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The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 18150

Registriert seit 07.06.2013

02.11.2019 - 01:05 Uhr
"Elementarteilchen" fand ich immer vor "Plattform" am besten.

Kevin

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Postings: 719

Registriert seit 14.05.2013

02.11.2019 - 01:28 Uhr
"Elementarteilchen" fand ich eher so okay. Hatte wirklich langatmige Passagen.

qwertz

Postings: 461

Registriert seit 15.05.2013

09.11.2019 - 14:13 Uhr
Ein paar Tipps für dunkle Herbsttage:

Juan S. Guse - Miami Punk (9/10)
Nachdem sich vor Florida ohne ersichtlichen Grund der Atlantik zurückgezogen hat, liegt die Stadt Miami wirtschaftlich am Boden. Das hat auf die Bewohner ganz unterschiedliche Auswirkungen: Hafenarbeiter gehen wie in Trance jeden Tag weiter zu Arbeit und tun so, als würden sie weiterhin Schiffe beladen. Ringervereine schließen sich zu Bürgerwehren zusammen, um der Alligatorenplage in der Stadt Herr zu werden. Pilger begeben sich auf Sinnsuche, indem sie waghalsige Wüstenwanderungen in das Tal unternehmen, in dem einst der Ozean lag, um dort neue Siedlungen zu gründen. Der Autor entspinnt mit subtilem Humor eine vielschichtige, triste Welt und erzählt aus zahlreichen, ständig wechselnden und stilistisch sehr unterschiedlichen Perspektiven. Wie bei einem Puzzle offenbaren sich erst recht im spät im Verlauf des umfangreichen Romans die Motive vieler Protagonisten. Zudem gibt es sehr tiefgehende Erläuterungen zum Spiel "Counter-Strike", von dem gerade ein wichtiges Turnier in Miami stattfindet. Der Detailreichtum, mit dem einzelne Maps, Strategien und Spielzüge beschrieben werden, könnte für Unkundige abschreckend wirken.
Insgesamt erinnert "Miami Punk" von der Art ein bisschen an die Serie "The Leftovers" (bzw. deren Romanvorlage). Ein übernatürliches Ereignis hat die Welt verändert, und es geht weniger um die Aufklärung des Ereignisses als vielmehr um den persönlichen Umgang mit den Auswirkungen und die Aufsplitterung der Gesellschaft in verschiedene Subkulturen. Einzigartiges Lesevergnügen!

Albrecht Selge - Fliegen (8/10)
Porträt einer namenlosen Frau, die dank Bahncard 100 jahrelang in Zügen lebt und unentwegt im Kreis durch Deutschland fährt. Sehr assoziativ geschrieben und ohne stringente Handlung, ist der Leser stiller Zeuge ihrer täglichen Routinen, ihrer Beobachtungen und ihrer Gedanken beim endlosen Aus-dem-Fenster-schauen. Bedrückend und melancholisch, perfekte November-Lektüre.

Julia von Lucadou - Die Hochhausspringerin (7/10)
In einer Zukunft, die der von "Schöne neue Welt" nicht unähnlich ist, besteht das so ziemliche einzige Vergnügen der Menschen darin, Extremsportlern dabei zuzusehen, wie sie sich von Hochhäusern in die Tiefe fallen lassen und kurz vor dem Aufprall dank Fluganzug wieder abheben. Wenn das waghalsige Manöver mal nicht klappt, drehen sie die Zuschauer enttäuscht weg und gehen wieder ihrer tristen Arbeit nach. Für die Stadtbewohner sind die Springer Celebritys, für die Bewohner der Peripherien die einzige Zukunftsaussicht, ihrem armseligen Dasein zu entfliehen. Regelmäßige Casting suchen nach dem nächsten Hochhausspringer-Star. Als Riva, einer der Top-Stars der Szene, plötzlich nicht mehr springen will und sich zu Hause verbarrikadiert, bekommt eine junge Behörden-Mitarbeiterin den Auftrag, sie wieder zurück auf die Bühne zu bringen. Jedoch ohne persönlichen Kontakt, sondern nur durch Totalüberwachung und Manipulation von Rivas Mitmenschen. Schöne, sehr cleane und schnörkellose Dystopie über den Leistungsdruck in einer spätkapitalistischen Gesellschaft.


Kein Tipp, aber der Vollständigkeit halber:

Hank Green - Ein wirklich erstaunliches Ding (4/10)
Als die junge, hippe Agentur-Mitarbeiterin April als erste einen übernatürlichen Vorfall in den sozialen Netzwerken teilt, gerät sie in eine Spirale, die sie zuerst zum gefeierten Influencerin, dann zum Ziel von Extremisten macht. Gleichzeitg geht es um luzide Träume, die gesamte Menschheit simultan erlebt, infolge des eingang erwähnten übernatürlichen Ereignisses. Seltsamer und frustrierender Genre-Mix mit platten Charakteren und jeder Menge Referenzen an unsere virale Internet-Popkultur. Liest sich wie eine dieser schlechten Netflix-Serien, die auf einzig auf die Aufmerksamkeit von Teenies abzielen.

humbert humbert

Postings: 1848

Registriert seit 13.06.2013

10.11.2019 - 21:13 Uhr
Juan S. Guse - Miami Punk

Klingt ziemlich gut. Danke für den Tipp.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 5796

Registriert seit 23.07.2014

10.11.2019 - 21:24 Uhr
Ich bedanke mich auch für den Tipp, hört sich super an.

peppermint patty

Postings: 438

Registriert seit 07.05.2019

11.11.2019 - 02:41 Uhr
Und ich hab mir "Fliegen" von Albrecht Selge vorgemerkt. Erinnert mich von der Inhaltssngabe her an "Netzkarte" von Sten Nadolny, das ich als junger Mann mal gelesen habe

James Ellroy -In der Tiefe der Nacht (-/10)

Erst knapp 90 Seiten gelesen, daher kaum eine Bewertung möglich, aber grob kann ich feststellen, dass Ellroy auf mich nicht mehr die Faszination ausübt wie früher einmal. " In der Tiefe der Nacht" ist einer seiner ftühen Romane, und Ellroy schreibt noch lange Sätze, teilweise fast zu pathetisch, wie ich finde. Aber wie gesagt, eventuell mehr dazu wenn ich's denn zu Ende gelesen habe.

maxlivno

Postings: 1619

Registriert seit 25.05.2017

11.11.2019 - 03:05 Uhr
In den letzten Wochen:

J.D. Salinger - Der Fänger Im Roggen 7/10

Ich mag das Buch und die Geschichte schon sehr, Holden selbst ging mir jedoch ziemlich auf die Nerven von Zeit zu Zeit. Selten so einen unsympathischen Protagonisten erlebt. Ich denke mal, dass Holden absichtlich so sein sollte, aber es nahm mir manchmal die Lust am lesen weg, da sein Verhalten und vor allem seine Erzähl- und Redeweise mir häufiger missfiel. Missfiel im Sinne von, "das ist mir zu sehr mit der Brechstange erzwungen" oder "ich brauche nicht jedes Mal die gleichen 2 bis 3 Phrasen, die jedes Mal verwendet werden". Der Kern der Geschichte und die Nebencharaktere haben mich jedoch am Ball bleiben lassen und dafür gesorgt, dass mir das Buch doch gefiel. Es hätte nur so viel besser sein können.

Marko Dinić - Die Guten Tage 8.5/10

Tolles Buch für alle mit Wurzeln vom Balkan. Ich weiß tatsächlich nicht, ob das Buch sonst für jeden so funktioniert. Die Beschreibung des Generationenkonflikts ist so auf den Punkt gebracht. Die Zerrissenheit zwischen der empfundenen Nostalgie der alten Heimat und dem eigentlichen Elend, welches sich Tag für Tag dort abspielt.

Colin Crouch - Postdemokratie 7/10

Tolle Grundthese und starke Argumente. Seine Parabel-Metapher, die er selbst überragend findet, ist jedoch eher schwach. Auch verliert er sich ab der Hälfte zu häufig in Wiederholungen.

Colin Crouch - Ist der Neoliberalismus noch zu retten? 9/10

Sehr diplomatisch angesetzte Analyse für Crouch's Verhältnisse, welcher ein lautstarker Kritiker des Neoliberalismus ist. Der Titel ist etwas plakativ, da er mit "retten" reformieren meint, aber das verzeihe ich ihm mal, da dieses Buch wirklich Klasse ist.

Web2.0

Postings: 383

Registriert seit 09.10.2019

11.11.2019 - 11:41 Uhr
maxlivno
11.11.2019 - 03:05 Uhr
J.D. Salinger - Der Fänger Im Roggen 7/10


Kennst du Salingers andere Bücher? Dann versteht man, warum der Fänger genau so sein muss. Im Salinger-Kosmos geht es um drei hochbegabte Geschwister, von denen einer dieses Buch schreibt. "Fanny & Zooey" ist dabei für mich sein eigentliches Hauptwerk, indem alles eingebettet wird. Sein Schreibstil ist da auch viel nüchterner und nicht so überdreht (zumal es nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist).

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