Günter Wallraff will in Moschee aus "Satanischen Versen" lesen

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Threaderöffner
25.09.2007 - 15:58 Uhr
Günter Wallraff
Satanische Verse in Moschee

Der Journalist Günter Wallraff will in einer Kölner Moschee aus dem Skandalroman von Salman Rushdie lesen. Als Provokation versteht er das nicht.

"Wie praktisch, ein Prophet zu sein" - bald in der Moschee zu Hören? Foto: reuters

taz/epd Die Idee, in der Moschee in Köln-Ehrenfeld aus Salman Rushdies Roman "Die satanischen Verse" zu lesen, kam Günter Wallraff nach einer Rede über Weltreligionen, die er in einer Moschee-Gemeinschaft gehalten hatte. "Alles, was ich kritisch über das Christentum sagte, wurde übersetzt, alles Kritische über den Islam jedoch nicht." Darüber sei er entsetzt gewesen. Das sagte der Journalist und Schriftsteller Wallraff dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Die "Satanischen Verse" erzählen von zwei indischestämmigen Immigranten in England, verwoben damit ist die Geschichte vom Leben des Propheten Mohammed. Der in Pakistan geborene Scchriftsteller Rushdie war daraufhin 1989 vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini wegen angeblicher Blasphemie in einer Fatwa - einem islamischen Rechtsgutachten - zum Tode verurteilt worden. Für eine Weile war er auch bei dem Kölner Wallraff versteckt. Erst kürzlich hatte seine Ernennung zum Ritter durch die Queen eine Welle von Protesten in der arabischen Welt ausgelöst.

Günter Wallraff sieht seinen Vorschlag einer Lesung aus dem Roman in einer Moschee nicht als Provokation - sondern als Rekation. "Ich bin jemand, der den Moscheebau befürwortet." Wenn aber jemand die Fatwa gegen Rushdie akzeptiere, müsse er zumindest den Inhalt des Buches kennen. Er kritisierte auch, dass viele Muslime den Mordaufruf gegen Rushdie unterstützten.

Quelle





FAZ

KSTA

Die Welt

Die Zeit

Süddeutsche
Gummibärchen
25.09.2007 - 16:01 Uhr
Das wird lustig.
Und dann kocht sie wieder, die muslimische Volksseele.
Ahmad
25.09.2007 - 16:16 Uhr
mich nervt diese stendige provokation der ungläubigen. erst unterdrücken uns alle und dann beleidigen sie unseren mohammet.
Nagasaki
25.09.2007 - 20:21 Uhr
mich nervt diese stendige provokation der ungläubigen

Herr Wallraff will halt sein Buch verkaufen, da machen sich solche Skandälchen halt ganz gut :-/
iii
25.09.2007 - 21:30 Uhr
ach was, das passt schon so. jede religion muss auch kritik einstecken können. wir sind ja nicht im mittelalter.
Rz
25.09.2007 - 21:53 Uhr
Günter Wallraff will in Moschee aus "Satanischen Versen" lesen

..und dann sagt er: jawoll, es klappt, ich hab auf die Kacke gehauen und sie regen sich auf,hurra ,ich hab sie beleidigt und man hat mich beachtet..war alles nur freie Meinungsäusserung, alles ganz legal nach Recht und Gesetz..ich bin wieder wer..

Angsthase
25.09.2007 - 21:54 Uhr
wir sind ja nicht im mittelalter.

aber der islam schon!!!!!
muhahaha
Hellseher
25.09.2007 - 21:56 Uhr
R.I.P. - G. Wallraff
Norman Bates
25.09.2007 - 21:56 Uhr
Wenigstens hat er Eier. Oder er ist lebensmüde...

Der Islam wird sowieso überschätzt ;-).
narf
25.09.2007 - 22:01 Uhr
islam: 1/10
Lyxen
26.09.2007 - 08:45 Uhr
Ihr müsst die Artikel genauer lesen, der Dtib hat angekündigt Kulturabende in der Moschee zu veranstalten. Und aus diesem Anlass sollte Rushdies Buch vorgetragen werden, da dieser ja von Ayatollah Khomeini mit einer Fatwa belegt wurde und er annimmt, dass viele Muslime das Buch nicht mal kennen.
ToRNOuTLaW
26.09.2007 - 08:59 Uhr
Sehr richtig. Da hetzen Leute gegen Einen, dessen Ansichten und Aussagen sie gar nicht kennen, allein weil vor 18 Jahren ein fanatisch-totalitärer Führer ihm Gotteslästerung vorwarf.
Schlimm genug, das Blasphemie bzw. Unglaube für soviele Menschen als hinreichender Grund für einen Mord angesehen wird.
Das sie aber noch nicht einmal individuell prüfen, was Rushdie überhaupt geschrieben hat und warum er sich damit auf diese Weise auseinandersetzt. Ich denke man sollte auch von dem verbohrtesten Menschen verlangen können, wenigstens die Sachlage zu prüfen und die Argumente der Ankläger mit dem eigenen Eindruck abzugleichen. Wer nicht einmal dazu bereit ist, mit dem ist nicht zu diskutieren, sondern mit rechtsstaatlichen Mitteln vorzugehen.

Sogesehen findet das Vorhaben Wallraffs meine volle Anerkennung.
wonko da sane
26.09.2007 - 09:03 Uhr
ich lach mich schlapp...
fremde texte kann er so präsentieren wie kein anderer.
s.a. auch im wiki Artikel des "Autoren" und such mal nach 'gremliza'...
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff

wenn's nicht stimmen würde, hätte Wallraff den Satz schon längst weggeklagt (man kennt die brüder doch)
Rz
26.09.2007 - 09:07 Uhr
..er lebt als Journalist von derartigen Aktionen und wenn er bewusst provoziert und fahrlässig bzw. vorsätzlich andere beleidigt unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, disqualifiziert er nicht nur sich selbst sondern auch diejenigen die sich seriös und sachlich mit dem Islam kritisch auseinandersetzen..
Lyxen
26.09.2007 - 09:10 Uhr
wonko da sane (26.09.2007 - 09:03 Uhr):
ich lach mich schlapp...
fremde texte kann er so präsentieren wie kein anderer.
s.a. auch im wiki Artikel des "Autoren" und such mal nach 'gremliza'...
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff

wenn's nicht stimmen würde, hätte Wallraff den Satz schon längst weggeklagt (man kennt die brüder doch)


Ja, die Geschichte ist schon älter. Hermann L. Gremliza, Herausgeber der Zeitschrift Konkret, hatte das in seiner Kolumne schon geäußert, dass er Ghostriter für Wallraff war. Letzterer leugnet das auch nicht mehr.
wonko da sane
26.09.2007 - 09:17 Uhr
ja ich weiss, lyxen
aber wenn ich direkt auf die konkret verlinke, dann schallt's wieder "linksfaschist" :)
ToRNOuTLaW
26.09.2007 - 09:17 Uhr
Was ist daran beleidigend andere dazu aufzufordern sich damit auseinanderzusetzen was man Ablehnt? Er will sich nicht kritisch und sachlich mit dem Islam ausseinandersetzen, er will das sich muslimische Menschen kritisch und sachlich mit den Machenschaften ihrer geistigen Führer und den Produkten kritischer Reflektion über die Machenschaften ihrer geiszigen Führer auseinandersetzen.(Das tut das Buch, wenn es auch in erster Linie um den individuellen Umgang mit dem Glauben geht. Dazu lese man die Passage in der Gibril Farishta im Traum einem als "Der Imam" bezeichneten Mullah hilft, das Regime des Schah's zu stürzen und eine religöse Diktatur zu etablieren, das konnte Khomenei ja kaum so stehen lassen.)
Lyxen
26.09.2007 - 09:20 Uhr
wonko da sane (26.09.2007 - 09:17 Uhr):
ja ich weiss, lyxen
aber wenn ich direkt auf die konkret verlinke, dann schallt's wieder "linksfaschist" :)


Ja stimmt ;)


Rz (26.09.2007 - 09:07 Uhr):
..er lebt als Journalist von derartigen Aktionen und wenn er bewusst provoziert und fahrlässig bzw. vorsätzlich andere beleidigt unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit, disqualifiziert er nicht nur sich selbst sondern auch diejenigen die sich seriös und sachlich mit dem Islam kritisch auseinandersetzen..


Was heißt denn beleidigen?Wo ist die Beleidgung deiner Meinung nach? Und: rechtfertigt das Morddrohungen?
RammBAUsteinchen
26.09.2007 - 09:23 Uhr
Normalerweise ist zwischen Kritik und Beleidigung sehr viel Platz. Beim Islam anscheinend keiner mehr.
->
http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/islam-kritik_aid_125138.html
Rz
26.09.2007 - 09:51 Uhr
@ RammBAUsteinchen:

Eine Moschee ist ein Rückzugsraum auch für diejenigen, die freiwillig nach mehr oder weniger strengen Glaubensgrundsätzen leben wollen. Es ist auch denjenigen, die sich intensiver damit beschäftigt haben, bekannt, dass Rushdie´s Buch "Satanische Verse" geeignet war, religiöse Gefühle zu verletzen und zu beleidigen. Was genau hier beleidigend sein soll kann ich auch nicht sagen, weil ich das Buch nicht gelesen habe, falls Du es getan hast, sag mir bitte warum streng gläubige Moslems eben keinen Grund hätten, sich beleidigt zu fühlen..
Auch wenn eine Beleidigung keine Rechtfertigung oder Legitimation für eine Morddrohung ist, wird es sie möglicherweise trotzdem wieder geben..
Man provoziert also bewusst eine Reaktion um ebendiese Reaktion hinterher anprangern zu können, nach Recht und Gesetz möglicherweise zwar ganz legal, aber ziemlich unteres Niveau, wie ich finde..was hat man letztendlich damit erreicht?Moslems, die bisher friedlich waren werden möglicherweise verleitet, mit Gewalt zu antworten. Willst Du das riskieren?
Rizzle-dizzle
26.09.2007 - 10:47 Uhr
Sicher, halten wir lieber unsre Schnauze, sonst provozieren wir Schlimmeres.
Wahrscheinlich auch der Rat den du deiner Tochter für den Fall einer Vergewaltigung geben würdest?
Rz
26.09.2007 - 11:03 Uhr
Sicher, halten wir lieber unsre Schnauze

Ich versuch zwischen sachlicher, gerechtfertigter Kritik und vorsätzlichem Schüren von Hass zu differenzieren. Aber sag nur unverblümt was Dir gefällt, wenn Du Gewalt damit provozierst und was abkriegst sagen wir auch alle, dass es nicht legitim war, so krass zu reagieren..
Lyxen
26.09.2007 - 11:05 Uhr
Rz, wo, verdammt noch mal, wo wird da absichtlich Hass geschürt von Wallraff?
ToRNOuTLaW
26.09.2007 - 11:06 Uhr
Es darf keinen Rückzugsraum vor den Rechtstaatlichen Grundsetzten in Deutschland geben, weder in der Moschee, noch in der Kirche oder am Stammtisch. Diskutieren darf man sie meinetwegen gerne, ignorieren oder gar ablehnen nicht.

Es ist ja nicht so, das Wallraff vorhat ins Freitagsgebet zu stürmen und mit den Satanischen Versen rumzuwedeln. Alle Moslems die das Buch nicht kennen aber die Fatwa gutheißen, könnten sich die Lesung im Rahmen einer Veranstaltung anhören, sicher fände anschließend eine Dikussion statt. Wer sich wirklich durch den Inhalt angegriffen fühlt, kann die Lesung jederzeit verlassen.

Ich habe das Buch gelesen und es gibt Passagen, in denen Mohammed nicht auf eine Weise dargestellt wird, wie sie in der islamischen Überlieferung akzeptiert wird.
Es geht aber Rushdie gar nicht darum, den Islam zu verhöhnen, was einem wiederum klar werden sollte, wenn man diese Passagen in den Kontext des Buches stellt.
Allerdings wird die institutionalisierte Religion angegriffen.

Ich denke, jeder Gläubige der sich mit seiner Anschauung auseinandersetzt, sollte sich bei aller Kompromisslosigkeit Glauben bewusst machen, dass die Religion selbst von Menschen praktiziert wird und diese keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit haben.

Fundamentalisten, die in anders- und ungläubigen Ketzer sehen, verdienen keine toleranz. Ihnen gegenüber ist auch die Courage geboten, deutlich und offen auszusprechen ihre Hetze nicht zu dulden.

Nicht nur die Demokratie muss wehrhaft sein, auch die Gesellschaft muss bei allem Pluralismus entschieden zu den freiheitlichen Grundsätzen im Denken und Zusammenleben stehen.
ToRNOuTLaW
26.09.2007 - 11:12 Uhr
Rz, ich stimme dir zu, das es zum Beispiel unklug und unangemessen war die Mohammed Karikaturen zu publizieren.

Salman Rushdie, als entschiedener Atheist, hat allerdings nicht in dieselbe Kerbe gehauen. Wer das Buch nicht gelesen hat, darf ihn nicht vorverurteilen.
Nicht anderes sagt Wallraff und nichts anderes will Wallraff den Moslems vermitteln und nichts anderes steht im ersten Posting.
Also?
RammBAusteinchen
26.09.2007 - 11:12 Uhr
Niemand schürt hier Hass RZ, das ist eher die Aufgabe der IRI mit ihren Freitags-"protesten" und der zig-Tausenden pakistanischen Koranschulen.

jaja,
26.09.2007 - 11:13 Uhr
Dann brennt sie wieder, die islamistische/moslimische Volksseele...
Lyxen
26.09.2007 - 11:14 Uhr
Jungel World zum Thema Islamkritik und die Linke
hää??
26.09.2007 - 11:16 Uhr
Jungle oder Jungel???
Lyxen
26.09.2007 - 11:18 Uhr
jaja, (26.09.2007 - 11:13 Uhr):
Dann brennt sie wieder, die islamistische/moslimische Volksseele...


Erstens hat das keiner annähernd verlangt und zweitens ist der Islam/die Muslime kein Volk.

ToRNOuTLaW (26.09.2007 - 11:12 Uhr):
Rz, ich stimme dir zu, das es zum Beispiel unklug und unangemessen war die Mohammed Karikaturen zu publizieren.


Unklug und unangemessen ja, das es ein Wettbwerb war usw. Aber die Reaktionen darauf können nicht angehen.




Salman Rushdie, als entschiedener Atheist, hat allerdings nicht in dieselbe Kerbe gehauen. Wer das Buch nicht gelesen hat, darf ihn nicht vorverurteilen.
Nicht anderes sagt Wallraff und nichts anderes will Wallraff den Moslems vermitteln und nichts anderes steht im ersten Posting.
Also?


Rushdie hat sich ja als progressiver Kritiker einen Namen gemacht.Selbst man ihn dann scheisse findet sind Gewaltandrohungen nicht tolerierbar.

Lyxen
26.09.2007 - 11:21 Uhr
hää?? (26.09.2007 - 11:16 Uhr):
Jungle oder Jungel???


Jungle.
#############
26.09.2007 - 11:22 Uhr
oje, ojr, dann brennt sie wieder, die islamistische/muslimische/mohamedanische Volksseele.
Farini
26.09.2007 - 11:26 Uhr
Wenn Ahmadinedschad davon Wind bekommt, wird er vorschlagen im Gegenzug "Mein Kampf" in einer Synagoge vorlesen zu lassen. :-/

Natürlich hat Rz Recht damit, dass jede Provokation die Gefahr birgt, nur um ihrer selbst Willen eingesetzt zu werden und so unreflektiert Hass zu schüren. Andererseits gibt es tatsächlich Tendenzen in bestimmten politischen Kreisen, zu oft zurückzustecken und somit einem notwendigen Diskurs aus dem Weg zu gehen, nur um religiöse Gefühle nicht zu verletzen. Manchmal ist eine Provokation, die über bestimmte Schmerzensgrenzen hinausgeht auch notwendig, um einen offenen Diskurs entstehen zu lassen. Die katholisch Kirche musste das in den letzten 50 Jahren auch oft genug ertragen und geschadet hat es der Auseinandersetzung zwischen Religion und Öffentlichkeit nicht, im Gegenteil, der Diskurs wurde dadurch offener.

Aussagen wie "Normalerweise ist zwischen Kritik und Beleidigung sehr viel Platz. Beim Islam anscheinend keiner mehr." sind mir aber dann doch eine ganze Spur zu pauschalisierend. Selbiges könnte man auch über das Christentum sagen, indem man sich da die Rosinen rauspickt (wie war das vor kurzem noch mit dem Vorschlag der bayrischen Justizministerin?).

ToRNOuTLaW
26.09.2007 - 11:28 Uhr
ToRNOuTLaW (26.09.2007 - 11:12 Uhr):
Rz, ich stimme dir zu, das es zum Beispiel unklug und unangemessen war die Mohammed Karikaturen zu publizieren.

Unklug und unangemessen ja, das es ein Wettbwerb war usw. Aber die Reaktionen darauf können nicht angehen.

Natürlich nicht. Ich bin dafür das man hier seine Meinung zum Besten geben kann, mag sie auch dumm und destruktiv sein. Allerdings überraschte mich die Reaktion in keinster Weise. Daher frage ich mich, was wollten die Künstler/Journalisten eigentl. damit erreichen?

Ich hoffe es gibt intelligentere(und erfolgreichere) Wege sich dem Islamismus entgegenzustellen um eine Radikalisierung der
Moslems, grade auch bei uns zu verhindern
Uuupps
26.09.2007 - 11:29 Uhr
liefere ein < /i > nach...
Lyxen
26.09.2007 - 11:36 Uhr
@Farini

wie war das vor kurzem noch mit dem Vorschlag der bayrischen Justizministerin?).

Meinst du die begrenzte Ehe?
Rz
26.09.2007 - 11:40 Uhr
Wenn man Moslems mit dem Inhalt des Buches konfrontieren will kann man das auch anders mit etwas mehr Feingefühl tun..
Die islamische Kultur hat keine Weiterentwicklung wie etwa das Christentum durch die Aufklärung mitgemacht, das ist bedauerlich aber Tatsache. Da ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich über den Inhalt nichts sagen und will Rushdie auch nicht bewerten. Mir ist nur bekannt, dass das Werk geeignet war, Hass zu erzeugen und zwar auch unter sogenannten gemässigten Moslems.
Aber ich sagte ja schon, wenn´s streng nach Gesetz legal ist, darf man´s ja tun und wenn man mit Morddrohungen darauf reagiert dürfen wir alle lautstark sagen wie verwerflich und ungerechtfertigt diese Reaktion dann ist, lassen wir´s drauf ankommen..haben wir dann im Endeffekt was erreicht? Haben wir ein Signal gesetzt oder was zur gegenseitigen Verständigung beigetragen?
wonko da sane
26.09.2007 - 11:46 Uhr
satire darf alles!
die mohammed karikaturen waren doch nicht unangemessen!

http://www.titanic-magazin.de/uploads/pics/card_560771269.jpg

ToRNOuTLaW
26.09.2007 - 11:53 Uhr
Tja, wenn du das so sehen willst, ich gebs auf...

Davon abgesehen war der Islamismus schonmal deutlich aufgeklärter als heute, In vielen Staaten (z.B. Marokko) erhalten islamistische Strömungen in der Bevölkerung mehr Aufwind, obwohl die Regierung, bzw. der aktuelle König wesentlich aufgeschlossener und liberaler ist als sein Vater.

Das ständige 'der Islam hat das Mittelalter noch nicht überwunden' Argument halte ich für gefährlich, verleitet sie doch dazu, die moderneren und intellektuellen Strömungen in den Islamischen Gesellschaften ins Abseits zu stellen. Damit erzeugen wir bei uns ein Bild
des Steinzeit-Islamismus, welche die Muslimischen Länder eher beleidigt als richtig formulierte Kritik. Ich glaube die unterschiedlichen Kulturen sollten sich im Diskurs durchaus fordern, aber auf respektvolle Weise, Samthandschuhe haben hier ebensowenig verloren wie Holzhammermethoden.
Lyxen
26.09.2007 - 11:55 Uhr
@wonko

Unangemessen ist viell der falsche ausdruck, ich fand es zeitlich unpassend, weil es keinen aktuellen Anlass gab. Aber schlimm waren die Zeichnungen nicht.

Das Bild ist geil ;)

Rz (26.09.2007 - 11:40 Uhr):
Wenn man Moslems mit dem Inhalt des Buches konfrontieren will kann man das auch anders mit etwas mehr Feingefühl tun..


Was denn für Feingefühl? Wo war er grob? der dtib hat Kulturabende versichert und Wallraff hat begründet die Lesung der "Satanischen Verse" vorgeschlagen!



Die islamische Kultur hat keine Weiterentwicklung wie etwa das Christentum durch die Aufklärung mitgemacht, das ist bedauerlich aber Tatsache. Da ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich über den Inhalt nichts sagen und will Rushdie auch nicht bewerten. Mir ist nur bekannt, dass das Werk geeignet war, Hass zu erzeugen und zwar auch unter sogenannten gemässigten Moslems.
Aber ich sagte ja schon, wenn´s streng nach Gesetz legal ist, darf man´s ja tun und wenn man mit Morddrohungen darauf reagiert dürfen wir alle lautstark sagen wie verwerflich und ungerechtfertigt diese Reaktion dann ist, lassen wir´s drauf ankommen..haben wir dann im Endeffekt was erreicht? Haben wir ein Signal gesetzt oder was zur gegenseitigen Verständigung beigetragen?



Bezüglich der Aufklärung hast du absolut recht.

Die Konfrontation kann auch zur Verständigung führen. Du willst also bestimmte Themen verbieten aus Angst vor Morddrohungen? Es geht darum zu erreichen, dass den radikalen Islamisten gezeigt wird, dass es zur Meinungsfreiheit gehört satirisch usw. Sachen zu kritisieren.
Farini
26.09.2007 - 11:56 Uhr
@Lyxen
Ich meinte den Vorschlag zur Verschärfung der Strafen gegen Gotteslästerung angesichts solcher Serien wie Popetown.

@RZ
Ich denke die öffentliche Lesung des Buches durch ein Mitglied des Moscheebeirates, im Rahmen eines kulturellen Programms und unter Trägerschaft der Ditib ist schon relativ feinfühlig. Mir kommt es eher so vor, als wäre das ganze erst durch die Medien zur unreflektierten Provokation hochstilisiert worden.

Das Buch selbst ist übrigens keineswegs radikal religionskritisch. Die Satanischen Verse ist eher ein fantastischer Roman, mit satirischen Seitenhieben, der sich munter bei diversen Mythologien bedient (unter anderem auch der Indischen) und diese teilweise etwas uminterpretiert. Hatte beim Lesen auf jeden Fall nie das Gefühl, dass Rushdie bewusst provozieren oder religiöse Gefühle verletzen wollte. Da gibt es schlimmeres.

Aber ich sagte ja schon, wenn´s streng nach Gesetz legal ist, darf man´s ja tun und wenn man mit Morddrohungen darauf reagiert dürfen wir alle lautstark sagen wie verwerflich und ungerechtfertigt diese Reaktion dann ist, lassen wir´s drauf ankommen..haben wir dann im Endeffekt was erreicht? Haben wir ein Signal gesetzt oder was zur gegenseitigen Verständigung beigetragen?

So sollte das ganze natürlich nicht ablaufen. :)
Lyxen
26.09.2007 - 12:01 Uhr
Farini (26.09.2007 - 11:56 Uhr):
@Lyxen
Ich meinte den Vorschlag zur Verschärfung der Strafen gegen Gotteslästerung angesichts solcher Serien wie Popetown.


Ach das. Ja, heucherlische, konservative Doppel-Moral-
Lyxen
26.09.2007 - 12:04 Uhr
@Tornoutlaw
Das ständige 'der Islam hat das Mittelalter noch nicht überwunden' Argument halte ich für gefährlich, verleitet sie doch dazu, die moderneren und intellektuellen Strömungen in den Islamischen Gesellschaften ins Abseits zu stellen. Damit erzeugen wir bei uns ein Bild
des Steinzeit-Islamismus, welche die Muslimischen Länder eher beleidigt als richtig formulierte Kritik. Ich glaube die unterschiedlichen Kulturen sollten sich im Diskurs durchaus fordern, aber auf respektvolle Weise, Samthandschuhe haben hier ebensowenig verloren wie Holzhammermethoden.


Natürlich sollte man das nicht vergessen wann man ernsthafte Kritik üben will. Ich habe in der Konkret 08/07 (?) ein Interview mit der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime gelesen, in dem sie genau das sagt was ich auch immer dacht: Eine kleine, radikalislamistische Minderheit bestimmt das Geschehen und unterminiert die liberale Mehrheit. Es gibt viel liberale Intellektuelle, es müssen aber viel mehr folgen. Da sollte die Kritik ansetzen.
berntt
26.09.2007 - 12:08 Uhr
wahrscheinlich hats walraff eh wieder nicht selbst geschrieben, sondern gremliza wie früher auch schon
Lyxen
26.09.2007 - 12:09 Uhr
Genau ;)
Khanatist
26.09.2007 - 12:17 Uhr
Rz (26.09.2007 - 11:40 Uhr):
Wenn man Moslems mit dem Inhalt des Buches konfrontieren will kann man das auch anders mit etwas mehr Feingefühl tun..
Die islamische Kultur hat keine Weiterentwicklung wie etwa das Christentum durch die Aufklärung mitgemacht, das ist bedauerlich aber Tatsache.


Warum liest sich das eigentlich so, als würdest du von Menschen mit geistiger Behinderung sprechen und nicht über Gläubige?
wonko da sane
26.09.2007 - 12:19 Uhr
@lyxen
Mal davon abgesehen, dass Liberalismus in meinen Ohren ganz und gar kein Lob ist - Aufgeklärtheit und Glauben an Religion gehören einfach nicht zusammen!
Lyxen
26.09.2007 - 12:24 Uhr
wonko da sane (26.09.2007 - 12:19 Uhr):
@lyxen
Mal davon abgesehen, dass Liberalismus in meinen Ohren ganz und gar kein Lob ist - Aufgeklärtheit und Glauben an Religion gehören einfach nicht zusammen!>/i>

In meinen Ohren ist es auch nicht das Maximum und tollt, allerdings besser als der konservative Islam.Das hätte Marx wohl auch so gesehen.
die Aufklärung muss in dem Sinne statt finden, dass der Glaube aus allen staatlichen Institutionen verschwindet und die Menschen sich nach und nach von ihm verabschieden oder für den Anfang zumindest nicht ihren Glauben missionieren wollen und ihn auf privater Ebene halten.
Lyxen
26.09.2007 - 12:24 Uhr
Lyxen (26.09.2007 - 12:24 Uhr):
wonko da sane (26.09.2007 - 12:19 Uhr):
@lyxen
Mal davon abgesehen, dass Liberalismus in meinen Ohren ganz und gar kein Lob ist - Aufgeklärtheit und Glauben an Religion gehören einfach nicht zusammen!


In meinen Ohren ist es auch nicht das Maximum und tollt, allerdings besser als der konservative Islam.Das hätte Marx wohl auch so gesehen.
die Aufklärung muss in dem Sinne statt finden, dass der Glaube aus allen staatlichen Institutionen verschwindet und die Menschen sich nach und nach von ihm verabschieden oder für den Anfang zumindest nicht ihren Glauben missionieren wollen und ihn auf privater Ebene halten.
torp
26.09.2007 - 12:31 Uhr
ToRNOuTLaW (26.09.2007 - 11:53 Uhr):
Davon abgesehen war der Islamismus schonmal deutlich aufgeklärter als heute, In vielen Staaten (z.B. Marokko) erhalten islamistische Strömungen in der Bevölkerung mehr Aufwind, obwohl die Regierung, bzw. der aktuelle König wesentlich aufgeschlossener und liberaler ist als sein Vater.


Das hat aber, meiner Meinung nach, Weltpolitische Ursachen. Radikal Islamische Organisationen im Maghreb, haben Zulauf wie zu Zeiten des Algerienkonflikts mit Frankreich und des darauffolgenden Zwist. Es ist nun mal so, dass zwei Präventivkriege (im Zeichen des Kreuzes, zumindest sagte das ein berühmter Mann...), die Gräueltaten in eben jenen okkupierten Staaten oder die Wahllose Inhaftierung und Folter Menschen Muslimischen Glaubens, bei vielen (durchaus gemäßigten) eben den Eindruck erweckt, ihren Glauben verteidigen zu müssen.

Das soll bitte nicht als Apologie dessen verstanden werden. Nur sollte man dies nicht aussen vor lassen.

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