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boneless
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18.02.2017 - 18:15 Uhr
Es ist schon bemerkenswert, dass ein technischer Defekt den gestrigen Abend zu einem Besonderen gemacht hat.
Nachdem einem Leprous vor allem mit ihrem Sänger extrem auf die Ketten gegangen sind und Between the Buried and Me das erhofft großartige Brett abgeliefert hatten (leider war meines Erachtens nach der Gesang etwas zu sehr im Hintergrund und die Show an sich natürlich zu kurz, aber seis drum) betrat dann gegen 10 Devin Townsend und Band die Bühne. Schon nach wenigen Minuten war klar: dieser Typ hat echt nicht alle Latten am Zaun. Ununterbrochen Grimassen schneiden, mitten in den Songs Kommentare abgeben, ständig mit den ersten Reihen mittels verrückter Blicke und Gesten kommunizieren... und mit einer Laune aufwarten, die man so noch nicht erlebt hat. Soll heißen: entweder ist der Mann auf Droge oder aber wirklich so vollkommen positiver Energien, dass er förmlich platzt. Das Konzert lief ohne Probleme durch und ließ mich ehrlich gesagt etwas kalt. War halt perfekt bis ins kleinste Detail, aber die Seele fehlte irgendwie.
Dann aber kam Planet of the Apes. Mitten im Song gab fast die komplette PA ihren Geist auf, nur noch ein Teil der Keyboards und Devins Stimme waren zu hören. Die Band selbst bekam das erst nach ca. 3 Minuten mit. Dann: hektisches Treiben, die Soundfrau sah aus, als würde sie gleich einen Anfall bekommen. Der Einzige, der cool blieb, war Devin. Wo ca. 98% aller großen Bands die Bühne einfach verlassen würden und die Techniker den Unmut des Publikums abbekommen, bleib Devin. Als nach 5 Minuten immernoch nichts funktionierte und allen klar wurde, dass da wirklich was im Argen ist, behielt er einen kühlen Kopf, wollte erst ein Akkustikset starten, was aufgrund des fehlenden Safts natürlich nicht funktionierte, um anschließend einfach an den Rand der Bühne zu kommen, um Selfies schießen zu lassen und Autogramme zu geben. Zwischendurch gab es immer wieder aufmunternde Ansagen in das immer mal wieder funktionierende Mikro und er stellte sicher: egal, wie lange das Ganze dauern würde, seine Band wird das Set auf jeden Fall zu Ende spielen. Das Publikum dankte es ihm. Keinerlei murren, eher eine ausgelassene Partystimmung herrschte während dieser Pause im Täubchenthal. Nach ca. 40 Minuten ging es dann bergauf, Mikro und Townsend's Gitarre funktionierten wieder und Townsend spielte dann allein eine umwerfende Version einer seiner besten Songs (Deadhead) und schob noch Life dazwischen, bevor wieder alle Musiker auf die Bühne kamen und das Konzert weitergehen konnte. Die Zugabe Higher beschloss dann einen denkwürdigen Gig, welcher bewies, dass Townsend zwar nicht alle Tassen im Schrank hat (es gab creepy Handpuppen und Eddings mit seinem Namen drauf am Merchtisch...), aber trotzdem einer der smypathischsten und schlichtweg besten Menschen im Metalzirkus ist. Ich glaube, ein Technikproblem war nie derart erheiternd wie an diesem Abend. Einen großen Dank an Devin dafür.
Setlist Townsend:
Rejoice
Night
Stormbending
Failure
Hyperdrive
Where We Belong
Planet of the Apes
Deadhead
Life
Ziltoid Goes Home
Suicide
Supercrush!
March of the Poozers
Kingdom
Higher
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