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Rentendiskussion/Sozialpolitik/Zusammenhänge

User Beitrag
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 09:32 Uhr
Hier mal ein interessanter Artikel zur momentan so heiß geführten Diskussion zur Rente. Hintergrund für die ständigen Rentendiskussionen ist die politisch gewollte zuführung von Bürgern/Kunden an die Private Versicherungsindustrie. Wer durch diese ständigen Lügen und Verunsicherungen auf der Strecke bleibt? Das eigentlich beste und gesündeste Rentenversicherungssystem der Welt.

Von Albrecht Müller:

23. Januar 2007 um 8:06 Uhr

Der Running-Gag der Rentenkatastrophe Meinhard Miegel kann hellseherisch ausrechnen, dass ein 2040 geborener Mann für 100 Euro Rentenbeitrag im Jahr 2107 gerade noch 89 Euro Rente bekommt.

BILD gestern: „Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!“ BILD heute mal wieder mit der „Minus-Rente“.
Meinhard Miegel, der als Running-Gag der Rentenkatastrophe täglich durch die Medien geistert, rechnet uns in einer „Bild-Tabelle“ auf den Euro genau vor, wie viel ein in dreiunddreißig Jahren zur Welt kommendes Baby in hundert Jahren als Rentner von der Rentenkasse weniger herausbekommen wird als dieser Mensch einbezahlt haben wird. Falls wir im 22.Jahrhundert noch den Euro haben werden. Miegel kann vermutlich auch ausrechnen, wie lange in hundert Jahren je nach Geburtsjahrgang unsere Fußzehennägel gewachsen sein werden. Wolfgang Lieb.

Miegel hat in seinem „Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn“ offenbar die definitive „Renten-Formel“ entdeckt. Dafür gebührt ihm der Nobelpreis für Hellseher.

Anmerkung: Als Hellseher gelten ja solche Gaukler, die ihrer Kundschaft gegen Entgelt versprechen, ihnen auf paranormalem Wege Informationen verschaffen zu können. Wer Kunde beim Hellseher Miegel ist, das haben wir Ihnen oft genug erzählt – seine Kundschaft und die seines Institutes ist eben vor allem die Versicherungswirtschaft. Wer sollte sonst auch schon Interesse an solchen Hellsehereien über die Rentenkatastrophe in einhundert Jahren haben.
Man könnte auch über solchen Journalismus wie den der BILD-Zeitung nur noch lachen, wenn es nicht so traurig wäre:
Ein Blick in eine interne Vertreter-Information der Allianz AG vom August 2005 belegt dieses Trauerspiel schwarz auf weiß.
In dieser zwölfseitigen Broschüre weist die Allianz ihre Außendienstler darauf hin, dass Bild/Bild.T-Online auch redaktionell zur Seite steht. Wörtlich: „Klar. Wer mit Bild.T-Online.de kooperiert, der ist auch in der Bild-Zeitung vertreten. Und zwar nicht nur als Anzeige, sondern so, wie es sich für eine Kooperation gehört: rundum. Die Informationen zur VolksRente werden in zwei Formen aufbereitet - als Anzeige und als redaktionelle Artikel.“ (Quelle: Albrecht Müller in message)

BILD betreibt also im Augenblick mit der Propagandakampagne gegen die gesetzliche Rente mal wieder Rundum-Versorgung für die Allianz & Consorten
crashkid (p.b.d.)
23.01.2007 - 09:37 Uhr
Lyxen, Lyxen, Lyxen *anfeuer*
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 09:42 Uhr
Ha, der Lyxen lebt noch?
Mein alter Mitstreiter und Kupferstecher!
Los, sag was signifikantes zum Thema!
Lyxen
23.01.2007 - 09:45 Uhr
Ich persönlich lehne die private Rentenversicherung komplett ab.
Das fängt mit der Übersichtlichkeit des Angebotes an. Diese ganzen Fondsanbieter (ich würde jetzt gerne Beleidigungen bringen aber ich versuche sachlich zu bleiben) gaukeln einem vor transparent und vertsändlich zu sein.

Man muss sich vor Augen halten: Das sind Konzerne die an Profitgier leiden.
Wenn einer dieser Fonds z.B. zusammenbricht kriegst du nichts mehr wieder.

Die Rentvrsorgung kann nur staatlich sein.
arnold apfelbacke
23.01.2007 - 09:46 Uhr
was soll dieser sülz in einem musikforum??
Lyxen
23.01.2007 - 09:47 Uhr
Du musst dir den Sülz ja nicht antun.
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 09:50 Uhr
Es ist kein Sülz.
Es geht uns alle was an die wir hier in diesem Land leben und arbeiten.
Und genau hier, in einem indie-musikforum, gibt es Menschen die gelernt haben über den Zaun zu schauen und unabhängig zu denken. Wenn nicht von hier aus eine Gegenöffentlichkeit gestartet werden kann, wo dann?

Noch was interessantes über die ach so tolle private Rente entdeckt:

Inflation frisst private Rentenversicherung auf

Die Anbieter von klassischen privaten Rentenversicherungen können Kunden nach Absenkung des Garantiezinses keinen Inflationsausgleich mehr auf die Beiträge garantieren. Nach Berechnungen der Ratingagentur Assekurata reicht die durchschnittliche garantierte Beitragsrendite von privaten Rentenverträgen mit 1,37 Prozent bei der aktuellen Inflation von 1,7 Prozent nicht für den Werterhalt des eingesetzten Kapitals. “Anders als bei den vorhergehenden Tarifgenerationen reicht die garantierte Beitragsrendite bei Neuverträgen nicht zum Ausgleich der derzeitigen Inflation” sagte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will.
Nach Wegfall des Steuerprivilegs in der Kapitallebensversicherung 2005 sei der Absatz dieser Verträge drastisch eingebrochen.
Quelle: FTD

Anmerkung: In den flächendeckenden Kampagnen der Versicherungswirtschaft und deren „Mietmäulern“ in den Medien von ZDF („Aufstand der Alten“) bis zu BILD („Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!“) wird geradezu penetrant Propaganda für die private Vorsorge betrieben. Nur selten wird auf die Risiken der privaten Rentenversicherung für den Werterhalt des eingesetzten Kapitals hingewiesen.
dude
23.01.2007 - 09:52 Uhr
ey gehts noch? was soll denn dieser scheiss hier. geh inne uni das kannste über son scheiss diskutieren, aber nerv hier nich rum.
Lyxen
23.01.2007 - 09:58 Uhr
Sehr schön. Da meinte ich mit Unübersichtlichkeit.
Wie soll der Durchschnittsmensch erkennendass er verarscht wird?Wenn da nur die Rendite angegeben ist, wissen die vielleicht gar nicht was das ist. Die obejektien Bänker behaupten dann dass 1,3 % mehr übrig sein werden als am Anfang.
Von Inflationsausgleich natürlich keine Rede.

Deshalb ist das alles sinnlos. Es gibt keine Garantie, wenn man privat Rente bezieht.
Und das nutzen Konzerne wie die Allianz aus.

Man muss den Verbraucher stärker schützen.
Wobei ich für die klare Aufrechterhaltung und Stützung des staatlichen Rentensystems bin.
crashkid (p.b.d.)
23.01.2007 - 09:59 Uhr
dude, ganz ruhig. Mich interessiert das auch.

Ich hab mal paar Jahre für ein renommiertes Versicherungsunternehmen gearbeitet und massenhaft solche privaten Verträge an den Mann / die Frau gebracht. Der Garantiezins gegenübergestellt mit den Kosten ist dermaßen lächerlich, dass ich besser komme, meine komme, meine Kohle unterm Kopfkissen zu bunkern. Danke Oma, cooler Tip.
crashkid (p.b.d.)
23.01.2007 - 10:00 Uhr
Das eine "meine komme" gehört da nicht hin. Wie ist das schon wieder passiert....
Lyxen
23.01.2007 - 10:01 Uhr
Und man muß sich die Konsequenzen vor Augen führen:
Ehepaare verlieren an Geld, somit an Lebensqualität im Alter.
Ist das Fair?
Die haben im guten Glauben gehandelt und dann wird ihnen der Lebensabend verbaut.
MJK
23.01.2007 - 10:01 Uhr
Wobei ich für die klare Aufrechterhaltung und Stützung des staatlichen Rentensystems bin.


...was gewiss schwierig zu bewerkstelligen sein wird.
crashkid (p.b.d.)
23.01.2007 - 10:02 Uhr
Lyxen (23.01.2007 - 09:58 Uhr):
Wobei das Rententhema klar wie Kloßbrühe ist.
Da gibt es nur eine Richtung.


Aber wenn Du ganz auf private Vorsorge verzichten willst, wie stellst Du Dir das mit der komplett staatlichen Absicherung vor? Funzt ja nicht, siehste ja...
Lyxen
23.01.2007 - 10:02 Uhr
Genau suse.Oder Sparbuch oder so.
Wobei ich ja eh für staatliche Rentenversorgung bin.
Aber als zusätzliche Absicherung ok.
Lyxen
23.01.2007 - 10:12 Uhr
..was gewiss schwierig zu bewerkstelligen sein wird.


Sicherlich aber das gelabere vom Abbau des Sozialsystems kommt meist aus dem Munde von Lobbyisten die der Wirtschaft mehr Profit zusichern wollen.
Ausserdem muss man sich überlegen ob es so sinnvoll ist dass die Menschen dabei Geld verlieren und dadurh weniger konsumieren,ergo die Wirtschaft schwächen.In Relation zu den Rentenbeiträgen ist der Verlust deutlich höher.

Dann sollte man doch lieber das Sozialsystem aufrecht erhalten.

Alo muss eine höhere Besteuerung von Besserverdiener stattfinden, am besten in mehr Ländern als Dtld.
Höher Unternehmenssteuer etc. Europaweit.

Desweiteren ist laut Spiegel die Staatsquote in Dtld. nicht hoch (38%), in Relation zu anderen Ländern (Schweden 58%).
Die Frage muss auch lauten: Wo werden Steuern erhoben?Dann könnte man auch die staatlichen Ausgaben erhöhen wenn man umschichtet und somit das Sozialsystem ausbauen.

Aber wenn Du ganz auf private Vorsorge verzichten willst, wie stellst Du Dir das mit der komplett staatlichen Absicherung vor? Funzt ja nicht, siehste ja...


Wisst ihr wie es in Amerika ist?Keine Absicherung. Das ist der schlimmstze Zustand.
Keine RV,KV,AV.

Meinetwegen kann die Private Versicherung aufrecht erhalten werden.
Aber sie muss strikt reguliert werden,i.d.S von starkem Verbraucherschutz und Transparenz.
MJK
23.01.2007 - 10:18 Uhr
Aber wenn du Sozialsysteme so ausbaust, dann förderst du den Missbrauch. Genau das ist in den letzten 10 Jahren ja massiv angestiegen. Wenn ich für "Nichtstun" soviel Geld bekomme, wie in einem Niedriglohnbereich bezahlt wird, dann ist die Motivation aufzustehen sehr gering. Und wenn du jetzt vorschlägst, die Löhne müssten dann halt hoch, dann rennst du offen Türen ein, triffst aber nicht das Problem.
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 10:24 Uhr
"Aber wenn Du ganz auf private Vorsorge verzichten willst, wie stellst Du Dir das mit der komplett staatlichen Absicherung vor? Funzt ja nicht, siehste ja..."

Genau das ist der Irrglaube der uns allen indoktriniert wird und der Gebetsmühlenartig in allen unterwanderten Medien verbreitet wird. Die staatliche Rente kann sehr wohl funktionieren wenn sie:

1. Von allen Versicherungsfremden Leistungen, also Leistungen die sie erbringt obwohl sie damit im eigentl. sinne nichts zu tun hätte (also Umschulungen, Reha-Aufgaben etc.), von anderer Stelle aus finanziert.

2. Die zugezogenen Aussiedler die nun in Rente gehen aber nie einbezahlt hat vom Rentenbezug ausschliesst, sondern dies über die Steuer finanziert. (Was ja logisch wäre)

3. Die staatlichen Milliardenzuschüsse für die private Vorsorge ausschliesslich in den Rententopf einzahlt. (ist das nicht komisch? jeder private vorsorgevertrag wird vom staat mit bis zu 50 % subventioniert, anstatt dieses Geld direkt in die staatliche Versicherung einzubezahlen)

Im übrigen liegen die Verwaltungskosten bei der staatlichen Rente bei gerade mal 8% während die privaten (ach so schlanken) Rentenversicherer mit über 30% Verwaltungskosten zu kämpfen haben. Hinzu kommen Gelder für Werbung und Anlagekosten auf den Märkten. Und das alles finanziert von unseren Beiträgen? und dann sollen die damit noch soviel Geld machen um uns alle im Alter zu versorgen??
Lyxen
23.01.2007 - 10:25 Uhr
Weil du meinst dass das Problem die Motivation generell ist?
Da muss man natürlich unterscheiden zwischen intrinsischer (=Arbeiten des Jobs wegen ) und extrinisischer (=Arbeiten des Geldes wegen) Motivation. Da kommen dann Demotivationsgründe zu.

Für Lohnerhöhung bin ich trotzdem. (zum Vergleich, BfS : Zunahme des Unternehmerlohns = 6,9 %, Zunahme des Arbeitnehmerlohns=1,3 %)


Lyxen
23.01.2007 - 10:27 Uhr
Ich meinte eben @MJK
Lyxen
23.01.2007 - 10:34 Uhr
Die staatlichen Zuschüße für private Rentenversicherung sollten schnellstmöglich,komplett abgeschafft werden.
Das ist doch pervers.
Ich glaube das ist ein schönes Beispiel für die Lobby der Wirtschaft in der Politik, bzw. im Staat.

Also, die von Linkerrevoluzzer angsprochene Umverteilung der Steuern zu der Stelle an der sie auch anfallen, dazu das Wegfallen der Subvention für private Vorsorge würde sehr viel bringen.
Lyxen
23.01.2007 - 10:37 Uhr
In Schweden funktionierte das bis vor einigen Jahren sehr gut. Dann fing wieder die Proaganda an, man habe über seine Verhältnisse gelebt, man müsse den Sozialstaat abbauen.
Der größte Schwachsinn. Die Witschaft lief gut, niedrige Arbeitslosenzahlen etc.

Und jetzt ist eine rechts-konservative Koalition in der Regierungsverantwortung.
Und der Abbau beginnt.Traurig.
kelle
23.01.2007 - 10:43 Uhr
@ lyxen:

auch sozialdemokratische parteien betreiben sozialabbau! oder hast du das bereits vergessen?
MJK
23.01.2007 - 10:44 Uhr
@Lyxen
Wenn du als Privatmensch finanziell so arbeiten würdest, wie unser Staat, dann müßtest du trotz Vollzeit-Job jede Woche Geld leihen, um dir ein Spiegelei braten zu können.
Lyxen
23.01.2007 - 10:46 Uhr
Nein,hab ich nicht vergessen.
Hab ich gesagt dass ich mich der SPD zugeschrieben habe?Oder sonst einer Partei?

In Schweden habend es die Sozialdemokraten gemacht und in Dtld. auch.
Lyxen
23.01.2007 - 10:47 Uhr
@Kelle meinte ich eben
Lyxen
23.01.2007 - 10:48 Uhr
MJK (23.01.2007 - 10:44 Uhr):
@Lyxen
Wenn du als Privatmensch finanziell so arbeiten würdest, wie unser Staat, dann müßtest du trotz Vollzeit-Job jede Woche Geld leihen, um dir ein Spiegelei braten zu können.


Das bestreite ich im großen und ganzen auch nicht.
Aber daraus gilt es nicht die Kosequenz zu ziehen den Sozialstaat abzubauen sondern umzuverteilen, die Staatsausgaben besser zu nutzen um das Sozialsystem aufrecht zu erhalten
kelle
23.01.2007 - 10:48 Uhr
nein, und das habe ich auch nicht behauptet.
Lyxen
23.01.2007 - 10:50 Uhr
Für mich "klang" das so ;)
Wolltest du es einfach nur mal in den Raum werfen?

kelle
23.01.2007 - 10:51 Uhr
wieso, die politiker verteilen doch ständig um. nur immer in die falsche richtigung - quasi von unten nach oben. ;-)
Lyxen
23.01.2007 - 10:52 Uhr
Richtig ;)

Ja, richtig umverteilen natürlich.
kelle
23.01.2007 - 10:53 Uhr
ach quatsch. ich werfe nie etwas einfach so in den raum. und als alten sozialdemokraten wollte ich dich auch nicht outen! ;-)
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 10:54 Uhr
Es geht nicht darum welche Partei an der Macht ist, im Prinzip hat die Macht in Deutschland eh inzwischen die Wirtschaft und nicht mehr die Politiker im eigentlichen Sinne oder das Volk.

Man muß sich mal überlegen welche Interessen denn dahinterstehen, wer was davon hat das Deutschlands Rentenversicherung untergraben wird, das die Arbeitslosenversicherung untergraben wird, das die Staatfinanzen untergraben werden, das die Tarifbündnisse untergraben werden etc etc, dann sieht man welche Interessensgeleitete und nicht zuletzt gekaufte und indoktrinierte Politik dahintersteht.
kelle
23.01.2007 - 10:56 Uhr
sorry, muss jetzt los. weil gleich meine odyssee durch ganz deutschland begeginnt. mal sehen wie der thread heute abend aussieht?
kelle
23.01.2007 - 10:56 Uhr
sorry, muss jetzt los. weil gleich meine odyssee durch ganz deutschland begeginnt. mal sehen wie der thread heute abend aussieht?
Lyxen
23.01.2007 - 10:59 Uhr
@kelle
Dann ist ja gut ;)
Ich kann sowieso keine Partei richtig unterstützen.
Aber grundsätzlich war deine Anmerkung richtig.

Es geht nicht darum welche Partei an der Macht ist, im Prinzip hat die Macht in Deutschland eh inzwischen die Wirtschaft und nicht mehr die Politiker im eigentlichen Sinne oder das Volk.

Volle Zustimmung.


Man muß sich mal überlegen welche Interessen denn dahinterstehen, wer was davon hat das Deutschlands Rentenversicherung untergraben wird, das die Arbeitslosenversicherung untergraben wird, das die Staatfinanzen untergraben werden, das die Tarifbündnisse untergraben werden etc etc, dann sieht man welche Interessensgeleitete und nicht zuletzt gekaufte und indoktrinierte Politik dahintersteht.


Eben, die Wirtschaft profitiert davon.

Mehr Gewinn für Allianz und co.
Weniger Steuern für die Unternehmen etc. Niedriglöhne.
Zum kotzen.
Lyxen
23.01.2007 - 10:59 Uhr
Machs gut Kelle!
Lyxen
23.01.2007 - 11:02 Uhr
Aber @Kelle, schau heute abend noch mal rein.
Ignition
23.01.2007 - 12:07 Uhr

Man muss sich vor Augen halten: Das sind Konzerne die an Profitgier leiden.
Wenn einer dieser Fonds z.B. zusammenbricht kriegst du nichts mehr wieder.

Die Rentvrsorgung kann nur staatlich sein.


Das meinst du doch nicht im Ernst. Wenn der Sozialgesetzgebung nicht sehr schnell, etwas sehr gutes einfällt, dann bekommst du für deine Rentenansprüche (die erwirbt man nämlich und nicht direkt einen Betrag X) keinen Heller mehr. Die Rentenversorgung kann nur auf mehreren Säule ruhen und muss neben einer gewissen Grundrente aus Gründen des Solidarprinzips, auch Komponenten der privaten Vorsorge haben. Ob man es wahr haben will oder nicht: Der zur Zeit real existierende Sozialstaat krankt massiv an den Folgen des demographischen Wandels. Die Systeme sind in sich in dem Moment zum Scheitern verurteilt, zu dem die externen Faktoren sich verändern. Da der demographische Wandel nicht mehr umkehrbar ist [Schirrmacher, 2004] kann die Lösung nur die Änderung des Systems sein, da sich logischerweise die Basisfaktoren wie erwähnt nicht ändern lassen.
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 12:15 Uhr
Lieber Ignition, schön das du dich beteiligst. Deine Aussage "Der zur Zeit real existierende Sozialstaat krankt massiv an den Folgen des demographischen Wandels" ist aber so nicht als einzelnes Faktum zu sehen sondern man muß weiterdenken. Was bedeutet das mit dem Demographischen Wandel auch? Das bedeutet zum einen zusätzlich zur alternden Gesellschaft:

- Die Arbeitslosigkeit (und die daraus resultierenden Belastungen) sinkt stark ab, da die vorhandenen Arbeitsplätze für die Arbeitsfähigen Menschen mehr als ausreichend sein werden.

- Die Solidargemeinschaft und der Staat hat weniger Ausgaben für die Jungen in der Gesellschaft, d.h. man braucht weniger Lehrer, weniger KiGa´s, weniger Kindergeld, weniger Elterngeld etc etc. Die Belastungen sinken also.

Das sind nur zwei Punkte um deutlich zu machen das es immer zwei Seiten gibt. Es nützt nichts nur die alternde Bevölkerung zu propagieren und dadurch die Folgen in allen Bereichen zu vernachlässigen. Aber diese Folgen nützen eben nicht der Propaganda der Privaten Versicherungswirtschaft, und somit rechnen diese mit falschen Modellen, die leider nur auf den ersten Blick schlüssig erscheinen.
Lyxen
23.01.2007 - 12:16 Uhr
So und dwas hälst du davon, dass diese Fonds-Anbieter die Leute über den Tisch ziehen?
Da macht die private Komponente natürlich Sinn....
Lyxen
23.01.2007 - 12:21 Uhr
Und aus weniger Arbeitslosigkeit resuliert eine geringere Belastung durch Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe etc., was die Sozialkassen entlastet und im Umkehrschluss zu mehr Einnahmen führt.
Ignition
23.01.2007 - 12:28 Uhr

@derLinkeR....

1. Die Arbeitslosenquote wird sich wie bisher auch, ungefähr treppenförmig bewegen. D.h. auf einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen folgt ein kurzer Moment der Erholung bevor sie wieder auf ein etwas höheres Niveau ansteigen. Das ist seit der Einführung der Statistik zu belegen. Die Beschäftigtenzahlen sinken unproportional zur Bevölkerungszahl ab.

2. Der Staat hat weniger Ausgaben für die Kinder und Jugendlichen, im Gegenzug aber horrende Ausgaben für das Pflegesystem, sofern es überhaupt noch Personen geben wird, die diese gesellschaftliche Aufgabe übernehmen. Schon jetzt steigen die Ausgaben für das Gesundheitssystem orbitant, gibt es ca. 2,66 Mill. Menschen (Pflegestufe 1-3) die dauerhaft auf Pflege angewiesen sind [Stat. Bundesamt 2005]

MJK
23.01.2007 - 12:29 Uhr
Ich sehe durchaus auch riesige Probleme. Erstens erwirtschaften weniger junge Menschen etwas für die Kasse und zweitens steigen die Ausgaben enorm an. Man nehme nur die Krankenversicherung. Sicherlich sind junge Leute weniger krank und aufgrund des enormen Drucks sind die Krankmeldungen ja auch seit Jahren extrem niedrig. Aber die rollende Kostenlawine kommt doch durch die Rentner, die bis vor kurzem noch mit 55 in Vorruhestand geschickt worden sind und statistisch 85 werden. In Zukunft wird man 100-jährige desöfteren haben. Und solche Bezugsdauern der Rente sind schlichtweg in unserem System nicht tragbar.
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 12:29 Uhr
Vor allem:
Die Privatvorsorge, die in Deutschland mit der Behauptung propagiert worden ist, sie rentiere sich um vieles mehr als die gesetzliche Rente, wurde zu einer Förderrente umgemodelt. Wieso aber braucht eine angeblich so rentable Privatvorsorge, die über 10 Prozent Rendite bringen soll, die Unterstützung des Steuerzahlers? Und das in Zeiten, in denen lautstark der Abbau von Subventionen und Steuervergünstigungen verlangt wird?
Damit nicht genug, braucht die private Altersvorsorge nach Meinung mancher ihrer Verfechter nun auch noch den Anschlusszwang, die Verpflichtung! Im Klartext: Privatvorsorge als Zwangsversicherung. Das ist eine feine Marktwirtschaft. Man privatisiert die Altersvorsorge und verhängt dann einen Zwang?! Ist das logisch? Oder stecken da evtl. wirtschaftliche Interessen dahinter? Das kann sich jeder mal selbst beantworten...

Wenn es das Umlageverfahren nicht schon gäbe, müsste man es erfinden. Es ist preiswert, es arbeitet einfach, es ist den meisten Menschen zugänglich und für sie verstehbar. Es wäre das beste für unser Land und für die Mehrheit der Menschen, wenn wir zu diesem Verfahren zurückkehren würden. Das wäre auch gut für unsere Volkswirtschaft, weil wir ihr eine unnötige Belastung ersparen – einen aufgeblasenen, ressourcenverzehrenden Sektor Altersversorgung. In anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien trägt dieser Sektor übrigens mit dazu bei, den Dienstleistungssektor aufzublasen. Genau diese Vergrößerung des Dienstleistungsbereiches wollen uns die besonders Schlauen unter den Reformern als modern verkaufen (siehe Denkfehler Nr. 4, S. 97ff). Doch was sie nicht begriffen haben ist, wie unproduktiv ein aufgeblasener Wirtschaftszweig ist.
Warum die politischen Eliten die Erosion der staatlichen Rente und sogar ihren Ruin zulassen, kann ich nicht verstehen. Es ist sachlich nicht erklärbar, dass man in Deutschland nach den ersten Erfahrungen mit der Riesterrente, die 2001 mit dem Versprechen eingeführt worden war, jetzt sei für dreißig Jahre Ruhe, auf dem gleichen Weg fortfahren kann. Es ist nicht erklärbar, dass die verantwortliche Ministerin vor dem Deutschen Bundestag explizit für private Vorsorge wirbt und sich damit sozusagen als oberste Werbeinstanz für die Versicherungswirtschaft hergibt.
Die Finanzindustrie will den Durchbruch für ihre Produkte erzielen, indem sie das Vertrauen in die gesetzliche Rente untergräbt. Millionen Menschen brauchen diese Rente aber noch, sie brauchen auch die Bereitschaft der Beitragszahler, weiterhin ihren Obolus zu entrichten. In diesem Kontext darf ein verantwortlicher Politiker nichts tun und sagen, was das Vertrauen weiter zerstört. Es gibt keinen Grund, das Umlageverfahren und die gesetzliche Rentenversicherung der Erosion preiszugeben, wie das zur Zeit geschieht.
Warum passiert das dennoch? Warum wird in einer nahezu gleichgeschalteten Öffentlichkeit die immer gleiche Botschaft verkündet: »Jetzt hilft nur noch die private Vorsorge, die staatliche Rente bringt es nicht mehr«? Die Erklärung ist einfach und in der modernen Mediengesellschaft auch schlüssig: Den organisierten Wirtschaftsinteressen, der Finanzindustrie, den Banken und Versicherungen ist es gelungen, mit einer professionellen Strategie das Nachdenken über die Frage der besten Altersvorsorge nahezu total zu bestimmen. Das konnte nur gelingen, weil in einer großen PR-Aktion sowohl die entscheidenden Teile der Wissenschaft wie auch der Publizistik »gekeilt« wurden.
DerLinkeRevoluzzer
23.01.2007 - 12:34 Uhr
Und kurz in eigener Sache: Ich bin weder politisch Aktiv noch in einer Partei oder einer linken Bewegung. Meine Name ist ein bischen Irreführend das gebe ich zu, aber ich versuche nur zu Verstehen was in unserem Land vor sich geht. Und das ist eine ganze Menge.
hähni
23.01.2007 - 12:41 Uhr
ich sag nur firmendirektversicherungen als altersvorsorge,wurde in den neuzigern überall angepriesen,und jetzt wo es ans auszahlen geht wird krankenversicherung und pflegeversicherung abgezogen.
nur abzockerei,darum kohle verprassen und später beim staat unterstützung holen.
Ignition
23.01.2007 - 12:41 Uhr
Um es ein wenig zu illustrieren:

http://www.naila.de/demo.pdf

Ist ein PDF. Die Kernaussage(n) befindet sich auf Seite 15.

Und um die Unumkehrbarkeit zu erläutern:

Zusammenfassung. Deutschland verzeichnet zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Japan die weltweit stärkste demographische Alterung. Sie war zunächst vor allem mortalitätsinduziert, d.h. der deutliche Anstieg der ferneren Lebenserwartung, speziell im höheren Alter, führte zu einer Zunahme der Zahl älterer Menschen. Diese Entwicklung wurde zum Ende des 20. Jahrhunderts durch eine fertilitätsinduzierte Alterung noch verstärkt. Der Rückgang der Geburtenrate unter das Bestandserhaltungsniveau seit Ende der 60er Jahre führte zu erheblichen Geburtendefiziten und zu einer nachhaltigen Zunahme des Altenquotienten. Eigene Simulationsrechnungen belegen, dass sich aufgrund der Eigendynamik demographischer Prozesse diese Entwicklung bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts weiter verstärken wird. Einerseits wird die Zahl besonders der hochbetagten Bevölkerung um den Faktor 3-3,5 zunehmen, andererseits wird sich der Altenquotient mehr als verdoppeln. Migrationsprozesse haben auf diese Entwicklung nur einen unwesentlichen Einfluss. Ein altersstrukturbedingter Rückgang der Zahl älterer Menschen ab Mitte des 21. Jahrhundert, wenn die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge verstorben sind, kann die demographische Alterung ebenfalls nicht aufhalten. Allein ein starker und dauerhafter Wiederanstieg der Geburtenraten könnte nach frühestens zwei Generationen (ca. 60 Jahren) zu einer nachhaltigen Reduzierung der demographischen Alterung führen.

Quelle: aus: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Langfristige Trends der demographischen Alterung in Deutschland, 2002

Anmerkung: Zu beachten ist die Größe Altenquotient: Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und mehr / Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren * 100

Quelle: Stat. Landesamt BaWü
Lyxen
23.01.2007 - 12:48 Uhr
Mir soll mal einer dieser Verfechter der privaten Rentenversicherungen vorrechnen wo denn der Vorteil ist.
Und vor allem ohne Subvention.

Die gesetztliche Rentenversicherung hat den Vorteil der höheren Transparenz und des leichteren Verständnis.

Die private versucht durch Gehirnwäsche Ängste bei den Menschen zu erzeugen, damit sie sich auf ihre Knebelverträge einlassen.

Und wenn man einseitig den demographischen Wandel hervorhebt, warum zieht man nicht die Schlussfolgerung dass junge Familien mehr gefördert werden müssen?Nicht nut durch höheres Elterngeld, sondern durch Ganztagsbetreuung etc..

Stattdessen wird geschrien:"Ihr braucht alle eine private Rentenversicherung, nein ihr müsst eine Haben!"

Denkt mal darüber nach.
MJK
23.01.2007 - 13:24 Uhr
Die die sich Kinder (noch) leisten können, die bekommen keine, weil sie angst oder keine Lust auf Einschränkungen haben. Die die sich so überhaupt nichts leisten können, die haben 5 Kinder. Deshalb bin ich sofort einverstanden, Förderung so aufzubauen, dass Betreuung gewährleistet wird und Kindergartenplätze. Kindergeld in Bar würde ich abschaffen.

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