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Tom Waits - Frank's wild years

User Beitrag
Patrick Humphries
04.08.2009 - 23:58 Uhr
Beeinflußt von Harry Partch und dem, was er selbst auf seinen bisherigen Platten für Island herausgefunden hatte, wurde Waits in seiner musikalischen Philosophie immer mehr zum Technikfeind. Er benutzte Akkordeon, Saugwind-Harmonium und ein Optigan und entwickelte eine schrullige Zuneigung zum Mellotron, das allgemein als längst vom Synthesizer überholt eingestuft wurde.
Waits´ musikalisches Ziel auf FRANKS WILD YEARS war es, Klänge zu schaffen, die viele verschiedene "Oberflächenstrukturen" aufwiesen - was ihm vorschwebte, war ein "Braille-Sound". Das Problem, dem er sich gegenübersah, bestand darin, dass es, je weiter die technologiebesessenen achtziger Jahre voranschritten, desto schwieriger wurde, diese rauhen Oberflächen zu erzielen.
Aus seiner Leidenschaft für diese archaische Instrumente wurde, wie Waits selbst gestand, allzu häufig ein technischer Alptraum, wenn er versuchte, sie für Aufnahmezwecke zu verwenden. " Die Beatles haben das Mellotron oft benutzt. Beefheart hat es oft benutzt. Sie sind sehr alt, und heute werden sie nicht mehr gebaut. Viele von ihnen sind empfänglich für Störungen durch Rundfunksender, CB-Funk, Fernsehsignale und den Funkverkehr von Flugzeugen. Und es ist sehr schwer, mit ihnen im Studio zu arbeiten, weil ihre Elektronik so primitiv ist. Es ist fast so, als ob man ein drahtloses Telefon benutzt oder eines von diesen alten Kristalldetektor-Radios."

FRANKS WILD YEARS war Waits´dritte Arbeit als Produzent. Alles in allem ist dieses Album eines seiner besten überhaupt, eine meisterhafte Melange, die zwischen ätzendem Sarkasmus und kindlicher Unschuld wild changiert. Sogar ohne den roten Faden, den Franks Schicksal liefert, stehen die Songs - unter ihnen einige der schönsten/traurigsten die Waits geschrieben hat - in einem engen Zusammenhang. Waits ist oft am besten, wenn er die Tiefpunkte des Lebens beschreibt - und Frank sinkt wie das White-Star-Linienschiff auf seiner Jungfernfahrt. Seine Stimme ist am wehmütigsten in den herzzerreißenden Liedern INNOCENT WHEN YOU DREAM, COLD COLD GROUND und TRAIN SONG.


Hans
05.08.2009 - 00:22 Uhr
Coverversionen von anderen Musikern

u.a.

The Pogues - Way Down In The Hole
Elvis Costello - More Than Rain & Innocent When You Dream
M.I.A./Blaqstarr - Way Down In The Hole
Rod Stewart - Hang On St. Christopher
Steve Earle Way Down In The Hole
Brian Fallon (The Gaslight Anthem) - Cold Cold Ground
Pearl Jam - Innocent When You Dream
Walkabouts - Yesterday Is Here
Great Lake Swimmers - Innocent When You Dream
Blind Boys Of Alabama - way Down In The Hole
Scarlett Johansson - Yesterday Is Here & Innocent When You Dream
Diana Krall - Temptation
Moneybrother - innocent When You Dream
Julie Doiron & Herman Düne - Innocent When You Dream
The Frames - Innocent when You Dream
The Neville Brothers - way Down In The Hole
Southside Johnny & The Asbury Jukes - Yesterday Is Here
Holly Cole - Temptation/ Train Song & Franks Theme
Patty Griffin - Hang On St. Christopher
Nathan Gunn - Innocent when You Dream
Astrid Seriese - Blow Wind Blow
Tin Hat Trio - Temptation
Cowboys On Dope - Yesterday Is Here
Katja Riemann - Temptation
Calla - Yesterday Is Here
DoMaJe - Way Down In The Hole
Les Claypool/ Kirk Hammett (Metallica)/ Gogol Bordello - I´ll Be Gone & way Down In The Hole
Spiers & Boden - Innocent When You Dream
John Dee Graham - Way Down In The Hole
Red Elvises - telephone Call From Istanbul
Claudia Bettinaglio - Cold Cold GroundSpring String Quartet - Train Song
Trey Anastasio - Train Song
Jane Siberry - Train Song
Cote de Pablo - Temptation

u.s.w.
Terez Montcalm - Way Down In The Hole
Hans Heilmann
05.08.2009 - 00:42 Uhr
"innocent when you dream" ist einer der besten songs ever.
Hans
05.08.2009 - 23:48 Uhr
Vor allem die zweite Version läßt einem endgültig eine Gänsehaut über den Rücken laufen.
Hans
29.08.2009 - 23:02 Uhr
Song-TÜV

Hang on St. Christpher 10/10
Straight To The Top [Rhumba] 8/10
Blow Wind Blow 8/10
Temptation 10/10
Innocent When You Dream [Barroom] 10/10
I´ll Be Gone 10/10
Yesterday Is Here 10/10
Please Wake Me Up -
Franks Theme 8/10
More Than Rain 9/10
Way Down In The Hole 10/10
Straight To The Top [Vegas] 8/10
I´ll Take New York 8/10
Telephone Call From Istanbul 10/10
Cold Cold Ground 10/10
Train Song 10/10
Innocent When You Dream 10/10

10/10


Arne Willander (Rolling Stone): " FRANKS WILD YEARS (1987) ´Un operachi romantico in two acts´, die in Chicago sogar aufgeführt wurde - und die am bösesten unterschätzte Platte von Waits ist. Mit seinen Lieblingsmusikern, einem patinierten Klang und Stimmenverzerrern steigt Waits in eine Welt aus schwarzer Romantik, frühem Showbiz und zerquältem Sinatra. * * * * 1/2 (4.5/5)."
Hotze
25.02.2010 - 19:56 Uhr
Gerade läuft "Innocent when you dream". Ich schwöre, das ist ein Zufall, aber so gottverdammt geil! :-) Die Platte scheint ja echt kein Schwein zu kennen, extrem schade drum. Fantastisches Werk!
DerMeister
25.02.2010 - 20:01 Uhr
Sehr gutes Album, aber bei Tom Waits habe ich dann doch andere Favoriten.
Hans
25.02.2010 - 20:08 Uhr
Die da wären?
DerMeister
25.02.2010 - 20:17 Uhr
1.Rain Dogs
2.Mule Variations
3.Swordfishtrombones
4.Bone Machine
5.Real Gone oder Closing Time
Hotze
25.02.2010 - 20:17 Uhr
Ja, sag mal an, Meister! Interessiert mich jetzt auch.
Hotze
25.02.2010 - 20:18 Uhr
Tja. Zu spät.
Hotze
25.02.2010 - 20:20 Uhr
Ist die Real Gone wirklich so gut? Muss ich mir doch noch besorgen, stand bislang auf meiner Liste ziemlich weit unten. Ansonsten ist deine Aufzählung gar nicht verkehrt, denn da passt Franks Wild Years nun wirklich perfekt rein.
DerMeister
25.02.2010 - 20:34 Uhr
Real Gone ist für mich klar das beste Tom Waits Album des vergangenen Jahrzehnts. Nicht so überragend wie Mule Variations oder Rain Dogs, aber eben trotzdem sehr stark.
Hans
25.02.2010 - 20:43 Uhr
Sehr geschmackssicher, der Meister. Bin positiv überrascht.

Meine Favoriten (momentan):

1. Swoerdfishtrombones
2. Rain Dogs
3. real Gone
4. Mule Variations
5. Bone Machine




Edit:
25.02.2010 - 20:44 Uhr
Swordfishtrombones

25.02.2010 - 20:46 Uhr
swördfish
Hotze
25.02.2010 - 21:26 Uhr
Huhu. Kann mir bitte einer von euch sagen, an welchen anderen Song mich der Refrain von "In The Neighbourhood" erinnert?

Danke!
Barney Hoskyns
25.02.2010 - 21:51 Uhr
Keine Ahnung. Mich erinnert der Song an eine Marschkapelle aus einem Fellini-Film, die eine Straße entlangmarschiert.
logan
11.09.2010 - 02:38 Uhr
Ich wusste bis eben nicht, dass es zu 'Temptation' einen Videoclip gibt: http://www.youtube.com/watch?v=o72GDj7svq4 Leute, das ist ja wohl mal endgeil!
Picks and Pans
04.07.2011 - 20:23 Uhr
This album is made up of reworked songs from Waits's musical play, Franks Wild Years, which was performed last summer in Chicago, but it is certainly no score for a Neil Simon comedy. In fact the songs share the message of Eugene O'Neill's The Iceman Cometh: a drifter's saga of barroom delusions confronting harsh realities. The musical arrangements are a little thinner than on Waits's most recent albums, Swordfishtrombones and Rain Dogs, but no less extraordinary. Musically, Franks Wild Years is a cracked potpourri of genres. There are tangos, rhumbas, rockers, drinking songs, carnival strains and work chants, all of them curiously fractured in meter and instrumentation. Despite the limping gait of songs like Please Wake Me Up, the music possesses a fascinating charm. Waits's most bizarre stylistic experiments are More Than Rain, a lugubrious Parisian lament complete with accordion (it sounds like Edith Piaf 20,000 leagues under the sea), and Straight to the Top (Vegas), in which Waits acidly apes all those cheesy should-be lounge singers ("I can't let Mr. Sorrow/ Put old Frankie down"). More than ever, Waits's lyrics are imagistic: "Rusted brandy in a diamond glass/ Everything is made from dreams/ Time is made from honey, slow and sweet/ Only the fools know what it means." If you give this record even a cursory listen, you won't be able to get it out of your head.

carpi

Postings: 994

Registriert seit 26.06.2013

31.07.2015 - 22:05 Uhr
Nach ewigen Zeiten wieder gehört, war mit den vielen Highlights auch wirklich lohnenswert, schräges, faszinierendes Werk mit meiner Top5: "I'll be gone", "Telephone call from Istanbul", "Cold cold ground", "Yesterday is here" und "Innocent when you dream".
Donald
01.08.2015 - 00:36 Uhr
Zentrum und Gipfel innerhalb der Trilogie. Die Songs von Tom Waits sind nicht immer brav durch vier zu teilen, da sind nicht immer acht Takte oder sechzehn, sondern auch mal elf Takte oder sieben Takte - die Harmonien,die Melodieschritte, die Akkorde selber, die er da herholt,alles klingt irgendwie falsch. Und da gibt es eine Parallele zu den Melodien von Kurt Weill und zu den Takten in der finnischen Musik.Die Songs selber gehören zu Waits' stärksten Schöpfungen. Es gibt auf dem Album mindestens sieben große Songs, die Tom Waits auf dem Höhepunkt seines Könnens zeigen die die Zeit bis heute uberdauern. Vor allem Temptation, Innocent When You Dream, Yesterday Is Here, Way Down In The Hole, Telephone Call From Istanbul, Cold Cold Ground und Train Song.

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