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Feeder - Comfort in sound

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didz

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13.11.2021 - 17:48 Uhr
hm, ich meine es is nich für godzilla gedreht, sondern das video sollte so sein und da musste halt ein schnelleres stück gespielt werden, damit der effekt auch gut zur geltung kommt?

jo

Postings: 3318

Registriert seit 13.06.2013

14.11.2021 - 20:32 Uhr
@Felix:

Nein, das war nie die Intention. Die war einfach, "Godzilla" live zu spielen und die Szenen dementsprechend verlangsamt für "Find the Colour" zu nutzen. Letzteren wollten sie eben anscheinend einfach nicht performen.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7632

Registriert seit 26.02.2016

21.11.2021 - 16:42 Uhr
Comfort In Sound

Die Band meinte mal, dass die Verarbeitung von Jon Lees Tod erst auf dem Nachfolger beginnt, aber ich höre hier eine ganze Menge Schwere und Trauer. "Comfort In Sound" ist Feeders emotional tiefstes Album und an manchen Tagen auch ihr bestes. Ich konnte mich lange nicht zwischen "Echo Park" und diesem entscheiden, mittlerweile entscheide ich mich einfach nicht mehr.
Die B-Seiten sind wie das Album größtenteils top, erweitern die Palette und decken die Stimmungsfarben ab, die teils auch nicht so auf die Platte gepasst hätten.

Album (9,0)

01. Just The Way I'm Feeling 10
"You're watching clouds come over you." Vom ersten Moment an wird klar, wie anders die Stimmung hier ist. Vor allem wird klar, wie gut die Band mit Streichern umgehen kann. Die Arrangements sind große Klasse und machen den Song noch größer und besser.

02. Come Back Around 9
Für eine erste Single mit einer gewissen Sperrigkeit versehen. Gerade die Rhythmusverschiebung im Refrain ist wie ein Stolperstein. Am Ende zählt aber, dass der Song eine unglaubliche Wucht entfacht und dennoch seinen verletzlichen Kern nie versteckt.

03. Helium 8
Der Sound ist beinahe schon garstig mit seinem verzerrten Gesamtauftreten. Wenn Grant von Liebe und dem "new high" singt, klingt das mehr wie eine Qual als alles andere. Diesen Gegensatz, der sich im melodischeren Refrain etwas annähert, finde ich total spannend.

04. Child In You 8
Eine weitere Feeder-Wendung ist "some place new", die hier nach dem Opener weitere Anwendung findet. Ansonsten ist "Child In You" nur ein scheinbarer Ruhepol, ich finde den Text für die liebliche Instrumentierung erstaunlich düster. "It's alright, it's okay" klingt da wie ein Mantra, dass man sich vorbetet, um nicht abzustürzen.

05. Comfort In Sound 8
Einer der beiden klaren Hoffnungsschimmer auf der Platte. Der Refrain bietet zum ersten Mal dieses Gefühl, dass hier ein großes Licht angeht und ganz viel Wärme im Raum ist. Ein Song, der dafür steht, dass dieses Album neben eigener Trauerverarbeitung auch viel Trost gibt.

06. Forget About Tomorrow 8
Hier gab es doch einmal einen Thread zu Songs, bei denen die Strophe besser ist als der Refrain. "Forget About Tomorrow" hat mich mit den tollen Strophen und wieder diesen großartigen Streichern. Nur die Hook und der etwas dick aufgetragene Zwischenteil... da bin ich manchmal raus. Trotzdem großartig natürlich am Ende.

07. Summer's Gone 9
Tolle Dramatik in diesem Song, ich mag vor allem das gequetschte Gitarrensolo im Höhepunkt. Bei der Zeile "It's turned to grey" läuft es mir oft kalt den Rücken runter. Klar ist auch hier sehr viel Pathos drin, aber man spürt förmlich, wie sich die angestaute Trauer hier entlädt.

08. Godzilla 6
Und wenig später in Wut umschlägt. In zwei Minuten dekonstruieren Feeder scheinbar alles, was die Platte bis dahin aufgebaut hat. Dieser Song steht nur schwer für sich, sondern muss im Kontext gesehen werden: Der völlige Kollaps, der nötig ist, um im letzten Plattendrittel klar zu reflektieren und nach vorne zu schauen.

09. Quick Fade 9
Der Song mag etwas zuckrig sein, aber gab es je schönere Backingvocals bei Feeder als in diesem Refrain? Allein dafür hat "Quick Fade" schon einen Platz in meinem Herzen. Und dann singen sie auch noch so wehmütig "He's gone". Ach Mensch.

10. Find The Colour 8
Ähnlich wie der Titeltrack hellt auch "Find The Colour" die Stimmung merklich auf. Der Refrain ist so wunderbar euphorisch, in den könnte ich mich reinlegen. Auch dieses Solo ist total super, wenn auch etwas kurz geraten. Nicht überraschend, dass das eine Single wurde.

11. Love Pollution 8
Einfach ein sehr schöner Song. Man merkt auch hier, wie viel besser sie in Sachen Instrumentierung und Arrangement sie auf diesem Album noch mal geworden sind.

12. Moonshine 10
Bis heute der längste Feeder-Song überhaupt. Und das mit Recht: Epischer als in diesem so treffend betitelten Song wurden sie wohl nie. "Oh, would you come back to me" – einfach eine wundervolle Stelle. Die Bridge von "Summer's Gone" erhält ein Echo. Und wenn das Stück richtig Fahrt aufnimmt, ist man vollends drin gefangen. Ein würdiger Closer für dieses großartige Album.

B-Kram

01. Feel It Again 9
(Come Back Around)
"December, why does it always rain, why does it never snow?" Fast perfektes Timing! In gewisser Form ein Geschwisterkind zu "Come Back Around", es gibt ein ganz ähnliches Motiv in beiden Refrains. Und ganz ehrlich: Den hier hätten sie gleichermaßen vorweg schicken können: eine unwitterte Hymne.

02. Opaque 9
(Come Back Around)
Was für ein geiler Gitarrensound und dazu noch die Vocals wie aus der Ferne herübergerufen. Ich spüre "Helium"-Vibes, "Opaque" ist dagegen etwas zugänglicher, aber auch noch mal besser als Song. Mächtig.

03. Broken 9
(Just The Way I'm Feeling)
Ein Kleinod, das mir auch sehr ans Herz gewachsen ist. Der Song benötigt gar nicht viel. Allein, wenn im Refrain die "The feeling's gone..."-Stelle kommt, bin ich schon völlig hin und weg.

04. Comfort In Sound (Spike Mix) 8
(Comfort In Sound)
Eine Single zur Tour, später online erhältlich. Der neue Mix ist jetzt nicht wahnsinnig anders.

05. The Power Of Love 7
(1 Love Compilation / Just The Way I'm Feeling)
Ach der olle Frankie-Tränenzieher. Umgewandelt nun in einen atmosphärischen Schleicher, besonnen und melancholisch. Der Vorwurf, den man machen kann, zielt eher auf das Original: Der Text ist halt schon sehr klischeehaft und zuckrig. Im Synthpop-Gewand passt das, hier fällt er dann doch mehr ins Gewicht. Dennoch schön, das Ganze.

06. Lose The Fear 8
(Forget About Tomorrow)
Sehr lässiger Rhythmus, das Geglöckel hat auch. Ziemlich untypischer Song für die Band, vor allem in den Strophen, der dann irgendwie die Kurve zu einem wunderbaren Refrain bekommt. Gelungene Pastiche aus Experiment und Komfortzone.

07. Bring It Together 7
(Forget About Tomorrow)
Ein weiterer Track, der stark an den Sound der Smashing Pumpkins Mitte der Neunziger erinnert. In diesem B-Seiten-Reigen mit seinem verrückten Mix aus Frontalattacke und Blumenwiesen-Zwischenpart sicher ein Außenseiter. Ich finde, der fetzt aber schon ordentlich. Lustiges Detail: Der Schnittfehler (?) ganz am Ende, wenn kurz der laute Part aufblitzt und abgewürgt wird.

08. Child In You (Acoustic) 7
(Just The Way I'm Feeling)
Die Lyrics kommen in dieser Version noch stärker durch, aber das bisschen mehr Drumrum, das die Albumversion auffährt, ist wohl doch ein entscheidender Kniff. Dennoch eine sehr rohe, lohnende Fassung.

09. Helium (Acoustic) 7
(Forget About Tomorrow)
Es ist nicht so einfach, eine akustische Version aus einem Song zu pressen, der eigentlich viel von Sound und wenig von Melodie lebt. Aber ich finde diese Version spannend: Sie wirkt anders und hat ein Eigenleben. Fairerweise gibt es ein paar Reverbeffekte, die ganz sicher nicht akustisch sind.

10. Come Back Around (Acoustic) 5
(Come Back Around)
Interessant, wie lieblich die Gitarren auf dieser Fassung wirken. Leider fehlt diesem Song dadurch der Kick, der leider auch durch nichts anderes aufgewogen wird. Ich warte die ganze Zeit auf die Breitseite. Diese Version ist nett, aber überflüssig.

11. Redemption 5
(Just The Way I'm Feeling)
Wir treffen das Hauptmotiv von "Broken" wieder", diesmal zerschnitten hinter einem grobkörnigen TripHop-Beat. Feeder haben sich auf diesen Songs teilweise schon weit rausgewagt, aber dieser wirkt schon wie ein Remix aus einer anderen Welt. Interessanter Sound, nur vermisse ich hier eine zündende Idee.

12. Remember The Silence 8
(Find The Colour)
"Wie viel dynamische Spannweite soll der Song haben?" – "Ja." Dieses Gitarrensurren verdrahtet einem die Kabel im Kopf neu, wenn es kurz vorm Refrain reinplatzt. Funktioniert in dieser Hinsicht bestens.

13. Tinsel Town (Acoustic) 8
(Forget About Tomorrow)
Das Gebimmel arbeitet eher gegen als für den Song, aber dass man "Tinsel Town" nicht kaputt bekommt, habe ich ja an anderer Stelle schon gesagt.

14. Bullet 7
(Come Back Around)
Und es wird wieder düsterer und verzerrter. Der Refrain zitiert kurioserweise "San Diego", obwohl diese Schlechtwetterfront stimmungstechnisch nicht weiter davon entfernt sein könnte. Hätte auch auf dem Album die Funktion von "Godzilla" einnehmen können. Er ist ausgereifter, aber halt auch nicht so kompromisslos.

15. Circles 7
(Find The Colour)
"Growing old with you, what a thing to do" hat was als zentrale. Sonst ist das schon ein beinahe unauffälliger Song, aber in seinem melancholischen Rückblick passt der gut als versöhnender Closer für dieses Begleitalbum. Ein kleiner Song, in dem man doch versinken kann.

didz

Postings: 790

Registriert seit 29.06.2017

21.11.2021 - 19:13 Uhr
hm, ich glaube ich weiss was du bei "come back around" mit sperrigkeit meinst, aber was(bzw. welche stelle) meinst du genau mit rhythmuswechsel?
normal sind videos eher nettes beiwerk für mich, aber hier muss man das dazugehörige video nochmal erwähnen. wie grant am anfang aus dem schatten kommt, noch kein drummer zu sehen, und dann später zur zweiten strophe die kamera schwenkt und sie dann langsam von vorne ins bild kommen. gänsehaut...jedes verdammte mal.

bei "forget about tomorrow" bin ich bei ner 10, objektiv gesehen würd ich sagen das is ihr bester song.

das mit godzilla hast du schön beschrieben, ich hab damals lang gebraucht um zu kapieren, das der ong an der stelle kommen muss. nich nur an der relle im tracklist, auch die art von song die er is und was er darstellt.

die b-seiten sind auch durchgehend spitze..."opaque", "bullet", "feel it again", "lose the fear"...und es gibt wieder ähnlich we "tell all your friends" & "under the weather" eine schöne combo mit "remember the silence" & "circles".
lieblingsstelle für mich die bridge bei "remember the silence".
auch die stimmung bei "lose the fear" is sehr schön, ich kanns nich erklären aber es hat was von easy-listening oder was lounge-mässiges.
hm, es erzeugt ein bild bei mir aber ich kanns nich genauer beschreiben.

sooo gut.






Huhn vom Hof

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Registriert seit 14.06.2013

22.11.2021 - 17:14 Uhr
@Felix
Nur der Vollständigkeit halber bzgl. Bonustracks: Es gab 2003 auch Acoustic-Versionen von “Just The Way I’m Feeling“ (auf dessen DVD-Single) und “Godzilla” (auf der DVD-Single von “Forget About Tomorrow“):

Just The Way I’m Feeling (Acoustic living room session)
https://www.youtube.com/watch?v=UU6EJI_3U70

Godzilla Goes To Mars
https://www.youtube.com/watch?v=KxxubiVB3CE

Felix H

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Registriert seit 26.02.2016

22.11.2021 - 17:24 Uhr
Ah, danke. Ja, DVD-Tracks hab ich grundsätzlich nicht berücksichtigt.

eric

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 2536

Registriert seit 14.06.2013

22.11.2021 - 20:42 Uhr
Heute beim Spaziergang nach Jahren mal wieder gehört: Auf jeden Fall ihr bestes Album für mich. So gut. „Find the colour“, „Just the way I‘m feeling“, „Comeback around“ gehören zu ihren besten Song überhaupt. Mag alle sehr, sehr, sehr -außer vielleicht „Godzilla“. ;)

jo

Postings: 3318

Registriert seit 13.06.2013

23.11.2021 - 15:25 Uhr
@Felix:
Wir treffen das Hauptmotiv von "Broken" wieder", diesmal zerschnitten hinter einem grobkörnigen TripHop-Beat. Feeder haben sich auf diesen Songs teilweise schon weit rausgewagt, aber dieser wirkt schon wie ein Remix aus einer anderen Welt. Interessanter Sound, nur vermisse ich hier eine zündende Idee.

Ist das das Hauptmotiv? Ich glaube, es klingt nur ähnlich. Die waren ja sogar auf der gleichen Single... So oder so: Für mich weitaus besser als ne 5, da zündet für mich alles.

Ebenso stimme ich didz (und auch Grant) bei "Forget About Tomorrow" zu: für mich wohl mit ihr bester Song und also solcher eine klare 10.

hubschrauberpilot

Postings: 6744

Registriert seit 13.06.2013

23.11.2021 - 20:40 Uhr
Ui Felix H, das ist mal ein Posting (21.11.). Da muss ich mir ein paar Songs wohl nochmal anhören, die B-Seiten kenne ich bis dato nicht.

Just the way i'm feeling - 10/10 geht klar, wüsste auf Anhieb nicht welcher Feeder Song besser wäre.

Huhn vom Hof

Postings: 3648

Registriert seit 14.06.2013

23.11.2021 - 20:50 Uhr
Just the way i'm feeling - 10/10 geht klar, wüsste auf Anhieb nicht welcher Feeder Song besser wäre.

"Suffocate" in der unfassbar guten Single-Version :)

Huhn vom Hof

Postings: 3648

Registriert seit 14.06.2013

23.11.2021 - 20:54 Uhr
Aber Mensch, sind die B-Seiten aus dieser Ära toll. "Opaque", "Redemption", "Feel It Again", "Broken", "Remember The Silence". Ein Traum!

jo

Postings: 3318

Registriert seit 13.06.2013

24.11.2021 - 08:13 Uhr
@hubschrauberpilot und Huhn vom Hof:

"Suffocate" in der unfassbar guten Single-Version :)

Nein. "Forget About Tomorrow" schon ganz klar :).

Bei den B-Seiten stimme ich auch wieder zu - schön, dass auch "Redemption" genannt wurde :).
"Broken" wurde ja dann auch noch mal von Junkie XL als "Clouds" veröffentlicht. Fand ich damals auch interessant, obwohl ich dessen Musik sonst nicht so toll fand.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7632

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24.11.2021 - 09:03 Uhr
Bei "Forget About Tomorrow" kann ich auch nachvollziehen, warum ihn viele als besten Song sehen. Das Arrangement ist echt toll.
Mich berühren dann einfach "Just The Way I'm Feeling" oder "Quick Fade" mehr.

Ist das das Hauptmotiv? Ich glaube, es klingt nur ähnlich. Die waren ja sogar auf der gleichen Single...

Gerade noch mal im Vergleich gehört, das müsste dasselbe sein.

jo

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Registriert seit 13.06.2013

24.11.2021 - 21:17 Uhr
Gerade noch mal im Vergleich gehört, das müsste dasselbe sein.

Könnte schon sein, aber einen oder zwei Töne höre ich irgendwie immer anders. Müsste es aber auch noch mal ganz in Ruhe vergleichen. Jedenfalls passten für mich beide ganz hervorragend zur Single (inklusive Artwork!).

didz

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Registriert seit 29.06.2017

26.11.2021 - 09:22 Uhr
@felix
welche stelle bei "come back around" meintest du mit rhythmuswechsel/sperrigkeit?

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7632

Registriert seit 26.02.2016

27.11.2021 - 14:37 Uhr
Ich glaube "Rhythmuswechsel" ist nicht das richtige Wort, eher eine Art Synkope, wenn die Betonung außerhalb vom Takt liegt. Einfach ausgedrückt: Der rockt nicht 4/4-mäßig durch, sondern hat immer wieder diese Pausen im Refrain.

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