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Welches Buch liest Du gerade? / Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Wie war/ist es?

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Otto Lenk

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Registriert seit 14.06.2013

09.01.2018 - 21:53 Uhr
@Gomes 21

https://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlinge-libyen-111.html

kingsuede

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Registriert seit 15.05.2013

09.01.2018 - 22:06 Uhr
4321 von Paul Auster 8,5/10

Das ist ein wirkliches Monstrum geworden. Ich bin bei 2/3 des 860 Seiten mächtigen Werkes, aber wenn man einmal drin ist, bietet das Opus magnum wahrlich ein Lesevergnügen.

Gomes21

Postings: 2752

Registriert seit 20.06.2013

12.01.2018 - 11:01 Uhr
Arturo Pérez-Reverte - The Dumas Club 6/10

hatte mir mehr erhofft. Die Charaktere sind schon sehr flach, einzig der Protagonist ist interessant. Die Sprache ist sehr repatativ und der CLimax ziemlich enttäuschend. Trotzdem kurzweilige Unterhaltung, aber ich hab mir mehr Tiefe erhofft und keine Dan Brown-artige Verschwörung der Literaturwelt.

Beide Handlungsstränge waren auch gar nicht unbedingt nötig und sollten den Leser wahrscheinlich nur in die Irre führen. Polanski hat in "Die Neun Pforten" ja gleich einen weggelassen und die Bösewichte beider Stränge verschmelzen lassen. Hätte wohl auch kaum was gefehlt.
Rainer Winkler
12.01.2018 - 16:44 Uhr
"Die Antwort auf die Träume" by myself

Meine Empfehlung: zu empfehlen

https://www.amazon.de/Drachenlord-Das-Leben-Rainer-W-ebook/dp/B076LXRDDJ/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1515771825&sr=8-2&keywords=Die+Antwort+auf+die+Tr%C3%A4ume

kingsuede

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Registriert seit 15.05.2013

14.01.2018 - 22:34 Uhr
Kazuo Ishiguro - An Artist of the Floating World

Als Zweitbuch neben Paul Auster.
Ein kurzes prägnantes Buch über das Japan nach WK2. Sehr schön, einmal einen anderen Blick auf die Stunde 0 + X zu erhalten.
8-9/10

Gomes21

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14.01.2018 - 22:54 Uhr
Was liest du denn gerade von Auster?

Gomes21

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14.01.2018 - 23:34 Uhr
@kingsuede

ach so, noch 4321, steht ja weiter oben... xx

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

16.01.2018 - 14:59 Uhr
@Gomes:
Was sind denn so deine Lieblingsfälle von Sherlock?

Gomes21

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Registriert seit 20.06.2013

16.01.2018 - 16:41 Uhr
@Machina


Ich hab noch nicht alles gelesen, aber ca. 3/4. Meine favoriten daraus sind:


Romane:
Sign of Four und
Valley of Fear

Stories:
A Scandal in Bohemia
The Man With the Twisted Lip
The Adventure of the Speckled Band
The Final Problem
The Adventure of the Cardboard Box
The Adventure of the Speckled Band
Arbeiter
16.01.2018 - 20:54 Uhr
Arbeit ist nicht unser Leben von Alix Faßmann.

myx

Postings: 492

Registriert seit 16.10.2016

23.01.2018 - 08:57 Uhr
Nora Bossong – 36,9°

Die positiven Kritiken, die mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht haben, wollen mir nicht so richtig einleuchten. Da ist von einem "eindringlichen, präzisen Porträt eines Philosophen" (FAZ) und von "grossen politischen und ideologischen Debatten" (NZZ) die Rede. Oder es wird die "flirrend-sinnliche, mitunter sogar fiebrig scheinende Prosa" (Der Tagesspiegel) der Autorin gelobt.

Für mich trifft weder das eine noch das andere zu: Nora Bossong schildert zwar die wichtigsten Lebensstationen des grossen italienischen Kommunisten Antonio Gramsci (1891–1937), die Entwicklung seiner Ideen bis hin zum Spätwerk, niedergeschrieben in den sogenannten "Gefängnisheften", bleibt aber weitgehend im Dunkeln. Eine Auseinandersetzung mit den Vordenkern (allen voran Marx) und den wichtigsten Vertretern des damaligen Kommunismus (Lenin, Trotzki, Stalin) findet praktisch nicht statt. Die Einblicke in das marxistische Werk Gramscis beschränken sich auf einige zentrale Zitate, die man auch auf Wikipedia nachlesen kann. Wer also in Nora Bossongs Roman die "theoretischen und politischen Diskussionen jener Jahrzehnte" (Rainer Moritz in der NZZ) wiederzufinden glaubt, hat ein anderes Buch als ich gelesen.

Auch die Sprache Nora Bossongs will mich nicht so recht überzeugen: Zu häufig klingen die Sätze zu gewollt, zu ausgedacht, zu holzschnittartig. Zu selten blitzt das poetische Talent der 1982 in Bremen geborenen Schriftstellerin auf. Etwas ist ihr in "36,9°" aber dann doch hervorragend gelungen: Die Schilderung einer zerrütteten Ehe – der zweite Erzählstrang des Buches –, die der Gramsci-Forscher und Casanova Anton Stöver, eine rundum unsympathische Person, mit seiner Frau Hedda in Göttingen führt. Die Sätze, die sich die Noch-Eheleute an den Kopf werfen, schneiden so sehr in die Seele des Gegenübers, dass das Lesen der Dialoge schon fast körperlich schmerzt. Nora Bossong weiss ohne jeden Zweifel, wie sich gescheiterte Beziehungen – zumal unter wortgewandten Akademikern – anhören. – Immerhin habe ich das Buch zu Ende gelesen, was dann doch für eine gewisse Qualität und Spannung spricht. Trotzdem kommt "36,9°" für mich leider nicht über eine durchschnittliche Bewertung hinaus.

5/10
Bay
23.01.2018 - 16:45 Uhr
William Saroyan – Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich
Ich hatte bereits nach der ersten, herzergreifenden Kurzgeschichte ("Siebzigtausend Assyrer") den Gedanken, dass die Lektüre wahrscheinlich auf die Höchstnote hinauslaufen würd.
10/10

besorg ich mir auch. Die Beschreinung erinnert mich nämlich an die ebenfalls berührenden und im besten Fall auch herzergreifenden Kurzgeschichten von David Sedaris.
Frost
23.01.2018 - 17:03 Uhr
hab mich in Dark fantasy von Alexe Pehov vertieft.
Das Buch "Donner" verspricht nach den ersten 50 Seiten eine interessante Welt mit interessanten charakteren.:)


BTW

Hat hier jemand die Bücher von R.R. Martin durchgelesen?

myx

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Registriert seit 16.10.2016

24.01.2018 - 08:44 Uhr
@Bay:

Würde mich freuen, wenn dir William Saroyan auch so gut gefällt wie mir. Ich kann es mir aber fast nicht anders vorstellen.

Übrigens: Wie ist es dir eigentlich mit "Unendlicher Spass" ergangen? Schliesslich warst du es ja, der den Stein für einen Lesezirkel ins Rollen gebracht hat. :)

seno

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Registriert seit 10.06.2013

24.01.2018 - 08:47 Uhr

Hat hier jemand die Bücher von R.R. Martin durchgelesen?


Jepp.
Bay
24.01.2018 - 09:45 Uhr
Hehe, erinnert sich da tatsächlich jemand dran...:)
Ich bin im Sommer bei Seite 440 ausgestiegen. Nicht, weil es mir nicht gefallen hätte. Es kam ein Urlaub dazwischen, da musste eine im wahrsten Sinn leichtere Lektüre her und danach hab ich dann nicht mehr überwinden können. Der Wälzer liegt aber als ständige Mahnung, wieder mal anzufangen, neben dem Bett. Aber je mehr Zeit verstreicht, um so größer wird wohl die Notwendigkeit, wieder ganz von vorne zu beginnen. Dann aber ohne die Fußnoten...

myx

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24.01.2018 - 11:42 Uhr
Ich kann nur sagen, dass sich das Weiterlesen wirklich lohnt. Gegen das letzte Drittel hin liest sich "Unendlicher Spass" immer flüssiger und in den Bewusstseinsstrom des in der Klinik/im Delirium liegenden Don Gately wir man regelrecht hineingezogen. Man blättert und blättert über viele Seiten und will gar nicht mehr mit Lesen aufhören ...

David Sedaris habe ich mir auf die Einkaufsliste gesetzt. Er wird mit Mark Twain verglichen, das will ja schon mal was heissen.
Bay
24.01.2018 - 14:14 Uhr
Ich hab schon vergessen, wer Don Gately war...war das eine Figur des ersten Drittels? Ich werde wohl doch neu anfangen müssen...
Zu Sedaris hier mal eine Leseprobe. Übersetzt wurden seine Stories übrigens zum großen Teil von Harry Rowohlt. Ich glaube, man sagt dazu kongenial...
https://www.randomhouse.de/leseprobe/Ich-ein-Tag-sprechen-huebsch-Deutsch-von-Georg-Deggerich-und-Harry-Rowohlt/leseprobe_9783453590113.pdf
Und grad sehe ich, dass es bis morgen bei rebuy 18% auf alle Bücher gibt und einige Saroyan-Bücher sind dort unter 1 Euro zu haben.

maxlivno

Postings: 198

Registriert seit 25.05.2017

24.01.2018 - 20:06 Uhr
@Bay
Gately war einer der Protagonisten. Er arbeitet im Entzugsheim. Wenn das jetzt nicht deine Erinnerung anregt, dann solltest du definitiv neu anfangen ;)

myx

Postings: 492

Registriert seit 16.10.2016

25.01.2018 - 08:26 Uhr
Das ist natürlich schon richtig. Andererseits aber täuscht man sich auch leicht: Don Gately hat im ersten Buchdrittel tatsächlich nur einen Kurzauftritt (S. 80-87), wie meine Unterlagen sagen. Er bricht gemeinsam mit einem Komplizen in ein Haus ein und fesselt und knebelt den Hausbesitzer, wobei aufgrund einer schweren Erkältung des Geknebelten und mangelnder Französischkenntnisse seitens der Einbrecher (der Hausherr ist Frankokanadier) die Aktion gehörig aus dem Ruder läuft ...

Don Gately entwickelt sich erst ab etwa Seite 500 als Betreuer in der Ennet-House-Entzugsklinik zu einer zentralen Figur im Roman. Er ist neben Hal Incandenza mein Lieblingscharakter, weil er trotz einer himmeltraurigen Kindheit/Jugend und Bärenkräften (Gately ist ein Riese) keiner Fliege etwas zuleide tun würde und sich stets bereitwillig für seine Klinikinsassen ins Zeug wirft. Ausserdem ist er der beste Beleg dafür, dass in psychosozialen Einrichtungen stets auch Menschen arbeiten sollten, die die Probleme der Klienten wirklich aus eigener Erfahrung kennen (Gately war selber schwer alkohol- und tablettensüchtig).

Last, but not least noch kurz zu William Saroyan. Vom Erzählband "Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich" gibt es ebenfalls eine Leseprobe:

https://www.dtv.de/buch/william-saroyan-wo-ich-herkomme-sind-die-leute-freundlich-28137/

Robert2

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25.01.2018 - 08:54 Uhr
Jonas Burgert LEBENDVERSUCH
Verlag Walther König (2011)
..fantastische, surreale Bilder ....!

Robert2

Postings: 174

Registriert seit 05.10.2017

25.01.2018 - 11:33 Uhr
..dazu RADIOHEAD hören und ein bißchen was rauchen.... .....!

seno

Postings: 3274

Registriert seit 10.06.2013

30.01.2018 - 09:12 Uhr
Adrian J Walker - Am Ende aller Zeiten (The End of the World Running Club)

Verlagstext:
Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.
Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang?

Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.


Ich lese sehr gerne Endzeitgeschichten. Und diese kommt endlich mal ohne Zombies und großartiges Gemetzel aus. Man erhält viel Einblick in die Gedankenwelt des Protagonisten, der nicht unbedingt ein Sympathieträger ist. Die Geschichte ist spannend, ergreifend und auch Humor blitzt ab und zu auf. Dazu kommen einige Szenen, die sich bei mir ziemlich eingebrannt haben. Hat mir sehr gut gefallen.

8/10

myx

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Registriert seit 16.10.2016

07.02.2018 - 08:10 Uhr
Gerhard Meier – Land der Winde

"Land der Winde" hat einen wundervoll sanften Sound. Gerhard Meier geht in diesem Roman derart behutsam zu Werke, als könne die Welt an einem falschen Wort zerbrechen. Musikalisch muten auch die vielen thematischen Wiederholungen an. Gewisse Bilder wie die "große Matte des Eierhändlers" oder der "schwarze Schimmel" – auf dem zu reiten eine Kunst sei, so die Enkelin des Erzählers – tauchen, wie bei einem Refrain, ständig wieder auf. Leider übertreibt es der 2008 verstorbene "Doyen der Schweizer Literatur" (Suhrkamp-Verlag) in meinen Augen aber etwas mit diesen Reprisen. Einmal kehrt sogar eine komplette Buchseite im nahezu identischen Wortlaut wieder, und man fragt sich ein wenig ungläubig, ob hier nicht das Lektorat seine Sorgfaltspflicht vernachlässigt hat ...

Gerhard Meier war zweifellos ein grosser Stilist und Liebhaber der Sprache. Peter Hamm in der "Zeit": "Bei Meier zählt nicht der Plot, sondern jeder einzelne Satz, ja jedes Wort, und nie wird bei ihm die Sprache zum bloßen Transportmittel für 'Handlungen' oder 'Ereignisse' degradiert." Sein ausgeprägter Hang zu Wiederholungen trübt aber leider meinen positiven Gesamteindruck des Romans, weshalb für das schmale Bändchen – Abschluss seines Hauptwerks, der "Amrainer Tetralogie" – unter dem Strich "nur" eine gute 7/10 resultiert.

7/10

seno

Postings: 3274

Registriert seit 10.06.2013

07.02.2018 - 13:42 Uhr
Anthony McCarten - Ganz normale Helden

Klappentext
Ein Jahr lang hat Jeff Delpe, 18, versucht, seinen Eltern über den Tod seines jüngeren Bruders Donald hinwegzuhelfen. Jetzt hat er die Schnauze voll. Denn sein Vater Jim sieht die Rettung nur in einem Umzug aufs Land, und Mutter Renata chattet – mit einem Unbekannten namens Gott. Da taucht Jeff unter. Spurlos. Seine neue Adresse lautet: www.lifeoflore.com, wo er der große Star eines Onlinespiels ist und damit viel Geld verdient. Um nicht auch noch seinen zweiten Sohn zu verlieren, sucht der verzweifelte Vater ihn schließlich an dem Ort, der ihm fremder ist als jeder andere. Er schleicht sich in Jeffs neue Welt ein … und stiftet Chaos, am allermeisten in sich selbst. Denn während er sich online Level für Level in die Sphären seines Sohnes hochkämpft, fällt er offline immer tiefer, droht seinen Job und seine Frau zu verlieren. Ist dies das Ende von Familie Delpe? Ganz im Gegenteil.

Traurig, witzig, bewegend. Manche zwischenmenschliche Szenen sind nur schwer zu ertragen und man fragt sich, wie man selber in einer solchen Situation handeln würde. Trotzdem behält das Buch seinen relativ lockeren Tonfall konsequent bei. Wie schon der Vorgänger "Superhero" sehr zu empfehlen.

7/10
zu faul sich einzuloggen
07.02.2018 - 14:12 Uhr
Daniel Kehlmann - Tyll

Schön geschrieben, nur der namensgebende Protagonist kommt mir (noch?) zu selten vor. Man erfährt viel über irgendwelche Könige und Verwicklungen im Dreißigjährigen Krieg, aber ich hätte mir mehr Charakter von Tyll gewünscht. Vielleicht kommt das auf den letzten ~200 Seiten ja noch.
Derzeit 7/10

MM13

Postings: 1444

Registriert seit 13.06.2013

07.02.2018 - 18:57 Uhr
andreas klotz,stephan martin meyer-mondberge(der ruwenzori). 8/10
mysthik/thriller,eine trekkinggruppe wird in bergen von uganda von rebellen entführt,kann zum teil fliehen und irrt durch die berge und regenwald,passiert noch einiges mehr sollte man aber selber lesen.nebenbei bekommt man noch hintergrundinfo über die politische lage in uganda,den regenwald,berggorillas und geister der urahnen,wirklich sehr spannend.

Otto Lenk

Postings: 409

Registriert seit 14.06.2013

07.02.2018 - 20:46 Uhr
Mehr Tyll wirds nicht geben 'zu faul sich einzuloggen'. Sagen wir...er verschwindet in der Zeit. Eigentlich hat Tyll ja auch nichts in und mit dieser Zeit zu tun.
zu faul sich einzuloggen
08.02.2018 - 10:21 Uhr
Ja, das hatte ich fast vermutet. Das finde ich ein bisschen schade, denn so gibt es zu viele skurrile Nebencharaktere ohne eine richtige Hauptperson.

Gomes21

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08.02.2018 - 10:24 Uhr
Franz Kafka - Das Schloss

Ach Kafka ist einfach wunderbar und unverkennbar. Diese undurchblickbaren Konstellationen, der Kampf gegen das unbeugsame und dieser fast naive Erzählstil. Wie schade, dass er nie etwas wirklich fertiggestellt hat.

Autotomate

Postings: 855

Registriert seit 25.10.2014

08.02.2018 - 11:33 Uhr
Das Schloss ist wahrlich super! Dieses verbissene Bestreben, die eigene sinnlose Aufgabe gegen zum Teil geradezu slapstickhafte Verwicklungen mit stoischer Gelassenheit voranzutreiben. Tiefgründig und doch ganz locker und (wie du schon sagtest) fast naiv dargeboten. Spannend, finster und trotzdem lustig, ich kenne keinen Autor, der diese Verknüpfung so gut hinbekommt. Einige relativ explizite Sexszenen gibt's auch noch dazu, wenn ich mich recht erinnere :o)

Gomes21

Postings: 2752

Registriert seit 20.06.2013

08.02.2018 - 12:18 Uhr
Richtig, zumindest im Zeitkontext außergewöhnlich eindeutig und untypisch.

Einmalig ist auch wie wenig Agression in den Konflikten steeckt. Gleichzeitig liegen die Ursachen für die Konflikte eigentlich selten da wo man sie vermutet oder selbst verordnen würde. Das unverständliche ist selbstverständlich und das normale ein Affront. Die Welt und die Psyche in Kafkas Gebilden funktioniert anders als außerhalb.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 10065

Registriert seit 07.06.2013

09.02.2018 - 18:55 Uhr
"Das Schloss" mocht ich auch immer am meisten. Diese Atmosphäre.
Eure Meinung?
09.02.2018 - 20:23 Uhr
Wie ist die Haneke-Verfilmung vom "Schloss"?

seno

Postings: 3274

Registriert seit 10.06.2013

10.02.2018 - 07:50 Uhr
Ich muss zugeben, dass ich nicht der größte Klassiker-Leser bin. Das meiste ist mir zu anstrengend oder interessiert mich einfach nicht. Nun bin ich vor kurzem beruflich mit Kafkas Verwandlung in Berührung gekommen und war extrem fasziniert und musste es zuende lesen. Ich kann gar nicht genau sagen, was es war, aber es hat mich sehr gepackt. Jetzt überlege ich gerade ob ich mir von ihm noch etwas anderes vornehme. Das Schloss habe ich sogar auf dem E-Reader.
seNULL
10.02.2018 - 08:19 Uhr
Ich bin übrigens Kammerjäger.

Gomes21

Postings: 2752

Registriert seit 20.06.2013

10.02.2018 - 09:52 Uhr
Die Verwandlung ist auch sehr außergewöhnlich, aber die Romane haben für mich eine andere, sehr besondere Athmosphäre.
Wie gesagt, die Sprache finde ich irgendwie beinahe naiv, im positivsten Sinne, habe nie etwas vergleichbares zu Kafka gelesen.
Gleichzeitig ist Kafkas Sprache aber auch ein Deutsch was so nicht mehr existiert

als sprachlich anstrengend empfinde ich es dabei überhaupt nicht (wird einem ja gerade bei deutschsprachigen Klassikern gerne suggeriert - man könnte ja schon fast dem Eindruck bekommen etwas müsse kompliziert sein um gut zu sein)

seno

Postings: 3274

Registriert seit 10.06.2013

10.02.2018 - 11:19 Uhr
Ja, das ist mir auch aufgefallen. Die Verwandlung lässt sich sehr unangestrengt lesen. Wahrscheinlich deshalb und durch den sofortigen Beginn ohne "Schnörkel" war ich sofort voll drin.
Mal sehen, in "Das Schloss" habe ich schonmal reingelesen und auch da flogen die ersten Seiten nur so dahin.

Gomes21

Postings: 2752

Registriert seit 20.06.2013

25.02.2018 - 21:29 Uhr
Kazuo Ishiguro - The Remains of the Day 9/10

Ein fantastisches Buch, das auf so vielen Ebenen überzeugt und so viel zu sagen hat. Besonders gut gefallen hat mir die Sprache, den Stil hat Ishiguro unglaublich authentisch adaptiert, zudem sehr runde Charaktere. Ich denke, ich lasse als nächstes Never Let Me Go folgen

nörtz

User und Moderator

Postings: 4331

Registriert seit 13.06.2013

27.02.2018 - 00:24 Uhr
Ich muss zugeben, dass ich nicht der größte Klassiker-Leser bin. Das meiste ist mir zu anstrengend oder interessiert mich einfach nicht. Nun bin ich vor kurzem beruflich mit Kafkas Verwandlung in Berührung gekommen und war extrem fasziniert und musste es zuende lesen. Ich kann gar nicht genau sagen, was es war, aber es hat mich sehr gepackt. Jetzt überlege ich gerade ob ich mir von ihm noch etwas anderes vornehme. Das Schloss habe ich sogar auf dem E-Reader.

Lies mal "In der Strafkolonie".
Cpt Dude
27.02.2018 - 22:21 Uhr
Wie gesagt, die Sprache finde ich irgendwie beinahe naiv, im positivsten Sinne, habe nie etwas vergleichbares zu Kafka gelesen.
Gleichzeitig ist Kafkas Sprache aber auch ein Deutsch was so nicht mehr existiert


Kafka sollte man aber auch im tschechischen Original lesen.
à la dings
27.02.2018 - 23:06 Uhr
Gerade bei Kafka geht viel vom tschechischen Wortwitz in der deutschen Übersetzung komplett verloren.

nörtz

User und Moderator

Postings: 4331

Registriert seit 13.06.2013

28.02.2018 - 01:02 Uhr
Wie lange dauert es denn, bis man Tschechisch so gut beherrscht, dass man Kafka lesen kann?
Polski
28.02.2018 - 08:13 Uhr
Naja, man sollte mit polnisch anfangen, dann kann man nach 2-3 Jahren locker ins Tschechische rüberswitchen. Sind zwei praktisch identische Sprachen.
à la dings
28.02.2018 - 08:34 Uhr
@nörtz: Wieso? Hast du keine Zeit? Zur Not kannst du nach dem alten Motto "Learning Czech by reading Kafka" verfahren.

myx

Postings: 492

Registriert seit 16.10.2016

02.03.2018 - 12:34 Uhr
Anja Kampmann – Wie hoch die Wasser steigen

Die deutsche Literatur hat eine faszinierende neue Stimme: Starkes Romandebüt der in Leipzig lebenden Hamburgerin Anja Kampmann (*1983). Das Buch handelt vom Bohrarbeiter Wenzel, den es nach dem tödlichen Unfall seines Freundes Mátyás von der Ölplattform zurück aufs Festland zieht. Er bringt die Sachen seines Freundes zur Familie nach Ungarn und macht sich mit einem Pick-up von Italien unterwegs über die Alpen Richtung Ruhrgebiet, wo es einmal eine grosse Liebe gab – Milena.

Der Roman ist in einer wundervoll verdichteten Sprache geschrieben, die einzelnen Erzählstränge sind eng ineinander verwoben. Das hat aber auch eine Kehrseite: Nicht selten verliert man ob der ständigen Zeit- und Personenwechsel den Überblick und fühlt sich von der Autorin ziemlich alleingelassen. Gäbe es diese mangelnde Leserführung nicht bzw. hätte ich allein die poetische Kraft des Romans zu beurteilen, es würde eine klare 9/10 resultieren.

Zum Schluss eine kurze Leseprobe, welche die intensive Prosa der Autorin ein wenig illustrieren soll: „Später saßen sie auf einer Steinbank hinter dem Haus, der Schatten unter dem Wein summte von Wärme, letzte Insekten flogen, und vor ihnen im Tal dehnten und streckten sich die Schatten der Hügel. Sie konnten weit sehen, und die Dunkelheit kam wie ein alter Tänzer, der müde auf seine Bühne klettert. Sie entzündeten kein Licht, wegen der Mücken. Sie tranken einen herben Grappa. Er war klar und gut.“

8/10

Der Untergeher

User und News-Scout

Postings: 1075

Registriert seit 04.12.2015

13.03.2018 - 13:53 Uhr
Alles, das sich ins Bewusst-wahrnehmbare hochquält, egal welcher Natur, egal welcher Erscheinung, findet Ausdruck und Formulierung in den Worten Pessoas. Egal welche Option mein Geist durchspielt, die Antwort, die keine ist, sie findet sich in seinem Werk. Irgendwo versteckt in einem Fragment oder anderswo verortet in der Prosa oder Poesie einer seiner Heteronyme. Ich kann keinen geistigen Haken schlagen, keine Perspektive wirklich erwägen, die bei Pessoa keine Gestalt findet. Pessoa vereinte in sich das gesamte Universum, in all seiner möglichen wie notwendigen blutigen Spritzigkeit, in die präzisesten Worte gefasst, die sich irgendetwas Seiendes auch nur ersinnen mag. Seine Worte sind Sedativum, Bekräftigung, ein Ort der Zuflucht, der Schönheit, der Trauer, ein Ort des ästhetischen Verzichts und der, der heiligen Kontemplation, der, des Lebensüberdruss und der, der scheinbar unendlichen Melancholie, von der wir zehren, wie etwas Heiliges, das uns nichts als vergoldetes Leid bietet.
Er ist für mich der größte Schriftsteller, der je gelebt hat und ich vermute, er wird es auch immer bleiben. Bewertungsskalen sind in dieser Hinsicht noch weniger sinnträchtig als sonst. Aus meinen Worten erliest sich intuitiv, was ich seinem Gesamtwerk für eine Note geben würde. Konkret beziehe ich mich auf momentan wiederholt gelesene Werke:

[Alberto Caeiro] Poesia – Poesie
[Ricardo Reis] Oden
Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

2plus2gleich5

Postings: 213

Registriert seit 22.08.2016

13.03.2018 - 14:23 Uhr
Schön gesagt, Untergeher. Die Heteronyme sind bei Pessoa weit entfernt davon, Spielerei zu sein, sondern in letzter poetologischer Konsequenz durchgezogen. Ein Kaleodoskop, ein irrsinniges Experiment, wie lyrische Sprache einen umseitigen Wahrnehmungsapparat bereitstellen kann, der sich nicht darin erschöpft, "Ich" zu sagen.
Ich lese gerade mal wieder Alvaro de Campos am liebsten, vermutlich, weil mir seine Unruhe zurzeit die dringlichste zu sein scheint. Aber das Entscheidende ist ja ohnehin der ständige Austausch.

2plus2gleich5

Postings: 213

Registriert seit 22.08.2016

13.03.2018 - 14:28 Uhr
Nebenbei: Solltest du mal nach Lissabon kommen, schau' unbedingt in der Casa Fernando Pessoa vorbei. Sein letztes Wohnhaus, heute ein kleines, aber doch ganz gut gemachtes Museum.

Marküs

Postings: 98

Registriert seit 08.02.2018

13.03.2018 - 14:36 Uhr
James Joyce - Dubliners (7/10)
Im Original ähm schon nicht einfach! Die Kurzgeschichte The dead kratzt an der 10/10.

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