Verweigerung

User Beitrag
mantra
15.01.2006 - 20:04 Uhr
moin!
alles ich wollte mal fragen ob ihr ein paar ernstgemeinte tipps habt wie man denen beim kreiswehrersatzamt am besten verklickern, dass ich keine waffe anfassen kann bzw keine menschen töten kann! meine 1. verweigerung wurde zurückgeschickt, da sie nicht ausführlich genug war.

besten dank
Hartigan
15.01.2006 - 20:07 Uhr
ein Freund von mir hats über die Bettnässerschiene geschafft ;-)
rainy april day
15.01.2006 - 20:08 Uhr
Eine Schusswaffe zu tragen, kannst du nicht mit deiner Religion vereinbaren.
tom
15.01.2006 - 20:08 Uhr
lass dich mustern und sag, dass du kiffst.
ein freund von mir hat denen was von anarchosyndikalismus erzählt, das hat auch geklappt.
Bär
15.01.2006 - 20:09 Uhr
Naja einfach du bist vom Wert des Lebens überzeugt und bla und niemand hat das Recht ein anderes Leben zu beenden und der Staat auch nicht und überhaupt lehnst du Krieg und Gewalt ab, ist doch ganz eifnach
wintermute
15.01.2006 - 20:22 Uhr
je dicker du aufträgst, desto besser. meine erste verweigerung wurde auch zurückgeschickt. dann hab ich dort angerufen und eine nette dame hat mir ein dutzend phrasen genannt die immer passen würden. teilweise waren die sehr weit hergeholt a la traumatische erfahrungen mit gewalt in der kindheit etc.
die hab ich noch ins zweite schreiben eingebaut, was dann auch funktioniert hat.
Ausbilder Schmidt
15.01.2006 - 20:22 Uhr
Ihr Luschen!!!!!!
Drückeberger
15.01.2006 - 20:38 Uhr
Also ich hab ein psychologisches Gutachten besorgt für 20 Euro. Damit wurd ich sofort ausgemustert ohne jede ärztliche Untersuchung oder Musterung,nur Standard Daten wie Namen,Größe/Gewicht,Adresse,Beruf/Fähigkeiten mußte ich vorweisen. Ich mußte mich auch gar nicht erst großartig rechtfertigen wieso ich verweigere(eigentlich wurde ich danach noch nicht mal gefragt:).
Insgesamt mußte ich gerademal 2,5 Stunden dort verbringen,im Gegensatz zu denen die das ganze Programm durchmachen mußten was anscheinend locker über +6 Stunden dauert. Allerdings gab´s auch nen Standard "Pisstest",aber keine Reaktion auf mein sicherlich hohen THC Gehalt :)

Ein paar Bekannte hatten auch ein Gutachten wegen Platzangst z.B obwohl das gar nicht gestimmt hat bzw weder ernsthaft geprüft geschweige denn erwiesen wurde.

Bär
15.01.2006 - 20:46 Uhr
Jungs die Musterung hat er schon hinter sich, er will verweigern und Zivi werden, ausmustern geht nicht mehr.
mantra
16.01.2006 - 15:36 Uhr
jo sehr richtig bär ;)
außerdem WILL ich wirklich zivi machen und bedürftigen leuten helfen... nur rallen dies nich...
bartel(d.E.)
16.01.2006 - 15:41 Uhr
Hm

Vielleicht doch eine ausführliche Verweigerung (da schwirren doch 'reichlich im Netz 'rum, oder?) verfassen.

Allgemein: Die Begründung für die Verweigerung darf nicht sein: "Ich will lieber Zivi werden und Bedürftigen helfen" sondern: "Meine Persönlichkeit würde bei der Bundeswehr leiden, wenn nicht sogar zerbrechen".
Fabi
16.01.2006 - 15:41 Uhr
Also ich habe mir damals eine aus dem Netz geholt und kleine Veränderungen vorgenommen.

Also dass die heute noch Verweigerungen zurückschicken...komisch!?
bartel(d.E.)
16.01.2006 - 15:47 Uhr
Gerade im Netz gefunden. Deutlich kürzer als meine Eigene (22 Jahre her) aber knackig. Nur noch mit eigenen biografische Angaben würzen, bissel umstellen, und dann wuppt das:


Bundesamt für den Zivildienst
50964 Köln
Hamburg, den 10. Juni 2002
Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer
Personenkennziffer: xxxxxx-H-xxxxxx

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit verweigere ich den Kriegsdienst unter Berufung auf das Grundrecht der Kriegsdienstverweigerung nach Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

Diesem Antrag ist beigefügt:

Persönliche Darlegung der Beweggründe meiner Kriegsdienstverweigerung
Lebenslauf
Polizeiliches Führungszeugnis
Mit freundlichen Gruß

Name Nachname


--------------------------------------------------------------------------------

Darlegung der Beweggründe für meine Kriegsdienstverweigerung
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland legt in Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 fest: Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Von diesem Grundrecht möchte ich Gebrauch machen und meine Beweggründe hier aufführen. Sie basieren auf meiner Lebenserfahrung, meiner persönlichen Auffassung und meinem Weltbild.

Schon in meiner Erziehung legten meine Eltern viel Wert darauf, mich zu rücksichtsvollem und toleranten Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen zu erziehen. Sie brachten mir bei, dass man Konflikte auch ohne Anwendung von Gewalt lösen kann. Ich habe gelernt, dass das Menschenleben unbezahlbar ist und niemand das Recht hat, über ein anderes Leben zu bestimmen oder es zu verletzen. Diese Tatsache ist sogar als Grundrecht im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verankert; Artikel 1, Absatz 1 lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Diese Aussage über die Menschenwürde gilt als Basis für alle weiteren Grundrechte, wie sie im Grundgesetz aufgeführt werden. Ihre Wichtigkeit ist somit offenkundig. Die Pflicht einen Wehrdienst zu absolvieren macht mir jedoch große Sorgen und ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Der Dienst an der Waffe dient nämlich dazu, den Einsatz dieser Waffe gegen Menschen vorzubereiten. Doch gerade dies ist ein Handeln gegen das Grundgesetz, welches die Menschenwürde als unantastbar bezeichnet. Es ist mir nicht möglich über ein solches Vergehen hinweg zu sehen und einen Menschen zu töten. Statt dessen würde ich auf eine andere Weise eine Konfliktlösung erzielen um den Einsatz von Gewalt zu vermeiden.

Ich besuchte von der ersten bis zur zehnten Klasse die Albert-Schweitzer-Schule, die den Titel Gesamtschule besonderer pädagogischer Prägung trägt. Auf dieser Schule wird nach dem Walldorf-Prinzip gearbeitet, was bedeutet, dass die Lehrer sehr großen Wert darauf legten, uns zu sozialem und tolerantem Handeln zu erziehen. Ich kann mich erinnern, dass Streitigkeiten, die drohten in Gewalt auszuarten, durch meine damalige Klassenlehrerin sofort unterbrochen wurden. Die betroffenen Schüler mussten aufeinander zugehen, sich die Hand geben und entschuldigen. Anschließend wurde eine Lösung des Konfliktes gesucht, in dem gemeinsam über die Ursachen und einen Kompromiss nachgedacht wurde. Dieses Verfahren hat mir gezeigt, dass es immer auch einen zweiten Weg gibt. Daher frage ich mich, warum soll ich das Prinzip des Krieges unterstützen, bei dem viele Menschen leiden müssen – oft sogar Menschen, die gar nicht in den Konflikt involviert waren – wenn es statt dessen noch den gewaltfreien Weg gibt, bei dem niemand leiden muss.

Aber nicht nur dieses Argument spricht gegen die Praktizierung von Krieg. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Gewaltanwendung nicht dem Frieden dienen kann. Auch wenn es im ersten Moment gelingt, den Gegner durch Gewalt zu schlagen, so ruft jede Gewaltanwendung immer eine Gegenreaktion hervor. Der Hass des anderen wird verstärkt und eines Tages wird er mit geballter Kraft zurückschlagen und wiederum neues Elend auslösen. Es entsteht ein Teufelskreis, der zur Folge hat, dass ein Konflikt niemals gelöst wird, sondern im Gegenteil regelmäßig auf beiden Seiten neue Verluste und Opfer fordert. Ein dauerhafter Frieden kann nur dann erreicht werden, wenn Konflikte rücksichtsvoll im gegenseitigen Dialog behoben werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr schmerzhaft sein kann, wenn man sich aus Versehen verletzt, z.B. wenn beim Schneiden das Messer abrutscht. Es klingt für mich völlig absurd, dass ich nun bei dem Wehrdienst eine andere Person mit totaler Absicht verletzen soll – obwohl ich mir darüber bewusst bin, dass dieser Mensch Qualen erleiden wird oder gar sterben muss. Ich halte mir dann immer vor Augen, wie es wäre, wenn ich dieser Mensch bin. Sogar die Vorstellung daran, dass ich einen anderen Menschen mit Absicht verletzen oder gar töten soll, bringt mir ein schlechtes Gewissen. Im Konfirmanden-Unterricht in der Evangelisch-Lutherischen Philemon-Kirche in Hamburg-Poppenbüttel hat uns der Pastor viele wichtige Dinge beigebracht. Dazu gehören natürlich auch die Zehn Gebote, eine grundlegende Richtlinie für das Christentum, in welchen unter anderem steht: Du sollst nicht töten. Diese Jahrtausende alte Vorschrift hat nicht an Bedeutung und Wahrheitsgehalt verloren. Es ist wie für jeden eine Pflicht für mich, die auf keinen Fall missachtet werden darf.

Ich hoffe, meine Gründe zur Kriegsdienstverweigerung verständlich dargelegt zu haben, und bitte darum, meinen Antrag auf Verweigerung des Kriegsdienstes aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes anzuerkennen.
----------------------------------------------------------------
Sieht doch gut aus.
bla blub
16.01.2006 - 15:56 Uhr
1. du bist christ

2. du engagierst dich ehrenamtlich sonstwo

3. waffen sind NUR dazu da, jemanden zu töten/verletzen - folglich willst du nicht damit hantieren

4. deine grosseltern haben dir vom krieg erzählt/sind im krieg gestorben


in der anonymität eines inet-forums kann man es ja sagen: in meiner verweigerung war alles gelogen...keinen bock auf eine etwas strengere jugendherberge reicht wohl auch nicht als ausrede..

true
16.01.2006 - 16:36 Uhr
@mantra
es geht darum den PERSÖNLICHEN GewissensKONFLIKT darzulegen. Also z.B. Schutz des Lebens als obersten Wert vs. Recht auf Selbstverteidung. Lege dar, dass auch in anderem Umfeld Leben für dich der höchste Wert ist (etwa gegen Todesstrafe, gegen Abtreibung, gegen Tyrannenmord o.ä.). Ausführen wie es zu dieser Einstellung gekommen ist (christl. Erziehung, Einflüsse wie Bücher oder Kriegsfilme/berichterstattung, Erlebnisse mit Gewalt) und welche persönlichen Konsequenzen du bereits daraus gezogen hast. Was würde passieren, wenn du gegen deine Überzeugung handeln müsstest (persönliche Krise, nicht mit Schuld leben können). Politische Begründungen wie "Die Pflicht einen Wehrdienst zu absolvieren macht mir jedoch große Sorgen und ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar." vermeiden!
Vorgefertigte Muster würde ich prinzipiell nicht nehmen.
bla blub
16.01.2006 - 16:39 Uhr
bartel:


bloss nicht. als würden die leute vom amt nicht schon jeden verweigerungstext des inets in- und auswendig kennen...
keule
16.01.2006 - 16:45 Uhr
mmh, naja grundwehrdienst is ja nu auch nich sooo schlimm...

dabei kann man auch n paar ganz interessante erfahrungen sammeln
FundamentallyLoathsome
16.01.2006 - 16:47 Uhr
Meine erste Verweigerung ging aus mir völlig unverständlichen Gründen nicht durch, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben hatte. Die zweite habe ich dann 1:1 von einem Bekannten übernommen, die ist dann auch ein zweites Mal ohne Beanstandung durchgegangen. Vom Internet würde ich ebenfalls abraten, zu gefährlich.
Bär
16.01.2006 - 16:51 Uhr
Ne, gefährlich ist das nicht. Also wenn du eine aus dem Internet hinschickst. Kriegst sie halt umgehend zurückgeschickt und alles war fürn Arsch ; )
bla blub
16.01.2006 - 16:57 Uhr
bär: Ne, gefährlich ist das nicht. Also wenn du eine aus dem Internet hinschickst. Kriegst sie halt umgehend zurückgeschickt und alles war fürn Arsch ; )

jo klar, und bei der nächsten glauben sie dir dann.
bartel(d.E.)
16.01.2006 - 16:58 Uhr
Man soll natürlich nicht direkt abschreiben, aber man kann sich schon inspirieren lassen. Meine Verweigerung (in der prä-internetzeit verfasst) ist auch durch x Hände gegangen und hat so manchem Kriegsdienstverweigerer geholfen.
sonic
16.01.2006 - 17:40 Uhr
schreib es würde mit deinem gewissen nicht okay gehen als soldat weniger geld zu verdienen als ein zivi. das müssen die verstehen ;-)
sonic
16.01.2006 - 17:41 Uhr
schreib es würde mit deinem gewissen nicht okay gehen als soldat weniger geld zu verdienen als ein zivi. das müssen die verstehen ;-)
alkoholisierterOASISfan
16.01.2006 - 17:52 Uhr
Ich war weder beim Bund, noch hab ich Zivi gemacht, und ich bin stolz drauf!
Pure_Massacre
16.01.2006 - 17:55 Uhr
Schau mal auf dieser Seite vorbei, mantra.

http://www.verweigerungsministerium.de/
Hier finden sich genügend Gewissensgründe:
09.09.2007 - 19:23 Uhr
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22686/1.html
Sluggard
09.09.2007 - 20:33 Uhr
Ich bin da einfach zur Musterung hin, die haben mich gefragt ob ich Armee oder Zivi machen will, ich habe letzteres gewählt (und wurde selbst dafür ausgemustert). Hatte offenbar ganz schönes Glück ...
Malte der dreißte
09.09.2007 - 21:20 Uhr
ich hab gesagt ich bin schwul
und habe knieprobleme

realDonaldTrump

Postings: 594

Registriert seit 30.01.2017

05.05.2017 - 07:04 Uhr
Susan Rice, the former National Security Advisor to President Obama, is refusing to testify before a Senate Subcommittee next week on allegations of unmasking Trump transition officials. Not good!
Schule
03.03.2018 - 11:14 Uhr
Was der Staat sich alles rausnimmt...unglaublich. Sind wir hier in der DDR, oder was?

https://www.welt.de/vermischtes/article140246730/Gericht-verurteilt-Schulverweigerer-zu-Geldstrafe.html

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