Rezensionen selbst schreiben

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15.06.2002 - 15:24 Uhr
Wollte nur mal ein paar Tips zum Kritikenschreiben bekommen. Hab mal eine Rezension zu "We love life" rangehangen und würde mich über Ratschläge (die auch per Mail erfolgen können) freuen. Tut mir leid, dass ich das im Forum mache, aber ich will nicht jedem Kritiker eine Mail schreiben. :)
Danke im Vorraus.


"Grün wirkt.

"This is hardcore" war eine Show. Ein opulentes Musikdrama mit reichlich Bombast, Pathos und Drumherum. Das so etwas nicht zu wiederholen ist, war allen klar. Aber was sollte danach kommen? Ein dreiteiliges Konzeptalbum? Die Rückkehr zu den Wurzeln? Oder gar das Ende der Band? Nichts von all dem. Statt dessen entdecken Pulp ihre Liebe zur Natürlichkeit und veröffentlichen ein Album, das genauso klingt: luftig, organisch, frei. Jarvis Cocker singt über Bäume, Sonnenaufgänge und Vögel im Garten. Jeden anderen Rockstar hätte man für Sätze wie "Trees, those useless trees, produce the air that I am breathing." (Trees) wahrscheinlich ausgelacht, bei Herrn Cocker klingt das allerdings so wundervoll todernst, dass man am liebsten mit ihm zusammen gegen die Abholzung des Regenwaldes protestieren möchte.

Das Kernstück des Albums ist ganz klar der 8-Minuten-Brocken "Wickerman", in dem zum Teil sprechend eine Liebesgeschichte aus der Jugend erzählt wird, und der besonders zum Ende hin in seiner kraftvollen Melancholie sehr an Nick Cave und seine Bad Seeds erinnert. Drumherum immer wieder schöne, runde Lieder wie "The birds in your garden", "Bad cover version" oder "The night that Minnie Timperley died", die allesamt beweisen, dass Pulp immer noch großartige Melodien hervorbringen können. In dieser Art von Songs finden sich auf "We love life" auch immer wieder diese Momente, die diese befreiende Schönheit von "Hippie"-Songs aus den späten Sechzigern und frühen Siebzigern haben. Alles wirkt freier und weniger konstruiert als auf "This is hardcore" (was sicherlich eines der besten englischen Album der Neunziger ist), wodurch das Album allerdings deutlich weniger zugänglich wird. Wenn zum Beispiel in der zweiten Hälfte des anfangs so positiv klingenden "I love life" Jarvis auf einmal anfängt aufbegehrend zu schreien und der Song sich im Lärm verliert, bleibt man anfangs doch etwas verwirrt zurück.

Zum Ende hin kommen mit "Roadkill", welches mit grandios schwebender Atmosphäre und einer der besten Gesangleistungen Cockers einfach nur verzaubert, und "Sunrise" noch zwei absolute Highlights des Albums. Letzteres ist am Anfang ein leichtüßiger Popsong mit erdrückend gewaltigem Refrain, der sich dann plötzlich wandelt und zu einem bombastischen Chor- und Gitarrengewitter mutiert, das selbst Mercury Rev blass und emotionslos dastehen lässt.

"We love life" ist sicherlich kein Hitalbum, sondern vielmehr ein wundervoll befreiendes Werk voll Emotionen und Freiheit. Auch wenn der Bombast nicht vollständig verschwunden ist, was allerdings keinesfalls schlimm ist, erscheint das Album doch weit natürlicher und ungezwungener als der Vorgänger, ohne dessen Stärken wie große Melodien und wortgewandt-kritische Texte zu vernachlässigen. Wer Cockers Rat annimmt und die kleinen Dinge lieben lernt, wird dieses Album ganz schnell in sein Herz schliessen.
8,5/10
"
Zero
15.06.2002 - 16:00 Uhr
Na wer könnte das denn sein...
;-)
Armin
15.06.2002 - 21:22 Uhr
War das eine Bewerbung? ;-)

Ich weiß nicht genau, was Du jetzt hören möchtest. Außer, daß meine allerersten Gehversuche sehr viel erbärmlicher ausgefallen sind...
Name geändert.
20.06.2002 - 18:17 Uhr
@Armin:
Das baut auf. :)
Sven
20.06.2002 - 18:49 Uhr
Drogen. In rauhen Mengen.
adonais
20.06.2002 - 19:06 Uhr
super album
cerpin taxt
12.03.2004 - 17:00 Uhr
ich suche eine seite auf der man selber rezensionen / erfahrungsberichte zu cd's schreiben kann. wer www.ciao.com kennt weiss was ich meine; aber ich suche etwas dass nur auf musik (am besten alternativ) spezialisiert ist! any help?
tremul
12.03.2004 - 17:04 Uhr
nein, aber hast du schon das schöne Büchlein über den, dem du deinen Usernamen entliehen hast?
cerpin taxt
12.03.2004 - 17:07 Uhr
ne leider nicht. soweit ich weiss ist das storybook auch nur über gsl erhältlich was gleichzeitig sündhaft teure importkosten bedeutet. na ja muss mal ebay schauen! du?
tremul
12.03.2004 - 17:10 Uhr
ne, leider auch nicht. aber die import-Kosten sind mit sechs € doch noch im Rahmen... bei Ebay gibts das Teil nicht, hab schon öfters geguckt ;)
Hans
12.03.2004 - 17:13 Uhr
Wenn Du des Englischen einigermaßen mächtig bist, würd ich Dir www.rateyourmusic.com empfehlen.
cerpin taxt
12.03.2004 - 17:15 Uhr
mmh stimmt auch wieder. hatte einen viel höheren betrag im gedächtniss. mal schaun! wenn ich mal wieder geld hab importier ich's mir vielleicht.
reizt mich irgentwie schon aber 26 seiten sind wirklich net viel... hast du schon stimmen über das buch gehört also wie es so ist etc ?
tremul
12.03.2004 - 17:29 Uhr
nee, noch nicht wirklich was gehört, ausser halt das bekannte Zeug. Die geschichte von Cerpin taxt, Drogenabhängig, Aufarbeitung der Geschichte eines verstorbenen Freundes von TMV, usw.
aber auf Laut.de gibts ein eigenes TMV Forum, wahrscheinlich kriegt man da was mit...
tremul
12.03.2004 - 19:58 Uhr
Zitat Omar:"Die Storyline handelt von einem Freund von uns aus El Paso, der sich 1996 umgebracht hat. Er hatte schon ein paar Jahre früher einen Selbstmordversuch unternommen, und die Geschichte spielt zwischen diesem ersten und zweiten Versuch. Wir haben dabei wahre Begebenheiten mit Fiktion vermischt. Wir legen sehr viel Wert auf diese Geschichte, deshalb wird das Booklet auch wie ein Buch aussehen, und man wird erkennen, dass die Lyrics nur ein Teil der Geschichte sind."
Bär
12.03.2004 - 20:22 Uhr
OK ähm:
Nachricht von GSL gestern: "If you are intending on ordering the De-Loused book, please be aware that the book is currently sold out and not available. We are still getting lots of shopping cart orders for it due to some servers around the world being slower to update our site than others. Please "refresh" your screen before you use the shopping cart. If you order the book now, you will not get it until we receive the 2nd printing of them and begin mailing again."
-> Buch ausverkauft.

2. The Comatorium hat nen ziemlich netten Song Meanings Bereich wo auch viel über das Buch steht.
Was ich so verstanden habe, es spielt das meiste in Cerpin Taxt's Psyche, wo er gegen ein Wesen Namens "Moatilla" kämpfen muss. Dazu verwandelt er sich in dieses Viech da mit den riesigen Augen (zu sehen im Televators Video), wie man das nennt ist mir grade entfallen.
"Take the Veil Cerpin Taxt" ist dann angeblich der Finale Kampf und... ach... ich weiß doch auch nicht. Lest euch einfach mal durch was des Comatorium sagt.
cerpin taxt
13.03.2004 - 12:30 Uhr
ach wisst ihr was, lasst uns doch die diskussion in einem the mars volta forum weiterführen :)
oleg
04.04.2005 - 21:53 Uhr
hi, ich wollt ma fragen wer bei euch wie die rezensionen schreibt und ma so wissen, was genau da drin stecken muss um serös zu wirken... paar tips wärn nich schlecht... habt ihr irgendwelche bestimmten ausbildungen gemacht/studiert?
danke schonma im voraus...
bis dann!
Armin
04.04.2005 - 22:03 Uhr
Also ich habe 12 Semester "Rezensieren" studiert und schreib gerade an meiner Doktorarbeit. :-)

Im Ernst: Erfahrung und Originalität sind am wichtigsten.
Dick
04.04.2005 - 22:11 Uhr
Schreibe für www.cdstarts.de *Werbung mach* :D

Ich weiß nicht, wie gut ich bin, aber ich bilde mir ein, das ich die Grundvoraussetzungen (guter Schreibstil, Kompetenz und Originalität) mitbringe. Man sollte meiner Meinung nach gerade bei Musikalben darauf achten, dass man nicht zu sehr um den heißen Brei herumschwafelt. Mir begegnen immer wieder Kritiken mit einer Aussagekraft, die gegen 0 tendiert. Da wird vielleicht die Band in den Himmel gelobt und das Album in den aktuellen Kontext eingeordnet etc., aber wie die Musik denn nun konkret ist, kommt zu kurz. Wobei man allerdings auch zugestehen muss, dass es schon ziemlich schwierig ist, eine sehr subjektive Sache wie Musik zu beschreiben, im Gewissen Sinne also zu objektivieren.


Confusius
04.04.2005 - 22:13 Uhr
@Dick:
Da ist schon ein Rechtschreibfehler in deiner ersten Zeile.
Dick
04.04.2005 - 22:14 Uhr
Und? Willst du jetzt einen Finderlohn?
Confusius
04.04.2005 - 22:16 Uhr
Aber sicher doch!
Daniela
04.04.2005 - 22:21 Uhr
Mir begegnen immer wieder Kritiken mit einer Aussagekraft, die gegen 0 tendiert. Da wird vielleicht die Band in den Himmel gelobt und das Album in den aktuellen Kontext eingeordnet etc., aber wie die Musik denn nun konkret ist, kommt zu kurz.

Sehr richtig, das fiel mir bei dem neuen Musikexpress auf. Da wird die Newcomerin aus Sri Lanka (M.I.A. - meines Wissens Titelhema bei der Spex) von einer Schublade in die andere gesteckt, hinter den vielen variablen Bindestrich-Wörtern versteckt sich aber nichts Konkretes. Immer noch keine Ahnung, was die jetzt für Musik macht.
Fabi
04.04.2005 - 22:28 Uhr
Das ist mal endlich ein interessanter Thread!!
Uh huh him
04.04.2005 - 22:30 Uhr
auf den hast du dein Leben lang gewartet? :)
mm
04.04.2005 - 22:31 Uhr
die Kritiken hier sind mir viel zu lang. ich les nur die, die mich unmittelbar interessieren und die Verrisse, aber letztere auch nur wegen manchen elegant formulierten Verunglimpfungen
Daniela
04.04.2005 - 22:32 Uhr
Zu lang? Welche Literaturgattungen liest du denn gewöhnlich?
mm
04.04.2005 - 22:33 Uhr
Straßenschilder und topographische Karten
Daniela
04.04.2005 - 22:36 Uhr
Auf so Karten steht ja auch ne Menge...
Fabi
04.04.2005 - 22:38 Uhr
@ Uh huh him
Dass jetzt vielleicht nicht!! ;) Aber so im Gegensatz zu z.B. einem Bushido-Thread, bei dem es die ganze Zeit nur darum geht, ob er scheiße ist oder nicht!! Da ist doch ein Thread wie dieser Bildender!! Oder?? ;)
XY
04.04.2005 - 22:44 Uhr
Genau... Bildender. *g* Sorry.
Bildung
04.04.2005 - 22:49 Uhr
sehr zu empfehlen: kenntnisse aus einem fleischereifachbetrieb in deiner nähe.
Sven
04.04.2005 - 22:52 Uhr
Am wichtigsten sind Kippen. Und Kippen. Und... Kippen. Und ein Scheff, der tierischst Druck macht. ;-P
Armin
04.04.2005 - 23:45 Uhr
Wolltest Du nicht lieber die Recover rezensieren, statt hier im Forum herumzutollen? ;-)
Sven
04.04.2005 - 23:59 Uhr
Siehstu? :-D
Markus Bellmann
05.04.2005 - 16:52 Uhr
@Sven:
Ich bevorzuge ja gut abgehangenen Islay Malt.
Aber mit zweiterem hast Du recht ;-)
oleg
05.04.2005 - 19:34 Uhr
ähm... also wenn ihr den thread schon so interessant findet, könntet ihr ja vielleicht auch beim thema bleiben... aber danke schonma für die tips von dick und armin... @Sven: rauchen hilft also beim tolle-rezensionen-schreiben? hm... sollt ich wohl noch mehr rauchen... wieviel kippen ziehst du denn so bei einer rezension weg? :-)
mm
05.04.2005 - 20:18 Uhr
und saufen!
und nächsten Tag alles berichtigen!!
Christian
21.04.2005 - 16:52 Uhr
http://www.worldahead.net/index.php?site=musik&sub=review&act=viewreview&id=125

das review ist von mir. sagt mir mal bitte eure meinung und was man verbessern kann/was gut ist.
Winnie
21.04.2005 - 17:05 Uhr
Sind Nikotin- und Alkoholkonsum also die einzigen Qualifikationen die man mitbringen sollte?

Mal im Ernst, was braucht man denn um sowas hauptberuflich zu machen bzw. was macht ihr nebeher, was eigentlich und was früher?
joerg
21.04.2005 - 18:33 Uhr
je nach zu besprechender veröffentlichung tun's auch allerlei synthetische drogen.

und nebenher sind wir natürlich alle beamte oder im ruhestand - wo sollten wir sonst die zeit hernehmen?
Christian
23.04.2005 - 17:57 Uhr
hmm. also armin hat mir mal gesagt, es wäre ein ganz großes "NoNo" in einem review die ich-form zu benutzen, es sei denn es stünde ein konzept dahinter. das hab ich mir mal zu herzen genommen und deswegen kommen in meinem neuen trail of dead review auch keine bösen ichs und michs und mirs mehr vor. aber lest mal selber:

http://www.worldahead.net/index.php?site=musik&sub=review&act=viewreview&id=127
mm
23.04.2005 - 18:37 Uhr
nur SQL-Fehler...

das ist doch völlig egal. Rezensionen sind wie die Musik selber, du hast deinen Stil, manchmal ist er Scheiße, manchmal gut und manchmal hast du einen geistesblitz, der alle blendet
hastingss
23.04.2005 - 20:27 Uhr
@Christian
Schreibst du schon lange?
Die Rezension fand ich sehr gut, aber ist der Stil an einen der Redakteure dieser Seite angelehnt?
logan
24.04.2005 - 01:45 Uhr
dass die rezension nicht von gott persönlich, sondern von einem mensch (=subjekt) kommt, ist ja mal klar. insofern wird eine schlecht geschriebene auch nicht besser, wenn man den eigenen standpunkt verleugnet, und eine gute nicht schlechter, wenn man zur eigenen meinung steht. ein "ich" passt da also schon rein... objektivierung ist eine (hoffentlich selbstverständliche!) serviceleistung, die zur eigenen meinung noch hinzukommen sollte, diese aber nie ersetzen kann. alles andere ist augenwischerei.
Miruslavos
24.04.2005 - 08:36 Uhr
Rezension zu R.E.M. - New adventures in Hi-Fi

So schnell,so taub?

Sicher,was "So fast,Son numb" angeht kann man sich fast streiten ob gut oder nicht.
Bei anderen Titeln ist das anders:
Bei "Leave" hat man zumindest in der ersten Minute den Eindruck als würde die Welt untergehen,dieser verschwindet allerdings zusehenst.
Man sehe von "Electrolite" ab,sind auf dem Album nur gute Singleauskopplungen untergebracht.
Das Album gibt den Titel recht gut wieder.
Zudem enthält es wirkliche Musikalische Höchstleistungen,andere,wenige Titel sind hingegen "nur"(Große Klasse gegen z.B. Badesalz) mit 6-7/10 zu beurteilen,man sehe "E-Bow the letter" oder auch "Leave".
Doch eins ist klar:
Diese Platte sollte zu den besten R.E.M.-Alben gehören.

Highlights:
The wake up bomb;New test leper;Bittersweet me;Zither;So fast,so numb

Tracklist:
How the west was won and where it got us;The wake up bomb;New test leper;Undertrow;E-Bow the letter;Leave;Departure;Bittersweet me;Be mine;Blinky the doormat;Zither;So fast,so numb;Low desert;Electrolite(14)

Bewertung:

8/10
Christian
24.04.2005 - 13:15 Uhr
@hastingss. schreibe für worldahead schon seit etwa 2 jahren. ich lese oft die rezis auf plattentests, von daher gut möglich, dass mich das beeinflusst hab. eher sogar sehr wahrscheinlich, weil man vieles lernen kann wenn man sich die rezensionen genauer ansieht und die roten fäden rauszieht. von daher ist der stil sicherlich beeinflusst, die worte kommen aber immer noch von mir. und nach einiger zeit hab ich auch ne bestimmte vorgehensweise worte zu sammeln bevor ich über eine platte schreibe. anhören, brainstorming, schreiben. das klappt ganz gut wenn man seine roten fäden schon auf dem bildschirm sieht bevor man überhaupt einen text drumrum hat.
Murat
28.04.2017 - 17:22 Uhr
Was schreibst du?
Vor allem
28.04.2017 - 17:46 Uhr
Wozu?
Rein
28.04.2017 - 20:27 Uhr
Zur Profilierung und Selbstdarstellung.

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