Sozialstudie: Frauen verlassen Osten

User Beitrag
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 10:53 Uhr
Ich war auch schon mal vier Jahre "drüben". Bin aber wieder nach Hause :-)
Mandy
31.05.2007 - 11:06 Uhr
Nu kümme mer ölle rübba! Dö würd wös lös sin, da is rüchtüch Fete un so, nü?

Schüssi un Bussi, Eure Mandy!
thesos
31.05.2007 - 11:12 Uhr
also Frauenüberschuss im Westen? prima!
Mandy
31.05.2007 - 11:16 Uhr
Also, so eenfach is des nisch, weeste? Isch kümm doch nisch rübba um mir meene Wischlabbn von irschndsoeenem Dyben lullern zu lössn. Nene, isch mach nur Fete mit meene Leud ausm Osstn, dis sin eenfach die besten. Nisch böse sin, ja? Die Össis wern jeze indernationöl :-)

schüssi ,mändy!

crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 11:17 Uhr
@besserwichser
Mit solchen Leuten hab ich nix zu tun. Ihr Wessis seid ja schließlich auch nicht alle arrogante Arschlöcher, also bleib mir bitte fern mit Verallgemeinerungen.
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 11:25 Uhr
Ihr Wessis seid ja schließlich auch nicht alle arrogante Arschlöcher...

Nicht alle, aber schon sehr viele :-D
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 12:35 Uhr
MJK, das hast Du jetzt gesagt ^^
jo
31.05.2007 - 15:15 Uhr
Vor allem die schlecht gebildeten jungen Männer bleiben zurück, diese neue Unterschicht ist "besonders anfällig für rechtsradikales Gedankengut".

Hmmm... da es aber nunmal an sich mehr Frauen als Männer gibt (und sich diese "Geburtentendenz" ja in allen Bundesländern niederschlägt) bleibt die Frage, was mit den "schlecht gebildeten" (auch ein sehr dummer Ausdruck) jungen Frauen passiert.

Sterben die plötzlich an ihrer Dummheit? Verlassen die auch die Länder? Falls ja: mit welchem Geld, mit welcher Bildung? Fragen über Fragen und eine dumme Statistik mehr, die wenig beweist, aber viel über einen Sachverhalt/Quasi-Fakt spekuliert, für den eine solche Erhebung nicht nötig gewesen wäre...
RammBAusteinchen
31.05.2007 - 15:43 Uhr

jo (31.05.2007 - 15:15 Uhr):
Hmmm... da es aber nunmal an sich mehr Frauen als Männer gibt

Das ist nicht ganz richtig.

Zitat:
n Deutschland kommen im Durchschnitt auf 100 neugeborene Mädchen 106 Jungen. Wegen des erhöhten "Sterberisikos" der männlichen Bevölkerung baut sich dieses zahlenmäßige "Übergewicht" jedoch mit zunehmendem Lebensalter ab.

Quelle: http://www.schader-stiftung.de/gesellschaft_wandel/419.php

Die Verallgemeinerung, alle 'ostdeutschen' Männer rasieren sich ne Glatze halte ich für schwachsinnig.

Die Abwanderung der Frauen ist aber schon Problematisch. Man sollte aber auch bedenken, das es nicht nur eine Ost-West Binnenwanderung gibt, sondern auch eine "innerostdeutsche" Wanderung von ländlichen in die Städtischen Gebiete, das aber sind vornehmlich "gebildetere" Menschen, die studieren wollen.

Das hat dann zur Folge, das es in den neuen Bundesländern ländliche Gebiete gibt, mit einem Verhältnis Mann-Frau bei der "elternfähigen" Generation von 100:75, Tendez abnehmend. Dazu die hohe Arbeitslosigkeit und die Abwanderung junger Leute aufgrund einer akademischer Ausbildung. Was bleibt ist ein gefährlicher Cocktail mit sehr viel Perspektivlosigkeit und Testosteron.




berntt
31.05.2007 - 15:47 Uhr
was soll ich mit ostdeutschen Mädels, dir jammern nur und ham Heimweh
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 15:47 Uhr
Nicht dass man sich jetzt den Slogan schon ausmalt... Mehr Frauen für die Nazis oder so...
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 15:50 Uhr
Die Verallgemeinerung, alle 'ostdeutschen' Männer rasieren sich ne Glatze halte ich für schwachsinnig.

Das brauchst Du nicht für schwachsinnig halten, sondern das IST schwachsinnig.
Das Übrige unterschreibe ich sofort.

Das Phänomen gibt es aber nicht nur in den neuen Bundesländern. Es wandern mehr Frauen in die Städte als Männer. Woran liegt das? Sind Frauen flexibler? Oder haben sie einen höheren Drang nach einer Verbesserung ihres Lebensstandards?
´noce
31.05.2007 - 15:50 Uhr
"Was bleibt ist ein gefährlicher Cocktail mit sehr viel Perspektivlosigkeit und Testosteron. "

bis auf das testosteron trifft das auch auf weite teile dieses forums zu...
´noce
31.05.2007 - 15:53 Uhr
"Woran liegt das? Sind Frauen flexibler? Oder haben sie einen höheren Drang nach einer Verbesserung ihres Lebensstandards?"

das liegt, zumindest teilweise, auch daran das mädchen allgemein besser in der schule gefördert werden als jungs, also auch die besseren abschlüsse erzielen können.
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 15:56 Uhr
@´noce

Das halte ich aber für ein Gerücht! Wo hast Du das her? Sind das Deine Erfahrungen? Falls ja - ich habe es zu Schulzeiten genau andersherum erlebt!
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 15:58 Uhr
Die kleinen Mädchen werden nämlich von den großen Mädchen am Pult in der Grundschule gefördert und die kleinen Jungs gemobbt. Sauerei!
RammBAusteinchen
31.05.2007 - 16:00 Uhr
"Woran liegt das? Sind Frauen flexibler? Oder haben sie einen höheren Drang nach einer Verbesserung ihres Lebensstandards?"


Ja sie sind flexibler, und finden im "Westen" nicht nur einfacher einen Job, sondern dieser ist dann auch noch weitaus besser bezahlt als im "Osten". Die Gehalt/Lohngefälle sind schon drastisch.

MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:01 Uhr
Stimmt natürlich. Wurde schon viel berichtet, dass die Grundschulen eigentlich hauptsächlich von Lehrerinnen betreut werden. Rollenvorbilder für Jungs gibts da kaum. Und Mädchen werden da sehr wohl besser benotet.
berntt
31.05.2007 - 16:01 Uhr
aha, also sind die Ostmänner nur zu tranig um zu schaffen ,,,
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:04 Uhr
MJK, jetzt werd mal nicht unsachlich ^^

Wer spricht denn von Grundschule. Das macht grad mal 4 von maximal 13 (oder länger^^) Jahren aus. Klar, an Grundschulen sind die Lehrer alle weiblich, und wie siehts an Gymnasien aus? Also unser ekelhafter Sportlehrer....bäh mir ist jetzt noch schlecht^^ So, und wie sah's aus mit Mathe und Physik? Alles LehrER. Da hatte man als Mädchen nicht den Hauch einer Chance! Wenn die gekonnt hätten, hätts auch noch Prügel gegeben.

Mal ganz davon abgesehen, dass bei uns in den Grundschulen immer der die besten Karten hatte, der das meiste Altpapier gesammelt hat ^^
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:09 Uhr
@berntt

Du wirst gleich disqualifiziert. Hör doch auf, alles zu verallgemeinern. So ein Blödsinn. Versetz Dich doch mal in diese Lage!

50% (!!!!!) der Schüler meines Abijahrganges (mir inbegriffen) haben das Bundesland verlassen, und das, obwohl wir in einer Großstadt leben. Widerrum 40% von denen sind nach 3 Monaten heulend wieder heimgekehrt. Davon 5% haben eine Ausbildung/ein Studium abgeschlossen und sind wieder heim (mir inbegriffen), der Rest ist geblieben, weil er entweder seine Eltern hasst oder sonst alles scheiße fand im Osten. Das war jetzt nur ein Beispiel für unseren Abijahrgang, heißt nicht, dass das generell gilt. Diese Zahlen kenne ich nicht, könnte mir aber vorstellen, dass es da Parallelen gibt.
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:10 Uhr
Nicht DAVON 5%, sondern vom Rest. Klar.
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:10 Uhr
Systematisch gemobbt wird man da... nur weil man ein Y-Chromosom hat...
:-D
Da geht mir der Hut hoch... weil die kräutertee-trinkenden Schnecken die Sportlehrer-Erfahrung aus ihrer Schulzeit am kleinen Kevin auslassen und der Dörte per se gleich mal eine 1 geben, weil die eh immer die Hausaufgaben macht.... *grrrr*
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:12 Uhr
Ja und? Aber es ist ok, vom notgeilen Sportlehrer beim Bockspringen gynäkologisch untersucht zu werden, oder was?
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:14 Uhr
Du missverstehst da was: Das war lediglich eine Hilfestellung, weil sonst so viele verunfallt wären :D
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:15 Uhr
MJK, Du als Mann musst Dich grad beschweren. Soll das jetzt eine geschlechtsspezifische Grundsatzdiskussion werden? Schon mal vom Lohngefälle von Männern zu Frauen in denselben Positionen gehört? Nur so als Beispiel!
´noce
31.05.2007 - 16:15 Uhr
naja, crashkid, jetzt wirst du aber unsachlich. es ist ein faktum das jungs schlechter abschneiden weil 85 % der grundschullehrer weiblich sind. gerade in diesem wichtigen alter wird hier in deutschland auch entschieden wer wo auf welche weiterführende schule kommt. und das ist meist schon der bleibende stempel für den rest eines lebens.
das ist alles erwiesen, ich schau mal ob ich die statistiken und untersuchungen irgendwo rauskramen kann...

muß MJK voll recht geben.
Patte
31.05.2007 - 16:17 Uhr
Sie (Frauen) besitzen einfach weniger Konstanz und Durchhaltevermögen, um im rauhen Osten zu bestehen und flüchten deshalb in den Westen, das ist doch ganz klar, ich mein, warum fällt das niemandem auf...!!



*g* Natürlich nicht, schließe mich meinen Vorrednern an, sie sind womöglich flexibler oder haben weniger Angst vor solchen "Abenteuern".
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:18 Uhr
Dann sag ich Dir jetzt mal was: Bei sowas geht MIR der Hut hoch. Fummelnde Sportlehrer!
´noce
31.05.2007 - 16:18 Uhr
unsachlich war die gynäkologenstellung...:-))
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:21 Uhr
@´noce
Das streite ich ja gar nicht ab, dass die Grundschullehrer überwiegend Frauen sind. Aber wie landen dann auch soviele Jungs auf Gymnasien? Oder gibt es irgendwo Belege, dass es an Mittelschulen mehr Jungs gibt, und an Gymnasien mehr Mädchen?

Das mit der Unsachlichkeit sollte ein Scherz sein.
Gekennzeichnet durch die hier: ^^
jo
31.05.2007 - 16:22 Uhr
jo (31.05.2007 - 15:15 Uhr):
Hmmm... da es aber nunmal an sich mehr Frauen als Männer gibt

Das ist nicht ganz richtig.

Zitat:
n Deutschland kommen im Durchschnitt auf 100 neugeborene Mädchen 106 Jungen. Wegen des erhöhten "Sterberisikos" der männlichen Bevölkerung baut sich dieses zahlenmäßige "Übergewicht" jedoch mit zunehmendem Lebensalter ab.

Quelle: http://www.schader-stiftung.de/gesellschaft_wandel/419.php


Allerdings war dies 2002 so. Seitdem soll sich die Sache angeblich doch noch mehr relativiert haben - ich hatte jedenfalls auch bereits vom "Übergewicht" bei Mädchen bezüglich der Geburtenzahlen gehört.

Allzu viel ändert es an meiner Aussage nicht. Was passiert also mit den Individuen des anderen Geschlechts, dessen Bildungsniveau nicht "so" hoch angesiedelt ist?
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:22 Uhr
unsachlich war die gynäkologenstellung...:-))

Nein, das war ein stilistisches Mittel, eine bildhafte Darstellung, was weiß ich, such Dir was aus ^^
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:22 Uhr
Stimmt, eigentlich müßten die Arbeitgeber gar keine Angst vor Frauen mehr haben. Kinder bekommen die eh keine mehr und von daher fallen sie auch nicht aus für die nächsten 2 Jahre... in denen ich den Arbeitsplatz mit Lohnsklaven überbrücken muss weil die ja nach der Elternzeit wieder einsteigen dürfen ... dann aber vielleicht doch nicht wollen oder ein zweiter Knödel hinterherkommt. :-D

Frauen wollen dem maroden Land nur nicht helfen und flüchten deshalb in die Arme des reichen Westens :D
*Sorry, das war unsachlich und polemisch :-D*

crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:24 Uhr
Ironie wieder ausschalten jetzt? ^^
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:25 Uhr
Also gut, Ironie aus.
Dann sagen wir einfach dass wir das Problem sehen und uns keine Lösung einfällt. Damit sind wir weiter als in den meisten Threads hier.
Patte
31.05.2007 - 16:32 Uhr
@crashkidd:
Hmm, ich hatte in Berlin aber 6 Jahre Grundschule und nicht 4 (die ich ohnehin für übertrieben halte, genau wie die Verkürzung auf 12 Jahre...immer dieses olle Zack-Zack-Modell-Schnellstmöglich-Nachschub-an-Human-Kapital-für-die-germanische-Wirtschaft-erbringen-jetz-aber-hopp-hopp). ;-)
´noce
31.05.2007 - 16:32 Uhr
Quelle: Süddeutsche.de

Die schwachen Starken
Jungs sind in der Schule systematisch benachteiligt. Das wollen Politiker und Pädagogen nun ändern.

Von Marion Schmidt


"Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter mal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen." Das stand vor genau zwanzig Jahren in der Zeitschrift Emma, und heute, so scheint es, haben die Feministinnen dieses Ziel erreicht. Jungen haben es in der Schule deutlich schwerer als Mädchen. Sie werden vor Schulbeginn häufiger zurückgestellt, sie wiederholen häufiger eine Klasse, sie besuchen weniger häufig Gymnasien und sind dafür an Sonderschulen stärker vertreten, sie verlassen häufiger die Schule ohne Abschluss und machen seltener Abitur als die Mädchen. Und sie werden sogar schlechter benotet, selbst wenn sie gleich gute Leistungen erbringen.

In allen großen Schulleistungsstudien der vergangenen Jahre schnitten die Jungen schlechter ab als die Mädchen, vor allem beim Lesen. Der jüngsten Pisa-Studie zufolge sind 28 Prozent der Jungen beim Lesen so genannte Risikoschüler. Dagegen können nur gut 16 Prozent der Mädchen selbst einfache Texte nicht vollständig verstehen. Deutliche Geschlechterunterschiede beim Textverständnis zeigten auch die Grundschul-Lese-Untersuchung Iglu und die jüngst vorgestellte Sprachenstudie Desi.

Für Wilfried Bos folgt das eine aus dem anderen. Die schlechteren Lernleistungen erklären sich für den deutschen Iglu-Koordinator und Leiter des Dortmunder Instituts für Schulentwicklungsforschung vor allem dadurch, dass es den Schülern im Unterricht so schwer gemacht wird. "Es ist eine systematische Tendenz zur Benachteiligung von Jungen erkennbar", sagt Bos.

Während es an den Schulen längst zahlreiche Förderprogramme für Mädchen gibt, nimmt man Jungenarbeit offensichtlich weniger ernst. Zwar gibt es mittlerweile nach dem Vorbild des Girls Day auch hier und da einen Boys day, doch dabei geht es meistens um die Berufswahl, nicht um den Schulalltag. In der Lehrerausbildung spielt das Thema "geschlechtergerechter Unterricht" keine Rolle. "Viele Lehrer interessiert das Thema auch nicht", sagt Jürgen Budde, Erziehungswissenschaftler und Jungenforscher an der Uni Hamburg, "sie sagen: Ich behandele doch alle gleich."

Das alles soll sich nun ändern. Denn die Schulpolitiker haben die Jungen als besondere Problemgruppe entdeckt - und sie haben Mitleid mit ihnen. Ute Erdsiek-Rave, Bildungs- und Frauenministerin in Schleswig-Holstein und derzeit Präsidentin der Kultusministerkonferenz, will in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf die Geschlechtergerechtigkeit in der Schule legen. "Die Bildungskarrieren von Jungen und Mädchen driften immer mehr auseinander", hat die SPD-Politikerin erkannt. Einerseits würden Jungen zunehmend schlechtere Schulleistungen erbringen, andererseits fielen die Mädchen trotz besserer Schulabschlüsse im Berufsleben ab. Erdsiek-Rave kritisiert, dass es Schulen häufig nicht gelinge, Mädchen und Jungen gleichermaßen zu fördern und den geschlechtsspezifischen Unterschieden gerecht zu werden. Wie dies erreicht werden kann, soll im Herbst auf einer Fachtagung diskutiert werden.

Die Unterschiede werden freilich oft bereits vor der Schule zementiert. Mädchen haben zu Hause mehr Bücher, sie lesen mehr und lernen früher schreiben. "Wenn man Klassenhefte aufschlägt, kann man sofort sagen, ob sie von einem Mädchen oder Jungen sind", sagt Ulrich Boldt, Lehrer an der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld: "Jungen haben einfach die schlechtere Schrift."

Die Eltern fördern, oft unbewusst, die Ungleichheit, die Schulen verstärken sie noch. Noch immer bestimmt der Frontalunterricht das Geschehen. Er, so unterstreicht Jürgen Budde, ist störanfälliger als etwa die Gruppenarbeit. Lehrer aber wollten Ruhe und Ordnung. "Sie ermahnen deshalb ständig störende Jungen und belohnen zugleich das Wohlverhalten und das Interesse der Mädchen", sagt Wilfried Bos.

Für den Dortmunder Schulforscher rächen sich damit auch Fehler und Versäumnisse in der Lehrerausbildung. Über Jahrzehnte habe man den angehenden Pädagogen eingetrichtert, dass die Mädchen benachteiligt seien. Das bleibe gerade bei Lehrerinnen nicht ohne Folgen: "Sie schauen bei Mädchen einfach genauer hin", hat Bos festgestellt. Und wenn an vielen Grundschulen fast alle Lehrer weiblich seien, schaue eben kaum noch jemand auf die Jungen.

Der hohe Frauenanteil in vielen Kollegien vermittelt nach Ansicht mancher Wissenschaftler zudem eine einseitige Lebenswelt, die Interessen von Jungs würden zu wenig berücksichtigt. Beispielsweise könnten gerade Pädagoginnen oft nicht damit umgehen, wenn zwei Jungen sich auf dem Schulhof rauften, erzählt Wilfried Bos; sie empfänden dies gleich als Bedrohung statt es in den Unterricht einzubeziehen und etwa in einem Rollenspiel zu thematisieren. "Jungen müssen aber auch einmal raufen dürfen, ohne dass sie gleich als sozial auffällige Störenfriede behandelt werden", meint Bos.

Ohne Machogehabe

Wenn man, wie Forscher an der Bielefelder Laborschule, Schüler fragt, was sie sich von der Schule wünschen, antworten sie: klare Regeln und Strukturen, in kleinen Schritten lernen, mit mehr Wettbewerb untereinander, mit mehr Bewegung und mit mehr Rückmeldungen durch die Lehrer. Diese Wünsche, fordern Jungenforscher, sollten weit stärker als bisher im Unterricht berücksichtigt werden. Zudem sollten Lehrer verschiedene Zugänge zu Wissen schaffen, mehr Computer statt Theater einsetzen und bei der Auswahl von Büchern und Projekten stärker auf die Interessen und die Lebenswelt der Jungen eingehen.

Spätestens hier stellt sich die Frage, ob die Koedukation nicht versagt hat und Mädchen und Jungen nicht zumindest phasenweise wieder getrennt voneinander unterrichtet werden sollten. An der Bielefelder Niemöller-Gesamtschule hat Ulrich Boldt damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn die Jungen im Fach Haushaltslehre unter sich sind, räumten sie sogar das Geschirr von den Tischen. Man müsse auch den Jungs einen geschützten Raum anbieten, in dem sie sich ohne Machogehabe und Klassenclownspiele entfalten können, sagt Boldt.

crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:37 Uhr
@Patte
Ja, wundert mich, dass das Abi damals in der DDR nicht blos 7 oder 8 Jahre ging^^
Wobei...so abwegig war das gar nicht, ich erinner mich, dass meine Eltern mir erzählten, dass man es unheimlich schwer hatte, wenn man Abi machen wollte. Schließlich wurde der Bürger in der Produktion gebraucht ^^
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:40 Uhr
...Jungen müssen aber auch einmal raufen dürfen, ohne dass sie gleich als sozial auffällige Störenfriede behandelt werden...

Das stimmt, heutzutage wird als allererste Maßnahme erstmal ADS diagnostiziert. Morgens mittags abends ne Tablette, und Ruhe ist im Puff. Schrecklich.
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:41 Uhr
Die Ausbildung ist ja trotzdem sehr gut. Wenn man ein deutsches Studium gemacht hat, dann hat man ordentlich Ahnung im Normalfall. Nur ist man zu alt. Wenn der 26-27 jährige Konkurrent promoviert hat, dann ist der Deutsche noch im Grundstudium...

Diese Zeit holst du nie wieder ein.
Patte
31.05.2007 - 16:45 Uhr
"Das stimmt, heutzutage wird als allererste Maßnahme erstmal ADS diagnostiziert. Morgens mittags abends ne Tablette, und Ruhe ist im Puff. Schrecklich."

Auch hier wieder mal: Deutschland nimmt immer amerikanischere Formen an. "Prozac"-Gesellschaften unter sich...ein Volk im Halbschlaf.
Patte
31.05.2007 - 16:47 Uhr
@MJK:
Da sagst du was wahres. Bloß fragt sich, warum niemand was dran ändert?
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:50 Uhr
Bringt die längere Studiendauer nicht möglicherweise ein "höheres Ansehen" auf dem internationalen Markt mit?
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:51 Uhr
Weil die Eltern wieder schreien, wenn das Abitur nach 12 und nicht nach 13 Jahren gemacht werden soll... zB... :-D
thesos
31.05.2007 - 16:52 Uhr
die ostdeutschen Männr können nicht weg, die müssen ja hier rumhängen ...
crashkid (p.b.d.)
31.05.2007 - 16:52 Uhr
Also bei uns in Sachsen schreit da keiner ^^
MJK (p.b.j.)
31.05.2007 - 16:53 Uhr
Du solltest heute relativ zügig und geradlinig studieren. Sowas wie nach dem Abitur ein Jahr durch Afrika trampen oder im Studium ein Jahr Auszeit sind tödlich. Du musst zwar ganz dringend ins Ausland, aber dann solltest du zumindest eine Form eines Abschlusses dort machen.
Marc
31.05.2007 - 16:54 Uhr
"Der hohe Frauenanteil in vielen Kollegien vermittelt nach Ansicht mancher Wissenschaftler zudem eine einseitige Lebenswelt, die Interessen von Jungs würden zu wenig berücksichtigt. Beispielsweise könnten gerade Pädagoginnen oft nicht damit umgehen, wenn zwei Jungen sich auf dem Schulhof rauften, erzählt Wilfried Bos; sie empfänden dies gleich als Bedrohung statt es in den Unterricht einzubeziehen und etwa in einem Rollenspiel zu thematisieren. "Jungen müssen aber auch einmal raufen dürfen, ohne dass sie gleich als sozial auffällige Störenfriede behandelt werden", meint Bos."

Das erinnert mich stark an meine Schulzeit, diese dumme, teetrinkende, jungfräuliche strickpullitragende, weltverbesserische Lehrerin hat ständig ihre Schätzchen (Mädchen) gehabt und die Jungs gehasst. Dementsprechend kamen nur 2 von 13 Jungs aufs Gymnasium, der Rest wurde abgeschoben auf Real und Hauptschule. Eigentlich schon krass wenn man mit 11, 12 Jahren schon aussortiert wird...
thesos
31.05.2007 - 16:54 Uhr
durch Afrika trampen? das stell ich mir lustig vor

Seite: 1 2 3 »
Zurück zur Übersicht

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Dieser Thread ist für Gäste gesperrt.
Für Rückfragen kannst Du Dich an verstoss-melden@plattentests.de wenden.