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Tom Waits - Closing time

User Beitrag
Leatherface
13.01.2009 - 19:16 Uhr
Ein Thread für sein erstes, vielleicht schönstes, mit Sicherheit aber traditioniellstes Album voll mit wunderbaren, romantisch-leidenschaftlichen Balladen wie Ol'55, Martha, I Hope That I Don't Fall in Love With You und zahlreichen Weiteren, die es gar nicht nötig haben gesondert hervorgehoben zu werden, zwischendrin der sanfte Blues-Happen Virgina Avenue und der schmissige Ice Cream Man. Die markante Stimme und der ganz spezielle Waits-Stil fehlen hier zwar noch, aber trotzdem halte ich das für eins seiner besten Alben.
Wolffather
13.01.2009 - 19:21 Uhr
sehr schönes Album, gehört aber für mich nicht ganz zu den absolut besten Waits-Alben... dafür ist es ein wenig zu konventionell, auch wenn die Songs großartig sind
logan
13.01.2009 - 19:28 Uhr
sein konservativstes album
Sie
13.01.2009 - 20:25 Uhr
Tolle Songs, aber auch teilweise recht schmalzig. Man hört dem Album schon sehr deutlich an, dass es sein erstes ist (die richtigen Spinnereien kamen ja auch erst später - zum Glück).
Sick
13.01.2009 - 20:26 Uhr
Großartige Songs bleiben großartige Songs, auch wenn sie "klassisch" sind.
till
15.01.2009 - 21:43 Uhr
ich finds wunderschön... muss allerdings zugeben, dass ich sonst nicht wirklich waits-bewandert bin ;)
logan
16.01.2009 - 01:02 Uhr
Dann sollte Dir "Looking For The Heart Of Saturday Night" auch gefallen. Klingt zwar schon etwas anders (Barjazziger), aber immer noch recht konventionell. Danach wurde es freakiger.
Manus
16.01.2009 - 03:58 Uhr
Geiles Teil! Wie alles von ihm. Ausnahmslos toller Künstler!! einer meiner Alltime-Favorites.

Die markante Stimme und der ganz spezielle Waits-Stil fehlen hier zwar noch

halte ich ja für ein Gerücht.
till
17.01.2009 - 23:33 Uhr
@logan: danke für den tip. werd ich mir die tage mal besorgen/zu gemüte führen...
Linkslinker Gutmensch
18.01.2009 - 01:28 Uhr
Wunderbares Album, gerade richtig für den Einstieg, hat aber auch nachher einiges zu bieten. Waits singt hier zwar noch mehr als er krächzt, dennoch ist klar sein eigener Stil zu erkennen. Wenn ich ne Bar hätte, würde diese Scheibe in ner Dauerschleife laufen. Vergleichbar mit dem etwas bluesigeren und imho minimal schlechteren "Blue Valentine".

Highlights:
Ol' '55
I Hope That I Don't Fall In Love With...
Martha
Lonley
Grapefruit Moon
Closing Time (wundebar jazziger ausklang)
logan
18.01.2009 - 02:43 Uhr
Das krächzen kam eh erst später, und ich finde es auch übertrieben, wie er von Leuten, die damit nicht klarkommen, oft darauf reduziert wird. Er hat immer auch klarer gesungene Stücke auf seinen Alben. Und selbst auf den ersten schon schrägeren, aber immer noch in Barjazz/Songwriter-Tradition stehenden Werken wie "Small Change" hat er noch weitgehend einen konventionellen Gesang eingesetzt - jedenfalls kein Krächzen.

Was die Highlights aus "Closing Time" angeht, so sehe ich das ganz genauso wie Linkslinker Gutmensch (seltsamer Screenname btw).
Hausfrauenfreie Musik! (Danke, Tom!)
18.01.2009 - 10:47 Uhr
Merkwürdig: Wenn ich darüber nachdenke, was mir bei Stimmen wichtig ist, stelle gerade fest, dass auf den meisten Platten, die ich oft höre, nicht"schön" gesungen wird. Dazu gehören unter anderem Tom Waits, Bob Dylan, Leonard Cohen und Neil Young. Viele "schöne" Stimmen, wie z.B. die von Fran Haley finde ich irgendwie nichtssagend. Damit will ich nicht sagen, dass ich deren Musik langweilig finde, aber irgendwie begeistern kann ich mich nicht richtig dafür. Solche Sachen höre ich eher so im Hintergrund, nicht wenn ich "richtig" Musik hören will.

Zu Tom Waits: Also ich finde seine Stimme einfach genial, was der damit alles anstellt...da kommt richtig etwas rüber und man wird berührt!
Leatherface
18.01.2009 - 13:08 Uhr
Er hat immer auch klarer gesungene Stücke auf seinen Alben. Und selbst auf den ersten schon schrägeren, aber immer noch in Barjazz/Songwriter-Tradition stehenden Werken wie "Small Change" hat er noch weitgehend einen konventionellen Gesang eingesetzt

Klar hat er das. Auch heute noch sind immer wieder klar gesungene Songs auf den Alben wie Alice oder Hold on, aber zu Closing Time-Zeiten war seine Stimme noch relativ sauber und unverbraucht, noch nicht so verdreckt und rau. Wenn ich es nicht wüsste, würde ich nicht vermuten, dass etwa Ol'55 und On The Nickel von der gleichen Person gesungen wurden und da liegen nur 7 Jahre dazwischen.
Marianne
29.06.2009 - 15:46 Uhr
Ol´55 10/10
I Hope That I Don´t Fall In Love With You 10/10
Virginia Avenue 9/10
Old Shoes (& Picture Postcards) 9/10
Midnight Lullaby 8/10
Martha 10/10
Rosie 9/10
Lonely 8/10
Ice Cream Man 9/10
Grapefruit Moon 9/10
A Little Trip to Heaven 8/10
Closing Time 10/10

Insgesamt: 9/10

Waits war 24 Jahre alt, als er "Closing Time" aufnahm. In seinem Gesamtwerk nimmt sich diese Platte wie eine Kuriosität aus.

Dieser junge Kerl klingt so frisch...beinahe lebendig; beinahe so wie jemand, den man sonntags zum Essen einladen würde; als hätte da einer den Sonnenaufgang gesehen, nicht den Untergang...wo ist da diese uns heute so vertraute Stimme, die klingt, als wäre sie mit einem Schleppnetzdurch den Hades gezogen worden? Die Melodien sind sauber auskomponiert und die Reime sitzen alle an der richtigen Stelle.

Keine große Überraschung also, dass sich Waits dreißig Jahre später kaum noch auf CLOSING TIME bezieht. Und als es darum ging , Material für seine erste ANTHOLOGY ("Tom Waits Asylum-Years") auszuwählen, wählte er nur "Martha" und "Ol´55" von dieser Platte. Zu Unrecht! wie ich meine. Denn selbst in einer Popära wie der unseren, die es den Musikern geradezu nahelegt, das Publikum zu verarschen, sind "Ol´55", "I Hope That I Don´t Fall In Love With You", "Martha" und "Closing Time" hervorragende Songs, gleichgültig, an welchen Maßstab man sie mißt.
Korrektur
29.06.2009 - 15:49 Uhr
"an welchem Maßstab man sie mißt..."
Holly Williams (Tochter von Hank Williams Jr., Country-Sängerin)
01.07.2009 - 00:30 Uhr
The first album I really fell in love with was CLOSING TIME from Tom Waits. That´s my favorite record of all time.
Hans
30.07.2009 - 20:18 Uhr
Coverversionen von anderen Musikern

u.a.

The Eagles - Ol´55
Meat Loaf - Martha
Jon Bon Jovi - I Hope That i don´t Fall In Love With you
Lee Hazlewood - Martha
Tim Buckley - Martha
Sophia - I Hope That I Don´t Fall In Love With You
Ian Matthews - Ol´55
10.000 Maniacs - i Hope That I Don´t Fall In Love With You
Mugison - Little Trip To Heaven
Duke Special - Martha
Jerry Jeff Walker - Ol´55
Bette Midler - Martha
Marc Cohn - I Hope That I Don´t fall In Love With You
Nancy Griffith - Grapefruit Moon
Kid Congo Power - Virginia Avenue
David Baerwald - Old shoes (& picture Postcards)
Ute Lemper - Grapefruit Moon
Screamin´Jay Hawkins - Ice Cream Man
Micah P. Hinson - Old Shoes
Maria McKee - Grapefruit Moon
Guy Davies - Midnight Lullaby
Beat Farmers - Rosie
Wolfgang Ambros - Martha
Southside johnny & The asbury Jukes - Grapefruit Moon
Hobotalk - I Hope That I Don´t Fall In Love With You
Jesse Malin - I Hope That I don´t Fall In Love With you
Shawn Colvin - Ol´55
Wolfgang Ambros - Ol´55
Smashing Pumpkins - Ol´55
Sarah McLachlan - Ol´55
Lisa Bassenge Trio - I Hope That I Don´t Fall In Love With You
K´s Choice - Ol´55
Melanie Doane - Martha
Dave Alvin - Ol´55

etc.
Vergessen
31.07.2009 - 06:24 Uhr
Emiliana Torrini - I Hope That I Don´t Fall In Love With You
Obrac
31.07.2009 - 09:55 Uhr
Wolfgang, könntest du mir nochmal die Coverversionen aufzählen. Ich finde die anderen 17 Threads nicht mehr. Dazu bitte auch alle Coverversionen, die je von Neil Young-Songs gemacht wurden, und was Tom Waits mal dazu gesagt hat.
Wolfgang
31.07.2009 - 11:13 Uhr
also, Neil Young meinte zu Maria McKees Version von Grapefruit Moon einmal: "Wer Weizen säht wird ihn vielleicht auch ernten."
10/10
Wolfgang
31.07.2009 - 11:14 Uhr
Korrektur
Woody Guthrie
31.07.2009 - 13:48 Uhr
Tom Waits, nebenbei bemerkt, mag Neil Young nicht wirklich: "Noch einer mit der geistigen Reife eines Drittklässlers", ließ er sich gegenüber John Platt aus. "OLD MAN, TAKE A LOOK IN MY LIFE...- das ist wirklich gut, IT`S LOT LIKE YOURS... das ist sogar hervorragend. Wenn ihm diese Zeile in einer Kneipe eingefallen wäre und er keinen Stift gehabt hätte, wäre sie für immer für die Menschheit verloren gewesen. Also, ich bin wirklich froh, dass es überall so viel Tinte und Füller und Papier gibt, weil der Mann ja so begabt ist."
Rolling Stone
31.07.2009 - 14:01 Uhr
Es gibt wohlmeinende Interpretationen, die Youngs Geisteszustand in Zusammenhang mit der Behinderung seines Sohnes bringen, die zu der Zeit angeblich seine ganze Konzentration forderte.
Jeff Walker
30.01.2010 - 14:51 Uhr
Ich glaube das erste Album kann man guten Gewissens sowohl als Countryrock-beeinflußt und als Singer-Songwriter-Platte bezeichnen. Was Elektra und Asylum betrifft, gab es dort von beiden Genres reichlich, angefangen bei den Paul Siebels bis hin zu den Tim Buckleys. Also ist mir nie in den Sinn gekommen, dass er nicht dazu gehörte. Mal davon abgesehen, dass es mit ihm nun einen großartigen Songwriter aus San Diego gab, war er nicht so ungewöhnlich.
Jerry Yester
30.01.2010 - 14:56 Uhr
Tom hat seine Stimme in späteren Jahren viel mehr stilisiert, aber eines wird mir an CLOSING TIME immer gefallen: Was man darauf hört, ist der Tom von damals.

30.01.2010 - 15:00 Uhr
Haltet doch mal eure Scheiß Fressen. Ihr nervt!
Randy Hoffman
30.01.2010 - 15:01 Uhr
Franny sagte zu mir ´Hey, das ist Tom Waits, der hängt jetzt im Troubadour rum und er hat dieses Tape hier gemacht. Also gab er es mir mit, damit ich es anhören konnte. Aber es hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Damals befanden wir uns mitten in der Blütezeit der Singer-Songwriter-Bewegung. Aus San Diego waren viele nach L.A. gekommen, und irgendeiner bekam immer einen Plattenvertrag, aber eigentlich wurde nie was draus. Also dachte ich mir: ´Na toll, noch so einer, aus dem am Ende wieder nichts wird.
Stephen Holden (Rolling Stone)
30.01.2010 - 15:10 Uhr
Seine Stimme ist voller Selbstironie, an der Grenze zum Selbstmitleid, und die Mehrheit sseiner Songs könnte man als Allzweck-Lounge-Musik bezeichnen.Für mich beschwört Waits´Stil eine Aura von ausgedrückten Zigaretten in schäbigen Bars und einen "One For My Baby" singenden Sinatra. Seine Songs und sein Pianospiel parodieren das Lounge-Musik-Subgenre so perfekt, dass wir uns fragen,ob er uns verscheißern will.
Jerry Yester
30.01.2010 - 15:18 Uhr
Er war extrem kommunikativ im Umgang mit den Musikern. Er hat kaum musikalische Fachbegriffe verwendet, aber er hat immer seinen Standpunkt klar gemacht und konnte jederzeit vermitteln, was genau er wollte. Er artikulierte sich durch Metaphern, und sie wussten jederzeit, wovon er redete. Er ging alles ruhig und entspannt an. Und er kannte diese Songs vorwärts und rückwärts. Er vermittelte dieses wunderbare Gefühl, dass er sich der ganzen Sache völlig hingab, ohne sich im Geringsten zu verbiegen. Manchmal verglühte seine Zigarette einfach im Aschenbecher. Sein Auftreten, seine Erscheinung, alles fühlte sich absolut echt an.
Bill Plummer
30.01.2010 - 15:24 Uhr
Shep Cooke erzählte mir, dass Tom unten in San Diego noch viel folkiger gewesen war. Aber was wirklich aus Tom werden sollte, kristallisierte sich erst während und nach den Aufnahmen zum ersten Album heraus. Der Keim war gepflanzt, seine Kompositionen unterschieden sich grundsätzlich von dem, was andere machten, aber erst danach begann sich dieser ´Skid Row´-Charakter herauszuschälen, für den er schließlich stand.
David Geffen
30.01.2010 - 15:35 Uhr
Ich checkte damals das TROUBADOUR relativ häufig aus. Montags war ich immer an der Bar, das war ein großartiger Ort um abzuhängen. Ab und an kam dann einer vorbei und sagte ´Hey, da ist gerade jemand richtig Gutes auf der Bühne.´Dann ging man rein und machte sich selbst ein Bild. Ich wartete auf der Herrentoilette, als ich Waits´körnige Stimme hörte, die "Grapefruit Moon" sang. Ich dachte: Wow! Er war exakt das, was ich bei Asylum haben wollte. Er sah nicht so aus, wie die Singer-Songwriter damals aussahen. Er hatte eine ganz eigene Stimme, seinen eigenen Stil, seine eigene Präsentation und augenscheinlich ein ganz eigenes Desinteresse an all diesen Dingen. Aber seine Songs bliesen mich weg. Ich liebte die Art, wie er sang.
Elliot Roberts (Asylum-Records)
30.01.2010 - 15:49 Uhr
Damals gab es viele gute Singer-Songwriter, die unserer Meinung nach die Chance verdient hatten, eine Platte aufzunehmen. Auch wenn wir wussten, dass sie nicht besonders erfolgreich sein würden. Waits aber war etwas anderes, weil er sich als Beatnik neu erfunden hatte. Tom ist dabei der glückliche Umstand zugutegekommen, diesen Plan in L.A. umzusetzen, denn die Stadt war wie eine leere weiße Wand.
Petra Adam
10.11.2010 - 09:19 Uhr
Jerry Yester von Henske/Yester "Farewell Aldebaran", Produzent von "Closing Time" Tom Waits, "Happy Sad" Tim Buckley kommt Ende November nach Deutschland und stellt seine Solo CD vor.

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