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Studium: Alles für die Katz?

User Beitrag
K1LLERMC
01.03.2007 - 18:40 Uhr
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,465564,00.html

Mein Fazit: Akademiker sind die besseren Lohnsklaven und nach dem Studium ist das Leben vorbei. Erstmal. Dann hat man Kids und man ist weitere 20 Jahre im Eimer bis die Brut ausgezogen ist. Mit 50 fängt das Leben also an, aber dafür ist man senil und inkontinent.
Der Grund morgen nicht zu Strick zu greifen ist welcher?
Norman Bates
01.03.2007 - 18:45 Uhr
Bleib noch ein paar Jahre an der Uni und promoviere, da hast du mehr Freiheit. Nicht unbedingt weniger Arbeit, aber mehr Freiheit. Und du arbeitest nur für dich und nicht für eine dämliche Firma. Lieber sich selbst ausbeuten als sich von jemandem ausbeuten lassen.
Andi
01.03.2007 - 18:46 Uhr
Selten so einen Schwachsinn gelesen.
MJK
01.03.2007 - 18:46 Uhr
Es ist ja auch zu verlockend sich mit 35 um seinen ersten Job bemühen zu müssen! :-)
Las
01.03.2007 - 18:50 Uhr
Naja, einige gute Ideen, Unternehmergeist, ein bisschen Wagemut und eine gute Beratung und dann mach die Selbstständig. An dieser Trägheit geht das Land zu Grunde ..
Karsten
01.03.2007 - 18:53 Uhr
Ziemlich romantisch verklärter Text. Die Wahrheit sieht noch viel, viel schlimmer aus.
K1LLERMC
01.03.2007 - 18:54 Uhr
Krass, erzähl ma!
Norman Bates
01.03.2007 - 19:01 Uhr
Die Wahrheit ist: Wer zuviele Überstunden in der Firma macht, ist selber schuld.

Man muss sich immer vergegenwärtigen: Das Leben ist kurz, und man hat nur eins. Man hat also nichts zu verlieren.

Wie sagte der gute Kurt:

Take your time
Hurry up
The choice is yours
Don't be late
K1LLERMC
01.03.2007 - 19:05 Uhr
60h/Woche ist aber Standard, wer da nicht mitzieht ist gleich untendurch bei den Kollegen. So jedenfalls meine Erfahrung.
Norman Bates
01.03.2007 - 19:07 Uhr
@K1LLERMC
Wo arbeitest du? Was für eine Branche?
K1LLERMC
01.03.2007 - 19:12 Uhr
Schon länger her. Warn IT Job, Datenbankpflege und so, hab nach 6 Monaten aufgehört und lieber angefangen zu studieren. Bei Ingenieurberufen ist die Sache ähnlich, sehs bei Bekannten.
Norman Bates
01.03.2007 - 19:16 Uhr
Ich bin ja der Meinung:

Wer aus freien Stücken 60 Stunden arbeitet, okay.

Wer "unfreiwillig" 60 Stunden arbeitet, ist selbst schuld. Man muss einfach nur die Eier haben, seine Situation zu ändern. Man wird nicht ausgebeutet (wie es die RAF-Sympathisanten im anderen Thread gerne sehen), man lässt sich ausbeuten.
Patte
01.03.2007 - 19:19 Uhr
Ja, das bei IT habe ich auch von Bekannten gehört, kann ich nur bestätigen. Und dabei sind das Leute, die noch ne klassische Ausbildung besitzen und früher nie klagten und sehr verlässlich sind, also keine "faulen, jugendlichen Jammerlappen". Selbst die ächzen jetzt. Warum? Personalmangel. Knauserige Chefs, die das Geld für neue Angestellte hätten, aber es partout nicht ausgeben wollen. Was nützt einem das dicke Gehalt, wenn die Arbeit das Privatleben auffrisst.
K1LLERMC
01.03.2007 - 19:23 Uhr
Naja, wenn das Teil fertig werden muß und 5 andere wie wild in ihre Computer hacken und sich schonmal Pizza bestellen weil es "etwas länger dauert" geht man nicht einfach nach 10h. Sozialer Druck heißt das, und der ist nicht so selten glaube ich.
Patte
01.03.2007 - 19:24 Uhr
Yep, denn wer sich beschwert und den Mund aufmacht, ist ganz schnell draußen. Für die Chefs ist jeder ersetzbar.
humbert humbert
02.03.2007 - 10:49 Uhr
Ich sage nur: verbeamten!
hubert hubert
02.03.2007 - 11:35 Uhr
der weg zum beamten ist aber ein steiniger..sonst könnte es ja jeder affe machn.
toifel
02.03.2007 - 11:47 Uhr
Naja, wenn das Teil fertig werden muß und 5 andere wie wild in ihre Computer hacken und sich schonmal Pizza bestellen weil es "etwas länger dauert" geht man nicht einfach nach 10h.

viel besser finde ich: wenn das teil fertig werden muss, weil sonst die vö's platzen und alle anderen 'nen scheiß dran haben und überpünktlich einpacken, während der idiot 4 stunden dranhängt und am rad dreht... :o/

sehr sozial.

Patte
20.10.2007 - 12:02 Uhr
"Elite-Universitäten" *weglach*
blödi
21.10.2007 - 00:18 Uhr
wurde deine nicht ausgewählt? :-D
Patte
21.10.2007 - 00:32 Uhr
Meine wurde nicht ausgewählt, nee. :) Aber darum geht's ja gar nicht. Diese lächerlichen "Elite"-Etikette sind doch nur dazu da, um "Wissensexzellenz" vorzugaukeln. Wenn sogar die marode FU Berlin so einen goldenen Scheißorden umgehängt bekommt, dann läuft was schief. :-D

Wozu überhaupt "Elite" und "Wettbewerb" unter den deutschen Unis? Das Hauen und Stechen und diese Aufsplittung führt sicherlich nicht zu besseren Forschern oder klügeren Köpfen in diesem Land.
Greylight
21.10.2007 - 00:59 Uhr
Tja ja, so sind sie halt, diese Ärsche... ^^
möp
21.10.2007 - 03:08 Uhr
Ich bin Gymnasiast und angehender Student und damit Elite, der Nicht-Gym-Rest ist dumm und wertlos, ist einfach so.
mcF
21.10.2007 - 03:10 Uhr
Ich bin Gymnasiast und angehender Student und damit Elite, du bist dumm und wertlos, ist einfach so.
Gott
21.10.2007 - 03:13 Uhr
Du bist Gymnasiast und angehender Student und damit Elite. Du bist dumm und wertlos, ist einfach so.
möp
21.10.2007 - 03:57 Uhr
peinlich, darf man nichtmal mit der klassischen klischee-rollenverteilung scherzen
Hauptschüler
21.10.2007 - 10:43 Uhr
Das tut mir leid das es Euch so schlecht geht, ich war auch total geschockt als ich hier über so viel Elend lesen musste. Das muss echt hart sein wenn man erst mit Mitte Zwanzig feststellt dass das Leben nicht ganz einfach ist und damit die schönen Vorstellungen dahin sind. Ich will echt nicht mit Euch tauschen. Aber ich glaube fest an Euch. Jaa, Ihr schafft das schon. Verdammt Laßt Euch nicht unterkriegen.

Das Leben geht immer weiter, auch Eueres.
Ach komm,...
21.10.2007 - 11:57 Uhr
...geh doch lieber weiter Rapgangster spielen. Der Nachbarsjunge mit der Maske wartet schon unten an der Türe und fragt, ob du zum Cool-Gestikulieren runter kommst.
sadasdsadasdasd
21.10.2007 - 11:59 Uhr
Hmmmm, hab noch nicht mal eine Katze... für wen ist mein Studium dann?
Hauptschüler
21.10.2007 - 12:10 Uhr
@Ach komm.....: Ich sehe über deinen Beitrag großzügig hinweg ich weiß ja das du es im Leben nicht immer einfach hattest und oft zu kurz gekommen bist aber auch du bist ein wertvoller Mensch dessen Leben wichtig ist. Also gib dich nicht auf.
Patte
22.10.2007 - 21:08 Uhr
In einer Kommissionssitzung, berichtet der 27-jährige Geschichts- und Soziologiestudent - eigenes Ziel: ein Magisterabschluss -, habe einmal ein Professor ganz offen davon gesprochen, "dass die erste Bachelorgeneration sowieso verheizt wird". Leider, sagt Roßmann, sei das nicht ins Protokoll aufgenommen worden.
Patte
22.10.2007 - 21:48 Uhr
Similar problem, different sh.it:

http://www.taz.de/nc/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2007%2F10%2F22%2Fa0138&src=GI&cHash=b1824d772d&type=98
http://images.zeit.de/text/online/2007/43/zentralabitur-bildungskolumne
Patte
22.10.2007 - 21:53 Uhr
Auszug:

Aber was ist diese kleine Theatergeschichte gegen das, was sich mit dem um ein Jahr verkürztem Gymnasium abspielt? Der kaum reduzierte Stoff von neun Jahren wird jetzt in acht Schuljahre gepresst. Die Schüler haben mehr als eine 35 Stundenwoche. Sie sitzen täglich bis in den Nachmittag in den Schulen, zumeist ohne Kantine, von kultivierten Speiseräumen und einer Ganztagsschule ganz zu schweigen. Fürs Klavierspielen, Sport oder zum Lesen bleibt noch weniger Zeit. Fast Food, körperlich und geistig! Das taktische Lernen wurde weiter gefördert. Die Begeisterung für die Schönheiten und Geheimnisse der Natur, der Literatur oder der Mathematik führt ein Nischendasein. Hauptkompetenz dieses unheimlichen Lehrplans heißt „Sichdurchlavieren“.
asdasdasdasdasd
22.10.2007 - 21:56 Uhr
Finde das verkürzte Gymnasium besser! Die elfte Klasse (in Bayern) ist toal sinnlos, da vergisst man mehr, als man lernt, man macht die ganze Zeit nur blau und hat die inkompetentesten Lehrer an der Schule. Das war zumindest mein damaliger Eindruck (den auch andere geteilt haben)!
asdsadsadasdasd
22.10.2007 - 22:00 Uhr
Patte: wieso pisst du eigentlich, was dieses Thema betrifft, so angepisst? Bist du selbst betroffen?
Agent Cooper
22.10.2007 - 22:03 Uhr
Ich war auch nur 12 Jahre auf der Schule und hatte nicht dass Gefühl unter besonderem Druck zu stehen.
sdasdasdasdsad
22.10.2007 - 22:04 Uhr
asdsadsadasdasd (22.10.2007 - 22:00 Uhr):
Patte: wieso pisst du eigentlich, was dieses Thema betrifft, so angepisst? Bist du selbst betroffen?


Hehe, meine natürlich "bist", nicht "pisst".
Daniela
22.10.2007 - 22:34 Uhr

Zwölf Jahre sind meiner Meinung nach genug. Es ist auch nicht richtig, dass man dasselbe in kürzerer Zeit lernt: die Lehrpläne wurden sehr wohl überarbeitet. Im Übrigen darf das Gymnasium gern wieder ein bisschen an Niveau gewinnen.

Bei dem Bachelor stört mich vor allem - wie auch bei den Studiengebühren - dass es so wenig ausgegoren ist. Beide Ideen sind nicht grundsätzlich falsch, aber so, wie sie gerade umgesetzt werden, ziemlich übel.
juhuu, ich hab's geschafft.
22.10.2007 - 23:46 Uhr
9 jahre schule. mit bis 43 stunden pro woche.

und bin schlauer als ihr! :-)
@asdsadsadasdasd
23.10.2007 - 00:26 Uhr
Ich glaube ja inzwischen, Patte glaubt seinen Versagenskomplex damit bekämpfen zu können, indem er täglich das Internet durchforstet nach Links zu Kommentaren, die Kritik (an unserem verhältnismäßig immernoch guten!) Hochschulsystem üben
Daniela
23.10.2007 - 14:32 Uhr

Es gibt da einen netten Aphorismus, den man, glaube ich, Robert Bosch zuschreibt.

Wenn du aufhörst, besser zu werden, hast du aufgehört, gut zu sein.
asdasdasdasdad
23.10.2007 - 14:35 Uhr

Wenn du aufhörst, besser zu werden, hast du aufgehört, gut zu sein.


Ist das die Definition der Leistungs- und Ellenbogengesellschaft?
Greylight
23.10.2007 - 15:42 Uhr
@Daniela

Wenn du aufhörst, besser zu werden, hast du aufgehört, gut zu sein.

Ja, dieser intelligente Spruch berührt mich und löst Gefühle bei mir aus. Brechreiz, nämlich.


@asdas

Ich antworte dir noch in dem anderen Thread. Habe allerdings tatsächlich grade keine Zeit.
Greylight
23.10.2007 - 16:16 Uhr
Wer immer nur nach dem Prinzip "höher, weiter, schneller" lebt, wird niemals gut sein können, sondern immer nur wahnsinnig.
Dorian
23.10.2007 - 16:27 Uhr
Wer sich nicht weiterentwickelt und sich sogar gegen dieses Prinzip sträubt, das man übrigens auch unübertrieben praktizieren kann, sich letztendlich also weigert zu reflektieren und an bestimmten Stellen anzupacken, der wird wohl bis in alle Ewigkeit ein jammerndes Häufchen Elend bleiben, egal wie schlecht die Welt nun sein mag...
Me
23.10.2007 - 17:52 Uhr
Prima Interview aus der Zeirschrift Gehirn&Geist zum Thema "höher, schneller, weiter" (ursprünglich gehts aber um das Leben nach dem Tod)


Herr Liessmann, was lässt sich überhaupt über den Tod wissen?
Nicht viel, zugegeben. Die ganze platonische
Tradition kämpft mit der Frage:
Gibt es die Unsterblichkeit der Seele? Immanuel Kant nennt den Gedanken ein
notwendiges Postulat der praktischen
Vernunft – wir setzen ein Leben nach dem
Tod voraus, damit sich moralisches Handeln
auszahlt. Beweisen lässt es sich nicht.
Dagegen steht die materialistische Perspektive:
Der Tod ist das absolute Ende.
Dann bräuchte ich auch keine Lebenszeit
mit Sinnieren zu vergeuden…

Doch! Wollen Sie die Grenzen Ihrer Lebensspanne einfach respektieren oder
begehren Sie auf? In der Antike ging das
über den Ruhm. Der epische Held lebt in
seinen Taten fort. Heute sind andere Dinge
an diese Stelle getreten, allen voran
das Kunstwerk. Kreativität wird zum Vehikel,
die Sterblichkeit zu überwinden.
Doch die Wurzel des Aufbegehrens gegen
den Tod ist nicht einfach Angst. Denn
ohne einen Aufruf, sein Selbst zu verwirklichen, gäbe es kein Aufbegehren.
Aber wissen wir jetzt mehr als früher
über den Gevatter?

Auf der theoretischen Ebene gibt es ein
prinzipielles Problem: Wir können uns
den eigenen Tod nicht vorstellen. Ich stelle
mir beispielsweise vor, mein eigenes
Begräbnis zu beobachten. Doch damit
setze ich mich als Beobachter voraus –
also lebendig. Überspitzt gesagt: Wir wissen
todsicher, dass das eigene Ende irgendwann
kommen wird. Aber wir können
es uns nicht vorstellen. Es sei denn,
wir haben eine religiöse Vorstellung über
die Zeit danach.
Wo hört Philosophie auf und wo beginnt
die Religion?

Sören Kierkegaard, Vorläufer der Existenzialisten um Martin Heidegger und
Jean-Paul Sartre, hat diese Grenze vielleicht
am besten markiert. Für ihn können
wir den Tod nur denken aus der Perspektive
unserer gesamten Lebenserfahrung – von Anfang bis Ende. Aus der Diesseitigkeit des Lebens ist er nicht vorstellbar – schon wegen des logischen Problems. Deshalb ist für Kierkegaard Verzweiflung die einzig angemessene Haltung angesichts des Todes. Heraus kommt man nur durch den Sprung in
den grundlosen, unbeweisbaren Glauben,
in die Religion.
Liefert die Gegenwartsphilosophie hier Neues?
Interessanterweise wird das Thema heute
unter anderen Titeln verhandelt. Nehmen
Sie die Debatte um Sterbehilfe. Die
Frage ist nicht mehr, was ich über den
Tod wissen kann und was das für mein
Leben bedeutet, sondern: Wann ist es Zeit
zu sterben? Dürfen wir den Zeitpunkt
selbst bestimmen und über den Tod eines
Menschen befinden? Ein unglaublicher
Souveränitätsgewinn! Doch die metaphysische
und ethische Dimension
geht dabei leider unter.
Ein Mangel in der zeitgenössischen Philosophie?
Ja. Das alte philosophische Problem wurde
nicht gelöst, sondern nur abgelöst. Unsterblichkeit
ist ja immer noch eine Illusion.
Eine gut gehegte, das können Sie
beispielsweise an der Art ablesen, wie
wir über Unfälle reden: Der Unfalltod
wird als etwas im Prinzip Abwendbares
behandelt. »Er starb, weil …« Niemand
würde heute sagen: »Seine Zeit war gekommen.
«
Haben die Psychologen um Jeff Greenberg
also Recht: Das eigentliche Problem
wird verdrängt?

Der Tod wird heute keineswegs tabuisiert.
Im Gegenteil, wir sind eine todesversessene
Gesellschaft. Denken Sie nur an die
virtuellen Massaker im Fernsehen und in
Computerspielen: welche Faszination am
Tod in der ästhetischen Kulinarik! Wir
haben
Geschmack am Tod gefunden und
konsumieren ihn täglich. Das Problem ist
eher, dass die begrenzte Lebensspanne
zunehmend in ökonomische Dimensionen
gezwängt wird – als Ressource, die es
optimal zu nutzen gilt.
Also schnell möglichst viel erleben?
Ganz genau. Die 80 Jahre, die einem im
Schnitt zur Verfügung stehen, lebt man
für den Urlaub, das Häuschen im Grünen,
Erfolg im Job … Leben heißt heute: Das
Meiste rausholen. Der Tod wird zur absoluten
Begrenzung des eigenen Humankapitals.
Steht die Jagd nach mehr denn im
Widerspruch zu einer philosophischen
Haltung?

Kontemplation und Muße hat heute niemand
mehr auf dem Schirm! In der Antike
galten sie als intensivste und menschlichste
Lebenserfahrungen, heute bedeuten
sie Lebenszeitvergeudung. Aber ohne
Innehalten gibt es keine bewusste Auseinandersetzung
mit der eigenen Lebensspanne.
Welche Haltung zu Leben und Tod
empfehlen Sie?

Den Tod zu denken bleibt eine der wichtigsten
Aufgaben der Philosophie. Im Alltag
rate ich trotzdem auch zu einem gesunden
Pragmatismus: Wir dürfen morbide
Gedanken auch mal neutralisieren,
sonst lähmen wir uns. Aber wir sollten
unser Leben nicht auf Unsterblichkeitsfantasien
aufbauen. Der Tod wird nie erledigt
sein, so oft diese Hoffnung auch
am wissenschaftlichen Firmament aufschimmert.
Greylight
23.10.2007 - 18:57 Uhr
@Dorian

Ich sträube mich nicht gegen das Prinzip an sich. Ich sträube mich gegen eine Einstellung, wie:

Wenn du aufhörst, besser zu werden, hast du aufgehört, gut zu sein.

Denn das klingt für mich nicht nach "unübertriebenem Praktizieren". Vielmehr spiegelt dieser Satz voll den Wahnsinn unserer Leistungsgesellschaft wieder. Immer in Bewegung zu sein und niemals irgendwo anzukommen. Dabei wäre das Umgekehrte richtig: Wenn man mal angekommen ist, dann kann man sich auch bewegen.

Denn wie verblendet muss man sein, um zu glauben, man würde ständig "besser"? Das ist doch was für kühle Statistikenfälscher. In "1984" wurde das auf die Spitze getrieben: Peinlichst genaue Fälschung jeglicher Statistiken und Befindlichkeiten. Angeblich wird immer alles besser, dabei ist in Wirklichkeit immer alles scheiße.

Um endlich mal in die Praxis zu kommen: Der gleiche Schulstoff wird jetzt in 12 Jahren gepaukt. Wem fällt auf, dass der Stoff immer mehr zum geistigen Fast Food verkommt? Nur die Wenigsten in der Schule *verstehen* doch überhaupt irgendwas. Da wird nur gepaukt und gepaukt und auch ganz schnell wieder vergessen. Daniela wünscht sich mehr Niveau in der Schule. Klingt eigentlich ganz gut. Das erreicht man aber nicht durch Fast Food-Mentalität, sondern eher dadurch, dass man mal vermitteln würde, dass der Stoff als solcher überhaupt lernens- und behaltenswert ist. Das machen aber die wenigsten Lehrer und die kommen dann wegen der Lehrpläne in starken Zeitdruck.

Aber ist je eh alles für den Arsch, weil kaum jemand in die Schule geht, um etwas zu lernen, sondern eher, um irgendwann einen guten Abschluss zu bekommen. Genauso, wie viele nicht arbeiten, um zu arbeiten, sondern um Geld zu bekommen. Und genauso, wie viele nicht leben, um zu leben, sondern, um zu sterben. Und damit wäre eigentlich alles gesagt.
Katz
23.10.2007 - 22:00 Uhr
Alles für mich? Hehe ... ;-)

Aber ernsthaft: Wahre Worte von Greylight! Es wäre schön, wenn man das Leben entspannter angehen könnte, was auch für meine Begriffe nicht unweigerlich mit mangelnder Weiterentwicklung gleich zu setzen wäre.
Patte
23.10.2007 - 22:12 Uhr
@Daniela:
"Zwölf Jahre sind meiner Meinung nach genug. Es ist auch nicht richtig, dass man dasselbe in kürzerer Zeit lernt: die Lehrpläne wurden sehr wohl überarbeitet."

Meinetwegen können es auch 10 Jahre sein, wenn das System nicht nur aus "Punkte sammeln" und "Auswendiglernen, aber hinterher nicht individuell verarbeiten" besteht. Sowas kann doch Deutschland beim besten Willen nicht für "den internationalen Wettbewerb" fitmachen. Wer braucht schon Lern-Zombies?

"Im Übrigen darf das Gymnasium gern wieder ein bisschen an Niveau gewinnen."

Ja, meinetwegen. Und dann bitte endlich die selten dämliche Hauptschule auflösen und Kinder nicht zu früh für weiterführende Schulen ausselektieren. Die sollten länger zusammenbleiben. Skandinavien hat diesbezüglich gute Modelle. Dann haben auch mehr Menschen, die früher auf einer Hauptschule versauert wären, theoretisch Chancen auf ein Gymnasium - Abitur - Studium.

"Bei dem Bachelor stört mich vor allem - wie auch bei den Studiengebühren - dass es so wenig ausgegoren ist. Beide Ideen sind nicht grundsätzlich falsch, aber so, wie sie gerade umgesetzt werden, ziemlich übel."

Nein. Beide Ideen sind grundsätzlich falsch und widersprechen a) der sozialen Gerechtigkeit und b) gab es mit dem Diplom/Magister ein schon bestehendes Modell, was man durch die neuen Studiengänge eher extrem verschlechtert hat, denn nun fehlt die Zeit und die Breite, die ein Akademiker braucht, um neue Denkwege zu beschreiten, neue Sachen zu entwickeln etc. Selbst wenn sich Chaos mit Bachelor/Master wieder ordnen sollte, bleibt es überflüssig und eine Riesenscheiße.

Wenn Hochschulen mittlerweile, wie Unternehmen geführt werden bzw. die EU-Spitze aus Neocon-Bürokraten, die keine Ahnung haben, wie ihr Vorhaben in der Praxis aussieht, ist es aber auch logisch, dass wir solche abartigen Zustände bekommen.

@"@asdsadsadasdasd":
"Ich glaube ja inzwischen, Patte glaubt seinen Versagenskomplex damit bekämpfen zu können, indem er täglich das Internet durchforstet nach Links zu Kommentaren, die Kritik (an unserem verhältnismäßig immernoch guten!) Hochschulsystem üben

Warum hat man gleich versagt, wenn man gewisse Zustände kritisiert? Auf welcher Ebene soll ich denn deiner Meinung nach "versagt" haben? Was sagt das über dich aus, wenn du gleich auf dieser Schiene fährst? Denk mal drüber nach. :)

Verhältnismäßig immer noch gut? Mag sein, dass es in Ungarn oder anderswo noch schlechter ist. Aber "verhältnismäßig gut"...sowas sagen immer nur Duckmäuser und Leute, die sich mit so einer Scheiße längst abgefunden haben. ;)

@asdsadsadasdasd:
"Patte: wieso pisst du eigentlich, was dieses Thema betrifft, so angepisst? Bist du selbst betroffen?"

Ich bin mittlerweile auch betroffen, aber ich habe diese Problematik schon vor einigen Jahren bemerkt/angesprochen, auch als ich noch nicht betroffen war. Man muss auch nicht immer betroffen sein, um Misstände zu sehen oder etwas zu kritisieren.

@Greylight:
Jep, sehe ich ganz genauso (alles, was du gesagt hast). Aber ich hab dir ja schon vor ein paar Monaten zugestimmt, an anderer Stelle, insofern nix neues. ;) "1984" haben wir auf einer Ebene schon ganz sicherlich: der Neusprech. Die Verschleierung von Realität durch harmlose Wortschöpfungen z.B. Man könnte mittlerweile eine Fibel damit herausbringen.

@Dorian:
An welchen Stellen konkret anpacken?
Greylight
23.10.2007 - 22:15 Uhr
Und genauso, wie viele nicht leben, um zu leben, sondern, um zu sterben.

OK, grade den Satz möchte ich noch revidieren. Doch ein wenig übertrieben.


@Katz

Was bist du denn für eine Katz? *g* ;-D *ThunfischindenNapffüll*

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