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Welches Buch liest Du gerade? / Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Wie war/ist es?

User Beitrag

VelvetK

Postings: 31

Registriert seit 13.07.2020

29.09.2023 - 16:42 Uhr
Carsten Henn - Die Butterbrotbriefe 5/10

Im Urlaub zwischen die Finger bekommen, da alles andere erschöpft war. Durchaus berührende Wohlfühlliteratur, allerdings auch sehr kitschig und oftmals äußerst platt. Stilistisch immerhin solide, wirklich langweilig wird es nicht, am Ende gemischte Gefühle. Schnell vergesse.

Ferdinand von Schirach - Regen 7/10

Wolf Haas - Eigentum 8/10

Wundervoller Mix aus bittersüßen Erinnerungen, kargem Zeitdokument und romanhafter Geschichte, der allerdings nie zu sehr überhöht wirkt. Haas schreibt hier nicht so barsch wie in den Fällen des Simon Brenner, alles ist ganz klassisch und über Querverweise angelegt, streckenweise ist das sehr humorvoll, freigeistig und doch mit einem wohlsamen Bogen gerundet, der am Schluss ein paar Tränen nur schwer zurückhält. Haas schreibt über seine verstorbene Mutter, in dem er sie immer wieder ausgiebig zitiert, manchmal auch etwas zu ausgiebig, ein wundersames Andenken, wie man es unweigerlich ähnlich erleben muss, stirbt jemand, der einem so nah und lieb war, und letztlich immer bleiben wird.

Michel Houellebecq - Serotonin 8/10

Für ein ganzes Stück, für beinahe zwei Drittel, ist das so ziemlich perfekt und ganz nah dran an der Genialität von Houellebecqs Vernichten, die einmalige Schreibe ist grandios und meiner Meinung nach unübertroffen, die stilistische Dichte, der geschliffene Inhalt, all die zynisch sonoren Blicke zurück und durch all die Leben hindurch - das ist schon wahnsinnig gut.

Mir fällt niemand ein der so schreibt wie Houellebecq.

Der Roman, welcher im Ich geschrieben ist, macht fast alles richtig, indem er oft überrascht, hemmungslos anekelt, amüsiert und eben kokett mit zig gesellschaftlichen Ecken und Kanten spielt, Inneres umkrempelt und nach Außen kehrt. Das Drama darin ist bitter. Doch sind gerade die Abschnitte, in denen es nicht um die ehemaligen Liebschaften des Protagonisten geht, in denen sich Houellebecq der französischen und auch internationalen Landwirtschaft zuwendet, also seinem ehemaligen beruflichen Fachgebiet, ja, vor allem dann, wenn über den Landwirt und Freund Aymeric schreibt, irgendwie faserig. Houellebecq hat den Spagat zwischen Sache und Sichtweise vorher und danach schon eindrucksvoller gemeistert, aber vielleicht kann ich in Sachen Landwirtschaft auch kaum mitreden.

Ich hatte das Buch schon einmal angehört, Christian Berkel hat den Deutschen Hörbuchpreis dafür ganz Zurecht bekommen, und damals kam es mir im dritten Viertel schon etwas unausgegoren vor, als ich es nun noch einmal selbst las (natürlich mit der inneren Intonation Berkels), verstärkte sich mein Eindruck, was schade ist, denn trotz der für mich etwas langweiligen Fäden um Aymeric stecken da viele geile Zeilen dazwischen, die Liebe, Leben und Verfall hervorragend runden. Das muss man mit den eigenen Augen gesehen haben. Letztlich ein tolles Buch, allerdings nicht so stark wie Vernichten.

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 1029

Registriert seit 14.05.2013

08.10.2023 - 00:12 Uhr
#17: David Foster Wallace - Der bleiche König

Dieses Buch hat mich nun einige Wochen begleitet und mein Fazit lautet: was ein Brocken! Der fragmentarische Roman spielt in einer Steuerbehörde und ist bewusst langweilig gehalten, zumindest die internen Abläufe und Formalitäten erfüllen dieses Ziel auch sehr gut. Zwischen eher zähen Kapiteln finden sich aber auch immer wieder starke Passagen, wahlweise angereichert mit absurder Situationskomik oder tiefschwarzer Melancholie.

Letzten Endes hat mich "Der bleiche König" aber dennoch nicht komplett abgeholt. Zu viel lief für meinen Geschmack ins Leere und das Setting ist mir schlicht zu dröge. Unterm Strich: 6/10

Guzica

Postings: 254

Registriert seit 18.06.2013

08.10.2023 - 11:21 Uhr
George Orwell: 1984

Bisher 10/10. Dass ich die Verfilmung schon kannte, stört mich nicht. Das ist bei anderen Büchern oft nicht so.

regger

Postings: 233

Registriert seit 31.03.2021

11.10.2023 - 07:54 Uhr
Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt (5,5/10)
Hat bei mir leider nicht gezündet. Die anfängliche Freude über den speziellen Erzählstil ist bei mir relativ schnell vergangen. Zu beliebig und im gleichen Trott empfand ich die Erzählung.

Z4

Postings: 8861

Registriert seit 28.10.2021

11.10.2023 - 09:36 Uhr
Von Kehlmann kenne ich dieses weirde Kandinski-Buch. Ist mir ein Rätsel, wie der es so weit bringen konnte.

Deaf

Postings: 2775

Registriert seit 14.06.2013

11.10.2023 - 10:15 Uhr
"Ich und Kaminski" meinst du wohl.

Ich lese momentan gerade "F" von ihm, gefällt bisher sehr gut.

Enrico Palazzo

Postings: 4172

Registriert seit 22.08.2019

11.10.2023 - 10:18 Uhr
Ich fand "Vermessung der Welt" fantastisch unterhaltsam und gut geschrieben, 8/10. Und "Tyll" hat mir auch viel Freude bereitet, 7/10.

Autotomate

Postings: 6174

Registriert seit 25.10.2014

11.10.2023 - 10:23 Uhr
"Vermessung der Welt" fand ich auch gut, in kürzester Zeit durchgehabt. Was ich wirklich schlimm fand, und was mich bis heute davon abgehalten hat, ein weiteres Buch von ihm zu lesen, war die Geschichte "Ein Beitrag zur Debatte" aus dem Buch "Ruhm". Dringende Nichtlese-Empfehlung...

Mr Oh so

Postings: 3037

Registriert seit 13.06.2013

11.10.2023 - 15:04 Uhr
Was fandst du daran so schlimm?

Autotomate

Postings: 6174

Registriert seit 25.10.2014

11.10.2023 - 15:56 Uhr
Die mies zurechtarrangierte Rollenprosa eines Forenusers. Vielleicht ist das unstimmig Nachgeäffte darin Absicht, aber ich kann das einfach nicht lesen.

Mr Oh so

Postings: 3037

Registriert seit 13.06.2013

11.10.2023 - 17:20 Uhr
Weil du dich selbst wiedererkennst? Nur Spaß, der lag nahe.

Im Ernst: Ruhm ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Aber kann mich jetzt im Detail nicht mehr an diese Geschichte erinnern. Aber ich glaube, ich dachte damals auch, dass er das eher nicht aus eigenem Erleben kennt.

regger

Postings: 233

Registriert seit 31.03.2021

08.11.2023 - 08:44 Uhr
Stephen King - Billy Summers
Bin bei ca 2/3
Hohes Niveau bis jetzt und extremst kurzweilig.

regger

Postings: 233

Registriert seit 31.03.2021

16.11.2023 - 13:34 Uhr
Stephen King - Billy Summers
9/10

Hätte trotz 710 Seiten gerne länger dauern können. Sehr interessant aufgebaut mit mehreren Schauplätze, wo man aber nie den Überblick verliert.

VelvetK

Postings: 31

Registriert seit 13.07.2020

25.11.2023 - 21:29 Uhr
Daniel Kehlmann - Lichtspiel

Ich hatte bisher nichts vom Autor gelesen, aber durch zahlreiche Adaptionen und so weiter viel von Kehlmann gehört. Lichtspiel ist deshalb interessant, weil Tatsachen und Märchen Hand in Hand gehen. Hauptfigur ist der berühmte Regisseur G.W. Pabst, der Roman spielt um den zweiten Weltkrieg über mehrere Dekaden des letzten Jahrhunderts hinweg. Als Filmfan ist man absolut perfekt aufgehoben und auch das Buch hat viel zu bieten, Kehlmann schreibt durchweg wunderbar und zitatwürdig. Zunächst wirken die einzelnen Episoden und die verschiedenen Perspektiven auf Pabst unterhaltsam und spannend, je nach Sicht aber auch ein wenig zerfahren und im dritten Viertel etwas zäh. Doch nach und nach taucht es sich wunderbar ab und am Ende rundet sich alles vornehmlich. Lichtspiel ist informativ, mystisch, spannend und rätselhaft innig. Lichtspiel ist zerrüttet und sprunghaft, am Ende doch eins.

Ich habe mich dabei erwischt, wie ich sämtliche Figuren recherchierte, um Wahrheit und Fantasie zu trennen, um mehr über diese Mikrowelt zu erfahren. Sogar zwei Filme von Pabst habe ich nachgeholt, was ohnehin sehr empfehlenswert ist.

Letztlich ein ziemlich gutes und einmaliges Buch, welches ich sehr gerne gelesen habe, ein gutes Buch, was beeindruckend nachhallt. Vertrackt schälen sich die Episoden um- und ineinander. Vor allem das erste und das letzte Kapitel zehren den Leser wie das Erzählte. Der Bogen innerhalb ist nach meinem Geschmack. Wie gesagt, sehr beeindruckend.

8/10

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 32168

Registriert seit 07.06.2013

26.11.2023 - 11:57 Uhr
Oh das klingt gut. Hatte gerade "Vermessung der Welt" als erstes Buch von ihm gelesen. Werd ich mal ausleihen. Märchen passtcauxh grad gut weil ich parallelel älteren Faust-Stoff lese und Witcher 3 spiele. :D

Z4

Postings: 8861

Registriert seit 28.10.2021

26.11.2023 - 12:07 Uhr
Wenn es ein Gegenteil von Aura gibt, schwebt es strahlend um Kehlmann herum.

Aus "Arbeit und Struktur" von Herrndorf, höre ich gerade, ziemlich gut.

Enrico Palazzo

Postings: 4172

Registriert seit 22.08.2019

26.11.2023 - 14:07 Uhr
Wolfgang Herrndorf war eh der beste :)

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 10993

Registriert seit 23.07.2014

26.11.2023 - 14:13 Uhr
Oh ja.

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

25.12.2023 - 17:55 Uhr
Veiller sur elle von Jean-Baptiste Andrea (Prix Goncourt 2023).

Noch nicht auf Deutsch erschienen. Weltliteratur.

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

27.12.2023 - 19:03 Uhr
Das Buch lese ich schneller durch als auf Französisch erwartet. Danach dann noch Anne Seghers mit Transit. 1.000 Seiten sind dann so viel wie zuvor im gesamten abgelaufenen Jahr. Mince

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 1029

Registriert seit 14.05.2013

29.12.2023 - 13:20 Uhr
So, die letzte Rutsche des Jahres:

#18: Tess Gunty - Der Kaninchenstall
Abgründiger Roman einer aufstrebenden US-amerikanischen Schriftstellerin: Ich empfand die unterschwellige Spannung als extrem bereichernd, mir kam nur das Ende etwas zu salopp. 7/10

#19: Philip Roth - Exit Ghost
Einer meiner Lieblingsschriftsteller mit seinem Spätwerk. Es geht ums Altern, um die Beziehung zu Frauen, um Sexualität und Dominanz. Also alles beim Alten in der Welt von Nathan Zuckerman. Gutes, wenngleich nicht überragendes Buch des Meisers. 7/10

#20: Gabrielle Zevin - Morgen, morgen und wieder morgen
Zevins geglückter Versuch einer Great American Novel über Freundschaft, Computerspiele, Krankheit und Identität. Sehr flotter Schreibstil, gute Charaktere, aber auch hier - wie schon bei Gunty - fehlte mir am Ende ein etwas ausgeklügelter Schluss. 7/10

#21: Benedict Wells - Hard Land
Wells' Hommage an John Hughes und andere Coming-Of-Age-Größen. Natürlich voller Klischees, aber das gehört zum Erwachsenwerden auch dazu. Mir hat das Buch überraschend gut gefallen, wenngleich Wells' manchmal schon etwas mit dem Holzhammer arbeitet. Die Charaktere sind sympathische Stereotypen, die man aber rasch ins Herz schließt. Ein gelungenes Jugendbuch und daher auch kein Wunder, dass der Roman von der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises zum Buch des Jahres gewählt wurde. 7/10

#22: Albert Camus - Der Fremde
Eines der zentralen Werke des Existenzialismus. Und in seiner Kargheit und Emotionslosigkeit für mich der erwartet schwere Brocken, trotz der überschaubaren Seitenanzahl. Bin auch deswegen nicht ganz warm geworden mit der Erzählung, die mich etwas ratlos zurücklässt. 6/10

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

29.12.2023 - 13:40 Uhr
Wieder einmal tolle Auswahl, Kevin.
Bei Exit Ghost gehe ich mit, wobei ich das vor 15 Jahren gelesen habe und ich mich nicht wirklich gut erinnere.

Der Fremde von Camus für mich wesentlich höher…

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 1029

Registriert seit 14.05.2013

29.12.2023 - 13:43 Uhr
Mein Buchjahr 2023:

8/10
Bret Easton Ellis – The Shards
Benjamin von Stuckrad-Barre – Noch wach?

7/10
Heinz Strunk – Es ist immer so schön mit dir
Michel Houellebecq – Lanzarote
Chigozie Obioma – Der dunkle Fluss
Haruki Murakami – Naokos Lächeln
Gabrielle Zevin – Morgen, morgen und wieder morgen
Tess Gunty – Der Kaninchenstall
Philip Roth – Exit Ghost
Benedict Wells – Hard Land
Kate Elizabeth Russell – Meine dunkle Vanessa
Dirk von Lowtzow – Ich tauche auf
Marius Goldhorn – Park
Diverse – Die Lieblingsgedichte der Deutschen

6/10
Daniel Kehlmann – F
Michel Houellebecq – Serotonin
Benedict Wells – Becks letzter Sommer
Colson Whitehead – Harlem Shuffle
David Foster Wallace – Der bleiche König
Albert Camus – Der Fremde

5/10
Ottessa Moshfegh – Heimweh nach einer anderen Welt
Deborah Levy – Der Mann, der alles sah


2017: 5820 Seiten
2018: 6206 Seiten
2019: 6913 Seiten
2020: 7643 Seiten
2021: 6731 Seiten
2022: 9114 Seiten
2023: 7809 Seiten

22 Bücher:
8 x USA
8 x Deutschland
3 x Frankreich
1 x Nigeria
1 x Japan
1 x Großbritannien

(Alles beim Alten also, bleibe meist in den gleichen geografischen Gefilden. Im Vergleich dazu 2022:

24 Bücher:
9 x Deutschland
7 x USA
3 x Japan
2 x Frankreich
1 x Nigeria
1 x Österreich
1 x Irland)

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

29.12.2023 - 13:47 Uhr
Ranking Alber Camus Nur Erzählungen und Romane

1. Der Fall
2. Der glückliche Tod
3. Der Fremde
4. Die Pest
5. Der erste Mensch

Der Fall ragt nach oben noch einmal raus, Der erste Mensch ist zu entbehren.

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 1029

Registriert seit 14.05.2013

29.12.2023 - 13:54 Uhr
@kingsuede: Du bist ja auch sehr frankophil. Ich fand die Erzählung ja auch nicht schlecht, aber so recht brachte sie keine Saite in mir zum klingen.

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

29.12.2023 - 14:16 Uhr
@Kevin: Und ich habe Camus im Alter von 16-18 verschlungen. Ausnahme ist Die Pest, die ich erst mit Anfang 30 gelesen habe.

Sroffus

Postings: 850

Registriert seit 25.07.2013

29.12.2023 - 14:33 Uhr
"Der glückliche Tod" hatte ich als Geschenk in meiner Schultüte zur Einschulung.
Tolles Buch!

Sloppy-Ray Hasselhoff

Postings: 1885

Registriert seit 02.12.2019

29.12.2023 - 14:39 Uhr
les enfants terribles von cocteau wär´s dann wohl. möcht ich nach zwei seiten im aufbau weglegen, entwickelt sich dann aber immer wieder zu einem ritt.

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

29.12.2023 - 14:45 Uhr
@Sroffus: What?

Deaf

Postings: 2775

Registriert seit 14.06.2013

30.12.2023 - 22:43 Uhr
Mein Lesejahr 2023:

1) Thomas Bernhard - Frost (1963) 7/10
2) Julian Barnes - Der Lärm der Zeit (2016) 7/10
3) Kim de l'Horizon - Blutbuch (2022) 9/10
4) Evelyn Waugh - Verfall und Untergang (1928) 6/10
5) Tarjei Vesaas - Die Vögel (1957) 8/10
6) Lauren Groff - Florida (2018) 7/10
7) Leo Perutz - Nachts unter der steinernen Brücke (1953) 8/10
8) Arthur Schnitzler - Reigen (1897) 8/10
9) Hervé Le Tellier - Die Anomalie (2020) 8/10
10) Javier Marias - Mein Herz so weiss (1992) 9/10
11) Theodor Fontane - Effi Briest (1895) 8/10
12) DBC Pierre - Jesus von Texas (2003) 4/10
13) Gilbert Adair - Blindband (1999) 7/10
14) Adam Hochschild - Schatten über dem Kongo (1998) 8/10
15) Max Frisch - Andorra (1961) 7/10
16) Ingeborg Bachmann - Malina (1971) 8/10
17) Christian Kracht - New Wave (2006) 6/10
18) Ian McEwan - Abbitte (2001) 7/10
19) Gabriel Garcia Marquez - Hundert Jahre Einsamkeit (1967) 6/10
20) Alexander Gorkow - Die Kinder hören Pink Floyd (2021) 7/10
21) Nastassja Martin - An das Wilde glauben (2019) 7/10
22) Jonathan Safran Foer - Alles ist erleuchtet (2002) 6/10
23) Daniel Kehlmann - F (2013) 7/10
24) Anna Seghers - Transit (1944) 8/10
25) John Steinbeck - Die Strasse der Ölsardinen (1945) 7/10
26) Gianna Molinari - Hier ist noch alles möglich (2018) 7/10
27) W. Somerset Maugham - Silbermond und Kupfermünze (1919) 8/10
28) Franz Kafka - Die Verwandlung (1916) *reread* 8/10

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

30.12.2023 - 23:00 Uhr
Schöne Liste @Deaf: Bernhard und Bachmann natürlich zu niedrig bewertet…

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

30.12.2023 - 23:52 Uhr
"Die Verwandlung" ist ein absolutes Meisterwerk. Und einer jener literarischen Texten, die auch in der Popmusik einen erheblichen Einfluss haben. Siehe Radiohead.

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

30.12.2023 - 23:54 Uhr
Aber offensichtlich ein unterschätztes Meisterwerk.

Kai

User und News-Scout

Postings: 2881

Registriert seit 25.02.2014

31.12.2023 - 10:25 Uhr
Wieso unterschätzt? Ich kenne wirklich niemand, der der Verwandlung ihre Bedeutung absprechen würde.

"Das mit dem Käfer" ist doch selbst bei Leuten die sonst nichts von Kafka kennen ein Begriff

Deaf

Postings: 2775

Registriert seit 14.06.2013

31.12.2023 - 10:52 Uhr
Nur weil ich lediglich 8/10 gegeben habe, heisst das nicht, dass der Text unterschätzt ist. Ganz im Gegenteil, wie wir im 2024 erleben werden (100. Todestag Kafkas).

"Die Verwandlung" war bei mir vor ca. 20 Jahren Schullektüre und ich wollte es nun nochmals lesen. Aus heutiger Sicht haut mich die Geschichte nicht mehr vom Hocker, da sie auf den 100 Seiten doch eher wenig erzählt und der eine oder andere Satz etwas altbacken klingt. Im Grossen und Ganzen aber immer noch sehr stark und was den literarischen (oder allgemein kulturellen) Einfluss anbelangt, natürlich sehr bedeutend.

Ich will mich nächstes Jahr auch mal einem anderen Werk von ihm widmen, wahrscheinlich "Der Prozess".

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

31.12.2023 - 10:56 Uhr
Altbacken? Na, du musst es ja wissen.

Deaf

Postings: 2775

Registriert seit 14.06.2013

31.12.2023 - 10:57 Uhr
@kingsuede
Ja, gerade bei "Malina" könnte ich auch gut die 9/10 vergeben. Bin manchmal eher zurückhaltend mit den ganz hohen Bewertungen für Klassiker. Von Bernhard hat mir anderes aber schlicht besser gefallen als sein Romandebüt.

Deaf

Postings: 2775

Registriert seit 14.06.2013

31.12.2023 - 11:01 Uhr
Ja, Fishandbird. Das "Problem" bei so alten Texten, die in deutscher Sprache geschrieben wurden, ist halt, dass diese oft auch heute noch in der originalgetreuen Erstausgabe gedruckt werden, während fremdsprachige Klassiker immer wieder eine frische Neuübersetzungen erhalten. Das merkt man dann, aber ist wohl auch Geschmacksache.

kingsuede

Postings: 4159

Registriert seit 15.05.2013

31.12.2023 - 11:47 Uhr
Ich kann jetzt mit Transit beginnen.

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

31.12.2023 - 11:52 Uhr
Apropos Klassiker: wenn heutzutage nicht anders geschrieben werden würde als zu Kafkas Zeiten, hätte kein Fortschritt stattgefunden. In meinen Ohren klingt das Deutsch von Franz Kafka besser als das Deutsch von Kim de'l Horizon. Aber es ist, zugegeben nur in meinen Ohren besser, nicht in allen. Der Charakter und die Weltanschauung des Autors spiegelt sich in der Grammatik wieder. Kim de'l Horizons' "Blutbuche" ist so woke wie ein russischer Schlafrock.

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

31.12.2023 - 12:01 Uhr
Edit: "Fortschritt"

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

31.12.2023 - 12:28 Uhr
Ich finde meine Orientierung eher darin, einen Goethe, Kafka oder Musil jeweils als den alten wiederherzustellen, als eine eine Weiterverfolgung in die Wege zu leiten und an das schlechte Neue anzuknüpfen.

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

31.12.2023 - 12:55 Uhr
Jedenfalls lässt es tief Blicken, dass so wenig ausreicht, wie Kim de'l Horizons "Blutbuch", um Franz Kafka aus dem Weg zu räumen. Aber die Gen Z liebt ihn - das macht mir Hoffnung.

Klaus

Postings: 8949

Registriert seit 22.08.2019

31.12.2023 - 13:00 Uhr
Hatte mir die Tage das Buch von Anne Rabe durchgelesen. So viel dazu kommentieren möchte ich allerdings nicht, sondern direkt einmal auf diesen großartigen Text der Autorin selbst verweisen, der schon einen Einblick gibt, wo die Reise hingeht. https://taz.de/Schweigen-ueber-Gewalt-in-der-DDR/!5979607/

Es war die erwartet schwere Kost, gerade wenn man selbst "betroffen" davon war.

ijb

Postings: 6112

Registriert seit 30.12.2018

31.12.2023 - 13:12 Uhr
Zuletzt gelesen hab ich:

Emma Cline "The Guest"
- würde ich mit 8/10 bewerten

Wie ich beim Film immer besonders danach suche, dass wirklich filmisch (und nicht literarisch oder dialoglastig) erzählt wird, so sprechen mich Romane immer dann besonders an, wenn sie auf Weisen erzählen, die ureigen literarische Mittel nutzen, wie sie nicht etwa im Film zum Einsatz kommen können. Dazu zählen oftmals unzuverlässige Erzähler/innen, auch wenn das auf so subtile und irritierende Weise geschieht wie in „The Guest“. Ich bin etwas unentschlossen, wie ich den Schluss des Buches finde (reizvoll oder vielmehr unschlüssig?), vielleicht sollte ich das letzte Kapitel noch einmal lesen, aber wie Emma Cline häufig mit dem nicht Naheliegenden und mit dem Nebensächlichen, Flüchtigen, Leerstellenhaften auf Augenhöhe mit ihrer Hauptfigur erzählt, hat mich sehr angesprochen.
Infos:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/emma-cline-die-einladung-roman-literatur-1.6060855

"I was thinking that Emma Cline’s writing reminded me of Cat Power’s cover of “Satisfaction,” where she removed the parts that at first glance would seem like the important ones, the bits that make the song pop." – Louise Bonnet (https://www.interviewmagazine.com/literature/emma-cline-tells-louise-bonnet-about-her-eerie-novel-the-guest)

_

Nicht ganz so gekonnt, aber reizvoll, auch in der Hinsicht, wie eine Protagonistin (in diesem Fall eine junge Fotografin) als nicht immer glaubwürdige Ich-Erzählerin ihre Biografie darlegt, empfand ich auch Eliza Clarks „Boy Parts“ – (7/10)
https://www.indiependent.co.uk/book-review-boy-parts-eliza-clark/ … wobei es mich erst recht neugierig auf Clarks zweiten Roman „Penance“ machte, dessen Prämisse ich enorm vielversprechend finde:

"How true can “true crime” really be, she asks us, with every page of this original, provocative novel." 
https://inews.co.uk/culture/penance-by-eliza-clark-review-confirms-the-novelist-as-one-of-our-most-exciting-new-voices-2469517
weitere Infos:
https://www.theguardian.com/books/2023/jun/28/penance-by-eliza-clark-review-art-or-porn

Deaf

Postings: 2775

Registriert seit 14.06.2013

31.12.2023 - 13:12 Uhr
@Fishandbird
Tief blicken lässt zumindest dein Woke-Geschwafel. Es macht auch absolut keinen Sinn, de l'Horizon mit Kafka zu vergleichen, ganz andere Baustelle. Und bei Literatur geht es im Übrigen um viel mehr als die Frage, wie gut das Deutsch ist. Genau so wie es bei der Musik nicht nur um die gesanglichen Qualitäten eines Künstlers geht.

Klaus

Postings: 8949

Registriert seit 22.08.2019

31.12.2023 - 13:15 Uhr
Fishhandbird = Hafentrulla. Anfangs noch gut verpackte, später immer offensichtliche rechts-konservative Takes am Laufenden Band. Bis zur nächsten Sperrung. Ein ewiger Kreislauf.

Fishandbird

Postings: 71

Registriert seit 17.11.2023

31.12.2023 - 13:29 Uhr
Um was geht es denn? Um Gefühle? Einer der Grundsätze der Wokeness ist bekanntlich, dass Gefühle mehr zählen als die Wahrheit...

myx

Postings: 4862

Registriert seit 16.10.2016

31.12.2023 - 14:33 Uhr
@ijb:
Treffende Worte zu Emma Cline und ihrer faszinierenden Erzählkunst. Ich hatte schon nach wenigen Seiten von "Die Einladung" das Gefühl, einer Meisterin ihres Fachs mit ganz eigenem Sound und immer wieder sehr überraschender, eigenwilliger Begriffswahl (jedenfalls in der deutschen Übersetzung) beizuwohnen. Kennzeichnend für sie auch die grosse Kunst des Weglassens und der Verknappung, wie ich in einer Rezension gelesen habe. "Die Einladung" für mich eine 8,5/10. "The Girls" habe ich mir für das kommende Lesejahr aufgehoben.

Gerne möchte ich dann auch noch auf meine Lektüre 2023 zurückblicken, geplant als quartalsweise Rückblende in der ersten Januarwoche.

regger

Postings: 233

Registriert seit 31.03.2021

02.01.2024 - 11:17 Uhr
James Kestrel - Fünf Winter (9,5/10)

Tolles Buch, kaum aus der Hand zu legen und ein interessantes Setting im 2. Weltkrieg.

Für Empfehlungen ähnlich angesiedelter Bücher bin ich dankbar :-)

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