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Welches Buch liest Du gerade? / Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Wie war/ist es?

User Beitrag

regger

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Registriert seit 31.03.2021

11.02.2026 - 09:48 Uhr
Was halt so als Klassiker der Weltliteratur angesehen wird.
Gut, ich hab "Jenseits von Eden" gelesen, aber es war jetzt auf jeden Fall mein mit Abstand ältestes Buch ;-)

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 36398

Registriert seit 07.06.2013

11.02.2026 - 10:09 Uhr
Und auch in der Schule keinen Klassiker? Aber: es ist eh nie zu spät. Einfach rein da. :D

regger

Postings: 526

Registriert seit 31.03.2021

11.02.2026 - 10:11 Uhr
Na, doch (Im Westen nichts neues, der alte Mann und das Meer, die verlorene Ehre der Katharin Blum...)
Aber das is scho lange her :-D

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Registriert seit 25.09.2014

11.02.2026 - 19:44 Uhr
Haruki Murakami - Norwegian Wood (deutsch: Naokos Lächeln)
Ganz ungewohnt, einen Murakami ohne eine Spur von Übernatürlichem zu lesen! Das Buch ist natürlich trotzdem sehr gut und die Charaktere sind skurril genug, um für besondere Momente zu sorgen. Ich tue mich gerade schwer mit einer ausgefeilteren Kritik, aber bisher 8/10

nagolny

Postings: 2453

Registriert seit 06.11.2022

12.02.2026 - 15:17 Uhr
@ regger:

"Schuld und Sühne" ist wirklich der psychologisch beste Roman, den ich bisher gelesen habe. Ich glaube, diese psychische Tiefe ist es auch, die ihn so zeitüberdauernd interessant und spannend, eben zum Klassiker macht.

"Zeit der Mutigen" war dann gleich eine Empfehlung, der ich nachgehen wollte. Diese Zeit-Rezension liest sich ebenfalls so, als tauge das was:

https://www.zeit.de/2025/43/zeit-der-mutigen-dimitre-dinev-bulgarien-20-jahrhundert

Thematisch interessieren würde mich das. Es scheint auch spannend zu sein; allerdings wohl eher als Zeitpanorama, wenn auch mit gut ausgearbeiteten Charakteren.

Jedoch: 1.200 Seiten, puh, das schreckt mich etwas ab. Konzentration, Muße, Gedächtnis - das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal! Vielleicht bin ich da dann doch zu dumm, ungeduldig, zerstreut für?

Oder ich brauche vorher mehr Lesetraining.

regger

Postings: 526

Registriert seit 31.03.2021

12.02.2026 - 16:28 Uhr
Ein Umstand / Thema bei "Schuld und Sühne" ist mir noch nicht ganz klar...




Achtung kleiner Spoiler
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Das vermeintliche Motiv: Geldnot oder doch das Recht des "Stärkeren" jemanden umbringen zu dürfen?
Diese Ansicht dass es eine quasi "Überrasse" bzw. einen privilegierten Menschenstand gibt spiegelt sich im restlichen Verhalten des Hauptdarstellers nicht so wider. Da wirkt er eigentlich recht sozial und fürsorglich.

Diese Thematik wird ja auch bei Hitchcock's "Cocktail für eine Leiche" aufgegriffen, dort aber ist der Mörder viel bessenerer auf diese Thematik dass er über gewissen Menschen steht...

nagolny

Postings: 2453

Registriert seit 06.11.2022

12.02.2026 - 17:08 Uhr
Er ist so verzweifelt und fixiert darauf, seine Schwester zu retten, dass er eine Rechtfertigung dafür sucht, einen Raubmord zu begehen, um selbst in seiner eigenen Geschichte nicht der Böse zu sein. Er begeht den Mord nicht, weil er schon lange glaubte, ein Übermensch zu sein, und die ausbeuterische Vermieterin sei ein Untermensch, sondern die Affekte, die er wegen seiner finanziellen Situation gegen die Vermieterin hatte, vermischten sich mit der Verzweiflung, anders nicht an Geld zu kommen, und dann brauchte er noch eine Rationalisierung zur Beruhigung seines Gewissens. Da kam dann die Ideologie gelegen, aber sie war sekundär. Wenn ich mich recht erinnere, verschiebt sich seine Wahrnehmung der Vermieterin auch zunehmend ins Negative, je mehr seine Schwester in Bedrängnis gerät. Das ist eben das Wesen der Doppelmoral bzw. die Realitätsverzerrung der Ideologie. Er unterdrückt die Menschlichkeit, die er gegenüber seinen (emotional nächsten) Mitmenschen verspürt/zu gesteht, dann wenn es nützlich ist, um persönliche Interessen durchzusetzen. Dafür ist dein keine "Begründung" zu "hoch". Er bemüht/flüchtet in die (pseudo-) "philosophische" Modellebene / Ideologie, um die Banalität seiner bösen Handlung durch ein "höhere" Mortalität zu verschleiern. Das ist genau das was Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gauß beschreibt bezogen auf reale Akademiker, denen "zu Hitler zuviel einfiel" um ihn als (rhetorisch überspannten) Reformer UND (im Kern schon irgendwie noch) Mäzen der Wissenschaft sehen zu können, während sie vom Regime unbehelligt Karriere machten, während jüdische Kollegen "entfernt" wurden. Dieses "Outsourcing" / Verschleiern von Moral / Unmoral durch abstrus abstrakte Ideologie beschreibt Dostojewski psychisch noch besser als Orwell, der es in "1984" eher sozialsystemisch und (rollen-) funktional unter "Doppeldenk" fasst. Interessanterweise bleibt ja weitgehend offen, inwieweit der Ermittler in "Schuld & Sühne" den Täter tatsächlich als Verdächtigen auf dem Kieker hat und mit ihm psychisch Katz und Maus spielt um ihn "dranzukriegen" oder ob das eine Projektion des unzuverlässigen Erzählers ist, für den der Ermittler durch seine reine Präsenz zur symbolischen Verkörperung seines unterdrückten Gewissens wird, weshalb der Täter um so stärker an seiner Fiktion intellektueller Überlegenheit festhält und den Ermittler als Vertreter der (Rechte der) Unwürdigen dann soweit antagonisiert, dass er sich dadurch mit seinem arroganten und zunehmend merkwürdigen Verhalten erst verdächtig macht.

Es ist lange her, dass ich das Buch gelesen habe, das ist jetzt alles aus der fernen Erinnerung niedergeschrieben und halt auch nur meine Interpretation.

Ich bekomme echt Lust, das Buch nochmal hervorzukramen.

nagolny

Postings: 2453

Registriert seit 06.11.2022

12.02.2026 - 17:12 Uhr
* Er unterdrückt die Menschlichkeit, die er gegenüber seinen (emotional nächsten) Mitmenschen verspürt/ihnen zugesteht, dann wenn es nützlich ist, um persönliche Interessen durchzusetzen. Dafür ist dann keine "Begründung" zu "hoch". Er bemüht/flüchtet in die (pseudo-) "philosophische" Modellebene / Ideologie, um die Banalität seiner bösen Handlung durch ein "höhere" Moralität zu verschleiern.

** Günter Gaus

Auto"korrektur" ist immernoch der Feind.

nagolny

Postings: 2453

Registriert seit 06.11.2022

12.02.2026 - 17:25 Uhr
Diese Selbstradikaliskerung/Selbstideologisierung, die der Protagonist vor sich selbst verleugnet, wurde - aus meiner Sicht - ihm mindestens genausosehr zum Verhängnis wie das unterdrückte/ideologiebetäubte Gewissen.

"Schuld und Sühne" ist ein bisschen wie "The Tell-Tale Heart" von E. A. Poe, eben nur großformatiger, eleganter, psychologisch schlüssiger und tiefer, weniger plakativ.

Die elitistischen, (raub)mörderischen, sozialdarwinistischen, sündenbockzeichnenden Gedanken, Handlungen, Ideologien, Rechtfertigungen haben gesellschaftlich und politisch seit einigen Jahren ja wieder Hochkonjunktur. Ich glaube nicht, dass gewisse Regierungen und Regierungsanstreber "Schuld & Sühne" gerne als Schullektüre oder in öffentlichen Bibliotheken oder mit Jugendfreigabe sehen - schon gar nicht freie Debatten und Interpretationen des Werks.

regger

Postings: 526

Registriert seit 31.03.2021

12.02.2026 - 22:01 Uhr
Danke für deine Ausführungen nagolny, kann ich so nachvollziehen...

Mr Oh so

Postings: 3515

Registriert seit 13.06.2013

12.02.2026 - 22:38 Uhr
Ich nicht ganz - wenn ich mich einschalten darf. Mir ging es wie regger. Der ideologische Überbau scheint mir nicht überzeugend, zumal der nur so "nebenbei" kommt. Ein klassischer Raubmord ist es auch nicht. Raskolnikow träumt ja schon lange davon, einen Mord zu begehen und behält die Beute ja nichtmal. Die Schwester kommt meines Wissens erst später ins Spiel.

Für den Umfang des Romans war mir da zu wenig "Fleisch". Die Handlung wirkt auf mich nicht kongruent. Klar ist Raskolnikow kein rationaler Täter, aber mir blieb das irgendwie zu sehr an der Oberfläche. Daher war ich - angesichts der Begeisterung allerorten - etwas enttuscht von dem Roman.

regger

Postings: 526

Registriert seit 31.03.2021

22.02.2026 - 20:40 Uhr
Heinrich Steinfest - Der Chauffeur 8/10

Typischer Steinfest, manche "Fäden", wie auch im Buch die Kapitel genannt werden, wirken etwas lose und werden für meinen Geschmack zu früh losgelassen. Dennoch toller Lesegenuss.

Enrico Palazzo

Postings: 8353

Registriert seit 22.08.2019

23.02.2026 - 16:33 Uhr
Paul Auster's New York Trilogy - Graphic Novel von Karasik, Mattotti und Mazzucchelli.

Meine allererste Graphic Novel! Ich würde jetzt mal eine 7,5 geben - das Buch sieht toll aus und ist auch ganz cool illustriert. Aber die 3 Novels von Auster sind mir da näher.

Was sind denn so die besten Graphic Novels um mal in das Universum vorzudringen?

AliBlaBla

Postings: 11114

Registriert seit 28.06.2020

23.02.2026 - 16:39 Uhr
@Enrico Palazzo
"MAUS" von Art Spiegelman, über den Holocaust, auf Englisch würd ich mal lesen (leihen, kaufen, whatever)!

Enrico Palazzo

Postings: 8353

Registriert seit 22.08.2019

23.02.2026 - 16:52 Uhr
Danke :) von Maus habe ich natürlich schon mal etwas gehört

Deaf

Postings: 3716

Registriert seit 14.06.2013

23.02.2026 - 16:56 Uhr
Habe mal einen eigenen Thread für Graphic Novels eröffnet, da ich das schon länger mal machen wollte und man es so auch noch später wiederfindet. ;-)

https://www.plattentests.de/forum.php?topic=108051&seite=1

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 1175

Registriert seit 14.05.2013

23.02.2026 - 20:25 Uhr
"Black Hole" von Charles Burns war mein Einstieg.

fitzkrawallo

Postings: 1928

Registriert seit 13.06.2013

23.02.2026 - 21:06 Uhr
Richard Flanagan - Question 7 (8/10)

Flanagan verknüpft hier in von mir so noch nie gelesener Weise seine Biographie und die seines Vaters, der japanischer Kriegsgefangener war, mit halbfiktionalen Szenen, die sich um die Entwicklung der Atombombe drehen (vor allem biographische Episoden aus dem Leben von H.G. Wells und Leo Szilard). Das ist wunderbar geschrieben und tiefgehend, an vielen Stellen mit einer gehörigen Portion Wut. Für mich einer der spannendsten zeitgenössischen Autoren.

Telecaster

Postings: 1430

Registriert seit 14.06.2013

27.02.2026 - 10:42 Uhr
Elias Hirschl - Schleifen

6,5/10

Das war anstrengend.

AliBlaBla

Postings: 11114

Registriert seit 28.06.2020

27.02.2026 - 10:50 Uhr
@Telecaster
(NO-) Fun Fact: ich habe nach ca der Hälfte abgebrochen, was ich nie nie nie mache, eigentlich, schon zwanzig Jahre nich mehr,
...aber mir waren Inhalte aus dem Philosophie Studium dermaßen geläufig, - außerdem macht Gescheitheit noch keine gute Literatur.
Leider öd.

Telecaster

Postings: 1430

Registriert seit 14.06.2013

27.02.2026 - 15:24 Uhr
Ich hab es auch nur aus Prinzip zu Ende gelesen, gerade in der Mitte war es doch sehr zäh.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 36398

Registriert seit 07.06.2013

02.03.2026 - 17:40 Uhr
Was sagt ihr zur "Three-Body Problem"-Trilogie? Jemand gelesen?

S0mbrero

Postings: 88

Registriert seit 14.06.2013

02.03.2026 - 18:11 Uhr
@The MACHINA of God:

Ich fand es super und habe in recht kurzer Zeit alle drei Bände weggelesen. Fand die philosophischen Überlegungen und Szenarien - jedenfalls in dem Moment - ziemlich kreativ und gedankenanregend. Dass der Stil schon sehr nüchtern bis hölzern ist und die Figuren eher schablonenhaft (und insbesondere weibliche Charaktere wenig eigenständige Bedeutung) bleiben, ist sicherlich auch richtig. Zumindest für mich hat das dem Leseerlebnis aber nicht geschadet. Englische Fassung.

Die Serienumsetzung hat mich im Vergleich leider nicht so richtig überzeugt.

Enrico Palazzo

Postings: 8353

Registriert seit 22.08.2019

02.03.2026 - 18:48 Uhr
Ich habe das erste Buch gelesen und war hin- und hergerissen. Einerseits super spannend und interessant, andererseits aber auch zäh, dadurch, dass es schon sehr wissenschaftlich in gewisser Weise ist, so meine Erinnerung. Ich hatte jedenfalls nicht so recht Lust, weiterzulesen nach Band 1. Aber vllt empfindest du das ja anders.

Loketrourak

Postings: 3690

Registriert seit 26.06.2013

03.03.2026 - 08:19 Uhr
ich mochte es gern lesen. ich fand auch die Teile nicht groß unterschiedlich im Lesevergnügen.

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Postings: 2313

Registriert seit 25.09.2014

03.03.2026 - 09:26 Uhr
Hab es auch auf Englisch gelesen, und fand es ziemlich gute Science Fiction. Das Videospiel im ersten Band hat mich nicht völlig überzeugt. den Rest fand ich aber gut und hatte auch das Gefühl in die Welt eintauchen zu können.

Das ist bei meinem aktuellen Buch, Under the Eye of the Big Bird noch nicht ganz der Fall. Die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln sind doch etwas verwirrend, was aber sicher genau so bewollt ist, um nicht zu viel zu früh zu verraten.

seno

Postings: 3754

Registriert seit 10.06.2013

03.03.2026 - 10:52 Uhr
Einerseits super spannend und interessant, andererseits aber auch zäh, dadurch, dass es schon sehr wissenschaftlich in gewisser Weise ist, so meine Erinnerung.

Ging mir ganz genauso. Als dann irgendwann gefühlt nur noch gefaltet wurde, hat es mich echt verloren.:-)
Die weiteren Bände habe ich dann auch gar nicht mehr gelesen.

Gerade als Hörbuch beendet: John Steinbeck - Früchte des Zorns

Ganz schön hart, aber richtig gut. Da hat sich vieles sehr eingebrannt. 7/10

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 36398

Registriert seit 07.06.2013

03.03.2026 - 11:42 Uhr
Hab es auch auf Englisch gelesen, und fand es ziemlich gute Science Fiction. Das Videospiel im ersten Band hat mich nicht völlig überzeugt. den Rest fand ich aber gut und hatte auch das Gefühl in die Welt eintauchen zu können.

Ja das Videospiel finde ich auch etwas schräg... vor allem was daran ein "Spiel" sein soll. Aber ich bin dann doch nach 2/3 recht angetan, obwohl ich gar kein SciFi-Fan bin.

kingsuede

Postings: 5259

Registriert seit 15.05.2013

06.03.2026 - 17:52 Uhr
Ich habe gerade mit Austerlitz von W. G. Sebald begonnen. Das Buch war mir bei Erscheinen Anfang des Jahrtausends vollkommen entgangen, entspricht aber eindeutig meinem literarischen Beuteschema. Das Werk hat ja auch hier im Forum und den Büchern für die Ewigkeit sehr großen Anklang gefunden.

Die Geschichte hat mich nach den ersten 50 Seiten sogleich in den Bann gezogen. Die bildliche Unterstreichung als Darstellung des Erzählten gefällt mir bislang auch außerordentlich gut. Ich vermute, dass bei einer weiteren Liste für die Ewigkeit, Austerlitz durchaus in meiner Top 30 oder noch weiter oben rangieren könnte.

AliBlaBla

Postings: 11114

Registriert seit 28.06.2020

06.03.2026 - 17:58 Uhr
@kingsuede
Oh, das kenne ich noch gar nicht, dabei mag ich sein anderes Schaffen sehr, muss ich nachholen.

Eigentlich merkwürdig, das sich so wenig der europäischen Literatur (darüber hinaus kann ich nicht mitreden) einer solchen Bebilderung bedient, hat mich bei "Die Ausgewanderten" und "Schwindel.Gefühle" auch sehr angesprochen.

Mr Oh so

Postings: 3515

Registriert seit 13.06.2013

07.03.2026 - 01:02 Uhr
Was meint Ihr damit genau?

Lucas mit K

Postings: 425

Registriert seit 19.07.2024

07.03.2026 - 07:16 Uhr
@Mr Oh so:

Im Text sind Fotografien abgebildet, die beim Lesen die Fiktion aufbrechen. Ich mochte „Austerlitz“ auch sehr, vor allem den Sprachstil. Könnte es glatt noch ein drittes Mal lesen.

myx

Postings: 6328

Registriert seit 16.10.2016

07.03.2026 - 07:43 Uhr
Mir ging es beim ersten Lesen von Sebald ("Die Ringe des Saturn") wie kingsuede, habe schnell gemerkt, dass mir dieser Autor sehr entspricht. Hat auf jeden Fall auch mit seinem Sprachstil – diesen herrlich mäandernden Sätzen – zu tun. "Die Ausgewanderten" ist mein Lieblingswerk von ihm, Top 10 auf meiner Liste der Bücher für die Ewigkeit. "Austerlitz" aber auch gut, habe ich letztes Jahr erst gelesen. – Weiterhin eine schöne Lektüre @kingsuede!

Lucas mit K

Postings: 425

Registriert seit 19.07.2024

07.03.2026 - 09:43 Uhr
habe schnell gemerkt, dass mir dieser Autor sehr entspricht. Hat auf jeden Fall auch mit seinem Sprachstil – diesen herrlich mäandernden Sätzen – zu tun.

Unterschreibe ich. Sebalds Stil ist so elegant und besonders. Unverkennbar auch. Und dabei – für mich – nicht sperrig. Sondern sehr lesbar.

Eigentlich braucht es die Abbildungen nicht unbedingt. Aber es funktioniert.

„Die Ausgewanderten“ mochte ich auch. Ist aber genau wie „Austerlitz“ schon zu lange her, die Lektüre. Muss ich mal wieder hervorkramen.

myx

Postings: 6328

Registriert seit 16.10.2016

07.03.2026 - 14:35 Uhr
Unverkennbarer Stil, ja. Und dennoch hat mich seine Art des Schreibens nahezu unmittelbar an Thomas Bernhard erinnert, den ich ebenfalls sehr schätze. Tatsächlich hat Sebald selber auf diese Verwandtschaft mit dem österreichischen Autor hingewiesen, in einem Interview mit der Zeitschrift "Brick".

Nebenbei bemerkt:
Was Sebald für mich in persönlicher Hinsicht besonders macht, ist seine Herkunft aus meiner Wahlheimat, dem Oberallgäu. Ich bin schon einmal auf dem sog. "Sebald-Weg" von Oberjoch bis zu seinem Geburtshaus in Wertach gewandert. Unterwegs trifft man auf mehrere Stelen mit Sebald-Zitaten, die jeweils den unmittelbaren Ort und die Landschaft beschreiben, in der man sich gerade befindet. Die Auszüge stammen aus der Erzählung "Il ritorno in Patria" (zu finden in "Schwindel.Gefühle"), wo er diese Wanderung beschreibt. Kann ich jedem Allgäu-Urlauber empfehlen, landschaftlich sehr schön, besonders das malerische Alpsteig-Tobel zu Beginn. Nur der lange Abschluss der Hauptstrasse nach Wertach entlang ist vielleicht etwas mühsam, aber es lockt ja der Blick auf seine Heimatgemeinde mit dem Geburtshaus. ;-)

kingsuede

Postings: 5259

Registriert seit 15.05.2013

07.03.2026 - 14:56 Uhr
Ja, bei Thomas Bernhard ist die Inquit-Erzählung auch sehr stilisiert ausgeprägt/eingesetzt wie bei Sebald. Allerdings wird bei Sebald doch mehr „abgehandelt“, und die Sprache ist nicht so repetitiv, sondern fluider und erzählerischer sowie deutlich bildhafter. Ich liebe beide, wobei, wie gesagt, Austerlitz mein erstes Werk von Sebald ist, wohingegen ich von Thomas Bernhard alle Romane und weitere Erzählungen et al. gelesen habe.

myx

Postings: 6328

Registriert seit 16.10.2016

07.03.2026 - 15:39 Uhr
Sicher, die Eigenheiten sind auch vorhanden und gut von dir zusammengefasst. Beide Autoren arbeiten mit langen, weit ausholenden Sätzen, aber Bernhard ist schon deutlich repetitiver und weniger bildhaft.

Mr Oh so

Postings: 3515

Registriert seit 13.06.2013

07.03.2026 - 16:23 Uhr
Im Text sind Fotografien abgebildet, die beim Lesen die Fiktion aufbrechen.

Sowas find ich ganz interessant.

Komisch, dass dieser Autor bisher so an mir vorbeigegangen ist. Wobei der Vergleich mit Bernhard für mich eher abschreckend ist.

Lucas mit K

Postings: 425

Registriert seit 19.07.2024

07.03.2026 - 19:17 Uhr
Verstehe den Vergleich mit Bernhard. Aber Sebald ist bei weitem nicht so grantig. Überhaupt ist er als Autor sehr abwesend in seinen Texten. Bei Bernhard spüre ich Bernhard auf jeder Seite.

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