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AVMsterdam

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Registriert seit 13.03.2017

19.10.2019 - 13:27 Uhr
Du hast schon Recht, dass ich in diesem Thread sehr viel mehr nörgle als Musik lobe, aber dazu bietet Pitchfork leider viel zu viel Grund, bzw. zu wenig Grund zum Loben.

Das ist nicht mehr dasselbe Musikmagazin, das in den 00ern zur Entdeckung/Verbreitung von viel großartiger Musik beigetragen hat, sondern zunehmend ein willfähriger Abnicker von allem, was Sony, Universal und Co. auf den Markt werfen.

Die Entwicklung ist fast ausschließlich negativ und daher sage ich im Pitchfork-Thread fast nur Negatives.

Mister X

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19.10.2019 - 13:31 Uhr
Bei den Ganzen Vorwürfen, die Listen sind von den Plattenfirmen gekauft, frage ich mich ja warum dann bei RYM in den Top 10 der 2010er 2x Kendrick, einmal Kanye und Ocean dabei ist. Voten hier etwa auch die poesen Plattenbosse ?

RYM ist dem 0815 Radio-Hoerer auch gaaaanz bestimmt geläufig...

AVMsterdam

Postings: 351

Registriert seit 13.03.2017

19.10.2019 - 13:42 Uhr
RYM sind ja Charts, das meistgehörte kommt auch da nach ganz oben. Ich bezweifle ja nicht, dass viele Leute Helene Fischer mögen und nicht nur die Plattenfirmen.

Gordon Fraser

Postings: 1598

Registriert seit 14.06.2013

19.10.2019 - 14:17 Uhr
Was mich vielmehr als die erwartbaren Resultate der Polls stört ist die fast ausschließliche Fokussierung auf die Entwicklungen in Amerika (=USA). Und da merkt man halt schon sehr deutlich den neuen Kurs nach der Übernahme durch Condé Nast, die jetzt mit p4k explizit den nordamerikanischen Markt und dort auch nur bestimmte Zielgruppen bedienen. Gerade auch in den eigentlich ziemlich interessanten Essays zum 2010er Poll wie der Rückblick auf Chillwave oder die Indie-goes-Pop-goes-Indie-Thematik: das wird alles nur noch ausschließlich aus US-Sicht beobachtet und beschrieben. Trends und Themen (und letztlich auch Künstler) außerhalb der USA spielen so gut wie keine Rolle mehr. Das ist schade, weil p4k früher eben nicht so eindimensional in der Hinsicht war.


maxlivno

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19.10.2019 - 15:47 Uhr
@AVMsterdam
Immerhin, dass P4K nicht mehr das ist was es mal war sehe ich ebenso. Ich finde die Liste von P4K generell auch ziemlich belustigend.
Das einzige was mir sauer aufstößt ist, wie von Moped schon richtig vermutet, dein konstantes Bashing von den selben 5 Künstlern. Vor allem sind die inhaltlichen Argumente mehr oder weniger nicht vorhanden. Und wie Moped schon sagt, es würde mich wirklich interessieren, wie denn deine Listen aussehen oder was die Hip Hop Acts sind die du so hörst.
Das meine ich auch nicht angreifend oder dergleichen. Ist wirklich nur ernstgemeintes Interesse :)

AVMsterdam

Postings: 351

Registriert seit 13.03.2017

19.10.2019 - 18:37 Uhr
Dass ich 5 Künstler bashe, stimmt einfach nicht ... Ich habe - alleine in jüngster Zeit - gebasht: Kendrick Lamar, Nicki Minaj, Usher, Miley Cyrus, Beyonce, Azalea Banks, Drake, Lorde, Rihanna, Tool, Ed Sheeran, Taylor Swift, Cardi B, Madonna, Bon Jovi, Deep Purple, Stephen King, Dan Brown, die Kardashians, Münchner Architekten.

Bei welchen vermisst Du die Argumente?

Ich habe hier schon mehrere Jahrespoll o. Ä. Listen veröffentlicht, und ich werde es dieses Jahr vielleicht wieder tun, also darfst Du gespannt bleiben.

Mister X

Postings: 3205

Registriert seit 30.10.2013

26.10.2019 - 23:59 Uhr
Hab mal auf die 90er Song-Liste geworfen. Bin zwar Anfang der 90er geboren, in den 2000ern hat man von 95!% der Acts in der Liste nichts gehört.

Deaf

Postings: 583

Registriert seit 14.06.2013

27.10.2019 - 00:22 Uhr
Du bist schon ein seltsamer Vogel. Da ist doch viel dabei, das selbst heute noch bekannt ist... Und einige waren in den Nullerjahren halt bereits tot. Vielleicht einfach ein bisschen weniger von sich selbst auf andere schliessen.

Web2.0

Postings: 484

Registriert seit 09.10.2019

27.10.2019 - 15:46 Uhr
Hab mit die Liste auch mal angeschaut, die Plätze 100-1 sind doch ziemlich bekannt, danach wirds schwieriger, aber das ist auch mit der 10er-Liste so. Da kenn ich ab Platz 100 auch nicht alles und will es teilweise auch gar nicht kennen. Irgendwann wird jede Liste halt etwas willkürlich, Konsens gibts oft nur über wenige Songs/Alben.

Randwer

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Registriert seit 14.05.2014

28.10.2019 - 14:37 Uhr
Ich mag Menschen, die konsensfähig sind, aber Leute, die gerade bei Geschmacksfragen auf Konsens besonderen Wert legen, tun mir nur noch leid.

Loketrourak

Postings: 1186

Registriert seit 26.06.2013

28.10.2019 - 16:50 Uhr
@Randwer - dann sind wir uns ja alle einig.

Sowohl die 80er als auch die 90er Liste sind übrigens eigentlich ziemlich großartig.

Klaus

Postings: 1116

Registriert seit 22.08.2019

17.12.2019 - 11:07 Uhr
Lineup ist draußen. Sehr sehr dürftig.

Deaf

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Registriert seit 14.06.2013

17.12.2019 - 18:21 Uhr
In der Tat.

Randwer

Postings: 1367

Registriert seit 14.05.2014

13.02.2020 - 15:25 Uhr
https://pitchfork.com/thepitch/7-must-hear-recordings-by-hildur-gudnadottir-who-just-made-history-at-the-oscars/

Manchmal ist Pitchfork doch noch nützlich. Mr.Schmuck's Farm kannte ich nämlich noch nicht. Cooler Sound.
Ein schöner Artikel, auch wenn ich die Erwähnung des großartigen Leyfðu Ljósinu vermisse.

Mister X

Postings: 3205

Registriert seit 30.10.2013

05.04.2020 - 16:17 Uhr
So ist der momentane Stand der 10er Alben verteilt nach Jahrzehnt. Wie seht ihr das. Nach den 90ern echt kaum noch 10er erschienen oder hypt Pitchfork durch nachgeholte Reviews alles was älter ist ?
60s = 14
70s = 39
80s = 27
90s = 26
00s = 5
10s = 1

Mister X

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Registriert seit 30.10.2013

05.04.2020 - 16:36 Uhr
https://www.albumoftheyear.org/publication/perfect/1-pitchfork/

Sofern nicht welche vergessen wurden, ist hier eine Auflistung aller 10er Alben

Oceantoolhead

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Registriert seit 22.09.2014

05.04.2020 - 17:34 Uhr
@Mister X

Letzteres. Pitchfork ist für mich aber die Bild der Musikseiten. Reviews sind meist sehr reisserisch und auf biederem Niveau.

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

05.04.2020 - 17:40 Uhr
Bitte? Ich gehe bei weitem nicht immer mit ihnen konform, aber die Texte empfinde ich auf einem wahnsinnig hohen schreiberischen wie analytischen Niveau samt viel Ahnung von der Materie. Dazu auch regelmäßig sehr unterhaltsam.

Affengitarre

User und News-Scout

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Registriert seit 23.07.2014

05.04.2020 - 17:42 Uhr
Die Bild der Musikseiten ist doch bereits laut.de.

Oceantoolhead

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Registriert seit 22.09.2014

05.04.2020 - 18:14 Uhr
@Moped Tobias

Also in Rezensionen wie die von Kid A, Lateralus oder Heathen Chemistry lese ich nichts von irgendeinen analytischem Niveau und Sachverstand.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

05.04.2020 - 18:17 Uhr
Da lese ich lieber die laut.

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

05.04.2020 - 18:17 Uhr
Achso, du meinst so alte. Die kenn ich nicht, hab mich jetzt vor allem auf die letzte Dekade circa bezogen.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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05.04.2020 - 18:18 Uhr
Also in Rezensionen wie die von Kid A, Lateralus oder Heathen Chemistry lese ich nichts von irgendeinen analytischem Niveau und Sachverstand.

Die stammen aber auch noch aus der Urzeit, wo sich bei manchen Platten wirklich einfach im Anti-Modus waren und das ganze polemisch aufgezogen wurde.
Am besten war Pitchfork Ende der 00er und Anfang der 10er. Da waren teils wirklich gute Texte dabei.
Sei der Übernahme von Conde Nast ist das Korsett irgendwie merklich enger geworden und es ist selten, dass ich Texte noch überragend finde.

Oceantoolhead

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Registriert seit 22.09.2014

05.04.2020 - 18:27 Uhr
Ich kann nur so Alte nennen, da ich eben seit Ewigkeiten Pitchfork nicht mehr ausgiebig gelesen habe. Eben wegen solcher Rezensionen (gibt natürlich noch mehr Beispiele)

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 5253

Registriert seit 26.02.2016

05.04.2020 - 18:31 Uhr
Gut, aber der Stil liegt nun wirklich sehr weit zurück, bald ja 20 Jahre.

Mister X

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Registriert seit 30.10.2013

05.04.2020 - 19:24 Uhr
Ging aber nicht um die Qualität der Reviews, sondern darum dass es nach den 90ern kaum noch 10er bei denen gab. Und ob das berechtigt ist.

Gordon Fraser

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Registriert seit 14.06.2013

05.04.2020 - 19:31 Uhr
Am besten war Pitchfork Ende der 00er und Anfang der 10er. Da waren teils wirklich gute Texte dabei.
Sei der Übernahme von Conde Nast ist das Korsett irgendwie merklich enger geworden und es ist selten, dass ich Texte noch überragend finde.


!!!

Man merkt m.E. vor allem deutlich einen Unterschied bei Besprechungen, die offen und ungezwungen kommen (meist weil es sich um unbekanntere Künstler handelt), und solchen, bei denen kommerzielle Interessen zumindest nicht von der Hand zu weisen sind.

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 1899

Registriert seit 12.12.2013

05.04.2020 - 19:39 Uhr
Hab früher auch deutlich mehr p4k gelesen als heute. Komme mit dem Stil der Reviews nicht wirklich klar, mir geht es da zu selten um die Musik.

Mr. Orange

User und News-Scout

Postings: 1580

Registriert seit 04.02.2015

05.04.2020 - 22:08 Uhr
Die Bild der Musikseiten ist doch bereits laut.de.

Das trifft es ziemlich gut. Bin immer wieder überrascht wie erschreckend schlecht diese Seite ist. Dass die sich überhaupt irgendwie über Wasser halten kann und immer wieder zitiert wird, ist für mich ein großes Rätsel.

Hallohallo

Postings: 365

Registriert seit 30.01.2020

05.04.2020 - 23:55 Uhr
Laut.de hat das Glück der fehlenden Konkurrenz. Andere Magazine haben viel zu lange am Print festgehalten und online bis heute nicht wirklich ernst genommen (Spex, Musikexpress etc) oder sind teilweise absichtlich in der Nische geblieben (Plattentests). Und die besten Redakteure wie Daniel Gerhardt landen letztendlich beim echten Journalismus wie bei der Zeit wie's aussieht.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

08.04.2020 - 10:35 Uhr
Was laut gut tun würde, wäre eine Generalüberholung ihrer Webside. Die Aufmachung wirkt leider ziemlich billig/veraltet und ist darüberhinaus auch noch ziemlich unübersichtlich. Das färbt dann sicherlich auch auf die Wahrnehmung der Rezensionen ab die sooo schlecht nun auch wieder nicht sind ( da sind haben andere Musikseiten schlechtere zB. VISIONS - wobei dass ja auch wieder nicht deren Hauptfeld ist ).

derdiedas

Postings: 534

Registriert seit 07.01.2016

08.04.2020 - 11:46 Uhr
Andere Magazine haben viel zu lange am Print festgehalten und online bis heute nicht wirklich ernst genommen (Spex, Musikexpress etc) oder sind teilweise absichtlich in der Nische geblieben (Plattentests).

Warte nur bis Armin den Deal seines Lebens einfädelt und tz.de Plattentests übernimmt. Dann können pitchfork und Conde Nast einpacken ;)

Mister X

Postings: 3205

Registriert seit 30.10.2013

08.04.2020 - 12:30 Uhr
Ne finde Pitchfork sieht schon modern aus. Könnten aber mal eine Datenbank anlegen, wo die Alben dann nach Wertung sortiert sind.


Und vll das Wertungssystem auf 1-10 ändern. Hat IGN jetzt auch gemacht. Wobei das auch weniger Diskussion bedeutet. Folglich auch weniger Aufmerksamkeit.

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 1899

Registriert seit 12.12.2013

08.04.2020 - 12:40 Uhr
Laut hat teilweise wirklich gute Rezensionen, hängt sehr von den Autoren ab. Lese die Texte mancher Leute dort sehr gerne.

Die News sind primär Clickbait, irgendwie müssen sie halt auch Geld verdienen. Ohne Laut wäre ich über diversen Trash und Gossip aber auch nicht informiert, freue mich z.B. immer über abstruse Nachrichten aus dem Deutschrapkosmos.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 7274

Registriert seit 23.07.2014

08.04.2020 - 12:46 Uhr
Also da sind teilweise echt tolle Rezensionen dabei, auch die Meilensteinrubrik hat einige sehr gute Sachen, aber bei den Rezensionen fehlt mir ein wenig die Qualitätskontrolle. Da ist schon größer Schrott dabei. Bin auch kein Fan der Clickbaitnews.

Mister X

Postings: 3205

Registriert seit 30.10.2013

23.04.2020 - 08:33 Uhr
Alte Talking Heads Album als Review. Dachte schon David wäre tot.

Rainer

Postings: 571

Registriert seit 22.03.2020

25.04.2020 - 00:50 Uhr
Jetzt, da ich die Wertungen gesehen habe, kann ich mir die endlich guten Gewissens anhören. Hab mich schon immer etwas unwohl dabei gefühlt, zu den anderen Alben außer Remain in Light und Fear of Music abzugehen. Danke Pitchfork.

humbert humbert

Postings: 2021

Registriert seit 13.06.2013

21.05.2020 - 05:27 Uhr
Netter kleiner Lesehappen für Zwischendurch:
Pitch Perfect: Pitch Perfect: The History and Influence of the Pitchfork 10.0

humbert humbert

Postings: 2021

Registriert seit 13.06.2013

21.05.2020 - 06:00 Uhr
Viel interessanter in dem Artikel ist der Link zu einem anderen Artikel, bei dem jemand versucht die Bands zu kontaktieren, die von pitchfork eine miserable Bewertung bekommen haben.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

21.05.2020 - 12:13 Uhr
Der größte Witz ist, dass diese grottige KID A review als revolutionär angepriesen wird. Excuse me? Ich geh mit der Bewertung ja konform, aber der Text ist echt Müll der übelsten Sorte.

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

21.05.2020 - 14:00 Uhr
Schließen sich eine subjektive Bewertung als "Müll" und ein revolutionärer Charakter denn aus? Ich bin nicht allzu bewandert in der Geschichte der Musikkritik (du?), daher würde ich letzteres nicht bewerten wollen.

Davon ab find ich die Review aber ehrlich gesagt gar nicht so schlimm (zur Sicherheit, wir sprechen von der hier oder? https://pitchfork.com/reviews/albums/6656-kid-a/)

Ganz schön viel Pathos natürlich, aber ein solches entwickeln wirklich müllige Reviews auch bei Alben, die musikgeschichtlich deutlich weniger relevant sind als Kid A :) Ne, da steckt zwar nicht unbedingt ein tiefes analytisches Niveau dahinter, aber ich lese solche sprachlich ambitionierteren Texte deutlich lieber als banale Floskel-Orgien, wie sie häufiger etwa bei laut zu finden sind.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

21.05.2020 - 15:17 Uhr
@MopedTobias
Aber genau diese Banalen Floskel Orgien verkörpert diese Review. Eine übertriebene Metapher reiht sich an die nächste. Diese Rezension vollbringt das Kunststück, dass ich auf ein an sich richtig gutes Album, beim lesen überhaupt gar keinen Bock mehr habe ( für den Moment versteht sich). Ob die Platte dabei relevant ist oder nicht, spielt keine Rolle. Rezensionen wie diese liest du jeder Ecke ( meistens aber weniger schlimm ) und das vor und nach dem 2. October 2000).

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

21.05.2020 - 15:20 Uhr
Dabei ist Kid A nicht die einzige Kackreview von Brent DiCrescenzio, welcher u.A die famosen Kritiken zu Lateralus und De-Loused zu verantworten hat.

MopedTobias

Postings: 15005

Registriert seit 10.09.2013

21.05.2020 - 15:37 Uhr
Wo findest du die Floskeln genau? Sowas wie das auch im Artikel zitierte "Comparing this to other albums is like comparing an aquarium to blue construction paper." ist nicht grade eine Allerweltsmetapher. Ich stimme ja wie gesagt zu, dass es alles sehr übertrieben ist, aber die Sprache des Textes, die Metaphern, auch die nicht unbedingt naheliegenden Verweise (C.S. Lewis, Terry Gilliam) sind noch weit davon weg, floskelhaft und generisch zu sein.

Ein (aktuelles) Beispiel für eine "Müll"-Review wäre das hier für mich: http://www.musikreviews.de/reviews/2020/Hundreds/The-Current/

Da ist der Kid-A-Text mit Verlaub noch ein paar Welten von weg, auch wenn er sicher kein Meisterwerk ist.

Nele

Postings: 68

Registriert seit 03.05.2020

21.05.2020 - 16:19 Uhr
Ich kenne diese Seite kaum und habe mich nie mit ihr auseinandergesetzt, aber das hört sich teilweise nach ziemlich unberechenbar impulsiver Diskussion in beide Extreme an – jetzt unabhängig von der Qualität des Geschriebenen.

Besonders aufschlussreich finde ich sowas nicht. Klar spielt subjektives Erleben in der Musik und die Persönlichkeit des Kritikers eine große Rolle, aber wenn ich mir schon Plattendiskussionen durchlesen möchte, bräuchte ich schon irgendeine Konstante, an der ich mich orientieren kann (ich habe mich aber zugegeben noch nie ernsthaft damit beschäftigt).

Mit solchen auffällig provokativen Verrissen oder übersprudelnden Lobpreisungen bekommen sie offensichtlich zumindest ihre Aufmerksamkeit. Da finde ich es schade, welche Relevanz dieser Seite offenbar zukommt.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

21.05.2020 - 16:50 Uhr
„Classifications don't come to mind“ wäre so eine Floskel die mir nach wenigen Absätzen entgegen springt. Ich gebe aber zu, es waren weniger enthalten als ich in Erinnerung hatte - dennoch reiht sich die Rezension in eine große Reihe von verschwurbelten und geschwollenen Reviews, dass man reflexartig nach einem Tuch greif um den Schleim vom Bildschirm zu wischen. Was daran revolutionär sein soll, außer das dieser Text eben auf Pitchfork erschienenen ist? Weiss ich nicht - vielleicht hatte diese Rezension Einfluss auf die weitere Vermarktung und Reaktion des Albums. Um das zu beurteilen war ich damals zu jung. Verstehen könnt ich es trotzdem nicht.
Die von dir verlinkte Review halte ich für nicht weniger schlecht als die von Brent. Ich weiß allerdings was du meinst - diese wirft mit floskeln und phrasen gnadenlos um sich. Schafft es aber trotzdem einen Eindruck von der Musik zugeben. Bei Brents Rezension von Kid A geht dieser Punkt zwischen all den unnötigen und übertriebenen Metaphern komplett unter. Ganz so als ginge es dem schreiben vorallem darum zuzeigen, was für einen coolen Text er schreiben kann und weniger um eine detaillierte Beschreibung des Albums. Von der Sorte gibt es auf Plattentests leider auch ein paar Schreiber es hält sich aber zum Glück in Grenzen. Im allgemeinen geht Plattentests in seiner Herangehensweise einen Mittelweg zwischen den beiden Beispielen - was prinzipiell meinem Geschmack mehr entspricht, weshalb ich die hier veröffentlichten Rezensionen von allen Musikseiten mit am meisten lese.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

21.05.2020 - 17:09 Uhr
@Nele

Deinen letzten Absatz kann ich nur unterstreichen, sprichst mir aus der Seele.

MopedTobias

Postings: 15005

Registriert seit 10.09.2013

21.05.2020 - 17:15 Uhr
Tut mir leid, aber das kann ich nicht im geringsten nachvollziehen. Ja, der Pitchie-Schreiber schwurbelt, aber er geht auf eigentlich jeden Song detailliert ein und vermittelt in meinen Augen durchaus die abgespacete, unwirkliche Atmosphäre, die dem Album innewohnt.

Und mit Verlaub, in der Hinsicht ist die von mir verlinkte Review doch nicht besser. Auch da scheint mir die Musik an sich sekundär, der Autor versucht am Ende nur seine Anti-Mainstream-Propaganda reinzuzwängen und die Hundreds nur wegen ihres "organischeren" Sounds als so besonders darzustellen (die Betonung der "echten" Drums, da musste ich laut lachen). Ob das jetzt so viel besser als die Selbstdarstellung durch ein paar verschwurbelte Metaphern ist, würde ich in Frage stellen.

Ne sorry, allein schon aus formaler Sicht bereitet mir diese Review körperliche Schmerzen (die Ausrufezeichen!). Dagegen wirkt Brent wie der Cervantes der Musikkritik. Wie gesagt, wirklich gut finde ich den Kid-A-Text selbst nicht, aber diese extreme Darstellung als so außergewöhnlich grottig und müllig kann ich nicht nachvollziehen. Muss ich aber zum Glück auch nicht :)

MopedTobias

Postings: 15005

Registriert seit 10.09.2013

21.05.2020 - 17:22 Uhr
Und der letzte Absatz von Neles Beitrag ist arg verkürzend, weil die Polemiken und Lobhudeleien nur einen kleinen Teil von Pitchfork abbilden (der natürlich die meiste Aufmerksamkeit bekommt, aber in welchem Lebensbereich ist es nicht so? Wer am lautesten schreit, bekommt die meisten Hörer).

Ich unterstelle aber keine böse Absicht, da Nele selbst zugibt, die Seite nicht zu kennen. Da kann so ein verzerrender Eindruck durch "Sekundärquellen" durchaus entstehen. Auch Oceantoolhead schrieb ja, dass er die Seite vor deren Hochphase (wie Felix schrieb Ende 00er/Anfang 10er) aufhörte, zu lesen. Gerade die Polemiken mit krasser Anti-Haltung gibt es doch kaum noch.

Oceantoolhead

Postings: 1311

Registriert seit 22.09.2014

21.05.2020 - 17:22 Uhr
@MopedTobias

Versteh mich nicht falsch. Ich finde die von dir verlinkte Rezension aufkeinen Fall gut.
Bzgl der Pitchforkrezension gehen unsere Meinungen dann eben auseinander, dem ist manchmal so.
Denke meinen Standpunkt hab ich jetzt auch mit genügend Argumenten untermauert.

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