Todesstrafe

User Beitrag
Scheiss Amerika
24.11.2005 - 19:29 Uhr
1000. Hinrichtung in den USA

In den USA steht ein makabres Jubiläum bevor: die 1000. Hinrichtung seit Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976. Nach bisherigem Stand wird Daryl Mack, ein verurteilter Mörder aus Nevada, am 1. Dezember der Gefangene sein, der dieses Stück US-Geschichte schreibt. Er beteuert zwar seine Unschuld, aber hat sich entschieden, nicht mehr in die Berufung zu gehen: Er will lieber jetzt sterben, als noch länger in der Zelle zu sitzen.

Vielleicht läuft ihm aber auch ein anderer Mann unfreiwillig den Rang ab, der bereits am 30. November in die Hinrichtungskammer geführt werden soll. Sofern nämlich ein für einen anderen Häftling verfügter Exekutionsaufschub Anfang der Woche aufgehoben werden sollte, rückt Robin Lovitt aus Virginia, jetzt noch Todeskandidat Nummer 999, um einen Platz auf.

Mit ihm würde ein Mann sterben, dessen Fall für Gegner der Todesstrafe beispielhaft vieles von dem verkörpert, was sie gegen das so genannte "Capital Punishment" kämpfen lässt. Lovitt, heute 41, wurde als Kind von seinem alkoholsüchtigen Vater misshandelt, missbraucht, geriet in schlechte Gesellschaft und war für die Polizei auch gleich der Hauptverdächtige, als 1998 ein Spielhallenmanager mit einer Schere erstochen aufgefunden wurde.

Lovitt beteuert bis heute seine Unschuld, seinerzeitige DNA-Tests an der mutmaßlichen Tatwaffe brachten kein eindeutiges Ergebnis, aber neue Tests - mit inzwischen weitaus fortschrittlicheren Methoden - sind nicht möglich: Ein Mitarbeiter des zuständigen kriminaltechnischen Labors warf praktisch alle Beweisstücke im Fall Lovitt weg - wegen Platzmangels.

Eine häufig willkürliche Verhängung der Todesstrafe gehörte zu den Hauptbegründungen für die Entscheidung des Obersten US-Gerichts am 29. Juni 1972, die Todesstrafe im gesamten Land auszusetzen. Nach Überarbeitung der Gesetze zum "Capital Punishment" in den einzelnen Staaten wurde ab 17. Januar 1977 wieder hingerichtet: Damals starb in Utah Gary Gilmore durch ein Erschießungskommando.

Statistiken zeigen, dass trotz überarbeiteter Gesetze gemessen an der Bevölkerung immer noch deutlich mehr Schwarze hingerichtet werden als Weiße, und noch krasser wird die Diskrepanz, wenn der Täter schwarz und das Opfer weiß ist. Auch sind 98 Prozent der leitenden Bezirksstaatsanwälte in den US-Staaten, in denen es die Todesstrafe gibt, weiß.

Aber inzwischen sind die Hinrichtungsmethoden "humaner" geworden, wie es jedenfalls die US-Justizbehörden formulieren. In 37 von 38 US-Bundesstaaten, die die Todesstrafe wieder einführten, ist die Giftspritze als einzige oder Methode der Wahl festgelegt, nur noch Nebraska benutzt den elektrischen Stuhl. Zwei wesentliche Änderungen wurden von Todeskandidaten und Todesstrafengegnern vor dem höchsten Gericht erkämpft: Geistig Behinderte dürfen seit 2002 nicht mehr hingerichtet werden, und seit März dieses Jahres gilt ein Exekutionsverbot für Straftäter, die zur Tatzeit minderjährig waren.

Richard Dieter, Leiter des Todesstrafen-Informationszentrums in Washington, sieht in beiden Entscheidungen ein Indiz dafür, dass in der US-Gesellschaft "die lebenslange Haftstrafe als Alternative zur Hinrichtung zunehmend Akzeptanz findet, wenn auch sehr, sehr langsam". Tatsächlich ist in den vergangenen Jahren sowohl die Zahl der Todesurteile als auch der Exekutionen zurückgegangen. So wurde 2004 das "Capital Punishment" 125 Mal verhängt, der niedrigste Stand seit der Aussetzung der Todesstrafe. 59 Häftlinge - mit Texas wie stets als Spitzenreiter - wurden hingerichtet, das vierte Jahr hintereinander eine rückläufige Zahl. In mehreren Staaten - darunter Illinois - wird die Todesstrafe de facto nicht mehr vollstreckt.

Dieter führt den Trend hauptsächlich darauf zurück, dass in den vergangenen Jahren so viele Todeskandidaten frei gelassen wurden, nachdem sich - oft mit Hilfe der moderneren DNA-Testmethoden - ihre Unschuld herausgestellt hatte. 122 waren es seit 1973 und 35 allein seit 2000. Daraus lasse sich schließen, dass in der Vergangenheit möglicherweise dutzende Menschen wegen Taten hingerichtet wurden, die sie gar nicht begangen hatten, sagt Dieter. "Das schreckt die Menschen denn doch auf." Tatsächlich: Waren 1994 noch 80 Prozent der US-Bürger für die Todesstrafe, sind es einer jüngsten Umfrage zufolge jetzt 62 Prozent - nur noch, oder immer noch.

(Gabriele Chwallek, dpa)
Demon Cleaner
24.11.2005 - 19:54 Uhr
Ja. Der Artikel spricht eigentlich nur aus, was ich mir ohnehin denke: Todesstrafe ist nie gerechtfertigt. Nie.
decks
24.11.2005 - 19:55 Uhr
dagegen!
Patte
24.11.2005 - 20:00 Uhr
"Thank you for loving me." (Matthew Poncelet, 'Dead man walking')
tool
24.11.2005 - 20:05 Uhr
bitte, ganz ehrlich. wer dieses forum kennt, wird sich hier auf keine diskussion einlassen..vor allem nicht zu einem solchen thema, zu dem man weder lösungen noch kompromisse finden kann.

aber @ thread-ersteller.
wenn dich das thema wirklich bewegt und beschäftigt, solltest du dir evtl. literatur dazu besorgen oder andere foren aufsuchen..ein ernst gemeinter tipp
Spenderleber
24.11.2005 - 20:07 Uhr
Schaut euch Endstation Schafott mit Alain Delon an, dann wisst ihr was man davon zu halten hat.
Übrigens ist der ganze Film grausamer als (der für mich überschätzte) Dancer In The Dark.
vany
24.11.2005 - 20:10 Uhr
ich bin gegen die todesstrafe.da sterben vielleicht leute die gar nichts gemacht haben und einfach falsch beschuldigt wurden und außerdem können manche menschen aus ihren fehlern lernen!!!
Hungerhugo
24.11.2005 - 20:11 Uhr
Nichts gegen Dancer in the Dark.
Ich kenn beide Filme würde mich im Zweifelsfall aber für "Dancer" entscheiden.
Gut sind meiner Ansicht aber beide.
tool
24.11.2005 - 20:18 Uhr
im übrigen..ein guter film zum thema ist das leben des david gale, meiner meinung nach...

wenn man sich mehr auf die moral und logik des filmes einlässt, als auf die eigentliche story, so erkennt man, in welche ethischen schwierigkeiten man sich begibt
Lennon
24.11.2005 - 20:20 Uhr
dafür
Der Informant
24.11.2005 - 20:23 Uhr
"dafür"

Begründung?
avail
24.11.2005 - 20:27 Uhr
damit lennon die cds der toten bekommt!? ;) ("insider")

äh. ich bin dagegen. die sollen lieber den rest ihres lebens in einer geschlossenen anstalt verweilen.
true
24.11.2005 - 20:55 Uhr
man sollte diese Diskussion unbedingt erweitern: bitte auch die Anwendung von Daumenschrauben und Streckbank bis hin zum Scheiterhaufen neu bewerten.
Sidekick
24.11.2005 - 21:07 Uhr
Die EU hat trotzdem zuviele hotelähnliche Gefängnisse.
true
24.11.2005 - 21:08 Uhr
da kennt sich einer aus ,-)
Sidekick
24.11.2005 - 21:16 Uhr
Was glaubst du, was ich mach um in Urlaub zu fahren?

Nein, Spaß beiseite, solange deutsche Gefängnisse Fernseher, Radios, Zeitungen, sonstigen Luxus zulassen, bleiben sie ein Witz. So ein Panoptikum hätte was. Straftäter müssen das geringste Maß an Komfort und Luxus bekommen. Keine Betten, keine Möbel, Gefängnisuniformen und nichts anderes. Mörder und Vergewaltiger dürfen nicht mehr Besuch kriegen wie sie lustig sind. Lebenslänglich soll auch wortwörtlich genommen werden, nicht lächerliche 15 Jahre. Mörder und anderer Abschaum soll in gefängnissen dementsprechend auch verrecken. Todesstrafen gehen hier in Europa eh nicht mehr, deshalb ist die Diskussion Quatsch. Aber wer wünscht einem wie Dutroux nicht den Tod?
Der Informant
24.11.2005 - 21:18 Uhr
"Lebenslänglich soll auch wortwörtlich genommen werden, nicht lächerliche 15 Jahre."

In welchem Land sind das denn nur 15 Jahre?Jetzt sag nicht Deutschland...
Yoko
24.11.2005 - 21:20 Uhr
Luxus im deutschen Knast? DAS hier ist Luxus:

Prostituierte und klimatisierte Zellen für berühmte Häftlinge
Indonesische Abgeordneter beklagt Missstände in berüchtigtem Gefängnis Java

Jakarta - Reiche prominente Gefangene müssen im indonesischen Gefängnis von Cipinang auf Java nicht darben, kritisierte der Politiker Ahmad Fauzi. Ihnen stünden in ihren klimatisierten Zellen beispielsweise Handys zur Verfügung und viele vertreiben sich nach Angaben eines Abgeordneten die Zeit mit Prostituierten.

Für ein Handgeld von umgerechnet bis zu 170 Euro drücken die Wärter den Angaben zufolge gerne ein Auge zu, wenn den Häftlingen nach Damenbesuch auf den Zellen ist. Diese "Aktivitäten" beginnen gewöhnlich nach 22.00 Uhr und dauern oft bis 3.00 Uhr. Justizminister Hamid Awaluddin verlangte nach Angaben des Internet-Informationsdienstes detik.com Beweise für die Vorwürfe und drohte den involvierten Justizbeamten mit sofortiger Entlassung.

Das Gefängnis Cipinang ist berüchtigt in Indonesien, wo die Gefängnisverwaltung allgemein als korrupt gilt. Auch der Sohn des indonesischen Ex-Machthabers Suharto, Tommy Suharto befindet sich in einer der Zellen. Razzien in der Haftanstalt hatten in der Vergangenheit unter anderem Drogen und Waffen zu Tage gefördert. (APA)
R4IN
24.11.2005 - 21:31 Uhr
dagegen
jemand der etwas wirklich schreckliches getan hat verdient es nicht zu sterben, er sollte in einem verdammten loch den rest seines lebens dahinvegetieren....und alles andere kriegt halt auch jahresstrafen
dazu kommt noch, dass die möglichkeit besteht, dass ein unschuldiger getötet wird.
R4IN
24.11.2005 - 21:34 Uhr
ja in deutschland 15jahre = lebenslänglich... traurig
Der Informant
24.11.2005 - 21:42 Uhr
Bitte informiert euch vorher.15 Jahre mindestens,danach kann man frei kommen...aber auch nur wenn ein niedriges Maß an Schuld besteht.Bei einem hohen Maß an Schuld kann man bis zu 23 Jahre sitzen.

Desweiteren bin ich gegen die Todesstrafe,niemand hat das Recht über das Leben eines anderen zu entscheiden.Der Täter hat das zwar getan,aber man sollte lieber versuchen die Gefangenen zu resozialisieren.
R4IN
24.11.2005 - 21:43 Uhr
auch 23 jahre sind lächerlich wenn jemand zB 10 leute umgebracht hat . . .
Der Informant
24.11.2005 - 21:48 Uhr

In erster Linie soll es auch nicht darum gehen die Leute für ihr ganzes Leben einzusperren,man sollte viel mehr Wert in die Wiedereingliederung legen.Klar kann man es "lächerlich" nennen,aber eine Strafe sollte keine Art Rache werden.
tool
24.11.2005 - 21:54 Uhr
das thema ist doch so kompliziert...ist es gerecht jemanden zu töten, weil er getötet hat? sind 15 jahre genug?

wie soll man das beantworten? da gibt es keine rationale antwort drauf..menschen sind nicht objektiv.
Lavelle
24.11.2005 - 22:09 Uhr
juhu, endlich eine gelegenheit, "sam" aus american gods zu zitieren:

i believe that [...] while all human life is sacred there's nothing wrong with the death penalty if you can trust the legal system implicitly, and that no one but a moron would ever trust the legal system.
JD
24.11.2005 - 22:20 Uhr
bin dafür!
R4IN
24.11.2005 - 23:00 Uhr
eigentlich hat tool recht....zu kompliziertes thema...
gangeli
25.11.2005 - 01:18 Uhr
Seit ich vor kurzem einen DOK-Film, über die letzte zivilrechtliche Hinrichtung in der Schweiz am 18.10.1940, sah, bin ich gegen die Todesstrafe!
Damals wurde der Mörder Hans Vollenweider hingerichtet.

click

Der Film hinterlies bei mir einen faden und schalen Nachgeschmack...
Zudem nützt die vom Staat verhängte Todesstrafe niemandem etwas, und ist barbarisch!

gruss jean

gangeli
25.11.2005 - 01:23 Uhr

Hier der Link!
Bush Bleibt Hart
25.11.2005 - 01:35 Uhr
Sind doch eh alles Opfer!
Mekonian
25.11.2005 - 08:06 Uhr
http://www.bloodshotrecords.com/album/pinevalleycosmonauts/58

FundamentallyLoathsome
25.11.2005 - 09:41 Uhr
Die Tatsache, dass es in den USA erwiesenermaßen schon dutzende von unschuldig zum Tode verurteilte Menschen gab, macht mir die Antwort recht einfach.
sadcaper
25.11.2005 - 09:53 Uhr
Ich denke auch das das Wort lebenslang auch wirklich lebenslang bedeuten sollte. Wenn jemand 10 Menschen getötet hat, hat er für mich das Recht zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft verspielt. In Deutschland sind die Strafen für gewisse Dinge einfach zu niedrig. Ein Hoyzer bekommt über 2 Jahre und ein Vergewaltiger kommt zu oft mit Bewährung und Gruppentherapie davon. Da stimmt was nicht.
think about it
25.11.2005 - 09:56 Uhr
ich bin ganz klar dagegen, kein mensch hat das recht über leben oder tod eines anderen menschen zu entscheiden, aba was ich persönlich extrem finde, ist, das die todesstrafe zum beispiel in hessen noch erlaubt ist. (im gesetz der brd ist sie natürlich zum glück verboten)!!
sadcaper
25.11.2005 - 09:59 Uhr
think about it: Liegt einfach daran, das sie in Hessen zu faul sind (oder keine Zeit haben:-))das Gesetz zu überarbeiten.
SGE
25.11.2005 - 12:36 Uhr
Sie wird in Hessen allerdings nur noch vollstreckt - und das zu recht, wenn man´s Bembelsche net austrinkt.
Daniela
25.11.2005 - 15:34 Uhr

Wenn jemand 10 Menschen getötet hat, hat er für mich das Recht zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft verspielt.

Ich hoffe, so etwas kann man nicht verspielen...
cds23
25.11.2005 - 16:00 Uhr
Grundsätzlich gesehen bin ich nicht gegen so etwas wie eine "Todestrafe".Andererseits gibt es zu viele Fälle in denen Unschuldige zu Tode kommen, aufgrund von zu schneller Urteilsverkündung trotz großer Zweifel oder schlechtem rechtlichen Beistand des angeklagten Unschuldigen.Und wenn wir uns mal Texas vornehmen, sind es doch überwiegend Afroamerikander die hingerichtet werden, das sagt doch Alles.Zudem hasse ich diesen Aspekt, dass die Angehörigen des Opfers bei der Hinrichtung zuschauen dürfen.Voyeuristischer kann es nicht sein.Zudem auch Racheauslebung hiermit sogar von der Justiz übernommen wird, "quasi Selbstjustiz durch die Justiz".Aber angenommen jemand ist wirklich schuldig, sehe ich nicht ein, welche Rolle diese Person noch in unserer Gesellschaft einnimmt.Denn ein Serienkiller kann nicht mehr resozialisiert werden, und ihn ein Leben lang in den Knast zu stecken, kostet Geld.Das klingt hart, aber für einen solchen bezahle ich keine Steuern mehr.

Was hat es für einen Sinn, Menschen ein Leben lang ins Gefängis zu stecken? Ist das eine Strafe? Nein, ist es nicht.Denn eine Strafe ist dazu gedacht, aus den Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen bzw. es zu unterlassen.Hat jemand, der lebenslang eingeschlossen wird noch die Chance dies zu versuchen? Nein, hat er nicht, und selbst wenn, er würde es nicht schaffen, denn er ist krank.

Andererseits stört mich der Gedanke, dass sich die Menschheit unter sich umbringt, dass der Staat in der Lage ist, zu sagen: "Du stirbst jetzt".

Und vorallem dass ein jemand wie Arnold Schwarzenegger, in der Lage ist ein Todesurteil zu unterschreiben.

Ich kann mich also nicht entscheiden, wir kommen in dieser Diskussion an einen Punkt an dem man nicht mehr rational denken kann, weil man nicht weiß, was wäre, wenn man selber einen Angehörigen aufgrund eines Mordes verliert.
Bär
25.11.2005 - 16:24 Uhr
100% dagegen, ist mir völlig unverständlich wie man das nicht sein kann..
Daniela
25.11.2005 - 16:38 Uhr

Aber angenommen jemand ist wirklich schuldig, sehe ich nicht ein, welche Rolle diese Person noch in unserer Gesellschaft einnimmt.

Es gibt nichts, dass einem das Recht auf Leben nimmt. Keine hundert Morde und auch nicht die Unfähigkeit zur 'Resozialisierung'. Ab wievielen Morden bin ich denn ein Serienkiller? Und wer stuft meine Unresozialisierbarkeit ein?
Lavelle
25.11.2005 - 16:42 Uhr
@daniela
auch wenn ich keine lust habe, pro-todesstrafe zu argumentieren: fallen dir wirklich keine fälle ein, wo dir der gedanke dass die täter weiterleben unangenehm ist?
Seiltänzer
25.11.2005 - 16:44 Uhr
@Lavelle
Ich glaube, dass ist ein Thema, an das man nicht emotional, sondern vor allem rational rangehen sollte. Bei persönlicher Betroffenheit ist es eigentlich nicht mehr möglich da klar zu differenzieren.
Daniela
25.11.2005 - 16:47 Uhr

Klar, die Todesstrafen der Nürnberger Prozesse zum Beispiel. Ich werde zwangsläufig urteilen müssen, ohne persönlich betroffen zu sein. Ändert aber nichts daran, dass das unverrückbarste Recht nunmal das Recht auf Leben sein muss. Das ist natürlich zutiefst moralisch argumentiert, halte ich hier aber auch für angebracht.
simon
25.11.2005 - 18:47 Uhr
Stimme Daniela zu.
Und von wegen Lebenslang würde immer nur 15 Jahre bedeuten: Is doch Quatsch! Wenn z.B. eine "besondere Schwere der Schuld" festgestellt wird, gibt es diese Möglichkeit nicht. Und ansonsten ja auch nur bei guter Führung.

Und kommt doch mal von diesem "Der ist kein Mensch mehr, der hat 10 Menschen umgebracht, das ist doch ein Monster, der darf nicht weiterleben"-Trip runter, und stellt euch vor, dass bestimmt auch die Eltern, die ihre Kinder haben verhungern lassen, bestimmt glücklicher wären, wenn sies nicht getan hätten, bzw. wenn sie nicht schon so geworden wären, dass sie es tun mussten.
Es gibt keine Bösen Menschen.
Es gibt vielleicht das Böse, aber das, was wir so nennen, schlummert in uns allen.
simon
25.11.2005 - 18:50 Uhr
- und ich hätte auch gar nichts dagegen gehabt, Hitler weiterleben zu sehen, oder Goebbels, oder was weiß ich wen. Was wäre daran denn erschreckend gewesen? Für sie wäre es sicherlich die größere Schmach, Gefangen von den ärgsten Feinden mitanzusehen, wie ein neues und anderes Deutschland wächst und gedeiht.
R4IN
25.11.2005 - 18:58 Uhr
nur leider haben es zuviele NS richter geschafft in das schöne neue wachsende deutschland zu kommen und mit freundlichen armen gefangen zu werden...
ich hätte hitler in ein gaaaaaaaaaaaanz ganz kleines loch gesteckt (wogegen selbst das in dem sich saddam versteckte eine luxusvilla wäre) und ihn da so grade am leben gehalten back to the folterungen ^^

und das böse ist schwachsinn . . . auslegungsfrage für hitler waren halt alle anderen böse und da es kein richtig böse und falsch böse gibt ist das nur dummspruch...die frage der tat entscheidet die strafe, nicht die frage der bosheit.

dazu kommt noch das du dir ma die gefängnisse in deutschland anschauen musst langjährige strafen werden ja nicht in ner normalen zelle abgesessen sondern meist in fast einzimmer-wohnungs ähnlichen zellen und da die meisten nach 15 jahren oder halt dann 18 durch gute führung raus kommen ist klar weil keiner wird 15 jahre gegen das gefängnis revoltieren...
Kim
25.11.2005 - 19:03 Uhr
Seh ich völlig anders. Was ist denn mit dem "unverrückbarem Recht auf Leben" des Ermordeten?! Ist es für den halt einfach dumm gelaufen, aber das Leben von Mördern sollte geschützt werden?
R4IN
25.11.2005 - 19:05 Uhr
auch ein guter standpunkt ^^ aber ich finde ein lebenlang in einem richtigen kerker zu sitzen ist schlimmer als im tod erlösung zu finden ...
.....
25.11.2005 - 19:07 Uhr
aber das verletzt dann auch die menschenrechte!
simon
25.11.2005 - 19:14 Uhr
@R4IN
Die Strafe heißt ja auch nicht "15 Jahre schrecklich wohnen" sondern Freiheitsstrafe.

Und Kim, es geht ja eben nicht darum eine Tat zu sühnen, im Sinne von "Auge um Auge...", sondern darum, erst einmal die Rechtsordnung wiederherzustellen, die Allgemeinheit zu schützen und wenn möglich den Täter zu "bekehren".

Und von wegen Menschenrechte: Die werden vom Staat doch dauernd gebrochen: Dass ich z.B. nicht bei Rot über die Ampeln darf, verletzt auch mein Menschenrecht auf Freizügigkeit...

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