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Der Elefantenmensch (David Lynch)

User Beitrag
alex
15.12.2005 - 22:53 Uhr
Hallo Leute,
hat den Film jemand gesehen?Wie ist der?
Kabuki
15.12.2005 - 23:04 Uhr
sehr gut auf jeden fall, wie so ziemlich alles von lynch
nussschale
15.12.2005 - 23:04 Uhr
Scheisse, so wie die meisten seiner alten Filme. *duck*
Lennon
15.12.2005 - 23:05 Uhr
ein sehr guter film
alex
15.12.2005 - 23:11 Uhr
na das war ja alles sehr konkret.;)
dass lynch gut ist,hab ich an blue velvet,mulholland drive,lost highway und wild at heart gesehen.wo lässt sich der elefantenmensch einordnen?
sonic
15.12.2005 - 23:14 Uhr
zeitlich davor
alex
15.12.2005 - 23:14 Uhr
danke
nussschale
15.12.2005 - 23:17 Uhr
Ich habe dem Herrn Lynch ja wirklich viele Chancen gegeben. Aber er will und will nicht.

Oder kann mir einer von euch erklären, was beispielsweise an 'Blue Velvet' aussergewöhnlich oder gar toll ist?
sonic
15.12.2005 - 23:20 Uhr
ich könnte, aber ich bin zu elitär. dir muss ja nicht alles gefallen. es muss ja nicht immer alles und jedes so lang erklärt werden bis es jedem gefällt. hab ich halt mehr platz im überlaufenen programmkino ;-)
nussschale
16.12.2005 - 00:12 Uhr
Also auch hier.

Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu glauben, dass der Film eigentlich niemand wirklich gut findet, aber halt alle irgendwo gut finden wollen/müssen.
JoeWanni
16.12.2005 - 00:39 Uhr
Ist einer der wenigen Lynch-Filme, die ich noch nicht kenne.
Gibts eigentlich Twin Peaks auf DVD zu kaufen (deutsch!)?
Seiltänzer
16.12.2005 - 00:58 Uhr
Gibts eigentlich Twin Peaks auf DVD zu kaufen (deutsch!)?

Nur die erste Staffel, also ziemlich unbefriedigend, da weder der Mord aufgeklärt wird, noch die richtzig schrägen Sachen vom Ende auftauchen.

Oder kann mir einer von euch erklären, was beispielsweise an 'Blue Velvet' aussergewöhnlich oder gar toll ist?

Bin mindestens genauso elitär wie sonic, dazu aber auch noch furchtbar missionarisch (ekelhafte Mischung ;)
Also los:
-Dieses fantastische Hintegründige, Böse, das ständig in der anständigen Welt des Protagonisten lauert. Selbst in der netten Vorstadtwelt Amerikas scheint nichts sicher
-Die faszinierende Verbindung von Sex und Gewalt, das Ausleben von Sehnsüchten und sadomasochistischen Trieben bis zur Schmerzgrenze
-Das Zitieren von zig Vorbildern aus der surrealen Kunst (egal ob Malerei, Literatur oder Film) -Sowieso eine allgemeine Stärke Lynchs
-Diese bedrückende Liebsgeschichte (oh ja!) zwischen Dennis Hopper und der Sängerin. Zwei Szenen (Der Blue Velvet-Gesang in der Bar und die In dreams-Einlage) zeigen deutlich, was für eine tragische Figur Frank doch eigentlich ist, der hinter seiner ruppigen Fassade eigentlich nur Liebe erwartet und erhofft, sie aber nie wirklich bekommen kann. Gerade diese Beziehung zwischen ihm und seiner Angebteten birgt weitaus mehr Spannung, Dramatik und Leidenschaft als jede Hollywood-Liebsschnulze (selbstverständlich von einem morbiden Sadismus begleitet)
-Es gäbe noch mehr, das raffinierte Erzählmuster, die Ästhetik zwischen "Kitsch" und "Abgrund", die Reflektionen über Gut und Böse, die ungeheure dramatische Kraft, die der Film entfaltet und, und, und...

Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu glauben, dass der Film eigentlich niemand wirklich gut findet, aber halt alle irgendwo gut finden wollen/müssen.

Jetzt hoffentlich nicht mehr. ;)


Um zum Thema zurückzukommen: Der Elefantzenmensch ist selbstverständlich auch ein hervorragender Film, wobei mir Lynch in der Rolle des schrägen Surrealisten immer noch am besten gefällt. Diese hat er in den 90ern mit Mulholland drive und Lost Highway perfektioniert, die imho seine besten Filme sind.
Loko
16.12.2005 - 06:58 Uhr
Ich bin auch ganz grosser Lynch fan und gebe Sonic vollkommen recht. Wenn einer Lynch nicht mag oder nicht versteht ist das auch echt nicht mein Problem. Lynch ist ein fabelhafter Filmemacher mit einer ganz eigenen Bilderwelt und seine Filme geben einen immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten. Filme wie Mullholland Drive und Lost Highway kann ich immer wieder sehen, ohne das sie langweilig werden. Der Elefantenmensch ist bei weitem nicht so subtil und auch in keiner Paralellwelt angesiedelt. Es ist ein Film mit einer klaren Message und zeigt die Unbarmherzigkeit des Menschen genauso, wie die Einzigartigkeit aller Lebewesen. Der Film ist David Lynch`s Plädoyer für die Menschlichkeit(Hat er mal im Interview gesagt).Der Elefantenmensch gefällt auch vielen , die sonst nix mit dem Herrn anfangen können. Mein absoluter Lieblings-Relaxfilm ist aber "Straight Story" von ihm. Der geht mir immer voll ans Herz. brigens kommt bald die zweite Staffel Twin Peaks auf DVD raus!!!!
stativision
16.12.2005 - 09:37 Uhr
ein ungewöhnlicher lynch-film, da schwarz-weiß, wenig rätselhaft, aber sehr emotional und bildgewaltig. einer der besten lynchs, weil total frei von allem, das kritiker als effekthascherei befinden könnten und mit eindringlichsten charakteren.
nussschale
16.12.2005 - 12:48 Uhr
Okay, danke Seiltänzer. Habe bewusst übertrieben um mal jemanden aus der Reserve zu locken und ein Statement abzugewinnen. Es ist mir jetzt schon des öfteren aufgefallen, dass wenn man sich negativ über Lynch äussert, als Gesprächspartner nicht mehr erwünscht ist.

Aber was soll ich sagen, mir bleibt 'Blue Velvet' auch jetzt vergleichbar mit diversen anderen Hollywood-Streifen. Der Film bietet meines Erachtens zwei gute Szenen (die von dir genannte Gesangsszene in der Bar und der Teil, als die eine da auf dem Dach des Autos tanzt) und am Anfang viel Spannung. Mehr aber nicht. Und der Schluss erinnert mich immer wieder an einen mittelmässigen Krimi.

'Straight Story' halte ich hingegen für seinen untypischsten Film. 'Mulholland Drive' schlichtwegs ein Meisterwerk. 'Lost Highway' ist sehr verwirrend aber mit einer bestechend düsteren und ergreifenden Atmosphäre. Sehr gelungen auch 'Twin Peaks' nur wird es gegen Ende der zweiten Staffel etwas banal. Dieser Wyndom Earl ist ja sowas von klischeehaft gezeichnet.
Seiltänzer
16.12.2005 - 12:55 Uhr
@nussschale
"blue Velvet" ist auch mit Sicherheit nicht der beste Film Lynchs. Deine Kritik am Ende kann ich gut nachvollziehen, finde diese ganze Inszenierung in der Wohnung auch mehr als bescheiden. Faszinierend ist an dem Film v.a. diese merkwürdige Atmosphäre und die "liebesgeschichte". Als Krimi taugt das ganze tatsächlich eher weniger.
Daniela
16.12.2005 - 13:00 Uhr

@Seiltänzer:

Sehr off-topic, aber wo hin mit einem fertigen Text?
Seiltänzer
16.12.2005 - 13:05 Uhr
Preis für den Off-topic des Jahres geht an Daniela. ;)
Hast du meine E-Mailadresse nicht mehr?
cds23
16.12.2005 - 13:48 Uhr
@ Daniela

Schick einfach ins Icq rein, hab dir dort meine emailadresse gepostet, wo du sie hinschicken kannst;-)
peter adam
16.12.2005 - 19:20 Uhr
War das Lynch oder Fincher (ich verwechsel die immer), der den 3. Alienteil so verschandelt hat?
Bär
16.12.2005 - 19:23 Uhr
Fincher
Alice
16.12.2005 - 19:33 Uhr
ich musste heulen als ich den Film gesehen hab.. der Elefantenmensch tat mir echt leid, aber der Film hatte auf jeden Fall Klasse. Sah denn mal echt jemand so verunstaltet aus?
...
16.12.2005 - 19:39 Uhr
kenn den film nich!!!
Bär
16.12.2005 - 19:41 Uhr
Joa ich mein schon gelesen zu haben dass des angeblich wirklich passiert ist
Kritiker
16.12.2005 - 20:02 Uhr
Der Elenantentyp redet aber die ganze Zeit, als ob er so einen Speichelabsauger vom Zahnarzt im Rachen hätte. Das fand ich sehr störend/ unappetitlich.
Sonst schöner Film.
ToRN OuTLaW
16.12.2005 - 20:11 Uhr
Was ich an dem Film tatsächlich am faszinierendsten finde, ist das Äußere von John Merrick, des Elefantenmensches, der ja wirklich gelebt hat, auch wenn seine Biographie deutlich von der im Film dargestellten Situation abweicht.(Sehr interessantes Krankheitsbild übrigens >http://www.phreeque.com/joseph_merrick.html<
>http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Merrick<
)
Die Maske die man John Hurt verpasst hat, wirkt so übertrieben ungeheuer(oder auch umgekehrt), dass man es als völlig unrealistisch ablehnt, sich einen solchen Menschen ernsthaft vorzustellen.
Mein erster Eindruck war dass die Gestalt des Elefantenmensches dem Film eine unfreiwilig trashige Note verleiht.
Aber nach einer Weile beginnt man zu aktzeptieren, das genau dieser Effekt des Ungeheuerlichen die Reaktion auslöst, auf die Lynch beim Zuschauer zielt. Es geht nämlich nicht darum sich mit der
mitleiderregenden und dennoch respektablen Person John Merricks zu identifizieren, sondern mit seinen Mitmenschen. Auch dem aufgeklärte Bürgertum
, welches versucht Merrick am gesellschaftlichen
Leben teilhaben zu lassen, unterstellt Lynch eine Sensationsgier, dabei stellt er aber die Unmöglich keit heraus auf Merrick unvoreingenommen zu reagieren, grade weil seine Erscheinung so Absurd ist kann man bei aller toleranz und Offenheit über
das handicap hinwegsehen. Ihn als gleichwertiges Subjekt, nicht als Mittel zum Zweck zu behandeln ist schon daher nicht möglich, als dass man sich
damit beweisen will Kants hehrem Ideal gerecht zu werden und seine eigene zwangsläufige Befangenheit aufgrund besseren Wissens überwinden zu können.
Merrick muss trotz wahrer freundschaftlicher Zuneigung und gesellschaftlicher Achtung der Freak bleiben der er ist und ihm ist klar dass er nie
ein normales Leben führen kann, weshalb er seinen Tod in Kauf nimmt als er sich am Ende des Films wenigstens einmal wie ein normaler Mensch im Liegen schlafenlegt, wobei er ob seiner Deformation erstickt.

Wem das alles zu ernst ist sollte sich Jeff Goldblum in "Das Lange Elend" ansehen, wo er die Rolle des Elefantenmenschen im gleichnahmigen
Musical übernimmt, zum totlachen!
ToRN OuTLaW
16.12.2005 - 20:16 Uhr
Muss natürlich heißen:kann man bei aller toleranz und Offenheit über das handicap NICHT hinwegsehen.

Irgendwie komm ich hier mit den Zeilenumbrüchen nicht klar....
Olli
16.12.2005 - 20:18 Uhr
im Film kommt Merrick ja eine Schauspielerin besuchen und zusammen lesen sie Sätze aus dem Stück Romeo&Julia..Empfindet sie was für Merrick oder Merrick für sie?
ToRN OuTLaW
16.12.2005 - 20:33 Uhr
Tja, ich würde sagen Merrick ist überwältigt davon, das eine wahre Künstlerin und gehobene Lady
ihre Vorurteile über Bord wirft und "the Beauty in the Beast" entdeckt und ehrlich von seiner Persönlichkeit beeindruckt ist UND sie ist nicht nur von seiner Intelligenz und inneren schönheit beeindruckt sondern noch vielmehr davon dass sie ihre Vorurteile über Bord werfen konnte und wie
sehr sie sich über Äusserlichkeiten zu stellen vermag die blöde Schnepfe, ich kann sie nicht leiden!
ToRN OuTLaW
16.12.2005 - 20:34 Uhr
Hier übrigens ein Foto des echten John Merrick!
http://content.answers.com/main/content/img/webpics/Joseph_Merrick.jpg
die elster
16.12.2005 - 20:35 Uhr
also ich mag "der elefantenmensch".

david lynch hat sogar bei einem rammstein video regie geführt.
Olli
16.12.2005 - 21:33 Uhr
grad läuft auf dem 4.Programm ein ähnlicher Film.."Die Maske"
googlhupf
16.12.2005 - 22:43 Uhr
in dem kam glaub ich auch barber's adagio vor, geniales stück!

hervorragender film, sensationeller hopkins
Platoon
16.12.2005 - 23:37 Uhr
"Der Elefantenmensch" passt irgendwie so gar nicht in die verrückt-skurille Lynch-Welt und macht ihn gerade deshalb so wertvoll.

@ stativision: "Eraserhead" ist ebenfalls in S/W gedreht mit den wohl härtesten Kontrasten, die jemals verwendet wurden - ein Film wie ein abscheulicher kranker perverser Alptraum...

Auch ich kann mit "Blue Velvet" weniger anfangen als mit "Lost Highway" oder "Mulholland Drive", weil letztere konkurrenzlos abgedreht sind.

Ganz allgemein ist David Lynch kein einfacher Filmemacher, sondern ein echter Künstler - einen ähnlichen unverkennbaren ästhetischen Stil haben sonst nur Filme von Sergio Leone.
die elster
17.12.2005 - 00:25 Uhr
das ist doch mit "straight story" genauso.wer käme auf die idee das es ein film von david lynch ist,wenn man seine anderen filme kennt?
stativision
17.12.2005 - 00:33 Uhr
stimmt, eraserhead hab ich aber (noch) nicht gesehen.

"blue velvet" finde ich toll, konnte ihm aber bei den ersten beiden durchläufen auch noch nicht so viel abgewinnen. man muss sich tatsächlich von dieser doch extrem seltsamen und erst auf den zweiten blick so anziehenden atmosphäre und den spielchen zwischen den charakteren gefangen nehmen lassen. btw: auch wieder super charakterzeichnung, was imo bei den surrealeren lynch-filmen nicht ganz so gut gelungen ist.
Platoon
17.12.2005 - 10:24 Uhr
@ die elster: Ich habe "Straight Story" noch nicht gesehen!

@ stativision: "Eraserhead" ist leider bei uns nie rausgekommen, es gibt auf http://www.davidlynch.com aber eine tolle Special Edition mit einem ausführlichen Interview mit Lynch.
die elster
17.12.2005 - 10:50 Uhr
dann wirds aber zeit.:)
O.F. Topick
17.12.2005 - 14:40 Uhr
also naomi watts macht mich nicht an, jessica lange war schon schärfer als kong's braut. hätten sie auch holly valance oder elle mc pherson nehmen können, wenn unbedingt down under
die elster
17.12.2005 - 14:53 Uhr
hier gibt's auch 'nen king kong-thread.
stativision
17.12.2005 - 17:00 Uhr
hm: das hier schon gesehen?
ToRN OuTLaW
17.12.2005 - 19:20 Uhr
@stativision

Abnorm
stativision
17.12.2005 - 19:47 Uhr
sehr gut, ToRN...
O.N. Topick
26.12.2005 - 21:21 Uhr
welche der frauen hier kann eigentlich einen kirsch-stiel mit der zunge verknoten?

die watts ist halt in mh. ist der so gut?

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