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Mr. Orange

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Registriert seit 04.02.2015

31.08.2019 - 14:39 Uhr
Theoretisch will ich ja nicht haten, aber jener Zeitgeist ist doch schlicht scheiße (was du im folgenden Absatz ja auch indirekt ausführst).

Aber warum ist das Bandkonzept zu Grabe getragen worden? Die Antwort darauf würde mich dann doch interessieren. Bieten Einzelkünstler feat. irgendwelche Hansel denn mehr Projektionsfläche als ne Band?


Müsste man halt mal soziologisch unter die Lupe nehmen, ist ja eigentlich ganz interessant. Ich denke, hinter dem Prinzip „Rockband“ steckt erstmal eine sehr romantische Vorstellung aus den 60ern: 4-5 eng befreundete Jungs, die zusammen durch dick und dünn gehen, zusammen Musik machen und Abenteuer erleben. Das ist meiner Meinung nach das „Ur-Konzept“ und Erfolgsrezept. Vielleicht ist das heute in einer nüchterneren und rationaleren Zeit ein wenig überholt.

Dazu kommt, dass Privat- und Arbeitsbeziehungen heutzutage immer flexibler und wechselhafter werden: Heute kooperiere ich diesem Partner, morgen mit dieser Firma usw. Die Tendenz geht klar dahin, sich nicht mehr so fest binden und keinen „Bund fürs Leben“ mehr eingehen zu wollen. Und das spiegelt sich dann eben auch in Musikerkollaborationen wieder: Heute „feat. Rapper X“, morgen „feat. Sängerin Y“.

Ein weiterer, ganz trivialer Aspekt: Rockmusik fristet heute nur noch ein Nischendasein. Die breite Masse hört Pop, Dance, RnB und HipHop. Und für diese Musikrichtungen braucht man einfach nicht mehr 4-5 Musiker, um einen Song zu produzieren.

Mann 50 Wampe

Postings: 25

Registriert seit 28.08.2019

31.08.2019 - 17:29 Uhr
Statt über solche Listen zu diskutieren, könnte man sich auch über 20 Sack Zement unterhalten.

Felix H

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31.08.2019 - 17:34 Uhr
Ich check solche Kommentare nicht. Warum nicht einfach andere über was diskutieren lassen, was sie interessant finden?

boneless

Postings: 2429

Registriert seit 13.05.2014

31.08.2019 - 19:38 Uhr
Dazu kommt, dass Privat- und Arbeitsbeziehungen heutzutage immer flexibler und wechselhafter werden: Heute kooperiere ich diesem Partner, morgen mit dieser Firma usw. Die Tendenz geht klar dahin, sich nicht mehr so fest binden und keinen „Bund fürs Leben“ mehr eingehen zu wollen. Und das spiegelt sich dann eben auch in Musikerkollaborationen wieder: Heute „feat. Rapper X“, morgen „feat. Sängerin Y“.

Ok, also das halte ich jetzt schon für sehr weit hergeholt. Ich glaube eher, dass sich die Musikindustrie immer mehr den Hörgewohnheiten der breiten, nicht wirklich an Musik interessierten Masse beugt, weil man ja irgendwie Geld verdienen muss. Und da ist es halt einfacher, irgendwelche Möchtegern-Rapper zusammen zu sperren, als eine richtige Band unter Vertrag zu nehmen.

Ein weiterer, ganz trivialer Aspekt: Rockmusik fristet heute nur noch ein Nischendasein. Die breite Masse hört Pop, Dance, RnB und HipHop.

Das ist allerdings ein Aspekt, der mir auch immer mehr auffällt. Gerade wenn man mal darauf achtet, was die ganzen Dreikäsehochs aus ihren portablen Lautsprechern pullern lassen, da graut es den Hund samt Hütte. Wenn man das plump auf den Deutschrap überträgt, muss man konstatieren, dass kaum ein anderes Genre kreativ so hart am Boden liegt. Ernsthaft: so dilettantisch, wie da gerappt und getextet wird, das übertritt die Grenze der Körperverletzung um Längen. Aber auch sonst scheint jeder, der seine Umwelt penetrant an seinem Musikgeschmack teilhaben lassen möchte (Lautsprecher, Smartphone, Autoradio), entweder Deppentechno, 0815 Pop oder schlimmste Autotune-Scheiße zu hören. Da fragt man sich schon, was los ist, zu mal mir das früher nie so aufgefallen war...

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 5374

Registriert seit 23.07.2014

31.08.2019 - 20:03 Uhr
Vielleicht ist dir das früher nicht so aufgefallen, weil diese Bluetoothlautsprecher erst seit ein paar Jahren so stark verbreitet sind. Die kleinen Dinger kriegt man schon ab 10, 20€ und sind auch in der Preisklasse schon extrem laut. Früher waren das halt die Handylautsprecher, die überhört man schnell. :D

Ja, der Deutschrap ist aktuell weitestgehend so unfassbar öde. Man zitiert ziemlich grob irgendwie Größen aus den Staaten und bleibt textlich auf Grundschulniveau. Schlimmer finde ich da jedoch die Werte, die in solchen "Songs" oftmals vermittelt werden. Da wird viel in stereotypen Geschlechterrollen gedacht und ein auf materielle Dinge fixierter Lebensstil gepredigt, da sollte man heutzutage deutlich weiter sein. Ob das alles nur Show oder Provokation ist ist da fast egal, weil das bei dem (oftmals sehr jungen) Publikum häufig nicht erkannt wird. Schwierige Sache.

maxlivno

Postings: 1426

Registriert seit 25.05.2017

31.08.2019 - 20:16 Uhr
Super interessanter Austausch zwischen euch allen und man kann hier eigentlich jedem in gewissen Punkten recht geben. Würde mich auch an sich gerne beteiligen, vor allem weil ich Teil einer der Zielgruppen-Generationen der ganzen „Trash-Musik“ bin. Aber um ehrlich zu sein macht es mich traurig und deprimiert allein schon darüber nachzudenken was mit dem Musikgeschmack und Konsum passiert ist, deshalb belasse ich es dabei.

HELVETE II

Postings: 2144

Registriert seit 14.05.2015

31.08.2019 - 21:53 Uhr
Wenn ich mich heutzutage auf einem Metalkonzert herumtreibe, dann komme ich mir vor wie früher bei Uriah Heep. Nur alte Leute. Dann schaue ich an mir herunter und stelle fest, dass ich selbst einer von diesen alten Leuten bin. Die Bands altern, die Szenen altern und mit ihnen ihr Publikum. Im Grunde fallen da immer noch die gleichen Figuren rum wie anno 1992. Nur, dass diese Figuren inzwischen keine 18 mehr sondern 45 sind.

edegeiler

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Registriert seit 02.04.2014

01.09.2019 - 16:05 Uhr
So schlimm sind die Listen nun wirklich nicht. Und Rockbands fristen seit 20 Jahren ein Nischendasein, wo wart ihr denn alle?

boneless

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Registriert seit 13.05.2014

01.09.2019 - 16:48 Uhr
Und Rockbands fristen seit 20 Jahren ein Nischendasein, wo wart ihr denn alle?

Ähm, nein.

boneless

Postings: 2429

Registriert seit 13.05.2014

01.09.2019 - 16:49 Uhr
Ach, ich vergaß:

So schlimm sind die Listen nun wirklich nicht.

Und ob sie das sind.

Mr. Orange

Postings: 1183

Registriert seit 04.02.2015

01.09.2019 - 16:55 Uhr
Naja, die großen Stadien werden gefüllt von Rammstein, Bon Jovi und Metallica. Der meiste Umsatz wird sicher bis heute von solchen Bands erzielt. Aber das ist nicht die Musik unserer Zeit, das sind Nostalgieveranstaltungen für das zahlungskräftige Publikum ab 35. Im aktuellen musikalischen Zeitgeist findet Rock sicherlich nur noch als Randnotiz statt.

Plattenbeau

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Registriert seit 10.02.2014

01.09.2019 - 17:12 Uhr
Für mich klingt hier vieles nach einem Generationenkonflikt, den es schon immer gab. Die alten Leute verstehen nicht, was die jungen Leute machen.

Grundsätzlich sehe ich eine Musiklandschaft, die vielleicht so vielfältig ist wie nie zuvor. Jeder Wunsch wird irgendwie bedient. Die großen Trends bleiben aus, stattdessen macht jeder was er will bzw. was sich verkauft. Da gehört auch primitive Musik dazu, denn es gibt auch viele primitive Menschen, die so etwas hören (kein neues Phänomen).

Ich glaube, dass auch ambitionierte Künstler, ob nun Bands oder wie auch immer, weiterhin den Weg in den Mainstream schaffen können, wenn sie progressive Ideen und Ohrwurm-Potential verknüpfen können.

Bands gibt es noch zur Genüge, wenn auch momentan keine, die eine Revolution anzetteln könnte. Das Konzept hat aber auch einige Nachteile: Man muss die Kohle teilen, es gibt kreatives Streitpotential und viele Meinungen unter einen Hut zu bringen. Für eine Mainstream-Produktion ist das ziemlich viel Stress. Da kann man den Klang leichter digital erzeugen und im Notfall Studiomusiker einladen.

MopedTobias

Postings: 12398

Registriert seit 10.09.2013

01.09.2019 - 17:25 Uhr
"Ich glaube, dass auch ambitionierte Künstler, ob nun Bands oder wie auch immer, weiterhin den Weg in den Mainstream schaffen können, wenn sie progressive Ideen und Ohrwurm-Potential verknüpfen können."

Das ist ja auch tatsächlich der Fall, siehe Billie Eilish etwa. Ein Country-/Rap-Hybrid mit Nine Inch Nails-Sample ist auch nicht gerade der offensichtlichste Welthit.

edegeiler

Postings: 1519

Registriert seit 02.04.2014

01.09.2019 - 21:28 Uhr
Ähm, nein.

Doch. Guck dir die Top Singles seit 2000 an (gibt auf youtube tolle compilations). Anfang der 2000er war es noch die abklingende Welle der Boybands/Girlgroups, danach dann Black Music bis es 2009 oder so mit EDM losging. Rock hinkt im Mainstream was Singles und Hits betrifft seit Jahren hinterher.

HELVETE II

Postings: 2144

Registriert seit 14.05.2015

02.09.2019 - 10:31 Uhr
Mr. Orange hat da oben ein paar gute und interessante Aspekte zusammengetragen. Mit diesem Abschnitt gehe ich allerdings nur bedingt konform:

Ein weiterer, ganz trivialer Aspekt: Rockmusik fristet heute nur noch ein Nischendasein. Die breite Masse hört Pop, Dance, RnB und HipHop. Und für diese Musikrichtungen braucht man einfach nicht mehr 4-5 Musiker, um einen Song zu produzieren.

Werfen wir den Blick mal einige Jahrzehnte zurück. Natürlich gab es auch damals schon einen Nick Kershaw, aber auch Depeche Mode. Natürlich gab es auch damals schon einen Nas, aber auch Arrested Development. Natürlich gab es auch damals schon einen Otis Redding, aber auch die Delfonics. Deine vorherigen Überlegungen scheinen mir da zutreffender zu sein.

Randwer

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Registriert seit 14.05.2014

02.09.2019 - 10:32 Uhr
Ist Spotify immer noch nicht insolvent?

dronevil

Postings: 102

Registriert seit 14.08.2019

02.09.2019 - 10:58 Uhr
Finde ich auch einigermaßen erstaunlich. Auf der anderen Seite: Es gibt immer noch viele dumme Investoren, die ordentlich Geld geben. Mit diesem Geschäftsmodelle wird man jedenfalls nie Gewinne erzielen können. Siehe auch Netflix, uber und andere.

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