10/10 abschaffen?

User Beitrag
nase im bier
04.04.2009 - 23:44 Uhr
Die letzte 10/10 liegt 2 1/2 Jahre zurück. Bei Plattentests scheint es maximal nur noch 9 Punkte zu geben.
Die 10 macht doch keinen Sinn mehr!
da:
04.04.2009 - 23:47 Uhr
Guck mal!
das problem ist
04.04.2009 - 23:49 Uhr
es wird einfach zu wenig, oder aber das falsche rezensiert.

irgendjemand wird schon eine 10/10 haben von der redaktion, nur sollte er die nicht rezensieren, um den mythos zu wahren.
headbanger
04.04.2009 - 23:52 Uhr
ich wünsch mir ma wieda ne 6,66 :D
Revol
05.04.2009 - 09:29 Uhr
Zahlenbewertungen allgemein abschaffen!!
stativision
05.04.2009 - 11:17 Uhr
dann würde die 9/10 ja nicht mehr vergeben.
die letzte 1/10 ist übrigens auch schon 1,5 jahre her.
dörte rockaaazzz
05.04.2009 - 11:46 Uhr
naja umso grottenschlechte "musik" wie herr witt zu produzieren, dass dauert auch seine zeit ;). wobei bei revolverheld gings auch einigermaßen schnell, aber die haben hier ja auch leider nicht die verdiente 1/10 bekommen.
Orsch
05.04.2009 - 16:13 Uhr
Bitte abschaffen. Das ist langsam wirklich lächerlich, liebes PT-Team. Seit Ewigkeiten keine 10 mehr vergeben...
polemi
05.04.2009 - 16:21 Uhr
10/10 beibehalten und in ein paar Jahren hoffentlich mal wieder vergeben!!!

leider haben die letzten 2 Jahre m.E. auch wirklich keine 10/10 hervorgebracht. warum also jammern?
Icarus Line
05.04.2009 - 23:54 Uhr
Ich bin eher dafür, die Zahlenwertung generell abzuschaffen.
Wer nimmt sich überhaupt das Recht, Musik zu benoten...
Möhrchenpolizei
06.04.2009 - 01:42 Uhr
Die 10/10 Bewertungen hier sind wirklich teilweise ein Mysterium.
Generell denke ich sollte man als Leser nach den Prinzip vorgehen:

09/10 = 10/10

10/10 = nach PT Redaktion irgendwelche über-Alben die eine tragende Rolle in der Musikgeschichte spielen (also was inovation, Inspirationen für neue Musiktrends usw angeht blah).

ich finde man kann sagen was man will, einige Alben im 10/10 Bereich haben ihren Platz verdient (Kid A, QOTA, 13 etc) auch wenn es immer wieder einzelne gibt die dagegen stimmen. Insgesammt find ich die Bewertungen nicht mal soo schlecht, aber ich nehme PT auch nie als Mass aller Dinge und hole mir bei Rezensionen immer anderswo eine zweite Meinung oder höre mir am besten den Kram selbst an um mir ein eigenes Urteil zu bilden.
Gut an den seltenen 10/10 ist das man beinahe gezwungen ist sich mit der Musik auseinander zu setzten weil man unbedingt rausfinden will warum dieses und jenes eine solche Note bekommen hat und so kam es das ich zum Beispiel Joanna Newsom kennengelernt habe. (wah!)

Trotzdem finde ich das 10/10 VIEL zu selten vergeben wird obwohl es einige 9/10 verdient hätten.

Fazit: nicht abschaffen aber ein wenig öfter vergeben.

Abgesehen davon: Lifted = 10/10 ;) (musste sein ^^)
Icarus Line
06.04.2009 - 03:33 Uhr
Was bringt eine Zahlenwertung eigentlich?
Nichts positives: Zahlenwertung führt zwangsläufig zum Vergleich. Jemand, der die Musik nicht kennt, schaut sich die Wertung an, sieht "7/10", aha, schlechter als "8/10" von demunddem, hör ich mir nicht an bzw. ist nicht gut.

Dann wird meistens so argumentiert, dass das die persönliche Meinung des Autors ist und der Leser sich auch gerne seine eigene bilden darf. Allerdings könnte man das auch sagen, wenn man die Wertung weglässt. Die lenkt viel zu sehr vom Text ab und lässt den Leser voreingenommen zurück.

Generell entsteht auch der Eindruck, Musik müsse eine besondere Leistung erbringen, um eine hohe Wertung abzusahnen. Konkurrenzerschaffung, quasi. Und am Ende entstehen hier im Forum dann die bekannten Bashings wo irgendwelche Hornochsen Wertungen von Artistdiskografien nach ihrem Gusto vergeben und sich dann darum streiten, wer jetzt die bessere und passendere Bewertung getroffen hat. Dürfen sie ja gerne machen, aber dann sollte die Redaktion nicht den ersten Stein werfen.

Generell kenne ich kein seriöses Blatt oder (Internet-)magazin, dass Zahlenwertungen vergibt. Musik hat meiner Meinung nach keine auf Messlattenbasis bewertbaren Aspekte und man sollte sie nicht zwangsläufig anhand einer erreichten Punktzahl mit anderer Musik vergleichen. Die Bewertung sollte sich meiner Meinung nach auf die Rezension beschränken, was auch ein "Zwang" für die Autoren wäre sich mit der Musik auseinanderzusetzen. (Nicht, dass dan sowas rauskommt wie bei der neuen Mastodon o.ä.)

Meine Forderung daher:
Gänzliche Abschaffung des Bewertungsdenkens, mehr Offenheit in der Rezeption verschiedenartiger Künstler.

(Scroobious Pip zur 10/10: You shall not place any musicians on ridiculous pedastors no matter how great they are or were.)
Orion
06.04.2009 - 09:15 Uhr
Gemessen an den wenigen Scheiben, die langfristig betrachtet eine 10/10 verdient hatten, kann ich in den letzten zwei Jahren keine einzige Veröffentlichung ausmachen, der ich mehr als eine 8/10 geben würde.

In Wahrheit alles Kacke ohne echten Langzeitwert! ;-)

Wer ein Bewertungssystem nach Zahlen abschaffen will, hat die menschliche Psyche nicht durchschaut. Vielleicht gibts's kein seriöses Blatt, das Zahlenwertungen vergibt, aber alle erfolgreichen im deutschsprachigen Raum tun es und würden schlagartig viele Leser verlieren, wenn sie damit aufhören würden.
cerpintaxt
06.04.2009 - 10:54 Uhr
ich finde die 10/10 schon gut so wie sie konzipiert ist. überhaupt gäbe es jz im nachhinein betrachtet sicher einige höchstwertungen mehr, aber das ist als redakteur wohl leichter zuzugeben, als erkennen zu müssen mit einer 10 um sich geschmissen zu haben und ein halbes jahr danach nicht mehr dazu stehen zu können.

da gefällt mir der zugang von plattentests od pitchfork doch um einiges besser als bspw jener von spiegel.de.
chep
06.04.2009 - 11:00 Uhr
ist doch wie bei die frauen, viele von die männer rennen manchmal viele jahre rum und finden nur 5/10er oder 6/10er und die seltene 9/10er is dann auch nich die richtige. doch dann, als man schon nich mehr an die ideale, die 10/10 mehr glaubte, is se plötzlich da. also jungs bitte mehr geduld.
Srill
06.04.2009 - 11:16 Uhr
@Icarus Line: An sich unterscheidet die Notenvergabe ja nichts Grundsätzliches von der textlichen Rezension. Auch in letzterer wird die Musik einem fragwürdigen Bewertungsschema folgend eingestuft. Um mal ein bekanntes Beispiel zu nennen: Die textliche Rezension der Deja Entendu ließe keineswegs auf eine stärkere "Auseinandersetzung" mit der Musik schließen, wenn die seltsame 4/10 oben drüber fehlen würde. Mit der Abschaffung der Zahlenwertung würde keineswegs "automatisch" mehr Offenheit in die Rezeption der Alben einziehen - im Gegenteil: Bei ner 4 von 10 denk ich einfach nur, gut, hat wohl nicht gefallen, die textliche Begründung dagegen find ich wirklich ärgerlich.

Ja, und außerdem hat so eine Note - auf mich zumindest - schon einen gewissen, vielleicht dämlichen Reiz. Mit der Noten-"definition" ist das dann allerdings so eine Sache:

Muss ein höchstbenotetes Album unter den 10 Alben für die Insel, ein Überalbum, ein Meilesntein, ein Klassiker sein? Oder muss es einfach nur großartig sein (entsprechend ungefähr einer 1 in der Schule)?

Da die PT-Redaktion wohl eher ersterer Interpretation anhängt, gibt's die 10/10 nur alle Jubeljahre. Ich dagegen hab dieses Jahr schon mindestens zwei persönliche 10/10er Alben ;)
Icarus Line
07.04.2009 - 18:47 Uhr
Die Durchschnittswertung der Leser find ich ja gut bzw. völlig ausreichend...

Aber 1 Note von 1 Menschen... weiß ja nicht. Wenn ich da die Benotungen von IamX oder Tiger Lou sehe werde ich etwas böse.

Es müsste, wie bei Videospielmagazinen, so einen Kasten mit "Zweite Meinung" geben. :D
Mein Freund der Baum
07.04.2009 - 18:59 Uhr
Aber 1 Note von 1 Menschen... weiß ja nicht.

Du hast es begriffen. Es ist eine Einzelmeinung, die man nicht auf die Goldwage legen darf. Allenfalls darf man sie als Hörempfehlung bzw. -Abratung begreifen und dann auch eher, wenn man vielleicht den Geschmack des Autors schon ein wenig kennt und er dem eigenen recht nahe kommt.
Icarus Line
07.04.2009 - 22:05 Uhr
Leider sind sich die Geschmäcker der Autoren hier verflucht ähnlich.
Mein Freund der Baum
07.04.2009 - 22:14 Uhr
Kann man so verallgemeinernd nicht sagen. Während die letzte Killers-Scheibe von Herrn Preußer ja unbestreitbar verrissen wurde, tauchte sie bei Ex-Kollege Heinser in den Jahres-Top10 auf, um nur mal eins von unzähligen Beispielen zu bemühen.
Mein Freund der Baum
07.04.2009 - 22:17 Uhr
Außerdem kann ich mir kaum vorstellen, dass Herr Linder bei der Wahl seiner Mitschreiber in erster Linie auf einen möglichst kongruenten Musikgeschmack achten würde.
Icarus Line
08.04.2009 - 18:45 Uhr
NAJA.
Das sind dann wirklich sehr KLEINE Geschmacksabgrenzungen. In etwa so eng gesteckt wie Genreabgrenzungen im Metal, wo ein alternatives Instrument schon ein neues Genre beschreibt.

Im Grunde stehen alle ganz besonders auf Songwriterkram, mögen es möglichst wenig elektronisch und stehen auf pathetisch. Ist mir so aufgefallen.
Icarus Line
08.04.2009 - 18:48 Uhr
Btw wüsste ich nur zu gerne, wieviele der Redakteure auch SELBER Musik machen.
Wenn man das tut sieht man vieles nämlich anders...
Strombuli
08.04.2009 - 18:58 Uhr
Leider sind sich die Geschmäcker der Autoren hier verflucht ähnlich.

Völliger Schwachsinn. Ich kenne kein mag oder e-zine mit einer solchen Vielfalt was die gut bewerteten Platten angeht.

Dieses Gerede von der gleichgeschalteten Community und homogenen Redaktion kommt immer von Leuten, die sich versuchen abzugrenzen mit ihrem ach so individuellen Geschmack, der ja ganz ganz woanders, bloß nicht hier anzusiedeln ist.

Musik machen bestimmt einige Redakteure hier selbst, andere wiederum nicht. Ein Qualitätsmerkmal muss das nicht sein, auch wenn man dadurch sicher eine Perspektive hinzugewinnt.
Mein Freund der Baum
08.04.2009 - 19:11 Uhr
Im Grunde stehen alle ganz besonders auf Songwriterkram, mögen es möglichst wenig elektronisch und stehen auf pathetisch.

Harald Jacobs? Markus Bellmann? Auch auf Oliver Ding trifft das weniger zu.
Strombuli
08.04.2009 - 19:29 Uhr
Cadario, Schwarze, Cordsen, Pilgrim, Gerhardt, Pater, Stenger, Hofman, etc... trifft auch auf keinen so richtig zu.
Der Vorwurf kommt meistens von ausgewiesenen Metal-, Prog-, oder Elektro-Fans, selten von jemandem mit wirklich divergentem Plattenrepertoir.
Der Redaktion hier Gleichförmigkeit oder begrenzten Horizont anzukreiden, spricht daher nicht unbedingt für den eigenen.
Magge
08.04.2009 - 20:21 Uhr
ich benutze die bewertungen allenfalls zur orientierung,um event. auch mal was neues zu entdecken,vorallem versuche ich auch mir hörproben zu beschaffen und mach mir dann mein eigenes bild,bzw.bewertung,da spielts dann kein rolle ob das jetzt ne 10/10 oder 1/10 war.

Hanna Honigkuchen
08.04.2009 - 20:34 Uhr
Ja, 10/10 ist Käse, gibts zu selten. Eine 9/9 oder 11/11 wäre doch was feines.
@Magge
08.04.2009 - 20:47 Uhr
Vorbildlich! So viel Durchblick möchte man dem ein oder anderem hier wünschen. Stattdessen ist man zutiefst beleidigt wenn ein (!) anderer Musikfreund die aktuelle Lieblingsplatte mit nur 7 statt den "objektiv angemessenen" 9 Punkten bewertet. Kindergarten!
Mullah Dadullah
09.04.2009 - 11:59 Uhr
Naja, aber ich finde die plattentest rezensionen eh recht kritisch.
"Hm...eigentlich ein geniales Album, das den alten Stil beibehält, dabei trotzdem neue Wege einschlägt.Kein einziger schlechter Song...Aber das Artwork könnte besser sein ->8/10."
Fredoy
09.04.2009 - 14:24 Uhr
Disillusion - Back to Times of Splendor hätte ne 10/10 verdient :) aber ne 9/10 ist auch ok.
Namenloser Poster @ Mullah
09.04.2009 - 14:30 Uhr
Ich könnte mich nicht entsinnen, dass hier mal eine Platte nach dem Artwork bewertet wurde...
Uh huh him
09.04.2009 - 16:11 Uhr
Ich bin eher dafür, die Zahlenwertung generell abzuschaffen.

Stimmt, das wär praktisch, weil man dann ja auch nur alle Rezis lesen müsste.

Oder muss es einfach nur großartig sein (entsprechend ungefähr einer 1 in der Schule)?

Da musste ich grad schmunzeln. In Englisch war ich also einfach nur großartig letztes Jahr. :)
Icarus Line
10.04.2009 - 00:56 Uhr
Also, Strombulli, du bist ja mal wirklich ein richtiges A...
Ich schreib hier absolut friedlich meine Gedanken rein und dann kommt dieser Streitsüchtige Affe und macht mich so agressiv von der Seite an... und das ist jetzt bei weitem nicht das erste mal. Was soll das überhaupt und für wen hältst du dich?
John
10.04.2009 - 01:59 Uhr
Portishead - Third hätte ne 10/10!

Inovativ und mutig!
koe
10.04.2009 - 02:42 Uhr
Der Redaktion hier Gleichförmigkeit oder begrenzten Horizont anzukreiden, spricht daher nicht unbedingt für den eigenen.
Bei der Gleichfoermigkeit mag ich dir recht geben.
Beim Horizont kommts auf den Kontext an.
Wenn du mit Horizont hauptsaechlich Indie- oder Indierockgenre (und ab und zu mal ein paar Metal- und "Pseudo"-hardcoralben und nen bissel poppigeren Elektro) meinst dann ja. Abseits davon siehts aber ganz schon duester sein. Meiner Ansicht nach ist der Horizont nicht soo gross, ist aber auch ok und in diesem Rahmen hier schwer moeglich.

Btw wüsste ich nur zu gerne, wieviele der Redakteure auch SELBER Musik machen.
Wenn man das tut sieht man vieles nämlich anders...


Naja... halt ich fuer eigentlich total egal, fast jedenfalls. Das Einzige was man dabei universell und unabhaengig vom Musikstil lernt ist wohl, wie schwierig es ist gute und interessante Songs zu machen (abgesehen von vielen anderen Dingen, die aber fuer Rezensionen nicht relevant sind).

Oft finde ich sogar, dass das Gegenteil richtig ist.

Icarus Line
10.04.2009 - 04:14 Uhr
Ich versuchs einfach nochmal mit einem neuen Ansatz, weil man mich scheinbar nicht richtig verstanden hat:

Was ich mit Ähnlichkeit der Geschmäcker unter den Rezensenten meine, ist, dass alle im Grunde nur Popmusik mögen. Jedes Album wird als Popalbum gesehen und so bewertet, da wird als Maßstab dann Blur und Tool und keine Ahnung was herangezogen was man sich zuhause über Kopfhörer reinzieht und drin untergeht... das ist eine schöne Sache, aber wieso wird dann jedes Album, auch eins, das nicht solche Musik sein möchte, mit diesen Kriterien behandelt? Es gibt nun mal verschiedene Musik und nicht alles kann anhand der selben Kriterien bewertet werden.

Ich stell mir unter den Rezensenten dann immer Leute vor die nur zuhause oder evtl. auch unterwegs Musik hören um mal abzuschalten. So muss Popmusik dann sein, sie muss zum abschalten geeignet sein und dann auch ordentlich zünden. Aber es gibt noch andere Art Musik. Musik im Club zum Beispiel, die komplett zum Tanzen anregen soll. Oder experimentelle Musik, die Grenzen auszuloten versucht und in dieser Hinsicht aufzeigen will, was geht und was nicht. Hier wird Musik nur so bewertet, wie sie als Popmusik bewertbar wäre, selbst wenn sie das nicht will. Aphex Twin zum Beispiel. Bekommt hier mit Drukqs 6/10, weil sie zuhause nicht flasht, weil sie wenig hörbar ist und weil es letzlich zu wenig "Musik" ist, richtig? Aber darum ging es der Platte vermutlich gar nicht. Klar will sie gehört werden, aber nicht als Musik, die man "sich anhören kann"... das ist wie mit Modeschauen, wo Models in Plastiksäcken und 50cm hohen Zylindern rumlaufen. Sowas will nicht auf der Straße getragen werden, der Designer will nur zeigen, wie man mit unüblichen arbeiten kann. Es geht darum, neue Wege zu bestreiten, das zu tun, was niemand machen würde und somit neue Maßstäbe zu setzen.

Wird deutlich was ich meine?
Ich denke nicht, aber ich weiß einfach nicht, wie ich es besser erklären soll.

Es erscheint mir einfach so, als gäbe es nur eine Zielgruppe und Bewerungen von Wohnzimmermusikhörern für Wohnzimmermusikhörer.

Anderes Beispiel: Crystal Castles. Wird mir mit 7/10 als quasi "befriedigend" abgetan, was man von der Wertung her an und für sich stehen lassen kann, aber unter falscher Begründung, eigentlich. Niemand hier in dieser Community würde unterstreichen, dass es sich um eine wegweisende Band handelt, über die man noch in Jahren sprechen wird. Weil es als modischer Schnickschnack abgetan wird. Dass es allerdings ein Brückenschlag zur Verbindung von elektronischer Tanzmusik und Noise-Rock für den Moshpit ist, der diese Mischung erstmals salonfähig macht, interessiert keinen. Im Gegenzug allerdings das selbe was die Nine Inch Nails damals gemacht haben, als sie Industrial mit Pop kreuzten und es so massentauglich machten. Das erkennt aber jeder an. Weil jeder in der gottverdammten Vergangenheit lebt.

Mir fehlt:
- Die Zeitnähe
- Die Publikumsnähe
- Die Berücksichtigung von dem, was die Musik überhaupt will.

Warum muss alles so bewertet werden, wie es sein müsste, damit es wie xyz (random album das hier 10/10 bekommen hat) hörbar wäre, statt als das betrachtet zu werden, was es wirklich sein will?

Der einzige, dem das zu beachten gelingt, ist Daniel Gerhardt. Er weiß Musik von meinetwegen Burial, Los Campesinos oder whatever angemessen zu bewerten und das ganze auch noch in guter lyrischer Form zu verschriftlichen. Daumen hoch.

Andere scheinen nur in ihrem Wohnzimmer zu leben. Die wissen nicht, was auf der Straße los ist. Haben keine Ahnung von Szene, keine Ahnung von Bewegungen. Und dann kommt so ein Vollidiot und sagt, ich rede Schwachsinn und mein Plattenschrank sei nicht vielfältig genug. Und das ist dann sicher einer, der meint, zwischen Oasis und Blur lägen Welten.

Es wird einfach alles immerwährend dem VERGLEICH ausgesetzt, statt EIGENSTÄNDIG betrachtet zu werden, DAS stört mich, und darum bin ich GEGEN Zahlenwertung.
Icarus Line
10.04.2009 - 04:18 Uhr
Stimmt, das wär praktisch, weil man dann ja auch nur alle Rezis lesen müsste.

Oh gott, nein, du müsstest lesen!
Das geht natürlich gar nicht klar...
Nichtleser
10.04.2009 - 10:50 Uhr
Es gibt auch Menschen, die noch was anderes zu tun haben außer Rezensionen zu lesen und über Quatsch zu diskutieren.
Strombuli
10.04.2009 - 20:52 Uhr
Also, Strombulli, du bist ja mal wirklich ein richtiges A...
Ich schreib hier absolut friedlich meine Gedanken rein und dann kommt dieser Streitsüchtige Affe und macht mich so agressiv von der Seite an... und das ist jetzt bei weitem nicht das erste mal. Was soll das überhaupt und für wen hältst du dich?


Alter. Jetzt kommst du mal von deinem Trip runter, machst dir ein paar Wadenwickel und setzt dich schön in Ruhe hin. Dann liest du dir vielleicht nochmal mit gedrosseltem Blutdruck ein paar Postings von dir durch, wie du mit permanent mieser Laune deine Vorredner anranzst. Dann mein Posting, wie ich in vielleicht etwas spitzzüngiger Weise eine hier oft verbreitete Pauschalisierung richtigstelle.
Immer wieder behaupten gewisse User, die Redaktion hätte sowas wie einen Einheitsgeschmack (verflucht ähnlich). Das ist schlicht falsch und nichts anderes habe ich aufgezeigt.
Wenn jemand ein grünes Auto rot nennt, komme ich auch nicht umhin festzustellen, das spräche gegen seine Farbwahrnehmung, oder?

So. Und nun enthält dein unterer Text teilweise Ansätze, über die man diskutieren könnte. Leider ist er auch wieder voller anmaßender falscher Pauschalisierungen (alle nur Popmusik ... Jedes Album wird als Popalbum gesehen und so bewertet - als gäbe es hier keine verschiedenen Maßstäbe) bis hin zu echter Comedy (Die wissen nicht, was auf der Straße los ist.), so dass am Ende nur der Eindruck zurückbleibt, du flennst rum weil halt mal wieder Lieblingsalbum X und Lieblingsalbum Y ach so missverstanden wurden und nicht richtig wertgeschätzt werden (Auch wenn du das natürlich mit dem Vorwurf abstreiten wirst, ich hätte dein Posting nicht verstanden)

Dass je nach Person, Genre und Album verschiedene Maßstäbe anlegbar sind und auch natürlich hier angelegt werden, ist doch recht offensichtlich und wirklich nichts neues. Man kann deshalb die Abschaffung von Zahlenwertungen fordern. Man kann sie aber auch konsequenterweise auch einfach nicht so ernst nehmen und Quervergleiche für die sie eh nicht gedacht sind unterlassen, sondern sie als hilfreiches Bewertungsfazit und subjektive Kaufempfehlung zur Vorselektion unter allen Veröffentlichungen sehen.
Kunst nicht mehr subjektiv bewerten und andere daran teilhaben lassen zu dürfen kann ja wohl nicht wirklich dein Anliegen sein, und letztendlich ist eine 8/10 bzw 1/10 auch nichts anderes als eine Übersetzung von "finde ich sehr gut" bzw "finde ich total scheiße" in eine kalte, aber dafür recht anschauliche Zahl.
JaRaDa
11.04.2009 - 18:25 Uhr
Revol
05.04.2009 - 09:29 Uhr
Zahlenbewertungen allgemein abschaffen!!



Jawohl!!
DerZensor
11.04.2009 - 19:11 Uhr
Zahlenbewertungen sind super. Verleihen der Rezension eine gute Note bzw. Nachdruck. Und ich wünschte mir ab und zu, dass in gewissen Print-Publikationen (Spex z.B.) eine Note vergeben wird. Dann wüsste man auch, ob der Rezensent die Platte mag oder nicht.
Sick
12.04.2009 - 02:03 Uhr
Der DerZensor hat vollkommen Recht. Ich könnte auch eher auf das Worthülsengesabber verzichten das so viele "Rezensionen" ausmacht.
hermit
12.04.2009 - 02:08 Uhr
psst nicht so laut! jeder weiß doch dass es verdammt indie is keine bewertungen zu haben, von wegen "lies mein elitären text du arsch" und noten sind eh nur für den ungebildeten pöbel der nicht richtig lesen kann.
aber vielleicht seid ihr ja schon das neue indie, wo noten cool sind, ja das werde ich mal im auge behalten.
JaRaDa
12.04.2009 - 14:58 Uhr
Noten kategorisieren die Musik viel zu sehr, und dieses Indie-gelabber ist auch schon ziemlich ausgeleiert...
H1ghfiv3
29.07.2009 - 20:50 Uhr
Es geht doch letztentlich darum, ob der Autor einer Rezension dazu in der Lage ist, seine (eigene) Meinung über eine Platte vernünftig, informativ und vorallem überzeugend in Worte zu fassen. Ohne schleimen zu wollen, gehört der Großteil der hier geschriebenen Rezis mit zu dem absolut Besten, was der deutsche (Pop-)Musikjournalismus so zu bieten hat. Das und die Tatsache, das ich über plattentests schon auf viele großartige Schätze gestoßen bin, sind mit ein Grund dafür, dass ich mich immer auf das wöchentliche Update freue. Dass hier mit der 10/10 so gegeizt wird, macht es dann umso spannender, wenn sie dann mal doch vergeben wird. Das ist übrigens sicher auch ein Mittel, die Leser an der Leine zu halten.
Also bitte nicht abschaffen, sondern die Musiker dazu aufforden, würdige Werke zu produzieren :)
Samsa
29.07.2009 - 21:07 Uhr
Als die Portishead keine 10 bekam wurde es spätestens absurd. Ca. einmal jedes Jahr sollte die Note schon deswegen vergeben werden, weil auch früher nicht so damit gegeizt wurde: Ich sage nur "Bloodflowers" und "Amnesiac".
lügner
29.07.2009 - 22:25 Uhr
welche alben haben eigentlich 10/10 Punkte bekommen (außer kid a), das würde mich mal interessieren, weiß das jemand?


29.07.2009 - 22:25 Uhr
http://www.plattentests.de/archiv.php?sort=wert
logan
30.07.2009 - 00:26 Uhr
Es werden einfach nicht jeden Monat, oder auch nur jedes Jahr, rundum perfekte Alben für die Ewigkeit abgeliefert, bzw. Alben, bei denen klar ist, dass sie auch nach zehn Jahren und dem Tausendsten Hören noch mindestens genauso gut klingen wie beim ersten Spin, wenn nicht gar noch wachsen. Und für solche sollte die 10/10 reserviert sein. Dass 99,999999999% aller Magazine dem jeweils neuesten Hype, den fünf Jahre später niemand gekauft haben will, mit 10/10 abfeiern, ändert daran auch nichts. Das ist vielleicht das beste an PT.de, dass hier nicht wahllos gleich die 10 gezückt wird - wenn man den Bewertungsunsinn schon mitmacht, dann wenigstens konsequent. Die 10er-Inflation bei den meisten anderen Magazinen dagegen ist einfach lächerlich.

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