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Marco W. nicht mehr in Türkei in Haft

User Beitrag
Merlin
29.11.2008 - 19:10 Uhr
Die helfen ihm aber nur seine Geschichte in verständliche Worte zu kleiden, deshalb muss er noch lange kein Depp sein..


Piepi
29.11.2008 - 19:13 Uhr
Das habe ich auch nicht behauptet, jedoch ist "in verständliche Worte kleiden" ein weites Feld und ich möchte behaupten, dass ihm da viel schon vorgegeben war.
Merlin
29.11.2008 - 20:00 Uhr
Da er kein professioneller Redner oder Autor ist ist das wohl kaum erwähnenswert wenn er Leute hat die ihm helfen sein Buch zu schreiben..
Möglich wär´s dass die Idee ein Buch zu schreiben nicht von ihm selbst kam sondern von aussen an ihn herangetragen wurde.
So hat er aber die Möglichkeit einzelne Details seiner Geschichte ausführlich aus seiner Sicht darzulegen denn die Öffentlichkeit ist auf ihn aufmerksam geworden und sein Fall ist sicherlich mit Vorurteilen behaftet, die er nun so entkräften kann. Wenn er jetzt auf diesem Weg Geld verdienen kann sollte man das auch nicht abwerten. Er kann es nach seinen Erlebnissen sicher gut brauchen auch mal Glück zu haben..
Kim
29.11.2008 - 20:26 Uhr
Seh ich auch so. Das Buch soll er, mit Hilfe nur eines Lektors, selbst geschrieben haben.

13.17 - Durch und durch guter Beitrag von Leatherface.

Überhaupt kommen mutmaßliche Vergewaltigungsopfer in den Medien viel zu gut weg! Was zieht die kleine Schlampe auch so nen kurzen Rock an?

Bescheuerter Spruch und zudem völlig unangebracht. Hat das jemand behauptet?!

@Greylight: Ich finde es alles andere als selbstverständlich, unbedingt sein Schicksal in Buchform pressen zu müssen, und gehe auch davon aus, dass nicht jeder so gehandelt hätte.

„Jeder" hat aber auch nicht acht Monate unschuldig im türkischen Knast verbracht und ist nach weiteren zehn Monaten noch immer nicht rehabilitiert worden. Zu behaupten, die ganze Sache hätte sich unterm Strich für Marco gelohnt, ist doch absoluter Blödsinn. Der hätte mit Sicherheit liebend gern auf diese Erfahrung und das Buch demzufolge verzichtet.

Im Übrigen hat er sich lt. Carlos Schumacher beim Honorar äußerst bescheiden gezeigt. Vielmehr geht es um die Aufarbeitung der Erlebnisse und um Richtigstellung, damit sein Ansehen nicht mit den Lügen behaftet bleibt. Die Veröffentlichung war eigentlich für Dezember geplant, aber da der Prozess ja nun wiedermal vertagt wurde und es seinem Vater immer schlechter geht, will er, wie JaRaDa bereits geschrieben hat, schon jetzt die Publicity nutzen, um einen Konochenmarkspender zu finden.

Das eigentlich Schlimme, woraufhin auch sein zweiter Anwalt das Mandat niedergelegt hat, ist wohl gar nicht unbedingt das Buch selbst, sondern dass Marco sich den Medien zu Interviews verpflichtet hat.
Kim
29.11.2008 - 20:28 Uhr
Knochenmarkspender
Obrac
29.11.2008 - 22:07 Uhr
Im Übrigen hat er sich lt. Carlos Schumacher beim Honorar äußerst bescheiden gezeigt. Vielmehr geht es um die Aufarbeitung der Erlebnisse und um Richtigstellung, damit sein Ansehen nicht mit den Lügen behaftet bleibt.

Alles klar. Bei solchen Informationen aus erster Hand erübrigt sich natürlich jede Diskussion. Zum Glück haben wir ja die Forumsanwältin hier, die die Skeptiker aufklärt.
Obrac
29.11.2008 - 23:15 Uhr
Bist du eigentlich mit dem verwandt, oder so? Du bist ja fast so schlimm wie kia im Sugarplum Fairy-Thread.. Oh oh, ich habe gerade einen schrecklichen Verdacht ;)
Garp
29.11.2008 - 23:31 Uhr
Das Verfahren gegen ihn läuft noch, danach hätte er mit Sicherheit auch mit dem Segen seiner Anwälte 10.000 Bücher schreiben können, aber jetzt ist es einfach dämlich und nicht schönzureden, auch wenn die Geschichte mit dem kranken Vater natürlich gerade zur Weihnachtszeit ein guter Aufhänger ist. Ja, das ist zutiefst zynisch und menschenverachtend, aber so werden es die Massenmedien gesehen haben. Persönlich wünsche ich seinem Vater natürlich, dass ein Spender gefunden wird, bevor hier Mißverständnisse aufkommen.
@Raventhird
30.11.2008 - 00:57 Uhr
Knackpunkt deiner Rechnung: Du gehst davon aus, dass das Buch nur 20.000 mal verkauft wird. Bei dem Trubel, den der Fall erzeugt hat, ist dies sehr unrealistisch. Wahrscheinlicher sind Verkaufszahlen >100.000 Exemplare. Da Autorenhonorare in der Regel gestaffelt sind, dürfte Marco also spätestens bei mehr als 50.000 Exemplaren bei einem Honorar von über 10% angekommen sein. Das bedeutet für über 80.00 Exemplare (wahrscheinlich mehr) ein Honorar von ~150.000. Hinzu kommen TV-Auftritte, Interviews und nicht zu vergessen Lesungen, die ebenfalls noch honoriert werden. Für buchferne Medien (eine Verfilmung ist offensichtlich geplant) springt nochmal ein saftiges Pauschalhonorar heraus, jenachdem vielleicht sogar Gewinnbeteiligung. Demnach dürfte allein die Verfilmung dem Jungen nochmal einen 5-stelligen Betrag in die Taschen spülen. Dann wären wir schon locker in Regionen von um die 500.000 Euro, wahrscheinlich eher weit darüber gehend. Geschickt angelegt, bei einer vernünftigen Verzinsung, kann dieses Geld bis zu 70.000 Euro im Jahr erwirtschaften. Also ein bescheidenes oder gar gewöhnliches Einkommen sieht anders aus. Und selbst wenn man obskure Vorstellungen von Reichtum hat, muss man wohl zugeben müssen, dass Hape Kerkeling diesen durch sein Buch sehr wohl erreicht hat, ebenso wie Charlotte Roche, um ein weiteres aktuelles Beispiel zu nennen, oder auch Patrick Süßkind. Es besteht schon ein gewaltiger Unterschied zwischen einer medienwirksamen mit Bild und Co. unterstützen Publikation und den regelmäßigen Buchveröffentlichungen eines halbwegs erfolgreichen Autors. Marco W. gehört zu Ersterem und wird dementsprechend ordentlich an der Veröffentlichung verdienen. Er ist ja nicht Aereogramme (um deinen Vergleich mit der Musikbranche herbeizuzitieren) sondern Schnappi, das kleine Krokodil.
Kim
30.11.2008 - 01:29 Uhr
@ Obrac

Nicht mit ihm verwandt, - mit Kia übrigens auch nicht. ;)

@ Garp

Davon hast du natürlich bedeutend mehr Ahnung. Warum ist es eigentlich so katastrophal, dass das Buch nun schon während des Verfahrens herauskommt, bzw ganz allgemein Äußerungen/Interviews während eines schwebenden Verfahrens? Im Grunde genommen wird dadurch doch nichts verfälscht, höchstens die Ansicht der breiten Masse beeinflusst. Aber die Entscheidung des Gerichts (durch Indizien, nachweisbare Tatsachen) kann dadurch ja nicht wirklich manipuliert werden. Inwiefern spielt das eine so große Rolle?

Dass die Medien ausschlachten, was sie ausschlachten können, und das kurz vor Weihnachten auch noch besonders rührselig aufbauschen, ist klar. Schon sehr gut vorstellbar, dass Marco da unbedarft in eine Falle getapert ist. Nach der erneuten Vertagung um ganze fünf Monate wird er vermutlich leichte Beute und nur zu willig gewesen sein.
Merlin
30.11.2008 - 09:51 Uhr
Der Prozess findet nicht in Deutschland statt, also darf er das Buch veröffentlichen.
Das das möglicherweise ein ungeschickter Zeitpunkt ist kann ich zumindest ansatzweise nachvollziehen. Mir scheint aber dass es hier einige gibt die sich zum Massstab dessen machen wie andere, in diesem Fall Marco zu denken und sich zu verhalten haben. Was bringt das?
Selbst wenn Marco sehr reich werden würde, was ich mal bezweifle, wo liegt das Problem?
Piepi
30.11.2008 - 10:49 Uhr
Da er kein professioneller Redner oder Autor ist ist das wohl kaum erwähnenswert wenn er Leute hat die ihm helfen sein Buch zu schreiben..

Nicht jeder braucht für sowas Hilfe und die paar Ausschnitte, die ich gelesen habe, sind schon so formuliert, dass ich da große Zweifel bekomme, dass er da auch nur 10% selbst geschrieben hat.
Aber wer weiß, bestimmt ist der Junge auch noch ein verkannter Bestsellerautor.
Piepi
30.11.2008 - 10:50 Uhr
@ Kim

Der Spruch von Strombuli dürfte sarkastisch gewesen sein.
Strombuli
30.11.2008 - 10:55 Uhr
Der Fall liegt ähnlich wie der des bekannten Regisseurs Roman Polanskis. Der kann in Frankreich auch tun und lassen was er will. Kehrt er jemals wieder in die USA zurück, wird er jedoch als verurteilter Straftäter für den Missbrauch eines 13jährigen Kindes jahrelang eingebuchtet,weswegen man seine Filme eigentlich boykottieren müsste. Ebenso hat Marco sich -nachvollziehbarerweise- der türkischen Gerichtsbarkeit entzogen. Nun verhöhnt er diese, indem er ein Buch veröffentlicht bevor seine Schuld bzw. Unschuld gerichtlich festgestellt wurde.
Und dass das Buch zum Bestseller werden könnte und er sich als mutmaßlicher Vergewaltiger durch die damit einhergehende Publicity
und Pressetermine eine goldene Nase verdient, ist wohl wirklich nicht weit hergeholt, da kann Raventhird noch so oft fordern, man müsse ihm und seiner Allwissenheit recht geben.

Na ja, wer würde an Marcos Stelle jetzt nicht so handeln?
Dazu müsste ich erst einmal jemand sein, der sich an einem 13jährigen Kind vergreift. Dass die Initiative vom Kind aus ging und keine Gewalt im Spiel war, ist dabei auch nur die Aussage der einen Seite, die aber BILD und Leser als unumstößliche Tatsache proklamieren. Nehmen wir aber an, es war so, bleibt ein 13jähriges Kind immernoch ein Kind, das bezüglich seiner Sexualität juristisch gesehen nur sehr bedingt mündig ist, soweit ich weiß.
Und da mache ich mich dann gern zum Maßstab und lehne diese empathische Rollenübernahme dankend ab!

Bescheuerter Spruch und zudem völlig unangebracht. Hat das jemand behauptet?!

Sinngemäß:Ja! und noch viel mehr:

sie war sogar zu feige sich öffentlich zu äußern

Höchste Zeit wurde es! Nach ihren Beschuldigungen musste dieses Mädel sich NIE öffentlich äußern. Vielleicht kriegt sie ja die Klappe mal auf, wenn Marco in der Lage ist, ihr seinerseits endlich überhaupt etwas entgegensetzen zu können. - SIE in die Öffentlichkeit zerren ... Ich fass es nicht! Seit rund 20 Monaten blieb sie, als Anklägerin, verschont, während Marco sonstwas durchmachen musste, und das obwohl es ohne Beweise Aussage gegen Aussage stand! Ich hätte die schon vor gut einem Jahr „an die Öffentlichkeit gezerrt"


Das würde ich schon als Hetze bezeichnen. Interessant wäre die Frage, ob nicht, wenn die BILD-Zeitung die sonst übliche Perspektive bei Sexualdelikten übernommen und sich auf das Gutachten zu den Spermaspuren auf Charlottes Unterleib gestürzt hätte, die selben Leute hier schnell mit den Parolen wie Schwanz ab! zur Stelle wären
Strombuli
30.11.2008 - 10:59 Uhr
Roman Polanski_
Garp
30.11.2008 - 11:32 Uhr
@Kim: Es handelt sich hier um die klassische "Aussage gegen Aussage"-Situation, der Regelfall bei Sexualdelikten. Und selbst wenn Juristen manchmal weder so wirken noch das eingestehen, sie sind auch nur Menschen, auch in ihrer Berufsrolle. Sympathie und Antipathie empfinden natürlich auch Berufsjuristen gegenüber Mandanten, Zeugen, Klägern, Beklagten, Angeklagten, Geschädigten. Das Buch wühlt den Prozess auf der emotionalen Ebene wieder auf, vor so einem Hintergrund könnten die Richter, wenn auch unbewusst, Marcos Aussage noch einmal kritischer betrachten, als sie es vielleicht ohne das Buch getan hätten. Sie könnten sie nochmals Wort für Wort auseinandernehmehn und gezielt nach Schwachpunkten suchen. In einem Prozess nahezu ohne objektive Beweismittel kann das entscheidend sein.

Pflichtverteidiger, wie sie unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland bestellt werden, haben nicht zuletzt auch einen psychologischen Grund. Wenn ein Verteidiger in einem Prozess um die 100 Anträge stellt, nervt einen der Verteidiger, den könnte man manchmal an die Wand klatschen, aber nicht den Angeklagten.
Leatherface
30.11.2008 - 12:23 Uhr
Dazu müsste ich erst einmal jemand sein, der sich an einem 13jährigen Kind vergreift. Dass die Initiative vom Kind aus ging und keine Gewalt im Spiel war, ist dabei auch nur die Aussage der einen Seite, die aber BILD und Leser als unumstößliche Tatsache proklamieren. Nehmen wir aber an, es war so, bleibt ein 13jähriges Kind immernoch ein Kind, das bezüglich seiner Sexualität juristisch gesehen nur sehr bedingt mündig ist, soweit ich weiß.
Und da mache ich mich dann gern zum Maßstab und lehne diese empathische Rollenübernahme dankend ab!


Witzig. Du wirfst Kim Hetze vor, drängst Marco aber in die Rolle des Lüstlings, der sich an einer 13jährigen vergreift und daher weggesperrt gehört.

ed
30.11.2008 - 12:25 Uhr
Jawohl! Schützt unsere Pädophilen.

Wenn er zu 10 Jahren verurteilt wird, ab nach Ankara.
Psychologe
30.11.2008 - 12:27 Uhr
Du wirst keine Definition von Pädophilie finden die einen 18-jährigen der mit einer 13-jährigen schläft zum Pädophilen erklärt.
Psychologe
30.11.2008 - 12:28 Uhr
Zur Zeit der vermeintlichen Tat war Marco ja sogar erst 17.
Leatherface
30.11.2008 - 12:28 Uhr
17-Jährigen wohl gemerkt.
Frage
30.11.2008 - 12:35 Uhr
Das eigentliche interessante an diesem Fall ist aus meiner Sicht nicht dieser Marco W. Ob der nun in einem türkischen Knast schuldig oder unschuldig verfault oder ob er hier nun sein Leben in neuem Reichtum verbringt, ist mir eigentlich ziemlich egal. Hingegen ist die Rolle der Medien hier sehr interessant und höchst fragwürdig. Es ist viel wichtiger darüber zu sprechen, wie aus so einem banalen Fall quasi ein deutsch-türkischer "Kulturkampf" gemacht werden konnte. Sind hier nationalistische und rassistische Grundinstinkte unterschwellig bedient worden ?
Strombuli
30.11.2008 - 12:37 Uhr
@Leatherface:nicht witzig, denn eben dafür steht er vor Gericht.
Von wegsperren oder schuldig spreche ich doch gar nicht, aber ihn öffentlich reinzuwaschen bevor seine Schuld oder Unschuld bewiesen ist, ist schlicht falsch.
Soweit ich weiß wurde bereits im Juni letzten Jahres eine Nachrichtensperre verhängt. Man kennt hier nur die Version des Angeklagten wirklich.
Das Verfahren könnte übrigens auch an die deutsche Justiz übergeben werden, bei den im Raum stehenden Vorwürfen würde auch eine deutsche Staatsanwaltschaft ermitteln bzw. Anklage erheben.
Antwort
30.11.2008 - 12:38 Uhr
Ja.
Antwort2
30.11.2008 - 12:51 Uhr
Natürlich sind die bedient worden, aber von allen Seiten, deutscher, türkischer, und wohl auch britischer. Was willst du da noch groß diskutieren wollen? Die Menschen in Deutschland sind nicht besser als die Menschen in der Türkei oder in England und andersrum.
Strombuli
30.11.2008 - 12:55 Uhr
Unschuldsvermutung ist ein juristischer Begriff. Juristisch gesehen ist auch Josef Fritzl unschuldig.
Der Pressekodex sagt dazu: die Berichterstattung sollte frei von Vorurteilen geschehen.
Und das würde ich der BILD und Konsorten hier einmal entschieden absprechen, die Voruteile richten sich hier nur vor allem paradoxerweise auf das mutmaßliche Opfer.
Strombuli
30.11.2008 - 13:08 Uhr
Beweisaufnahme und Verfahren sind aber noch nicht abgeschlossen, deshalb ist er faktisch noch "unschuldig"
Natürlich steht seine Schuld trotzdem außer Frage, bei der von Marco W. sollte man aber den Prozess abwarten, so einfach ist das.
Marco W.
30.11.2008 - 13:38 Uhr
Ich bin nicht Schnappi. Ich bin Horny, das kleine Fuckodil.
Geoff Hurst
30.11.2008 - 13:54 Uhr
Wie '66! Die Deutschen behaupten mal wieder, er wäre nicht drin gewesen. Nur ist der Schiri dieses Mal nicht Russe sondern Türke
Kim
30.11.2008 - 18:10 Uhr
Witzig. Du wirfst Kim Hetze vor, drängst Marco aber in die Rolle des Lüstlings, der sich an einer 13jährigen vergreift und daher weggesperrt gehört.

Hat mich auch amüsiert. ;)

Von wegsperren oder schuldig spreche ich doch gar nicht, aber ihn öffentlich reinzuwaschen bevor seine Schuld oder Unschuld bewiesen ist, ist schlicht falsch.

Ihn aber ständig als Kinderschänder und mutmaßlichen Vergewaltiger anzuprangern, bevor seine Schuld oder Unschuld bewiesen ist, ist nicht falsch? Du bist, in entgegengesetzer Richtung, doch kein Stück objektiver als ich! Siehe z.B.:

Dazu müsste ich erst einmal jemand sein, der sich an einem 13jährigen Kind vergreift.

Solche Sprüche (und das war nicht der einzige dieser Art von dir) sind keine klare Schuldzuweisung?

Dass die Initiative vom Kind aus ging und keine Gewalt im Spiel war, ist dabei auch nur die Aussage der einen Seite,

Eben, das ist doch das Problem! Das „Kind" hat ihm damals angeblich nicht erzählt, dass es erst 13 sei, sondern sich als älter ausgegeben, sich zu diesem Vorwurf (u.a.) aber nie geäußert. Wo IST die Aussage der anderen Seite??? - Wenn man einen anderen Menschen so schwer belastet, ihm so viel Schaden zufügt, kann das doch keine Nebensächlichkeit sein?! Und wenn auch das „Kind" noch so sehr leidet, müsste es theoretisch selbst daran interessiert sein, diesen Prozess mal zum Ende zu bringen.

@ Garp

Danke für die Erklärung. Dann hat Marco sich jetzt wohl wirklich böse in die Nesseln gesetzt. Es traut sich also sozusagen kein bereits etablierter Anwalt mehr an den Fall, weil er nicht wüsste, mit welchen Überraschungen sein Plädoyer zerpflückt werden könnte. Vielleicht könnte das aber, - gerade durch den ganzen Presserummel, - für einen ehrgeizigen und engagierten jungen Verteidiger, der noch nicht viel zu verlieren hat, die Chance sein, sich einen Namen zu machen? - Wenn es denn gut ginge ... :/) Okay, ist wahrscheinlich etwas naiv gedacht, aber wäre das theoretisch möglich?
Skandal
30.11.2008 - 23:11 Uhr
17jähriger Pädophiler läßt sich von 13jährigem Kind verführen. Perverser Lustgreis !
aus welt online
01.12.2008 - 19:57 Uhr
Kurzzeitig war Marco Weiss, der in Antalya wegen sexuellen Missbrauchs an einer 13-Jährigen angeklagt ist, allein auf seine türkischen Anwälte angewiesen. Die Familie von Marco reagierte noch am Abend: In Deutschland werde Marco nun wieder von Rechtsanwalt Jürgen Schmidt aus Uelzen vertreten. Er habe die Familie „bereits in der Frühphase des Prozesses hervorragend unterstützt".
Kim
01.12.2008 - 21:38 Uhr
Sehr gut, damit hat sich meine Frage erledigt, - hoffentlich nicht zum Nachteil des mutigen Anwalts. Interessant allerdings auch noch, wer für dies und das die Kosten tragen wird. Im Laufe dieses Verfahrens dürfte ja einiges zusammengekommen sein.
BiLD
02.12.2008 - 16:45 Uhr
Wir zahlen nur, wenn er weiter die Arschbacken für uns spreizt.
Obrac
04.12.2008 - 23:28 Uhr
Die zweite Auflage des Buches ist übrigens gerade im Druck. Angeblich ist die erste fast verkauft. Bin gespannt, wie es weiter läuft.
Kim
04.12.2008 - 23:58 Uhr
Okay, als schlichte Aussage völlig in Ordnung. Falls du damit allerdings weiterhin andeuten willst, dass das Ganze letztlich für Marco ein Glückstreffer war, kann ich deine Weltanschauung nicht begreifen. - Hättest du zum besseren Verkauf deiner Bücher tauschen mögen?
Obrac
05.12.2008 - 08:53 Uhr
Das ist für mich sowieso kein Ansatz und kein Anlass,um Bücher zu verkaufen.
Scheiße ist, dass Marco W., als jemand, dessen Schuld nicht erwiesen ist, unter sicherlich unzumutbaren Bedingungen festgehalten wird. Der Junge wird schon bestraft, obwohl er nicht schuldig gesprochen wurde.
Scheiße ist aber auch, dass er daraus, aus einer wahrscheinlichen Straftat, egal, wie schwerwiegend, Kapital schlägt. Andererseits ist Papillon einer meiner Lieblingsfilme..

Aber diese Diskussion ist weiterhin müßig, und mit Verlaub, mit dir würde ich da sowieso nicht drüber diskutieren wollen. Ärgerlich finde ich nur, dass du direkt meine gesamte Weltanschauung in Frage stellst.

Für den Hamburger Kinderbuchverlag war das sicherlich ein Glückstreffer, allerdings ist es schon eine Ironie, dass ein wegen Unzucht mit einer Minderjährigen Angeklagter bei einem Kinderbuchverlag veröffentlicht.
Und hier die Jesus-Werbung rechts im Thread.. jetzt geht es aber zu weit!
Obrac
05.12.2008 - 08:55 Uhr
Das ist für mich sowieso kein Ansatz und kein Anlass,um Bücher zu verkaufen.
Scheiße ist, dass Marco W., als jemand, dessen Schuld nicht erwiesen ist, unter sicherlich unzumutbaren Bedingungen festgehalten wird. Der Junge wird schon bestraft, obwohl er nicht schuldig gesprochen wurde.
Scheiße ist aber auch, dass er daraus, aus einer wahrscheinlichen Straftat, egal, wie schwerwiegend, Kapital schlägt. Andererseits ist Papillon einer meiner Lieblingsfilme..

Aber diese Diskussion ist weiterhin müßig, und mit Verlaub, mit dir würde ich da sowieso nicht drüber diskutieren wollen. Ärgerlich finde ich nur, dass du direkt meine gesamte Weltanschauung in Frage stellst.

Für den Hamburger Kinderbuchverlag war das sicherlich ein Glückstreffer, allerdings ist es schon eine Ironie, dass ein wegen Unzucht mit einer Minderjährigen Angeklagter bei einem Kinderbuchverlag veröffentlicht.
Und hier die Jesus-Werbung rechts im Thread.. jetzt geht es aber zu weit!
meyhem
05.12.2008 - 11:28 Uhr
ich finde nicht da man es ihm zum vorwurf machen kann wenn er eben jetzt seine chance nutzt ein wenig aus der sache zu "profitieren"
in 1-2 jahren interessiert sich keine sau mehr für die sache und es gibt neue kleinigkeiten um sich aufzuregen
Greylight
05.12.2008 - 15:09 Uhr
Scheiße ist aber auch, dass er daraus, aus einer wahrscheinlichen Straftat, egal, wie schwerwiegend, Kapital schlägt. Andererseits ist Papillon einer meiner Lieblingsfilme..

Scheiße wäre es, wenn er wirklich schuldig wäre. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Ich finde auch nicht unbedingt, dass man sich bei offensichtlichen Mißständen immer politisch korrekt und diplomatisch verhalten muss. Für ihre mehr als miserable Justiz gehört die Türkei schon aufs Schärfste kritisiert. Und ich finde es schon in Ordnung, dass der Junge jetzt auch seinen Teil vom Kuchen abbekommt. Vielleicht kommen dir diese Argumentationen irgendwie "einfach" vor, aber ich halte sie für vertretbar.
Andreas
17.12.2008 - 11:46 Uhr
Nur mal zur Klarstellung. In einem Fall wie den von Marco hat ein deutscher Anwalt eigentlich überhaupt keine Funktion. Die Familie Weiss suchte sich ursprünglich überhaupt nur einen aus, damit dieser sie in der Öffentlichkeit vertreten kann. Wichtig waren und sind einzig die türkischen Anwälte. Die jetzt zurückgetretenen Anwälte haben sich damals selber angeboten und mit vielen Versprechungen die verunsicherte Familie ausgenutzt. Für die beiden war der Fall eine wunderbare Eigenwerbung und es gibt ja tatsächlich nicht wenige, die glauben, Marco hätte seine Befreiung ihnen zu verdanken. Der Stern nannte sie nach Marcos Befreiung sehr treffend "Marcos falsche Freunde". Ihr jetziger Rücktritt war überfällig und ist von der Familie eher mit Erleichterung aufgenommen worden.

Marcos Verhalten ist übrigens typisch für einen, der sich keiner Schuld bewußt ist. Diesen Rechtfertigungsdrang, wenn uns einer zu unrecht angreift, kennt doch eigentlich jeder. So gesehen, ist sein Buch sogar ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass er tatsächlich unschuldig ist. Ein Schuldiger würde sich sehr bedeckt halten.

Und wenn Marco wirklich das große Geld machen wollte, dann hätte er einen Großverlag ausgesucht (die Angebote gab es ja) und keinen Kleinstverlag, der nur Miniauflagen rausbringen und ihm auch nicht viel zahlen kann.
keinerschuldbewusst
17.12.2008 - 14:03 Uhr
Sich ihrer Schuld bewusst sind die wenigsten Vergewaltiger. Die meisten verdrängen die ihre sehr erfolgreich, glauben an die eigenen Lügen.

Es steht sich eben niemand freiwillig ein, ein Vergewaltiger zu sein und moralisch so schwach, dass sie nur über noch sozialschwächere herfallen können, die sich dagegen nicht erfolgreich wehren können. Minderjährige, Jüngere, Schutzbefohlene. Oder eben Engländerschlampen mit fundamentalistischer Mutter, denen eh niemand glaubt. Jedenfalls nicht bei BILD.

Solche Leute, die die eigene Schuld auch vor sich selbst leugnen, sind sich natürlich keiner Schuld bewusst, wenn sie danach noch gegen ihr Opfer nachtreten.

Es gibt allerdings kaum eine erfolgreichere psychische Strategie, als selbiges moralisch zu diskreditieren. Und zwar im doppelten Sinne: Erstens die eigene, verdrängte Schuld subjektiv kleiner machen, indem man sie an der sich selbst eingeredeten Verderbnis des Opfers relativiert. Und zweitens somit gleichzeitig sicherer und glaubwürdiger im sozialen Raum auftreten können, als das eigentliche Opfer eines durch und durch verdorbenen Menschen.

Eine Hexenjagd auf das Opfer entlastet den Täter. Wird das Opfer noch dazu als Unmensch stilisiert, kann man besten Gewissens dessen Leben ruinieren. Quasi das zuende führen, was man begonnen hat. Nur jetzt eben mit selbstgerechter Legitimation.

Das \"Diese-kleine-Schlampe-Spiel wird in noch viel absurderen Fällen vom Täter erfolgreich bis zum Tod durchgehalten - selbst wenn dieser schon längst rechtskräftig verurteilt und/weil sein Fall völlig klar ist. Dagegen ist Marco ein kleiner Fisch, der dazu noch in einer trüben Grauzone zappelt und schwimmt. Aber eben keineswegs untypisch. Es geht solchen Leuten schließlich um mehr als um eine Rechtsstrafe, es geht um das soziale Ansehen insgesamt, und - mehr noch - um das eigene Selbstbild.
Andreas
17.12.2008 - 16:57 Uhr
@keinerschuldbewusst

Es ist schon bemerkenswert, dass das Wort "Schlampe" eigentlich nur von den Marco Kritikern verwendet wird. Marco hat nie behauptet, dass Charlotte eine Schlampe ist und dieses Bild wird weder in seinem Buch, noch wurde es in der BILD Zeitung gezeichnet. Darf ein Mädchen keinen Jungen verführen? Ich kann an Charlottes Verhalten in der besagten Nacht nichts Verwerfliches erkennen. Verwerflich waren nur ihre Lügen danach. Es geht Marco auch nicht darum zu zeigen, dass Charlotte die allein Verantwortliche war, sondern dass da nicht gegen ihren Willen passiert ist. Und dieser entscheidende Punkt deckt sich nun einmal mit den Zeugenaussagen und damit mit der Beweislage.

Marcos Aussage ist nicht einmal neu. Er hat immer behauptet, dass die Zärtlichkeiten im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden haben und dass die Aktivitäten von Charlotte ausgegangen waren. Dass einige Leute jetzt über die detailierteren Schilderungen sich so künstlich erregen, entzieht sich meinem Verständnis.

Dein ganzes Argumentationskonstrukt leidet zudem daran, dass es sich nicht mit den realen Fakten des Falles misst. Vor Gericht zählen Beweise und keine Behauptungen. Die Klägerseite ist gerade vollständig damit gescheitert aus einem Fall minderschweren sexuellen Missbrauchs eine Vergewaltigung zu machen. Nach Abschluss der Beweisaufnahme steht das Gericht wieder ganz am Anfang und die zentrale Frage ist, ob Marco mit Vorsatz gehandelt hat, also ob er das wahre Alter des Kindes kannte oder zumindest hätte ahnen können.

Die Lüge ist übrigens nie widerspruchsfrei, egal ob man an sie glaubt oder nicht. Auch hier ist es bemerkenswert, dass es zu Marcos Aussagen bisher keinen Widerspruch zu den Zeugenaussagen und den verschiedenen Gutachten gibt. Dagegen gibt es von Charlotte verschiedene sich wiedersprechende Aussagen und eine letzte, die nicht nur nicht mit der ihrer Schwester übereinstimmt, sondern auch in sich nicht überzeugend ist. Schon vergessen, sofort nach Eingang der Aussage wurde Marco frei gelassen und zwar ohne Auflagen.

PS. Machmal lügt das Mädchen tatsächlich und manchmal ist der Junge tatsächlich das Opfer. Und in der Kriminalgeschichte ist das gar nicht so selten.
Petra
18.12.2008 - 09:40 Uhr
Ich kann mich der Meinung von Andreas auch als Frau nur anschließen. Selbstverständlich darf auch ein Mädchen/ eine Frau einen Jungen/einen Mann verführen, ohne sich deshalb als Schlampe beschimpfen lassen zu müssen. Soweit sollten wir doch heute schon wirklich sein.

Die weitaus schlimmere Darstellung und Behauptung ist doch wohl die von Charlotte, die Marco als einen Kinderschänder und potentiellen Vergewaltiger darstellt. Es kann doch wohl nicht sein, dass sich der Junge dagegen nicht wehren darf.

Alle Häftlinge behaupten unschuldig zu sein und trotzdem gibt es viel zu viele Unschuldige in allen Gefängnissen dieser Welt. Alle Vergewaltiger behaupten verführt worden zu sein und trotzdem gibt es Unschuldige, die nicht vergewaltigt haben und tatsächlich verführt wurden. Die mit Abstand größte Gruppe der in den USA als Unschuldige identifizierten, sind die, die als angebliche Vergewaltiger verurteilt wurden.

Ich verfolge den Fall von Marco Weiss jetzt schon seit den ersten Zeitungsberichten und habe inzwischen auch sein (übrigens bemerkenswert gutes) Buch gelesen. Als Frau bin ich von Charlotte und ihrer Mutter entsetzt. Meine Unterstützung gehört Marco, allein schon weil Charlotte allen Mädchen und Frauen, die tatsächlich Opfer geworden sind, großen Schaden zugefügt hat.
SCHULDIG
05.06.2009 - 19:28 Uhr
Schuldig im Sinne der Anklage! Wann wird er an die Türkei ausgeliefert!?
Stern
05.06.2009 - 19:47 Uhr
Er fragt sich immer noch, warum das Mädchen diese Anschuldigungen gegen ihn gemacht hat. Er möchte es verstehen." Auf das Urteil muss Marco nun aber weiter warten. Praktische Bedeutung hat es für ihn nicht mehr. Die Entscheidung des türkischen Gerichtes wird in Deutschland nicht vollstreckt.


Carsten Hoffmann/DPA
JaRaDa
05.06.2009 - 20:26 Uhr
D. h. er ist auf jeden Fall frei, aber sobald er in die Türkei fährt, landet er im Falle eines Schuldspruchs im Gefängnis? Besteht keien Auslieferungspflicht oder sowas?
Andreas
08.06.2009 - 14:57 Uhr
Bei der Bewertung der exakt gleichen Beweislage stellt der deutsche Staatsanwalt in Lüneburg das Ermittlungsverfahren ein, während sein türkischer Kollege meint, damit eine Vergewaltigung und einen sexuellen Missbrauch beweisen zu können. Das passt natürlich überhaupt nicht zusammen.

Allerdings ist es in der Türkei normal, dass die Staatsanwaltschaft Maximalforderungen stellt. Die Bewertung der Beweise wird dem Richter überlassen. Dieser hat aber schon am 14.12.07 eine erste Bewertung vorgenommen und Marco ohne Auflagen aus der U-Haft entlassen (auch damals schon gegen die Stimme des Staatsanwaltes). Seit dem hat sich die Beweislage aber noch zu Gunsten von Marco verbessert. Es ist also beliebig unwahrscheinlich, dass der Richter jetzt der Staatsanwaltschaft folgt.

Immer noch ist ein Freispruch das mit Abstand wahrscheinlichste Urteil. Im schlimmsten Fall wäre eine Bewährungsstrafe denkbar, die durch die 8 Monate in U-Haft längst verbüßt wäre.

Die Verbüßung einer noch härteren Strafe könnte die Türkei in Deutschland nicht erzwingen. Abgesehen davon, dass eine Verurteilung ja auch erst einmal rechtskräftig werden müsste, müsste dazu die Staatsanwaltschaft in Lüneburg das Ermittlungsverfahren wieder eröffnen und dazu bräuchte es neuer Beweise und Argumente. Außerdem zählen die 8 Monate im türkischen Gefängnis bei uns mal drei, also wie 2 Jahre.

Unterstellt man einmal eine sehr harte Verurteilung von sagen wir mal 5 Jahren und Deutschland verweigert die Anerkennung des Urteils (was sicher ist), so könnte die Türkei einen internationalen Haftbefehl ausstellen. Das deutsche Gesetzt verbietet die Auslieferung von deutschen Staatsbürgern in einem nicht EU Land. Marco müsste dann aber aufpassen, dass er nicht in einem Land fährt, dass in die Türkei ausliefert. Aber wie gesagt, dass ist alles beliebig unwahrscheinlich.

Andreas

Zitat / Der Terraner
21.09.2009 - 21:27 Uhr
Marco Weiss wurde in Antalya zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Wurde durch dieses Urteil ein Unschuldiger verurteilt?
Über zwei Jahre dauerte das Verfahren um eine sexuelle Affäre der damals 13 Jährigen Charlotte aus England und dem damals 17 Jährigen Marco aus Uelzen, die je nach Lesart im gegenseitigen Einvernehmen oder eben auch nicht stattgefunden hat und die Marco Weiss für 247 Tage in ein türkisches Gefängnis und nicht wenige Menschen in Deutschland auf die Barrikaden brachte (www.hilfe-fuer-marco.de).

Viel aufgeklärt wurde nicht in diesen zwei Jahren, da das Gericht sich mehr vertagte als tagte, lieber weniger als zu viele Zeugen hören mochte und stattdessen auf immer neue Gutachten und Aussagen wartete, deren juristischer Wert zum Teil von vornherein zweifelhaft waren. Von den ursprünglichen Anschuldigungen insbesondere der Nebenklage ist dann auch nicht viel übrig geblieben. Wurde anfangs wegen angeblicher schwerer seelischer Schäden und Vergewaltigung mit vorliebe öffentlich gefordert, Marco für 10, 15 oder gar für immer ins Gefängnis zu stecken, so ist am Ende lediglich alleine der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs und eine Bewährungsstrafe von 2 Jahren, 2 Monaten und 20 Tagen übrig geblieben. Zu Recht?

Verglichen mit den Forderungen der Klägerseite scheint Marco Weiss glimpflich davongekommen zu sein, aber hätte er überhaupt verurteilt werden dürfen? Schon Anfang Mai hat die Staatsanwaltschaft in Lüneburg die vollständige Prozessakte aus Antalya bewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass es für einen Missbrauch außer der Aussage von Charlotte keine Beweise gibt. Ganz im Gegenteil haben alle Zeugen nur Marcos Version des Abends unterstützt. Zwar hatte es einen verbotenen sexuellen Kontakt gegeben, aber da auch Zeugen das Mädchen für deutlich älter einschätzten, sei es sehr glaubhaft, dass Marco Charlotte für 15 hielt.

Sexueller Missbrauch ist ein Vorsatzdelikt, d.h. der Täter muss zwingend wissen, dass er ein Kind vor sich hat. Andernfalls befindet er sich in einem nicht strafbaren Verbotsirrtum. Der Grundsatz ´Unwissenheit schützt vor Strafe nicht´, gilt hier eben gerade nicht. Herr Hekim, der Frauenarzt, der Charlotte untersuchte, hielt das Mädchen zunächst für 17 und konnte gar nicht glauben, dass sie erst 13 seien sollte. Charlotte trug ein grünes Armband, das sie berechtigte Alkohol zu trinken und besuchte eine Disco, in der 13 Jährige keinen Zutritt haben. Keiner der Türsteher hielt sie je auf. Als Marco Charlotte traf, schätzte er sie selber für 16-17 ein und war völlig überrascht, als sie sich für 15 ausgab. Wie hätte er da auch nur ahnen können, dass sie sogar erst 13 ist? Da fehlte jeder Anfangsverdacht.

Für die Behörden in Lüneburg war diese Beweisführung allemal ausreichend, um auch einen sexuellen Missbrauch zu verneinen, warum nicht für das Gericht in Antalya? Es bleibt die schriftliche Urteilsbegründung abzuwarten und zu hoffen, dass sich das Gericht mit diesem Punkt überhaupt befasst hat. Wenn nicht, öffnen sich bereits hier für die Verteidigung genügend Ansatzpunkte für eine Revision.

Wurde also ein Unschuldiger in der Türkei verurteilt. Aus deutscher Sicht muss diese Frage zwingend mit ja beantwortet werden, denn Lüneburg hat seine Entscheidung das Ermittlungsverfahren einzustellen auch nach dem Urteil noch einmal betont und aufrechterhalten. Marco gilt daher in Deutschland als unschuldig und nicht vorbestraft. Man kann auch nicht mit anderen Sitten und Gesetzen in der Türkei argumentieren, denn sexueller Missbrauch gilt hier wie dort und die Gesetzeslage ist fast identisch. Also gibt es zwei gegensätzliche Urteile aufgrund der exakt gleichen Beweislage. Ein unhaltbarer Zustand zumal die Argumentation aus Lüneburg zwingend ist (http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C55736576_L20.pdf).

Eine Bewährungsstrafe in der Türkei kann Marco reichlich egal sein. Es ist das Urteil, was schmerzt und wohl kein Unschuldiger ertragen kann, schon gar nicht, wenn er 247 Tage unter für uns unvorstellbaren Bedingungen in U-Haft verbringen musste. Es ist daher nur zu verständlich, wenn Marco weiter für seinen guten Ruf kämpfen möchte. Er hat ihn auch nach diesem Urteil nicht verloren.
orca m.
21.09.2009 - 23:56 Uhr
schweinerei. welches urteil ist jetzt gültig?

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