Welchen Film habt Ihr zuletzt gesehen? Und wie fandet Ihr ihn?

User Beitrag

peppermint patty

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01.06.2019 - 22:02 Uhr
Close (7,5/10)

Noomi Rapace spielt hier eine toughe Personenschützerin, deren Aufgabe es eigentlich nur ist, eine junge, zickige Millionenerbin heil von England nach Marokko zu bringen. Aber natürlich entwickelt sich alles anders....So weit wie gehabt, aber trotzdem weiss dieser Actionthriller zu gefallen. Das marokkanische Setting empfand ich als noch relativ unverbraucht, die Actionsequenzen warten mit einigen interessanten Ideen auf ( die " Strangulationskette" im Auto, der Unterwasserkampf im Hafen), und zwischendrin bleibt immer noch etwas Zeit zum Verschnaufen, in der sich auch die Schauspielkunst der Action-Ikone voll entfalten kann. Auf jeden Fall keiner von den Filmen, bei denen man häufiger auf die Uhr als auf den Bildschirm blickt. Die Regisseurin Vicky Jewson liess übrigens durchblicken, dass sie nicht abgeneigt ist, dem Film noch einige Fortsetzungen zu gönnen. Meinen Segen hat sie schon mal.

MopedTobias

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02.06.2019 - 01:35 Uhr
Hot Fuzz 8,5/10

Edgar Wright bester Mann.

mispel

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02.06.2019 - 22:08 Uhr
Rocketman - 8/10

Hatte jetzt zwar keinen schlechten Film erwartet, aber war dennoch positiv überrascht. Der Film ist ein interessantes und ehrliches (hatte zumindest diesen Eindruck) Psychogramm von Elton Johns Leben.

I Saw the Devil - 9/10

Koreanischer Film über einen Polizisten, der sich an einem Serienkiller für die Ermordung seiner Frau rächen will. Ziemlich krasser Scheiß. Fans von Oldboy und ähnlichen koreanischen Filmen sollten sich den anschauen.

Michelangelo

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02.06.2019 - 22:29 Uhr
@MopedTobias

Lost Highway, großartiger Film. Schon mit Rammstein unterlegt, bevor ihnen der große Durchbruch gelang. Habe ursprünglich nicht alles kapiert, aber in manchen Foren damals waren einige passende Interpretationen, Stichwort Möbius-Band.

"Deshalb "Einstiegswerk"; wer einem chronologischen Vorhaben folgend nach "Eraserhead" nichts mehr mit diesem Mann zu tun haben wollte, könnte hieran trotzdem noch großen Gefallen finden."

Eraserhead ist hart, fand ihn aber gar nicht so schlimm wie immer behauptet. Viel schlimmer fand ich da Dune, da hat nun wirklich gar nichts gestimmt. Freue mich auf die Neuverfilmung von Villeneuve, der Stoff passt gut zu ihm.

boneless

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03.06.2019 - 20:15 Uhr
I Saw the Devil - 9/10

War für mich leider nicht mal halb so intensiv wie Oldboy oder The Chaser.

Hab zuletzt nicht viel gesehen, Zusammenfassung Mai:

Blackhat (6/10)
The Program (6/10)
Mid90s (8/10)
Revenge (7/10)
Unstoppable (6/10)

Neben dem erwartet guten Mid90s möchte ich Revenge hervorheben. Ich habe auf Grund des Trailers Schlimmstes befürchtet, aber Revenge war ein unglaublich frischer, sehr stylischer und wirklich extrem unterhaltsamer Rape & Revenge Streifen, der die "Regeln" der sonst so bitteren Genrenische komplett über Bord wirft und wie eine Satire wirkt. Coralie Fargeat überzeugt mit einem Over-The-Top Spektakel, welches das Wort "Frauenpower" fast schon neu definiert. Klar, Realismus oder gar Logik gibt es hier so gut wie gar nicht, dafür literweise Blut, dreckverschmierte Wunden, brütende Hitze und drei Männer, die im Verlauf des Films sehr wenig zu lachen haben, das bleibt dem Zuschauer vorbehalten. Trotz der gewohnt knallharten Gangart derartiger Beiträge aus Frankreich: Revenge macht richtig Spaß und man kann Kate Erbland (IndieWire) nur zustimmen, wenn sie meint Matilda Lutz is a Badass for the Ages.

jayfkay

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06.06.2019 - 13:09 Uhr
bohemiam rhapsody 7/10

Superhelge

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07.06.2019 - 17:37 Uhr
John Wick 3 - Parabellum

Fortsetzung der Actionreihe mit Keanu Reeves, keinen Deut schlechter ist als die beiden Vorgänger und schön kurzweilig und lässig für Shooter- und MA-Fans.

Fand nur einige MA-Szenen etwas unglaubwürdig, nicht wegen der totalen Übertreibung (wenigstens fliegt niemand wie in Matrix...), aber einige Teile wirkten im Zusammenhang unrund.

6/10

Reeves hat glaube ich bereits bis Teil 5 unterschrieben.

Schwarznick

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07.06.2019 - 22:10 Uhr
Schwarznicks müssen draußen bleiben.

poser

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08.06.2019 - 14:46 Uhr
Ne, finde schon, dass Lost Highway Lynchs bester Film ist. Mein Liebling ist wahrscheinlich Mulholland Drive, aber Lost Highway wirkt am kohärentesten und schafft es auch den Einstieg zur Interpretation so zu setzen, dass es fast unbemerkt an einem vorbeiläuft. Finde daher Filme wie Mulholland Drive oder Blue Velvet auch wesentlich einsteigerfreundlicher, da die Ansatzpunkte zur Interpretation viel offensichtlicher sind. Lediglich Eraserhead und Inland Empire wirken auf mich noch unzugänglicher.

Ganz abgesehen davon strotzt die zweite Hälfte vor kreativen Einfällen um Schuld, übersteigerte Männlichkeit und Eifersucht auf einer Traumebene zu dekonstruieren, aber ohne dabei zu fragmentiert zu werden. Diese Themen stehen immer in einem rhythmisch gleichförmigen, nahezu poetisch anmutenden, System zueinander. Und die Bilder sind einfach großartig. Das trifft wohl aber auf die meisten Lynchfilme zu.

Der Untergeher

User und News-Scout

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08.06.2019 - 22:54 Uhr
Cemetery of Splendour (7/10)

Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität fließen unauflöslich ineinander.

MopedTobias

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09.06.2019 - 16:17 Uhr
Rocketman 7/10

Auf dem Papier wirkt "Rocketman" wie ein Musiker-Biopic vom Reißbrett: ein mehrere Dekaden überspannendes Narrativ vom altbekannten Aufstieg und Fall eines Rockstars. Doch Regisseur Dexter Fletcher füllt die traditionelle Form mit Leben, indem er sie als waschechtes Musical inszeniert und Elton Johns Hits in kreativen, virtuosen und dabei stets der Story dienlichen Setpieces verarbeitet. An diesen oft die Grenzen zur Fantasy überschreitenden Sing-und-Tanz-Nummern dürften sich so manche die Köpfe stoßen, für das hier beleuchtete Subjekt sind sie aber mehr als angemessen. Ein lauter, bunter Film für einen lauten, bunten Mann.

Der Form und der langen Zeitspanne geschuldet, werden manche Schlüsselereignisse aus Johns Leben nur angeschnitten, aber das ist vollkommen okay so. "Rocketman" erzählt mindestens genauso viel in seiner Musik und den Bildern wie im Dialog, wodurch sich die allermeisten Lücken problemlos füllen lassen. So schafft es Fletcher, trotz all des farbenfrohen Pomp ein durchaus tiefgehendes, menschliches Charakterdrama zu zeichnen, überzeugend in seinen warmen wie kalten Momenten. Wunderschön gestaltet sich die Freundschaft Johns mit seinem Langzeit-Kollaborateur Bernie Taupin (Jamie Bell), beklemmend wiederum die Szenen mit seinen abweisenden Rabeneltern (Bryce Dallas Howard und Steven Mackintosh). Taron Egertons leidenschaftliche Performance hält dabei alles zusammen, pointiert die Zerrissenheit zwischen Genie und Diva und jede von Johns Identitätskrisen. Verdammt gut singen kann der Mann dazu auch.

Der Vergleich mit einem anderen jüngeren Film über eine 70er-Rock-Ikone kommt ja quasi automatisch auf, nicht zuletzt, weil Fletcher bei "Bohemian Rhapsody" ja die Regie in den letzten zwei Wochen nach Bryan Singers Abgang übernahm. "Rocketman" ist der klar bessere Film. Natürlich ist er auch wenig radikal und Mainstream-Hollywood-Konventionen unterworfen, aber in diesem Rahmen stellt er Johns Sexualität, die Beziehung zum Produzenten John Reid (Richard Madden, auch großartig übrigens) und seine Drogeneskapaden recht offen dar. Dementsprechend kann ich Wolfgangs Kritik im anderen Thread nur wenig nachvollziehen. Weder ist es homophob, wenn ein generell auf FSK 12 konzipierter Film keine schwule Sexszene explizit zeigt, noch lässt sich der finalen Hinwendung zum Bürgerlichen etwas wirklich Haltbares vorwerfen. Diese mag konservativ sein, ja, sie ist aber einfach authentisch. Dass John erst nach der Abwendung von seinem destruktiven Lebensstil zum Glück fand, ist nun mal, wie es ist; einen "Popgeschichts-Revisionismus", über den man bei "Bohemian Rhapsody" durchaus mal sprechen kann, betreibt "Rocketman" jedenfalls nicht.

MM13

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10.06.2019 - 08:41 Uhr
verschwörung 7/10

MopedTobias

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11.06.2019 - 10:47 Uhr
Gambit (Das Mädchen aus der Cherry-Bar) 6/10

Heist-Komödie von '66 mit Shirley MacLaine und Michael Caine. Nett und beschwingt, gut gespielt und mit einem interessanten erzählerischen Kniff. Hat aber auch seine Längen und ist letztlich völlig belanglos.

RU486

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11.06.2019 - 12:28 Uhr
Gattaca

8/10


Durch Zufall auf Amazon gefunden und ich erinnerte mich, schon mal davon gehört zu haben.

Ethan Hawke und Jude Law beide sehr stark! Toller Plot und interessante Story mit einem großen Hauch Gesellschaftskritik.

Wer den Film noch nicht kennt, sollte mal reinschauen.

hideout

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11.06.2019 - 13:14 Uhr
The Founder (2016)
Das ist die Geschichte über den Aufbau des McDonald's Franchise. Klingt ziemlich langweilig dachte sich wohl Forrest Gump, und so musste der ganz schön alt gewordene Burton-Batman herhalten. Der macht seine Sache aber so gut, das aus "The Founder" ein richtig lehrreiches und unterhaltsames Stück Erzählkino geworden ist. Und auch wenn es hier um die Verwirklichung des amerikanischen Traumes geht, so verläuft diese nicht nach dem sonst so bekannten Muster ab, denn dafür ist die Hauptfigur des Ray Kroc auch viel zu ambivalent. Werde ich mir definitiv noch ein zweites Mal anschauen. 8/10



Sturz ins Leere (2003)
Auch bekannt als "Touching the Void", den man sich gratis auf YouTube anschauen kann.

Ein Doku-Drama über zwei Bergsteiger, die 1985 versucht haben den Siula Grande in den peruanischen Anden zu bezwingen. Eine ausgesprochen sehr anspruchsvolle Unternehmeung, die zwangsläufig nicht ohne schwerwiegende Folgen bleiben sollte. Bildgewaltig und insbesondere in der ersten Hälfte sehr realistisch und packend inszeniert. Der dramatische Schlussakt kränkelt dann aber doch in Sachen Spannung ein wenig, was der Machart geschuldet ist. Denn hier geht es nicht um das "ob", sondern nur um das "was" und "wie". Und das ist, wenn es nicht wahr wäre, einfach nur unglaubmenschlich. 8/10

RU486

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12.06.2019 - 10:21 Uhr
Godzilla II: King of the Monsters

8,0/10


Wirklich wenig verständlich sind mir die negativen Kritiken, die allesamt dem Film fehlende Tiefe attestieren. Mir ist nicht ersichtlich, wie man mit derart falschen Erwartungen an einen Actionfilm herangehen kann – ich schaue doch auch nicht Fußball und ärger mich dann darüber, dass niemand Golfschläger benutzt!? Auch die Aussagen, dass man Fan sein muss um den Film zu mögen kann ich nicht unterstreichen – mein Mann ist, im Gegensatz zu mir, nicht mit Godzilla aufgewachsen und war dennoch sehr gut unterhalten. Es kommt nicht darauf an, ob man Fan ist oder nicht, sondern ob man das Medium „Film“ per se verstanden hat und differenzieren kann – ein Grund dafür warum bekannte Filmkritiker wie Robert Hofmann und David Hain den Film als „gut“ erachten – sie differenzieren und sehen Godzilla als das was es ist – ein Actionfilm mit Monstergekloppe. Nicht mehr und nicht weniger. Und genau so muss man den Film werten und nicht anders - oder erwartet irgendjemand bei Transformers eine tiefgründige Story und Arthouse-Kino? Nein, also was man anderen Filmen gestattet, das darf man auch „Godzilla“ nicht verwehren!


Endlich ist Godzilla wieder da – und das so schön wie nie zuvor. Ich denke, jeder ist sich darüber im Klaren was ihn hier für ein Effektgewitter erwartet. Die Monster hauen sich hier ordentlich die Rübe zu Brei und das sieht natürlich immer imposant aus. Egal ob im Schnee, im Regen, mitten in der Stadt zwischen Häusern – noch nie zuvor waren Godzilla samt Gegenspieler so schön in Szene gesetzt. Und noch nie zuvor hat die Zerstörung der Städte so toll ausgesehen. Die Effekte sind über jeden Zweifel erhaben.

Ich kann mit Sicherheit sagen: Dieser Godzilla ist der beste, den die Amerikaner gemacht haben – mit Abstand! Sie haben versucht, so gut es geht einzufangen, was uns Fans an unserem verstrahlten Superkumpel so gut gefällt. Ich finde, das ist den Amerikanern wirklich gelungen und nicht nur einmal hatte ich Gänsehaut – natürlich haben die Fans sofort den Original-Soundtrack von 1954 sowie Mothra’s Song erkannt – welcher Fan bekommt da keine Gänsehaut? Spätestens wenn Godzilla seinen Nuklearstrahl auspackt, sollte auch der letzte Fan abgeholt worden sein. Auch manche Erklärungen wie z.B. der Ursprung von Ghidorah werden sehr nah an der japanischen Vorlage gehandhabt.

Kommen wir zur größten und m.M.n. auch einzigen Schwäche des Films: Der Plot. Und damit meine ich nicht mal zwingend die dümmlichen One-Liner oder die langweiligen Menschengeschichten - sondern diesen typischen Ami-Mainstream-Plot mit allen darin befindlichen Menschen und Handlungen.

Der Plot an sich ist sowieso kaum der Rede wert, wirklich ärgern konnte ich mich aber erst, als Vera Farmiga hier als mehr oder weniger zeitweise „Bösewicht“ dargestellt wurde, der sich doch noch zum Guten bekennt: Die Gute will die Monster nämlich loslassen, um die natürliche Ordnung wiederherzustellen und den Planeten vor der Überbevölkerung und den damit einhergehenden Katastrophen zu retten (*hust Thanos *hust). Schön und gut, dass Hollywood dieses eigentlich ernste Thema so kontinuierlich für ihre Blockbuster verwendet. Was mich so daran stört ist die Tatsache, dass die Frau, die den Planeten eigentlich retten will, als böse dargestellt wird. Warum ist es eigentlich so falsch, was sie vor hat? Ist ihr Streben nicht eher nobel, so grausam es auch im ersten Moment klingen mag? Über den Grund lässt sich sicher streiten, aber der Plot ist dadurch vollkommen vorhersehbar und absolut nichts Neues. Ist ja klar, dass sie kurz vor Ende nochmal die Kurve kriegt und ihr plötzlich einfällt, wie dumm ihre Idee war. Hier wird wohl niemand überrascht gewesen sein.

Da es hier um einen Monsterfilm geht ist es ebenso schade, dass man da wirklich versucht hat, so viel zwischenmenschliches wie nur irgend möglich rein zu quetschen - und die Menschen will in dem Film nun mal wirklich niemand sehen. Dem Film hätten 10 Minuten weniger Handlung und 10 Minuten mehr Monsterkloppe gut getan.


Alles in einem ist Godzilla genau das, was ich erwartet habe! Nach dem meiner Meinung nach ebenfalls sehr starken „Kong: Skull Island“ freue ich mich nun auf nächstes Jahr wenn es heißt: Godzilla vs. King Kong :D Mit ein bisschen weniger Mensch und bisschen mehr Monster hoffe ich, dass der nächste Teil NOCH besser wird! Action ist nicht mein Genre, aber Godzilla geht immer ;)

MopedTobias

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12.06.2019 - 11:15 Uhr
Die meisten Kritiken sind aber nicht so schlecht, weil sie Plot und Charaktere so dünn und dumm finden, sondern weil sie eben auch die Action als enttäuschend einstufen. Du solltest nicht den Fehler machen, allen, die den Film nicht gut fanden, zu unterstellen, sie hätten die falschen Erwartungen oder das Genre nicht verstanden. In meinen Augen hat gerade das Monster-Gekloppe überhaupt nicht funktioniert. Das waren seelenlose Zerstörungsorgien auf dem Niveau der schlechtesten Transformers-Filme, schwach gefilmt und geschnitten. Hat null Spaß gemacht, der Film war eine einzige Tortur.

Aber Geschmäcker halt! Möchte gleich im Keim ersticken, dass das so "eskaliert" wie damals bei unserem Get-Out-Disput, nur weil wir in unserer Meinung eine halbe Wertungsskala auseinanderliegen.

Zur Einordnung übrigens: Ich bin kein Godzilla-Fan, auch wenn ich den allerersten japanischen Original-Film sogar tatsächlich mal gesehen hab und ihn immer schon cooler fand als King Kong. Ein Freund guter Blockbuster-Action bin ich eigentlich schon, aber das hier war meinem Empfinden nach nix.

RU486

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12.06.2019 - 11:37 Uhr
Also, Du musst Dir keine Gedanken machen, dass da irgendwas eskaliert, mich interessiert die Meinung von Leuten die ich nicht kenne, null! Die einzigen Reviews zu Filmen die ich mir gebe bzw. Leute deren Meinung mich wirklich interessiert sind David Hain und Robert Hofmann - und die haben den Film beide als „gut“ eingestuft, die sind allerdings auch vom Fach. Die Action wurde gelobt und die Effekte ebenso - lediglich der Plot wurde kritisiert.

Selbstverständlich haben sie durch ihren Beruf auch viel mehr Fachwissen als die Leute in diesem Forum, aber eben nicht nur das: David Hain ist selbst großer Godzilla-Fan und von daher kann ich mich gut mit ihm und seiner Wertung identifizieren, vor allem auch mit seiner Begründung. Ich persönlich bin überhaupt kein Freund von Blockbuster-Kino eher im Gegenteil, ich finde eigentlich alles einfach nur saudumm, was da rauskommt und solange da keine Monster mitmachen, interessiert es mich auch null. Transformers ist für mich alles Trash. Genauso wie alle hundert Fast and Furious Teile sowie sonstigen Action-Müll. :D. Action war in den 80ern und 90ern cool, aber jetzt nicht mehr.

Der Grund warum Godzilla nicht so gut ankommt ist allerdings nicht wie von Dir angenommen schlechtes Gekloppe sondern eigentlich recht logisch: Er war der japanischste von allen und das hat den Ami-Fans daher nicht gefallen! Da konnten auch die klischeehaften Oneliner nichts mehr reißen^^ :D

Underground

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12.06.2019 - 13:23 Uhr
Roads 8/10

peppermint patty

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12.06.2019 - 17:23 Uhr
Dogman (9/10)

Selten in letzter Zeit einen Film gesehen, wo die Floskel vom Lachen, das im Halse steckenbleibt, besser greift als im letzten Werk von Matteo Garrone (Gomorrha) Die Szenen zwischen dem Hundefriseur und seinem Widersacher, dem Vorstadtgangster, haben so ein komisches Potential, dass man kaum noch aus dem Lachen rauskäme, ja wenn da nicht die düstere Erkenntnis wäre: Italien ist am Ende. Sinnbildlich für diese Message steht die letzte Einstellung, der Blick des Hauptdarstellers geht ins Leere, während die Kamera eine gefühlte Ewigkeit auf seinem verzweifelten Antlitz verweilt.

Der Untergeher

User und News-Scout

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15.06.2019 - 00:28 Uhr
Burning (8/10)

"A thriller about a missing person. An allegory of class division. A study of generational alienation. A fable about modern consumerism. A dramatisation of psychological breakdown and genetically inherited rage. An analysis of socio-economic disenfranchisement. A critique of toxic masculinity and its concomitant misogyny. A condemnation of middle-class gentrification. A threnody for a traditional Korea that's slowly being replaced by faceless cosmopolitanism. An extended rib on Schrödinger's cat. Beoning is all of these. And none of them. This is a narrative fundamentally built on questions, very few of which are answered definitively."

MopedTobias

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15.06.2019 - 00:57 Uhr
Burning 8,5/10 (eigentlich keine SPOILER, aber bestimmte User könnten welche finden)

So konsequente Hollywood-Gegenentwürfe wie Lee Chang-dongs "Burning" findet man nicht allzu oft. Selbst als der von einer Novelle Haruki Murakamis inspirierte Film noch als harmlose Romanze zwischen den Kindheitsfreunden Jongsu und Haemi beginnt, wird man schon überrascht: von der Unbeholfenheit seiner Protagonisten, von der Natürlichkeit, von der ein oder anderen Abseitigkeit in Haemis Auftreten. Doch noch sind wir nur im Prolog, der erste Bruch erfolgt, als Haemi aus einer mysteriösen Afrikareise zurückkehrt und Ben, eine Art koreanischen Jay Gatsby, mitbringt.

Aus dieser Dreiecksbeziehung entspinnt sich ein unkonventioneller, unvorhersehbarer Psychothriller, der null Interesse an (amerikanischen) Genre-Tropen und -Formen hat. Dieser 150-Minuten-Brocken ist unfassbar langsam und arbeitet sich kaum an erkennbaren Spannungsbögen entlang. Lee erzeugt ein konstantes Gefühl zwischen Verwirrung, dunkler Vorahnung und Bedrohung, entfaltet damit eine Sogwirkung, deren Beginn man nicht wirklich mitbekommt. Sein Plot verwebt einen sozialkritischen Kern mit Charakterdrama, Mystery- und Noir-Elementen und einer Vielzahl von Symbolen. Wir sprechen keineswegs von einem Lynchesken Erzähllabyrinth, formal ist "Burning" unheimlich simpel, kohärent und geradlinig, er bewahrt sich allerdings eine Ambiguität, einen eher andeutenden als ausformulierenden Charakter bis zum Schluss. Dementsprechend kommt er auch über weite Teile mit wenig bis keinem Dialog aus, überlasst alles Hong Kyung-pyos gewaltiger Bildsprache und einem nervenaufreibenden Soundtrack.

Das zentrale Trio ist bemerkenswert gut besetzt. Jongsu ist keine Hauptfigur, zu der man eine wirkliche Verbindung aufbauen kann oder soll, man stolpert sich (buchstäblich) gemeinsam mit Yoo Ah-ins körperlich und geistig von seiner Umgebung gelösten Performance durchs Unbekannte. Das Casting von Steven Yeun (Glenn aus The Walking Dead) als Ben ist ein kleiner Geniestreich, weil sein Auftreten durch durch diese auch westlich wahrgenommene "Star"-Persona eine ähnlich irritierende Wirkung beim Zuschauer wie bei Jongsu erzeugt. Doch das vollkommene Phänomen ist Jun Jong-seo als Haemi. Man kann da nicht allzu viele Worte drüber verlieren, bloß auf eine sehr spezielle, von Miles Davis unterlegte "Tanz"szene als ästhetisches Herz des Films verweisen. "Burning" ist schwer zu packen, weil er sich von selbst schon allem entzieht, aber hat man ihn, hält man das bisherige Film-Highlight 2019 in den Händen.

MopedTobias

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15.06.2019 - 00:59 Uhr
@Untergeher: Haha, zwei Dumme :D

Underground

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15.06.2019 - 16:21 Uhr
The Beach Bum 4/10

MopedTobias

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18.06.2019 - 17:28 Uhr
The Last Picture Show 9,5/10

Peter Bogdanovichs Karriere dürfte eine der frustrierendsten der New-Hollywood-Bewegung darstellen. Als Ex-Kritiker und Mega-Nerd – mit 30 behauptete er von sich, weit über 5000 Filme gesehen zu haben – ging er Mitte der 60er nach L.A., wo ihm sein enzyklopädisches Wissen und die cineastische Leidenschaft viele Türen öffneten und er u.a. mit Orson Welles und Fritz Lang verkehrte. Die Zeit um sein Debüt "Targets" herum scheint eine wilde gewesen zu sein, denn als er für dessen Nachfolger, "The Last Picture Show", unterschrieb, hatte er den zugrundeliegenden Roman nicht mal gelesen. Als er es schließlich doch tat, war Bogdanovich skeptisch, war diese in einer verfallenden texanischen Kleinstadt spielende Coming-Of-Age-Geschichte doch so weit von seinen bisherigen Lebensrealitäten entfernt. In einem Geniestreich begriff er jedoch, dass er daraus nicht nur einen Abgesang auf eine Generation, sondern auch auf das alte Hollywood, auf eine vom Aussterben bedrohte Art des klassischen Filmemachens formen konnte.

So zeichnet "The Last Picture Show" gleich auf mehreren Ebenen ein Porträt des Verschwindens. Als wäre er als Gegenentwurf zum kurz danach folgenden "American Graffiti", George Lucas' thematisch vergleichbare Zuckergusstorte, konzipiert worden, wählte Kameramann Robert Surtees einen Schwarz-und-Weiß-Ton, der den tieftraurigen Kern des Films visualisiert. Passenderweise ertönen als einziger Soundtrack nur zeitspezifische Popstücke aus Autoradios und Jukeboxen, sehnsuchtsvolle Echos der Vergangenheit. Der Stoff um die Liebesaffären und Tragödien einer verstaubten Stadtgemeinschaft in den 50ern hätte auch schnell ins Melodramatische abdriften können, doch Bogdanovich findet genau die richtige Balance, um alles echt wirken und damit unter die Haut gehen zu lassen. Trotz klarer Einflüsse aus dem French New Wave, man siehe etwa die sexuelle Freizügigkeit, unterwandert er den europäischen Autorenfilm mit einem ur-amerikanischen Klassizismus, der, wie angesprochen, den Effekt doppelt. Wie könnte man Verfall besser darstellen als mit einer verfallenden Filmkunst?

Im Herzen der Story stehen die Teenie-Freunde Sonny (Timothy Bottoms) und Duane (ein blutjunger Jeff Bridges, am Grinsen nach wenigen Sekunden zu erkennen), die beide in die verführerische Jacy (Cybill Shepherd, beeindruckendes Debüt) verliebt sind. Der Film folgt ihnen im Abschlussjahr und ein bisschen drüber hinaus, konfrontiert sie mit Verlust, Verrat und wenig hoffnungsvollen Zukunftsaussichten. Irgendwo ist "The Last Picture Show" auch eine manchmal subtile, manchmal absurde Comedy, doch ein Schleier der Melancholie bleibt konstant, auch in den schönen Momenten aufrichtiger Freundschaft und Hingabe. Wie die besten Coming-Of-Age-Filme, zu denen sich dieser hier zählen kann, deckt sein Bild verwirrten adoleszenten Suchens den Schmerz ebenso wie die Freude ab.

Zwei der Akteure haben verdientermaßen Oscars mitgenommen: Cloris Leachman als verzweifelte Vierzigerin (für die, die "Six Feet Under" gesehen haben, wäre eine jüngere Ruth Fisher ein Referenzpunkt) und Western-Ikone Ben Johnson, dessen Charakter wie direkt aus einem John-Ford-Film gerissen wirkt. Aber auch der Rest des Casts glänzt unentwegt. Eileen Brennan hellt als klassische 50er-Diner-Chefin jede Szene auf, Ellen Burstyn changiert als Jacys Mutter mühelos zwischen alkoholgetränkter Frustration, bürgerlicher Geringschätzung und ehrlicher Verletzlichkeit. Bridges hat vielleicht die undankbarste Rolle, aber auch seine Momente, ebenso wie Bottoms, der am Ende seinen längst überfälligen emotionalen Ausbruch bekommt. Doch fast genauso traurig wie der Film selbst waren die überschaubaren Erfolge seiner vielen jungen Darsteller – bis auf Bridges konnte keiner eine wirklich große Karriere verbuchen. Bottoms und Shepherd versanken bis auf wenige memorable Momente (letztere in "Taxi Driver", z.B.) fast komplett in der Belanglosigkeit. Und auch Bogdanovich selbst erlebte zwar eine fruchtbare, bis in die aktuelle Dekade reichende Schaffensperiode mit einigen Perlen ("Paper Moon"), konnte aber nie wieder an seinen künstlerischen Höhepunkt anknüpfen. Womit wir dann wieder am Anfang wären: Offenbar reicht es nicht aus, einer der größten Filmliebhaber unter der Sonne zu sein, um sich auch als Regisseur in entsprechendem Maße in die Geschichtsbücher schreiben zu können. Dieses Meisterstück des New-Hollywood-Kinos, das "The Last Picture Show" darstellt, wird ihm aber nie jemand nehmen können.

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