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Welches Buch liest Du gerade? / Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Wie war/ist es?

User Beitrag

Deaf

Postings: 726

Registriert seit 14.06.2013

16.11.2020 - 13:37 Uhr
Eigentlich sollte jedes Buch einen eigenen Thread bekommen, wie das ja auch bei manchen Filmen der Fall ist. So findet man die Kommentare zu einem bestimmten Buch auch noch in der Zukunft und zudem wird man in diesem Thread in Ruhe gelassen.

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 3538

Registriert seit 14.05.2013

16.11.2020 - 13:43 Uhr
Ah, das wäre natürlich noch besser, stimmt. Ihr habt vollkommen recht.

Dann würde ich sagen: Ein allgemeiner Buchclub-Thread und dann ein neuer für jedes jeweilige Buch.

Das ist schon mal prima für die Planung. Genaueres gibts dann bald (was nicht heißen soll, dass ich die Unterhaltung hier damit beenden möchte :) ).

myx

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Registriert seit 16.10.2016

16.11.2020 - 13:53 Uhr
Klingt schon sehr überzeugend alles. Vorfreude wächst. :)

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

16.11.2020 - 17:14 Uhr
Bob Dylan - "Chronicles Vol. 1" 10/10

Hatte gar nicht mehr in Erinnerung, wie grandios die sind. Dylan und Worte sind halt einfach die beste Kombination. Man kann nur hoffen, dass da nochmal Volume 2 kommt.


Charles Dickens - "Bleak House" 9/10

Hui, wohl im Umfang noch voluminöser als "Great Expectations". An das kam es für mich nicht ganz ran, aber trotzdem ist Dickens Sprache und seine versponnenen Geschichten unfassbar. Man taucht tief in die trostlose Industrial-Welt des britischen 19. Jahrhunderts ein. Der nächste Dickens-Roman ist bereits angefangen.

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 849

Registriert seit 14.05.2013

16.11.2020 - 17:20 Uhr
Bei einem Buchclub wäre ich gelegentlich auch dabei.

Ach ja: "A Little Life" bleibt dennoch super, 9/10, eines der beeindruckendsten/bedrückendsten Werke der letzten Jahre.

Enrico Palazzo

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16.11.2020 - 17:41 Uhr
Nein. ;P

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 7841

Registriert seit 23.07.2014

16.11.2020 - 17:42 Uhr
Doch. ;)

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

16.11.2020 - 17:43 Uhr
Doch.

Enrico Palazzo

Postings: 633

Registriert seit 22.08.2019

16.11.2020 - 18:00 Uhr
:D

Bedrückung mit dem Holzhammer eingeprügelt. Leider kein Platz für den Leser, mal was eigenes zu fühlen und zu denken. Das Ganze um 300 Seiten kürzer aufs wesentliche destilliert, dazu etwas subtiler, damit ich selber mal entscheiden kann, was ich fühle, das hätte ich fein gefunden. 6/10

(ich fürchte, meine Benotung wird morgen Abend nicht die schlechteste sein. Aber es ist ja auch eine 10/10 in der Verlosung)

myx

Postings: 1463

Registriert seit 16.10.2016

16.11.2020 - 19:47 Uhr
Letzte Wochen bei mir:

Paul Auster - Bericht aus dem Inneren (8/10)
Kim Young-ha - Aufzeichnungen eines Serienmörders (7/10)
Vladimir Nabokov - Lolita (9/10)
Thomas Bernhard - Ein Kind (9/10)
Anne Cathrine Bomann - Agathe (6/10)
Jules Verne - Reise zum Mittelpunkt der Erde (8/10)
Samuel Beckett - Molloy (9/10)

Nehme mir vor, in den nächsten Tagen jeweils kurz etwas zu einem Buch zu schreiben. Start heute mit "Bericht aus dem Inneren":

Auf sympathisch bescheidene Art schildert Paul Auster sein Leben von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter und den turbulenten Studienjahren in New York und Paris (Stichwort Studentenrevolte). Er beschränkt sich dabei auf jene Ereignisse, die ihn auf seinem Weg zum nahezu ausgereiften Erwachsenen und Schriftsteller am meisten geprägt haben. Und allein schon die Frage, welche Momente uns im Leben grundlegend formen, die Auster in seinem "Bericht aus dem Inneren" behandelt, macht die Autobiografie zu einer spannenden Lektüre.

Ein ganzes Kapitel ("Zwei Schläge auf den Kopf") ist zwei Filmen gewidmet, die ihn als 10-Jährigen und als 14-Jährigen in den metaphysischen und moralischen Grundfesten erschüttert haben. Auch erfahren wir von himmelschreienden Ungerechtigkeiten (wenn man fälschlicherweise als Lügner und Betrüger hingestellt wird), von Lieblingsschriftstellern und -philosophen und was es heisst, in den USA der 50er- und 60er-Jahre aufzuwachsen und sich allmählich als amerikanischer Jude zu verstehen. Zum Schluss des Buches dann die schon erwähnte Zeit als Student der Anglistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft mit ersten ernsthaften schriftstellerischen Versuchen. – Gerne lese ich als Nächstes von ihm "Das rote Notizbuch".

u.x.o.

Postings: 99

Registriert seit 29.08.2019

16.11.2020 - 21:28 Uhr
Mir gefällt die Buchclub-Idee auch sehr gut, würde ich gerne ausprobieren.

Ich bin übrigens von der 5/5-Fraktion bei der "Ein wenig Leben"-Frage. Ich kenne die Originalversion leider nicht, aber die Übersetzung ging mir sehr nahe. Das Repetitive hat mich gar nicht gestört, ich habe es viel mehr als Stilmittel zur Charakterentwicklung angesehen. Ich kann aber schon nachvollziehen, dass man hier einen Kritikpunkt sehen könnte... und wie Jennifer bereits schrieb: Geschmäcker sind unterschiedlich. Mir hat es 4 Tage lang die Kehle zugeschnürt, konnte das Buch kaum weglegen. (Bislang mein Jahreshighlight.)

Meine letzten Wochen in Buchform:

Zoe Beck - Paradise City 4/5
Sally Rooney - Normal People (OV) 5/5
Benedict Wells - Beck's letzter Sommer 4/5
Kate Elizabeth Russel - My dark Vanessa (OV) 4/5
Yoko Ogawa - The Memory Police (Eng. Übersetzung) 4/5
Elizabeth Acevedo - Clap when you land (OV) 2/5
Edouard Louis - Das Ende von Eddy 4/5

humbert humbert

Postings: 2076

Registriert seit 13.06.2013

17.11.2020 - 19:27 Uhr
Tweedy, J.: Let's Go (So We Can Get Back) 9/10

Hornrabe 1

Postings: 15

Registriert seit 14.05.2018

18.11.2020 - 10:36 Uhr
Nino Haratischwili: Das achte Leben-Für Brilka

10/10

Episch.

myx

Postings: 1463

Registriert seit 16.10.2016

18.11.2020 - 11:18 Uhr
Kim Young-ha - Aufzeichnungen eines Serienmörders (7/10)

Kim Young-ha zählt zu den renommiertesten koreanischen Schriftstellern und hat mit "Aufzeichnungen eines Serienmörders" einen preisgekrönten Kurzroman vorgelegt. Die Geschichte: Der siebzigjährige Tierarzt Byongsu Kim ist ehemaliger Serienmörder. Er liest Klassiker und besucht einen Lyrikkurs, um das Schreiben von Gedichten zu erlernen. Als er seine Tochter von einem anderen Massenmörder in seinem Viertel bedroht sieht, beschliesst er, einen letzten Mord zu begehen. Dabei kommt ihm allerdings seine zunehmende Demenz in die Quere.

Mir gefällt, auf welch offene und lakonische Art der Protagonist über seine früheren Morde spricht, als sei das Töten von Menschen die selbstverständlichste Tätigkeit der Welt. Und auch, wie durch die sich stetig verschlimmernde Krankheit am Ende sogar die Fundamente ins Wanken geraten, auf denen die gesamte von ihm erzählte Geschichte beruht. Als Appetizer ein kleiner Auszug aus dem Roman: "Ein Mann suchte mich auf. Er sei Journalist. Er wolle das Böse verstehen. Diese Banalität belustigte mich. Ich fragte ihn: 'Warum wollen Sie das Böse verstehen?' 'Nur, wenn man es kennt, kann man ihm aus dem Weg gehen.' Ich sagte zu ihm: 'Wenn man es kennt, dann ist es nicht das Böse. Beten Sie einfach, dass es Ihren Weg nicht kreuzt.' Der Mann war sichtlich enttäuscht. Deshalb fügte ich hinzu: 'Beängstigend ist nicht das Böse, sondern die Zeit. Denn gegen die sind wir alle machtlos.'"

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 14.05.2013

18.11.2020 - 12:27 Uhr
@Enrico, magst Du mir mal eine Mail an jennifer@plattentests.de schreiben? Ich hätte da 2, 3 Fragen bezüglich der Vorgehensweise in Deinem Buchclub.

Danke!

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 3538

Registriert seit 14.05.2013

23.11.2020 - 09:05 Uhr
Interessierte am Buchclub gehen bitte hier entlang. Ich hab da mal was vorbereitet.

myx

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Registriert seit 16.10.2016

24.11.2020 - 17:13 Uhr
Vladimir Nabokov - Lolita (9/10)

Die skandalträchtige (und zweifach verfilmte) Story ist wohl allseits bekannt: 40 Jahre alter Mann, Akademiker aus der Europa, verliebt sich in 12-jähriges US-amerikanisches Mädchen bzw. (später) Stieftochter, und begibt sich mit seiner Tochter und "Nymphette" nach dem Unfalltod der Mutter auf eine ausgedehnte Liebestour durch die Hotels und Motels der Vereinigten Staaten.

Das eigentlich Skandalöse an "Lolita" ist allerdings nicht der Dunstkreis der Pädophilie, sondern dass das Mädchen nahezu im kompletten Roman ausschliesslich durch die Augen des Protagonisten existiert, dass Lolita also eigentlich gar kein Eigenleben führt, wie Nabokov selber in einem Interview einmal betont hat. So ist "Lolita" denn auch weniger Beziehungsgeschichte als vielmehr Psychogramm eines seinen Trieben wehrlos ausgelieferten Mannes, der seine "Nymphette" gleich doppelt missbraucht: einmal als Objekt seiner erotischen Begierde, einmal als literarisches Stimulans für die Niederschrift seiner Erinnerungen.

Am meisten beeindruckt an "Lolita" hat mich das Sprachfeuerwerk, das Nabokov auf den gut 500 Seiten zündet (wobei ein grosses Kompliment auch dem Übersetzer-Team um Dieter E. Zimmer gebührt). Der Autor geht hier ähnlich verschwenderisch mit seinem offenkundig im Übermass vorhandenen Talent um wie Knut Hamsun in "Mysterien".
Sex interessiere ihn nicht, lässt Nabokov die Hauptfigur an einer Stelle sagen. Auch deshalb steht der Roman fernab jeder angeblichen Pornografie. So sollen Soldaten, wie eine Anekdote besagt, 1956 im Koreakrieg den zunächst im anrüchigen Olympia-Press-Verlag veröffentlichten Roman nach wenigen Seiten enttäuscht zur Seite geworfen haben mit der Bemerkung: "It’s goddamn literature!" :D Gerne werde ich deshalb früher oder später nochmals einen Roman von Nabokov lesen, vielleicht ja schon im Dezember. ;)

The MACHINA of God

User und Moderator

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24.11.2020 - 17:48 Uhr
Interessanterweise habe ich gestern nach dem Buch "Meister und Margarita" gesucht und fälschlicherweise unter Nabokov (sstatt Bulgakov) geschaut. Dieses Mißgeschick ist mir erst gerade jetzt durch deinen Beitrag aufgefallen. Von daher: Danke. :D

Otto Lenk

Postings: 623

Registriert seit 14.06.2013

24.11.2020 - 17:54 Uhr
Håkan Nesser - Kim Novak badete nie im See von Genezareth 8/10

myx

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Registriert seit 16.10.2016

24.11.2020 - 18:17 Uhr
@Machina: Haha, alles klar. :D Habe ohne Witz vor ein paar Tagen auch grade nach "Meister und Margarita" geschaut. Diese Satire über die Sowjetzeit sollte man sich ja eigentlich auch mal vornehmen.

myx

Postings: 1463

Registriert seit 16.10.2016

26.11.2020 - 09:08 Uhr
Thomas Bernhard - Ein Kind (9/10)

Habe die Autobiografie von Thomas Bernhard bereits vor rund 20 Jahren gelesen, diesen fünften und letzten Band habe ich damals aber offenbar übersehen. "Ein Kind" handelt von seinem abwesenden Vater, von seiner auch aufgrund der Schande der unehelichen, ungewollten Geburt überforderten Mutter, die "mich mit den fürchterlichsten Sätzen in die Knie zu zwingen [versuchte]" und vor allem von seinem Grossvater, Anarchist, Autor und sein grosses Vorbild, dem er sich in seiner seelischen Bedrängnis am ehesten anvertrauen konnte. Weil er schulische Probleme hatte und allzu oft widerspenstig war, wird er in ein thüringisches "Kindererholungsheim" geschickt, das sich allerdings als nationalsozialistisch geprägtes Heim für schwer erziehbare Kinder herausstellt und wo Bernhard als Bettnässer zum gehänselten Aussenseiter gehört. Erst später schafft er es im "Jungvolk" dank sportlicher Hochleistung zu etwas Anerkennung und kann sein Bettnässertum überwinden. Da seine schulischen Leistungen wieder besser werden, schafft er den Übertritt in das Gymnasium (Johanneum) in Salzburg, womit die Erzählung endet. – Da ich Thomas Bernhard sehr schätze, Autobiografien liebe und die fünf Bände zum Besten gehören, was der österreichische Autor überhaupt geschrieben hat, ergibt sich für "Ein Kind" naturgemäss eine 9/10.

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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26.11.2020 - 21:16 Uhr
George Saunders - Lincoln im Bardo

#17: Super innovative Erzählung, die den Leser aufs Verstörendste ins Totenreich entführt: Man begleitet Willie Wallace Lincoln, den Sohn des US-Präsidenten Abraham Lincoln in das Zwischenreich Bardo. Dort begegnet man den Geistern/Seelen unterschiedlicher Charaktere, die allesamt in einem vielstimmigen Chor aufgehen. Hatte für mich zwar ein paar Längen, war letztlich aber doch ein großes Lesespektakel. 7/10

Neuer

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Registriert seit 10.05.2019

26.11.2020 - 22:02 Uhr
Günter Grass - Hundejahre (4,5/5)

Man, war das ein Ritt. Grass ist mir irgendwie ans Herz gewachsen, mit seiner rhythmischen, weil gesprochen geschriebenen Prosa und seinen bizarren Ideen. Hundejahre ist irgendwie Roman, Kurzgeschichtensammlung und Poesiealbum in einem, außerdem politische Satire, Gesellschaftsstudie und noch vieles mehr. Und dabei ist erstaunlich stimmig.
Kein Buch, dass sich schnell lesen lässt und es gibt sicher so vier Stream-of-Consciousness-Passagen, bei denen ich nicht mehr hinterhergekommen bin. Außerdem wird ein relativ umfangreiches, wenn auch nicht tiefes, Wissen über Geschichte, Philosophie und Mythologie vorausgesetzt, wobei viele wichtige Dinge aber auch genügend erklärt werden mMn. Man muss nur damit klarkommen, dass einige Dinge mal angeteasert werden, um 200 Seiten später dann erst relevant zu sein.
Hin und wieder fand ich Passagen an sich euer mäßig spannend, aber selbst ein paar Tage später haben die Ideen, um die es darin ging, in mir weitergearbeitet. Das ist schon doller Stoff, den der Günter da gemacht hat. Mächtig gewaltig. All die Konzepte und gesellschaftlichen Mechanismen, die hier dargestellt werden, machen es wahrscheinlich wirklich zum 'wichtigsten' Buch der Danziger Trilogie. Die Blechtrommel war aber zu recht beliebter, würde ich sagen, weil es eben doch zugänglicher ist.
Man, so einen harten Book Hangover hatte ich lange nicht mehr.

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