtig-weg vom metal gedöns ...

ich war am freitag auf der offiziellen record release party im bka luftschloß in berlin und bekam quasi in meheren stunden neben altem manson meterial die gesamte albumbreitseite serviert!

die single hat mich als video nicht umgehaun...war mir zu glatt und ich war enttäuscht

muss aber gestehen dass nach mehrmaligem hören und dem aufdrehen der boxen, dasss das ding LAUT sehr gut abgeht und ziemlich geil ist!

natürlich ist an manson nichts interessantes und mysteriöses böses mehr..womit man die eltern erschrecken können aer es ist einfach en geiles rockalbum
mit sehr vielen facetten und auch mal ruhigeren tönen!

auf der party gingen so gut wie alle lieder der neuen platte schön ab, etwas mehr electro und tanzbare beats und natürlivh auch brachiale refrains...wers mag der bekommt ne geile rockscheibe hingepfeffert

artwork und bonus materal inklusive und schade dass die micky mouse helwein fotos von disney verboten wurden...die sollten ursprünglich auf cover
wer mag schaut nach beim fotografengenie gottfried helwein..der hat übrigens auch sehnsucht rammstein cover gestaltet!

Mick
14.05.2003 - 14:05 Uhr
Kommt zu dem Album nicht bald mal ein review?
was für'n scheiß SERVICE....
Belrop
14.05.2003 - 14:08 Uhr
Schaut euch nur mal das CD-Cover an: Hat der Herr Manson etwa zuviel "Das Schwiegen der Lämmer" gesehen? *gähn*
Stretchlimo
14.05.2003 - 14:13 Uhr
@Mick: Das sind mir die liebsten. Kostenlose Dienste in Anspruch nehmen und über angeblich schlechten Service meckern. Updates gibt's hier ca. alle anderthalb Wochen. Reiß Deine Fresse gefälligst nicht so weit auf, wenn Du keine Geduld hast.
M1ck
14.05.2003 - 21:19 Uhr
@strechlimo
keine Sorge, eure "Dienste" hab ich nicht nötig!
ielmehr will ich lesen, wie Einfallsreichtum in der Schreibung mal wieder die Qualität des eigentlichen Reviews zu wünschen übrig lässt.
wenn ich gute Reviews lesen will, komme ich nicht hierher.
abgemagertes federvieh
14.05.2003 - 22:59 Uhr
hmmm...ich weiss ja net aba mir kommts so vor dass zumindest in österreich die normale edition von golden age of grotesqu zurückgehalten wird und nur die special edition verkauft wird...is das zufall oda rein zum abkassieren???...seltsam
Stretchlimo
15.05.2003 - 00:01 Uhr
Nachdem ich mich durch den grammatikalischen Totalschaden Deines Beitrags gequält habe, möchte ich nur klarstellen, daß ich hier lediglich Leser bin. Mich nervt allerdings die von Dir gezeigte Anspruchshaltung reichlich an. Und wenn es Dir hier nicht gefällt: Was hält Dich eigentlich noch hier?
M1ck
15.05.2003 - 09:06 Uhr
na wir sind doch kein dummes Kind mehr, und können Inhalte trotz Grammatik deuten,oder?
Dann lies doch einfach oben nochmal!
Wieso sollte ich mir die Mühe machen, hier großartig auf sowas zu achten? Hauptsache du raffst was ich meine...
Eigentlich mag ich dieses Forum, aber was mich ankotzt ist diese Engstirnigkeit, das alles was von der Insel kommt, nur drei Musiker beinhaltet, oder zum geheuchelten Heulen einläd hochgelobt wird, während andere gute Bands, die Außnahmsweise aus Spaß an der Freude Musik machen durch den Kakao gezogen werden...

Nicht nur deshalb weiß ich auch schon vorher, das mir das Manson-Review nicht zusagen wird. Weil man sich da eh wieder an allem anderen, nur nicht an der Musik hochzieht!
Raventhird
15.05.2003 - 10:40 Uhr
Ich will jetzt mal hoffen, dass Plattentests.de nicht in die allgemeinen wohlwollenden Kritiken zu
Golden Age einstimmt, sondern die Platte in der Luft zerreisst, wie sie es verdient hat.
Es ist wirklich recht unverschämt, so ein Album herauszubringen, dass mit Stumpfsinnigen Texten, Holzhammer-Riffs aufwartet, wo vorher mal (auch)
Akustikgitarren und grandiose Songs waren. Bis auf den Titeltrack und Spade ist diese Platte eine Frechheit.
Ich seh vor meinem geistigen Auge schon die Vision-Kritik mit 5 Punkten oder so.
mercury666
15.05.2003 - 11:35 Uhr
Meiner Meinung nach ist das neue Manson-Album unter den Top 2 seiner Alben, wenn nicht sogar seni bestes. Es rockt ganz gewaltig, keine Aussetzer, eingängiger, genial. Alleine "Spade" oder "Vodevil" - perfekt.
Ich gebe dem Album 9/10.
M1ck
15.05.2003 - 12:44 Uhr
@raventhird
da merkt man es doch wieder:Kritik an veränderung festmachen!
Manson dreht sich halt von Album zu Album um 180 Grad.
Aber genau meine Rede:Würde Radiohead plötzlich ein Gute-Laune-Musik-Album machen, wären sie schon deshalb bei euch unten durch...
Stretchlimo
15.05.2003 - 13:28 Uhr
Wieso sollte ich mir die Mühe machen, hier großartig auf sowas zu achten?

Mögliche Informationen erst aus Geschmier herausdestillieren zu müssen, ist der Argumentation nicht zuträglich. Form und Inhalt sind viel zu oft kongruent. Und wer sich kaum Mühe macht, seinen Punkt verständlich zu formulieren, hat sich vermutlich ebenso wenig Mühe gemacht, diesen Punkt überhaupt selber zu finden.

Eigentlich mag ich dieses Forum, aber was mich ankotzt ist diese Engstirnigkeit, das alles was von der Insel kommt, nur drei Musiker beinhaltet, oder zum geheuchelten Heulen einläd hochgelobt wird, während andere gute Bands, die Außnahmsweise aus Spaß an der Freude Musik machen durch den Kakao gezogen werden...

Genau. Deswegen waren auch die beiden letzten Alben des Jahres vom britischen Vorzeige-Trio Jimmy Eat World und den Überzeugungs-Jammerern Queens Of The Stone Age.

Merkst Du eigentlich noch was?
Oliver Ding
15.05.2003 - 17:04 Uhr
Nicht nur deshalb weiß ich auch schon vorher, das mir das Manson-Review nicht zusagen wird.

Jedem seine Vorurteile. :-)
baby 666
17.05.2003 - 03:36 Uhr
album ist genial!!!
gebe ihm 9/10!!
TheShadowOfDeath
17.05.2003 - 18:03 Uhr
Wann kommt denn das Review von Manson?
Bin schon gespannt darauf!
Ehrlich gesagt, hab ich mir persönlich mehr erwartet. Nach etwa der Hälfte des Album geht die Musik baden!
Ersteindruck: 5/10
Raventhird
20.05.2003 - 14:32 Uhr
Ich habs gewusst, das Plattentests sich von den bisher positiven Reviews mitreissen lässt.
Meine Meinung:


Entertainment statt Kunst ?

3 von 5

Wenn sich Marilyn anno 1998 aufgelöst hätten, wären sie zweifellos als Klassiker der 90er Jahre in die Geschichte der Amerikanischen Rock-Musik eingegangen: Mit nur 3 Alben hatten sich die 5 Freaks mit dem absurdesten, abgedrehtesten und bis dahin schockierensten Bandkonzept aus dem musikalischen Nichts an die Spitze der Billboard Charts gearbeitet: Vom morbid-surrealen Comic Humor des Debüts "Portrait of an American Family"(1995) über den apokalyptischen Horror-Rock von "Antichrist Superstar", bis hin zum glitzernd-bowiesken Glam-Industrial-Mix von "Mechanical Animals": Man kam nicht vorbei an dem Phänomen Marilyn Manson. Wandlungsfähiger als Madonna, kränker als Alice Cooper, geschminkter als Cher, verwegener als der Teufel, unterhaltsamer als jeder beliebige Rockstar, ausserdem basierte das ganze auf einer soliden Grundlage: Auf qualitativ hochwertiger und kreativer Musik.

Mit "Holy Wood" (2000) begann dann allerdings die stückchenweise Selbstdemontage, die Entmythifizierung eines Mythos, die allerdings, das muss gesagt werden, mehr als selbstverschuldet war: Zu unglaubwürdig, zu kalkuliert wirkte die (optische und imagemässige) Rückkehr der Band zum Gothic-Look von Antichrist Superstar, nachdem Mechanical Animals kommerziell hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Auch die Musik, obwohl noch immer recht ambitioniert und alles andere als schlecht, bekam einen etwas faden Beigeschmack: Stichwort Selbstzitat. Aber wenigstens ein recht cleveres (die Mischung von ACS und MM).
2003 scheint eine ganze andere Welt zu sein: Längst gibt es andere Künstler, die es imagetechnisch locker mit Brian Warner und seiner mittlerweilen vergleichsweise fast schon braven Truppe aufnehmen können (optisch: Slipknot oder textlich: Eminem), und so setzt sich der Abstieg einer Band in riesigen Schritten fort: Mit "The Golden Age of Grotesque" verlieren Marilyn Manson nämlich den wichtigsten Faktor ihres bisherigen Schaffens: Den Tiefgang. Denn obwohl man ihre bisherigen Alben immer auch auf der Stufe der Unterhaltung hören konnte, hatten sie doch alle eine zweite, künstlerische, anspruchsvolle Ebene, welche auf GOAG leider vollständig wegfällt. Die Musik auf "The Golden Age..." ist Entertainment pur, man lagert kurzerhand die Kunst-Ebene aus: Die optische Präsentation, welche wie immer bei dieser Band über jeden Zweifel erhaben ist, muss nun alleine die Aufgabe erfüllen, den tieferen Sinn der neuen Platte zu vermitteln.

Erschwerend kommt hinzu, dass Jeordie White alias Twiggy Ramirez, Ex-Bassist & bisheriger musikalisch-kreativer Kopf der Truppe die Band verlassen hat, und man dem neuen Bassisten Tim Skold (Ex-KMFDM) genau diesen Job (plus den des Co-Produzenten) übertragen hat. Eben dieser scheint allerdings hoffnungslos überfordert zu sein mit seiner Aufgabe, Twiggys Erbe anzutreten und den Schock-Rockern grandiose Songs auf den Leib zu schreiben. Allzuoft klingt mehr als deutlich der stupide Primitiv-Industrial-Hintergrund von KMFDM bei den "neuen" Mansons durch.
20er Jahre Ästhetik, burlesk-groteskes Theater soll also nun als ästhetischer Hintergrund geboten werden. Die Idee ist dabei durchaus gut, die (musikalische) Ausführung allerdings mangelhaft. Negativerweise scheint Brian Warner nicht nur von der Symbolik der 20er, sondern allzu offensichtlich auch von der der den 30er und frühen 40er Jahren in Deutschland, soll heissen Nazi-Symbolik, fasziniert zu sein. Zwar wäre er wohl der letzte, dem man vorwerfen könnte, mit der Ideologie zu sympathisieren, aber sich "Herr Doktor" zu nennen oder das neue Bandlogo dem SS-Symbol nachzuempfinden zeugt nicht gerade von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Thematik.

Schon relativ früh (im ersten Song von "Golden Age of Grotesque") steckt Manson die Grenzen der Platte ab: "Everything has been said before / There's nothing left to say anymore", als Rechtfertigung für die diesmal recht platten Texte und "Let uns entertain you" als programmatische Maxime. Das ist es dann auch, was die Band im folgenden hauptsächlich tut: Unterhalten. Kompakte 3 Minuten Rocker im MTV-Format dominieren das Bild.
"GOAG" ist erstmals kein Konzeptalbum, wie man es als MM-Fan gewohnt war, es ist ein 16 Track-Album, dessen Songs alle in sich geschlossene Einheiten bilden, und alleine ihre Wirkung entfalten sollen. Weg ist der dunkle, bedrohliche Industrial, der Glam-Rock, die seltsamen Balladen, die Akustikgitarren, die gezupften Intros, die Mystik & Magie, die tiefgehenden Texte. Was bleibt ist eine moderne Band, die sich durch rhtymusorientierte Industrial-Punk-Songs mit Holzhammer-Riffs rockt und dabei eine recht gute Figur macht. Bei ein paar Stücken blitzt dann sogar noch die Genialität durch, die das bisherige Wirken ausmachte, wie im bizarren Titeltrack, der einer Klavierballade nachempfunden ist oder dem a-melodischen und wirklich grossartigen Post-Grunger, der mit dem Pik-Symbol (engl. Spade) betitelt ist.
Man möchte glauben, dass Marilyn Manson das Rockbusiness einfach zu gut verstanden hat, und deshalb diese Platte macht.

In dem recht gelungenen und sogar spurweise doch wieder etwas glamigen Stück "Ka-Boom Ka-Boom" wird er deutlicher über seine Intention, ob es nun Sarkasmus sein mag oder nicht: "I like a big car, 'cos I'm a big star, i make big rock and roll hits !" Es wäre schade, wenn das tatsächlich alles wäre, was man vom kommenden Schaffen dieser Band erwarten könnte. Es ist eine recht traurige Differenz bezüglich des kreativen Anspruchs zwischen "Coma White" oder "Lamb of God" und "Mobscene", was in dieser Textzeile leider allzu deutlich wird.
Anders hergeleitet: "When i said We, you know I meant Me, when I said sweet I meant dirty" singt Manson im vor sich hin rockenden "Slutgarden". Man muss wohl davon ausgehen, dass er zukünftig "Unterhaltung" meint, wenn er "Kunst" sagt. Die Frage bleibt ob er das tut, weil er es ohne seinen Songwriter Twiggy nicht besser kann, oder weil er es eben nicht mehr anders will.

Brian Warner wäre wirklich gut beraten, seine (zugegeben eindrucksvollen) sonstigen künstlerischen Ambitionen etwas beiseite zu stellen und stattdessen wieder die Musik in den Mittelpunkt zu rücken, sonst wird aus seiner Band in naher Zukunft wohl ein verlaufendes Wasserfarben-Abziehbildchen ihrer Selbst, ähnlich wie es Korn unlängst passiert ist. "The Golden Age of Grotesque" ist kein schlechtes Album, aber es fehlen die tieferen Ebenen, die diese Band bisher zu etwas besonderem gemacht haben. Grosses Rock-Entertainment. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Es bleibt zu hoffen, dass das hier eine der Platten ist, über die die Beteiligten in ein paar Jahren sagen, dass sie einer Übergangsphase entsprungen sei und sicherlich kein Highlight der Discographie darstellt.

Highlights: Ka-Boom / Spade (Pik) / Golden Age of Grotesque / Voodevil


Damien
20.05.2003 - 23:37 Uhr
Ich muß Raventhird im großen ganzen (wenn auch nicht überall) leider zustimmen.

Hab das Album seit ein paar Tagen und erst viermal angehört aber richtige Burner oder tiefgehende Balladen (wie z.B. Man that you fear oder Speed of pain) konnte ich bisher nicht heraus hören. Allerdings muß ich dazu sagen dass ich bisher von jedem MM Album anfangs etwas enttäuscht war, mit der Zeit jedoch immer mehr mitgerissen wurde und hoffe das es auch diesmal so der Fall sein wird.

Alles in allem aber kein schlechtes Album. Die Bewertung 7/10 geht finde ich in Ordnung, bedenkt man das die Vorgängeralben bei mir persönlich alle bei 8 und darüber liegen.
Peter
21.05.2003 - 09:29 Uhr
plattentests gibt 7/10, du 6/10, ist doch kein wesentlicher unterschied, raventhird
Zero
21.05.2003 - 12:32 Uhr
Hört sich eher wie eine knappe 5/10 an...
Raventhird
22.05.2003 - 10:30 Uhr
Ich bewerte immer zu hoch. Bei einem 10 Punkte-System wärs wohl ne 5.
Tim
22.05.2003 - 14:17 Uhr
Mein Favourit ist immer noch Mechanical animals aber Slutgarden, Spade, New Shit und mOBSCENE von der Neuen rocken einfach wie Scheiße
Raventhird
23.05.2003 - 15:01 Uhr
mobscene und new shit SIND scheisse. Seht ihr - ich hab die Visions-Kritik vorausgesagt, und da ihr ja bekanntlich alle so Visions-geil seid, könntet ihr ja auch diese - ausnahmsweise mal richtige - Meinung übernehmen ;-).
Norman Bates
09.09.2003 - 22:10 Uhr
Was haltet ihr eigentlich von Marilyn Manson?

Ich persönlich muss sagen, er hat seit "Antichrist Superstar" musikalisch gewaltig abgebaut. Aber auch wenn seine Musik nichts mehr taugt, ist er mir immer noch sympathisch.
mike
09.09.2003 - 22:24 Uhr
auf jeden fall hat er super gute anti-texte, gesellschatfts- und systemkritisch.
felix
09.09.2003 - 22:17 Uhr
bin mir ziemlich sicher, dass du gerade nicht den ersten marilyn manson-thread eröffnet hast.
ja, da gäb's zum beispiel den hier und den hier und sicher noch ein paar mehr.

was deine frage betrifft:
ich konnt noch nie was mit manson anfangen. abgesehen von ein paar songs, wie z.b. "coma black" oder "sweet dreams". dieses schocker-rocker-image find ich einfach nur peinlich. musikalisch gesehen ist das doch einfach nur billiger nu-rock/metal-kram - braucht kein mensch. der neue song ist IMHO allerdings sogar begrenzt genießbar. naja geschmackssache.
mondangler
09.09.2003 - 22:33 Uhr
Dass er aus der Obhut von Trent Reznor kommt, hat mich letztlich dazu bewegt, mir das ganze mal zu Gute zu führen. "Antichrist Superstar" beispielsweise fand ich famos und besonders der Schlusstrack auf "Holy Wood" hat mich wieder daran erinnert, was man doch an den NIN hatte.
felix
09.09.2003 - 22:27 Uhr
über die texte könnte man jetzt streiten, ja. hab mich da aber bisher auch zu wenig damit beschäftigt um das beruteilen zu können.
Tan!D
10.09.2003 - 00:18 Uhr
Wie heißt die aktuelle Single von Manson?
mondangler
10.09.2003 - 02:46 Uhr
"This is the new shit". Und den finde ich gar nicht mal so schlecht.
Tan!D
10.09.2003 - 15:53 Uhr
@mondangler
Dank' dir. Ich find's auch ganz gut.
fundamentally loathsome
12.09.2003 - 15:43 Uhr
@Raventhird:
Das kann ich voll und ganz unterschreiben; nur den Qualitätsverlust von GAOG im Vergleich mit den Vorgängern auf Korn und deren Alben zu übertragen halte ich für falsch
Sokahr
15.09.2003 - 03:23 Uhr
Denke Raventhird hat alles gesagt! Möchte nur nochmal heraus heben: Skold hat die Platte musikalisch verhunst!!

John5 RULZ
Damien
19.09.2003 - 20:31 Uhr
Bin von GAOG auch ziemlich enttäuscht, hab mir doch etwas mehr und vor allem besseres erwartet obwohl das Album schon Höhepunkte hat.

Kennt jemand die Songs Believe, The Point oder Don´t pray? Die gab es vor der Albumveröffentlichung bereits bei den Tauschbörsen und gehören mit zum besten das ich bisher von Manson gehört habe. Unbedingt anhören!!
Dirk
26.09.2003 - 13:52 Uhr
In nächster zeit bestimmt irgendwann mal!

Seite: « 1 2 3 »
Zurück zur Übersicht

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht: