Buch: Heinz Strunk - Fleckenteufel

User Beitrag
Leatherface
14.12.2008 - 17:05 Uhr
Strunk kündigt das männliche Pendant zu den Rocheschen Feuchtgebieten an.

Wir schreiben das Jahr 1977. Thorsten Bruhn ist sechzehn und ein Spätzünder. Der Geschlechtstrieb hält ihn trotzdem schon heftig auf Trab. Erst recht auf der anstehenden Familienfreizeit mit der evangelischen Gemeinde; es geht nach Scharbeutz an der Ostsee. Kirchenfreizeiten sind Ende der Siebziger der bevorzugte Ort für Heranwachsende, um zum ersten Mal rund um die Uhr mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Mit allen Konsequenzen. Bei Thorsten führt dies zu einem anstrengenden Zusammenwirken von sozialer Überforderung, religiösen Gefühlen und hormonellem Dauerrauschen. Dazu kommt das schlechte Essen. Wo unser Held doch ohnehin zur Verstopfung neigt: Luke zwo seit Tagen dicht! Und so erlebt Thorsten innerlich versteinert schlimme Andachten, peinliche Gruppenspiele, eine trostlose Jugenddisko, alkoholische Exzesse und erotische Wirrungen mit ständig wechselndem Objekt. Ein Wunder, dass am Ende doch noch alles irgendwie gut ausgeht…

VÖ am 16. Januar 2009.
arnold
14.12.2008 - 17:14 Uhr
Geht aber schnell. Wie erfolgreich war/ist eigentlich das aktuelle Buch?
lüdgenbrecht™
14.12.2008 - 17:18 Uhr
Eher so mittel bisher. Der Plot des neuen Buchs erinnert ein wenig an den Track \"Das P.enistier\" auf der Schorfopa-Platte. Man darf gespannt sein...*

*Beknacktester Pressefuzzi-Satz der reflexiven Postmoderne
die nudl vom rudl
14.12.2008 - 20:17 Uhr
aja, der strunk... der kann gar nichts! Wenn ich mir die Mühe machen würde, könnte ich das wohl in einer kleinen Arbeit abhandeln und felsenfest untermauern, bis ich dazu allerdings publiziere: Viel Glück beim selbst rausfinden!
Piepi
15.12.2008 - 08:03 Uhr

Strunk kündigt das männliche Pendant zu den Rocheschen Feuchtgebieten an.


Feuchtgebiete brauchte schon keiner. Wenn das wirklich das Pendant sein soll, ist es vollkommen überflüssig.
die nudl vom rudl
15.12.2008 - 17:10 Uhr
Die Faszination dieses Feuchtgebiete-Schrotts ist mir auch ein Rätsel. Kann mir das wer erklären? Und dann am besten auch noch warum man den strunk mögen kann...
Gähhhn
15.12.2008 - 17:31 Uhr
Kann mir das wer erklären?

Was ist daran so schwer zu verstehen? Ein gewisser Reiz am Ekelfaktor und am(angeblichen) Tabubruch + riesen Medienhype. Sowas ist doch die absolute Standarderfolgsformel ...

die nudl vom rudl
15.12.2008 - 19:56 Uhr
Ich mein ja nicht den Erfolg. Ich mein folgende Frage: "Warum findest DU "Feuchtgebiete" (das BUCH) gut?" oder so ähnlich... Glaube kaum, dass mir da jemand antwortet: "Ja, wegen dem Medienhype natürlich, geilo!"
Twei
19.01.2009 - 22:06 Uhr
Hat es schon einer gelesen?
die Zunge Europas fand ich nicht mehr so gut.
Wie sind eure Eindrücke zum neuen Buch?
Endorphin
19.01.2009 - 22:34 Uhr
Ging ja ganz schön schnell mit dem nächsten Buch.
Zunge Europas gefiel mir allerdings. Ich mag diesen Typus abgewrackter Loser, der sich so sehr nach oberflächlicher Normalität sehnt, wie er sie gleichzeitig verachtet.

Fleckenteufel sehe ich eher als Satire auf Feuchtgebiete an. Ob man da allerdings gleich ein ganzes Buch schreiben soll, weiß ich nicht. Ich glaube aber Strunk wäre gerne der erste gewesen, der die Ekelgrenze durchbricht und muss jetzt einfach nachziehen.
Sagehorn
19.01.2009 - 23:14 Uhr
der strunk hat sein bisheriges leben halt noch nicht so ganz verarbeitet.. ^^

bearquartet
20.01.2009 - 00:06 Uhr
Immer wieder die selben witze, Begriffe wie luke zwo, undundundoderoder u.s.w. kann ich nicht mehr hören. Heinz, hör auf zu schreiben. Wer dieses buch gut findet geht nur neun Jahre zur Schule, bleibt aber auch drei Mal sitzen.
Twei
22.01.2009 - 15:26 Uhr
also lieber 12€ in ne anständige Cd investieren
Der oder die mit dem Ringelpullover und der blonden Lockenmähne in der 2. Reihe von unten
08.05.2009 - 11:44 Uhr
Wie ist das Buch denn nu?
Konsum
08.05.2009 - 11:55 Uhr
Ich habs gelesen und finds großartig. Wieder krank gelacht.

Musste am Anfang zwar auch an Feuchtgebiete denken, aber - ohne dass ich das gelesen hätte - denke ich, in punkto Ekelfaktor kommt Strunk da nicht ran. Was er sicher auch nicht will, denn das Buch ist mehr als eine Satire oder ein schlichtes Mitreiten auf der Ekel-Welle.

Strunk konzentriert sich vielmehr auf typische Teenie-Probleme eines Außenseiters, der verzweifelt dazugehören will und mit seinem überschäumenden Sexualtrieb kämpft.
Grandios die Typen, die wohl jeder von uns so oder so ähnlich kennt: Tiedemann, Heiko, Susanne Bohne, herrlich seine Verarschung der christlichen Freizeiten. Das ganze in einem wunderbaren 70er-Setting. Ich hab mich köstlich amüsiert.
Bonzo
08.05.2009 - 13:29 Uhr
Ich fands okay. Wirklich lustige Sachen dabei, aber wirklich noch weit weg von "Fleisch ist mein Gemüse".
Der oder die mit dem Ringelpullover und der blonden Lockenmähne in der 2. Reihe von unten
08.05.2009 - 13:39 Uhr
Fängt schonmal total geil ein. "Als ich die zweite (Zigarette) gerade halb aufgeraucht habe, stellt sich plötzlich heftiger Arschdruck ein. Die verdammte Raucherei! Vor Aufregung und Hektik und Angst habe ich heute noch überhaupt nicht gekackt."
mal ne Frage
08.05.2009 - 13:39 Uhr
wirklich?
Petra Barfknecht
08.05.2009 - 13:48 Uhr
"Blitzschnell rechne ich hoch, wieviel Kacke Frau von Roth in ihrem bisherigen Leben schon ausgeschissen hat. Fußballfelder."
hmmm
08.05.2009 - 15:40 Uhr
die passagen klingen wie ein roman von helge schneider. ähnlicher humor?
Petra Barfknecht
08.05.2009 - 15:51 Uhr
Weniger kindlich-verspielt, eher verzweifelt-morbide und sehr anal-genital ausgerichtet.
Harald Stonischewski
08.05.2009 - 16:41 Uhr
"Laut furzend lässt er die Hosen herunter und dann brüllt sein Arsch in die Schüssel, aber richtig. Er prustet, schreit, winselt, röhrt, brummt und schnarrt. Animalische Laute, die Entleerung hat nichts menschlöiches mehr."
Franz-Josef Spindlzuchter-Wellmichl
08.05.2009 - 16:50 Uhr
Wenn man sich hier Forum solcher Fäkalsprache bedient wird man gesperrt, wenn das Ingo Appelt als Standup darbietet, gilt er als geschmacklos und verachtenswert, aber wenn Heinz Strunk es geschrieben hat, muss es ja hohe Kunst sein über die man herzhaft lacht und jeder der nicht mitlacht gilt als einfältig.
Harald Stonischewski
08.05.2009 - 16:54 Uhr
Wer Ingo Appelt und Heinz Strunk über miteinander vergleicht gilt in der Tat als einfältig.
T. Bruhn
09.05.2009 - 10:43 Uhr
"Nach wenigen Sekunden kommt sie. Die Scheiße einesr ganzen Woche, eines ganzen Jahres, eines ganzen Lebens, als hätte jemand den Pfropfen gezogen. Von dem bestialischen Gestank wird mir gleich wieder richtig schlecht. Oh nein, oh nein, oh nein, oh nein, was soll ich nur machen? Ohne zu spülen und mit schmutzigem Arsch kriech ich mich vor die Schüssel und kotze in meine eigene Scheiße rein."
hans
09.05.2009 - 10:51 Uhr
kranker scheiss.
übrigens gegenfrage: wie kann man heinz strunk nicht mögen?
T. Bruhn
09.05.2009 - 10:56 Uhr
Indem man seinen Humor nicht lustig bzw. bereichernd findet.
Konsum
18.05.2009 - 12:26 Uhr
Gefällt mir eigentlich noch besser als "Fleisch ist mein Gemüse". Der Strunk'sche Expressionismus wird von kommenden Generationen als Höhepunkt der heutigen Literatur angesehen werden.
Tufkalüdge
18.05.2009 - 19:06 Uhr
Ersten Satz unterschreib ich blind, beim zweiten bin ich mal ein wenig vorsichtiger. ;D
Nur zur lnfo (Literaturpapst)
01.06.2010 - 20:49 Uhr
Wichtigstes Werk der deutschen Gegenwartsliteratur der letzten Jahre.

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