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oldschool
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27.05.2026 - 21:10 Uhr
@Arne L:
Gäbe es den historischen Hintergrund nicht bzw. kann man das so einfach ausblenden, dann ist der Film okay. Trotz Malek und einigen unglaubwürdigen Wendungen. Aber es gibt nun mal den historischen Hintergrund und ich finde es fragwürdig, Charaktere, Fakten und Dialoge wild zu verändern, so dass von der Wahrheit nur noch der Schauplatz übrig bleibt |
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kingsuede
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30.05.2026 - 17:38 Uhr
Człowiek z marmuru (Der Mann aus Marmor) vom großen Andrzej Wajda aus dem Jahr 1977. Läuft noch bis morgen in OmU auf Arte.tv.
Vielleicht bislang sogar mein liebster Film des polnischen Regisseurs. Komplexe Handlung mit Film im Film, in der die Diplomandin/Filmstudentin Agnieszka in den 70er Jahren einem Helden der Arbeit, dem Maurer Mateusz Birkut, in ihrer Abschlussarbeit nachspürt. Zweieinhalb Stunden beeindruckendes Kino aus einem ganz eigenen Kosmos.
9,5/10 |
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nagolny
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02.06.2026 - 23:02 Uhr
@ Spinnefink: "Solaris hab ich noch nicht gesehen."
Alle drei Verfilmungen lohnen das Anschauen:
Der sowjetische Fernsehfilm ist ein spannender Sci-fi-Thriller als psychologisches Kammerspiel, das mich atmosphärisch stellenweise an Dürrenmatts "Die Physiker" erinnert hat. Tarkovski hat zu Lems philosophischem Roman eine fast schon meditative filmische Poesie existenzieller Einsamkeit erschaffen, die ihresgleichen sucht und am ehesten noch mit dem Films hafen Malicks zu vergleichen ist. Soderbergh hat daraus in der ersten Hälfte fast schon einen psychologischen Horrorfilm / Mystery zum Miträtseln gemacht, bevor in der zweiten Hälfte mehr und mehr eine Betrachtung der Ambivalenz und Fragilität von Erinnerungen in den Fokus rückt, Aspekte, Fragen und Problematiken der Kommunikation, des Konstruktivismus und Solipsismus angerissen werden.
Auf jeweils unterschiedliche Weise greifen alle Verfilmungen mindestens einen Aspekt des großen Romans von Lem wieder auf und bebildern / formulieren / interpretieren ihn in anderen Facetten neu, ohne Kernaspekte zu vernachlässigen (auch wenn der Autor der Buchverlage an allen Ansätzen etwas zu mäkeln fand; aber ein Roman bietet eben auch andere Möglichkeiten sowohl der begrifflichen Detailpräzision und Zeitdehnung/raffung als auch des gezielten Offenlassens, des Spiels mit Ambiguität und Tonalität, mit Interpretationsfreiräumen, Leerstellen, Paradoxien, Perspektivenhaftigkeit, Projektionsflächen, Widersprüchlichkeiten und Zweifeln - als ein konventioneller Spielfilm).
Gleichgültigkeit, Himmel, Hölle, Panik, Stoizismus, tiefe Empfindung, kühle Berechnung, Lebensziele und Zwischenmenschliches, Aufopferung oder Egozentrismus, Weltbearbeitung oder Weltflucht, letztlich unsere komplette Wahrnehmung und Weltdeutung und all unsere Handlungsmuster sind eben weder als Schicksal noch Zufall objektiv an äußere Umstände gekettet, sondern hängen als unser subjektives Erleben, als einheitliche biographische Erzählung in großem Stil davon ab, was wir selbst an Werthaltungen in uns tragen.
Aus genau dem Grund ist allerdings die Lektüre mindestens genau so sehr zu empfehlen wie jede einzelne der Verfilmungen. Nicht alles an dem Roman ist (als eine Gesamtheit) überhaupt sinnvoll vetfilmbar.
Einem verschachtelungsbesessenen und betriebsirren Technokraten und Workaholic wie Nolan, der ständig strukturelle drehbuchtechnische Herausforderungen sucht, würde ich die Anmaßung / Chuzpe zutrauen, sich an einer "romangetreuen Komplettverfilmung" zu versuchen und diese auch finanziert zu bekommen; doch das von vornherein zum Scheitern verurteilte Ergebnis wäre zweifelsohne ein stilistisch ähnlich holpriges, thematisch überfrachtetes, verquastes, erzählerisch und tonal mäanderndes, letztlich oberflächlich und filmisch ohne roten Faden oder innere Stringenz bleibendes Ungetüm wie "Oppenheimer" - oder gar ein noch farbloseres und langwierigeres Machwerk ohne eigene Haltung zu den dargestellten Ereignissen; also weitaus fader im Inhalt und unterhaltungsarmer als Lems denkwürdiger und sprachgewaltiger Roman mit seinen feinsinnigen, intellektuellen, ironischen, menschenkennenden, philosophischen, rätselhaften und satirischen Phantasien und Spitzen.
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nagolny
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02.06.2026 - 23:44 Uhr
Was ich damit unterm Strich meine:
Die von Lem bemängelten Verkürzungen und Fehltritte, die aus seiner Sicht seinem Roman entweder nicht gerecht wurden oder dessen Intention verkannten, mag man streng literarisch gedacht vielleicht ebenso streng abwerten oder bemängeln; vom Blickpunkt einer eigenen erzählerischen Dramatik, einer vereinheitlichenden thematischen Schlüssigkeit, der konsequenten Ausspielung und zielbringenden Nutzung originärer Möglichkeiten und Stilmittel des Mediums Film (bzw. im Falle des alten Schwarzweißspiels noch etwas näher am Theater), da kommt den drei Verfilmungen jedoch zugute, dass sie jeweils auf bestimmte Aspekte des Romans konzentrierter fokussiert und diese dann eigenwillig, schöpferisch frei, bisweilen noch originell ausschmückend umgesetzt haben. |
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mare
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03.06.2026 - 10:20 Uhr
„Spermworld“ (2024)
Nach „Some Kind of Heaven“ der zweite Dokumentarfilm von Lance Oppenheim, der mich absolut in seinen Bann gezogen und begeistert hat. Dies vor allem auch dank der fantastischen Cinematografie, für die wieder David Bolen verantwortlich war. Eigentlich bei beiden Filmen kaum zu glauben, dass das alles ungescriptet sein soll (und ich würde darauf wetten, dass viele Shots geplant bzw. wiederholt gedreht sein könnten). Anyway, beide Filme haben eine enorme Sogwirkung; beide für mich eine 9/10.
Freue mich nun sehr auf Oppenheims ersten Spielfilm „Primetime“ (inkl. Bolen und Pattinson). |
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Vive
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06.06.2026 - 19:44 Uhr
Obsession
10/10
Ist wirklich ein Phänomen.
Er wirkt so kurz, weil er so „ohne zu kauen“ reinrutscht |
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kingsuede
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Registriert seit 15.05.2013
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06.06.2026 - 20:08 Uhr
Die letzten drei:
El ángel exterminador (Der Würgeengel) von Luis Buñuel (1962)
9,5/10
La salaire de la peur (Lohn der Angst) von Henri-Georges Clouzot (1953)
9/10
Panique von Julien Duvivier (1946)
8,5/10 |
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Glufke
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Registriert seit 15.08.2017
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07.06.2026 - 21:53 Uhr
Hoppers (10/10)
Der beste Pixar-Film seit Coco. Und einer von wenigen, deren Handlung man kaum vorhersehen kann. Und vielleicht der einzige mit Anspielungen auf Hitchcock, Game of Thrones und Herr der Ringe. Manche Szenen find ich schon fast zu verstörend für Kinder :D wobei Toy Story 1 auch dieses creepy Spielzeug im Nachbarhaus hatte... |
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The MACHINA of God
User und Moderator
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Registriert seit 07.06.2013
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07.06.2026 - 21:59 Uhr
Schau mir grad einen Veriss von diesem Amazon-Werbefilm "War of the worlds" (2025) an. Das ist ja wirklich unfassbar. |
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DerMeister
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Registriert seit 22.06.2013
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07.06.2026 - 23:40 Uhr
Mai Top 10:
01. Lilith (1964, Robert Rossen)
02. To the Sea (1999, Annik Leroy)
03. In der Dämmerstunde: Berlin (1981, Annik Leroy)
04. Dust of Angels (1992, Hsu Hsiao-Ming)
05. A Borrowed Life (1994, Wu Nien-Jen)
06. Memento Stella (2018, Takashi Makino)
07. Afternoons of Solitude (2024, Albert Serra)
08. Genevieve (1965, Michel Brault)
09. Silence (1971, Masahiro Shinoda)
10. Remembering Every Night (2022, Yui Kiyohara)
oder
10. It Was Just an Accident (2025, Jafar Panahi) |
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Arne L.
Postings: 3236
Registriert seit 27.09.2021
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08.06.2026 - 01:41 Uhr
@DerMeister Danke, wie immer und noch mal die Frage: Du bist nicht bei Letterboxd, ne? |