Genre: Progressive Rock / Progressive Metal / Neoprog

User Beitrag

Der Wanderjunge Fridolin

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05.06.2020 - 16:05 Uhr
Zustimmung zu Tate. Hast du dir das Livevideo von Roads to Madness angesehen? He nailed it. Der kontrolliert diesen irre schwer zu singenden Song zu jeder Sekunde. Und der Break ab etwa 05:30. Wie der Song dann ab 07:15 Fahrt aufnimmt und zur uprising Powerhymne wird und er diesen Song durch die Stimmungen trägt. Ja, Arch traue ich das auch zu. Aber danach kommt dann nicht mehr viel :D

Oliva zu seinen besten Zeiten fällt mir noch ein und Midnight von Crimson Glory zu Lebzeiten. Ich hatte halt schon immer eine Schwäche für Eunuchenmetal :D

Analog Kid

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05.06.2020 - 16:33 Uhr
Ja, krass, der singt ja live noch besser als auf Platte :) bei den meisten Metalsängern ist das ja eigentlich genau andersrum.

Neuer

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05.06.2020 - 17:02 Uhr
Ich werd mit The Warning nachher nochmal geben. Wird mal wieder Zeit.
Aber dass sie das unumstrittene Meisterwerk der Band sein soll, kommt mir doch eher wie ein Gerücht vor. Die Meinung habe ich noch nie gehört. Meistens streiten sich sie Leute doch, ob es nun Operation Mindcrime oder Rage For Order ist. Und bei den beiden Alben kann ich das auch ein bisschen mehr nachvollziehen.
Ich habe auch Schwierigkeiten, die Band wirklich als Prog wahrzunehmen, wenn ich ehrlich bin. Kommt mir meistens doch eher wie Heavy Metal/ früher Power Metal vor, vielleicht hier und da mit einem etwas proggigen Einschlag.

Der Wanderjunge Fridolin

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Registriert seit 15.06.2013

05.06.2020 - 17:30 Uhr
Ad 1) Nee, gibt schon einige, die die Warning und die EP als die wahren Meisterwerke ansehen und O:M gar nicht so sehr feiern, mich eingeschlossen.

Ad 2) Gebe dir völlig recht. Finde, dass das maximal Pre-Progmetal ist aber in sich selbst wenig echte Proganteile besitzt. Wollte primär die Nerddiskussion höflichst nicht im Albenthread führen :D

Analog Kid

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05.06.2020 - 17:45 Uhr
Ich glaub die Warning favorisieren generell eher Freunde des typischen 80er US-Prog/Powermetal, die OM ist ja dann musikalisch schon deutlich weichgespülter, die Warning war halt die Initialzündung für zig Bands in eine ähnliche Richtung zu gehen, Fates Warning, Titan Force, oder auch die frühen Dream Theater, während Queensryche dann mit steigendem Erfolg spätestens dem Empire-Album und "Singlehits" den vergleichbaren Weg Metallicas einschlugen (also ab dem Black Album)

Analog Kid

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05.06.2020 - 17:58 Uhr
Ok, Fates Warning waren mit Night on Bröcken auch schon am Start, aber da waren sie ja noch mehr Maiden- und Priest-Epigonen als alles andere.

Ich weiss auch gar nicht, ob's vor Warning schon was vergleichbares gab, für vergleichbaren Metalkram aus dem Jahr war das schon recht sophisticated, auch mit Klassikeinflüssen und so. Höchstens vielleicht Underground-Bands wie Warlord oder Manilla Road, die ja auch heute immet noch keine Sau kennt:)

Neuer

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06.06.2020 - 15:10 Uhr
Ich zieh mir jetzt mal wieder die ersten fünf Queensryche Alben rein. Danke dafür!

Naja, die Gitarren auf Warning sind vielleicht warm, aber auch etwas leise und dünn, finde ich. Ich stelle mir immer wieder vor, wie geil das live drücken muss. Auf Platte ist Tate, der ja eine unglaubliche Performance liefert, so sehr im Vordergrund, dass der Rest einfach etwas untergeht.
Am Ende ziehe ich Rage For Order und Operation Mindcrime deswegen vor. Queensryche haben mit ihren ersten fünf Alben aber eine unglaubliche Serie hingelegt, das muss man schon sagen.

manfredson

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Registriert seit 14.06.2013

13.06.2020 - 22:25 Uhr
Hab zuletzt die schwedische Band Vulkan und ihr aktuelles Album "Technatura" entdeckt.

https://vulkanband.bandcamp.com/album/technatura

Hat viel von Mastodon und ähnlichen Bands, gerade von deren melodischeren Sachen, aber wagt sich noch ein ganzes Stück weiter in alle möglichen Richtungen vor. Der Sänger ist absolut fantastisch und die Musik hat so viele tolle Details, kleine Spielereien und Ideen, es gibt keine langweilige Sekunde, das Album ist immer irgendwohin unterwegs und macht einfach unheimlich viel Freude.

Weitere Referenzen: Sinew, The Ocean, Psychonaut, vielleicht ein bisschen Motorpsycho, Tool (was die Tribal-Einflüsse angeht), Oceansize, Karnivool.

Analog Kid

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15.06.2020 - 13:28 Uhr
@manfredson

Danke für den Tipp, klingt interessant, werd mal reinhören.

Now Playing:

Magellan - Hour Of Restauration

Ich pack das lieber hier rein, könnte im Album-Thread womöglich einige verunsichern :)
Ich hab als vorrangig Progmetal-hörender Dream-Theater-Jünger so ca. Mitte bis Ende der 90er die ersten beiden Alben dieser "Band" (eigentlich ja ein 1-2 Mann-Studioprojekt) geliebt, seit Ewigkeiten nicht gehört, war mal gespannt was das heutzutage mit mir macht ...

Dieses Debüt stammt bereits aus dem Jahr 1991 , ist also schon mal mutmasslichem DT-Epigonentum abhold, trotz gelegentlicher Heavy-Riffs fühl ich mich auch eher an ne noch stark 80er beeinflusste Mischung aus 90120/Big Generator-Yes und Point of no Return-Kansas erinnert.
Sehr bombastisch und keyboardlastig geht's zur Sache, Sänger Wayne Gardner erinnert mit seiner hellen Kopfstimme sehr an Trevor Horn.
Schwachpunkt ist wohl die extrem trocken und klinisch klingende Produktion inkl. Drumcomputer. Auch so mancher sehr abrupte Rhythmus-Wechsel verstärkt das ziemlich mechanisch und roboterhaft rüberkommende Klangbild.
Mir fällt auch gerade auf, dass vieles hier irgendwie klingt wie ne Aneinanderreihung von Nachrichten-Jingles, man könnte problemlos irgendwelche "Breaking News"-Sendungen mit Passagen dieses Albums untermalen, würde total passen :)
Also ich liebe es nach wie vor (dieses Ende von "Another Burning" - totaler Herzinfarkt), aber ist schon auch ziemlich special wieder für Prog-Fanatics mit schwerem 80er Fetisch only befürchte ich...

8/10

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

15.06.2020 - 14:05 Uhr
Magellan - Impending Ascension

Der Vollständigkeit halber das zweite Album von 1994 noch gleich hinterher, hab die Band danach ja leider nicht mehr gross verfolgt.

Haha, der 11-minütige Opener "Estadium Nacional" legt auch gleich wieder los mit diesem busy-"Breaking-News"-Actionfilm-Soundtrack-Feel und spätestens wenn der Acapella-Gesang einsetzt möchte man die Rocky-Flagge mit dem Stars & Stripes-Hintergrund hissen.
Die zweite Nummer haut in die gleiche Kerbe und geht auch zufälligerweise genau 11 Minuten.
"Songsmith" protzt schön mit Krummtakten, Dissonanzen und ist trotzdem eine nicht uneingängige Nummer. Auch der leicht alberne Text ("wir machen PROGROCK, voll unkommerziell und anspruchsvoll, weeßte") passt einfach dazu.
Der Rest des Albums fällt nicht ab, stilistisch alles ähnlich dem Debütalbum, ist mir auch nach all der Zeit immer noch

8/10

wert. Aber wie gesagt, ist wohl nix für die meisten hier, in gewisser Weise ist das wohl die unsexieste Musik, die jemals gemacht wurde.

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

15.06.2020 - 14:06 Uhr
Nachdem gestern durch Zufall wieder dran erinnert, hier noch eine Empfehlung:

The God Machine.

Scenes From The Second Storey (1993)
One Last Laugh In A Place Of Dying... (1994), danach aufgelöst und in Sophia übergegangen.

Besonders das Debüt ist schon ziemlich mächtig. Ausufernder Prog ohne Geniedel, dazu ziemlich gute Rockpassagen und eine Hand für Melodieführungen. Gesang auch völlig okay.

Erinnern mich immer stark an eine Mischung aus Tool (ohne den Hochglanzfaktor) und Swans (ohne die Übertreibung zum Lärm).

Erstes Album 9,5/10,
zweites allerdings zu wenig gehört für ein finales Urteil.

War ewig vergriffen, seit 1-2 Jahren gibt es Neuauflagen.

MrStrangiato

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Registriert seit 03.04.2020

15.06.2020 - 14:07 Uhr
Rush - Presto (8/10)

Eines der unbeliebtesten Alben der Kanadier und ich kann verstehen warum: die Produktion (null Tiefen) und die Songs sind schon sehr glattgebügelt. Mit Prog hat das fast nichts mehr zu tun. Aber als Rock/Pop Album funktioniert es hervorragend, die Melodien sind toll, Geddy sang nie besser und es gibt immer wieder tolle instrumentale Spielereien wie immer bei Rush. Im Vergleich zu "Test for echo" z.B. ein wirklich gutes Album der Spätphase

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

15.06.2020 - 14:15 Uhr
@Mr.Strangiato

Word, drauf geschissen ob Prog oder nicht, da sind großartige Songs drauf! "The Pass", "Anagram", "Red Tide", oder der geniale Closer "Available Light", unterbewertetes Album definitiv.
Produktion ist ziemlich dünne, stimmt allerdings.

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

15.06.2020 - 15:08 Uhr
Weiter gehts im CD Regal unten zweiter Stapel von rechts, Abteilung: Wurde irgendwie irgendwo mal mit Dream Theater verglichen.

Shadow Gallery - same

Debütalbum der Ami-Progmetalband von 1992, erschienen auf dem gleichen Label wie Magellan, damals überall als "besser als DT!!!11" -Geheimtipp beworben, fand das auch damals oberaffentittengeil, aber auch seit Ewigkeiten nicht gehört, hm...

Ok, also echt nicht schlecht. Produktion wieder eher von der eher preiswerten Sorte (es kommt auch hier ein Drumcomputer zum Einsatz), stilistisch aber ganz anders gelagert als die Labelkollegen, deutlich mehr im 80er Metal verwurzelt.

Ich muss konkretisieren: im 80er Hairmetal. Liegt hauptsächlich am Sänger, der eigentlich ein passables Organ hat, aber schon so richtig posermässig rüberkommt, man kann die geballten Fäuste und vor dem Gesicht dramatisch wedelnden Hände quasi in der Stimme hören. Dass die Band auf den Photos in Rokkoko-Kostümen posiert, passt ins Bild. Ich mein das durchaus positiv :)

Also mit einer Mischung aus 80ies-Metal a la Crimson Glory, early Queensryche, 80ies AOR, 70ies Prog (hauptsächlich Kansas) und Queen (wirklich unironisch bezaubernde mehrstimmige Chorgesänge) haben wir's hier zu tun, und bis auf die beschissene Produktion funktioniert das super!
Wie die sehr talentierten Herrschaften an Gitarre und Keys z.B. im sonst ziemlich AOR-mässigen (aber guten) "Darktown" unisono die Finger flitzen lassen, find ich nach wie vor äusserst elektrisierend.
Gelegentlich ertönt auch eine bezaubernde Querflöte zum lyrischen Klavierspiel, und man wähnt sich "Mystified" im von Marmorstatuen gesäumten Schlossgarten.
Überirdisch auch das Doppel "The Final Hour/Say Goodbye To The Morning"(diese barocken Satzgesänge, Freddy M. hätte das nicht besser hinbekommen!), ohne Scheiss, das ist für mich immer noch 10/10 Material.
Im abschliessenden 17-Minüter "Queen of the City of Ice" dann auch wieder diese verschachtelten Gesänge zur Akustikgitarre, das ist wirklich immer noch sehr gut. Leider lässt diese Nummer in der zweiten Hälfte nach, da hätte noch ne instrumentelle Abfahrt kommen müssen oder sowas.

Insgesamt aber auch hier mir immer noch die

8/10

wert.

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

15.06.2020 - 16:24 Uhr
Sorry, aber einen muss ich noch:

Shadow Gallery - Carved in Stone

8.5/10

Weiß noch wie heiss ich damals auf das Album war, nachdem DT ja nach der Awake eine Weile schwächelten und SG bereits als legitime Nachfolger gehandelt wurden.

Im Vergleich zum ersten Album fällt die diesmal "amtliche" Produktion auf, endlich klanglich der Breitwandsound, den man sich schon auf dem Debüt gewünscht hätte.

Stilistisch nicht mehr ganz so abseitig wie das Debüt, aber auch weniger eigenständig, vielleicht ein bisschen mainstreamiger insgesamt. Aber toll trotzdem, eine Art epischer Melodic Neoprog-Metal mit immer noch heftiger AOR-Schlagseite, wunderbaren, fetten Refrains und Chören, ausgiebigen Solieren von Gitarre und Keys und Sänger Mike Baker schmachtet immer noch so dramatisch wie auf dem Debüt, vielleicht nicht mehr ganz so viel Eunuchen-Level diesmal.

Gleich die ersten 3 Nummern sind absolute Volltreffer, "Cliffhanger" erzählt eine spannende Geschichte, gekrönt von packenden Gitarre/Key-Duellen, "Chrystalline Dream" auch wieder mit schnittigen Keyboardsolos (nicht nur hier erinnert das sehr an IQ) und das barocke Klavierintro vom cineastischen "Don't ever cry just remember" treibt mir immer noch Tränen der Entzückung in die Augen.
"Warcry" ist dann die plüschige Neoprog-Variante von Manowar, ohne Scheiss, ich finde das kann man so machen :)
Einzig der Longtrack "Ghostship" am Ende überzeugt nicht so als Ganzes, neben großartigen Passagen auch wieder ziemlich viel Leerlauf, das haben sie auf dem übernächsten Album "Legacy" besser hinbekommen. Der Rest überzeugt aber nach wie vor.

Analog Kid

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21.06.2020 - 22:44 Uhr
Ich mach dann mal hier weiter:

Shadow Gallery - Tyranny

Mit ihrem dritten Album hatten sich Shadow Gallery Ende der 90er sozusagen "etabliert" zumindest unter Freunden von moderat vertracktem und melodischem Progmetal mit der extra Portion hymnischem Schmalz.

Das hier dürfte auch so ein bisschen das Konsens-Album unter denen sein, die der Band mal irgendwann was abgewinnen konnten.

Also wie gesagt, einen sehr melodielastigen und moderat "harten" Progmetal gibt's hier zu hören, manchen DT-Sachen nicht unähnlich, auch Symphony X sind nicht fern (die agieren aber knackiger) oder auch Savatage. Mir gefällt's auch immer noch (natürlich auch nostalgisch bedingt).

Stellenweise sind das schon einfach sehr einnehmende Melodien und Refrains wieder mit diesem epischen Neoprogfeeling a la IQ und Konsorten, bedingt durch heftigen Keyboard-Einsatz und auch schön viel Grand Piano. Auch ein bisschen Kansas und Queen sind hier und da wieder als Einfluss wieder deutlich zu hören.

Ist übrigens mal wieder ein Konzeptalbum, wer hätte es gedacht. Geht um irgendwelche Verschwörungstheorien, NWO, keine Ahnung.

Als Einstieg am besten geeignet neben der Carved... ihr rundestes Album.

8/10

Onkelz4Ever

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21.06.2020 - 22:58 Uhr
Immer schon für scheiße und überschätzt befunden, diese Shadow Gallery.
Geblendet durch die Rock Hard-Rezi habe ich mir damals "Carved In Stone" zugelegt und gleich weggeschmissen.
Was für ein dünner Sound (besonders im Drummingbereich). Katastrophe!

Onkelz4Ever

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21.06.2020 - 23:20 Uhr
Bei Magellan bin ich damals auch auf die Fresse gefallen, da ich vorweg nicht wusste, dass das so Drumcomputer-Scheiße ist.


Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

21.06.2020 - 23:44 Uhr
Waren halt beides reine Studioprojekte, die m.W. auch wirklich niemals live irgendwo aufgetreten sind. Und deren Alben man das leider auch größtenteils anhört.

NP:

IQ - Subterreanea

9/10

Für mich der Klassiker der Band. Einfach schön dieser hier immer noch stark in den 80ern verwurzelte Sound mit ganz dezenten, moderneren Einflüssen. Herausragend der knackige Bass von John Jowitt. Songs ausnahmslos gut, eine sehr einnehmende Atmosphäre hat das alles, auch wenn die Lyrics von Sänger Nichols manchmal etwas verzettelt rüberkommen, man kriegt die Story doch ganz gut mit. Kann sich mit "Brave" jedenfalls locker messen lassen.

Onkelz4Ever

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24.06.2020 - 00:18 Uhr
IQ fand ich immer irgendwie talentiert, aber insgesamt zu schwachbrüstig/unentschlossen.

Ruhig nochmal abchecken und würdigen kann man die Alben "The Didact" von Means End und "Dreaming Of Sleep" von Tetrafusion.

https://meansend.bandcamp.com/album/the-didact

https://tetrafusion.bandcamp.com/

Analog Kid

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24.06.2020 - 01:01 Uhr
IQ - The Seventh House

9/10

Neben der Subterranea mein zweitliebstes IQ-Album. Gleich der 12-Minuten-Opener hebt in den blauen Himmel ab mit diesen aerodynamischen Key-Fanfaren und einem verdächtig an Led Zep's "Achilles Last Stand" erinnernden Groove. Ohne allzu viel Gefrickel folgt ein packendes Neoprog-Kleinod mit Killermelodien galore und einem Peter Nichols in Hochform. Besser geht's in diesem Genre eigentlich nicht. Top.

"Erosion" geht dann schon so ein bisschen in New-Artrock-Richtungen mit Guitar-Synths und etwas düsterem Anstrich als gewohnt. Aber trotzdem typisch IQ. So richtig düster können die ja eigentlich nicht.

Der Titeltrack ist ein weiteres Highlight und einer der besten IQ-Songs überhaupt. Bemerkenswert wieder die einfühlsame Gesangsperformance von Nichols. So gut wie auf diesem Album klang der vorher nie imo.
Ansonsten geht's ätherisch-kristallin, erhebend, verspielt und rockig zur Sache. Herausragend Martin Orfords farbige Keys, fette Teppiche, perlendes Piano, schneidende Solos. Eine einzige Sahnetorte von Song.

Die nächsten beiden Nummern sind etwas einfacher und-gängiger gehalten, aber gerade "Zero Hour" besticht mit betörenden Melodien und einem wunderbaren Saxophon. Könnte in konzentrierterer Fassung ein absoluter Singlehit sein (gilt im Grunde auch für "Shooting Angels")

"Guiding Light" dann wieder ein Fall von Albumcloser der Kategorie "episch". Auf feierlichste Gesangspassagen folgen etwas abrupt packende Instrumentalparts, wieder nicht allzu verfrickelt, schön nachvollziehbar alles, zum Schluss brennen wieder alle Kronleuchter. Grandioso.

Matjes_taet

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24.06.2020 - 01:38 Uhr
Rainster Dad-Meddl!

Analog Kid

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28.06.2020 - 22:31 Uhr
Haha, das triffts schon irgendwie.

more Dad-Metal:

Arena - Songs From The Lions Cage

Mick Pointer, Ex-Drummer der (Ex-)Neoprog Band Marillion und Clive Nolan, (Noch-)Keyboarder der (Wieder-)Neoprog Band Pendragon, beschliessen 1995 ein Bandprojekt zu gründen, es handelt sich um - naaa - genau, eine Neoprog Band mit dem Namen "Arena".
Deren Debütalbum erscheint 1995 und ich kann mich an zahllose, wohlwollende Rezensionen von Rockhard bis Iron Pages erinnern, in denen Futter für vorrangig Fans der "alten" Marillion versprochen wurde.
Kommt so ungefähr hin, wobei der hier agierende Sänger sich zwar Mühe gibt, aber an das Charisma eines Fish von anno 1983 bei Weitem nicht heranreicht.
Würde das hier gebotene daher eher mit IQ und erwähnten Pendragon (aber in besser) vergleichen. Zuweilen recht AOR- und Hardrocklastig, aber gute Songs mit den berüchtigten, irgendwie immer an Gladiatoren-Einmärsche erinnernden, Nolan'schen Keyboard-Wänden und WiuWiuWiu-Solos, besonders bestechend in den längeren Nummern "Valley of the Kings" und dem Abschlussepos "Solomon", wo instrumental schön losgaloppiert wird, auf dem Komplexitätslevel von ca. "One For The Vine".

Kann ich heutzutage auch immer noch gut hören

7.5/10

Neuer

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Registriert seit 10.05.2019

28.06.2020 - 22:43 Uhr
Between The Buried And Me - The Silent Circus (9/10)
So eine geile Band! Gerade die früheren, metalcorigen Alben zerfetzen einen so melodisch - es ist ein Fest!

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

28.06.2020 - 23:25 Uhr
Arena - Pride

Weil's grad so schön ist, die Zweite noch hinterher.
Haha, gleich dieser Einstieg: WiuWiuWiuWiuWiuWiu... ist einfach ein geiler Kracher, dieser Opener. Gleiche Besetzung wie beim Vorgänger, nur mit anderem und wesentlich besserem Sänger. Weg vom krampfhaften Fish-Imitieren, mehr so'n hardrockiger "Shouter", der aber auch die leisen Töne kann.
Ach nee, am Bass auch n Neuer, der coole John Jowitt von IQ, hört man eigentlich auch gleich. Also etwas mehr Eigenständigkeit schon hier.
Ansonsten ähnelt die Albumstruktur sehr dem Vorgänger, mit diesen hübschen instrumentalen Zwischenspielen, zwei kürzere Songs, zwei längere, kein Ausfall und ein absolut geiler 13-minütiger Bombastkracher zum Finale. Nix mehr mit Dad-Meddl. Das ist in Sachen 90er Neoprog eine absolute Referenznummer. Was da in der Mitte abgeht instrumental, lässt mich grad hier im Bette mit wildbewegtem Gesicht heftig dirigierend und gestikulierend der Musik Ausdruck verleihen (sog. Air-progrocking).

8/10

Analog Kid

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Registriert seit 27.06.2013

02.07.2020 - 20:11 Uhr
Arena - Immortal

8/10

Geht immer noch gut rein, nach all den Jahren. Nach der sehr guten "Visitor" (vermutlich das beste Album von denen) wieder Wechsel am Mikro, der Neue wieder ein bisschen mehr Neoprog-Poser-like, aber gut. Jowitt leider auch raus, aber merkt man eigentlich kaum.
Die Songs sind allesamt schöne Ohrwürmer, ohne großen Anspruch, bisschen cheesy hier und da, aber mit vieeel Gefühl und so. Insgesamt sehr AOR/Melodic Rock-lastig, aber das muss nichts schlechtes sein.
Highlights die beiden längeren Nummern wieder, "Butterfly Man" & "Moviedrome" (etwas klischeemässige Texte, aber was soll's) geradezu "cineastisch" wieder - diese fetten Keys liebe ich einfach (Taurus Pedal!)

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