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Welches Buch liest Du gerade? / Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Wie war/ist es?

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myx

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13.05.2019 - 08:54 Uhr
Karl Ove Knausgard – Spiel

Ein Band wie aus einem Guss und mit einer Leichtigkeit formuliert, als wäre Schreiben keine Schwerarbeit. Nimmt man den Schlusssatz von "Spielen" als Massstab, musste Knausgard aber vielleicht tatsächlich nur noch schriftlich festhalten, was ohnehin schon in faszinierender Genauigkeit vor seinem inneren Auge vorhanden war: "Niemals hätte ich geglaubt, dass mir jedes einzelne Detail der Landschaft und jeder einzelne Mensch, der in ihr wohnte, für alle Zeit präzise und genau im Gedächtnis bleiben würde, mit einer Art absolutem Gehör der Erinnerungen."

Dass sich "Spielen" so unglaublich flüssig liest, ist sicher auch das Verdienst des Übersetzers Paul Berf, den ich hier gerne lobend erwähnen möchte. Insgesamt resultiert für die wundervollen Kindheitserinnerungen von Knausgard wiederum eine klare 9/10. – Nun lege ich eine kleine Halbzeitpause ein, mit einem Klassiker der russischen Literatur, "Väter und Söhne" von Turgenjew, der zu Unrecht im Schatten von Tolstoi und Dostojewski stehe, wie in einer Zeitung zu lesen war. Bin gespannt.

9/10

myx

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13.05.2019 - 08:58 Uhr
"Spielen" ist natürlich der richtige deutsche Titel, sorry.

Marküs

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13.05.2019 - 11:22 Uhr
Naja Vater und Söhne ist schon ziemlich gut, aber beileibe nicht in den Regionen von Dostojewski oder Tolstoi. Beileibe nicht.

myx

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13.05.2019 - 13:59 Uhr
@Marküs: Nach den ersten knapp 30 Seiten bin ich noch nicht wirklich begeistert, aber ich lasse dem Buch natürlich seine Zeit.

Sollte es der erwartet spannende, nicht zu schablonenhafte Widerstreit von tradiertem Denken der alten Generation und modernem, "nihilistischem" Denken der Jungen werden (so viel ist auf den ersten Seiten schon absehbar), könnte es auf alle Fälle ein gutes Buch werden.

Thomas Mann jedenfalls wird auf dem Buchumschlag zitiert: "Wenn ich auf eine einsame Insel verbannt würde und nur sechs Bücher mitnehmen dürfte, so würden Turgenjews Väter und Söhne dabei sein." Das ist dann schon mal eine Ansage ...

Und hier gerne noch der angesprochene Zeitungsartikel zum Schmökern:

https://www.nzz.ch/feuilleton/genie-des-masses-iwan-turgenjew-steht-zu-unrecht-im-schatten-tolstois-und-dostojewskis-ld.1432269

Hmm

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13.05.2019 - 19:08 Uhr
Miami Punk - Juan S. Guse

Bin seit ca. einer Woche durch.

Der Plot: Vor Miami hat sich von einem Tag auf den anderen das Meer zurückgezogen. Die zurückbleibende Bevölkerung steht vor der Wahl in der sterbenden Stadt zu bleiben, also den Anschein von Normalität zu wahren, auszuwandern oder ihr Glück in der neu geschaffenen Wüste mit ihren Gebirgen zu suchen.

Die Gesellschaft bricht zusammen. Konkurrierende Ringervereine versuchen die überhandnehmende Alligatorenplage in den Griff zu bekommen und übernehmen mehr und mehr polizeiliche Aufgaben. Todesschwadronen ziehen durch die Bezirke der Stadt. Ein nicht geringer Teil der arbeitenden Bevölkerung gibt sich dem "Schlaf" hin.

Dazwischen ein immer größer werdender Kongress, der Verschwörungstheoretiker, Esoteriker aber auch ernstzunehmende Wissenschaftler wie auch die interessierte Bevölkerung anzieht und der das Geheimnis des sich zurückziehenden Meeres lösen will.

Fazit: Das Buch ist wahnwitzig und wirklich nicht leicht zu lesen. Die Erzählperspektive wechselt ständig von der eigentlichen Protagonistin - einer Softwareprogrammiererin -, Teilnehmern besagten Kongresses, einer für die Überwachung des Kongresses abgestellte Frau und eines ESport-Teams aus Wuppertal hin und her.

Das macht das Ganze zu keiner leichten Lektüre. Experimenteller Schreibstil wechselt sich ab mit Diskursen über CS 1.6 und dessen Maps (zum Glück für mich bin ich ein HL2-Deathmatch-Veteran und hatte noch die entsprechenden Maps vor Augen), der Zukunft der Arbeit, der Menschheit an sich, der Armut und Hoffnungslosigkeit in einer Zeit, die in der Tat auch in der Relität eine Übergangszeit darstellt und eigentlich niemand genau weiß, was danach kommen wird.

Trotz der zuweilen schwerfälligen Lektüre halte ich dieses Buch für einen großen Wurf. In dem Buch verstecken sich Weisheiten, zum Leitmotiv taugliche "Parolen" und Denkanstöße, die einen lang über die Lektüre hinaus beschäftigen. Für einen erst 30jährigen Autoren - Miami Punk ist sein zweiter Roman - sehr bemerkenswert!

8.5/10 mit Luft nach oben und dem Zeug zum Klassiker.

Würde mich sehr freuen, wenn sich der eine oder andere fände, der neugierig geworden ist und sich das Buch auch zu Gemüte führt.

The MACHINA of God

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14.05.2019 - 01:31 Uhr
Oh ja, "Spielen" war auch toll. Wohl mein Platz 3 der Serie.

maxlivno

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14.05.2019 - 09:01 Uhr
Irgendwie hab ich beim lesen der Beschreibung von „Miami Punk“ Unendlicher Spaß Flashbacks bekommen. Klingt interessant.

Marküs

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19.05.2019 - 15:46 Uhr
John Burnside - Glister (8/10): This novel didn't catch me right away like "A summer of drowning" did but is - to sum it up - still a very good work of fiction. In my opinion John Burnside is one of the best contemporary authors. It's an eerie story about several boys vanishing in a village on a Peninsula near an old plant. Written through different perspectives it's not that easy to cope with the text, but it's worth every effort. And though there's a lot of old Stephen King in it it's by far not a lightweight but ernest literature.

peppermint patty

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23.05.2019 - 21:07 Uhr
Rachel Kushner - Flammenwerfer (9/10)

Ganz grosser Wurf. Man taucht hier mit der Heldin Reno ein in die New Yorker Künstlerszene der Mitt 70er, erlebt gleichermassen deren Brillianz und Banalität. Später geht's dann nach Italien, wo Reno mehr oder weniger zufällig in die politischen Wirren jener Zeit gerät (Roten Brigaden). Wie gesagt, thematisch hochinteressant und auch sprachlich sehr ambitioniert, ihr Stil hat phasenweise fast lyrische Qualität.

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24.05.2019 - 10:29 Uhr
Sebastian Fitzek - Noah 8/10 (im Genre)

Nach ca. der Hälfte: Spannender Thriller um sympathische Kampfmaschine mit Gedächtnisverlust und eine mysteriöse Grippewelle.
Nicht sonderlich anspruchsvoll, aber ich lese sowas gerne. Gefällt mir deutlich besser als Fitzeks "Das Paket".

Vorher:
Julian Barnes - The Noise of Time 6/10
Bin ich nicht so richtig mit warm geworden. Vielleicht ist mein Englisch doch wieder so eingerostet, dass ich nicht so flüssig lesen konnte, wie gehofft. Die Beschreibung der Sowjetunion unter Stalin und seinen Nachfolgern ist zwar spannend, aber für mich ohne große Vorkenntnisse nicht ganz einfach zu lesen.

Als nächstes greife ich dann wohl wieder zu T.C. Boyle, mal schauen.

maxlivno

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24.05.2019 - 13:12 Uhr
Phillip Manow - Die Politische Ökonomie des Populismus -/10

Interessante Forschungsarbeit die versucht zu erklären, warum in verschiedenen Gebieten Europas (Nord-und Mitteleuropa, Südeuropa und GB) die jeweiligen Sozialstaats und Wirtschaftsmodelle der Grund sind, dass dort entweder Rechts- oder Linkspopulismus gewählt wird. Dabei versucht er bekannte Erklärungsthesen wie die Modernisierungsverlierthese zu entkräftigen. Es waren interessante Beobachtungen und Findings dabei, aber Manow versucht seinen Ansatz ein als komplett Wasserfest darzustellen, was er in meinen Augen nicht ist, da ihm in der Konzeptualisierung ein paar Schwächen anzukreiden sind. Trotzdem für jeden interessierten eine sehr zu empfehlende Lektüre

keenan

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24.05.2019 - 13:32 Uhr
die "bild" und das 24/7...

kingsuede

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30.05.2019 - 09:49 Uhr
Reinhard Kaiser-Mühlecker - Enteignung 8/10

Nicht ganz so großartig wie der Vorgänger Fremde Seele, Dunkler Wald, aber es ist wieder eine große Geschichte im Kleinen geworden.

Affengitarre

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30.05.2019 - 11:22 Uhr
Emily Brontë - Wuthering Heights

Fesselndes Familiendrama über drei Generationen, welches in einer englischen Einöde stattfindet. Im Zentrum der Geschichte steht der gefundene Heathcliff, welcher eine unklare Herkunft besitzt und sich aufgrund Quälereien durch seine Nächsten sich das Ziel setzt, die anwesenden Familien restlos zu zerstören.

Schon bei der Veröffentlichung im Jahre 1847 haben sich die Leute an den unsympathischen Charakteren gestört. Die Personen hier sind selbstsüchtig, durchtrieben, und obwohl jeder durch seine Erfahrungen nicht grundlos so wurde, in ihrer Extreme dennoch schwierig zu mögen.

Mich hat das nicht gestört, die Geschichte war toll erzählt und die menschlichen Abgründe nachvollziehbar vermittelt. Viel Sonnenschein gibt es hier jedoch nicht.

Marküs

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30.05.2019 - 13:18 Uhr
Ja Wuthering heights ist zu Rechte in Klassiker! Tollles Buch, hat mich vor etlichen Jahren auch ziemlich begeistert.

Kevin

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09.06.2019 - 21:09 Uhr
Rainald Goetz - Irre

#8: Dieser "Roman" ist keine ganz einfache Lektüre, soll er aber auch gar nicht sein. Er besteht aus drei Teilen, die sich jeweils extrem unterscheiden. Im ersten Teil folgen wir skizzen- und szenenhaft einzelnen Patienten einer Irrenanstalt in München. Erleben ausschnittsweise und unzusammenhängend ihre Probleme, ihr Tics, ihre Verhaltensweisen. Der zweite Teil entspricht am ehesten den Kriterien eines "normalen" Romans. Relativ zusammenhängend wird nun vom Leben des Assistenzarztes Raspe erzählt, der sich mit den Patienten der Irrenanstalt herumschlagen muss, allerdings keinen größeren Sinn darin sieht und sich nach Feierabend und am Wochenende regelmäßig betrinkt und wohl auch andere Drogen nimmt. Im letzten Teil stolpert Goetz durch diffuse Assoziationen. Vielleicht ist Raspe zu einem guten Prozentsatz Goetz und letztendlich verrückt geworden. Bleibt aber alles unklar. Während die ersten zwei Teile interessant (wenn auch nicht ganz unanstrengend) waren, so wenig überzeugend (weil extrem sprunghaft und wirr) war der Schlussakkord. Alles in allem: 6/10

Marküs

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10.06.2019 - 08:32 Uhr
Henry Miller - Tropic of capricorn (9/10): A very profound and in-depth look at an individualist's life. Even better than it's predecessor Tropic of cancer. All in all a true classic and so much more than mere porn.

The MACHINA of God

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10.06.2019 - 17:34 Uhr
Ich liebe ja Cancer, bin aber nie so richtig warm mit Capricorn geworden. Wollte es aber immer nochmal versuchen

maxlivno

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11.06.2019 - 16:17 Uhr
Benedict Wells - Die Wahrheit über das Lügen 7/10

Die Kurzgeschichten reichen von Belanglos bis Herausragend.
Die Geschichten aus dem "Das Ende der Einsamkeit"-Universum (3 Stück insgesamt) sind allesamt gelungen. Die längste und titelgebende Geschichte war absolut fesselnd. Das Highlight war jedoch die letzte, "Hunderttausend". Die anderen Geschichten waren eher unspektakulär bzw. vorhersehbar im Ausgang. Ich hoffe da kommt in naher Zukunft mal wieder ein neuer Roman

Affengitarre

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11.06.2019 - 16:23 Uhr
Die Titelgeschichte ist wirklich fantastisch, aber auch die mit den beiden Ping Pong Spielern ist mir auch nur sehr im Gedächtnis geblieben.

MM13

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15.06.2019 - 14:56 Uhr
yvonne adhiambo owuor-der ort an dem die reise endet. 4/10
dachte eigentlich die geschichte hört sich interessant an....ein junger mann wird 2007 in nairobie getötet,seine schwester will in dann zur beisetzung nach hause zum vater bringen...
dann wird die geschichte der familie und kenias erzählt,kam leider mit dem erzählstil,ständiger zeitenwechsel,noch mit der schreibweise klar,schade!

The MACHINA of God

User und Moderator

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16.06.2019 - 19:34 Uhr
War hoffentlich nicht so lang. :)

MM13

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17.06.2019 - 12:09 Uhr
:-) sgeht so,aber ich hab ziemlich lang gebraucht,was für mich dann heisst,ich hab mich schwer getan.
bin jetzt auf einen "einfachen" thriller eingestiegen.

peppermint patty

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23.06.2019 - 11:41 Uhr
Jörg Fauser - Rohstoff (9/10)

Zu dem Buch wurde in letzter Zeit schon so viel gesagt, da will ich mich kurz fassen, und nur affirmativ sagen: Ja, hat Spass gemacht, es noch mal zu lesen. Auch der Einwand, der während der Lektüre hin und wieder aufflackerte, dass nämlich die Figuren zu eindimensional charakterisiert werden, zielt wohl doch ins Leere, denn dann hätte sich Rohstoff ja seiner grössten Stärken beraubt, des rasenden Tempos und des beissenden Humors, der weder sich selbst, noch die so oft verklärte Generation der 68er verschont . Nein, auch bei denen fand schon ein Ausverkauf auf breiter Ebene statt, all den hehren Idealen zum Trotz.

Jennifer

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23.06.2019 - 12:04 Uhr
"Rohstoff" hab ich auch gelesen, ebenso "Das Schlangenmaul" und "Der Schneemann". Ist zwar schon ein Weilchen her, aber gut fand ich die alle drei. Was lohnt sich von Fauser noch so?

peppermint patty

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23.06.2019 - 12:11 Uhr
Sorry, wenn ich könnte, würde ich dir gerne weiterhelfen, aber ich kenne nur Rohstoff. Bei meinem nächsten Thalia-Besuch werde ich mal schauen, was die sonst noch so von dem haben.

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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23.06.2019 - 12:15 Uhr
Kein Problem, vielleicht sind ja noch weitere Fauser-Leser im Thread unterwegs. :) Die beiden anderen von mir genannten Bücher kann ich Dir jedenfalls auch nur empfehlen!

peppermint patty

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29.06.2019 - 17:48 Uhr
Juli Zeh -Adler und Engel (7/10)

Zunächst mal hat Adler und Engel eine interessante Geschichte zu bieten: Der junge Anwalt Max will mit Hilfe der Radiomoderatorin Clara und viel Kokain erkunden, welche Umstände zum Selbstmord seiner Freundin Jessie führten. Dabei werden zwar immer wieder brisante Fragen aufgeworfen, etwa wie moralisch ein Völkerrecht ist, dass auch den grössten Kriegsverbrechern immer wieder Räume schafft, um durch seine Netze zu schlüpfen, oder ob es einen generellen Zussmmenhang zwischen der EU-Osterweiterung und dem organisierten Drogenhandel gibt, aber vertieft wird das leider zu wenig. Stattdessen konzentriert sich Juli Zeh lieber auf die Darstellung der chaotischen Innenwelten ihrer Protagonisten, und überfordert einen teilweise mit ihrer fast manischen Lust an überbordernden Metaphern und Vergleichen. Schade, ein wenig mehr Fokus auf die Handlung als auf den Stil hätte dem Roman gutgetan.

The MACHINA of God

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01.07.2019 - 21:15 Uhr
Da im Franzen-Thread wahrscheinlich nicht so viele reinschauen hier nochmal:

Ich hätte mal ne Frage: Hat jemand "Purity" auf Deutsch gelesen und kann mir sagen wie das Übersetzungsproblem des Titels gemeistert wurde? (MINI-SPOILER: Sprich der Name eine der Protagonistinnen?)

The MACHINA of God

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08.07.2019 - 14:50 Uhr
Nachtrag

Mick Wall - "When Giants Walked the Earth" 9,5/10
Tolle Biographie über Led Zeppelin, die wohl in Sachen Exzesse alle anderen Bands übertroffen hat. Es wird auch offen mit den Plagiatsvorkommnissen umgegangen. Und Page kommt schon etwas verloren rüber... Wurde als die beste Bio über die Band oft bezeichnet.

Jonathan Abrahms - "All the Pieces Matter: The Inside Story of The Wire" 9/10
Rein auf O-Tönen basierende Einsichten hinter die Kulissen der für mcih besten Serie der Welt. Ist auch nach Staffeln aufgeteilt. Interessante Hintergründe und Anekdoten.


George R.R. Martin - "A song of ice and fire"
"A Game of Thrones" 10/10
"A Clash of Kings" 10/10
"A Storm of Swords" 10/10
"A Feast of Crows" 8/10
"A Dance with Dragons" 8,5-9/10
(Für Details bitte den dazugehörigen Thread nachlesen.

The MACHINA of God

User und Moderator

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08.07.2019 - 14:54 Uhr
Jonathan Franzen - "Purity" 9,5/10

Bekommt eigentlich nur keine 10/10, weil ich "Freedom" nochmal etwas genialer finde. Ansonsten bleibt Franzen für mich der beste Autor der letzten Jahre. Jedes Buch bekommt mich durch seine ambivalenten, toll herausgearbeiteten Charaktere und Verwicklungen.

The MACHINA of God

User und Moderator

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09.07.2019 - 17:27 Uhr
George Beahm - "The Stephen King Companion" 8-8,5/10

Umfangreiches Begleitbuch zu allen Werken bis 2015. Gespickt mit Interviews von Leuten, die mit King zusammengearbeitet haben (oder mit ihm selbst) sowie Artikeln zu Orten oder anderen King-Einflüssen. Ist von daher natürlich ein ordentlicher Brocken, aber liest sich wunderbar und man bekommt interessante Einblicke.
Etwas schade finde ich, das bei manchen unbekannteren Sachen ein Kurzinhalt fehlt und man so eine Meta-Diskussion über etwas liest, dessen Inhalt man nicht einmal kennt. Der andere Minuspunkt ist die etwas unkritische Sichtweise Kings. Bei "Doctor Sleep" (das schwächste Buch, was ich je von ihm las) klingt das irgendwie so etwas, als würde er einfach nciht zugeben können, dass das Buch einfach nciht gerade gut ist.
Und natürlich: Der Diss von Kubricks "The Shining" hatte harte King-Fanboy-Züge. Ich versteh Beahms und Kings Kritikpunkte, dass es King um die Charaktere geht und Kubrick um das Overlook... und dass der Film "kalt" ist. Aber gleichzeitig nicht die fesselnde Atmosphäre und so einige Bilder für die Ewigkeit zu sehen, finde ich irgendwie engstirnig.

Unangemeldeter

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09.07.2019 - 17:59 Uhr
Ha, lustig, das kommt jetzt schon zum wiederholten Male vor, dass wir zufällig parallel dieselben Bücher/Autoren lesen, Machina. Ich bin auch gerade bei Purity und auch wieder gefesselt. Freedom auch für mich eins der besten Bücher überhaupt. Letztes Jahr hatte ich dann die Corrections gelesen, die mich aber nicht in gleichem Maße begeistert haben.

Unangemeldeter

Postings: 150

Registriert seit 15.06.2014

09.07.2019 - 17:59 Uhr
Und die The Wire Inside Story check ich auch mal aus, hört sich äußerst interessant an

Deaf

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Registriert seit 14.06.2013

09.07.2019 - 18:13 Uhr
"Freiheit" steht bei mir auch schon lange rum, muss ich demnächst auch mal in Angriff nehmen. Hier mal meine Halbjahresliste 2019:

Robert Menasse - Die Hauptstadt (2017)
Jonas Lüscher - Frühling der Barbaren (2013)
Annie Proulx - Schiffsmeldungen (1993)
Michel Houellebecq - Karte und Gebiet (2010)
Colum McCann - Zoli (2006)
Thomas Melle - Die Welt im Rücken (2016)
Christoph Ransmayr - Die letzte Welt (1988)
Edouard Louis - Das Ende von Eddy (2014)
Max Frisch - Montauk (1975)
Ernest Hemingway - Männer ohne Frauen (1927)
Edward Albee - Who's Afraid of Virginia Woolf? (1962)
Carson McCullers - Das Herz ist ein einsamer Jäger (1940)
Markus Werner - Festland (1996)
T.C. Boyle - América (1995)
Flann O'Brien - Das harte Leben (1961)
Sibylle Berg - Vielen Dank für das Leben (2012)
Simon Mason - Der Phantast (1994)
Peter Carey - Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang (2000)

The MACHINA of God

User und Moderator

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09.07.2019 - 18:18 Uhr
@Deaf:
Ne reine Liste ist etwas schwach. Paar Zahlen und Buchstaben dazu? :D

@Unangemeldeter:
Hehe, schöner Zufall.
"The corrections" war sogar mein erstes Franzen. Würde es auch unter die beiden Nachfolger (besonders "Freedom") stellen, aber nciht sehr weit. Ne 9/10 ist das für mich immer noch.

Deaf

Postings: 219

Registriert seit 14.06.2013

09.07.2019 - 18:23 Uhr
Mache ich immer so, ist mir sonst zu aufwändig. ;-) Es ist aber grundsätzlich schon eine Leseempfehlung, wenn ein Buch in meiner Liste auftaucht. Schlechte Bücher sortiere ich schon vorher aus (Simon Mason - Der Phantast ist wohl das einzige, das ich nicht hätte lesen müssen).

maxlivno

Postings: 1692

Registriert seit 25.05.2017

09.07.2019 - 19:49 Uhr
Montauk lese ich aktuell. Grandioses Buch bisher (knapp die Hälfte durch)

Kevin

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Postings: 749

Registriert seit 14.05.2013

10.07.2019 - 23:08 Uhr
Interessant, dass "Freiheit" hier so einheitlich über "Die Korrekturen" angesiedelt wird. Mich hat "Freiheit" auch mehr gepackt und fasziniert, auch wenn "Die Korrekturen" natürlich auch sehr gut ist.

"Unschuld" liegt hier auch noch auf dem SuB. Bin gespannt.

myx

Postings: 755

Registriert seit 16.10.2016

11.07.2019 - 07:32 Uhr
Von Franzen habe ich bis jetzt nur "Die Korrekturen" gelesen. Hat mir ganz gut gefallen (so rund 8/10), zu meinen Lieblingsbüchern würde ich es aber nicht zählen.

Wenn "Freiheit" offenbar nochmals ein Stück besser ist, kann ich mir schon vorstellen, dass ich diesen Roman auch noch lesen werde.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

11.07.2019 - 16:32 Uhr
"The corrections" hat halt ein Thema, was nicht allen geläufig ist. Dafür aber klasse Charaktere. Aber gut, die hat "Franzen" immer. "Freedom" ist für die meisten (auch ohne lange Ehe) deutlich "zugänglicher", weil es ein universelleres Thema hat. Ich würde die stark emfehlen, es mal zu versuchen.
"Purity" hat ja gleich mehrere Themen und mit Pip auch einen guten Einstieg.

Nochmal als Zusammenfassung:

The corrections 9/10
Freedom 10/10
Purity 9,5/10

myx

Postings: 755

Registriert seit 16.10.2016

12.07.2019 - 09:39 Uhr
Ok, ich bin schon nahezu überredet. :D Zwischen "Träumen" und "Kämpfen", also vor dem 1300-Seiten-Knausgard-Mammutfinale, werde ich wieder eine Pause einlegen, da könnte "Freiheit" doch ganz gut passen. (Mit Band 4, "Leben", bin ich sehr bald durch, lässt leider einiges von dem vermissen, was mir bisher bei Knausgard so gut gefallen hat, mehr dazu folgt.)

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

12.07.2019 - 15:55 Uhr
Ja, Band 4 und 5 von Knausgaard sind etwas anders. Aber trotzdem immer noch sehr gut. Band 6 ist dann wieder ganz anders. :D

"Freedom" ist aber auch nicht kurz. Weiss nicht, ob das ein gutes Zwischenbuch ist.

Otto Lenk

Postings: 570

Registriert seit 14.06.2013

12.07.2019 - 17:06 Uhr
George Packer - Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika

Ein grandioser Blick auf die innere Zerissenheit der USA. Ein Sachbuch, das sich wie ein Roman liest. Großartig!

10/10

myx

Postings: 755

Registriert seit 16.10.2016

12.07.2019 - 19:10 Uhr
@MACHINA:

Stimmt, ja, über 700 Seiten. Wäre dann einfach eine längere Pause, aber macht nix. Obwohl: Vielleicht bleibe ich dann doch dran. Von Band 6 verspreche ich mir nämlich quasi ein Maximum an Knausgard-Genialität. Viel Reflexiv-Philosophisches (Essays), aber natürlich auch viel Psychlogisch-Persönliches, mit dem man sich identifizieren kann. Ich werde dann sehen ...

Aber genug Drumrum, nächstes Posting dann wieder zu Buchinhalten.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

12.07.2019 - 19:27 Uhr
Viel Reflexiv-Philosophisches (Essays), aber natürlich auch viel Psychlogisch-Persönliches, mit dem man sich identifizieren kann. Ich werde dann sehen ...

Wirst du bekommen. Und halt 400 Seiten Hitler. :D

myx

Postings: 755

Registriert seit 16.10.2016

12.07.2019 - 19:40 Uhr
... worunter ich mir noch überhaupt nichts vorstellen kann. Ist das eine Sache für sich? Oder bringt er es irgendwie in Zusammenhang mit seiner eigenen Lebensgeschichte? Aber ich sag's nur, ich will jetzt noch überhaupt nichts wissen. :D

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 18725

Registriert seit 07.06.2013

12.07.2019 - 20:34 Uhr
Er bringt es schon sehr interessant in Zusammenhang. You will see... :D

Kevin

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 749

Registriert seit 14.05.2013

12.07.2019 - 20:43 Uhr
Daniel Kehlmann - Tyll

#9: Aus der ziemlich verrückten Idee, Till Eulenspiegel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu setzen, um ihn dort auf Elisabeth Stuart, den Winterkönig Friedrich V. und andere historische Machthaber treffen zu lassen, macht Kehlmann in der ihm unnachahmlichen Stilistik einen vortrefflichen, komischen und im Endeffekt sehr gelungenen Roman, der ein weiteres Mal unter Beweis stellt, warum der Autor zu den aktuell hochdekoriertesten hierzulande zählt. Knappe 8/10.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 18725

Registriert seit 07.06.2013

14.07.2019 - 18:12 Uhr
*umblätter*

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