Udo Lindenberg
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Denniso Postings: 44 Registriert seit 19.06.2015 |
18.06.2025 - 21:51 Uhr
Lindenberg hast Du Dir nach der Kunze-Mühe wirklich verdient. Ich habe mich vor ein paar Jahren auch komplett durch seine Diskographie gehört und eine Menge Spaß gehabt. Selbst auf den schlechtesten Alben sind manche Texte noch gut oder zumindest lustig. Wotan ist eigentlich ein ziemlich gutes Album. Elli Pyrelli und der Malocher sind zwei seiner allerbesten Lieder, aber auch 0-Rhesus-negativ finde ich ziemlich gut. Klingt aufs erste Hören vielleicht ein wenig albern, aber die Idee, ein Vampirleben mit einem Gammler gleichzusetzen, hat schon was. Überhaupt ist der Lindenberg der frühen Jahren bis heute unerreicht, was seine schrägen Protagonisten und Charakterzeichnungen angeht. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
19.06.2025 - 20:09 Uhr
#03 - 20/34 - 1987 - FeuerlandViele Leute sagen ja, dass die 2020er permanent immer mehr Absurdes hervor bringen, was es so schwer macht, gedanklich mit- und sein Freudenzentrum aktiv zu halten. Hierzu folgendes Zitat: "1987 schenkte Lindenberg Erich Honecker anlässlich dessen erstem Besuch in der Bundesrepublik Deutschland in Wuppertal neben einer zuvor bereits postalisch übersandten Lederjacke eine E-Gitarre mit der Aufschrift Gitarren statt Knarren und erhielt im Gegenzug eine Schalmei. Diese kam auf der Hymne auf den Generalsekretär vom Album Feuerland zum Einsatz." Ich persönlich habe diese Zeit ja nicht erlebt. Vielleicht kann man mir da ja helfen und mir erklären, inwiefern das jetzt schematisch weniger plemmplemm ist als die spätkapitalistische Postmoderne. Aber es setzt in jedem Falle schon einmal eine Story in Gang, und wie wir bei der letzten Besprechung ja aufgeworfen hatten: Vielleicht braucht es ja gar nicht mehr als die Story - "stranger than fiction", sozusagen. Mit der oberen Story setzt sich dann auch das erste Stück "Der Generalsekretär" auseinander. Zeilen wie "Es war einmal ein Generalsekretär, der mochte den Rock'n'Roll so sehr..." sind in ihrer Einfachheit so schön entwaffnend, besonders vor dem Hinblick eines Staates, der den Lipsi-Schritt zu verantworten hat. Und um es ein wenig abzukürzen: Es ist leider das einzig wirklich interessante Stück des ganzen Albums, welches auch konzeptionell nicht zum Rest passt. Ich meine, na klar - so etwas nicht musikalisch zu verarbeiten ist keine Option, kein Vorwurf. Aber es wirkt wie ein Nachklang zu einem Album, das einfach keiner richtig braucht. Schön gar nicht in dieser Zeit. "Ich lieb dich überhaupt nicht mehr" ist ein wirklich erstaunlich generisches Trennungslied (Ja, ich weiß, dass es ein Fan-Liebling ist. Objektive Gründe dafür sehe ich nicht.). "98 Luftballons" mit seiner Safer Sex-Thematik schon recht nett, aber dann auch nicht wirklich ambitioniert und radikal genug. Und dann uninspiriert einfach nochmal einen Tucholsky-Klassiker wie "Augen in der Großstadt" zu vertonen... Sorry, es ist halt einfach lahm. Was nach so einem vollgeladenen Auftakt gleich doppelt enttäuschend ist. Somit: Ich erspare Euch den Rest. (PS: Wie man eine Tucholsky-Interpretation zum Beispiel wirklich gut macht (In diesen Falle "Bellevue"), sei der Vollständigkeit auch nochmal verlinkt. Eigentlich ein Sommer-Hit.) <I>Entschuldigen Sie? Der Generalsekretär Siehe oben. Der Rest wäre einfach zu öde gewesen. Rangfolge Votan Wahnwitz Keule Feuerland</I> |
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Enrico Palazzo Postings: 8957 Registriert seit 22.08.2019 |
19.06.2025 - 20:14 Uhr
Wunderbar :DWobei ich "Ich lieb dich überhaupt nicht mehr" auch ganz gut finde in seiner leicht traurigen Schlurfigkeit |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
20.06.2025 - 19:29 Uhr
#04 - 28/34 - 1995 - KosmosDer Weltraum. Unendliche Pleiten. Weiten. Fuck. Kann ich nochmal reinkommen? Mitte der 90er beginnt Udo, sich dauerhaft im Hotel Atlantic einzuquartieren. Auch diejenigen, die nicht viel mit ihm und seinem Schaffen zu tun gehabt haben, können über dieses Stück Trivia gestolpert sein. Und in diese Phase fällt mit "Kosmos" ein Album, welches dazu geeignet ist, sich Sorgen zu machen. "Ich will den Platz in meinem Herzen neu vermieten" plant der Udonator also zum Auftakt und setzt einen ungewöhnlich pessimistischen Grundton, der sich hartnäckig in den Gardinen hält. Zwar findet man auch hier viele Versatzstücke, dass "es ja auch noch andere Frauen gäbe", aber Männer jenseits der 25 wissen auch: Die "Plenty fish in the sea"-Theorie funktioniert nur, weil der Großteil von uns keinen Anglerschein hat. Überhaupt, diese Sache mit der Liebe oder zumindestens dem Herumbumsen davor - was angeblich so von Leichtigkeit und Naivität geprägt ist, wirkt hier alles zentnerschwer. Lindenberg versucht mit ungewohnt schwacher Stimmhöhe gegen die typischen 90er Bontempi-Synthwände anzunuscheln oder, besser gesagt, stellt schon den Versuch im Laufe des Albums allmählich ein. Bezeichnend, dass dann "Ich bin ein Single" hierbei noch die beste Figur dabei macht, dem ganzen anderen Schmonz zuvor und danach einfach die kategorische Abfuhr zu erteilen. Eigentlich hätte "Sie kennen ihre Namen nicht" hier von der Prämisse - zwei wildfremde Menschen entscheiden sich für einen spontanen Quickie im Zugabteil - eigentlich ein Selbstläufer werden können, aber was so verrucht und wild ansetzt kann letztlich keine Nonne zum Erröten bringen - von den Hamburger Deern mal ganz zu schweigen. Der Sound, wie schon kurz angerissen, ist kontemporär und damit aus heutigen Gesichtspunkten absolute Gülle. Aber damals hörte man Dinge wie "Spaceman" von Babylon Zoo und hielt es für Musik. Das war eben so - und deshalb darf man über diesen Aspekt auch nicht zu streng urteilen. Doch selbst unter diesen mildernden Umständen liegt die Vermutung leider nahe, dass man im Atlantic eher ruhige Nächte hat. Was für ein Hotel ja erstmal nichts Schlechtes ist. <I>Entschuldigen Sie? Ich bin ein Single Single? Vielleicht. Allein? Bestimmt nicht. Rangfolge Votan Wahnwitz Keule Feuerland Kosmos</I> |
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Enrico Palazzo Postings: 8957 Registriert seit 22.08.2019 |
20.06.2025 - 19:34 Uhr
Nix gegen Spaceman ;P |
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Luc Postings: 4795 Registriert seit 28.05.2015 |
20.06.2025 - 19:50 Uhr
Die letzten beiden Scheiben kenne ich gar nicht, habe aber dafür um so mehr Spaß an deinem Beschreibungen. Aber er ist auch immer wieder aus diesen Abgründen aufgetaucht und hat sich neu erfunden. Umd: Ich komme bei deinem Tempo mit dem Nachhören ja gar nicht hinterher :) |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
24.06.2025 - 17:31 Uhr
#05 - 09/34 - 1978 - Lindenbergs Rock-RevueFinde jemanden, der Dich so sehr liebt wie Udo Lindenberg den Rock'n'Roll. Aus heutiger Perspektive wirkt es natürlich nicht mehr so, aber man sollte nicht unterschätzen, welche Sprengkraft die Rockmusik als Ventil der 68er entfaltet hat. Dass von deutschem Boden Rebellion überhaupt ausgehen konnte, muss man im Nachgang als ein großes Geschenk betrachten. Montagsdemos ohne den Kontext einer Bewegung rund um den Prager Frühling zu denken - schwierig bis unmöglich. "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich" sagt man ja gemeinhin. Und der Rock'n'Roll ist für Lindenberg zu seiner eigenen Drangphase der maßgebliche Taktgeber dafür. Vor uns haben wir hier nun einige Klassiker des Genres, welche von Udo deutschsprachig interpretiert werden. Soweit der Kern der Angelegenheit. Das gelingt dann mal mehr und mal weniger, aber man merkt dem Interpreten zumindest an, dass er Spaß an der Sache hat. Da bei solch essentiell Coversongs die musikalische Bewertung recht schwierig ist, blicken wir hier vielleicht einmal etwas genauer auf die Originale, die diesen Album zu Grunde liegen und sehen daran gut, warum ausgerechnet diese Auswahl gemacht wurde. Auskennen tue ich mich in diesem Genre überhaupt gar nicht (Bis auf die Titel, die so als allgemeines Musikwissen gelten), also bringe ich mich lieber gar nicht in die Situation, also viel Unsinn darüber zu reden. Wir sammeln zunächst die Originale: "Rockin' n' Rollin'" von Tina & Ike Turner (1967) "Tutti Frutti" von Little Richard (1955) "We've Gotta Get Out Of This Place" von The Animals (1965) "Salty Dog" (Ich nehme mal an in der Version) von Procol Harum (1969) "Sitting on the Dock of the Bay" von Otis Redding (1967) "Penny Lane" von The Beatles (1967) "Sweet Little Sixteen" Von Chuck Berry (1958) "Leader Of The Pack" von The Shangri-Las (1964) "Sympathy for the Devil" von The Rolling Stones (1968) "Still crazy after all these years" von Paul Simon (1975) Lindenberg, Jahrgang 1946, hat hier also einen klaren Schwerpunkt auf der Musik, die er selbst um die 20 gehört haben wird - wie eben so viele seiner Altersgenossen. Gleichzeitig ist es aber auch ein gewisses Statement, seine ursprünglichen englischsprachigen Versuche auch mental abzuschließen. Der Spagat, das Gefühl seiner Lieblingsmusik auszudrücken, es jedoch auf Englisch nicht zu können. Wie er in einem seiner Interviews dazu einmal sinngemäß sagte: "[Englisch] ist nicht die Sprache, in der ich träume... Und das wurde mir dann auch nach dem ersten Album bewusst, dass so dann einfach nichts ankommt." Das hier ist ihm eine Herzensangelegenheit und man merkt es. Um sich selbst beweisen zu können, dass er die Essenz dessen, was er liebt auch mit den Mitteln auszudrücken, die er hat. Ich kann mir für einen Künstler kaum etwas Befriedigenderes vorstellen. Am Ende bleibt das Problem aber, wenn man sich an solche teilweise "Übersongs" heran wagt: Den Vergleich hat man selbst aufgemacht und im Regelfall verliert man ihn. Für so ein schweres Unterfangen ist es dennoch weit weg davon, ein Desaster zu sein. Phasenweise macht das sogar durchaus Freude. Aber eigentlich immer dann, wenn Lindenberg zu nah an Originaltext liegt und die Settings irgendwo in Memphis, Tennessee bleiben - da bricht das dann einfach zu stark mit seinem Charakter und wirkt einfach nicht glaubwürdig. Was schade ist, aber hier wäre nochmal etwas mehr Mut und Aufwand nötig gewesen, nicht bloß zu übersetzen, sondern zu lokalisieren - wie zum Beispiel im wirklich großartigen "Reeperbahn". Entschuldigen Sie? Reeperbahn ('78 Version) Eigentlich ist es unfair, das Stück zu nehmen, welches gerade nicht Rock'n'Roll ist. Hier ist die Übersetzung aber einfach am besten gelungen, weil er eher die Message zu übermitteln versucht und nicht so steif am Inhalt kleben bleibt. Rangfolge Votan Wahnwitz Keule Lindenbergs Rock-Revue Feuerland Kosmos |
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Luc Postings: 4795 Registriert seit 28.05.2015 |
24.06.2025 - 20:02 Uhr
Auch hier möchte ich auf die Livehaftig verweisen, Verdammt, wir müssen raus aus dem Dreck (we gotta get out of this pkace) zu dem er den im Alkohol versumpften Eric Burdon auf die Bühne holt und sich dann von ihm aber so was an die Wand singen lässt.Aber auch dafür hab ich Udo immer geliebt |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
05.07.2025 - 11:49 Uhr
#06 - 18/34 - 1985 - Radio Eriwahn präsentiert Udo Lindenberg + Panikorchester"Obéshchannogo tri goda zhdut." ("Auf etwas Versprochenes wartet man drei Jahre." - Russisches Sprichwort) Na ja, vielleicht etwas mehr. Etwa so viele Jahre, nachdem SED-Kulturverantwortlicher Kurt Hager Lindenberg schriftlich eine Absage erteilt hat, jemals für ein Konzert seinen Fuß in die DDR setzen zu dürfen - aus welcher dann letztendlich "Sonderzug nach Pankow" entstand -, ist Lindenberg tatsächlich zu Gast in der DDR. Besonders ironisch hierbei: Zum Schluss [von "Sonderzug nach Pankow"] ist eine Bahnhofsdurchsage auf Russisch zu hören. Der Text lautete: „Genosse Erich, im Übrigen hat der Oberste Sowjet nichts gegen ein Gastspiel von Herrn Lindenberg in der DDR!“ 1983 kam es also dennoch zum gewünschten Konzert, wohl auf nachweisliche Empfehlung durch Egon Krenz, seinerzeit FDJ-Chef und dann einige Jahre später bekanntlich Honeckers Nachfolger. Allerdings handelte es sich dadurch dann auch eher um eine Art diplomatischen Besuch, bei dem Lindenberg auch vor Publikum ein paar Stücke vortragen konnte, um im Nachgang zu diesem Song die Wogen etwas zu glätten. Ein Publikum übrigens, welches explizit angewiesen wurde, möglichst keine Reaktion auf seinen Auftritt zu zeigen - und ein "Konzert", das dennoch in Polizeigewalt gegenüber einigen seiner Fans gipfelte, die vor den Türen bleiben mussten. Wenn es doch immer so leicht wäre, korrupte Eliten mit etwas Musik ins Wanken zu bringen. Die geplante DDR-Tour 1984 wurde dann also abgesagt - wahrscheinlich war die ohnehin nur ein ernst gemeintes Angebot. Für diejenigen, die sich hier etwas tiefgehender interessieren, sei die Doku "Die Akte Lindenberg. Udo und die DDR" empfohlen. Nun also dafür etwas später im Land des großen Bruders. Mit jenem Konzert in Moskau setzt sich die zweite Hälfte des Albums auseinander. Ja, richtig gelesen - A-Seite sind Studiotitel, B-Seite sind Live-Mitschnitte des genannten Konzerts. Technisch ist es somit kein Studio-Album, weil der Live-Part länger ist als der erste Teil, aber so hätten wir es hier nicht besprochen und das wäre ein Versäumnis gewesen. Um jetzt endlich mal mit der Musik anzufangen: Hammer (und Sichel, schätze ich). "Moskau", "Germans", "Gespenster"... bei fünf Stücken drei absolute Bretter herausgehauen. Wäre ich genötigt, hier einen Favoriten zu wählen, wäre es vermutlich "Moskau". Zeilen wie "Und wie sie mich küsste, Wie Olga mich küsste - Mich Kapitalist, Imperalist! Wenn das Lenin wüsste..." hinterlassen bei mir beim ersten Hören so ein angenehm warmes Gefühl, wie viel Spaß man schon beim Texten gehabt haben muss. Am liebsten hätte ich zwar ein bestimmtes Stück aus dem Live-Segment gewählt, aber da dieses ja auch zuvor auch auf einen Studioalbum erschienen ist und ich mich dort dann nicht wiederholen möchte - seid Euch dennoch gewiss, dass ihr hier gut unterhalten werdet. Das hier ist von der "Vision" vielleicht nicht so interessant wie beispielsweise Votan Wahnwitz, aber das macht absolut gar nichts - weil selbst die wenigen Filler mindestens gut sind. Andere hätten dieses Album wahrscheinlich auf 20 Stücke aufgeblasen und es damit genau falsch gemacht. Es ist schwer vorzustellen, wie man ein Album mit höherer zeitgeschichtlicher Relevanz veröffentlichen kann. Entschuldigen Sie? Moskau Rangfolge Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Keule Lindenbergs Rock-Revue Feuerland Kosmos |
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Felix H Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion Postings: 11411 Registriert seit 26.02.2016 |
05.07.2025 - 12:18 Uhr
Uh, fast verpasst. Gleich abonniert. |
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joseon Postings: 1628 Registriert seit 04.09.2023 |
05.07.2025 - 14:51 Uhr
Habe die Tage ein paar Platten aus einer Ramschkiste gerettet u.a. "Ball Pompös". Die habe. ich als Kind gerne gehört und musste feststellen, die funktioniert noch immer sehr gut. |
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Loketrourak Postings: 3821 Registriert seit 26.06.2013 |
05.07.2025 - 18:03 Uhr
Abonniert! Dankedankedanke hierfür. Mit Keule hast Du wirklich mit einem Stinker angefangen. Lindenberg musste sich damals mit seiner nicht zuletzt durch die NDW deutlich abgenommenen Relevanz abfinden. Er war eine peinliche Figur und Keule war irgendwie sein Versuch, "neu" zu klingen. Ganz schlimm. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
14.07.2025 - 14:35 Uhr
#07 - 32/34 - 2002 - Atlantic AffairsFolgendes Konzept: Man nehme Lieder von durch die Nazis drangsalierten und verfolgten Interpreten der 20er und 30er Jahre, gebe ihnen (im Großteil) einen Future Pop-Anstrich und suche sich dazu noch ein paar Kollegen, damit man dann am Ende nicht alleine Schuld ist an dem Resultat. Klingt na ja - und ist es dann am Ende auch. Dennoch: Ja, die Welt gehört den Mutigen. Alleine der Umstand, sich den Klassikern ("Ich weiß nicht zu wem ich gehöre", "Lili Marleen", "Ich habe noch einen Koffer in Berlin", "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", etc.) als nicht allzu originalgetreue Version zu widmen, ist zweifelsfrei eine schöne Absicht. Die Auswahl der Titel ist nicht nur stilsicher, sondern zeugt davon, sich mit der Materie dieser Zeit auseinander gesetzt zu haben. Das beweisen gerade solche Titel wie "Kannst Du pfeiffen, Johanna?" oder "Ein Koffer spricht", die jetzt nicht gerade Standardrepertoire der Weimarer Zeit bilden. Es klingt vielleicht etwas naiv, das einem Künstler mit x Dekaden an Tourerfahrung vorzuwerfen, aber irgendwie merkt man hier doch sehr deutlich, dass die Inszenierung der Lieder dann doch für die Bühne angedacht ist. Als Album geht die große Geste irgendwie andauernd am Hörer vorbei, wenn einem die Zwischenszenen einer Revue fehlen. Sich jemanden wie Tim Fischer zu diesem Anliegen nicht einzuladen wäre natürlich ein Verbrechen gewesen und folglich passiert dies auch; ebenso steuert Helge Schneider (Und es muss leider immer wieder betont werden, was für ein BEGNADETER Musiker der Kerl ist) etwas Blues Sax bei, was als alter Spezi von Udo einfach Ehrensache ist. Ebenso Ellen ten Damme, deren Werk sowohl musikalisch, als auch filmisch (bspw. mit "Bang Boom Bang" und "Fickende Fische" gleich in zwei deutschsprachigen Klassikern um die Jahrtausendwende vertreten) mehr als hinreichend qualifiziert. Was jetzt exakt Die Prinzen und Yvonne Catterfeld hier zu suchen haben ist jetzt nicht so ganz schlüssig, aber sei es drum - die große Party braucht die große Gästeliste und schlecht ist das ja alles beileibe nicht. Ein Flip auf dieser Tour waren lediglich die drei Konzerte in Peking 2004. Vermutlich etwas zu sperrig als Thema. Aber wer sonst außer Udo könnte für so etwas überhaupt einen Veranstalter kriegen? Eben. Musikalisch gesprochen ist das halt leider nicht so spannend, wie es das Skillset der Beteiligten hergegeben hätte - und, wie bereits gesagt, die Studioversion leidet stark unter dem fehlenden Bühnenbild. Und so bleibt es dann wie bei einer nicht treffenden Pointe: Man muss dabei gewesen sein. Entschuldigen Sie? Bin nur ein Johnny Rangfolge Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Keule Lindenbergs Rock-Revue Feuerland Atlantic Affairs Kosmos -- So. Und da nun wirklich bald Nachwuchs kommt, ist jetzt erstmal ein paar Wochen Babypause. |
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dreckskerl Postings: 12071 Registriert seit 09.12.2014 |
14.07.2025 - 17:16 Uhr
Die Idee Chansons dieser Zeit zu covern hatte er erstmalig 1988 mit "Hermine", mit zum Teil sehr gelungenen Versionen.Die Lp läuft bei mir alle paar Jahre und macht nachhaltig Freude. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
29.07.2025 - 22:25 Uhr
#08 - 11/34 - 1979 - Der Detektiv – Rock Revue IIWir steigen direkt mit der Prämisse des Introstücks ein, ohne viel Intro und Palaver - weil es einfach so gut ist. "Der Amerikanische Traum" handelt davon, dass Udo zu einem Oktoberfest-Gig nach New York eingeladen wird und man dort - natürlich erst nachdem er ankommt - mit Entsetzen feststellt, dass er ja gar nicht der erhoffte Udo Jürgens ist. Danach pendelt das Stück in so eine Roadmap-Fantasie aus, aber binnen nur einer Minute den Rahmen für ein ganzes Konzeptalbum gelegt und dabei auch noch Humor bewiesen zu haben: Starke Nummer. Wie schon bei seiner anderen Rock-Revue stehen hier einige Klassiker an, die mit deutschsprachigen Texten versehen werden. Die Auswahl ist auch diesmal sehr stilvoll geraten und Udos Herzblut pumpt gallonenweise durch die unterschiedlich gewählten Arrangements. Highlights hier seine Interpretation von Stevie Wonders "Living for the City" ("Es reicht gerade noch zum Überleben") und The Eagles' "Desperado" (Meiner Ansicht nach die zweitschönste Coverversion nach der von Hagen Rether). Lindenberg gelingt es, textnah in der Übersetzung zu bleiben und dennoch fühlt es sich wirklich an, als wären es seine eigenen Songs. Aufgerundet wird dieser gelungene Eindruck durch "Baltimore", eine Hymne für sterbende Städte im Schatten der größeren Metropolen, in die jene ziehen, die es (sich eben leisten) können. Fühlt sich für jemanden, der gebürtig aus so einer der vielen Mittelstädte der Republik kommt sehr nahe an Zuhause an, wenn Lindenberg Zeilen wie "Ein paar Jahre / Mehr geb' ich Dir nicht" findet. Am Ende zerfällt der Eindruck des Konzeptalbums leider wieder, aber alles in allem ist das doch sehr kurzweilig. Ein paar Texte kann man heute so nicht mehr auf die Bühne bringen ("Kentucky Mädchen" - was allerdings auch den porträtierten Südstaaten-Rednecks geschuldet ist), das sei aber außerhalb der Bewertung lediglich der Vollständigkeit halber erwähnt und mindert den guten Gesamteindruck nicht. Entschuldigen Sie? Baltimore Rangfolge Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Keule Lindenbergs Rock-Revue Feuerland Atlantic Affairs Kosmos |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
31.07.2025 - 11:51 Uhr
#09 - 19/34 - 1986 - PhönixAlles was wir wollen, ist ein bisschen von allem und alles was wir kriegen ist ein bisschen zu viel. So das Nettofazit vom Albenauftakt "In den Ruinen von Berlin". Zirkusmusik, Comedian Harmonists, Kinderchor, Arientremolos, Jive-Beats, Conga-Percussion, etwa fünf Sprachen Text - die volle Lotte, wie man im Preußischen so sagt. Und irgendwie kann man nicht anders als sich zu wünschen, dass es in diesem Tempo doch bitte nicht so weiter gehen mag. Weil es am Ende doch irgendwie so klingt, als würde jemand beim Keyboardspielen die Treppe runterfallen. Der Wunsch wird dann zumindest teilweise erfüllt. Zwar bleiben die genannten Motive dieselben, jedoch entzerren sie sich ein bisschen mehr auf die folgenden Stücke. Gaga-Lyrics wie bei "Find ich gut (Ede Ödelmann)" oder etwas schale "Give peace a chance"-Gemeinplätze ("Say No") helfen allerdings nicht dabei, die Angelegenheit aufzulockern. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätten vorher bestimmte Elemente innerhalb der Songs stattfinden müssen und sich dann, wie bei einer Kreativaufgabe aus einem VHS-Kurs, in der sich die ganzen Birgits von ihren lyrischen Fähigkeiten überzeugen, daran versucht, mit diesen Restriktionen noch ein halbwegs hörbares Ergebnis zu stricken. Auch die mittlerweile obligatorischen Interpretationen von Brecht- und Hollaender-Stücken können den ganzen Konstrukt allerdings kein gesteigertes Niveau geben. Aus dem nicht gerade schmeichelhaften Raster fallen hierbei jedoch zwei klassische Balladen positiv heraus. Unter anderem "Horizont", wobei es sich nun in der neunten Besprechung wohl um den ersten Song handelt, den man so gemeinhin mal von Lindenberg gehört haben könnte, ohne sich explizit mit seinem Schaffen zu beschäftigen. Diese widmete er seiner verstorbenen Privatsekretärin Gabi Donner, woher auch die Textzeile "Ein Paar wie Blitz und Donner" rührt. Trotz dieser Emotionalität und Tragweite ist "Horizont" aber dennoch nicht die bessere der beiden genannten Balladen - diese Ehre gebührt dem halb so kurzen "Sternenreise". Ich hätte ohne Kontext vermutet, dass dieses Lied von Rio Reiser ist - und dabei dessen größeren Werken auch nicht wirklich in irgendetwas nachsteht. Ein wirklich schöner, sehnsuchtsvoller Song, der das vorherige... Erlebnis angenehm zu entschädigen weiß. Entschuldigen Sie? Sternenreise Rangfolge Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Keule Lindenbergs Rock-Revue Phönix Feuerland Atlantic Affairs Kosmos |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
25.08.2025 - 11:29 Uhr
#10 - 04/34 - 1974 - Ball PompösWährend dieses Album nicht die bekanntesten Lieder seines Schaffens enthält, würde ich dennoch sagen, dass dies mit Sicherheit sein bekanntestes Plattencover ist. Zwischen Schlagermuff und den etwas drögen Liedermachern seiner Zeit ist dieses Album nach den ersten Erfolgen für Lindenberg sozusagen die entscheidende Weichenstellung, ob man parallel zur etablierten Musiklandschaft seinen eigenen Platz etablierten kann. Ist der Paniksound mehr als ein solider Partygag und in der Lage, auch über längere Zeit zu tragen? Im Rückspiegel fällt einem die Antwort naturgemäß leichter, aber mit der immer größer werdenden Menge an Interpreten und Musikformaten zu dieser Zeit war Erfolg alles andere als selbstverständlich. Das hier musste sitzen. Und es musste knallen. Udo fokussiert sich bei diesem Album zunächst auf alle Facetten des Tourlebens - der, wie das Albumcover schon unsubtil zeigt, "Zugriff" auf attraktive Groupies ("Honky Tonky Show"), der Tourblues über die emotionale Leere von One Night Stands und des - trotz Fans- eigentlichen sozialen Außenseitertums ("Leider nur ein Vakuum") oder die Gebahren der Musikbranche ("Johnny Controletti") [Mit der Zeile "Die Jungs vom Syndikat sind enorm professionell" eindeutig in direkter Erbreihenfolge zum Stück "Zuhälter" von Wir sind Helden]. Am einfachsten ist es natürlich, von den Dingen zu berichten, mit denen man sich auskennt. Zentrales Stück dieses Albums ist "Rudi Ratlos". Ab dann beginnt sich die Platte wie eine Auster zu öffnen und – ich kann mich nicht entsinnen, schon einmal so viel Spaß mit einer Lindenberg-LP gehabt zu haben. Das ganze Storytelling ist so weird und gleichzeitig so wunderschön, wie bei einem dieser Trips, bei denen man schon gelernt hat, wie man eine Dosis steuern muss, um dieses Kribbeln an der Rückwand des Kopfes zu kriegen. Nichts ergibt Sinn, alles ist gelogen und keinen stört's. Hier wird nicht eingeladen, sondern mitgezerrt. Einzig "Cowboy-Rocker" fällt mit seinem überlangen Intro unangenehm auf, aber irgendwann muss man ja auch mal die Drinks holen. Spätestens mit diesem Album lässt sich die Faszination um die Person Udo Lindenberg erschließen. Genau genommen kann ich mir gar nicht vorstellen, wie noch mehr von alldiesem stattfinden und auf eine Platte passen soll. Entschuldigen Sie? Gerhard Gösebrecht Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Keule Lindenbergs Rock-Revue Phönix Feuerland Atlantic Affairs Kosmos |
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Zeke Postings: 297 Registriert seit 15.06.2013 |
25.08.2025 - 15:18 Uhr
Cowboy Rocker ist mein Favorit.Die Rocker Stimme ist übrigens Otto Waalkes. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
30.12.2025 - 23:36 Uhr
#11 - 24/34 - 1991 - Ich will dich habenWas für ein zäher Einstieg zurück in dieses Unterfangen. Aufgrund des Titels habe ich mich naiverweise auf zehn Liebeslieder eingestellt, die ja in Lindenbergs Werk bisher eher nicht so zu den Highlights zählen. Und dann erwischt einen so eine Nummer wie "Renate von Stich" und... tja, wie beschreibt man das? Also, zuallererst ist man etwas peinlich berührt. Das ist aber auch mutmaßlich eingepreist bei Songs, deren Kernhandlung Masturbieren vor dem Fernseher ist. Endlich mal ein realistisches Liebeslied, könnte man sagen. Und das Heidrun von Goessel, der dieser ganze Bums gewidmet ist, beim Videodreh auch noch mitmacht, sollte das ganze eigentlich gegen etwaige Störgefühle absichern. Aber irgendwie guckt man bloß mit dreißig Jahren Abstand darauf und lehnt einfach dankend ab. War nicht alles besser, damals. Anfang der 90er schien eine Art Keyboard-Zwang für Deutschpop zu existieren, und die Treuen mussten auch schön langsam und unverwischt ausgespielt werden. Dieser Sound ist gleichzeitig so charakteristisch für eine ganze Epoche und ebenso nervenbetäubend nichtssagend, dass ich schon nach der Hälfte des Albums beginne, die restlichen Titel untereinander zu verwechseln. Darunter fällt auch auch einer seiner populäreren Songs, "Ein Herz kann man nicht reparieren". Beileibe nicht furchtbar, aber auch hier mit mehreren Dekaden Abstand etwas, was nicht viel mehr als Schulterzucken hervorruft. Aus dieser allgemeinen Langeweile und/oder einfach nur Seltsamkeit sticht wiederum "Benedictum Benedactum" als leichte Rocknummer zur katholischen Sexual(um)moral heraus. Bevor ich mit diesem Projekt hier anfing, habe ich eher so Titel wie diesen hier erwartet: Solide Gitarrensounds mit einfachem und teilweise pointiertem Spaßtext. Aber um im Bild zu bleiben: Eher die Kategorie One Night Stand, dem man dann später nicht mehr schreibt. Entschuldigen Sie? Benedictum Benedactum Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Keule Lindenbergs Rock-Revue Phönix Feuerland Ich will dich haben Atlantic Affairs Kosmos |
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Unangemeldeter Postings: 2577 Registriert seit 15.06.2014 |
31.12.2025 - 09:47 Uhr
Eha, jetzt erst mitbekommen, das Projekt. Hiermit abonniert und schon ein paar der Entschuldigen Sies nachgehört. Udo ja größtenteils weiße Landkarte für mich, auch wenn ich vor paar Jahren zu Panikherz schonmal einzelne Songs nachgehört hab. Würde mich überraschen wenn da irgendwas bei mir hängen bleibt was ich nochmal hören will, aber ich liebe Überraschungen. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
04.01.2026 - 21:46 Uhr
#12 - 01/34 - 1971 - LindenbergAuf Lindenbergs erstem Studioalbum singt Udo, so wie seine großen Vorbilder, ausschließlich auf Englisch. Das fühlt sich nach der bisherigen Menge an gehörten Alben von ihm derart ungewöhnlich an, dass es wirklich schwer fällt, es zu späteren LPs überhaupt in Beziehung zu setzen. Es wirkt ein bisschen wie ein alternatives Universum, in dem Lindenberg eben nicht eine der prägenden Figuren deutschsprachiger Musik geworden wäre, sondern vermutlich bloß einer der vielen, vielen Interpreten, bei denen ihr eigenes Fan-Dasein sehr viel lauter klingt als ihr eigenes Schaffen. Wenn man sich gedanklich von dem, was darauf folgt, zu lösen beginnt, dann gibt es da bisweilen in manchen Stücken ein paar interessante krautige Ansätze zu hören, die jetzt aber auch nicht zwingend zum Verweilen einladen. Als Zeitdokument ist es allerdings erhellend, da einem hiermit klar wird, dass Udo seinen charakteristischen Gesangsstil schon von Anfang an exakt so intus hatte, wie man ihn auch Jahrzehnte danach noch im Ohr hat. Kommerziell war das Debüt eine Vollkatastrophe und man kann das hauptsächlich aus zwei Gründen nachvollziehen. Zum einen, weil es Anfang der 70er schlicht noch in direkter Konkurrenz zu den Bands steht, deren Stil Lindenberg adaptiert und dabei atmosphärisch nicht in derselben Liga spielt. Gerade die Jahre 1970/71 sind so eine fundamentale Entwicklungsstufe der Rockmusik, dass der überwiegende Classic-Sound hier schlicht nach einer Welt von Gestern klingt. Zum anderen ist es eben ein himmelweiter Unterschied dazwischen, wenn native speaker etwas "Simples" sagen und Zweitsprachler dasselbe versuchen. Gerade in den lockeren, lapidaren Sätzen von Rocklyrics sind die Mikrobetonungen essentiell wichtig, um eine glaubwürdige Emotion zu transportieren und nicht einfach nur nach ein akustisches Abziehtattoo wird. Der von mir überaus hochgeschätzte UK-Rapper Scroobius Pip brachte es einmal mit den folgenden Zeilen aus "Let them come" auf den Punkt, die seitdem für mich persönlich auch eine Art Credo geworden sind: "Y'know, it's enlightening: / I see so many kids that love being writers / More than they love writing." Genau in diese Falle tappt dieses Debüt: Der Wunsch nach großer Bühne ist so immens, dass er völlig überschattet, was man auf dieser Bühne eigentlich darstellen will. Das macht "Lindenberg" allesamt nicht zu einem furchtbaren Album, aber eben: verzichtbar. Und irgendwie empfinde ich das als ein sehr ermutigendes Signal, wenn man seinen Auftakt in den Sand setzen und schlussendlich doch noch ein beachtliches Werk entstehen kann. Entschuldigen Sie? We've had our time Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Keule Lindenbergs Rock-Revue Phönix Feuerland Lindenberg Ich will dich haben Atlantic Affairs Kosmos |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
10.03.2026 - 23:12 Uhr
#13 - 07/34 - 1976 - Sister King Kong"Es gibt nur ein Problem; das haben wir nun schon seit Jahren - / Der Satan ist in ihren Body eingefahren. / Manchmal übernehmen die Dämonen die Regie, / Dann gebärdet sie sich in wilder Hysterie" Spätestens jetzt, wo wir so ein gutes Drittel der Diskographie besprochen haben, lässt sich mit Zeilen wie aus dem eben zitieren "Der Teufel ist los" hervorragend charakterisieren, weshalb Lindenberg so eine Sonderstellung in der deutschsprachigen Musik einnimmt: Weil er offenkundig keinen Fick auf gar nichts gibt. Mitsingen? Ja, probiert es halt. Whatever. Udo bricht mit der ur-germanischen Volksliedtradition, nach der erfolgreiche Musik möglichst eingängig sein muss. Stattdessen bietet er ein "Ich bin das, was sich sonst keiner trauen würde zu sein" an; kein Star zum Anfassen, sondern ganz im Gegenteil durch und durch Kunstfigur. Alles, wofür man diesen Charakter anziehe oder abstoßend finden kann, ist auf Sister King Kong so dermaßen überspitzt dargestellt, dass es eine or Freude ist. Texte wie in "Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne" und "Rätselhaftes Bielefeld" sind in ihrem Grad an Stumpfsinn schon wieder lyrische Kleinode. Alles, was Lindenberg singt, wirkt so, als hätte er nie mehr als zehn Sekunden darüber nachgedacht. Und genauso präsentiert er es auch: Seht her, ich bin der Freak und da sich irgendwie bisher keiner getraut hat, mich von der Bühne zu ziehen, kann ich auch einfach weitermachen. Im Englischen hat man für eine solche Darbietung den Begriff "Slacker", der sich irgendwie nicht sinngetreu übertragen lässt. Einzig das Panik-Orchester liefert zweifelsfrei musikalisch erstklassig zwischen klassischem Rock'n'Roll und Honky Tonk ab und ist damit irgendwie auch der Kleister, der den freidrehenden Meister zusammenhält. Sehr kurzweilig, das alles. Aber eben auch eine Dreiviertelstunde, von der man sich nachher fragt, was einen da nun eigentlich geritten hat. Entschuldigen Sie? Jenny Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Sister King Kong Keule Lindenbergs Rock-Revue Phönix Feuerland Lindenberg Ich will dich haben Atlantic Affairs Kosmos |
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Loketrourak Postings: 3821 Registriert seit 26.06.2013 |
11.03.2026 - 08:05 Uhr
Rätselhaftes Bielefeld und der Teufel ist los haben einen Teil meiner Jugend/Kindheit geprägt! Die Introzeilen von ersterem (Als ich neulich bei ner Rangelei mitm Hai ums Leben kam, und mich Poseidon in seine Algenarme nahm") und der Refrain vom zweiten ("Grüß Gott, ich bin der Exorzist") in dem "heißt es" auf "Geistes" gereimt wird, sind mir für immer im Gedächtnis. Sister King Kong hat einen Spezialplatz in meinem Herzen. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
12.03.2026 - 13:05 Uhr
#14 - 29/34 - 1996 - Und ewig rauscht die LindeManchmal wird man im Verlauf einer solchen Mammutaufgabe irrational wütend. Egal, wie viel man zuvor oder eben danach mit der Materie eines Interpreten vertraut ist, wächst einem das im Rahmen eines solchen Unterfangens doch ein wenig ans Herz. Man erkennt die Höhen und Tiefen mit der Zeit und entsprechend zerknirscht ist man, wenn sich schon in der ersten Minute ein Mittelmaß anbahnt. Weil man ja einfach schon weiß, wie viel besser es denn gehen könnte. In diesem Falle hier ist das Hauptproblem seine Produktion. Die ganzen instrumentalen Spielereien und textlichen Schleifen verpuffen allesamt effektlos, weil jede Aufnahme klingt, als wäre sie in einem Styropor-Sarg entstanden. Bisher hatten die besprochen Alben diesbezüglich nie ein Problem und umso unangenehmer fällt es eben hier auf. Es fällt nochmal schwerer, sich dieses Eindrucks zu entledigen, weil sich darunter tatsächlich einige Titel verbergen, die ansonsten zu Lindenbergs besseren gehören. Das muss nicht immer heißen, dass dabei epochale Lyrics herauskommen. In dieser Hinsicht simple Titel wie beispielsweise "Arschgesicht" oder "Der frische Wind von Berlin" hätten dennoch durchaus Klassikerpotential, wenn, ja wenn der Sound nicht aus dem Dosentelefon käme. Vielleicht profitiert letzteres noch ein bisschen mehr von der ohnehin im Synthpattern angelegten Lo-Fi-Stimmung, um dann einfach nicht weiter negativ aufzufallen. Traurigstes Opfer dieses Umstands ist hierbei jedoch der Schlusstitel "Hasse dich jetzt schon". So viel, wie das eigentlich passiert und so viel Wucht diese ganze Nummer entfalten könnte – stattdessen: meh. Und irgendwie ist es mir nicht egal beim Zuhören. Die Veröffentlichung ist absurde 30 Jahre her und dennoch fühle ich mich hier und jetzt davon um Etwas betrogen, was es eigentlich hätte sein können; eher müssen. Vermutlich kein Karriere-Highlight, so fair muss man bleiben. Aber es hätte wirklich wenig gebraucht, um dieses Album positiv herausstechen zu lassen. Entschuldigen Sie? Hasse dich jetzt schon Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Der Detektiv - Rock Revue II Sister King Kong Keule Lindenbergs Rock-Revue Und ewig rauscht die Linde Phönix Feuerland Lindenberg Ich will dich haben Atlantic Affairs Kosmos |
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Grizzly Adams Postings: 6728 Registriert seit 22.08.2019 |
12.03.2026 - 16:16 Uhr
weil jede Aufnahme klingt, als wäre sie in einem Styropor-Sarg entstanden Kenne das Lindenberg-Album zwar nicht, aber deine Metapher ist sehr sympathisch. Muss ich mir merken. ;-) |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
28.04.2026 - 22:29 Uhr
#15 - 10/34 - 1978 - Dröhnland SymphonieAch scheiße, Digga. Eigentlich habe ich wirklich gar keine Lust auf diese ständigen Passagen, dass die Kunst eben Produkt ihrer Zeit und damit auch ihrer Ansichten auf die Welt ist. Aber ich schätze, wenn es wie in "Øle Pinguin" Zeilen wie "M-m-anchmal ist es 'n bisschen kalt / doch wenn ich frier' / dann greif ich mir 'ne Eskimöse / und wärme mich an ihr" gibt, dann gehört das wohl erwähnt. Und vermutlich packt er ihr danach noch von hinten an den Schlitten... Anyhow, wenn man solche Dinge entweder ausblenden oder parallel auf seinem Radar existieren lassen kann, dann bietet dieses Album tatsächlich einiges. Unter anderem, woher dann auch der Name Dröhnland herrührt, einige Abhandlungen zu seiner beginnenden Alkoholsucht. Bilder wie "Lady Whiskey / hast so schöne braune Augen" sind gerade wegen ihrer Einfachheit sehr berührend, weil sie erläutern, dass eine Sucht eben nicht Gescheiterten passiert, sondern Menschen, die dadurch beginnen an ihrem Alltag zu scheitern. Für ein tatsächliches "Konzeptalbum" scheint Lindenberg aber in dieser Phase nicht gemacht zu sein. Titel wie "Ich heiße Schmidt" und "Na und?!" könnten kaum weniger miteinander oder dem angesprochenen Überthema zu tun haben, sind aber beide auf ihre Art und Weise eine schöne Bandbreite darüber, wie Lindenbergs frühe Werke aufgebaut sind. Da ist zum einen das klare 68er-Sentiment mit Sponti-Lyrik bei "Ich heiße Schmidt", während "Na und?!" das Establishment eher subversiv angreift, indem es seine vermeintlichen Aufregerthemen knochentrocken normalisiert und als Alt-Nazi-Sprech enttarnt. Der Gegenpol (Ha ha, wegen Grönland...) kommt danach eine Nummer wie "Bett-Män", wo Udo seinen inneren Frankenstein kanalisiert, um einen fliegenden Superhelden in die Welt zu setzen, der dann aber doch lieber nur pennen möchte – vorzugsweise mit weiblicher Begleitung. Sobald irgendetwas irgendwie ernst sein könnte, wird es erbarmungslos plattgewalzt. Aber, Ehre wenn Ehre gebührt: Instrumental und auch lyrisch ist diese ganze Angelegenheit hier sehr kreativ geworden. Als Gesamtwerk funktioniert es nicht so wirklich, aber mehrere Titel dieses Albums gehören definitiv zu den Karriere-Highlights. Ein bisschen wie ein günstiger Oldtimer: Lohnt sich zum Ausschlachten. Entschuldigen Sie? Na und?! Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Dröhnland Symphonie Der Detektiv - Rock Revue II Sister King Kong Keule Lindenbergs Rock-Revue Und ewig rauscht die Linde Phönix Feuerland Lindenberg Ich will dich haben Atlantic Affairs Kosmos |
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Affengitarre User und News-Scout Postings: 11866 Registriert seit 23.07.2014 |
28.04.2026 - 22:32 Uhr
Deine Posts in diesem Thread sind total klasse, danke dafür! Großartige Arbeit. |
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The Libertine Postings: 434 Registriert seit 29.08.2022 |
11.05.2026 - 10:20 Uhr
Also: Ich habe versucht mich nochmal sehr vorurteilsfrei seinem Werk zu widmen. Und nach intensiver Beschäftigung wundert mich dieses Abgekulte, was gerade wieder sehr intensiv stattfindet, dann doch ein wenig. Sein mit Abstand bestes Album ist "Alles klar auf der Andrea Doria" (1973), mit großartigen Stücken wie "Cello" und dem Titelsong. Hier stimmt auch die Produktion. In den weiteren Siebzigerjahren waren immer wieder gute Momente dabei "Rudi Ratlos" oder so, allerdings funktioniert es eigentlich nie auf Albumlänge. Textlich geht mir auch auch leider zu oft um "heiße Girls" und er ist dann schon sehr oft der Lustmolch. Klar, war das damals neu und man muss es im Kontext der Zeit sehen (sexuelle Befreiung und so), aber die große Poesie höre ich auch oft nicht raus (liegt aber vielleicht auch an mir). Bei Songs wie "Sie ist 40" ist dieses im falschen Leben sein, raus wollen, Sehnsucht schon gut eingefangen, aber oft sind die Texte auch etwas ungelenk und gar nicht mal besonders gut. Tiefsinnig schon auch gar nicht. Was ich wirklich bedenklich finde, sind die Pädomomente, wo er sich an 14 jährige ranwanzt. Das ist für mich dann weniger Zeichen der Zeit, als unappetiliche Neigung? Das ist gerade vor dem Hintergrund wichtig, da er ja oft als Möglichmacher und ja auch Feminist oder so gefeiert wird. Letztlich wird man aber auch das Gefühl nicht los, das viele jüngere Künstler einfach auch wissen, der Udo ist Kulturgut, das ist irgendwie gut für mich sich in seinem Dunstkreis aufzuhalten. Habe mal eine Playlist erstellt, mit seinen, meiner Meinung nach, besten Songs. Kam mit Mühe und Not auf 16 Stücke. Daumen im Wind Alles klar auf der Andrea Doria Nichts haut einen Seemann um Cello Mädchen aus Ost-Berlin Rudi Ratlos Leider nur ein Vakuum Der Dirigient Votan Wahnwitz Alles im Lot auf dem Riverboat Udo on the rocks Na Und?! Bis ans Ende der Welt Sie ist 40 Flipper Nicht falsch verstehen. Er ist schon auch ein ehrbarer Künstler, aber ich finde die momentane Heldenverehrung dann doch etwas übertrieben. |
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andygoestohollywood Postings: 874 Registriert seit 27.11.2023 |
11.05.2026 - 10:39 Uhr
Oh, steht der 80. Geburtstag bevor, alles Gute unserer Legende mit Hut lebend im Hotel mit ehrlicher Musik. Hab mich zwar nie so recht mit beschäftigt im Gegensatz zu Grönemeyer, aber drei der besten Stücke auf einem Album mit der Andrea Doria, dem Mädchen aus.. und Cello..wusst ich gar nicht. |
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dogs on tape Postings: 616 Registriert seit 14.06.2013 |
11.05.2026 - 11:05 Uhr
Ja dieses eklige Nina Lied ging jetzt wieder rum. Seitens des Künstlers gab es da wohl nie eine Selbstreflexion. Gibt wohl noch mehr davon von ihm. |
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Sneedlewoods Postings: 1783 Registriert seit 07.05.2023 |
11.05.2026 - 16:35 Uhr
Free OrbitKlaus Doldinger Emergency Niagara Albert Alptraum bis Votan Wahnwitz(hat nicht für massig Literaturpreise gereicht) Panische Zeiten(Keine Oscar Nominierung) Eierlikörbilder(auch nicht auf der Documenta ausgestellt) Wer Udo L. favorisiert, raubt mir nicht die Nachtruhe. |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
11.05.2026 - 22:43 Uhr
#16 - 31/34 - 2000 - Der ExzessorUm es mit dem schönen Holofernes-Zitat aus "Der letzte Optimist" zusammenzufassen: "Nichts hieran ist gut / Nichts werd' ich daraus lernen." Wenn ich hierzu jetzt eine tatsächliche Rezension schreiben müsste, würde ich mir mehrere Wochen Bedenkzeit zusätzlich erbitten, so sprachlos macht mich das hier. Udo ist ja per se kein Lyriker, aber das ist allesnochmal schlampiger als ohnehin – so arg, dass ich mich das Zitieren gar nicht erst traue. Ein virtuoser Sänger ist er auch nicht, aber hier wirkt es, aus hätte er seine Kaufleisten im Kukident-Glas vergessen. Und instrumental – na ja, okay, Y2K eben, so leicht reduzierte Ambient-Schleier darüber gelegt wegen Future Future! Wenigstens ein Musikvideo mit dem Radfahrern vom Team Telekom. Meine Worte fühlen sich an, als müsste ich einen Kometenkrater mit einem Zollstock ausmessen – einfach nicht hinreichend. Völliges Disasterpiece, nur für Katastrophentouristen. Entschuldigen Sie? Gegen den Strom, gegen den Wind Rangfolge Ball Pompös Radio Eriwahn Votan Wahnwitz Dröhnland Symphonie Der Detektiv - Rock Revue II Sister King Kong Keule Lindenbergs Rock-Revue Und ewig rauscht die Linde Phönix Feuerland Lindenberg Ich will dich haben Atlantic Affairs Kosmos Der Exzessor |
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Kontermutter Plattentests.de-Mitarbeiter (Gerrit Phil Abel) Postings: 775 Registriert seit 04.03.2023 |
11.05.2026 - 22:50 Uhr
@The LibertineGute Beobachtungen Deinerseits. Das ist in der Tat spannend, will Udo jetzt auch nicht wirklich eine besonders vielschichtige Figur ist, sodass man diesen Aspekt von (Über)Sexualisierung irgendwie ausblenden müsste. Ich vermute mal, dass es stark damit zusammenhängt, dass er sich in den Titeln ja eher etwas "absurd überhöht" darstellt und man das daher eher mit so einem "Muss man eh nicht ernst nehmen" verbindet. In der bisherigen Diskographie bin ich jetzt noch nicht auf so wirklich üble Dinge diesbezüglich gestoßen, aber ich halte die Ohren mal offen. |
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The Libertine Postings: 434 Registriert seit 29.08.2022 |
12.05.2026 - 14:42 Uhr
Ich habe mir gestern die Lindenberg Doku in der ARD angeschaut. Das war natürlich schon auch Heldenverehrung, hat mir aber "das Phänomen" näher gebracht. Das mit einigen Texten ist natürlich unschön, aber ich würde die Schärfe meiner Aussagen ein wenig abmildern wollen. Er hat halt schon viel für die Demokratisierung in der DDR getan, hat sich Ende der 70er proaktiv für Schwulenrechte eingesetzt (man höre "Na und?!") und die unappetitlichen Texte sind vor allem in einer Zeit entstanden, wo er mental ziemlich ausgeknipst war (also Ende der 80er - Mitte der Nullerjahre). Im besten Fall ist es dann dämmliche Rollenprosa, aber es macht sein Werk nicht wirklich hauptsächlich aus. Auch sind mir einige Songs aus seinem Spätwerk positiv aufgefallen (Ab "Stark wie Zwei"), da würde ich nochmal nachhören. In den Interviews wirkte er auch sehr klar und reflektiert, eben nicht nur Schubidu und Hut. Er hat mich also für mich eingenommen, der alte Charmeur. Auf dich, Udo! |
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dogs on tape Postings: 616 Registriert seit 14.06.2013 |
12.05.2026 - 20:15 Uhr
Keine Coverversion, aber dafür (k)eine zusätzliche Ebene an Bedeutung. Der Nina Song von „Uns Udo“ und andere Lipsynch-Reaction Videos von Mine. Sehr entlarvend. https://www.musikexpress.de/mine-lipsync-reactions-cro-lindenberg-3195923/ |
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Mann 50 Wampe Postings: 4931 Registriert seit 28.08.2019 |
13.05.2026 - 06:23 Uhr
Affektierter, albener Opa, der mit 80 immer noch glaubt er wäre 20. |
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