Genre: Progressive Rock / Progressive Metal / Neoprog

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Analog Kid

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13.05.2020 - 00:46 Uhr
@nörtz

Nee, kenne die auch leider nur dem Namen nach, mich hat die Genrebezeichnung "Techno-Trash" bisher immer abgeschreckt, aber in spätere Alben müsste ich mal reinhören, sollen wohl nicht mehr ganz so extrem sein.


Grad läuft die nächste Glass-Hammer-Scheiblette "Lex Rex" hier durch. Die gute Nachricht ist, dass die Sängerheulboje vom Vorgänger Geschichte ist, die schlechte, dass der Gesang von den beiden Bandchefs Babb (Bass) und Schendel (Keys) leider auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist, aber erträglicher. Ab und zu trällert auch eine weibliche Engelsstimme.

Ansonsten bieten GH auf diesem Album dieselben Zutaten wie auf dem Vorgänger, aber in ca. zehnmal so hohen Dosen. Also Synthiefanfaren, Mellotronteppiche, Klavier- und Orgelarpeggios, & -soli zweihändig, dreihändig, vierhändig mindestens. Dazu eine etwas sterile, höhenlastige Produktion, und... richtig, ein ALBUMKONZEPT. Es geht irgendwie um einen römischen Legionär, der der Kreuzigung von Jesus beiwohnt, und dadurch auf den rechten Glauben gebracht wird.
JA, Glass Hammer sind wohl ne christliche Band, aber ist ok, wird einem nicht allzu sehr auf die Nase gebunden.

Wird hier wohl nicht auf viel Gegenliebe stossen, mir gefällt's, wer so Zeug wie den frühen Flower Kings oder Neal Morse oder eben den Klassikern von Yes (hier vor allem die "Going for the One" oder auch "Drama") oder ELP was abgewinnen kann, sollte ruhig mal reinhören.

8/10

MrStrangiato

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13.05.2020 - 07:52 Uhr
Mekong Delta spielen sehr technischen Prog-Thrash Metal, ich kenn das letzte Album und ein paar alte Dinger und die klingen alle so. Sehr sehr geil, sehr verfrickelt aber mit viel Power. Gesang ist eher so 80s-Metal ziemlich hoch aber passt gut.
Wer was mit Watchtower und sehr frühen Sieges even anfangen kann und auch Bands wie Kreator was abgewinnen kann, wird sie lieben

Der Wanderjunge Fridolin

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13.05.2020 - 11:46 Uhr
Kann ich so unterschreiben. Voivod würde ich als weitere Referenz nennen. Ich mag die Band durchaus sehr, habe aber meine Zweifel, dass nörtz sie mag. Hörst du Vektor?

Gib dir testweise gerne mal das aktuelle Album. Hatte ich letztens mit 8 Punkten im Albenthread bewertet. Ansonsten war immer die Erich Zann mein Favorit.

MrStrangiato

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13.05.2020 - 13:11 Uhr
Vektor kenn ich, die find ich "nur" gut, irgendwas fehlt mir da um mich wirklich zu begeistern aber ich kann nicht beschreiben was.
In die aktuelle Mekong delta muss ich wirklich mal reinhören, was man so liest klingt ja sehr intressant

Analog Kid

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16.05.2020 - 20:08 Uhr
Now playing:

Glass Hammer - The Inconsolable Secret

Dieses sechste (glaub ich jedenfalls) Album der christlichen Weicheiprogger aus Amiland war wenn mich nicht alles täuscht so ein bisschen der Durchbruch in der Progszene, wohl der deutlich professionelleren (und aufwendigeren) Produktion und Aufmachung (Roger-Dean-Cover!) geschuldet. Ansonsten ist hier alles Klischee hoch zehn. Es ist ein DOPPELALBUM (logo), es ist ein KONZEPTALBUM (logo), und die ersten beiden "Songs" gehen 15 Minuten bzw. 25 Minuten.

Über die unglaublich cheesige Story decken wir das Mäntelchen des Schweigens, nur soviel es geht um irgendwie holde Maidens, wahnsinnig noble Knights, Camelot, die table round, egal.

Musikalisch bewegt sich's wieder zwischen den altbekannten Koordinaten Yes, ELP und ein bisschen alte Selling-England-Genesis. Der immer noch sehr talentierte Keyboarder weiss nach wie vor zu beeindrucken mit virtuosestem Georgel und Solieren über einem soliden, rhythmisch nicht sonderlich aufregenden oder allzu heftig rockendem Fundament. Alles in eher gemächlichen Tempo, bei Bedarf wird's aber gern auch wieder bombastisch mit epischsten Chören bis dorthinaus. Sehr geschmackvolle Streicher dürfen auch ab und zu ran. Es gibt einige wirklich herausragende Momente, das geniale Streichintro zum 25-minütigen "The Knights", das beeindruckende, folkig-düstere "Lirazel" und das himmlische Finale am Ende der 2.ten CD.
Aber auch ansonsten geht mir das wie immer gut rein, obwohl böse Zungen von einer gewissen weicheierigen Lahmarschigkeit reden könnten, und ich das sogar nachvollziehen könnte. Ist n bisschen special interest halt...


Trotzdem noch 8/10

Der Wanderjunge Fridolin

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17.05.2020 - 21:19 Uhr
Glass Hammer sind schon ne Herausforderung ;)

Zuletzt lief bei mir recht viel Gentle Giant. Und diese Herrschaften haben für meine Ohren auch einige Hürden eingebaut. Schlussendlich hat ihr einzigartiger Satzgesang aber durchaus seine Reize. Der hier ist absolut großartig:

https://youtu.be/Z6n8-b7uk9E
(Wreck)

MrStrangiato

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18.05.2020 - 10:08 Uhr
Gentle giant sind grandios. Was die auf den ersten 7 Alben rausgehauen haben, gehört zum Besten was die Rockmusik im 20. Jhr. hervorgebracht hat. Keine andere Band hat so geklungen: Rock meets Mittelalter meets Jazz meets Kammermusik und alles so extrem locker verspielt und null prätentiös. Sie werden zwar immer mit Bands wie ELP oder Yes in einen Topf geworfen, aber ich würd sie eher mit Frank Zappa vergleichen oder wie später Mr. Bungle.
Wer auf sowas steht, entdeckt mit GG ein musikalisches Wunderland (die letzten paar Alben nicht mitgezählt da grausig). Wer aber eher auf die symphonische Schiene steht oder mehr Emotionen in seiner Musik braucht, für den ist die Band eher nix denn beides findet man fast gar nicht bei ihnen (abgesehen von 2-3 SEHR schönen Balladen)

Analog Kid

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18.05.2020 - 10:38 Uhr
Ja, absolut großartige Band. Am liebsten ist mir ja die Free Hand, bei der die irre Komplexität und die lockerflockigen Melodien die schönste Symbiose eingehen, das Album geht echt gut rein, und hat den Fokus so schön auf Renaissance/Barock, worauf ich ja immer so abfahre.

Wer auf GG steht, unbedingt mal die Band "Gryphon" abchecken - besonders die Alben "Midnight Mushrumps" und "Red Queen To Gryphon Three" - ähnlich vom Sound her, aber noch mehr in alte Musik verstrickt, sprich Mittelalter, Folk, Renaissance, etc.

Der Wanderjunge Fridolin

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18.05.2020 - 11:01 Uhr
Kann euch nur zustimmen. Was ich mit den Hürden meinte: Kein anderer Klangkosmos war mir zunächst derart fremd wie der von GG. Inzwischen habe ich allerdings fast alle relevanten Veröffentlichungen als LP. Absolut einmalige Band, wenn auch oft kopiert.

Gryphon kenne ich bisher noch nicht, ist notiert.

Ich finde ja, dass Wobbler es als eine der wenigen aktuellen Bands schaffen, einen ähnlichen Kosmos zu erschaffen wie GG.

Kleiner Nerdtipp: Infringement als Norwegen. Die haben vor kurzem eine neue EP/LP released. Hört euch unbedingt mal diesen GG-artigen Satzgesang an, finde ich ganz prima:

https://youtu.be/uJCU_xu2HBs

Analog Kid

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18.05.2020 - 11:23 Uhr
Gentle Giant - Free Hand

Läuft grad:)

Just the Same

Was da instrumental (diese verknoteten Rhythmen) während der Strophen abgeht - nicht dass ich das im Entferntesten begreifen würde - und trotzdem klingt das so locker groovig & fingerschnippend alles- grandios.

On Reflection

Dieser Acapella-Part ist natürlich legendär. Vor allem wie dann die Instrumente nach und nach dazu kommen. Und dann dieser lyrische Part mit diesem schönen Folk/Mittelalter-Flair. Und am Ende dann der Vokalpart nochmal instrumental. Hier sehr schön die Verwendung des barocken "Kontrapunktes" zu hören (eigentlich in fast jedem Song)

Free Hand

Der Titelsong rockt ordentlich, und es wimmelt wieder von instrumentalen Seltsamkeiten und atonalen Passagen und auch hier geht die Nummer trotzdem rein wie nix.

Time To Kill

Was mir bei dieser Nummer auffällt, die haben wohl wirklich bei diesem Album versucht, die allzu angestrengt/abgehackten Momente vorheriger Alben durch organischere Arrangements und generell mehr "Flow" zu vermeiden, ohne die Komplexität der Songs zu reduzieren, was hier hervorragend klappt.

His Last Voyage

Wieder dieses kontrapunktische Umspielen der Instrumente und Gesangsstimmen, wundervolle Nummer. Mal drauf achten, was da rhythmisch wieder abgeht, jeder scheint in seinem eigenen Rhythmus zu spielen oder zu singen, und trotzdem sitzt alles passgenau.

Talybont

Witziges Mittelalter-Instrumental. Könnte glatt aus nem Robin-Hood-Film sein :)

Mobile

Vergleichsweise simple Nummer (also für GG-Verhältnisse), ein flotter Folkrocker, der einfach Laune macht. Obwohl eigentlich geht da doch recht viel ab wieder, so richtig simpel könnten die damals einfach nicht :)

Fazit

Klassiker - 10/10

kingbritt

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18.05.2020 - 11:55 Uhr
@Analog Kid

. . . hör mal in mal das Live Album GG von 1977 "Playing the Fool" rein. Meisterwerk 10/10 plus Sternchen.

Oceantoolhead

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18.05.2020 - 15:04 Uhr
Eine Band die hierzulande (im Forum) sehr oft unerwähnt bleibt sind Karnivool. Die Sounds Awake ist in Sachen NeoProg Welle (Oceansize,The Mars Volta ect.) eines der Referenzwerke imho. Leichte Tool anleihen aber nicht so heavy und auch mit viel eigenem Touch.
Habe Sie schon 3x live sehen dürfen und haben jedes Mal abgeliefert. Dazu sind sie gefühlt mit jedem Konzert größer geworden, haben immerhin die Live Music Hall gefüllt.
Komischerweise läuft die Band hier aber dennoch völlig vorbei.

Der Wanderjunge Fridolin

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Registriert seit 15.06.2013

18.05.2020 - 16:31 Uhr
Die Sounds Awake ist schon stärker als ich es bisher annahm. War bei mir eher eine 7, aber das wird dem Album nicht gerecht.

Karnivool kommen hiermit mal wieder auf die Playlist, guter Hinweis.

Mayakhedive

Postings: 1850

Registriert seit 16.08.2017

18.05.2020 - 16:33 Uhr
Hab ich nie reingehört, weil blöder Bandname. Ein Fehler womöglich?!

MrStrangiato

Postings: 39

Registriert seit 03.04.2020

18.05.2020 - 17:48 Uhr
Ich mag die Sound awake auch sehr gern. Mit das Beste was ich aus diesem Alternative-Prog Umfeld kenne. Komischerweise bin ich mit dem Nachfolger "Asymmetry" nie warm geworden und seitdem kam ja nichts mehr. Gibts die Band noch?

Nele

Postings: 65

Registriert seit 03.05.2020

18.05.2020 - 18:32 Uhr
Oh jetzt muss ich doch etwas schreiben – habe vorhin im postrock Faden geschrieben, dass ich mich hier eigentlich gar nicht einmischen will, weil ich bei der virtuosen Aufgeregtheit von Consider the Source oder uralt Sachen wie Yes nicht lange durchhalte ;)

Karnivool mochte bzw. mag ich auch gerne. Passen die also auch in die Prog Kategorie. Ich sehe da auf jeden Fall wenig Bezug zu diesen Prog-Rock „Klassikern“, die hier im Faden aufkamen, kenne mich da aber auch nicht gut aus und mit Genres auch nicht.

Die Tool und Mars Volta Vergleiche liest man ja öfter. Ich empfinde zumindest die Sound Awake als zugänglicher, um einiges eingängiger als die Vergleiche – vor allem wegen einiger hübscher Melodien gerade in den Vocals, ähnlich bei Leprous. Asymmetry ist dann kantiger. Die finde ich etwas spannender und abwechslungsreicher, aber habe die Band länger nicht mehr gehört. Nach der Asymmetry kam soweit ich weiß tatsächlich nichts mehr.

Und eigentlich frage ich mich, wo genau da Mars Volta oder Tool stecken (ich höre ab und zu nur ein bisschen Tool in der Rhythmusfraktion). Sie haben auf jeden Fall eine interessante Mischung.

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

18.05.2020 - 19:22 Uhr
@ kingbritt

Livealben sind leider gar nicht mein Ding. Wenn ich ne Band für mich entdecke, dann müssens in erster Linie immer alle Studioalben sein.
Aber ich fürchte gerade im Progbereich gibt's wohl leider ein paar unverzichtbare Live-Klassiker, die deshalb auch so'n bisschen auf meiner unendlich langen to do Liste stehen, darunter definitiv auch "Playing The Fool" (andere wären z.B. "Bursting Out" von Jethro Tull oder "Two for the Show" von Kansas)

kingbritt

Postings: 1223

Registriert seit 31.08.2016

18.05.2020 - 19:44 Uhr
@Analog Kid / Playing the Fool

Der Live Charakter ist hier gar nicht so vordergründig. Da einige bis dahin frühere Studioalben doch etwas an Sound-Brillanz vermissen lassen und manchmal etwas sperrig wirken, ist das hier eine erstaunlich gute Aufnahme. Außerdem was Gentle Giant hier live an Performance, Flow und Spielfreude bringen ist mit den Studioalben auch kaum zu vergleichen. Für mich das beste Album der Band.

Steven Wilson hat einige ältere Gentle Giant Alben neu abgemixt.

MrStrangiato

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Registriert seit 03.04.2020

18.05.2020 - 21:38 Uhr
"Playing the fool" ist definitiv Pflichtprogramm. Der Sound ist gut und die Songs sind rockiger und noch abenteuerlicher als die Studioversionen da sie teilweise ziemlich umarrangiert wurden. Als "Best of" perfekt.

Zappyesque

Postings: 362

Registriert seit 22.01.2014

18.05.2020 - 23:34 Uhr
Wobei der Herr Wilson da teilweise sehr seltsame Dinge mit gemacht hat...

Ich weiß nicht, ich finde gerade The Power and The Glory wie auch Free Hand sind bereits ursprünglich sehr schön produziert worden, diverse Songs gefallen mir in der Version deutlich besser als live. Playing The Fool ist aber in der tat ein energetisches Live album!

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